Heute habe ich nicht ausreichend Rücksicht auf meine Einschränkungen genommen*. Ich war im Prinzip den ganzen Tag unter Leuten und musste obendrein ein mal einen Plan modifiziert durchziehen (da waren wesentlich mehr Menschen plötzlich involviert, als worauf ich geistig eingestellt war) und ein mal unter Zeitdruck einen Plan schlagartig ändern. Speziell bei letzterem ging mir schon echt die mentale Puste aus, ich war plötzlich auch noch orientierungsloser als eh schon und hätte am liebsten geheult, weil ich eine Straßenbahnhaltestelle nicht fand. Mitten in Oslo, wo ich schon oft war. Im Nachhinein fallen mir drülf Dinge ein, die ich hätte machen können, auch über den Tag bereits, aber in dem Moment hatte ich quasi Tunnelblick auf meinen Plan und nachdem Plan A gescheitert war wollte sich kein Plan B einstellen irgendwie und der Tunnelblick ging ins Leere. (Bei wichtigen Sachen habe ich immer Alternativpläne B bis F in unterschiedlichen Stadien der Ausreifung. Aber halt nicht bei sowas banalem wie „ich fahre 5 Minuten Bahn, welche ist egal, steige da und da aus und gehe dann 5 Minuten zu Fuß“ solange ich weiß, dass die Bahnen fahren.)
Zu allem Überfluss habe ich den Rest des Abends dann in einem Restaurant verbracht, wo es sehr Unterhaltungs-laut war und ich hatte meine Ohrstöpsel vergessen, die hätte ich auch tagsüber schon gebraucht.
Und dann bin ich halt danach total fertig. Als wäre ich einen mentalen Marathon gelaufen, aber ohne vernünftiges Training, einfach von jetzt auf gleich losgerannt.
Ich hoffe das hat nicht morgen noch ein Nachspiel, wenn ich jetzt brav ins Bett gehe.
Eine Bekannte von mir sagte mal sehr treffend: ich hasse es, wenn meine Behinderung plötzlich ankommt und mich behindert.
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*immerhin merke ich es gleich, sogar während es passierte, und nicht erst, wenn ich mich morgen frage, warum ich total ausgepumpt nicht aus dem Bett komme oder Migräne habe. Yeah, ein erster Schritt. Ein kleiner, aber ein wichtiger.
Liebe Frau Rabe,
ohne Sie und Ihre ehrlichen Beschreibungen Ihrer Einschränkungen hätte ich nie erkannt, daß ich auch welche habe. Hielt meine mentale Erschöpfung immer für „Anstellerei“. Ganz herzlichen Dank und großen Respekt dafür!
(Hier großes Herzchen-Emoji vorstellen)
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….ich bin dann immer „menschenkrank“ …alles Gute für heute 🌞
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Danke für den Satz der Bekannten und überhaupt.
Hier gleiche Diagnose, gerade neuer Job und seit drei Woche völlig reizüberflutet und übermenscht.
Fühle mich jetzt weniger allein.
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