Tag 2376 – Grummel.

Heute schon viel besser als gestern, gestern ging wirklich überhaupt gar nichts. Heute haben wir sogar mehr als 2 (Herr Rabe), respektive 4 (ich) kleine Pellkartoffeln zu uns genommen. War auch nötig, mit Salzen, Flüssigkeit und Nährstoffen aufzufüllen. Die Verdauung ist normalisiert, allerdings ist sie sehr geräuschvoll. Als würde es im Verdauungstrakt jetzt hallen.

Heute habe ich an drei Zuhör-Meetings teilgenommen, im Bett liegend. Ist wie Netflix, irgendwie, nur minimal intellektuell anspruchsvoller und man kann Rückfragen stellen, dazu muss man ja die Kamera nicht anhaben. Bonus: man sagt „nee, ist kein Corona, ist Magen-Darm“ und alle so „uhhhhh uääähhh“ und man hat die nächsten Tage Ruhe vor „Kommst du ins Büro?“-Anfragen.

(Gestern habe ich auch an einem Meeting teilgenommen, mit Video und zusammengebissenen Zähnen, das hatte Gründe und war nicht schön, aber auch das habe ich überlebt und der Mailverkehr im Nachgang zeigte deutlich, dass es gut war, teilgenommen zu haben. Ansonsten habe ich gestern nur genug Kraft zusammengekratzt, um die Inspektion, die heute und morgen hätte sein sollen, abzusagen. Hotel stornieren habe ich aber vergessen und dann heute gemacht.)

Ich hoffe, morgen ist auch die Restschlappheit weg, die sicherlich auch durch eine nahezu völlig schlaflose Nacht und Negativnahrungsaufnahme bedingt war. Heute musste ich noch die beiden Klos mit einer Pause dazwischen putzen, weil ich mich nach einem erst mal hinsetzen musste. Aber auch Klos putzen war wirklich dringend nötig, ohne da weiter ins Detail gehen zu wollen.

Die beste Krankheit taugt nix, sagte mein Opa gern.

Tag 2373 – Nicht in Form.

Es sei denn, die Form einer Qualle am Strand zählt als Form. Vielleicht war es etwas voreilig, zu sagen, Pippi habe niemanden angesteckt, vielleicht ist es auch nur Migräne und dann Nebenwirkungen der Triptane. Keine Ahnung, ich hab jedenfalls heute die komplette zweite Staffel Bridgerton gebingt, viel mehr war nicht drin.

Tag 2363 – Frühling, He Who Must Not Be Named und Erkältung.

Hier ist alles grün und blüht! Für uns aus dem hohen Norden ist das höchst faszinierend, bei uns ist alles braun und tot. Ich wünschte, ich würde übertreiben, aber die norwegische Natur sieht, wenn der Schnee wegtaut, jedes Jahr aus als würde nie wieder irgendwas da wachsen. Zur gleichen Zeit sind Wiesen in Deutschland grün. Hier fängt der Raps an zu blühen, die Osterglocken und Tulpen blühen, es gibt Gänseblümchen und Butterblumen und die Bäume blühen. (Schwenk nach Norwegen, am Sonntag hatten die Erdbeeren ca. 3 grünliche Blättchen, sie leben also, schön.)

Gestern waren wir mit Pippi am Strand und Pippi ist endlich der schon seit Tagen überreife zweite obere Schneidezahn ausgefallen. Jetzt hat sie also eine beeindruckend große Zahnlücke und kann wieder essen ohne zu meckern, dass der Wackelzahn dann wehtue. Abends waren wir noch shoppen, denn manche von uns (ich) haben ihre Schlafanzüge zu Hause vergessen, andere (Herr Rabe) haben den Kindern für den englischen Frühling norwegische Winterstiefel angezogen und keine Turnschuhe eingepackt und wieder andere (Michel) haben einen enormen Jogginghosenverschleiß durch Längenwachstum und unbewusstes Friemeln und Popeln an kleinen Löchlein, die dann schnell zu riesigen Löchern werden. Danach waren Kinder und Erwachsene wieder zu spät im Bett.

Heute waren wir in einem Shop namens Oliver‘s Brighton, das kann ich sehr empfehlen, wenn man Harry Potter mag, J.K. Rowling noch (wenn auch über einige Umwege und sicherlich anteilsmäßig nicht sonderlich viel) Geld in den Hals werfen mag oder Kinder hat, die trotz aller Toleranz nur ganz wenig Verständnis dafür haben, wenn man das eigentlich überhaupt nicht mehr will.

