Tag 3781 und 3782 – Putzputzrödel.

Ein großes Haus macht echt viel Arbeit, wer hätte das gedacht. Folgen Sie mir für weitere Tipps von Captain Obvious. Es zeigt sich auch: ich habe ein Kind, das sehr gerne hilft, vor allem bei so „Erwachsenen-“ Sachen, und eines, das… naja. Dabei viel mosert. Und versucht, sich durch besonders schludriges Arbeiten über „Orrrr gib her, ich mach das grad!“ unsererseits um die Arbeit zu drücken.

Weihnachtlich ist es irgendwie noch nicht. Keksteig ist im Kühlschrank (jaja, viel zu spät…), vielleicht hilft das ja. Und heute haben Herr Rabe und Pippi die größte Schnittblume des Jahres aus dem Garten geholt. Wir haben da so viele Tannen und Fichten, die da nicht sein sollen, und eine Tanne hatte ideale Weihnachtsbaummaße. Das ging für die Tanne nicht gut aus. Und wir haben den frischesten Weihnachtsbaum aller Zeiten.

Heute haben wir, wegen einer spontanen Planänderung, den Kindern Hosen gekauft. Pippis Lieblingsjeans hat inzwischen zwei dicke Löcher, eins am Po und eins im Schritt. Und Michel möchte plötzlich doch auch Jeans tragen. Beide Kinder wachsen wie Unkraut. Also waren wir bei den großen Ketten und jetzt haben die Kinder die Jeans ihres jeweiligen Begehrens. Ich verkneife mir den Kindern gegenüber jeglichen Kommentar, dass Baggy auch 1999 schon eigentlich scheiße aussah. Das dürfen sie selber lernen und sie sind beide aus dem Alter raus, wo wir sie noch dazu zwingen konnten, bestimmte Dinge anzuziehen oder nicht anzuziehen. This too shall pass.

So gehen hier die Vorweihnachtstage ins Land. Zwischendurch versuche ich irgendwie, mir das hier zu erschließen:

Ohne die ganzen Vorschläge und kleinen Noten habe ich jetzt, glaube ich, die ersten vier Zeilen Rhythmisch verstanden. Hurra. Aber das Zählen ist allein schon ne Herausforderung und dann kommt noch dazu, dass mein Bogen gar nicht vier Meter lang ist. Die Markierungen sind übriges von meinem Geigenlehrer, aus Zeiten, wo er selbst daran arbeitete. Das ist sein Buch, ich darf das leihen. Rode 24 Capricen ist das, und die sind überraschend schön, aber wirklich hart.

Und Laune ist auch. Gestern Abend war’s echt fies.

Tag 3715 – 3717 – Wochenende plus.

Freitag war eigentlich nur Arbeit. Furchtbar langweilig, wenn man nicht dabei war. Wenn man dabei war, war es nur so normal Arbeit halt. Ich habe ein Uber gebucht, das war ca. das spannendste. Abends sind Herr Rabe und ich sehr unvernünftig lange vorm Fernseher versackt. Das war aber auch schön.

Gestern waren wir Bowlen, die ganze Familie, denn das hatte Pippi sich gewünscht. Pippi war nämlich letztes Wochenende sehr traurig, dass sie nicht mit in den Trampolinpark durfte, als Michel seinen Geburtstag gefeiert hat. Nun ist es aber ja nun mal so, dass Pippis Mutter zwei Kinder durch ihren Beckenboden gepresst hat, und das mit dem Trampolin macht danach nur noch bedingt Spaß (bitte keine Tipps für Training, been there, done all of that, hat nicht funktioniert, bin sehr müde, das zu diskutieren). Deshalb Bowling. Das war auch eigentlich sehr schön, bis Pippi aufging, dass wir alle besser sind als sie und dann war Krise und Heuli und aufgelöstes Kind. Ich war in dem Alter exakt genau so und kann das sehr gut verstehen. Dass Michel dann schlaue Tipps und/oder blöde Kommentare von der Seitenlinie reinruft, macht nichts besser. Pippi spielte dann halbwegs tapfer die Runde zu Ende und wurde mit einem Slush getröstet. Danach haben wir die Kinder gezwungen, mit uns Essen zu gehen (Thai/Sushi, also für die Kinder Sushi und für die Erwachsenen Thai), weil wir Monster sind, jedenfalls wenn man Michel Glauben schenkt. Kinder, so schön. Wenn man unbedingt jemanden will, dessen Emotionen man ständig managen (also auffangen, aushalten, regulieren, erklären…) muss, empfehle ich Kinder wärmstens. Obendrein tut mir vom Bowling der rechte Ringfinger weh und er ist auch dick am Gelenk, den Ehering kriege ich nicht mehr ab. Ich hoffe sehr, dass das bis Mittwoch weg ist.

