Tag 1194 – Sonntag Abend ist vor Montag morgen.

Heute erstaunlich wenig durchgehangen. Wenn man schon viel Wein trinkt, scheint es ratsam zu sein, dazu auch viel Käse zu essen und viel Wasser zu trinken. Wir hatten gestern Nacht noch abgemacht, uns heute auf dem Kindergartenspielplatz zu treffen, das taten wir auch und dann hingen wir noch bis zum Abendessen bei den Nachbarn ab, die herrlich entspannt dabei waren und, hach.

Dann leider etwas Gezanke mit dem Spediteur. Er ist der Meinung, uns nur noch 7 Kartons nachliefern zu müssen, es sind aber 10. Er meint außerdem, wir sollten ihm doch schon mal die Rechnung bezahlen. Ähhhhh, nein. Ich bezahle gar nix, bevor das nicht alles hier ist, alles as in alles, das Gesamte, alle unsere 10 Kartons. Hab ich einen Bock auf so Gezicke nun, es ist wirklich wundervoll.

Ansonsten nun ein kleines Gehirn leerschreiben. Nächste Woche muss ich

  • Das Einschreiben von der Post holen (vor Mittwoch), darin: das Einschreiben, das ich der Chipsfabrik geschrieben habe, mit der Rechnung über mein Gehalt. Das hat keiner abgeholt, Würstchen.
  • Wohnzimmergardinen nähen
  • Wohnzimmerkissen und Rollgardine nähen, davor
    • Rollgardinengedöns und
    • Reißverschlüsse kaufen
  • Herrn Rabes Hosentaschen reparieren (asap)
  • Des Italieners Gerichtskosten bezahlen (es ist kompliziert, in ganz kurz ist das Problem, dass seine italienische Bank einen Haufen Gebühren für Auslandsüberweisungen verlangt, aber PayPal an mich kostenlos war)
  • 1 Bewerbung schreiben
  • 1 Anruf tätigen (Montag)
  • Schon wieder staubwischensaugen (Sysiphos lässt grüßen)
  • Bäder und Küche putzen
  • Evtl zu Ikea
  • Mittwoch fast bis nach Schweden fahren, weil da wichtige Dinge passieren

Das klingt jetzt viel, aber ist es eigentlich gar nicht so.

Ab morgen wieder Aufstehen um sechs, uff.

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Auto-Lobhudelei: Herrn Rabe gesagt, was ich an ihm toll finde und auch mal angesprochen, was ich grad nicht optimal finde*. Die selben Dinge findet er auch nicht optimal und wir sind da im selben Boot, Strategie noch nicht ganz klar, aber es wird wohl auf eine Mischung aus Aushalten/Abwarten und sich des Problems und seiner vorübergehenden Natur bewusst sein hinaus laufen.

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*Null Paar-/Erwachsenenzeit.

Tag 1147 – Laut.

Die Nacht war schon laut. Michel hat ja eine Hausstaubmilbenallergie. Ich habe die Diagnose bisher insgeheim angezweifelt, Bluttest hin oder her, er hat einfach gar keine Symptome zu Hause. Null. Nix. Aber zu Hause haben wir kaum Teppiche, wir wischen parkettbodenschädlich häufig (weil ich es gern sauber hab und kleine Kinder tendenziell mehr klebrige Flecken hinterlassen als Erwachsene), wir haben nur Synthetik- und Mikrofaser-Bettzeug wegen des Tierschutzes, haben aus Gründen wasserundurchlässige Matratzenschoner und waschen aus Gründen diese und auch die Bettdecken noch etwa ein Mal im Monat. Jetzt beim Opa, mit Daunenbetten und Teppichen, ist es aber echt schlimm, vor allem nachts, das arme Kind hustet furchtbar und die Augen sind knallrot und geschwollen und jucken. Auch gestern (und auch heute wieder) bei meiner Omi schwollen seine Augen an, bis er aussah wie ein Maulwurf. Tagsüber hält sich das Genörgel über das Jucken ja noch in Grenzen, aber nachts macht es ihn wahnsinnig und uns alle gleich mit, weil er mitten in der Nacht schier ausrastet und meint, er müsse mindestens sterben. Laut ist das. Und nervig. Und nachts ist mein Mitgefühl irgendwie ganz gering ausgeprägt, ändern kann man es ja eh nicht und ich verstehe einfach nicht, wieso man LAUT BRÜLLEND verkünden muss, dass man gar nicht schlafen kann. Wie dem auch sei, kein Deutschlandbesuch ohne Apothekenbesuch (trotz Bestellung in der Online-Apotheke), wir haben jetzt Antihistamin-Saft. Und ich werd wohl auch nochmal los und Antihistamin-Tabletten kaufen, nachdem Michel heute Abend, als es ans Medizin nehmen ging, vorwurfsvoll meinte „Warum gibt’s das nicht als Tablette?“. Ja, gibt’s natürlich, zwar nur in Erwachsenendosierung aber mit Teilrille bei der man ausdrücklich auch teilen darf und für Kinder auch soll. Michel mag seit diversen Antibiotika-Zwangseinnahmen als Baby und Kleinkind keinerlei flüssige Medizin mehr, nimmt aber seit einiger Zeit ohne Meckern alle möglichen Tabletten. Wir werden dann in Norwegen auch mal Desensibilisierung ansprechen, das jetzt ist echt übel, nicht dass er noch allergisches Asthma oder drülfzig Kreuzallergien entwickelt.

