Tag 878 – #WmDedgT im Januar ‘18.

Heute ist der 5. des ersten Monats des Jahres 2018, das heißt, Frau Brüllen will von uns, auch den faulen und kranken, wissen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.
NIX!

Haha, das ging schnell, ne?

Hier etwas ausführlicher:
Der Wecker klingelte um 07:00 Uhr, das ist ja eigentlich eine humane Aufstehzeit, ich fühlte mich aber nach einer zerhackten, rumpelnden, eingeengten Nacht wie vom Zug überrollt statt darin transportiert. Außerdem war meine Stimme quasi weg („Grützig“ sagt man hier und das passt sehr schön, finde ich) und mein Rücken stand meinem Nacken in Sachen Schmerzen nichts nach und nunja. Die Laune war jetzt nicht so toll. Ich fühlte mich fiebrig und zerschlagen und war froh, als wir alle auf dem Bahnsteig in der kühlen Luft standen. Herr Rabe hatte im Zug schon Kaffee besorgt und am Bahnhof holten wir dann noch einen, plus Croissants für die noch müde und unwirsche Kindermeute. Ich holte Geld, weil die Werkstatt lieber Bares haben wollte. stellte fest, dass man nur 2000 NOK auf einmal abheben kann und hob dementsprechend 5 x 2000 NOK ab, den zunehmend laut stöhnenden, mit dem Fuß wippenden Mann hinter mir standhaft ignorierend. Hat ja nen Mund zum fragen, ne?

Mit Kaffee und der Tasche voll Geld zockelten wir zum Bus und dann nach Hause, bastelten Brotdosen für die Kinder (im Wesentlichen bestehend aus den Croissants, die nur kurz angenagt worden waren) und füllten die neuen Wasserflaschen auf, dann ging Herr Rabe zur Arbeit und ich brachte die Kinder mit dem Fahrradanhänger in den Kindergarten. Als wir ankamen, war ich völlig fertig, verschwitzt und die Rückenschmerzen waren nur schlimmer geworden, ich neige ja sehr zu Gliederschmerzen, wenn ich erkältet bin und das ist echt mistig. Himmel, war ich froh, als die Kinder abgeliefert waren und ich nach Hause gehen konnte. Auf dem Weg machte ich noch einen kleinen Umweg über den Bunnpris, um ein The Ordinary-Paket abzuholen. Zu Hause startete ich eine Waschmaschine, machte eine Kanne Tee und packte zuerst das Päckchen aus, das im Briefkasten auf mich gewartet hatte – ein Belohnungstütchen Katjes von der lieben Leserin Sunni, vielen Dank! – und dann das merkwürdig große von The Ordinary. Überraschung, die Natural moisturizing factors creme ist jetzt in 100 mL Größe und nicht mehr 30! Dabei ist sie nicht wirklich teurer geworden, deshalb war mir das nicht beim Bestellen schon aufgefallen und jetzt habe ich sehr viel von dieser Creme, weil die 30 mL jetzt nicht sooo lange gehalten hatten. Wenn ich so extrapoliere, komme ich mindestens 2018 mit der Creme aus, ist ja auch nicht schlimm. Ich fühlte mich aber weiter mehr als mies und entschied, mich ins Bett zu legen. Zog mein Kleid und die Strumpfhosen aus (ja, Plural, war kalt in Bodø! Erst Thermo, dann Wolle) und Jogginghose und T-Shirt an, schnitt meine fast leere Tube mit NMF-creme auf und schmierte mir den Rest ins Gesicht, wie eine Maske, nach dem Schwimmbadbesuch hatte es meine Haut ziemlich nötig. Grad wanderte ich mit meinem Teeglas Richtung Bett, als die Werkstatt anrief, das Auto sei fertig. Ich überlegte kurz, sagte dann aber doch, dass ich später käme und nicht gleich sofort. Und ging ins Bett. Bestellte noch im Sale bei einem mich zuspammenden Beauty-Versender das angeblich beste Lila-shampoo des Universums, las eine halbe Seite und schlief dann ein.