Abends haben Herr Rabe und ich die 2. Staffel Wednesday fertig geguckt. Das war schön, wenn auch ein wenig vorhersehbar.

Heute Haushalt und Sachen für die Reise raussuchen. Ich werde sicher nicht schlafen können, bevor ich eine Packliste zumindest angefangen habe, also mache ich das gleich noch. Es wurde ein etwas späterer Abend als wünschenswert gewesen wäre, weil ich mit Michel erst noch einen Plan für seine Verpflichtungen und Freizeitgestaltung gemacht habe. Er hat da aufgrund seiner Neurodiversität grade mal wieder große Probleme, sich zu strukturieren und braucht viel Hilfe, aber wenn wir ihn (für ihn) aus dem Blauen heraus an irgendwas erinnern, das er machen soll, explodiert er ganz gerne mal und verweigert sich total. Also haben wir, nachdem er sich abgeregt hatte, uns hingesetzt und aufgelistet, was er alles machen will und was er machen muss, und was von den „muss“-Sachen eigentlich ganz gut läuft (Hausaufgaben zum Beispiel, Brotdose machen, und an den richtigen Tagen das richtige Sportzeug dabei haben) und was für ihn schwer ist. Bei den schwierigen und unbeliebten Sachen haben wir abgemacht, wann er die am besten machen kann, weil es ihn da am wenigsten nervt, und vor allem ob und wann wir ihn daran erinnern. Ich hoffe, das wird ihm ein bisschen helfen. Und ich hoffe, dass er uns vielleicht nicht jedes Mal ins Gesicht springt, wenn es eine Abmachung gibt, dass wir ihn jeden zweiten Montag fragen, ob er die Hausaufgaben für die aktuelle Zwei-Wochen-Periode schon fertig hat. Ich hoffe (und glaube eigentlich auch), dass er versteht, dass wir ihm nur helfen wollen, auch wenn sein ADHS-Gehirn Routinen furchtbar langweilig findet. Aber Struktur muss sein, sonst entgleitet (ihm) alles und es gibt dann Frust, weil er ja eigentlich xyz machen wollte oder abc hätte machen müssen.

Positiv betrachtet wird es nicht langweilig hier.

Tag 3683 und 3684 – Außer Arbeit nichts los.

Bei der Arbeit aber alle bekloppt. Machste nichts.

Um dem allgemeinen Wahnsinn im Werk zu entfliehen, habe ich heute mit dem Reisebüro telefoniert und dann eine Indienreise für mich und den Lieblingskollegen gebucht. Der Lieblingskollege hat krasse Skills im Reisebuchungsportal, aber wollte zehntausend Prozent sicher sein, dass die Tickets komplett flexibel sind, nachdem er da grad erst eine sehr blöde Erfahrung gemacht hat (nicht er selbst, aber ein anderer Inspektor musste dann halt vier Tage extra in Taiwan abhängen, weil die Änderung des Tickets so teuer gewesen wäre). Also habe ich angerufen und mir das bestätigen lassen. In der ersten Dezemberwoche geht es also wieder nach Indien. Vorher geht es noch nach Amsterdam und in die USA, ersteres ist ein Kurs, letzteres eine Inspektion. Ich finde, das sind dann auch genug Auslandsreisen im Jahr, fünf Stück, wenn ich mich nicht vertan habe. Zwei Kurse, drei Inspektionen. Ich freue mich trotzdem, ich darf dann nämlich auch Lead sein dieses Mal.