Geheim, geheim!

Das ist ein ganz liebevoll gemachter, kleiner Shop, in dem man hochwertigen Harry Potter-Krams kaufen kann. Unter anderem gibt es Nachbildungen der Film-Zauberstäbe, und zwar allen. Schwer sind die, wie die Film-Requisiten auch, kein Plastik. Michels erste Frage an den Shop-Besitzer (Oliver) dazu (nach schlechten Erfahrungen mit einem billigeren Plastik-Stab), in astreinem Englisch: Sind die hohl innendrin? Nein, sind sie nicht, die haben einen Metallkern, da drum ist ein „Resin“ und dann sind sie handbemalt. Also falls Sie mal in Brighton sein sollten, und, sagen wir mal, Molly Weasleys oder Katie Bells Zauberstab haben wollen, buchen Sie ruhig einen Termin bei Oliver. Man kann auch Butterbeer kaufen, die Marauders Map, Death Eater Masks oder oder oder. Was das Herz begehrt. Dabei kann man außerdem Oliver treffen, was ein Anlass für sich sein dürfte.

Leider plagt uns (Herrn Rabe, Michel und mich) weiterhin die Erkältung, aber ich habe das Gefühl, es geht jetzt wieder bergauf. Michel plagt außerdem Allergie. Gut, dass ich eine halbe Apotheke dabei habe.

Morgen, allerspätestens übermorgen, muss ich mich für einen Bogen entscheiden. Zwei (die, die vom anderen Laden in der Cello-Version ankamen) hatte ich über ein Trial-Program hier her bestellt und spätestens Donnerstag muss ich die zurückschicken, wenn ich sie nicht haben will. Ich möchte die gerne mögen, aber inzwischen bilde ich mir bei allen Bögen Nebengeräusche ein, die da vermutlich gar nicht sind oder sich mit optimalisiertem Kolophonieren beheben ließen und macht nicht der eine, dass die Geige auf den höheren Saiten metallisch und schrill klingt??? Ahhhhh. Vielleicht müssen morgen wirklich Herr Rabe und die Schwägerin was dazu sagen, aber dann müssen sie ja zuhören und über das nicht-Solisten-Qualität-spiel hinweghören… ahhhhh.

Tag 2321 – Geh weg!

Zwei Dinge, die ich absolut nicht vermisst habe, kamen heute wieder zu Besuch. 1. Blasenentzündung (bitte keine Tipps) und 2. ein verschobener Brustwirbel (bitte keine Tipps). Ersteres hätte ich gerne mit zwei Kannen FAK-Tee bekämpft, der ist aber alle und wir haben vergessen, neuen zu kaufen. Es wurde deshalb eine Kanne (weil’s halt nicht schmeckt) Kamillentee, plus Wasser. Die Teekanne fasst fast zwei Liter, insofern dürfte ich heute ca. vier Liter getrunken haben, das sollte ja eigentlich reichen. Allerdings habe ich das Gefühl, dass mein Körper statt die Blase zu spülen, das ganze Wasser lieber einlagert. Dieser Zyklus dürfte dann gerne auch langsam zu Ende sein.

Der Brustwirbel ist so eine Sache, das hatte ich als Jugendliche oft. Der Orthopäde meines Vertrauens erklärte mir das so, dass die Brustwirbel sich verschieben, worauf das Gewebe drumrum mit Verhärtung und Entzündung reagiert, was auf die Nerven drückt, was Schmerzen macht. Da macht man nicht viel, machte man zumindest damals nicht, außer den Wirbel wieder einrenken (war meist schon gar nicht mehr nötig, weil wieder zurückgerutscht) und eventuell viel oder sehr viel Schmerzmittel lokal oder systemisch und Rückenübungen um dem vorzubeugen (so war ich mit 18 in der Rückenschule, wo ich mit lauter Rentner*Innen lernte, Wasserkästen nur aus den Beinen zu heben und ähnliches. Danach ging ich zum Training, wo ich mich von anderen Mädchen, die ein bisschen leichter waren als ich, anspringen ließ um aus voller Fahrt irgendwelche Hebefiguren zu machen). Ich dachte ehrlich gesagt, das sei ca. Gleichzeitig mit den Hebefiguren aus meinem Leben verschwunden, aber nein, scheinbar nicht. Und genau wie beim ersten Mal, dachte ich erst, mir wäre diffus schlecht oder ich hätte vielleicht Magenschmerzen? (Oder halt nen Herzinfarkt, weil ich hypochondrische Tendenzen habe.) Aber nein, es ist der Rücken und es strahlt nur aus. Ich hab hier nur keinen Orthopäden, nur ne Hausärztin*, und die würde sicher erst mal zum Röntgen überweisen, und bis ich da nen Termin habe, ist es von selbst wieder weg.

