Tag 1103 – Ordentlich platt.

Man verlernt das mit dem Tanzen ja nicht und ich hatte gestern wirklich sehr viel Spaß. Völlig nüchtern, denn ich bin gefahren. Der letzte Zug von Oslo nach Eidsvoll geht nämlich um 0:44 Uhr, das ist für einen Club ja nix. Aber von Ankunft bis Laden schließt habe ich die 2,5 Stunden eigentlich konstant durchgetanzt, mit einer Pinkelpause auf dem Unisex-pro-Kabine-nur-eine-Person-sonst-fliegste-raus-Klo. Hachja. Doch, das war sehr schön. Trotzdem war heute ein recht gammeliger Tag, ich war eben erst um fünf im Bett und außerdem habe ich furchtbaren Muskelkater.

Die Kinder haben sich weiter mit den Nachbarsmädchen angefreundet, die klingelten einfach an der Tür und dann tobten sie hier zu viert durchs Haus und die Gärten, das freut mich nach fünf Jahren Norwegen mehr als ich gedacht hätte. Ich bin ein Einsiedler geworden hier, der sich beim Klang der Klingel* fast erschreckt und dann fragt, ob sie was bestellt hat, aber es ist ja Sonntag und…? Und dann stehen da zwei Mädels und fragen „Kann Michel zum Spielen rauskommen?“ Hachz. Michel hat die zwei dann übrigens schwer beeindruckt, indem er sich einen Eimer kaltes Wasser übergegossen hat. Wir haben Videos, das wird ein schöner 18. Geburtstag. Besonders schön auch in Kombination mit dem Video von Pippi: während Michel nach dem Gießen herumspringt wie ein Frettchen auf Speed, gackert wie ein Huhn und lautstark kundtut, wie kalt das ist, gießt Pippi einfach und antwortet auf Nachfrage, ob das kalt ist: „Joa.“ Ich habe mich darüber sehr amüsiert.

Jetzt Bett, morgen müssen wir dem Chipsmann sagen, was Sache ist. Das wird… nicht so schön.

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*sie klingt sehr schön. Überhaupt finde ich unser Haus nach wie vor sehr sehr schön. Hachz.

Tag 1086 – Eine Shoppingtour für die Tonne.

Wir waren heute beim Möbelschweden und dass es den Tisch, den wir gerne als Zweitesstisch für die Küche gehabt hätten, nicht gab war im Endeffekt irgendwie fast noch am Besten. Aber fangen wir vorne an, bzw. zu Hause. Da machten Herr Rabe und ich eine lange, laaaaaange Liste mit Dingen, die wir noch brauchen. Da stand dann von Klobürsten bis Sofa alles drauf. Wir maßen nochmal die Sofaecke aus und die Garderobe auch, da muss ja auch irgendwas hin. Wir schauten nochmal online und im Papierkatalog nach Garderobenlösungen und einigten uns schlussendlich auf eine Elvarli-Lösung. Die wir dann auch komplett per Elvarli-Planer durchplanten und Codes generierten, die man, laut Internet, einfach am Infodesk aufruft und sich die Liste mit Regalen ausdruckt, in denen die Teile liegen. So fanden wir uns recht gut vorbereitet. Und fuhren los, nach Oslo. Wir wohnen ja jetzt quasi zwischen 2 Möbelschweden, aber wir dachten, Oslo wäre eine gute Idee.

