Arbeit im Homeoffice, Inspektionen fürs nächste halbe Jahr geplant, anschließend Geige gespielt und abends mit Herrn Rabe auf dem Sofa versackt. Ich frage mich jetzt, warum man eine Serie auf Deutsch dreht und dann noch mal auf Deutsch (schlecht) drüber-dubt. Das macht ja nichts besser, eigentlich nur schlechter. Sehr seltsam.
Monat: November 2025
Tag 3742 – Gelogen!
Nein, wer hätte das gedacht, die, die uns hier das Haus verkauft haben, haben gar nicht die Wahrheit gesagt. Wir hatten heute ein Treffen mit dem „veilag“, also den Nachbarn, die hier mit uns auf unserem Berg wohnen und es wurde gesagt, dass der Vorbesitzer sich von allen am häufigsten im Winter festgefahren hat (und dass es passieren wird. Es passiert allen). Nichts mit „ich musste nur ein Mal unten parken“.
Ich finde sowas ja wirklich immer überraschend, wenn Leute einfach nicht die Wahrheit sagen. Und schockierend. Da gehe ich lange nicht so abgebrüht „hab alles gesehen“-Inspektorinnenmäßig durch die Welt, wie es vielleicht den Anschein hat.
Naja. Wir haben ja Abschleppdienst in der Versicherung mit drin. Letzten Winter hab ich auch nie ne Rechnung bekommen, als ich mich fest gefahren hab. Ähäm.
Dafür jetzt hier der Rest der Geschichte zu der Zahlenreihe. Nachdem wir alle, also so 150 Leute, ich übertreibe da nicht, mit rauchenden Köpfen ne halbe Stunde über der Zahlenreihe 2, 3, 5, 9, 7, 33, ? gebrütet hatten und viele, viele Schmierzettel mit teils abstrusen mathematischen Konstrukten bedeckt wurden, fragte jemand, ob die Zahlenreihe noch mal wiederholt werden könnte? Ja klar, 2, 3, 5, 9, 17, 33.
Ein Stöhnen ging durch den Raum und eine Welle der Erleichterung. Wir müssen nicht kollektiv unsere Mitgliedschaft zurückziehen! Hurra.
Aber das war wirklich ein Rezept, wie man nen Haufen Mensaner*innen in den Wahnsinn treibt. Einfach mal ne Zahlenreihe mit nem Fehler drin raushauen. Schweinerei.
(P.S. die „Mensa-Test“-Aufgaben, die man hier in Norwegen machen muss, sind nicht mit Mathe oder Zahlen und auch nicht mit Schrift oder Faktenwissen, sondern ein sogenannter Figure Reasoning-Test (A la Raven’s Progressive Matrices). Das ist breiter zugänglich, also Kulturkreisunabhängig und inklusiver für Menschen mit z.B. Leseschwächen. ABER wer mag denn kein Quiz? Wenn man irgendwo mit abstrusem Nischenwissen glänzen kann, dann ja wohl da! Wenn man Glück hat und das Nischenwissen dran kommt.)
Tag 3739 – 3741 – Es lässt mich nicht los.
(Hier passiert nicht viel interessantes. Chefin nervt. Arbeit nervt. Früh aufstehen nervt kolossal. Und leider wird vermutlich mein Ballett ab nächstem Jahr eingestampft, wegen zu wenigen angemeldeten. Das finde ich sehr traurig. Und weiß auch noch nicht, was ich dann mache. Aber das überlege ich mir dann zu gegebener Zeit.)
Am Samstag war ja nicht nur doofes Spiel spielen*, sondern davor war in umgekehrt chronologischer Reihenfolge ein Galadinner, bei dem man seinen Platz finden musste, indem man das richtige Puzzle zu seinem zugelosten Puzzleteil fand, und Quiz. Ich konnte beim Quiz tatsächlich mal was beitragen, weil ich mehr als di*er durchschnittliche Norweger*in über Berlin weiß (yeah!) aber an folgendem haben wir uns alle die Zähne ausgebissen, kollektiv der ganze Raum. Ein Raum voller Leute, die in genau sowas eigentlich überdurchschnittlich gut sind. Tipp gibt es dann morgen.
Die Frage, die vorgelesen wurde, war: welche Zahl kommt als Nächstes in der Reihe? 2, 3, 5, 9, 7, 33.