Also Ibu, Wärmekissen und warten. Ich bin übrigens eine unerträgliche Kranke, und habe deshalb Herrn Rabe eben schon angefaucht, der nur helfen wollte.

Hasse alles.

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*genauso wie andere Fachärzt*Innen gäbe es Niedergelassene nur privat praktizierend für so 2000 Kronen pro Besuch. Immerhin kriegt man bei denen sofort nen Termin, aber, puh. Puh!

Tag 2329 – Kurzgeschichten.

In Deutschland, zumindest in manchen Ecken auf Twitter, scheint der Lack weiter im Angebot zu sein. Manchmal schicken mir Leute da was aus Absurdistan (ich lese immer noch nicht aktiv da, genau wegen solcher Leute, wenn ich mich sowas dauerhaft aussetze, ist es nicht mehr lustig sondern macht mich regelrecht fertig), wie zum Beispiel, dass Leute sich nicht gut damit fühlen, ihre Kinder off-Label (doppelt off-label, weil U5 und mit Erwachsenenimpfstoff) auf einem Parkplatz von einer Person impfen zu lassen, die nicht mal ihren Namen nennt. Die Impfperson beteuert, Ärztin zu sein, und ein Account aus dem Internet beteuert das auch. Legit! Dass die Elternperson unter diesen Bedingungen doch lieber nicht mit ihrem Kind an dem Experiment „ist es Comirnaty, Kochsalz oder aufgelöstes Backpulver?“ teilnimmt, finde ich überhaupt nicht verwunderlich, das kam jetzt vielleicht falsch rüber. Nein – Da machen random Menschen aus dem Internet diese Elternperson runter, als würde sie ihr Kind in der Wüste in einer Schlucht voller hungriger Koyoten zurücklassen. Die Kirche im Dorf lassen ist da schon lange nicht mehr.

Kurzes Update zum Stand der Gesundheit: ich möchte am liebsten nur schlafen und meine Nase tut immer noch weh. Heute musste ich in einem Meeting Protokoll schreiben und das war ein ernüchterndes Erlebnis – ich kann mich einfach nicht konzentrieren. Völlig unmöglich: einen Satz zum vorherigen Agendapunkt zuende schreiben und gleichzeitig dem nächsten Agendapunkt zuhören. Haha, nice try. Einzige Beruhigung (Spaß, überhaupt gar nicht beruhigend sondern überaus beängstigend), ist, dass es allein in unserem Kaff allein aus der letzten Woche vermutlich ca. 75 Personen so gehen wird, denn so viele voll geimpfte haben letzte Woche allein hier Covid nachgewiesen bekommen. Dass sich Hausstandsmitglieder von infizierten (meist Kindern) testen lassen müssen, ist ja noch neu, also vermutlich ist die Dunkelziffer immer noch hoch. 75, in unserem Kaff, sind viele. Wir haben halt eine Pandemie. Trotzdem tun alle so, als wäre das alles kein Problem, easy peasy bisschen Corona haben ist doch nicht schlimm, wenn man geimpft ist… doch. Ist es. Ich hatte noch Glück, ich kenne auch Leute, die liegen nach zwei Wochen immer noch im Bett und sind schon froh, dass sie inzwischen wieder selbst das Hörbuch am Handy wechseln können. [This is fine-gif]

Ich hab mir nahtlose, bügellose, verschlusslose BHs gekauft. Homeoffice-BHs. Ich erhoffe mir größtmögliche Bequemlichkeit, beim gleichzeitigen Vermeiden von Haut auf Haut und leichten Entgegenwirken der Schwerkraft. Ich werde berichten. Vom Anprobieren bin ich erst mal sehr angetan, ich glaub das sind so Dinger, die manche Menschen nachts tragen (da hab ich keine Meinung zu, macht man, wie man mag, ne? Es ist mir auch egal, ob Sie überhaupt BHs tragen oder nicht, wirklich).