Tja, wäre es eventuell auch gewesen, wären wir früher losgekommen. So waren wir um halb fünf da, zusammen mit halb Oslo. Schon allein die Parkplatzsuche war… unspaßig. Und so schmale Parkplätze. Meh. Als wir die Kinder aus dem Auto holten, fiel auf, dass wir für keines Schuhe dabei hatten. Hupsi. Aber egal, die sollten ja eh ins Småland. Hahaha. Das war natürlich voll, außerdem ist das da eh nur ein Spielraum, mit 1 Stunde (EINER!) Zeitbegrenzung. Ähhhh, ok. Also erstmal Kaffee und Kuchen. Im ultra vollen Restaurant, in dem grad alle Familien zu Abend aßen. Wir standen so lange an, dass nicht viel gefehlt hätte, dass ich Leute gebissen hätte, aus Hangryness und schierem Hunger. Dann suchten wir einen Tisch, was auch nicht einfach war und als wir an einem schon angestanden (!) hatten, quetschte sich blitzschnell ein Mädel, nennen wir sie aus Gründen einfach Cakey McCakeface, auf die Bank und glotzte mich blöd an, als ich überlaut zu den Kindern sagte „Oh, da war jetzt wer schneller, da müssen wir wohl weitersuchen“. Ich weiß dass sowas unfair ist, aber in 10 Jahren steht sie da mit 2 hungrigen Kindern und sucht nen Sitzplatz und dann werd ich da sitzen mit meinem Mittvierzigerarsch und ohne cakey Makeup und dann kommt meine Rache, wenn ich mir in Zeitlupe den Daimkuchen… aber ich schweife ab. Jedenfalls sagten wir etwa 2000 mal „Nimm die dreckigen Füße von der Bank!“ und dann waren wir auch fertig mit Essen. Wir teilten uns auf: ich und die Kinder warteten auf Plätze im Spielraum, Herr Rabe versuchte sich für die Leihwagen zu registrieren. Beides dauerte ca. ewig, war aber schlussendlich erfolgreich.

Dann: Sofa. Ich versuchte probesitzend, mich am Handy für eine Bezahlkarte zu registrieren, was voll easy ging, bis zu dem Punkt „Wenn Sie die Karte heute schon benutzen wollen, müssen Sie am Desk ihren Ausweis vorzeigen.“. Den hatte ich nicht dabei. Also versuchte Herr Rabe, der immer seinen Ausweis dabei hat, sein Glück. Herr Rabe aber scheiterte an der Signatur per BankID, die App streikte. Naja, dachte ich, vielleicht können wir aus zwei halben Registrierungen eine machen, das müsste ja vielleicht… NEIN! Natürlich nicht. Und ich sag mal so: das kann man mit weniger Überlegenheit kommunizieren, liebe Verkäuferin, und überhaupt ist deine eine Wimper schief.

Beim hunderttausendsten Versuch ging es dann endlich, außerdem mussten wir das Sofa bestellen. Also zurück zur Wimpernfrau, wieder Nummer ziehen, jaaaa, wollen Sie das denn jetzt mitnehmen oder liefern lassen, aber das dauert zwei Wochen, schauen Sie doch mal ob Sie einen Leihwagen kriegen. Ich dachte ja, Herr Rabe hätte das schon gemacht, aber nein, das ging auch nicht per Handy, weil die App… ok. Und da bin ich dann wütend abgerauscht Richtung TV-Möbel. Mit noch 20 Minuten der Kinderfreizeit auf dem Tacho. Ohne irgendwas überhaupt bisher vollbracht zu haben.

10 Minuten später war Herr Rabe dann bei mir und fand alles blöd was ich gut fand, aber er hatte ein Auto für 19:30 gebucht. Bis dahin waren es noch eineinhalb Stunden, das sollte ja machbar sein. Aber erstmal Kinder abholen, weil Stunde abgelaufen. Die Kinder hatten die Stunde vor der Glotze verbracht.

Zurück in der TV-Möbel-Abteilung. Michel will, dass wir ihm Zahlen malen, Herr Rabe und ich versuchen uns auf irgendwas zu einigen, Pippi sitzt auf dem Boden und malt in ihr Aktivitätsheft. Ich zeige Herrn Rabe den Unterschied zwischen Blau und Türkis, Michel nölt und Pippi… ist weg. Hinterm Regal? Nein. Hinter dem Regal? Nein. PIPPI! Brülle ich in meiner besten Mama-Stimme, der ganze Stock hat’s gehört, da bin ich sicher. Aber sie kommt nicht. Sie ist weg. Herr Rabe sucht zwischen sämtlichen TV-Möbeln aber PIPPI IST WEG! Panik steigt in mir auf. Kalte, ekelhafte Angst. Mama, mal mir eine 2. JETZT NICHT MICHEL, PIPPI IST WEG! Wir müssen sie suchen. Aber was soll ich dann machen? DU KOMMST MIT! Am Kragen mein eines verbliebenes Kind packend suche ich das zweite, beim vierten Mal rufen schnappt meine Stimme über und hinter der dritten Ecke fange ich haltlos und panisch an zu schluchzen. Ich kann auch kein Norwegisch mehr und stammele herum und merke, dass mein Atem aus dem Takt gerät und ich hyperventilire. Irgendwer holt einen Mitarbeiter, ich weiß nicht mehr was dann war, plötzlich sagen Leute, da hinten ist das Kind und ich renne da hin (Michel schleifend) und Pippi kommt aus der nächsten Abteilung und guckt ganz verdattert, dass Mama so hysterisch ist. Vor lauter Schreck weint sie dann auch und ich kann kaum mein Handy halten um Herrn Rabe anzurufen, dass sie da ist.