Ansonsten war nix. Ballett war, meine rechte Hüfte nervt dabei. Ich war kurz eine sehr gemeine Mutter, die nicht spontan alles fallen lässt, um ihr Baby, das morgens keine Regenjacke mitgenommen hatte, von der Schule abzuholen. Das Baby wurde dann nass. Und obendrein haben wir ja gar keine Badewanne und in der Dusche kann man sich ja quasi unmöglich aufwärmen und überhaupt, alles schlimm. Wenn man in der 5. Klasse ist, ist das schon ein Drama. Bei Gelegenheit muss ich den Kindern mal von vorm Kriech erzählen verklickern, was für ein Schwein sie haben, dass grundsätzlich erst mal alle Schulen, und in jedem Fall bis zur einschließlich 10. Klasse, in 2-4 Bushaltestellen Abstand zu uns liegen. Man kann da mit dem Rad hinfahren. Man kann auch einfach laufen! Damals vorm Kriech Ich hätte, bei aller Liebe, zu meinem Gymnasium nicht Rad fahren können. Wenn wir wegen irgendwas das Rad in der Schule haben mussten, musste ich halt das Rad in die Straßenbahn schleppen. So. Verwöhnte Brut.

Tag 3657 – Schiefer Haussegen.

Pippi ist ja jetzt 10 und ich glaube, 10 ist ein schwieriges Alter. Natürlich freuen wir uns alle schon ganz doll auf tatsächliche Pubertät, aber die Präpubertäre Phase ist auch schon nicht ohne und birgt einiges Konfliktpotential. Und generelles Meltdownpotential. Am meisten betrifft das natürlich Pippi, das ist ja auch nicht schön, wenn man ein Mal am Tag bei den Eltern zu Kreuze kriechen und sich für rotzgöriges Verhalten entschuldigen muss. Weil man ja eigentlich dann doch gar nicht ausziehen will und eigentlich doch die Eltern auch ganz okaye Menschen sind, selbst wenn deren Geduld für rotzgöriges Verhalten endlich ist.

Heute war so ein Tag, da war es extra schwierig und ein Einkaufstrip mit allen wurde vorzeitig beendet, obwohl Pippi ihr Geburtstags-Shopping versprochen worden war. Das führte komischerweise nicht zu Deeskalation. Aber nach einem Stück Baguette und einem halben Croissant und ein paar ruhigen Worten im Ferienhaus ging es bei Pippi wieder. Bei Herrn Rabe eher nicht so, der war noch sehr sauer und fand das auch falsch, aber ich hatte den Eindruck, dass Pippi vor allem ein *exklusives* Shoppingerlebnis möchte, mit 1:1-Zeit mit einem Erwachsenen (zum Bezahlen und Klamotten tragen). Also fuhren wir noch mal los. Wir sprachen auch im Auto darüber, was da vorher falsch gelaufen war. Aber es war dann wirklich sehr nett mit Pippi und sie hat sich auch an die vorher gesetzten Regeln gehalten (nur so und so viele Teile und maximal so und so viele Euro). Sie hat auch Sachen wieder weg gehängt, um andere Sachen kaufen zu können, und hoffentlich dabei was über Priorisierung gelernt.

Am Ende hatte ich ein sehr zufriedenes Kind, mit Teilen aus drei Läden (weil sie sich das so überlegt hatte, dass das Geld möglichst breit verteilt werden muss), das im Auto auf der viertelstündigen Rückfahrt einschlief. Die Teile sind alle nicht mein Geschmack, sondern ihrer. Ich habe zum ersten Mal einen Primark betreten. Wir sind nicht in den Sephora reingegangen. Und auch nicht in diverse Modeschmuckläden. Wir hatten zu zweit eine schöne Zeit. Und bei Herrn Rabe entschuldigt hat sie sich auch.

Die kreative Auslegung von „Set bestehend aus Hose und separat verkauftem Pulli“ als „1 Teil“ war so überzeugend, dass ich ein Auge zugedrückt habe.

Hier noch das kuriose Bild des Tages: ein Laundromat direkt auf dem Parkplatz des Shopping-Centers. Shop and wash, oder so.

Tag 3649 – Plötzlich Jugendlich.