Um drei wachte ich wieder auf.

Zog mich an, setzte eine Mütze auf meine in alle Richtungen abstehenden Haare, putzte meine Zähne und holte das Auto ab. Das hat jetzt wieder norwegischen TÜV für die nächsten zwei Jahre und röhrt nicht mehr und alle Stoßdämpfer gehen, alle Bremsen und alle Lampen auch und weil der nette Automann mir „ungefähr 7800 Kronen“ mündlich vorveranschlagt hatte und das nicht brechen wollte, bezahlte ich nur drei Stunden Arbeitskraft, obwohl es natürlich viel länger gedauert hat. Netter Automann. Dann fuhr ich zum Toyota-Händler, wo mir die Dame erst 800 NOK mehr für den Spiegel abknöpfen wollte. Ich bestand aber darauf, dass der Mann am Telefon was anderes gesagt hatte, woraufhin sie das Angebot heraussuchte und tadaa – der hatte 800 Kronen weniger berechnet, warum auch immer, aber „ausnahmsweise“ kriege ich jetzt den zuerst angebotenen Preis, Angebote könne man eh leider nicht nachträglich ändern. Und das, meine lieben Leserinnen und Leser ist der Unterschied zwischen der Toyota-Werkstatt und dem netten Mann um die Ecke. Jedenfalls sind Spiegel und Schlüssel jetzt auch bestellt und bezahlt. Hurra.

Dann holte ich die Kinder aus der KiTa ab. Pippi hatte wieder keinen Mittagsschlaf gemacht und war zum Umfallen müde, Michel überdreht und grob. Gut, dass jetzt Wochenende ist, da können die ein bisschen runterkommen. Weil ich aber ja mit dem Auto da war, musste ich den Anhänger stehen lassen, da steht er auch noch, aber das ist hoffentlich kein Problem.

Im Auto schlief Pippi ein (3 Minuten dauert der Weg), wachte aber wieder auf, nachdem ich Michel grob angefahren hatte, weil der schon unten an der Haustür anfing zu nerven, er wolle Dinozug gucken. Dieses Generve, während ich Pippi, zwei Rucksäcke, tausend Paar Handschuhe und Michels Schneeanzug trage, kann ich absolut nicht ab. Gar. Nicht. Auch nicht gesund. Und es nervt wirklich, teilweise fragt er in so einer Frequenz, dass man es nicht mal schafft, eine Antwort dazwischenzuquetschen. Arrrrgh!

Was dann aber wichtiger war als Dinozug: Essen. Ich versorgte die Kinder mit Knäckebrot (mit Ketchup und Käse in der Mikrowelle kurz „überbacken“, dann Kräutersalz drauf) und Joghurt und „Affalsatt mit Bubawassa!“ Und räumte die Spülmaschine aus und wieder ein, während sie aßen. Dann machte ich Dinozug an und mir einen Kaffee, den ich dann während Pippi, „Bärsen“ und Michel Fern sahen, trank. Mein durch den langen Mittagsschlaf erreichtes Energiehoch war schon wieder aufgebraucht und ich schrieb Herrn Rabe, dass er bitte was zu Essen mitbringen sollte. Tat er dann auch, es gab Pizza, Pippi aß mit leerem Blick eineinhalb Stücke und leckte dann noch Knoblauchsoße von einem weiteren ab und dann war es Zeit, die todmüden Kinder ins Bett zu stecken. Dabei wieder die „Niemand hilft mir, die Welt ist schlecht“-Diskussion mit Michel, die mich inzwischen auch nur noch nervt. Es stimmt nicht, dass wir ihm nie helfen, wir erwarten nur auch ein kleines bisschen Selbständigkeit von einem Fünfjährigen. So Dinge wie sich selbst den Po abputzen, selbst Zähne putzen, selbst an- und ausziehen… Nichts davon tut er und es nervt ungemein. Egal, jedenfalls las ich Michel dann noch aus seinem Dino-Buch vor und dann schlief er sehr schnell ein. Hurra!

