Tag 1792 – Endlich.

Erinnern Sie sich noch an die Reiseversicherung? Wir haben jetzt eine. Eine relativ günstige, aber immerhin. Wofür man sie so dringend braucht ist mir zwar immer noch nicht ganz klar, aber um mich rum ist man sich einig, dass man sie braucht und naja. Ok.

Was noch nicht heißt, dass wir einer Entscheidung für oder gegen Urlaub in Deutschland und wenn ja wann und wer wie lange näher gekommen wären. Da uns aber der Hygienespüler ausgeht, müssen wir wohl. (Das, meine Damen und Herren, nennt man eine Ausrede.)

Ich habe heute mit den rastlosen und dauerstreitenden Kindern einen sehr langen Spaziergang gemacht, das hat uns allen sehr gut getan, obwohl ich mich immer noch müde und schlapp fühlte und fühle. Ich hoffe, ich erkälte mich nicht auch noch. (Ein Ding, für das so eine Reiseversicherung vermutlich gut ist: wenn man eine gebuchte Reise wegen Symptomen einer Atemwegserkrankung nicht antreten kann. Unter normalen Umständen würde einen ja ne Erkältung nicht davon abhalten, in ein Flugzeug oder auf eine Fähre zu steigen, 2020 ist aber nun mal nicht normal.)

Was dagegen spricht, dass ich krank werden könnte, ist, dass ich weiter Sport mache – und mich danach meistens fühle, als könnte ich Bäume ausreißen. Den Spruch „in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ finde ich aus vielen Gründen ziemlich daneben, unter anderem weil es nach dem berühmten „geh doch einfach mal unter Leute/geh mal raus/mach mal Sport“ klingt, das Leuten mit psychischen Erkrankungen gern entgegen gebracht wird. Ich denke deshalb seit Tagen dran rum, wie man das besser ausdrücken kann. Ich habe nämlich ganz subjektiv bei mir den Eindruck, dass Sport mir tatsächlich körperlich sehr gut tut und dass ich quasi sofort besser schlafe, zufriedener und ungehemmter esse und (vielleicht auch nur durch die letzten zwei Punkte?) weniger reizbar bin. Klar ist es auch psychisch gut, keine Schmerzen zu haben. Ist es vielleicht einfach das? Ein Körper, der sich gut anfühlt, weil man sich gut um ihn kümmert, belastet die Psyche immerhin nicht zusätzlich? Meh. Ich komme da zu keinem Schluss.

So richtig entspannt bin ich immer noch nicht. An To-Dos heute erledigt habe ich: Weide beschneiden und Kinderrucksäcke imprägnieren, außerdem habe ich die Innenarchitektin beauftragt, einen Anwalt angeschrieben (lange Geschichte, erzähle ich vielleicht mal wenn sie fertig geklärt ist. Sie brauchen sich in keiner Form sorgen, es geht nur um Geld und um keinerlei Gefühle) und rausgesucht, wie man den Hauskredit für die Umbauten erhöht. Zwischendurch habe ich noch sehr ausführlich mein persönliches Traumhaus angesabbert, das zum Verkauf steht, aber leider eigentlich ein wenig zu teuer für uns ist. Der Traum ist aber so groß, dass ich es schon durchgerechnet habe und najaaaaaaa also es wäre machbar, ABER.

Und die Reiseversicherung abgeschlossen habe ich ja auch. Recht erfolgreicher Tag also eigentlich. Trotz Müdigkeit.

Tag 1346 – Mal wacher.

Also vorgestern:

Wir hatten Besuch und zwar (fast) die Geburtstagstruppe von vorletzter Woche. Das war sehr sehr schön, wegen allem. Die Kinder rannten wie die Dilldöppken ums Haus und im Haus herum und dann kam ein Haufen Erde auf einem Laster und dann kletterten sie auch noch auf einem Erdhaufen herum.

Zwischendurch „blies“ ich Eier aus, weil wir die eigentlich noch bemalen wollten, aber dann kamen wir gar nicht dazu und das war auch ok. Aus den Eiinhalten machten wir einen Haufen Waffeln, beste Lösung denn ich finde hart gekochte, kalte Eier hochgradig widerlich. Schon der Geruch… bläh. Jedenfalls, letztes Jahr habe ich noch Strohhalme ins einzelne Loch gesteckt, dieses Jahr habe ich mir was neues einfallen lassen und jetzt muss mein Mund gar nicht mehr in die Nähe von rohen Eiern, das ist genial. Man braucht einen Pieker und ein Holzstäbchen und eine Silikonform für Hochdrück-Eis. Mit dem Pieker macht man oben und unten ein Loch und das untere muss man noch so groß prökeln (wie auch immer), dass das Stäbchen reinpasst. Damit macht man dann das Eigelb kaputt. Eisform oben auf das Ei setzen, ordentlich festdrücken, dann zudrücken und schwupps, kommt der Schlonz unten aus dem größeren Loch gelaufen.

Juhu!

