Tag 1616 und Tag 1617 – Vergessen und verpeilt.

Mal gucken, ob ich dieses Mal dran denke, nen Titel reinzuschreiben, bevor ich abschicke.

Jedenfalls: gestern habe ich das Bloggen vergessen. Es war bis dahin ein langer Tag gewesen und dann hatte ich das Bloggen spät abends fehlerhaft als bereits abgehakt abgespeichert.

Gestern:

Kurs für neue Angestellte. Habe außer seltsamer Seltsamkeiten zu Kündigungsfristen nichts (!) neues erfahren.

Ich war sehr mutig und hab am Ende des Kurses gefragt, ob wer sein Halstuch nicht braucht, damit sich zu Hause die Kinder nicht über dem einen Halstuch zerfleischen. Hätte dann etwa sechs Halstücher haben können.

Danach gab es Pizza, das war ganz nett, danach arbeitete ich noch ein bisschen (das ist halt auch blöd, wenn man schon so lange da ist: die andere Arbeit bleibt so lange liegen) und dann machte ich Sport. Bisher bin ich recht diszipliniert mit dem Sport dieses Jahr.

Weil Herr Rabe Zugchaos meldete, war es nicht schlimm, dass ich in der Apotheke recht lange auf eine Impfung warten musste. Ich bin jetzt endlich gegen Grippe geimpft. Das war denkbar einfach, übers Internet bestellt und in der Apotheke gesetzt, fertig. Die Apothekerin war sehr vorsichtig und nett und danach kam dann auch ein Zug, der halt 35 Minuten Verspätung oder so hatte. Quasi alles super.

Trotzdem wachte ich heute mit derben Kopfschmerzen und dickem Arm auf und wenn ich nicht meinen Computer bei der Arbeit vergessen hätte, wäre ich wohl einfach im Bett geblieben. So schleppte ich mich eher schlecht als recht durch den Tag, verschickte einen Haufen Dokumente und Zeug und abends socializte ich tapfer beim Hausfest mit dem Zoll. Das klingt jetzt alles schlimm und wäre sicher schöner gewesen, wäre ich nicht so schrecklich müde und kopfschmerzig gewesen, aber eigentlich war es ganz nett.

Und ich nehme jetzt wirklich immer meinen Computer mit nach Hause. Sicher ist sicher.

Tag 1615 – „Neu“.

Heute war Tag 1 von 2 Tagen Kurs für neu angestellte Personen im Werk. Das war, äh, ja, war. Ich habe folgende Dinge gelernt:

– wie die Logos der 4 Helseforetak* „aufgebaut“ sind (das war gar nicht Inhalt, ist mir nur zufällig aufgefallen)

– dass das Vinmonopolet auch dem Helse- og Omsorgsdepartementet unterstellt ist, wie wir

– im Werk arbeiten ungefähr 75% Frauen

Alles andere war nicht neu, was nach einem Jahr da auch nicht wirklich überrascht.

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Und jetzt gucke ich Fernsehen. Ha! Es gibt für mich wenig entspannenderes, als Leuten beim Dessert machen zuzugucken und dabei Schokolade zu essen.

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*Helse Nord, Helse Midt-Norge, Helse Vest und Helse Sør-Øst halt**

**Etwas related dazu: ich bemerke in letzter Zeit verstärkt, dass ich mir für ungefähr immer Sachen merken kann, die Leute gesagt haben. Im Wortlaut. Das war bestimmt schon immer so, aber jetzt fällt es mir auf. Seltsam.

Tag 1607 – Alltag und so.

Ich denke an einem Beitrag über Mutterschaft rum, aber ich weiß nicht ob ich mich traue, das wär schon alles nicht sonderlich rosig und ich erinnere mich noch an Häschtäck RegrettingMotherhood und wie da auf die Frauen eingeprügelt wurde. Von anderen Frauen. Weil ~ein Lächeln doch alles aufwiegt~. Weiß nicht. Ich warte da noch drauf und meine Kinder lächeln und lachen viel. Und ich lieb sie doll und das ist Teil des Problems.

Vielleicht morgen, vielleicht hinter einem Schloss, vielleicht nie.