Für die Weihnachtsferien ist ein Schweinesitter organisiert. Vermutlich rentiert sich das sogar (leider kein Scherz), denn dann können wir eine Woche lang die Heizung runterdrehen. Strompreise sind DAS Gesprächsthema. Jeden Tag neue Rekorde, heute waren wir bei 53 Cent/kWh, das ist… absurd teuer für unsere Verhältnisse. Es wird dann gerne gesagt, wir müssten uns an „europäische“ Strompreise gewöhnen, ich kann mich aber aus Deutschland nicht an 500€-Stromrechnungen (im Monat) erinnern, irgendwie, was aber diesen Winter so das ist, auf das wir uns einstellen müssen (und mehr, wenn es so weitergeht, zahlen wir im Januar/Februar ca. 1000€ für Strom). Winter geht bis einschließlich März, mit Pech muss man bis weit in den Mai rein viel heizen. Lustige Anekdote: im Büro ging heute aus unerfindlichen Gründen kurz das Licht aus, was jemand trocken mit „Tja, Strom ist halt teuer“ kommentierte.

Galgenhumor können wir, auf allen Gebieten.

Tag 2324 – Aua.

Ich wachte mit einer Migräne direkt aus der Hölle auf, die sich erst nach der zweiten Triptantablette überhaupt anders als im dunklen Schlafzimmer liegend aushalten ließ. Arbeit war also eher nicht und auch zu Hause und mit den Kindern hab ich nur das nötigste überhaupt gemacht und das eigentlich geplante Abendessen gegen Pommes und Fischstäbchen ausgetauscht, weil mehr Anforderung mich überfordert hätte. Außerdem hab ich den ganzen Tag erbärmlich gefroren und bin erst in einer sehr warmen Badewanne irgendwie aufgetaut, nachdem die Kinder im Bett waren.

Die Nebenhöhlen oder die Nase an sich macht mich wahnsinnig, sie ist entweder verstopft und ich kann gar nicht atmen, oder es fühlt sich an, als würde ich Säuredämpfe einatmen, so ein richtig unangenehmes Britzelgefühl oben hinter der Nasenwurzel. Bis hin zu richtig schmerzhaft. Was half, war den Kopf über eine Schüssel heißes Salzwasser zu halten und die Dämpfe zu inhalieren, was Grund Nummer 2 für die Badewanne war.

Komplett für die Tonne, der Tag.

Tag 2318 – Langweilig.

Eigentlich bin ich hauptsächlich schlapp, leider kann ich mich darüber hinaus auch nicht auf irgendwas sinnvolles und intellektuell mehr herausforderndes als Äpfel schälen konzentrieren, weshalb ich hauptsächlich YouTube und Netflix schaue, während sich meine Arbeitsverpflichtungen meterweit aufstapeln.

Das ist langweilig und macht schlechtes Gewissen und ein gewisses Grauen davor, dass ich irgendwann wieder arbeiten muss. Haha.

Tag 2317 – Schlapp.

Im Grunde fühle ich mich wie wenn ich ne richtig fette Erkältung kriege. Schlapp, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Nase zu. Heute hab ich zwei Meetings wahrgenommen, eins davon aber weitgehend nur hörend und dabei im Bett liegend. Ansonsten lag ich den Großteil des Tages im Bett. Abends konnte ich mich lange genug auf den Beinen halten, um Milchreis aufzusetzen und Apfelmus zu kochen, danach war aber auch gut mit Action und ich musste wieder ins Bett.

Ein Scheiß ist das.

Die Schule hatte heute Plantag, deshalb waren auch beide Kinder den ganzen Tag hier. Nicht ganz, denn Michel (der ja von uns der einzige ist, der sich wieder frei bewegen darf) war am Nachmittag drei Stunden beim „Juniorclub“, einem Freizeitclub für 4.-6.-Klässler*Innen. Michel gefällt es da sehr gut und viele seiner Freunde gehen auch jeden Mittwoch da hin. Man kann dort Musik machen, basteln, werkeln, Billard und Ähnliches spielen und zusammen an Konsolen zocken. Außerdem gibt es Mittagessen, das ist aber bei Michel vergebliche Liebesmüh, der hat ja einen sehr eingeschränkten Speiseplan. Ich finde das Angebot super, in unserem Kaff ist ja sonst die Auswahl eher so „Fußball oder Marschkapelle?“.