Heute war ich, statt für den Urlaub zu packen, mit Michel beim Friseur. (Herr Rabe hat statt für den Urlaub zu packen Johannisbeeren mit Pippi gepflückt, also stehen wir morgen sehr früh auf.) Michel wollte schon länger seine Haare kürzer haben und ich habe das natürlich wie eine gute, bedürfnisorientierte Mutter gehandhabt und nein gesagt. Ich musste mich erst eine Weile an den Gedanken gewöhnen, dass Michel seine Haare abschneiden will. Aber ich habe das dann doch irgendwann überwunden und ihm einen Termin beim Friseur gemacht, und zwar einem ordentlichen, da, wo Herr Rabe auch hingeht. 45 Minuten und 650 Kronen später hatte ich dann ein ganz neues Kind, das jetzt aber sehr, sehr zufrieden ist.

Vorher
Erst mal die Längen ab.
Da kann man sich auch nen zweiten Michel draus basteln.
Nachher.

Jetzt sieht er plötzlich aus, wie ein Jugendlicher. Ein ausgesprochen gut aussehender obendrein (gute Gene, ähäm, natürlich alle nur vom Vater!), ich sehe ihn schon rechts, links, oben und unten Herzen brechen, weil er einfach bisher so gar nicht an Romanzen interessiert scheint.

Vor allem ist aber Michel happy ohne Ende und tanzt seither durch die Gegend. Er behauptet, das ginge jetzt besser, weil „mindestens drei Kilo!“ Haare ab sind. Ich durfte schon zeigen, wie man Salzwasserspray benutzt (Michel musste zu Hause noch ein paar Härchen abduschen) und jetzt friemelt er ständig an seinen Haaren. Das ist sehr schön zu sehen.

Da gewöhne ich mich bestimmt auch schnell dran, dass er anders aussieht.

Tag 3633 – Beim vierten Mal geht’s.

Heute habe ich Michel beim Korps-Sommerkurs abgeliefert. Dieses Mal ist er beim „roten“ Kurs, das heißt, er bleibt da jetzt bis Samstag und die Kinder sind älter, halt so Jugendschule-Alter, 8.-10. Klasse. Die Stücke sind auch fortgeschrittener. Gestern wollte Michel dafür extra schon ganz früh packen und war dann etwas angefressen, dass ich gesagt habe, er kann den Koffer noch nicht zu machen, er muss ja noch Zähne putzen und so. Heute trippelte er dann ab viertel vor neun neben mir rum, während ich noch eine Inspektionsankündigung verschickte, und wollte unbedingt los. Als wir da waren, setzte ich mich durch und bezog sein Bett, durfte dann gnädig noch mal schnell aufs Klo (und da haben die fancy Spülkästen, gucken Sie mal unten) und wurde dann mehr oder weniger höflich hinauskomplimentiert.

Ich freue mich ehrlich, dass Michel sich darauf freut und gerne da ist. Der Weg dahin war ja etwas holprig und im ersten Jahr, als er sich komplett weigern wollte und wir ein kreuzunglückliches Kind ablieferten (mit dem wir abgemacht hatten, dass wir es nach einer Nacht abholen, wenn es gar nicht geht) war ich offen gestanden sehr im Zweifel über unsere elterlichen Methoden, die beinhalten, dass man manche Kinder zu ihrem Glück manchmal zwingen muss. Aber dann holten wir nach dem Kurs ein sehr zufriedenes und mindestens 10 cm größeres Kind ab. Das zweite Jahr war dann etwas weniger Drama, das dritte Jahr nur noch symbolischer Protest (am schlimmsten war da, dass Pippi dort zeitgleich ihren Kurs hatte, glaube ich) und nach jedem Kurs fragte Michel, ob er im nächsten Jahr wieder zu dem Kurs könne. Und jetzt eben tatsächliche Vorfreude. Hach.

(Jaja, bestimmt Stockholmsyndrom. 50€ in die Therapiekasse.)

Tag 3619 – Blöd alles.

Blöden Kacktag bei der Arbeit gehabt. Haus nicht verkauft. (Allerdings hatte der potentielle Käufer wohl davon gefaselt, um den Garten rum ganz viel Thuja zu pflanzen, damit bloß keine Nachbarn reingucken können und das fände ich dann doch ziemlich herzbrechend, da grabe ich den Holunder doch noch aus vorher.)