Herr Rabe und ich aßen noch ein bisschen kalte Pizza, ich trank Tee, wir twitterten ein bisschen herum und dann wollte Herr Rabe eigentlich Playstation spielen, aber ich… nicht so und stattdessen guckten wir „Please like me“, eine australische Serie über Anfang 20-Jährige, die Hauptfigur wird in der ersten Folge von seiner Freundin verlassen und stellt dann fest, dass sie mit ihrer Annahme, er könnte schwul sein, Recht hat. Gleichzeitig versucht sich seine Mutter das Leben zu nehmen, indem sie einen Haufen Paracetamol mit einer halben Flasche Baileys herunterspült. Weil sie nicht allein sein soll, zieht er wieder bei ihr ein. Soweit so gut, die erste Folge war so, dass wir hinterher kurz besprachen, wie viele Folgen wir der Serie geben sollen, bevor wir nicht weitergucken (drei, einstimmig), nach vier Folgen finden wir sie aber beide richtig gut. Nicht krass spannend, aber lustig und mit liebenswerten Charakteren. Kann man machen, wenn man was seichteres möchte.

Jetzt bloggen, Herr Rabe spielt sein Playstation-Spiel, ich muss noch die Wäsche aufhängen, wollte noch was auftrennen, Michel kam eben abgewandert und vermutlich sollten wir alle einfach ins Bett.

Schön, wieder zu Hause zu sein.

Tag 707 – Karl Dall grüßt aus Bergen!

Wir sind in Bergen angekommen, unsere Air-BnB-Unterkunft (die ich statt des doppelt so teuren und alle-in-einem-Zimmer-Hotels buchte, nachdem ich rausgefunden hatte, dass man für den Parkplatz so oder so das Gleiche zahlen muss) ist sehr fein und hat einen Jacuzi, den die Kinder schon ausprobiert haben, die Erwachsenen aber noch nicht. Das noch nicht lag hauptsächlich an gründlich verkorkster Abendplanung, weil ich fast zwei Stunden bei der legevakt, also der Notfallpraxis für Wochenenden/spät abends/Urlauber ohne eigenen Hausarzt vor Ort verbrachte. Gestern Abend erwachte ich nämlich nochmal mit einem ordentlich schmerzenden Auge. Inspektion ergab eine Schwellung am Augenlid. Ich hoffte auf Wunderheilung über Nacht, was natürlich nicht passierte: heute früh war es noch viel schlimmer. Ich erblickte auch sowas wie ein Bläschen am Lidrand und dachte an Augenherpes, woher auch immer ich den hätte haben sollen, aber es sind ja fast alle Menschen eh Herpesinfiziert, wasweißich. Über den Tag würde es erst ein minibisschen besser und ich schöpfte Hoffnung, die ich aber gegen Abend dann doch fahren lassen musste. Ich rief bei der legevakt an und man sagte mir, ich solle ruhig kommen. Das tat ich dann auch. Und dann wartete ich. Und wartete. Und wartete. Nach eineinhalb Stunden wurde ich ins Behandlungszimmer gebeten. Da wurde dann Fieber gemessen (warum auch immer) und ich wartete nochmal. Dann trat er endlich ein: der missgelaunteste Arzt aller Zeiten. Aber egal. Ein Arzt. Er rupfte unsanft an meinem Auge herum, fragte, ob ich Kontaktlinsen benutze (nein, die Brille trage ich aus Spaß!) und diagnostizierte nach 30 Sekunden: Lidentzündung. Man könne den Entzündungsherd nicht sehen, leider, sonst könnte man ihn aufstechen. So müsse ich jetzt halt antibiotische Salbe benutzen, dreimal täglich, vorsichtshalber auch aufs Lid. Dann sagte er noch was von Hände und Gesicht waschen, mit lauwarmem Wasser (warum Gesicht? Keine Ahnung) und verschwand, um mein Rezept auszustellen. Darauf wartete ich dann nochmal 10 Minuten, mit Hunger und schmerzendem Auge und sinkender Laune. Dann kam er wieder – das Rezept sei online, gute Besserung – ich bezahlte und ging. Bzw. fuhr, denn ich musste ja das Rezept an der Notapotheke einlösen. Die wir erstmal nicht fanden und dann kann man da auch gar nicht parken und überhaupt. Bergen machte sich heute echt nicht beliebt. 