Aber egal. Jedenfalls doofe Nacht.

Am Mittag wollten wir los, um bei meiner Omi die gestern sortierten und bereit gestellten Sachen einzuladen und auf die Stationen Brockensammlung – Müll – Meine Mutter (zur Mitnahme durch eine Spedition) zu verteilen. Ich habe noch einen großen Kleidersack vom Dachboden meines Schwiegervaters geholt und zwei Kleider, darunter ein bodenlanges, weißes Kleid mit kleiner Schleppe aussortiert. Ja, mein Brautkleid. Ich hoffe, es freut sich noch jemand darüber. Das Kleid der standesamtlichen Trauung behalte ich, das fährt nun zusammen mit meinem Damensmoking und meinen Brautschuhen (kann man Einfärben) auch nach Norwegen. Am Ende waren wir wegen trödeliger Familie sehr spät dran und ich musste erst einmal ordentlich laut werden, bis sich alle etwas schneller als per Diffusion bewegten. Ich mag mich so nicht, aber es geht manchmal nicht ohne.

Bei meiner Omi genossen, wie schön Michel (und ein bisschen auch Pippi) sich mit sich selbst und dann seine Uromi beschäftigt hat, indem er der Maus einen Leseturm gebaut hat, der dann fachmännisch vermessen werden musste. Wenn sie sich nicht vorher laut um den Kaffeetisch gejagt hätten wäre es noch schöner gewesen.

Abends dann Essen gewesen, mit meiner Omi, meiner Mutter, meinem Schwiegervater und uns vieren. Es passierte, was immer passiert, wenn meine Mutter auf die Kinder trifft: es wurde unglaublich laut. Ich weiß nicht, wie sie das schaffen, aber sie schaukeln sich ratzfatz tierisch hoch und am Ende möchte ich ins Schweigekloster und weil das so spontan nicht geht versuche ich Herrn Rabe heimlich dabei zu fotografieren, wie er sich verstohlen die Ohren zuhält*. Huff. Laut. Und ja, lieber Nebentisch, ich hab das Augenrollen gesehen, gehört und gespürt. Wir kommen nicht so schnell wieder, versprochen.

Morgen hoffentlich etwas ruhiger. Jetzt brüllt Pippi. Laut.

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*Hat nicht geklappt. Also das Fotografieren.

Tag 987 – Grummelig.

Heute ein ganz starkes Gefühl von #alleirre. Ich vermute fast, es hängt mit meinem eigenen Stress (der zu 100% hausgemacht ist) zusammen. Ach was, ganz sicher tut es das. Aber meine Toleranz für jegliches „Du musst“ ist grad echt niedrig. Das gilt für „Du musst mir meinen Käse kleinschneiden!“ und für „Du musst dich über XYZ aufregen!“ genauso wie für „Du musst Irland* schön finden!“ und „Du musst Werbung im Blog haben, sonst trägt sich das ja nicht!**“ und auch „Du musst ganz doll Panik kriegen und alles löschen wegen GDPR!!!***“.

Ich atme deshalb einfach und gehe jetzt schlafen.

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*Habe einen Podcast gehört, nämlich „Anekdotisch Evident“ Folge 5, da wird sehr von Irland geschwärmt, die Landschaft, die Leute, die Landschaft, oh so schön. Ich war auch schon in Irland. Ja, die Landschaft ist wunderschön. Leider bei meinem letzten Besuch (2010) überall zerrupft von einzelnen, leerstehenden Neubauten. Aber wirklich wunderschön. So wie hier. Nur mit weniger Fjorden. Und Schafe gibt’s hier auch überall. Sogar dauernd wechselndes Wetter haben wir. Und sowas ähnliches wie Sozialismus. Und man darf hier sogar abtreiben.