Während ich das erfand, huben Herr Rabe und Freundin A. das Blumenbeet aus. Ich hatte ja extra noch Steine aufgesammelt, damit wir genug für die Beetumrandung haben, aber, äh, also Steine, irgendwer? Wir hätten so ein paar Eimer.

Nach dem Tag und dem Besuch waren die Kinder so platt dass Pippi auf dem Badezimmerteppich einschlief, während Herr Rabe duschte. Und ich war halt dann auch echt müde.

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Gestern:

Den ganzen Tag Erde geschippt und mit der Schubkarre zu den Beeten gefahren und da ausgeleert und von vorn. Den ganzen Tag? Nein, denn zwischendurch fragte die Nachbarin, ob ich ein Glas Rosé wollte. Ich wollte, das war nicht klug, mitten am Tag auf wenig Essen und in der Sonne Wein zu trinken, aber schön war’s. Und nach 10 weiteren Schubkarren voll Erde war der Wein auch wieder weggeschwitzt.

Die Kinder spielten den ganzen Tag mit den Nachbarskindern. Sie machten auch Scheiß, aber insgesamt war das alles – Gartenarbeit, Kinderblödsinn und Rosé – so nah an Bullerbü 2019 wie es nur geht.

Am Ende hatte ich ein richtiges Beet, mit Steinen drin damit ich trotzdem an alles rankomme. Hach!

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Heute:

Die Blümchen eingepflanzt und ein paar Küchenkräuter in das eine Rahmenbeet gesetzt. Mein Zitronenbasilikum hat tatsächlich in seinem Plastiktöpfchen den Winter überlebt und treibt wieder aus. Beim Rosmarin bin ich noch skeptisch, leider auch beim Lavendel. Dafür habe ich einen Lavendel im Garten gefunden und der treibt auch aus, den habe ich erst einmal beschnitten und nun darf er da gerne bleiben, am Platz der zukünftig neben dem Holunder sein wird. Der Rhabarber, den ich Mittwoch Abend noch eingebuddelt habe, steckt schon seine ersten Triebe aus der Erde. Meine Blümchen sahen im Beet alle noch etwas dünn aus, daher nutzte ich die Gelegenheit, dass das Saison-Pop-Up-Gartencenter am Kreisverkehr nun wieder auf hat und auch an allen Feiertagen (bis auf den 17. Mai) geöffnet ist und kaufte noch ein paar Stiefmütterchen und Steinbrech und Traubenhyazinthen.

Es folgt nun ein Hinweis: wenn es Sie in den Fingern juckt, Gartenratschläge zu erteilen: lassen Sie es bitte. Ich mache sicher Fehler. Ich möchte diese Fehler machen. Ich lese auch keine Bücher übers Gärtnern, ich belege keine Kurse, ich frage im Gartencenter nach, ob ich (z.B.) Holunder an die Stelle setzen kann, wo ich ihn hinhaben möchte oder ob es möglich ist, den auf maximal 2 Meter Höhe zu halten. Gegebenenfalls würde ich auch nachfragen, wenn irgendwas passiert, was ich mir nicht erklären kann. Aber wenn ich Tulpen neben Narzissen setze, dann möchte ich das selbst lernen, dass das nichts wird.

Jedenfalls hab ich heute alles rausgesetzt außer Eisenkraut, weil das ja nicht frosthart ist. Bis ich dann mal aufs Schild guckte:

Dann kommt das also morgen raus.

Bisher sehen jedenfalls sorgsam ausgewählte Ecken des Beetes so aus:

Bisher bin ich sehr zufrieden mit mir. Nun darf gern alles anfangen zu wuchern, der Stärkste gewinnt, hübsch blühen tun sie jedenfalls alle.

Sogar eine der Hängeampel-Mimöschen zeigt erste Blütenansätze:

Da hab ich schon wieder vergessen, was das ist. Offenbar blüht es lila.

Morgen fahren wir vielleicht den Holunder kaufen. Es bleibt spannend.

Tag 1345 – Platt.

Wieder bei den Kindern eingeschlafen, unaufhaltsam, trotz Wecker. Aber eigentlich kein Wunder, denn der Erdhaufen ist jetzt viel kleiner und in allen Beeten ist Erde. Ab Sonntag soll es nicht mehr frieren, dann wird gepflanzt*. Samstag hat das Gartencenter auf, ich bin schon sehr am überlegen… aber jetzt erst mal schlafen. Wer schuften kann kann auch völlig fertig sein.

*und dann müssen auch die nicht-frostharten Pflänzchen in den Hängeampeln und co nicht mehr jeden Abend reingeholt werden und das zweite Bad ist dann auch kein MimöschenPflänzchennachtlager mehr

Tag 1191 – Schnipsel.

Schon spät (hahaha, aber ist ja egal, ich muss trotzdem ins Bett), deshalb heute ein bisschen gemischte Platte.