Jetzt hab ich also Salbe, nach deren Auftragen ich nichts mehr sehe, ein weiterhin geschwollenes und schmerzendes Auge und googeln ergab, dass Lidentzündungen abseits von Gerstenkörnern (verstopften und entzündeten Drüsen, meist am Lidrand) häufig chronisch sind. Relativ verzweifelt suchte ich doch nochmal nach einer halbwegs Gerstenkornmäßigen Erscheinung und wurde fündig: innen unterm Oberlid, einen halben Zentimeter vom Lidrand sitzt das Scheißteil. Und sieht nicht aus, als würde es demnächst mal aufgehen. 

Jetzt kann ich mir bis morgen überlegen, was ich aus dieser Information mache: Salbe *aufs* Augenlid erscheint mir wenig sinnvoll, als würde die die komplette Haut plus das quasi komplette Augenlid durchdringen um dann da an die Entzündung zu kommen. Haha. Auch nicht schminken muss ich noch überdenken. Aussehen wie Karl Dall ist schlimm genug mit Schminke, ohne ist es… vergiss es! Ich geh so nicht unter Leute! Und schon gar nicht treffe ich Leute, die nicht mal Kaffee im Hotel trinken, ohne sich vorher geschminkt zu haben Frau Brüllen! Und was soll es bringen: die Entzündung sitzt nicht am Rand, wird also von Make-Up nicht sonderlich beeinträchtigt. Sie ist auch nicht „offen“, es suppen also auch keine Bakterien herum und verseuchen mein Make-up. Ich habe ein Ersatz-Maskarabürstchen, das ich auswaschen kann, und auch Schminkpinsel kann man waschen (und seit kurzem tue ich das auch regelmäßig), dann halt vielleicht lieber nach jedem Gebrauch und echt nur einmal damit ins Töpfchen. 


Kacke, ey. Ich hab mich selten so hässlich gefühlt. 

Tag 621 – Ich will ja nicht nörgeln, aber…

… nach der anfänglich so guten Fahrt gestern war der Rest leider zum Kotzen, das fand jedenfalls Pippi, bzw. beschissen, das fand ich. Dazu kam dann noch ein saftiger Schneesturm quasi mit Überfahren der Grenze zu Sør-Trøndelag, so richtig mit großer Aufregung und Schlittern und vielem Fluchen und kaum noch was sehen, sodass wir dann um halb vier endlich und komplett gerädert und mit einem ziemlich nach anverdauter Banane riechendem Auto zu Hause ankamen. 

Heute war der Rest des Tages entsprechend geprägt von massivem Durchhängen wegen Magen-Darm (Pippi und ich), Auspacken und Wäsche waschen (Herr Rabe), Unausgelastetheit (Michel) und einem furchtbar schlechten Gewissen gegenüber sämtlichen Menschen, die wir gestern eventuell angesteckt haben könnten. Einziger Lichtblick: Herr Rabe und Michel geht’s gut. 

(Langsam reicht’s dann auch mal mit dem Kranksein, finde ich.)

Tag 596 – Ein paar Erkenntnisse.

Erkenntnis 1: Einen Tag fast nichts essen und ich kann direkt den Gürtel ein Loch enger schnallen. Und den BH witziger Weise auch. (Das merke ich mir für etwaige „Ich bin zu fett!“-Anfälle.)

Erkenntnis 2: Einen Tag fast komplett verschlafen ändert aber nullkommagarnichts an meinen Augenringen. Die nehme ich dann wohl mal ins Inventar auf. 