**Guess what: tut es auch nicht.

***Phew. Es ist kompliziert, hmm? Also, ja, dadurch, dass hier Menschen lesen, die EU-Bürger sind betrifft auch mich GDPR****. Da hilft nämlich leider nicht, dass wir hier im Non-EU-Ausland sitzen. So. Andererseits habe ich keine extra Plugins und ein sehr Basic WordPress-Theme und WordPress sagt, dass sie die Core WordPress-Funktionen bis zum 25.5. GDPR-gerecht gestalten werden. Ich verlasse mich da ein Stückweit drauf, dass dem so sein wird. Möglicherweise, wenn ich den Verdacht haben sollte, dass das *trotzdem* nicht GDPR-konform läuft, werde ich die Kommentarfunktion komplett abstellen. Das ist dann blöd für uns alle. Oder ich lass es halt drauf ankommen, dass mich wer auf 4%***** meines spektakulären Jahresumsatzes verklagt. Zwinkersmiley.

****Auch wenn die EU ja alles Wichtige in allen 24 offiziellen EU-Sprachen herausgibt, bleibe ich bei Englisch. Weil ich’s kann (und das sonst in meinem Gehirn nur Brei wird).

*****Ja, mir ist schon klar, dass es vermutlich auch nen Mindestbetrag gibt. Aber ich hab keine Lust, nachzugucken.

Tag 982 – Spaghettisalat.

Ein bisschen durcheinander bin ich heute. Deshalb wird das hier wieder nur kurz, entschuldigen Sie das bitte.

Pippi ging heute wieder in den Kindergarten. Gestern war sie fieberfrei, aber noch schlapp, heute topfit. Oh wie schön das hier ohne Kinder ist. Ok, kalt auch, etwas langweilig und die Schnecken sind jetzt auch nicht sooo die spannende Unterhaltung, aber immerhin konnte ich über eine ein bisschen lachen, die sich ein Ruccola-Blatt so blöd auf den Kopf gelegt hatte, dass sie das eine Auge nicht mehr ausfahren konnte. Ich hab also erst ein bisschen gelacht und ihr dann das Blatt entfernt. (Spannend, nicht wahr?)

Lernen: ich bin jetzt mit der EU durch. Der Teil des Tests, der sich mit „Molecular Modelling, Personalized Medicine, and Pharmacogenomics“ beschäftigt, sollte auch gehen. Drug Development auch, auch Non-clinical und Clinical Development, denke ich jedenfalls. Bleibt also noch Regulatory Affairs* und dann noch ein Spezialgebiet aus Regulatory Affairs, wobei ich mich da noch nicht entschieden hab, wie ich das angehe. Ich könnte mir ein Thema, zum Beispiel Biostatistics, rauspicken und selektiv lernen und hoffen, dass nicht ganz schlimme Fragen dazu kommen. Oder ich lerne von allem ein bisschen was und von manchem (zum Beispiel Biostatistics und GxP/Quality) etwas mehr und hoffe, dass einer der Bereiche beantwortbare Fragen liefert. Hmmhmmhmm. Schwierig. Immer diese Entscheidungen.

Schrecklichen Muskelkater vom gestrigen Workout bekommen, dabei fand ich das gar nicht so hart. Aber froh gewesen, dass heute nur Yoga dran war.

Heute morgen, als Michel durch Rumgehampel mein Kaffeeglas im Bad auf die Fliesen runterschmiss, total souverän reagiert, geschaut ob das Glas kaputt ist (nein), das Kind sich was getan hat (nein), dann tief durchgeatmet und dann erst das Kind angebrüllt. Fast sechs und fällt im Stehen vom Hocker, weil er eben nicht da einfach steht, sondern hampelt. Orr. Der schöne Kaffee.

Tierisch müde. Weiß auch nicht, wieso. Fitbit und auch Schlafapp sagen, ich schlafe gut. Vielleicht bin ich einfach ne Memme. Vielleicht wirkt auch das letzte halbe Jahr noch nach.

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Auto-Lobhudelei: Gelernt, lustlos, aber eben. (Wussten Sie, dass Kosovo und Montenegro den Euro benutzen, aber nicht in der EU sind? Ich auch nicht.)