Zehn Minuten später bestellen wir bei dem Mitarbeiter, der geholt wurde, ein TV-Möbel und das Sofa (zu der Wimpernfrau gehe ich nicht mehr zurück).

Die Kinder drehen frei und wir versuchen so gut es geht Zeug auszusuchen. Tisch, Stühle, Kinderschreibtisch, Gästebett, dies, das. Unser toller Elvarli-Code funktioniert natürlich nicht, es gibt auch keinen Planer und generell scheint niemand daran interessiert, dieses System zu verkaufen. DANN NICHT. Wir haben ja keine Zeit. Es ist immernoch sehr sehr voll und ich habe schon lange keine Lust mehr. Wir gehen im Stechschritt durch die Markthalle und sammeln Kleinkram. Die Mülleimer haben wir in der Küchenabteilung wohl verpasst. Ebenso die Kellerregale. DANN NICHT. Um sieben sind wir im Lager. Besser gesagt: in Lager Nummer eins, denn dieses Möbelhaus hat drei! Lager. Das am Ausstellungshaus selbst, eins über die Straße (in dem man gesondert bezahlen muss) und die Warenausgabe in fünf Minuten Autofahrtentfernung. Suuuuper.

Um zehn nach acht haben wir alles aus Lager 1 zusammengesammelt, der erste Wagen ist schon mal voll, es soll sich ja lohnen mit dem Mietwagen.

Um viertel vor acht (!!!) hat es Herr Rabe durch die Kasse geschafft. Er geht direkt zum Servicedesk, das Auto „verlängern“. Wenigstens geht das problemlos, allerdings müssen wir natürlich wieder anstehen.

Wir holen das Mietauto, es hat eine Macke. Telefonieren. Warten. Um viertel nach acht sind wir an Lager 2. Pippi plumpst vom Wagen und hat eine Beule. Beide Kinder sind inzwischen so drauf, dass ich sie aussetzen möchte (ja, zwei Stunden nach der Pippi-Weg-Panik), sie hauen sich, stehen im Weg, machen nicht mit.

Der Tisch ist ausverkauft. DANN NICHT! Um viertel vor neun sind wir endlich aus Lager 2 raus, mit einem weiteren komplett vollen Wagen mit großen Paketen.

Noch zur Warenausgabe, das Sofa abholen. Den Zettel brauche ich dafür, die Quittung kannst du ja schon mal einstecken. Das Sofa soll 2,5 Kubikmeter Platz brauchen. Ich baue auf Herrn Rabes Tetriskünste. Bei der Warenausgabe steht schon vorne, dass es heute längere Wartezeiten gibt. Unser Sofa, vor 45 Minuten bezahlt, ist noch nicht mal in Bearbeitung.

Nach 20 Minuten Warterei springt es auf Abholbereit. Und wieder zurück zu in Bearbeitung. WTF?

Nach weiteren 10 Minuten Warterei (3 Pakete, sorry, wie lang kann das dauern, wenn es schon in Bearbeitung ist?) gebe ich auf. Ich fahre mit den Kindern schon mal los nach Hause. Es ist zwanzig vor zehn und die Kinder kippen sonst bald aus den Latschen oder zünden aus Quatschigkeit die Bude an.

Zehn Minuten später. Mein Telefon klingelt. Die brauchen die Quittung. Du musst zurückkommen.