Abends einen ziemlichen Haufen Geld für Kinderunterwäsche ausgegeben und dann noch neue Brillen geordert. Hilft ja alles nichts.

Michel will seine Haare schneiden, wegen Gruppendruck von seinen Kumpels, in etwas, das ich pottenhässlich finde (einen Wolf Cut, ich finde das sieht aus wie nicht oder schlecht geschnitten). Ich würde das gerne verhindern, aber das wäre vermutlich schlechte Elternschaft. Außerdem geht man echt lange in den Knast für prophylaktische Serienmorde an sämtlichen norwegischen Friseur*innen.

Schön war, mit Herrn Rabe eine Folge The Residence zu gucken, das ist eine ganz schöne Serie auf Netflix. Man lernt dort viel über Vögel.

Gucken Sie mal, wie schön der Holunder blüht!

Leider gibt es keine Geruchsfotos, aber der Busch duftet meterweit.

Tag 3570 und 3571 – Herzlichen Glückwunsch!

[Gestern war nur Arbeit, abends war ich mit 2 von den Ballettdamen essen und dann habe ich Kuchen gebacken. Unspektakulärer Tag.]

Heute hat Herr Rabe Geburtstag und er wird spektakuläre 42 Jahre alt! Also quasi weise. Ich bin sehr froh, dass Herr Rabe Geburtstag mit uns feiert, weil alle Alternativen echt nicht schön wären. Ich hoffe, wir können noch mindestens 42 weitere Geburtstage zusammen feiern. Ich mag den nämlich sehr, den Herrn Rabe.

Tag 3563 und 3564 – Normaler Arbeitswahnsinn.

Nach der Inspektion ist sowohl nach der Inspektion und auch nach der vorherigen Inspektion, als auch vor der nächsten Inspektion. Ich schreibe also zwei Reports und bereite die nächste Inspektion vor. Zwischendurch teste ich im IT-Projekt rum, wo sie in den letzten knapp drei Jahren NICHTS gelernt haben und wir wieder alles auf den letzten Drücker auf den Tisch kriegen und dann heißt es sinngemäß „wenn ihr dazu nicht ja sagt, verzögert ihr das ganze Projekt ganz massiv und das kostet dann irre viel Geld“. Ich hab das ja schon mehrfach gesagt, aber dieses Projekt geht mir SO auf den Senkel. Gestern habe ich gleich zwei Kolleginnen wirklich fies angeranzt, weil mein Geduldsfaden von diesem Projekt schon auf dem Weg zur Arbeit komplett aufgebraucht worden war. Also so, dass sich Leute umgedreht haben, wer da so rumkeift. Ich HASSE dieses Projekt.

Ach ja: es ist wieder soweit, es wird gemunkelt, dass wir dieses Jahr auch wieder streiken. Ich habe also heute Urlaub beantragt für die Tage, wo ich frei haben muss, weil ich private Pläne habe. Genehmigter Urlaub kann auch im Fall eines Streiks wahrgenommen werden. Überstunden abfeiern nicht. Aber ich habe echt viele Urlaubstage übrig, insofern passt das schon. Ich überlege immer noch, ob ich der Gewerkschaft schreibe, dass ich aus gesundheitlichen Gründen bitte vom Streik ausgenommen werden will. Letztes Jahr war wirklich kein Spaß und ich nicht nur am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Heute hatten wir ein Gespräch mit der Schulleitung, um über die Situation mit der Klassenlehrerin von Michel zu sprechen und es war wirklich gut. Zum ersten Mal habe ich in einem ernsten Gespräch mit der Schule das Gefühl gehabt, dass uns erst mal geglaubt und zugehört wird und nicht in erster Linie die Schuld bei Michel gesucht und jeglicher Anteil, den die Erwachsenen an der Eskalation haben könnten, abgeblockt wird. Das geht jetzt so seinen Gang. Es sind aber auch nur noch 33 Schultage auf dieser Schule für Michel, es ist also, egal wie es läuft, ein Ende in Sicht. Ich wünsche mir für ihn nur, dass es ein gutes Ende wird und er nicht mit dem Gefühl, dass man von den Erwachsenen in der Schule keine Hilfe bekommt, wenn andere Erwachsene sich daneben benehmen, die Schule wechselt.