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Tag 4 von Projekt Lerche. Bin alles etwas geruhsamer angegangen heute (nicht das Aufstehen), das hat gut getan. Hab wegen eines Mittagsschlafs hin und her überlegt, es dann aber nicht gemacht. Ich bin da wie so ein Kleinkind: schlafe ich tagsüber, schlafe ich abends noch später ein. Und ich schaffe es nie, nach den magischen 20 Minuten aufzustehen, schlafe dann anderthalb Stunden und bin danach noch mehr im Eimer als vorher.

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Zweite Sitzung, bzw eigentlich Gründungssitzung des Räumvereins. Wie lange man über „aber wenns dann doch wieder so viel schneit wie letztes Jahr!“* diskutieren kann. Faszinierend.

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Finanzen gemacht. Ich hasse das. Aber es ist halt nötig. Dass mir die Chipsfabrik noch einen riesigen Haufen Geld schuldet, lässt mich derbe mit den Zähnen knirschen. Dass es am Ende wohl der norwegische Staat übernehmen wird, die (finanzielle) Chipsfabriksuppe auszulöffeln, macht mich innerlich rasend und ich woozaa-e so vor mich hin.

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Pippi hatte heute schon beim Abholen eine Laune wie sie nur Dreijährige haben können. Nach absolut ätzendem Gehampel und Geklecker und mit-dem-Essen-Gespiele beim Abendessen steckte ich sie unter infernalischem Geschrei ins Bett, wo sie dann auch nach fünf Minuten an mich gekuschelt einschlief. Solche Abende verlangen mir alle meine Nerven ab und das Kind kann wirklich froh sein, dass es nicht mehr in die Babyklappe passt. Wieso sieht sie denn nicht ein, dass sie müde ist? Herrje.

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Wollte noch über die katholische Kirche im Radio rannten, aber nun heult Pippi schon wieder. Ich muss hoch.

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*Dann zahlt man halt noch mal 250 Kronen pro Haus nach, meine Güte!

Tag 1186 – Orchideen.

Endlich ist die Wand fertig und nachdem ich letztens dieses Foto mit dem Hinweis, die Blume stehe da sonst nicht, postete, und alle, also ALLE, sogar Herr Rabe meinten, die sähe Faber ja super gut aus, kaufte ich gestern eine zweite. Hui, ganz gewagt, jetzt haben wir hier schon 4 (!!!) Dekopflanzen und 3 Küchenkräuter.

Das mit der Wand war übrigens ein unerwartet großer Aufwand. Beim ersten Mal sind mir die Ränder ausgefranst. Nachdem mir auch wieder ALLE gesagt hatte, dass man bei Strukturtapete erst den Rand des Tapes in der Wandfarbe übermalen soll, damit die dann unter den Rand läuft und „abdichtet“*, hab ich das gemacht. Also neu abgeklebt, Wandfarbe besorgt (dafür erstmal die Wandfarben-Farbe aus dem Hausordner rausgesucht), Taperand gestrichen, dann wieder in der neuen Farbe drüber. Das hat viel gebracht, aber an einigen Stellen war es doch wieder ausgelaufen, die habe ich dann noch mal mit einem Kinder-Wasserfarbkasten-Pinsel mit chirurgischer Präzision übergetupft und jetzt bin ich zufrieden. Und brauche anderes Malertape, das kann’s ja alles nicht sein.

Egal, zurück zu der Orchidee. Ich habe gestern also mit Michel nach der Schule eine Zweit-Orchidee gekauft. Ich schwankte zwischen weiß und rosa und entschied mich für beides.

Und jetzt muss die Uhr** höher, damit sie nicht in der Blume hängenbleibt.

Die weiße Orchidee wanderte wieder zurück an ihren Fensterplatz. Heute wollte ich sie eh mal von ihrer Erde befreien, seit der Disputation steht sie in diesem Glaspott und unten steht immer Wasser, mit Algen, ich dachte bisher, das sei nicht so tragisch, weil es aussah, als gingen die Wurzeln nicht bis unten hin, sondern säßen auf einer dicken Schicht aus Rindenstücken. Aber die Konstruktion machte das Gießen schwierig und die eine (in dem Pott stehen zwei Orchideen) ist auch immer irgendwie schlapp und die Blüten fielen auch schon wieder ab.

Der anderen ging es prächtig.

Bis die Kinder mit Regenschirmen spielten. Im Wohnzimmer. Was sie nicht sollen. Aus guten Gründen.