Ich hab mein Puzzle sofort gefunden.
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*das ich heute gekauft habe, genau wie das hier, das ich letztes Jahr verzweifelt gesucht und nicht gefunden habe (weil ich den Titel nicht wusste):

Tag 3738 – M.Ü.D.E.
Erstens: wir haben den Vorfall wie Erwachsene aufgedröselt, uns gegenseitig beieinander entschuldigt, über unsere Gefühle und Verletzung eben dieser gesprochen und dann war auch alles gegessen. Es ist alles sehr ungewohnt. Also alles davon. Meine Gefühle so nach außen zu tragen, darüber zu reflektieren und zu reden und das mit quasi fremden Leuten, Männern obendrein? In jedem anderen Setting undenkbar. Normalerweise muss ich ja erst mal mindestens nen halben Tag drüber nachdenken, was das tatsächliche Gefühl hinter der Wut (mein default-Gefühl, wenn irgendwas „off“ ist) wohl sein könnte.
Ich bin auch inzwischen wieder zu Hause. Aber ich kann kaum noch die Augen offen halten, es war einfach viel zu wenig Schlaf letzte Nacht und generell ein anstrengendes Wochenende, so mit allen Schilden unten, allen Nervenenden nach außen gekehrt und allen Filtern außer Betrieb.
Insofern – gute Nacht.
Tag 3737 – Landestreffen Tag 3.
Grad ist es nicht gut. Ich hab, unvorsichtiger Weise, gedacht, ich könnte ein Spiel ausprobieren, das mir lustig erschien, und es war nicht gut. Alle anderen hatten das schon drülfzig Millionen mal gespielt und ich hatte Alkohol getrunken. In dem Spiel geht es um Lügen und Intrigen, ein bisschen wie Werwolf oder Among Us, das sind nicht meine stärksten Seiten, aber es macht mir trotzdem Spaß. Das alles hätte gut ausgehen können – in einer anderen Runde. Da waren ein paar Typen dabei, hauptsächlich 2, die mich sehr haben spüren lassen und auch mehrfach gesagt haben, dass ich in dem Spiel nicht gut bin. In der dritten Runde machte der eine dann auch noch was, das mich total aus jedem Fitzelchen von Konzept brachte, ich reagierte… naja, wie soll ich sagen, wie ne angetrunkene Autistin??? Jedenfalls falsch, und dann prokelte er da immer weiter drin rum und drängte mich in die Ecke, und meine Reaktionen wurden dadurch gar nicht richtiger irgendwie (potzblitz!). Nach dem Ende der Runde sagte ich, dass ich das sehr dreckig fand und überhaupt nicht verstehe, was das sollte, woraufhin er sagte, ich würde ihm ja auch das Spiel kaputt machen, wenn ich dann so unsicher reagiere. Dann dampfte er schnaubend ab und ich brach in Tränen aus. Was mir jetzt natürlich ultra peinlich ist. Inzwischen ist es mir sogar meta-peinlich, weil ich ja weiß, wieso ich so reagiere (die haben, vermutlich komplett unbeabsichtigt, ganz wunde Punkte getroffen, die mit Mobbing, Ausschluss, falsch laufender Kommunikation und immer wieder missglückten Versuchen, eine Community zu finden, zu tun haben*) und weil Gefühle haben ja ok ist und das doch eigentlich ne gute Eigenschaft ist und so weiter und so fort.
Bleibt hängen: ich kann nicht gut Schauspielern, nahezu gar nicht lügen, strategisch ohne Rücksicht auf Verluste denken, Intrigen spinnen und Schmutzkampagnen fahren kann ich auch nicht und nicht mal meine Gefühle im Zaum halten kann ich. Die Drittklässlerin, die bei jeder Ungerechtigkeit geheult hat, bis die halbe Klasse „heul doch, heul doch!“-johlend hinter ihr her lief, und die gemobbte 13-Jährige stehen sofort parat.
Immerhin eine Freundin habe ich hier, die dabei war und sich mein Geheul hinterher angehört hat und die wirklich lieb war. Yeah, I guess.
Der Rest vom Tag war im übrigen super. Nur ganz am Schluss war es richtig kacke.
