Tag 3678 – Tja die 2.

Ich fühle mich weiterhin nicht so schlimm, wie sich Herr Rabe gefühlt hat. Das ist gut. Allerdings habe ich auch, im Gegensatz zu ihm, sofort zu Produkten aus der Apotheke gegriffen, weil ich ja auch gesehen hatte, wie es sonst laufen kann. Und diese Produkte haben sehr gut gewirkt, jetzt hab ich halt das Gegenteil von dem, was ich gestern hatte. Obwohl ich es wirklich strikt nach Packungsbeilage genommen hab. Naja, das wird sich auch irgendwie wieder lösen, ne? Und es ist auch nur das eine Symptom weg, die anderen habe ich schon noch und ich bin echt um jeden Meter froh, den ich grad nicht laufen muss.

Heute beim Nudeln kochen ist mir aufgefallen, dass die Dunstabzugshaube eher so ein lautes und designtechnisch fragwürdiges Dekoobjekt und Kondensationsfänger ist. Passend dazu haben wir die Rechnung vom Dachdecker bekommen (der vorerst fertig ist, aber noch mal wieder kommen muss, wenn ein Schreiner die morschen Bretter am Balkongeländer ausgetauscht hat, um da an der Ecke die Folie noch richtig anzukleben). Erst mal ein bisschen atmen.

Tag 3676 – Auf und ab.

Zu allererst: Es sieht so aus, dass wir eine Rot-grüne Regierung bekommen. Das wird dann wohl ein Zusammenschluss aus vielen rötlichen und grünlichen Parteien, aber immerhin NICHT blau-braun. Yeah. Die Grünen sind dieses Mal auch recht safe über der Sperrgrenze (hier 4%). Das ist auch gut.

Ich habe heute zwei mal eine halbe Stunde Geige geübt und das war schön. Außerdem habe ich eine halbe Stunde Michel beim Trompete üben beaufsichtigt und ihm Melodien vorgesungen, und er hat sich am Ende bedankt. Er kann das auch alles, er muss nur üben. Er hört manchmal nicht so gut, ob er die richtigen Töne spielt (oder er ignoriert, wenn es die falschen Töne sind) und braucht deshalb jemanden, der daneben sitzt und ab und zu Fis! sagt. Das war, im Großen und Ganzen, auch schön.

Die Dachdecker haben angefangen, unser undichtes Garagendach neu zu decken. Dabei haben sie entdeckt, dass ein Teil des Balkongeländers morsch ist, nämlich genau an der Garagendach-Ecke. Das ist ziemlich mistig. Ursache ist wohl, dass die Vor-Vorbesitzer des Hauses am (vermutlich schon länger undichten) Garagendach rumgeflickschustert haben, und dann ist wo Wasser hingelaufen, wo es nicht weg konnte. Und jetzt müssen wir auch noch nen Zimmermann organisieren, der das da repariert, und eventuell muss ich dann wohl doch jetzt schon ja zum Glas-Geländer sagen. Wenn das Geländer eh ab muss… hmm. (Teuer.)

Bei der Arbeit alle bekloppt wie immer.

Tag 3674 – Axt.

Der Tag begann mit Streit. Ich bin der schlechteste Mensch der Welt, ist mein Schluss daraus. Gefühllos und herzlos und egozentrisch. Tja. Aber irgendwohin muss so Selbsthass ja, also wollte ich endlich den Rhabarber einpflanzen (Rhabarber überlebt echt erstaunlich gut nackt, ohne Erde, in einem Eimer). Aber dazu musste ich erst mal eine Ecke freiroden. Da passte es gut, dass ich gestern eine sehr große Astschere gekauft habe, weil wir den Wilden Wein die selbstkletternde Jungfernrebe für den Dachdecker vom Garagendach entfernen mussten. Das hat btw Michel gemacht. Schon praktisch, so große Kinder. Ich weiß jetzt auch, dass man im Normalfall in Europa keine Angst vor Mauerbegrünung haben muss und „Das sprengt das Gemäuer auf!“ ein Ammenmärchen ist, speziell bei Wein und Jungfernrebe und anderen Gewächsen, die Haftscheiben haben. Manche Schlingpflanzen können Regenrohre erwürgen und so, das ist dann schon ungünstig. Aber die Jungfernrebe tut gar nichts, außer hübsch aussehen und die Mauern kühl halten. Selbst vor Efeu muss man wohl weit weniger Angst haben, als man gemeinhin hat.