Himmelarschundzwirn. Da war nix mehr mit Augenhöhe und Achtsamkeit und Respekt, da ist mir der Arsch geplatzt und beide Kinder haben einen Anschiss kassiert und dann hab ich, erwachsen wie ich bin, zu heulen angefangen, wegen einer Blume, meiner Blume, meiner Disputationsblume, die endlich wieder blühte und überhaupt. Ich heulte ein wenig ins Spülbecken, während ich die Restpflanze aus dem Topf holte und verfluchte den Tag, an dem ich die dämliche Idee hatte, Kinder seien doch ne schöne Idee, sinnstiftend, blabla… ok, das gab sich schnell, Michel kam dann auch bald um sich zu entschuldigen, es war ja auch keine Absicht gewesen. Ich entschuldigte mich auch für den Ton und die Worte**** und wir drückten uns lange und fest und dann half mir Michel, die Orchideen von einem Haufen modrigem und stinkendem Rindenmulch zu befreien. Von wegen, die Wurzeln gehen nicht bis unten hin. Es war richtig übel, ich hab kurz überlegt, ob es mehr Sinn machen würde, die gammlig aussehenden Wurzeln abzuschneiden, ließ sie dann aber dran, Wurzeln sind ja bei Pflanzen noch viel empfindlicher als der ganze Rest. Jetzt stehen die Orchideen also blütenlos und mit fast***** nackten Wurzeln im Topf und ich hoffe, sie berappeln sich wieder.

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Völlig unrelated: heute sehr über dieses Video gelacht – wie man einen Muse-Song komponiert. Zwar eindeutig zu viel erklärt, aber wenn man die ersten 7 Minuten oder so überspringt, kommt man direkt zum Ergebnis. Ich mag ja die älteren Sachen von Muse unglaublich gerne, höre die Alben immer immer immer wieder, aber seit… 6 Jahren ca. finde ich die neuen Alben zunehmend anstrengend. Wenn ich Queen hören will, höre ich Queen, wenn ich Prince hören will******, Prince, jetzt ganz neu auch noch so ein Kraftwerk-Gestampfe… puh, da bin ich raus, leider. Und alles so artsy-fartsy Konzept-überfrachtet. Mögen sicher viele*******, ich nicht.

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*Hab ich noch nie gemacht und wir hatten in Bielefeld überall Rauhfaser. Und da ist auch nix ausgefranst.

**Die ist extra gekauft, mit dem Gedanken, dass wir genau diese Wand in einer dunklen Farbe streichen wollen. Vorher hatten wir nämlich eine schwarze, aber an der waren die Zeiger so kurz, das sah dann auch albern aus und… jetzt halt diese. Ich bin sehr zufrieden***.

***Das ist glatt gelogen. Der Rand am Schränkchen ist golden, die Uhr silbern, es ist schlimm.

****Ich habe „Wie scheiße seid ihr eigentlich?“ gesagt. Ich schreibe es jetzt hier hin, damit ich sowas nie mehr sage. Und ein bisschen auch damit nicht der Eindruck entsteht, hier sei „mal ne halbe Stunde länger Fernsehen gelassen“ die übelste pädagogische Verfehlung, zu der wir in der Lage sind. Hell, no.

*****Ich hab nicht alles rausbekommen und wollte dann auch nicht allzu doll dran rumrupfen.

******Nie.

*******Herr Rabe zum Beispiel

Tag 1183 – Der Räumverein.

Vor etwa zwei Wochen bekamen wir in unserer Straße hier alle einen (elektronischen) hochoffiziellen Brief von der Kommune. Darin stand, dass ab dem Winter 2018/2019 wir als Eigentümer für jegliche Straßeninstandhaltung zuständig sind, zum Beispiel Beleuchtung, Dings, Bums, Tralala und Räumen im Winter.

Am nächsten Tag schneite es übrigens.

Jedenfalls alle so: waaaahhhhhhhh! Panik! Hier wird NIE MEHR geräumt und jeder muss demnächst immer selbst den Laternenmast hochklettern und ne neue Birne reindrehen und den Meter Straße vorm Haus asfaltieren.

In der Nachbarschafts-Facebookgruppe ging es ein paar Tage lang hoch her, nachdem aber jeder einmal „aber das können die doch nicht machen! Direkt vorm Winter!“ geschrieben hatte, flaute es auch schnell wieder ab.

Man muss dazu sagen: in der ganzen Straße wohnen 21 Parteien. 21. Quasi unüberschaubar viele.

Jedenfalls war recht schnell halbwegs sicher beschlossen, dass wir eine Art Verein gründen müssen, der dann den Räum-Mann beauftragt. Jemand klärte mit der Kommune ab, dass die den Räumdienst nicht kündigen, bis wir soweit sind ihn wieder zu beauftragen, weil November halt auch etwas spät ist, um nach einem anderen Räum-Menschen zu suchen. Es wurde gesagt, dass wir für die Gründung dieses Vereins ein Treffen brauchen.

Dann kam Grillenzirpen.

Bis heute Nachmittag. Denn um 17:30 Uhr las ich plötzlich in der Facebookgruppe eine neue Nachricht: „Findet das Treffen heute um 19:00 Uhr statt?“

Überraschender Weise (für mich) war die Antwort ja.