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*ANDERERSEITS. Das hier ist Mensa. 90% von uns wurden gemobbt. Mindestens die Hälfte hat noch irgendwelche anderen Buchstabendiagnosen (also ASD und/oder ADHS). Inklusion wird sehr groß geschrieben. Es wird überall dazu aufgefordert, sich zum Beispiel an einen Spieletisch zu setzen und Leute anzuquatschen. Da kann man erwarten, dass das Gegenüber nicht einfach ohne Rücksicht seinen Stiefel fährt und sich benimmt wie die emotionale Axt im Wald.
Tag 3736 – Landestreffen Tag 2.
Es ist ein wilder Ritt hier. Ich bin hier extra weird (hier ist die Weirdo-Dichte aber auch hoch und alle werden einfach so akzeptiert, wie sie sind, es ist so toll! Kein Wunder, dass ich da sofort alle Schilde runterfahre, wenn auch unbewusst), ich habe alle möglichen Gefühle gleichzeitig und die ganze Zeit, ich unterhalte mich super, habe Spaß, mache Quatsch und muss(te) mich mittags noch mal für ne Stunde hinlegen, weil alle Batterien komplett leer waren.
Ich mag diesen Verein sehr.
Tag 3733 – 3735 – Arbeit Arbeit und jetzt nicht mehr.
Zwei Tage Homeoffice. Meine Produktivität war… sehr durchwachsen. Ich versuche, zu akzeptieren, dass das nun mal so ist, und mich dafür nicht fertig zu machen. Das ist manchmal nicht einfach. Aber am Ende kommt ja immer noch eine überdurchschnittliche Arbeitnehmerin (mit unterdurchschnittlichem Gehalt) dabei raus.
Heute hatte ich aber frei. Morgen habe ich auch frei. Ich bin nämlich wieder auf dem Landestreffen des 2%-Clubs. Das stresst mich offenbar, denn ich habe direkt erst mal meine Kosmetik- und sonstige Badezimmersachen fein säuberlich aufgereiht und symmetrisch ausgerichtet. Aber es ist wie auch beim letzten Mal: alle hier sind so nett und interessant, es macht mich sehr glücklich. Selbst Sauna mit mir völlig unbekannten Leuten war gut. (Anmerkung: man geht hier in Badekleidung in die Sauna. Immer.) Es ist echt lange her, dass ich in einer Sauna Bier getrunken habe. Zwischen den Saunagängen habe ich mich sogar im Kanal abgekühlt, also fast Eisbaden, das Wasser kommt aus dem Fjord. Beim letzten Mal war ich sogar bis zum Bauchnabel drin!
Danach noch viele schöne Gespräche gehabt, aber um elf war die Luft bei aller Liebe raus und ich begab mich auf mein Zimmer. Platt wie ein Brötchen.
Tag 3732 – Uffz.
Nach einem Tag im Büro mit allen Aufs und Abs, die das so mit sich bringt, bin ich hundemüde und habe Kopfschmerzen. Ich gehe jetzt ins Bett und hoffe, dass das dann auch das Ende des Jetlags ist.
Die letzte session des Sportprogramms muss auch bis morgen warten, ich bin echt erschossen.
Derweil hat sich Herr Rabe heute eine Winterjacke gekauft, von so einer sehr bekannten nordischen Outdoormarke, weil eine Kollegin da Rabattcoupons hatte. Er liegt mir schon seit 1,5 Wintern damit in den Ohren, dass er mal eine neue Winterjacke braucht, weil seine einfach ziemlich fertig ist, aber irgendwas in nicht schwarz, dunkelblau, braun oder dunkelgrau zu kriegen, ist echt schwierig. Seine neue wird jetzt feuerrot und der Stoff ist so Special, dass er auf der Webseite mit einem Hans Zimmer-artigen Soundtrack untermalt wird. Man könnte von der Marke auch Jacken für Expeditionen in die Arktis kaufen, aber da hab ich dann doch ein Veto eingelegt, das fand ich dann fürs Pendeln zwischen Eidsvoll und Oslo sowohl optisch als auch preislich etwas überkandidelt.
Tag 3731 – Kind of Rhythmus.
Ja, da ist ein H zu viel, aber ich bin jetzt erstens zu faul zum googeln und zweitens wird jede Version mit nur einem H rot unterkringelt. Vielleicht ist das auch so ein Fehler, den ich mir nur einbilde. Vielleicht doch morgen mal googeln.