Es kommt keine Ausfahrt. Reicht es, wenn ich dir ein Bild schicke? Nein, die müssen die stempeln. SERIOUSLY DANN TACKERT DIE DRECKSBESCHISSENE QUITTUNG AN DEN VERKACKTEN LIEFERSCHEIN IHR KACKWÜRSTE!

Herr Rabe wartet vor der Warenausgabe auf mich. Ich glaube, er hat Angst, dass ich sonst wem ernstlich Gewalt antue. Immerhin sind beide Kinder eingeschlafen, aber in komischen Positionen, das geht so nicht, mal anders… hups, Michel wieder wach.

Ich werde die ganze Rückfahrt zugeschwallt. Zwischendurch bekomme ich eine Nachricht, dass Herr Rabe das ganze Auto umpacken musste, jetzt aber unterwegs ist.

Um viertel vor elf bin ich mit den Kindern zu Hause. Pippi wird wach und muss aufs Klo, ich ziehe ihr auch direkt den Schlafanzug an und lege sie dann in ihr Bett. Michel hat Hunger und ich auch und deshalb mache ich uns ein Spiegelei, für mich mit Brot und Käse und Ketchup, für Michel auf seinen Wunsch hin einfach so.

Herr Rabe kommt. Ich mache ihm auch noch ein Spiegelei auf Brot, er trägt rein was er kann. Also das meiste. Ich gebe ihm sein Ei und es fällt ihm runter, auf die Dotterseite natürlich. Ich putze Dotter von der Türschwelle.

Wir tragen das Sofa rein. Es ist wirklich schwer und unhandlich. Dann holen wir Pippi aus dem Bett, ich hole Michel das iPad, damit er mal Ruhe gibt, ich spüle noch einen ganz plötzlich dahingefallenen Nasenbluten-Fleck vom Pflaster und dann geht es wieder los: das Auto zurückbringen.

Der iPad-Akkuist leer.

Als der Akku voll genug ist, bin ich froh drum, erwachsenenmusik hören zu können.

Halb eins. Ich sammle Herrn Rabe ein. Er möchte fahren, soll mir recht sein, ich bin sooooo müde.

Viertel nach eins. Endlich zu Hause. Beide Kinder wach. Aber jetzt schlafen alle.

Tag 1084 – Fertig.

In diesen Sekunden trägt Herr Rabe den Staubsauger und den Wischeimer aus der Wohnung. Ich bin vor 10 Minuten von der letzten Mülltour zurückgekehrt, vor gut zwei Stunden ist der LKW mit unserem Hab und Gut drin verschwunden (das war eine spannende Sache, die ich morgen mit mehr Ruhe vom Auto aus ausführlicher erzählen kann), vor gut einer Stunde habe ich die Schnecken hoffentlich umzugssicher verpackt, wir plumpsen jetzt gleich unter die Dusche und dann ins Bett. Morgen um neun Wohnungsübergabe an den Mietmakler und dann auf zu neuen Ufern!

(In einem wohlgeordneten Haushalt taucht auch das letzte Teil aus dem Holzmemory wieder auf. Unter der Waschmaschine.)

Tag 1083 – Ferientag +1. Countdown.

