Michel ärgert seine Lehrerin weiterhin. Die geht damit nicht sooo toll um und reagiert nicht soooo super erwachsen, und dann eskaliert es halt wieder. Michel erzählt mir das wenigstens relativ entspannt, was ich schamlos als Beleg unserer herausragenden Elternfähigkeiten deute. Ich sage ihm dann schon auch, dass ich nicht gut finde, dass er die Lehrerin bewusst auf die Palme bringt, und dass das dann eben bei ihr Reaktionen hervorruft, die er ja so langsam auch abschätzen können müsste, die Muster sind ja immer gleich. Zur Sicherheit gehe ich die vorhersehbaren möglichen Reaktionen dann noch mal für ihn durch. Aber wir bestrafen ihn da nicht, das finden ich und Herr Rabe nicht zielführend. Konsequenzen sind noch mal was anderes, aber wir können ja keine logischen Konsequenzen für Dinge, die in der Schule passieren, durchsetzen. Aber Mittwoch in das Elterngespräch mit der Lehrerin möchte ich schon gerne einen Boxsack oder so mitnehmen, für alle Beteiligten. Ich glaube nämlich auch, dass die Lehrerin das mit Konsequenzen und Strafen komplett anders sieht.
Liebe Frau Rabe, ich kann sowohl Ihre Meinung, als auch die der Lehrerin verstehen, da ich selbst Mutter eines Sohnes mit eigenem Kopf als auch Lehrerin bin. Ich war im Sommer in einer ähnlichen Situation mit einer Schülerin. Der Konflikt dauerte schon einige Zeit und hatte sich bereits so verfestigt, dass ich nicht geglaubt hätte, dass er zu lösen ist. Die Wende brachte ein langes Gespräch mit der Mutter. Später kam die Tochter hinzu. Seitdem haben wir ein gutes Verhältnis ohne Spannungen, worüber ich sehr froh bin. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Lehrerin bereit ist, Ihren Anteil an der Situation zu sehen.
Viele Grüße aus Berlin!
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