Anyway, ich habe heute sehr viel die Astschere benutzt. In meiner Wut und meinem Frust habe ich den halben Garten und den ganzen Wendeplatz vor der Garage freigerodet und mir sogar irgendwann eine Säge geholt um noch besser unerwünschtes Gestrüpp entfernen zu können – und weil ich die Axt nicht gefunden habe. Eine fette Kreuzspinne wurde dabei obdachlos, dass ich eine ausladende Bergfichte (?) komplett weggerodet habe. Ich habe noch ein bisschen die Jungfernrebe beschnitten, einen der hier überall wie die Pest wachsenden Bäume gefällt (der war schon deutlich über zwei Meter hoch) und zwei riesige Büsche unbekannter Art auf die Hälfte reduziert. Plus überall so invasive Arten und nervige Wucherpflanzen wie Himbeeren und Stachelbeeren rausreißen. Zum Glück haben wir ein großes Grundstück mit einem zu nichts sonst gutem, steilen Hang. Das ist jetzt mehr so ein Bio-Landfill. Aber viele Arten mögen ja totes Holz, sowohl als Essen als auch als Zuhause.

Danach war ich dreckig und schweißgebadet und hungrig und roch ein bisschen interessant. Nach Pizza von gestern und einer Dusche ging es viel besser. Mit dem Teilergebnis von heute bin ich auch zufrieden. Morgen geht es vielleicht weiter. Wütend im Garten Sachen wegschneiden ist wesentlich besser, als beim Anblick von Kisten in Tränen ausbrechen.

Der Rest des Tages ging für Einkaufen, mit Nachbarn reden, Pippi ins Bett verfrachten etc drauf. Ich bin echt platt jetzt.

Tag 3673 – Piep.

Es leben alle. Und fast wäre auch alles gut, aber jetzt ist Herr Rabe irgendwie krank und ich sehe das dritte Wochenende in Folge im Klo versinken und weil mich das (und das Chaos) so stresst, denkt Herr Rabe jetzt auch, dass ich ihn hasse. Das ist natürlich alles nicht so optimal. Aber mein Pensum an happy pappy „das schaukeln wir schon alles“ ist erfüllt und mir geht einfach die Luft aus.

Sorry wegen des Genöles.

Tag 3688 – So spät schon.

Das Wochenende ging für den Flohmarkt und die Erholung davon (aka wie erschossen in der Ecke liegen) drauf. Tja.

Ich muss auf das gute fokussieren und deshalb: wir haben eine sehr hübsche Kommode fürs Schlafzimmer erstanden, ich habe endlich einen Saftkocher, und vor meinen niedrigen, aber entzückenden Schminktisch steht jetzt ein alter weißer Klavierhocker mit rosa Kissen, der hat genau die richtige Höhe. Zwei Tische (ein Sofatisch fürs Zweitsofa und ein Puzzletisch für den Hobbyraum) stehen noch auf der Terrasse, dafür müssen wir erst mal Platz schaffen. Aber auf der Terrasse ist es halbwegs trocken.

Auf die neue Woche habe ich allerdings gar keinen Bock jetzt, eigentlich brauche ich erst mal Wochenende.

Tag 3686 und 3687 – Nur noch ein bisschen…

Gestern habe ich für 230 km geschmeidige 5 Stunden nach Hause gebraucht. Ich stand im Grunde von Drammen bis Kløfta (das sagt ihnen wahrscheinlich nichts, aber future me schon) im Stau. Danach war mit mir nicht mehr so viel los. Den Aufbau des Flohmarkts des Korpses habe ich geschwänzt. Sonst wäre ich auch heute nicht um halb sieben aufgestanden um um acht bei diesem Flohmarkt zu sein. Um 10 Uhr öffnete der seine Türen. Ich habe Bilder und -Rahmen verkauft. Vier Stunden lang. Der Flohmarkt findet in der alten Schule statt, und da ist jetzt auch keine Ventilation mehr. Es war unglaublich warm und stickig in der Turnhalle, und dazu sehr viele Leute und dieser ganze Kram und Chaos. Aber was tut man nicht alles für die Kinder, ne? Es sind auch heute schon Rekordeinkünfte zusammen gekommen. Aber ich muss jetzt dringend schlafen, denn um 12 Uhr muss ich wieder Bilder und -Rahmen verkaufen. Dabei bin ich total erschossen eigentlich. Jaja. Ein bisschen noch. Bald vorbei. Bis nächstes Jahr.