Dinge fallen auf Norwegisch ja an ihren Platz. Ich mag den Ausdruck, weil es sich manchmal halt echt so anfühlt, wenn sich die Knoten lösen und dann alles ineinander greift und fluppt. So war es heute. Während ich auf dem Rückweg von der Entsorgungsstation einigermaßen grummelig ob des unfassbar unfreundlichen Mannes bei Fretex war (das ist die Heilsarmee, ich erwarte ja nicht ewige Dankbarkeit für ein paar Kleider- und Spielzeugspenden, aber in jeder normalen menschlichen Interaktion erwarte ich ein „Hallo“ und „Tschüss“ und ein erwidertes Dankeschön wär auch ganz nett. Und vor allem wenn eine bezaubernde Dreijährige freudestrahlend Spielzeug um Spielzeug über den Tresen schiebt, dann kann man mal kurz lächeln. Ganz kurz wenigstens.), rief mich Michels neue Schule an. Da sind nämlich jetzt die Ferien für die Administration vorbei und meine vier Anrufe und ebensoviele Mails wurden bemerkt. Wie schön! Und siehe da, Michel kriegt ab Montag nächster Woche einen SFO-Platz, also Randstundenbetreuung/Hort/Ferienbetreuung. Vollzeit. Hurra. Bisschen spannend wird noch, wie wir mit einem Auto das logistische Rätsel lösen, wie Michel im SFO und zeitgleich Pippi im Kindergarten in 30 km Entfernung (nur mit Auto erreichbar) eingewöhnt wird, während ich arbeite (nur mit Auto erreichbar, nochmal 10 Minuten von Pippis Kindergarten). Hahaha. Äh. Vielleicht müssen wir für Montag ein Auto mieten, ich bringe es jedenfalls nicht übers Herz, den morgenmuffeligen Michel um sieben an der Schule rauszusetzen und „tschöhö, schönen ersten Tag!“ zu rufen. Wenigstens ein halbes Stündchen dabei bleiben, fände ich schon gut, irgendwie. Nun gut, davon mal abgesehen, Hurra, Hortplatz!

Wenig später rief dann auch endlich (!!!) die Umzugsfirma an und eröffnete mir, dass sie morgen spätnachmittags/abends schon zum einladen kämen. Das ist uns im Grunde nur recht, das beschleunigt nämlich unsere Abreise am Mittwoch früh. Allerdings packen wir jetzt einigermaßen hektisch. Tjanun. Morgen übernachten wir dann bei unseren Freunden, die überraschend heute schon aus dem Urlaub zurückgekommen sind. Es fügt sich eben alles.

Und dann hat noch die Putzhilfe Rücken, wir müssen also selbst putzen, was jetzt nicht wirklich zu unseren liebsten Hobbys gehört, aber immerhin sind wir so wesentlich flexibler, was das „wann“ und „wie“ angeht. Ich kann nach jedem leer geräumten Schrank diesen einmal durchwischen und am Ende bleiben hoffentlich nur noch das Badezimmer und die Fußböden, das ist ja gut noch morgen Abend schaffbar.

Was sich noch gefügt hat: heute wurde unser neuer Kühlschrank geliefert und zwar direkt ins neue Haus. Die Vorbesitzerin hatte sich bereiterklärt den anzunehmen, dann verzögerte sich aber alles und am Ende wies ich die Post an, das Ding einfach unter das Carport zu stellen. Zähneknirschend, aber in der Hoffnung, dass niemand mal eben ein riesiges und sauschweres Paket wegschleppen würde. Aber man weiß ja nie. Um so froher war ich, als mir die Vorbesitzerin abends schrieb, ihr Lebensgefährte sei nochmal da gewesen und hätte mit seinem Sohn den Kühlschrank ins Haus geräumt. Uff. Und: wir haben jetzt ein Haus und da ist ein Kühlschrank drin. Gnihihi.

Morgen um diese Zeit ist alles schon verladen. Und übermorgen um diese Zeit ist alles schon wieder ausgeladen.

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Auto-Lobhudelei: nur kurz dem inneren „WAAAHHHHHHHHH!!!“ nachgegeben und recht schnell in den Fleißbienchen-Modus umgeschaltet.

Tag 1078 – Ferientag 14. Vom Schönreden.