Morgen ist wieder Arbeit, ich möchte das nicht, aber ne Wahl hab ich jetzt auch nicht gerade. Vor allem möchte ich nicht super früh aufstehen müssen. Gestern und heute habe ich unvernünftig lange geschlafen, das war nicht schlau (aber schön). Jetzt hoffe ich, dass das Sportprogramm und die Melatonintablette gemeinsam für baldigen Schlaf sorgen.
Mein sonstiges Tagwerk war folgendes:

Herr Rabe liest ja hier auch mit, also… ja, das wäre schon schön, da Strom zu haben und nicht mit nem Verlängerungskabel rumhampeln zu müssen, aber das hat zur Zeit nicht Priorität. Vorher sind 1843 andere Sachen dran.
Ich bin sehr stolz auf mich, ich hab das alles ganz alleine gemacht, sogar diese Kästen aufgehängt. Das gehört sonst zu den Sachen, die ich Herrn Rabe überlasse, aber der war beschäftigt, also habe ich den Akkuschrauber selbst in die Hand genommen. Und es ist trotzdem grade geworden! Es waren auch noch keine Spinnen irgendwo eingezogen, und ich habe die Gelegenheit genutzt, noch mal durch die Stoffe zu sortieren und einiges auszusortieren. Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Ordnungs-Fortschritt in exakt dieser Ecke.
Tag 3725 bis 3726,5 – USA Teil 3.
Die letzten zwei Tage in den USA waren relativ unspektakulär, aber da war dann auch die Luft irgendwie ein bisschen raus und alle wollten gerne einfach nach Hause. Montag früh machte ich mein letztes Training in den USA, dafür zum ersten Mal mit Publikum. Zwei sehr sporty Gymbro-Amerikaner beäugten mich, wie ich Übungen machte, die vermutlich von außen sehr seltsam aussahen. Von innen waren sie sehr anstrengend, obwohl es nichts war gegen den einen Tag, als mich hinterher der Hotelchef fragte, ob alles ok sei, er hätte „Aktivität“ gehört und sich etwas Sorgen gemacht. Ja, nee, äh, alles gut, war halt anstrengend. Hust. Das Programm hat Tage mit „Gewichtheben“ und Tage mit Balance und Core und das auch wieder mit und ohne Gewichte. Heute war zum Beispiel ohne Gewichte. Was gut war, weil mir von den letzten zwei Gewichte-Tagen immer noch die Hände weh tun. Trotzdem werde ich morgen über Muskelkater jammern, wenn ich das brutale einstündige Total Body Workout (mit Gewichten) absolviere. Letzte Woche machte ich das am Samstag, bevor ich nach New York fuhr. Wach war ich ja eh und Frühstück gab es auch erst ab halb acht. Und letzten Montag mit Publikum war eben Balance mit Gewichten, also so Zeug wie in der Schulterbrücke stehend mit einem Bein ausgestreckt einen Bogen von links nach rechts und zurück machen, während man auf der gleichen Seite mit dem Arm eine Hantel über dem Kopf balanciert. Versuchen Sie ruhig einfach mal diese Stellung zu machen, ohne Hantel, und ohne den Halbkreis mit dem Bein, dann wissen Sie, warum sich den Gymbros ein unterhaltsamer Anblick bot. Da war ich auch schon recht fertig, also knallrot im Gesicht und an wenig attraktiven Stellen nassgeschwitzt. Ok, sind Schweißflecken irgendwo bei irgendwem attraktiv?
Anyway. Montag Abend gingen wir noch mal zu dem super Burgerrestaurant und danach noch in eine Sportsbar, wo ich in den zweifelhaften Genuss kam, mein erstes Dreiviertel American Football-Match zu sehen. Der Verlobte von Taylor Swift gegen irgendwen, man möge mir vergeben, das ist wirklich einfach so gar nicht mein Sport und deshalb habe ich auch nicht aufgepasst. Generell finde ich ja Sport gucken total lahm. In der Sportsbar liefen außerdem auf mindestens 10 Bildschirmen mindestens 5 verschiedene Sportarten (Golf, Baseball, Football, Basketball und Soccer, meine ich) und es hatte so eine Schwimmbadakustik, die ich so gar nicht gut abkann. Zwei Bier halfen, aber gut ist das ja auch nicht. Aber mei, letzter Abend.