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Heute war wieder Alltag, aufstehen um halb sechs, endlose, sinnlose Meetings und Probleme mit dem Computer. Herrschaftszeiten, dieses Kackteil hab ich ja mal gar nicht vermisst in den letzten knapp 3 Wochen! Wobei es nicht der Rechner ist, sondern das System, das inzwischen 2 mal im Monat irgendwelche Schluckäufe hat, sodass keiner arbeiten kann. Das ist total super, vor allem wenn man grad in einem Meeting ist und was ausprobieren soll, am Computer. Grrrr.

Leider ist mein Stoffwechsel jetzt auf dauerndes Essen eingestellt. Heute um elf hätte ich beinahe wen angefallen und um halb drei schon wieder. Da muss ich jetzt erst mal wieder von runter kommen, aber heute war es hart und als wir zu Hause waren und zum Unterzucker noch Stress wegen der Einkaufslieferung, die unerwartet früh kam, dazu kam, hatte ich erst mal schön Kopfschmerzen. Nix Sport und Laune im Eimer.

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Hundemüde, aber fertig mit der Pflicht.

Tag 1589 – Endlich Urlaub.

Heute noch einen langen Arbeitstag mit einer sehr merkwürdigen Weihnachtsfeier (es gab Salat! Ich meine – Salat! So weihnachtlich.) hinter mich gebracht, und nun ist Urlaub. Zweieinhalb Wochen. Computer ist im Werk geblieben, ich bin sehr stolz auf mich. Arbeitsplatz ist ja eh immer aufgeräumt und dass nicht nur weil der Direktor vom Werk das mit dem Free seating durch die Hintertür einführen will ausprobiert.

Ich bin urlaubsreif hoch drei aber habe erstaunlich gut durchgehalten, finde ich.

Und jetzt Bett, Schlaf nach- und vorholen.

Tag 1585 – Schon viel besser.

Heute war unsere kleine Inspektorats-Weihnachtsfeier. Und gemessen daran, wie ich noch im Sommer nach dem Sommerfest abstand, war das richtig gut. Möglicherweise hab ich zu viel getrunken und auch zu viel geredet, aber was soll’s. Hauptsache nicht aus den Latschen gekippt eine wirklich gute Zeit gehabt.

Auch viel besser: trotz Medikament noch wach geblieben und halbwegs konzentriert arbeiten können.

Super gut: Halbjahresbeurteilung von Michel. Kind kann alles, super Kind, weiter so.

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Ach, eins: ich hab nach dem dritten Bier meinen Senior Inspector-Kollegen gegenüber zugegeben, dass ich eine bestimmte Anfrage zu beantworten super schwer finde und das deshalb wegprokrastiniere. Weil ich keine Ahnung hab. Stellt sich raus: haben die auch nicht, weil es da nix zu ahnen gibt und die Devise ist nun, möglichst wenig konkretes in möglichst kompetent klingenden Worten zu vermitteln und ansonsten auf eine baldige Gesetzesänderung zu hoffen.

Tag 1577 – Hab dich!

Ok, dass Herr Rabe am Abend vor meinem MRT-Termin nicht da sein würde war so nicht geplant. Und ich sag es mal so: der neue Ohrring, der „ganz leicht“ auf und zu geht, geht überhaupt gar nicht leicht auf und zu. Ich musste erst ein paar Verzweiflungstränen darüber vergießen, bis ich auf die Idee kam, ihn mit der Spreizzange aufzubiegen. Dann ging er auf, aber zu bekam ich ihn trotzdem wieder nicht, obwohl ich ihn dann ja in der Hand hatte. Das muss ich wohl noch ein paar mal üben. Aus Spaß guckte ich dann mal, ob der Ring denn nun überhaupt magnetisch ist und Überraschung:

Ja.

Der Ring an sich ist aus Chirurgenstahl und nicht magnetisch, aber das Schließsegment ist mit einem winzigen Scharnier angebracht und das ist offenbar aus einem magnetischen Metall. Das hätte morgen echt weh tun können.

Das Zungenpiercing hingegen ist immer noch drin. Ich hab da keine Chance, auch mit zwei Zangen nicht. Keine Ahnung, was ich noch machen soll, ein Piercingstudio das morgens auf hat, gibt’s in Hamar, wo das MRT-Labor ist, nicht. Vielleicht haben sie einen Dremel da oder so.