Pippi hat sich einen Milch-Eckzahn rausgerupft. Bis der endlich draußen war, war aber heute alles komplett falsch und ein riesiges Drama wegen jedem Pups. Ich finde das sehr anstrengend. Sie sicher auch. Aber ich hoffe echt, bis zum nächsten Wackelzahn ist es noch etwas hin.

Außerdem war heute irgendwas mit dem Wetter, am späten Nachmittag explodierte plötzlich mein Kopf und ich musste mich ins Bett legen, wo ich dann auch erst mal eingeschlafen bin. Bis dahin war alles gut, gestern bin ich sogar vor Energie überschäumend abends eine Runde joggen gewesen und es war zum ersten Mal nicht total ätzend sondern tatsächlich ok. (Meine Laufschuhe waren die Investition wert, ich merke, dass ich damit mehr bouncy laufe und nicht so hart in die Knie knalle. Das macht auch gleich mehr Spaß.)

Tag 3543 und 3544 – Müde af.

Ich habe von gestern auf heute Ultra schlecht geschlafen, war so um drei Uhr wach, konnte bis 5 nicht mehr einschlafen und um halb sechs musste ich aufstehen. Da kriege ich dann auch mal Migräne von, ja. Besonders schön, wenn man irgendwie inspizieren soll, nebenher. Der Hersteller ist jetzt auch nicht unbedingt einer, wo es nicht ganz so schlimm ist, wenn man mal 5 Minuten nicht ganz dabei ist. Solche haben wir durchaus auch, aber hier ist es nicht so.

Gestern Abend hatten wir ein konspiratives Treffen mit anderen Eltern aus Michels Klasse und jetzt sind wir erst recht sauer. Da hat die Schule uns einfach mal allen erzählt, dass nur unser Kind, als allereinzigstes, total schlimm ist. Alle anderen Kinder kommen total supi mit der Lehrerin klar. Alles ist rosig, nur mit unserem Kind stimmt was nicht. Gemacht wird auch nichts, auch für die anderen Kinder werden die hart erkämpften Maßnahmen, die den Kindern den Schulalltag leichter machen sollen, in einer Form umgesetzt, die sich für die Kinder wie Strafen anfühlen. Einer muss immer in Mathe in einem anderen Raum sitzen, weil er weiter ist, als der Rest. So als Beispiel. Michel wird rausgehängt und vor der ganzen Klasse wird betont, dass er den Computer benutzen darf, während die anderen mit der Hand schreiben, WEIL ER JA ADHS HAT UND SO EINE SCHLECHTE HANDSCHRIFT. Ein anderes Kind wird rausgehängt, weil seine Eltern auf regelmäßigen Treffen mit eben jener Lehrerin bestehen. Generell ist bei allen der Eindruck da, dass es für die Kinder immer schlimmer wird, je mehr wir Eltern intervenieren. Der Frust darüber wird dann an den Kindern ausgelassen. Aber nur an den Jungs. Ich bin wirklich keine Männerrechtlerin, die ständig von der schlimmschlimmschrecklichen Benachteiligung von Jungen im Schulsystem erzählt, aber in diesem Fall ist sehr deutlich, dass die Lehrerin Kinder im allgemeinen nicht und Jungs ganz besonders wenig mag. Es tut mir echt leid für das Ranten, aber die Situation ist geprägt von Willkür und Machtdemonstrationen und das alles ist echt Kacke, vor allem für die Kinder. Wie man es macht, ist es jetzt verkehrt. Mein Verständnis für die Lehrerin ist langsam auch am Ende, die letzte Eskalation kann sie sich komplett alleine auf die Fahne schreiben. Wir haben uns wirklich bemüht, zu Hause nicht schlecht über die Schule oder die Lehrerin zu reden, aber das ist langsam nicht mehr möglich, ohne direkt zu lügen.

So, Rant ende.

Falls Pippi diese Lehrerin im nächsten Jahr als Klassenlehrerin bekommen sollte, wechselt sie die Klasse am ersten Schultag. Das tue ich ihr nicht und uns nicht noch mal an.