Dienstag wurden wir etwas früher als erwartet fertig, es war quasi kein Verkehr und Mietwagen abgeben war auch problemlos, sodass ich schon fast Angst hatte, dass ich meinen Koffer noch gar nicht würde abgeben können. Ging dann aber doch (grade so). Newark hat an Terminal B jetzt auch diese Hightech-Scanner fürs Handgepäck, wo man einfach alles im Rucksack lassen kann und auch Flüssigkeiten nicht mehr in einen 1L-Beutel quetschen muss. Man muss nicht mal mehr die Schuhe ausziehen! Ich war sehr angetan.
Nicht von der Lounge, die SAS-Lounge in Newark ist total abgeranzt und eigentlich einer Lounge nicht würdig. Also, besser als am Gate rumsitzen (Newark ist jetzt generell ein bisschen in die Jahre gekommen und nicht sehr schön), aber nur knapp. Drei Stunden saß ich da und arbeitete ein bisschen halbherzig herum. Internet ging auch nicht und ich wollte einfach nach Hause. Mich nervten alle Leute immer mehr, die Leute, die viel zu viel Parfüm auftragen, die Leute, die viel zu laut reden, die Leute, die in ner übervollen Lounge ihrem Rucksack einen Sitzplatz gönnen… meine Batterien waren komplett leer und die seit einer Woche unterdrückte Laune brach quasi wie ein Vulkan aus. Ich hatte Lust auf Gewalt, beschränkte mich aber auf eisige Blicke an Rucksack-Mann und Parfüm-Frau und Laber-Paar.
Im Flugzeug angekommen ging es dann, der Computer war dann auch fast leer und ich las in meinem Buch bis zum Essen. Danach legte ich mich hin. Nach drei Stunden (ungelogen) wurden wir alle geweckt, weil sie sich mit der Frühstückszeit vertan hatten. Immerhin konnte ich nach dem Frühstück noch etwas dösen. Trotzdem war ich den Rest des Tages komplett erschossen, das war eine viel zu kurze Nacht.
Nach dem Zwischenstopp in Arlanda ging es mit einer Salamischeibe weiter.

Die gehörte vermutlich ebenfalls zu einem Frühstück. Ich habe keine Ahnung, was theoretisch auf dem Flug serviert wurde, ich habe ans Fenster gelehnt geschlafen. Kalt war es auf dem Flug und die Sitze sehr durchgesessen, und die Laune, und die Überreizung… Ich war wirklich nicht die beste Version meiner selbst.
Aber, worauf ich an dieser Stelle mal Lobeshymnen singen muss: formgegossene Ohrenstöpsel zum Schlafen. Oder auch nur zum im Flugzeug sitzen. Beste Anschaffung. Damit kann ich ÜBERALL schlafen. Die Klimaanlage im Hotel in New York hörte sich an, wie ein startendes Flugzeug. Der Kühlschrank im New Jersey-Kaff ebenso. Flugzeuge sind laut, Menschen sind laut. Mit den Dingern drin ist das alles egal. Die waren wirklich jeden Cent wert. Also sie haben auch wirklich einige Cents gekostet, das will ich gar nicht klein reden, aber wenn man das Geld hat und wegen Geräuschen Probleme mit dem Schlafen hat, ist das eine gute Anschaffung. Meine sind auch ganz weich und stören überhaupt nicht. Auf der Reise wollte ich sie irgendwann gar nicht mehr raus nehmen, aber man hört dann halt auch die Umgebung nicht. Das ist eher ungünstig, zum Beispiel an Flughäfen.
Tja, und dann war ich ja wieder hier. Langsam und mit fiesem Jetlag (immer noch, die Uhrzeit verrät es). Ich habe sowohl Donnerstag als auch Freitag ein Nickerchen nach dem Mittagessen gemacht, weil einfach nichts mehr ging. Mein Sportprogramm habe ich Donnerstag fortgesetzt, vor der Arbeit, wenn auch nicht so früh. Aber um morgens in die Gänge zu kommen, ist Sport echt ganz gut. Donnerstag habe ich auch meine Geige wieder ausgepackt und das war schön. Mit dem getapten Ringfinger geht das sogar ganz ok, ist ja die rechte Hand, das ist vielleicht der eine Finger, den man zum Geige spielen am wenigsten braucht. Glück im Unglück. Heute ist, wenn ich richtig gerechnet habe, Tag 3730. so schnell sind fast zwei Wochen rum.