Also ging ich um 18:58 Uhr los Richtung Hausnummer 6. Schönes Haus, etwas seltsame Leute drin. Nachbarn halt. Sucht man sich nicht aus. Außer mir waren noch 7 andere Parteien gekommen, was die eine Nachbarin mit „vermutlich haben sie es nicht rechtzeitig mitbekommen“ kommentierte. No shit, Sherlock, irgendeinen Kommentar in einen Thread mit 46 Antworten schreiben ist halt keine offizielle Einladung. Nun saß ich da also, Die Neue, zwischen den Nachbarn und versuchte irgendwie zu folgen, das Gespräch drehte sich mehrmals im Kreis um die Sachen, die eh schon klar waren (nein, wir brauchen keine Angst vorm Wintereinbruch haben, ja, wir müssen uns jetzt irgendwie organisieren) und mit neun von 21 Parteien kann man ja auch keinen Verein gründen in dem alle anderen dann halt mitmachen müssen, ob sie wollen oder nicht. Zumindest fand ich das und die anderen nickten dazu zustimmend. Deshalb werden wir nächste Woche Donnerstag um 19:30 (weil dann bei den meisten Leuten mit kleinen Kindern diese im Bett liegen, hahahahahahaha) ein neues Treffen haben, es wird aber dieses Mal eine schriftliche Einladung geben.

Das hat über eine Stunde gedauert. Eine Stunde. Herrje. Das wird noch lustig hier.

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Auto-Lobhudelei: heute endlich mit dem Einsortieren von (Näh-)Kram im Arbeitszimmer angefangen.

Tag 1164 – Alles so hübsch bunt!

Wir wollen unsere Wand streichen. Wir haben deutlich mehr als eine Wand im Haus, ja, aber wir fangen mal klein an und streichen eine Wand, nämlich rund um die Wohnzimmertür. Na gut, und um die Küchentür auch noch, und dann vielleicht den Schornstein in einer Kontrastfarbe und… nee. Erstmal die eine Wand. Da soll mein kleiner lila Schrank stehen und wir haben eine Uhr gekauft, die ausreichend lange Zeiger hat um den Raum darüber sinnvoll auszufüllen (das war gar nicht so einfach!). Die Uhr haben wir, weil die Farbe in der wir streichen wollen dunkel sein soll, in Silber gekauft und nicht in Schwarz. Die Herausforderungen bei der Farbwahl sind:

  • Muss zum Schrank passen (fliederfarben)
  • Muss zum Fußboden passen (Eiche halt… so gelblich holzfarben, recht warm.)
  • Muss zu der restlichen Wandfarbe passen (abgetönt hellbeige)
  • Pippi und ich waren also heute im Baumarkt und haben Farbkarten geholt. Wir haben jetzt vier identische rosa Farbkarten und diverse dunkelgrün-petrol-Türkis-dunkelblau-mitternachts-Eismeerblautöne und auf dem Bild sehen die alle ganz ähnlich aus, sind sie aber in Wirklichkeit nicht. Meinen eigentlichen Favoriten aus der Vorrecherche habe ich vergessen oder vielleicht ist er auf dem Beifahrersitz in die Ritze gerutscht, ärgerlich, aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Herr Rabe will auch noch mal bei Tageslicht gucken.
  • Ansonsten: der grüne Schrank hat ein paar richtig üble Macken abbekommen und natürlich weiß ich die Farbcodes nach 10 Jahren nicht mehr (ich weiß aber noch, dass das Innenleben nicht weiß ist, sondern quasi ein homöopathisch verdünntes grün des Restes, nur einen Hauch bläulicher). Ich habe also heute einen Splitter abgeprokelt und mit in den Laden genommen und da mit dem Farbfächer abgeglichen. Zuvor hatte ich eine App eines Farbenherstellers geladen, die Farben bestimmen kann und ich muss sagen, die App hat das überraschend gut getroffen, bei der Ladenbeleuchtung bin ich nämlich auch nicht sicher, welche der beiden Farben besser passt. Ich glaube aber 0575-G20Y ist es.
  • Man bedenke: Handykamera nix gut, in echt sah 0575-G20Y einen Tucken besser passend aus, auf den Fotos ist es umgekehrt.
  • Den Splitter bekommt jetzt übrigens der Spediteur zugeschickt, dann soll der auch noch mal schauen. Ich dachte zwar, das sei eine RAL-Farbe, aber da gibt es nur ein Grün, das in die Richtung geht und das passt in den RGB-Farbcodes irgendwie nicht so zu den beiden Farben, die ich hier ermittelt habe. Und ungefähr beim Umrechnen von RAL in RGB verliere ich auch ganz schnell die Lust, es hat schon Gründe, weshalb ich keine Graphikdesignerin geworden bin.
  • Tag 1103 – Ordentlich platt.

    Man verlernt das mit dem Tanzen ja nicht und ich hatte gestern wirklich sehr viel Spaß. Völlig nüchtern, denn ich bin gefahren. Der letzte Zug von Oslo nach Eidsvoll geht nämlich um 0:44 Uhr, das ist für einen Club ja nix. Aber von Ankunft bis Laden schließt habe ich die 2,5 Stunden eigentlich konstant durchgetanzt, mit einer Pinkelpause auf dem Unisex-pro-Kabine-nur-eine-Person-sonst-fliegste-raus-Klo. Hachja. Doch, das war sehr schön. Trotzdem war heute ein recht gammeliger Tag, ich war eben erst um fünf im Bett und außerdem habe ich furchtbaren Muskelkater.

