Tag 3611 – Wäh.

Es fühlt sich an, als hätten wir heute hauptsächlich *irgendwas* gemacht. Und dann bin ich zu einer Inspektion aufgebrochen.

Jetzt bin ich im Süden (von Norwegen). Am Meer. Wäre schön, das genießen zu können, aber grad ist da nur die Stimme, die sagt, was ich alles nicht gemacht habe.

Langsam macht mich das alles ein bisschen unglücklich, ich brauche mal wieder Alltag ohne Räumen und Packen und Putzen und Chaos.

Sorry für Gemecker. Lieber Licht aus jetzt.

Tag 3610 – Garten.

Wir haben heute noch mal das neue Haus besucht und dabei die Verkäufer kennengelernt. Sie sind sehr nett. Und was ich beim ersten, einzigen, kurzen Besuch übersehen hatte: es gibt

  • Schwarze Johannisbeeren
  • Rote Stachelbeeren
  • Jede Menge Walderdbeeren
  • Jede Menge Blaubeeren
  • Himbeeren
  • Rote Johannisbeeren
  • Rhabarber

Alles auf dem Grundstück. Und einen wunderschönen, riesigen Rhododendron. Ich wette, im Herbst gibt es auch Pilze, das Waldgebiet, in dem ich oft Pilze sammeln gehe, ist ja direkt hinterm Haus. Außerdem sind da noch ein paar Hochbeete, die man mal mit Erde füllen müsste und dann kann man da mit wenig Arbeit noch viel mehr pflanzen, zum Beispiel mehr Erdbeeren oder einen Teil von „meinem“ Rhabarber. Und einen Platz für einen Holunderstrauch finden wir sicher auch. Das wird fein.

Davon angespornt habe ich fertig Unkraut gejätet. Ich habe vieles, aber nicht alles, wegbekommen, aber es muss ja nur Mittwoch kurz gut aussehen. Ein paar Grashalme stehen halt noch und Baby-Disteln und Baby-Ringelblumen sehen halt auch sehr ähnlich aus, da habe ich bestimmt noch einiges übersehen. Aber jetzt sieht es wieder ordentlich(er) aus. Im Kräuterbeet habe ich auch den alles überwuchernden Estragon ordentlich ausgedünnt, jetzt sieht auch das wieder ganz ok aus. Halt mehr so Darwin als englischer Garten, weil im Kräuterbeet Schnittlauch, Oregano und eben Estragon einen erbitterten Kampf um die Ressourcen führen, aber ich mag es so. Im Beet nebenan passiert das gleiche mit Erdbeeren und Pfefferminze. Ansonsten müssen die Käufer Koriander mögen, der hat das Gewächshaus komplett eingenommen.

Hier ein Bild, weshalb ich den Holunder nicht ausgraben werde.

Kaum zu glauben, dass der vor 6 Jahren so ein kleines Stöckchen war.

Ich bin außerdem sehr zufrieden, dass der Garten alles gibt, um Mittwoch alles herzuzeigen, was er kann. Der Holunder blüht jetzt gerade fast, die Pfingstrosen blühen fast, der Schnittlauch blüht wie bekloppt (ähäm, ja, ich weiß, dass der das nicht soll. Aber die Blüten sind so hübsch und die Hummeln mögen die auch sehr gerne). Die Zierdistel blüht fast, die gelbe Blume und die blaue Blume an der Einfahrt blühen beide (auch wenn ich nicht weiß, was sie sind, aber sie sind hübsch). Die ersten Erdbeeren werden rot, der Johannisbeerstrauch und der Stachelbeerstrauch sind voller Beeren. Ich denke, am Mittwoch wird das alles super aussehen.

Hach.

Das war alles so schön heute, ich habe sogar alle Spinnen, die ich in meiner Jäterei aufgeschreckt habe, einfach ignoriert. Und da waren ein paar Oschis dabei.

Tag 3608 und 3609 – Komplett platt.

Auch heute nur piep, weil mir die Augen zufallen. Der Tag war super lang und super anstrengend, aber auch gut. Wir waren bei der Bank und haben da viel geschafft, und ab nachmittags bis abends war ich beim Sommerfest der Zirkeltrainingsgruppe von der Arbeit, was sehr lustig und auch SEHR SEHR anders war, als Feste mit Den Direktoratsangestellten(TM) sonst so sind. Aber das war eben auch ein Fest mit lauter Leuten, die ich maximal mittel gut kenne und es war dann irgendwann (als die anderen anfingen, ziemlich verzaubert zu sein, während ich an meinem alkoholfreien Weihnachtsbier* herumnuckelte) auch echt laut. Da bin ich dann auch gegangen, aber es dauerte deutlich über einer Stunde bis nach Hause. Tjanun.