Erkenntnis 3: Das Dauerschlafen hat meinen Biorhythmus so durchgerüttelt, dass mein Körper den Jetlag (und die Uhrumstellung) vergessen hat. Endlich. UPDATE: von wegen. Heute Nacht (von Mittwoch auf Donnerstag) dann nicht mal drei mickrige Stunden. Ich hasse alles. 

Erkenntnis 4: Menschen, die noch halbkrank sind, gehören nicht in Schwimmbäder. Aber im Supermarkt wäre ich wohl auch nicht besser aufgehoben gewesen. Genau genommen war es schon eine Herausforderung, den Einkaufszettel fertig zu machen. Ganz geschafft hab ichs auch nicht, ich war noch so ferngesteuert, dass die Erkenntnis „Wir haben keinen Risottoreis mehr“ nicht zur Handlung „Risottoreis auf Einkaufszettel schreiben“ führte. (Das merke ich mir fürs nächste Mal. Lieber Babysitter oder zum Supermarkt schleichen und das nötigste einkaufen und den Rest eben morgen.)

Erkenntnis 5: Kurz vorm eigentlich vom Körper angedachten Tag des Eisprungs durch drölfzig Zeitzonen fliegen und nach ner Woche schon wieder zurück verzögert den Eisprung und verlängert meinen Zyklus um ziemlich genau diese eine Woche. (Statt Pille danach, im Fall der Fälle? Hmmmneeee, vielleicht etwas teuer.)

Erkenntnis 6: Weise, wer* sich bei der Anmeldung zur Doktorandenkonferenz vor zwei Monaten direkt für den Reminder einen Tag vorher eingetragen hat. Der bekam nämlich heute eine mail, weil die Konferenz morgen ist. (Hurra, eine Gelegenheit für etwas mehr Make-Up!)

Erkenntnis 7 (schon älter): Das „Weil du das da** gekauft hast, kriegst du dieses für 20 USD“-Parfum*** finde ich besser als das ursprünglich gekaufte. Und trotzdem kann ich mich noch nicht so ganz von „The Beat“ trennen und überlege tatsächlich, mir das doch nochmal zu kaufen.

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* ich, ganz ungewohnt vorausschauend

** Lacoste Pour Elle „Elegant“

*** Tommy Bahama „Martinique“

Tag 595 – Tja…

… da hatte Pippi wohl doch Magen-Darm, oder zumindest irgendwas ansteckendes. Ich hab den Tag mit leichter bis stärkerer Übelkeit, leichtem bis stärkerem Fieber sowie phasenweise Schüttelfrost und Gliederschmerzen aus der Hölle im Bett verbracht. Mal schlafend, mal fernsehend. Immer zu nix zu gebrauchen. Morgen geht’s hoffentlich besser, aber noch ohne Arbeit. Immerhin habe ich wieder Hunger: wenn mein Körper die anderthalb Kellen Suppe, die ich zum Abendbrot gegessen habe, normal prozessiert, müsste ich morgen wieder essen können. Hurra. 

Tag 465 – Re-entering productivity mode.

Es geht tatsächlich aufwärts mit meiner Gesundheit, wenn auch nur in kleinen Schritten. Aber immerhin habe ich heute wieder ein paar Sachen geschafft* und sogar einen Ausflug gemacht! Tadaaaa! Gut, danach war ich ziemlich fertig, aber immerhin erst danach!

Mein Ausflug führte mich zu einem Nähladen in der Stadt. Dem sehr hilfsbereiten Mann da zeigte ich die am Samstag gekauften Billig-Maschinennadeln und fragte, ob die zu meiner Maschine passen würden. Andernfalls, das sagte ich gleich, würde ich gerne bei ihm passende Nadeln kaufen. „Jaja, die können Sie nehmen!“ sagte der Mann. Er erklärte mir auf Nachfrage auch, wo der Unterschied zwischen Billig-Nadeln und Markenware ist (der Stahl und die Verarbeitung) und nannte mir einen Preis, der erschreckend nah an dem der ‚Billig‘-Nadeln war. Vor lauter Dankbarkeit über die Nicht-Abzocke (und weil drei einfach zu wenige sind) kaufte ich fünf Unterfadenspulen und bezahlte bis auf 10 Øre (gibt ja keine Øre-Münzen, wäre also eh aufgerundet worden) den gleichen Preis wie für eine Packung Nadeln. Und ab jetzt weiß ich, wo ich Kram für meine Nähmaschine bekomme. 