Ansonsten möchte Michel jetzt ein gesünderes Leben führen. Er trainiert und meditiert jetzt täglich, seit gestern, die Routine ist also noch nicht so ganz eingeübt. Mit der Meditation möchte er seine Wut in den Griff bekommen, mit dem Training „halt stärker werden“. Ich finde es sehr niedlich, wie das dürre Kind mit seinen Spargelärmchen meine 2 kg-Hanteln hebt, oder mich wütend anherrscht, weil ich es gewagt habe, unser Schlafzimmer zu betreten, obwohl es im Schneidersitz auf dem Bett thront und seine innere Ruhe sucht. Ich glaube zwar nicht, dass das nötig ist, aber beides wird wohl erst mal nicht schaden und im besten Fall tatsächlich zu größerer Ausgeglichenheit beitragen. Das wünsche ich in erster Linie ihm, aber auch uns als Familie.

Tag 2316 – Warten.

Ist schlechte Laune ein Coronasymptom? Oder ist das ein Symptom von productownership? Vermute letzteres, glaube aber auch, dass das eher eine Folge von Fehlanwendung ist. (Aus der Reihe „Dumme Entscheidungen von Frau Rabe“ ist eine aktive Rolle im IT-Projekt anzunehmen eine neue, spannende Staffel. Am Ende der Staffel, nach einigen Plottwists á la „Wir verlängern das Projekt um ein halbes Jahr, sagen es aber keinem“ brennt vermutlich alles, wie immer.)

Corona-Raben-Update: Pippi weiterhin fit, Herr Rabe langsam auf dem Weg der Besserung, ich müde, verstopfte Nase rechts, Kopfschmerzen und seit heute Abend auch Halskratzen. Alles nicht dramatisch schlimm, aber lästig.

Optiker und Augenarzt sind informiert und reagierten gelassen. „Kommt jetzt aus allen Richtungen, danke fürs Bescheid sagen“, war der Tenor. Es bedeutet bei denen keine Quarantäne, denn die kriegen nur Ungeimpfte nahe Kontakte – 10 Minuten mit Abstand und Maske in einem Raum sein, reicht in norwegischen Maßstäben nicht, um als solcher zu gelten.

Mit meinen Symptomen habe ich jetzt trotzdem Isolation bis mindestens Freitag gewonnen, was ja auch ok und richtig ist, aber mich zum Nachdenken gebracht hat. Denn, obwohl ja inzwischen hinreichend bekannt ist, dass auch Geimpfte sich infizieren und das Virus (wenn auch in geringerem Maß und kürzer und so weiter) weitergeben können, auch wenn sie keine Symptome haben – warum empfiehlt man dann hier in Norwegen voll geimpften, symptomlosen Nahkontakten (zum Beispiel Familienmitgliedern) ausdrücklich keine Tests, und ordnet, falls sie doch positiv getestet werden, nur 2 Tage Isolation ab Test an? Das macht für mich keinen Sinn, außer man möchte gerne, dass voll geimpfte, symptomlos Infizierte durch die Gegend laufen und Virus verteilen. Ganz so, als wolle man Immunitätslücken durch breite Streuung der Infektion schließen. Aber sowas würde ja ein verantwortungsvoll handelnder Staat nie tun, das wäre ja viel zu riskant, sowohl in Anbetracht der Auslastung des Gesundheitssystems, als auch unzureichend abschätzbaren Nachwirkungen der Erkrankung, als auch der Entwicklung von Immune-Escape-Varianten.

Ich für meinen Teil habe jedenfalls heute noch mal bei Oda bestellt und mich vor dem Schlafengehen an den Tipp von der Impfung erinnert und zwei Paracetamol genommen, in der Hoffnung, dass ich mich morgen besser und nicht schlechter fühle. Abwarten, hilft ja eh alles nix.

Ach, um es gesagt zu haben: hier in Norwegen ist Quarantäne = zu Hause bleiben, bei Symptomen testen, keinen Besuch empfangen, man darf aber z.B. in den Garten und im eigenen Haus leben wie immer. Das wird Nahkontakten empfohlen. Isolation = wenn man PCR-positiv ist. Zu Hause bleiben, keinen Besuch, zu Haushaltsmitgliedern nach Möglichkeit 2 Meter Abstand halten, man darf aber seine Kinder schon noch versorgen (ausdrücklich auch Fürsorgebedürfnisse erfüllen). Nur Isolation ist im norwegischen Corona-Infektionsschutzgesetz (Paragraf 8) verankert und infolge Paragraf 24 ist Übertretung dessen auch strafbar. Quarantäne kann nur empfohlen werden (keine gesetzliche Handhabe), außer Einreisequarantäne, die ist sehr genau reguliert. Sowas interessiert mich ja inzwischen aus beruflichen Gründen immer brennend: wo ist das „hjemmel“?