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*Umzugsfund und muss ja weg. Schmeckt aber noch und ich mag das sehr gerne, das ist wie ein helles und wesentlich weniger süßes Malzbier.

Tag 3607 – Uffz.

Ich war im Büro. Ich musste, denn ich hatte so ein Beratungsgespräch, das machen wir ja manchmal, wir beraten Leute. Das finde ich seltsam, ich spiele doch nur Erwachsen. Aber egal, ich überlebte das und auch den Rest des Tages, aber ich habe mich auch über vieles da sehr geärgert heute. Manchmal möchte ich die meisten da einfach zum Mond schießen. Oder schütteln. Oder erst schütteln, dann zum Mond schießen. Dann können sie da von mir aus weiter ihre respektiven Jobs nicht machen, das ist mir dann egal.

Nach der Arbeit habe ich Unkraut gejätet, es ist viel Unkraut zu jäten, ich bin etwa halb fertig geworden, dann gab es essen. Nach dem Essen mussten wir das Auto (Zwoe) zum Service fahren, der wird dann morgen gemacht. Danach haben wir das Aquarium von Pippi sauber gemacht weil die Blumen dringend gegossen werden mussten weil das echt nötig war. Die Kinder haben wir auch sauber gemacht, auch das war echt nötig. Am Wochenende werden wir wohl wieder sehr viel putzen und die Putzhilfe muss sich neue Kunden suchen.

Laune ist immer noch ungenießbar. Sorry alle, die heute von mir mails bekommen haben.

Tag 3605 und 3606 – Piep.

Es geht eigentlich gut voran, aber mich haben gleichzeitig Laune, müde und Migräne eingeholt. Außerdem habe ich mir vorgestern beim Rhabarber abschneiden (Pippi und ihre Freundin wollten welchen essen, ich wollte nicht, dass sie einfach random irgendwelche Stangen abschneiden) fies in den Daumen gesäbelt und mit dem Pflaster kann ich nicht tippen. Jetzt dauert alles viel zu lange und nervt mich sehr.

Tag 3604 – Nichts neues.

Wir rödeln halt so rum, ne? Heute eins der Lager. Das, von dem wir dachten, dass es schon halb ausgeräumt sei, weil da ja jetzt Monty und Greg wohnen, bis das Haus verkauft ist (gegebenenfalls bis wir umziehen, weil diese Terrarien wirklich enorm schwer sind und nichts, was man mal eben von A nach B schleppt). Das hat quasi den ganzen Tag gedauert (und ein paar Sachen stehen da auch noch, irgendwo muss man ja so Sachen wie Pinselreiniger oder das Zeug zum Auto sauber machen aufbewahren, ne?). Jetzt haben wir noch einen Lagerraum (drinnen) und den Schuppen vor uns. Plus, dass überall halb gepackte Kisten rumstehen und mich irre machen. Den Schuppen priorisiere ich sehr weit hinten, davor würde ich eher so Sachen machen wie rigoroses Unkraut jäten. Das ging heute leider nicht so richtig gut, weil es den halben Tag sehr viel geregnet hat. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag und da kommt ja auch noch ein Wochenende vor dem Besichtigungstermin.

Abends haben wir dann tatsächlich mal ein bisschen auf dem Sofa rumgehangen. Das war sehr schön.

Tag 3603 – Wie wir mal dachten, wir hätten kinderfrei.

Michel wollte eigentlich noch mindestens bis morgen bei seinem Schulfreund bleiben. Pippi ist über Nacht bei ihrer Schulfreundin. Wir wollten einfach nur auf dem Sofa hängen und Chips essen, weil wir uns das echt verdient haben. Aber dann bekam ich eine Nachricht von der Mutter von Michels Schulfreund, Michel habe Fieber. Also fuhr Herr Rabe ihn abholen. Michel behauptet, er stürbe. Ich glaube das nicht so ganz, es ist halt ne Erkältung mit Fieber. Aber trotzdem doof für das für ihn ins Wasser gefallene Wochenende.

Wir haben ansonsten heute ein bisschen Zeug vakuummiert und sind eine Tour ins Lager gefahren, haben Terrassenöl gekauft und haben dann noch bei einem netten älteren Herrn im betreuten Wohnen Umzugskartons abgeholt. Das reicht dann auch für heute.

Tag 3601 und 3602 – Tatsächlich wahr.

Das Haus ist jetzt zu verkaufen. Ab jetzt kann man das kaufen. Ich würde die Anzeige hier auch posten, aber dann denkt die Maklerin, dass uns die Leute die Bude einrennen werden, wenn es so viele Klicks auf die Anzeige gibt.