Zu Hause sprang ich direkt ins Auto, weil es doch schon etwas spät geworden war und fuhr direkt in die Vorhölle zu einem großen Spielzeugladen mit vielen komischen Apostrophs im Namen. Das heißt, erst stand ich ein bisschen im Stau herum, weil Feierabendverkehr. Aber so konnte ich wenigstens den Sonnenuntergang bewundern (um 15:15 Uhr). Im Spielzeugladen ging ich direkt in die Lego-Ecke und studierte auf dem Weg dorthin den Fußboden, um mich auf dem Weg nicht unnötig über irgendwas aufzuregen. Ich erwarb ein Duplo-Set (Zahlenzug) und ein Lego-Set (Creators 3in1 Dschungel-Tiere), das wird die diesjährige Adventskalender-Füllung. Seit gestern brennt mein Twitter weil sich die Muttis die Köpfe drüber einschlagen, ob man Adventskalender selber basteln kann/darf/soll und – wenn man sich dann zu irgendwas entschieden hat – ob man drüber reden/twittern/Bloggen/Pinterest-en darf. Ich vertrete wie immer die Meinung Macht-doch-was-ihr-wollt-Hauptsache-ihr-nervt-mich-nicht-und-lasst-mich-auch-machen. Die Kinder kriegen Adventskalender ohne Schoki (gibt eh genug Kekse und Süßkram in der Adventszeit), ohne billigen Plastikspielzeugkram (der dann rumfliegt und mich irre macht) ohne pädagogisch wertvolle „Gemeinsame Aktivitäten“-Gutscheine, und auch nicht wirklich richtig selbstgemacht. Die beiden heute gekauften Sets werden aufgeteilt in Butterbrotstütchen verpackt, Zahl drauf gemalt, aufgehängt, fertig. Zack, die Bohne, wie Frau Lohfink damals gerne sagte. 

Danach heizte ich etwas gestresst zum Kindergarten, der Stau hatte meinen eh straffen Zeitplan kaputt gemacht. Kinder hab ich abgeholt und dann sogar gekocht! 

(Dann war ich echt fertig.)

Als Tagesabschluss hab ich mich dann endlich an das enger machen des Pullis gemacht. Hier das Ergebnis. 

Yeah! Ich sehe nicht mehr aus wie ein braunes Baiser!

Gefühlt stand ich da total entspannt.

Das Nacken-Design-Detail.

Mit dem Pulli bin ich jetzt sehr zufrieden. 

Außerdem führe ich seit Uhrzeiten mal wieder einen Sauerteig nach modifizierter 3-Stufen-Führung. Mein sonst leicht hyperaktiver (und immer nur nach Detmolder 1-Stufen-Führung geführter) Roggensauer treibt nämlich irgendwie gar nicht mehr und riecht auch für meinen Geschmack etwas sehr stark nach Apfelessig. Jetzt teilt er sich den recht kühlen Platz im Flur mit den Austernpilzkulturen. Morgen backe ich dann ein Paderborner, das ist ein guter Test, ob sich der Teig erholt hat. 

*Es ist nicht so, als hätte ich gar nichts gemacht in den letzten Tagen. Ich hatte zum Beispiel Pippi zu Hause und musste mit ihr sehr lange Mittagsschlaf halten. Und außerdem stricke ich was, da kann ich aber aus Gründen hier nicht näher drauf eingehen und auch keine Bilder zeigen. Gedulden Sie sich ein bisschen, irgendwann zeig ich das hier, ich bin nämlich total stolz auf mich, das wird ganz schön!