Wie sehr ich keine Lust hab, mir morgen den Hohn der Praxis anzuhören, kann man sich vermutlich in etwa vorstellen.

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Was war sonst? Letzte Inspektion des Jahres gut überstanden. Möchte meine Kollegen aber irgendwie gern ein bisschen schütteln, weil ich Montag noch fragte, was wir antworten sollen, wenn Die Frage(TM) der Qualitätschefin kommt und keine Antwort bekam und heute als Die Frage(TM) kam, guckte mich dann nicht nur die Qualitätschefin erwartungsvoll an sondern auch die Kollegen. Hallo? Bin ich hier die mit Ahnung oder die? Ich hab schon auch was geantwortet aber meine Güte wir hatten zu dem Thema Meetings in verschiedenen Zusammensetzungen und haben keine Antwort gefunden. Was sagt man da, so als Behörde? „Keine Ahnung“ ist nicht gut, rumeiern auch nicht, schwafeln erst recht nicht. Meh.

Manchmal, da möchte ich allein auf einer einsamen Insel leben.

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Wir haben mal wieder Bettzeug gewaschen und aus irgendeinem Grund riecht der Trockner innerlich wie schlecht gewordene Nudeln. So roch dann auch das Bettzeug. Das ist sehr eklig. Gut, dass ich seit Stoffwindeltagen weiß, dass Teebaumöl absolut jeden Geruch übertüncht killt, also ein paar Tropfen Teebaumöl auf einen Waschlappen getropft und noch mal 10 Minuten den Trockner samt Bettzeug laufen lassen und jetzt erinnert mich mein Bett zwar an picklige Teenager-Tage aber immerhin riecht es nicht mehr nach gammligen Nudeln.

Tag 1564 – Bisschen kurz.

…meine Zündschnur heute.

Gefühlt den ganzen Tag nur Augen gerollt. Gestern auch schon. Und vorgestern. Ich sollte das mit dem Twitter wirklich einfach lassen, wenn ich Phasen habe, in denen ich

  • Geschwurbel
  • Verschwörungstheorien
  • Sich widersprechende Aussagen von ein und derselben Person
  • Unsachlichkeit
  • Fehlinformation
  • Völlige Unfähigkeit einiger, über ihren Tellerrand zu schauen

wirklich nicht ertragen kann. Manchmal geht das besser, aber im Moment hab ich wieder mal eine Phase wo ich mir eine Welt voller Roboter wünsche. Ich stelle mir Kommunikation mit Maschinen überaus angenehm vor.

Im echten Leben auch nicht besser, bei der Arbeit alle irre und keiner hört irgendwo zu.

Kleine Anekdote, woran sich mein Kopf momentan wieder sehr aufhängt: wir haben einen Evaluierungsfragebogen bekommen, ob wir unsere bescheuerte Stillarbeitszeit behalten wollen. Und dann fragen die da: „Hast du durch die Stillarbeitszeit am Morgen mehr Konzentrationszeit bekommen?“ Und sie meinen: wurdest du weniger zu Meetings eingeladen, haben weniger Leute im Büro laut gesprochen oder geflüstert, warst du mehr ungestört? Aber das schreiben sie nicht und im Moment muss ich wieder Energie drauf verwenden, drüber nachzudenken, was sie meinen, aber nicht schreiben. (Am Ende habe ich mich trotzdem dazu entschieden, die Frage zu beantworten, so wie sie da steht, nämlich mit „Nein, ich kann mich nämlich eh morgens nicht gut konzentrieren und könnte da viel besser Meetings haben.“)

Oft geht das besser, dann ist auch die Zündschnur länger, das macht nämlich müde, dieses Reininterpretieren in Ungesagtes.

Vielleicht bin ich auch einfach urlaubsreif.

Dreieinhalb Wochen noch.

Aber die Kinder haben mich heute zum Lachen gebracht. Michel hat wieder einen Winkezahn und Pippi hat sich im Kindergarten einen Smiley mit Ohren auf den nackten Bauch gemalt. Die sind schon super, die zwei.