    Die Kinder haben sich weiter mit den Nachbarsmädchen angefreundet, die klingelten einfach an der Tür und dann tobten sie hier zu viert durchs Haus und die Gärten, das freut mich nach fünf Jahren Norwegen mehr als ich gedacht hätte. Ich bin ein Einsiedler geworden hier, der sich beim Klang der Klingel* fast erschreckt und dann fragt, ob sie was bestellt hat, aber es ist ja Sonntag und…? Und dann stehen da zwei Mädels und fragen „Kann Michel zum Spielen rauskommen?“ Hachz. Michel hat die zwei dann übrigens schwer beeindruckt, indem er sich einen Eimer kaltes Wasser übergegossen hat. Wir haben Videos, das wird ein schöner 18. Geburtstag. Besonders schön auch in Kombination mit dem Video von Pippi: während Michel nach dem Gießen herumspringt wie ein Frettchen auf Speed, gackert wie ein Huhn und lautstark kundtut, wie kalt das ist, gießt Pippi einfach und antwortet auf Nachfrage, ob das kalt ist: „Joa.“ Ich habe mich darüber sehr amüsiert.

    Jetzt Bett, morgen müssen wir dem Chipsmann sagen, was Sache ist. Das wird… nicht so schön.

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    *sie klingt sehr schön. Überhaupt finde ich unser Haus nach wie vor sehr sehr schön. Hachz.

    Tag 1086 – Eine Shoppingtour für die Tonne.

    Wir waren heute beim Möbelschweden und dass es den Tisch, den wir gerne als Zweitesstisch für die Küche gehabt hätten, nicht gab war im Endeffekt irgendwie fast noch am Besten. Aber fangen wir vorne an, bzw. zu Hause. Da machten Herr Rabe und ich eine lange, laaaaaange Liste mit Dingen, die wir noch brauchen. Da stand dann von Klobürsten bis Sofa alles drauf. Wir maßen nochmal die Sofaecke aus und die Garderobe auch, da muss ja auch irgendwas hin. Wir schauten nochmal online und im Papierkatalog nach Garderobenlösungen und einigten uns schlussendlich auf eine Elvarli-Lösung. Die wir dann auch komplett per Elvarli-Planer durchplanten und Codes generierten, die man, laut Internet, einfach am Infodesk aufruft und sich die Liste mit Regalen ausdruckt, in denen die Teile liegen. So fanden wir uns recht gut vorbereitet. Und fuhren los, nach Oslo. Wir wohnen ja jetzt quasi zwischen 2 Möbelschweden, aber wir dachten, Oslo wäre eine gute Idee.

    Tja, wäre es eventuell auch gewesen, wären wir früher losgekommen. So waren wir um halb fünf da, zusammen mit halb Oslo. Schon allein die Parkplatzsuche war… unspaßig. Und so schmale Parkplätze. Meh. Als wir die Kinder aus dem Auto holten, fiel auf, dass wir für keines Schuhe dabei hatten. Hupsi. Aber egal, die sollten ja eh ins Småland. Hahaha. Das war natürlich voll, außerdem ist das da eh nur ein Spielraum, mit 1 Stunde (EINER!) Zeitbegrenzung. Ähhhh, ok. Also erstmal Kaffee und Kuchen. Im ultra vollen Restaurant, in dem grad alle Familien zu Abend aßen. Wir standen so lange an, dass nicht viel gefehlt hätte, dass ich Leute gebissen hätte, aus Hangryness und schierem Hunger. Dann suchten wir einen Tisch, was auch nicht einfach war und als wir an einem schon angestanden (!) hatten, quetschte sich blitzschnell ein Mädel, nennen wir sie aus Gründen einfach Cakey McCakeface, auf die Bank und glotzte mich blöd an, als ich überlaut zu den Kindern sagte „Oh, da war jetzt wer schneller, da müssen wir wohl weitersuchen“. Ich weiß dass sowas unfair ist, aber in 10 Jahren steht sie da mit 2 hungrigen Kindern und sucht nen Sitzplatz und dann werd ich da sitzen mit meinem Mittvierzigerarsch und ohne cakey Makeup und dann kommt meine Rache, wenn ich mir in Zeitlupe den Daimkuchen… aber ich schweife ab. Jedenfalls sagten wir etwa 2000 mal „Nimm die dreckigen Füße von der Bank!“ und dann waren wir auch fertig mit Essen. Wir teilten uns auf: ich und die Kinder warteten auf Plätze im Spielraum, Herr Rabe versuchte sich für die Leihwagen zu registrieren. Beides dauerte ca. ewig, war aber schlussendlich erfolgreich.