Das war gestern und auch heute noch mal aufregend. Gestern war ein Gutachter da und hat alles mögliche vermessen und nachgeschaut und überprüft. Wir wissen jetzt exakt, wie viele Millimeter die Böden schief sind und dass wir keine Feuchtigkeit an Stellen haben, wo sie nicht sein soll. Wir haben auch gelernt, dass wir ein Mäuseband haben, nur auf dem Balkon nicht, und dass man die Ventilationsanlage, also die Rohre und so, ab und zu sauber machen lassen sollte (hupsi). All sowas haben wir gestern von dem sehr netten Gutachter gelernt. Aber unser Haus ist in okayem Zustand und kann so verkauft werden.

Heute ging dann die Anzeige raus. Davor war noch einiges Korrekturlesen angesagt, die Maklerin hat das gestern noch in Windeseile zusammengekloppt, und das merkte man auch. Gut, dass ich beruflich Fehler in Dokumenten finde.

Jetzt schauen wir mal was passiert. Aber es wird wohl, so oder so, irgendwas passieren.

Tag 3600 – Schön, schön.

Die Fotos von unserem Haus sind da und sie sind richtig schön geworden. Also wirklich, ich würde unser Haus sofort kaufen.

Das war übrigens so: ich hatte Meetings bis 14:30. Da habe ich meinen Computer zugeklappt und umgehend das Rödeln angefangen. Der Fotograf war für 18 Uhr angemeldet und naja. Das war ambitioniert. Sehr. Während der Meetings habe ich schon für meine Reise gepackt, sonst hätte das alles im Leben nicht geklappt.

Die beste Mutter war ich Montag auch nicht, im Gegenteil, ich war so unter Strom, dass ich Pippi am liebsten draußen am Trampolin festgebunden hätte. Sie ignorierte unter anderem unser NEIN!!! zu „kann ich eine Klassenkameradin mit nach Hause bringen?“ und als besagte Klassenkameradin abgeholt wurde, war ich auch sehr kurz angebunden der Mutter gegenüber. Die denkt jetzt sicher, ich hab sie nicht alle und bin voll unhöflich. Tjanun.

Michel wurde ein bisschen eingespannt, unter anderem schickte ich ihn mit dem Rad und einer Einkaufliste zum Supermarkt. Dann hatte ich ihn auch von den Füßen, win-win.

Während ich noch im Wohnzimmer am Dekorieren war, klingelte es. Der Fotograf kam einfach mal 15 Minuten zu früh. Das waren dringend benötigte 15 Minuten. Und so kam es, dass ich, während der Fotograf mit einer Drohne ums Haus herum flog, drinnen noch hektisch dekorierte und im Wohnzimmer Teile des Fußbodens (wo nicht, nach wie vor, Kram stand) wischte. Als der Fotograf und Herr Rabe dann nach drinnen kamen und erst mal oben Fotos machten, weil da alles fertig war, schleppte ich alles mögliche (unter anderem drei Stühle, mehrere Kisten, alle möglichen Schuhe, Putzmittel, …) vom Wohnzimmer und Flur nach draußen und stapelte es unter dem Carport. Dann wischte ich den Rest vom Wohnzimmer und den Flur, wobei ich mich ins untere Bad wischte, wo ich dann auch das erste Mal seit Stunden ausatmete aufs Klo ging. Das war so schön.

Aber, huiuiui, keine Zeit. Ich fragte kurz, ob die Herren im Schlafzimmer schon fertig waren und als das mit Ja beantwortet wurde, wechselte ich mein total verschwitztes T-Shirt. Und dann fuhr ich ziemlich unzeremoniell zum Bahnhof. Als das Foto oben entstand, war ich schon am Bahnhof und zehn Minuten später am Flughafen. Oh the joys.

Der Fotograf und Herr Rabe machten noch eine halbe Stunde weiter, aber dann war alles vorbei. Und wir, Herr Rabe und ich, komplett durch.

Tag 3599 – Noch mal Piep.

Inspektion geht eigentlich, aber ich war den ganzen Tag zum Umfallen müde. Es war richtig Arbeit, mich wachzuhalten. Deshalb mache ich lieber jetzt auch das Licht aus.

Nach dem Abendessen habe ich noch einen Spaziergang gemacht, durch diesen Ort, der, laut Einheimischen, nicht wirklich eine touristische Perle ist. Ich lief einfach drauf los und fand Fjord, Hügel, einen Waldweg und am Ende des Waldwegs etwas total spannendes.

Nämlich:

So, äh, schön hier.