Also Umziehen, ne? Umziehen ist total schön. Doch. Dochdoch. Man hat hinterher ein schönes, neues Zuhause. Man kann Geld ausgeben für Möbel, Geräte, Deckenlampen und Kellerregale* und Geld ausgeben macht bekanntlich glücklich. Außerdem ist Umziehen die ultimative Möglichkeit, endlich mal gründlich auszumisten. Aus drei überquellenden Kisten Kuscheltiere zwei machen, die noch zugehen. Heimlich drei bis sieben gehamsterte Q-Tips-Kartons des Sohnes entsorgen. Die Zeiten der Tischunterlage, des Töpfchens und des Babyphons sind hier vorbei und von den Steckpuzzles behalten wir die zwei alten und die anderen vier dürfen auch mal weiterziehen. Ein altes Handy zur Reserve** reicht auch, die anderen zwei kommen weg und die Verpackungen braucht auch echt keiner mehr. Im Kühlschrank gibt es auch so ein paar Leichen, der Ghee ist inzwischen ranzig, die Currypaste ist so scharf, dass wir sie eh nie benutzen und dann sind da noch fünf Tuben verschiedener Salben, die eh ihr Shelflife hinter sich haben und ihren letzten Gang zur Apotheke antreten dürfen. Was irgendwie damit zusammenhängt, ist: Umziehen heißt auch, mal wieder gründlich Ordnung zu schaffen. Alle Holzbauklötze aus der Duplokiste fischen. Drölfzig Puzzles auseinandersortieren. Jutebeutel, dm-Taschen und Ikeataschen voneinander trennen. Die hundertundeine Kramboxen auflösen und die Inhalte in eine einheitliche Ordnung überführen, das ist besonders schön, weil ich diese Kramboxen ja eh hasse wie die Pest. Dochdoch. Schön. So umziehen. Kann ich voll empfehlen, vor allem über 400 oder mehr Kilometer, das ist ganz toll, weil man da dann auch echt drei mal überlegt, ob man die hässliche Vase echt nochmal ein- und wieder auspackt, um sie weitere 5 Jahre nicht zu benutzen.

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Auto-Lobhudelei: das Kinderspielzeug nicht einfach in Brand gesteckt, weil es SO VIEL ist und die Kinder es eh nur rumwerfen.

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* Wir werden gar keinen Keller haben, aber Lagerräume.

** Als würde man das nochmal benutzen.

Tag 1075 – Ferientag 11. Von Aufgaben.

Heute habe ich eine To-Do-Liste gemacht. Alles, was bis zum Umzug noch erledigt sein muss. Damit ich das nicht vergesse, schreibe ich einen noch vergessenen Punkt hier hin: Parkticket abgeben. Da kriegen wir nämlich noch mal etwa 300 Kronen zurück. Zu machen am letzten Tag. Oh, und wenn wir wissen, wann die Umzugsleute zum Einladen kommen: die Parkplätze vorher absperren. Und: Versicherung* anrufen, den Fastlege um Überführung aller Journale an die neue Fastlege bitten und die Wände überfeudeln. Aber sonst steht echt alles drauf und im Laufe des einigermaßen entspannten Vormittags habe ich auch schon einiges abgehakt, zum Beispiel haben die Kinder und ich ab 1.8. eine neue Hausärztin** in Eidsvoll und ich weiß, dass das Schulbüro auch heute nicht besetzt ist.

Es ist natürlich noch einiges zu packen, auch einiges zu verscherbeln, aber morgen werden wir trotzdem den einen Sommertag genießen, der kommen soll, und mit meiner Schwägerin, die gestern kam und bis Donnerstag bleiben wird, auf die Fjord-Insel fahren. Und später werden wir grillen, das Fleisch (To Do: Gefrierschrank leeressen –> in Progress) ist schon mariniert (To Do: Fleisch marinieren –> Check). Vermutlich irgendwo, wo es einen öffentlichen Grill gibt, unserer ist nämlich schon sauber (To Do: Grill Saubermachen –> Check).

Produktiver wäre ich heute vielleicht gewesen, wenn ich nicht so Zeug twittern würde und mich dann in Diskussionen verwickeln ließe.

Produktivität am Abend wurde durch Sekt gehemmt, aber da gibt es ja auch schlimmeres.

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Auto-Lobhudelei: Dem Telefonmarketingmenschen eines Stromanbieters sehr klar meine Meinung gesagt, inklusive „Ich werde Ihnen sagen, warum ich mich gegen ihr Unternehmen entschieden habe“ und „bitte unterbrechen Sie mich nicht, ich sage das nur einmal“, nachdem mir wiederholt ins Wort gefallen wurde. Habe die leise Hoffnung, dass sie ihre Strategie „Teuerst möglichen Vertrag innerhalb von Sekunden an ahnungslose*** Hausfrauen verscherbeln“ überdenken, wenn mehr Leute sehr klar sagen: so geht’s nicht, ihr Lieben.