    Dann: Sofa. Ich versuchte probesitzend, mich am Handy für eine Bezahlkarte zu registrieren, was voll easy ging, bis zu dem Punkt „Wenn Sie die Karte heute schon benutzen wollen, müssen Sie am Desk ihren Ausweis vorzeigen.“. Den hatte ich nicht dabei. Also versuchte Herr Rabe, der immer seinen Ausweis dabei hat, sein Glück. Herr Rabe aber scheiterte an der Signatur per BankID, die App streikte. Naja, dachte ich, vielleicht können wir aus zwei halben Registrierungen eine machen, das müsste ja vielleicht… NEIN! Natürlich nicht. Und ich sag mal so: das kann man mit weniger Überlegenheit kommunizieren, liebe Verkäuferin, und überhaupt ist deine eine Wimper schief.

    Beim hunderttausendsten Versuch ging es dann endlich, außerdem mussten wir das Sofa bestellen. Also zurück zur Wimpernfrau, wieder Nummer ziehen, jaaaa, wollen Sie das denn jetzt mitnehmen oder liefern lassen, aber das dauert zwei Wochen, schauen Sie doch mal ob Sie einen Leihwagen kriegen. Ich dachte ja, Herr Rabe hätte das schon gemacht, aber nein, das ging auch nicht per Handy, weil die App… ok. Und da bin ich dann wütend abgerauscht Richtung TV-Möbel. Mit noch 20 Minuten der Kinderfreizeit auf dem Tacho. Ohne irgendwas überhaupt bisher vollbracht zu haben.

    10 Minuten später war Herr Rabe dann bei mir und fand alles blöd was ich gut fand, aber er hatte ein Auto für 19:30 gebucht. Bis dahin waren es noch eineinhalb Stunden, das sollte ja machbar sein. Aber erstmal Kinder abholen, weil Stunde abgelaufen. Die Kinder hatten die Stunde vor der Glotze verbracht.

    Zurück in der TV-Möbel-Abteilung. Michel will, dass wir ihm Zahlen malen, Herr Rabe und ich versuchen uns auf irgendwas zu einigen, Pippi sitzt auf dem Boden und malt in ihr Aktivitätsheft. Ich zeige Herrn Rabe den Unterschied zwischen Blau und Türkis, Michel nölt und Pippi… ist weg. Hinterm Regal? Nein. Hinter dem Regal? Nein. PIPPI! Brülle ich in meiner besten Mama-Stimme, der ganze Stock hat’s gehört, da bin ich sicher. Aber sie kommt nicht. Sie ist weg. Herr Rabe sucht zwischen sämtlichen TV-Möbeln aber PIPPI IST WEG! Panik steigt in mir auf. Kalte, ekelhafte Angst. Mama, mal mir eine 2. JETZT NICHT MICHEL, PIPPI IST WEG! Wir müssen sie suchen. Aber was soll ich dann machen? DU KOMMST MIT! Am Kragen mein eines verbliebenes Kind packend suche ich das zweite, beim vierten Mal rufen schnappt meine Stimme über und hinter der dritten Ecke fange ich haltlos und panisch an zu schluchzen. Ich kann auch kein Norwegisch mehr und stammele herum und merke, dass mein Atem aus dem Takt gerät und ich hyperventilire. Irgendwer holt einen Mitarbeiter, ich weiß nicht mehr was dann war, plötzlich sagen Leute, da hinten ist das Kind und ich renne da hin (Michel schleifend) und Pippi kommt aus der nächsten Abteilung und guckt ganz verdattert, dass Mama so hysterisch ist. Vor lauter Schreck weint sie dann auch und ich kann kaum mein Handy halten um Herrn Rabe anzurufen, dass sie da ist.

    Zehn Minuten später bestellen wir bei dem Mitarbeiter, der geholt wurde, ein TV-Möbel und das Sofa (zu der Wimpernfrau gehe ich nicht mehr zurück).

    Die Kinder drehen frei und wir versuchen so gut es geht Zeug auszusuchen. Tisch, Stühle, Kinderschreibtisch, Gästebett, dies, das. Unser toller Elvarli-Code funktioniert natürlich nicht, es gibt auch keinen Planer und generell scheint niemand daran interessiert, dieses System zu verkaufen. DANN NICHT. Wir haben ja keine Zeit. Es ist immernoch sehr sehr voll und ich habe schon lange keine Lust mehr. Wir gehen im Stechschritt durch die Markthalle und sammeln Kleinkram. Die Mülleimer haben wir in der Küchenabteilung wohl verpasst. Ebenso die Kellerregale. DANN NICHT. Um sieben sind wir im Lager. Besser gesagt: in Lager Nummer eins, denn dieses Möbelhaus hat drei! Lager. Das am Ausstellungshaus selbst, eins über die Straße (in dem man gesondert bezahlen muss) und die Warenausgabe in fünf Minuten Autofahrtentfernung. Suuuuper.

    Um zehn nach acht haben wir alles aus Lager 1 zusammengesammelt, der erste Wagen ist schon mal voll, es soll sich ja lohnen mit dem Mietwagen.

    Um viertel vor acht (!!!) hat es Herr Rabe durch die Kasse geschafft. Er geht direkt zum Servicedesk, das Auto „verlängern“. Wenigstens geht das problemlos, allerdings müssen wir natürlich wieder anstehen.

    Wir holen das Mietauto, es hat eine Macke. Telefonieren. Warten. Um viertel nach acht sind wir an Lager 2. Pippi plumpst vom Wagen und hat eine Beule. Beide Kinder sind inzwischen so drauf, dass ich sie aussetzen möchte (ja, zwei Stunden nach der Pippi-Weg-Panik), sie hauen sich, stehen im Weg, machen nicht mit.

    Der Tisch ist ausverkauft. DANN NICHT! Um viertel vor neun sind wir endlich aus Lager 2 raus, mit einem weiteren komplett vollen Wagen mit großen Paketen.

    Noch zur Warenausgabe, das Sofa abholen. Den Zettel brauche ich dafür, die Quittung kannst du ja schon mal einstecken. Das Sofa soll 2,5 Kubikmeter Platz brauchen. Ich baue auf Herrn Rabes Tetriskünste. Bei der Warenausgabe steht schon vorne, dass es heute längere Wartezeiten gibt. Unser Sofa, vor 45 Minuten bezahlt, ist noch nicht mal in Bearbeitung.

    Nach 20 Minuten Warterei springt es auf Abholbereit. Und wieder zurück zu in Bearbeitung. WTF?

    Nach weiteren 10 Minuten Warterei (3 Pakete, sorry, wie lang kann das dauern, wenn es schon in Bearbeitung ist?) gebe ich auf. Ich fahre mit den Kindern schon mal los nach Hause. Es ist zwanzig vor zehn und die Kinder kippen sonst bald aus den Latschen oder zünden aus Quatschigkeit die Bude an.

    Zehn Minuten später. Mein Telefon klingelt. Die brauchen die Quittung. Du musst zurückkommen.

    Es kommt keine Ausfahrt. Reicht es, wenn ich dir ein Bild schicke? Nein, die müssen die stempeln. SERIOUSLY DANN TACKERT DIE DRECKSBESCHISSENE QUITTUNG AN DEN VERKACKTEN LIEFERSCHEIN IHR KACKWÜRSTE!

    Herr Rabe wartet vor der Warenausgabe auf mich. Ich glaube, er hat Angst, dass ich sonst wem ernstlich Gewalt antue. Immerhin sind beide Kinder eingeschlafen, aber in komischen Positionen, das geht so nicht, mal anders… hups, Michel wieder wach.

    Ich werde die ganze Rückfahrt zugeschwallt. Zwischendurch bekomme ich eine Nachricht, dass Herr Rabe das ganze Auto umpacken musste, jetzt aber unterwegs ist.

    Um viertel vor elf bin ich mit den Kindern zu Hause. Pippi wird wach und muss aufs Klo, ich ziehe ihr auch direkt den Schlafanzug an und lege sie dann in ihr Bett. Michel hat Hunger und ich auch und deshalb mache ich uns ein Spiegelei, für mich mit Brot und Käse und Ketchup, für Michel auf seinen Wunsch hin einfach so.

    Herr Rabe kommt. Ich mache ihm auch noch ein Spiegelei auf Brot, er trägt rein was er kann. Also das meiste. Ich gebe ihm sein Ei und es fällt ihm runter, auf die Dotterseite natürlich. Ich putze Dotter von der Türschwelle.

    Wir tragen das Sofa rein. Es ist wirklich schwer und unhandlich. Dann holen wir Pippi aus dem Bett, ich hole Michel das iPad, damit er mal Ruhe gibt, ich spüle noch einen ganz plötzlich dahingefallenen Nasenbluten-Fleck vom Pflaster und dann geht es wieder los: das Auto zurückbringen.

    Der iPad-Akkuist leer.

    Als der Akku voll genug ist, bin ich froh drum, erwachsenenmusik hören zu können.

    Halb eins. Ich sammle Herrn Rabe ein. Er möchte fahren, soll mir recht sein, ich bin sooooo müde.

    Viertel nach eins. Endlich zu Hause. Beide Kinder wach. Aber jetzt schlafen alle.

    Tag 1084 – Fertig.

    In diesen Sekunden trägt Herr Rabe den Staubsauger und den Wischeimer aus der Wohnung. Ich bin vor 10 Minuten von der letzten Mülltour zurückgekehrt, vor gut zwei Stunden ist der LKW mit unserem Hab und Gut drin verschwunden (das war eine spannende Sache, die ich morgen mit mehr Ruhe vom Auto aus ausführlicher erzählen kann), vor gut einer Stunde habe ich die Schnecken hoffentlich umzugssicher verpackt, wir plumpsen jetzt gleich unter die Dusche und dann ins Bett. Morgen um neun Wohnungsübergabe an den Mietmakler und dann auf zu neuen Ufern!

    (In einem wohlgeordneten Haushalt taucht auch das letzte Teil aus dem Holzmemory wieder auf. Unter der Waschmaschine.)