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*Die meine Kündigung aller Verträge zum 1.8. gekonnt ignoriert. Würstchen.

**Da bin ich ja so dermaßen pragmatisch geworden. Hauptsache, wir haben erstmal eine und müssen nicht für jeden Pups zur Legevakt und zweite Bedingung: ist in der Nähe ist auch erfüllt, dann kommt lange nix und dann wärs schön wenn die auch kompetent und nett wär, aber das kriegt man eh erst mit der Zeit raus.

***tjaha, da sind sie halt an die Falsche geraten. Würstchen auch die.

Tag 1071 – Ferientag 9. Von Erleichterung.

Drei Banken gegeneinander ausgespielt, wie so ein erwachsener Mensch mal wieder. Dabei herausgekommen ist:

  • ein Zinssatz knapp unter dem, was ich für die allerbilligste Bank in so einem Banken-finder gefunden hatte (die allerbilligste Bank war eine der dreien)
  • Eine große, renommierte Bank mit echten Filialen (da flog die allerbilligste Bank)
  • Keine Einrichtungsgebühr
  • Erster Monat abschlagsfrei (wegen der Miete, die wir eventuell bis September weiter zahlen müssen, während leider zeitgleich mein Gehalt erst Mitte September kommt)
  • Super günstige Versicherungen, viel günstiger als das, was unsere bisherige Versicherung uns kostet und angeboten hat* (da flog eine andere große Bank trotz nettem Kontakt und großer Bemühungen um uns raus)

Ich bin damit sehr zufrieden.

  • Dazu kommt
    • Sondertilgung bis zu einem gewissen Betrag jederzeit und kostenlos möglich
      Laufzeitänderung/Änderung der Höhe des Abschlags/Änderung des Datums des Geldeinzugs jederzeit und kostenlos online möglich
  • Und ehrlich, nicht nur wegen der Ultra schnellen Bearbeitung mag ich Norwegen ja dann doch manchmal sehr.
  • Heute Nachmittag haben wir also diesen Vertrag unterschrieben und damit zugesichert, dass wir bis nächsten Mittwoch die Anzahlung auf das Konto überweisen werden. Da war das noch… naja, möglich, indem wir die Kinderkonten leerräumen und den Rest des Monats halt von Dosenfisch und den 2,5 kg Weizenvollkornmehl aus dem Vorrat leben. Aber dann trudelte am Nachmittag die Unterstützung seitens der Familie ein. Puh. Die Freude über den absurd hohen Kontostand währte nur kurz, dafür ist das Konto für das Eigenkapital jetzt gefüllt. Wir können auch am 31. noch essen und morgen bestelle ich einen Kühlschrank. Uff. Uff, uff, uff.
  • Als Tagesabschluss waren wir heute Abend dann noch mit meiner Ex-Kollegin N. angeln, denn das hatte sich Michel immer gewünscht, aber sie fährt am Samstag für zwei Wochen nach Grönland und deshalb drängte die Zeit. Wir haben nichts gefangen, aber schön war es trotzdem. Vielleicht auch grade weil wir nichts gefangen haben, denn irgendwas töten und dann ausnehmen und so, hmm, das ist nicht so mein Ding. Mir ist sehr bewusst, dass das passieren muss, bevor man Tiere essen kann, ich bin aber dankbar, dass ich das im Normalfall eben nicht selbst erledigen muss sondern Profis das für mich machen. Aber das nur am Rande, Michel war jedenfalls unheimlich glücklich, dass er ENDLICH angeln war. Außerdem wackelt jetzt sein Zahn schon recht doll. Da kann man schon mal sehr stolz sein, so als Fünfjähriger.
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  • Auto-Lobhudelei: Innerhalb von 40 Stunden einen Hauskredit klargemacht. Ich brauche heute nicht lobhudeln, ich *bin* die fierceste Queen heut.
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  • *die Versicherung hat mir auch eiskalt und ohne Absprache einfach eine zweite Hausratversicherung in mein Online-Portfolio gepackt. Also zusätzlich zu der, die wir schon haben, ohne die alte zu löschen. Das ist jetzt nicht so ganz tolle Kundenbindung, liebe Versicherung.