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*Auch wahnsinnig präzise, ne? Das ist so wie wenn da stünde „Deutsch-LK Abiklausur-Themen: Texte“. Orr.

Tag 942 – Lessons learned.

Der Tag hat nie genug Stunden. Ich panike ein bisschen vor mich hin, der zweite Vortrag, das Kleid, das alles, uiuiui und eigentlich nur noch ne Woche Zeit.

Aber von vorn. Ich habe gelernt: Bewerbungen auf den letzten Drücker machinist nicht gut. Zwei wichtige stehen aber an. Wirklich so so so wichtige, dass das nicht bis nach der Defense warten kann. Die wollte ich heute schreiben, aber das… wurde nichts. Egal. Ich mache die eine morgen früh als erstes und die zweite, hmm, irgendwann morgen. Zumindest kann ich meinen CV da schon mal hochladen. Frist dafür ist Mittwoch 24:00 Uhr.

Was ich auch gelernt habe: Vortrag muss oft durchgegangen werden. Zweiter Vortrag sollte deshalb nächste Woche Montag stehen, dann habe ich Dienstag zum üben und Mittwoch zum Panik schieben.

Und das dritte: Nicht einfach drauflosnähen. Heften und Abstecken rules. Das ist zwar gefühlt sinnlose Arbeit, weil man das ja alles eh wieder rausmacht, aber im Endeffekt spart man sich so viel Frust, das ist es allemal wert. In das Kleid für die Party käme ich vermutlich gar nicht rein, wenn ich das einfach genäht hätte, wie das Schnittmuster sagt. Nachdem ja die Bluse in 10 viel zu groß war, ist das Kleid nämlich in 12 am Hintern echt eng*. Echt richtig eng. Möglicherweise wird sitzen schwierig, so eng. Und dabei habe ich jetzt schon alles rausgelassen, was ging. Nun. So ist es eben. Immerhin war ich diesmal nicht quasi schon fertig und hatte alles mit für immer haltenden drölfzigfach-Stichen genäht, sondern halt nur geheftet.

Noch was, nicht gelernt, eher festgestellt: immer wenn ich denke, ich hätte mich vielleicht endlich an dieses Zyklus-Ding gewöhnt, mit PMS aus der Hölle und Mittelschmerz und Stimmungs- und Libidoschwankungen wie aus dem Lehrbuch „Die hysterische Frau“ von 1920, kommt irgendwas neues. Diesen Monat neu im Programm: furchtbar schmerzhaft geschwollene Brüste. Sorry für das TMI, aber hui, mir geht das so auf die Nerven. Ich möchte nicht mehr hormongesteuert sein.

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Ich muss mich bei Ihnen allen für zwei Dinge bedanken: die Glückwünsche und den Zuspruch. Es kommt alles an und ich freue mich sehr und werde mit Herrn Rabe nochmal einen Plan B erarbeiten, wenn sich bei mir nicht zeitnah was tut.

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Auto-Lobhudelei: mich nur wenig geärgert.

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*und im Schulter- und Brustbereich trotzdem zu weit. Vielleicht bin ich einfach sehr unförmig?

Tag 898 – Wie so ein Tier.

Erstens hing ich heute noch einen Tag lang mit einem kranken und einem gesunden Kind zu Hause rum und so langsam muss ich echt Willenskraft aufbringen um nicht wie so ein Tiger Furchen in den Boden vor der Tür zu laufen. Im Ernst, ich bin gern mal gemütlich, ich hatte sogar wieder die Gelegenheit, ein bisschen zu dösen, aber herrje, ich muss mich bewegen! Und damit meine ich kein Herumhopsen vorm Fernseher, damit meine Muskeln nicht verkümmern, damit meine ich aus dem Haus gehen. Morgen. Morgen gehe ich aus dem Haus, und wenn ich Pippi dafür fitspritzen muss, ich werde sonst irre hier.

Zweitens hatte ich mit Michel heute naturwissenschaftliche Diskussionen. Warum sind die Affen zu Menschen geworden? Menschen und Affen haben gemeinsame Vorfahren. Was heißt das? Dass es mal ein Tier gab, das war vielleicht so wie ein großer Affe und daraus haben sich dann die Menschen und die Affen entwickelt. Sahen die Menschen immer so aus wie jetzt? Nein, die sahen am Anfang ganz anders aus. So wie Boxer? (Bleiben Sie da mal ernst!) Naja, ein bisschen vielleicht wie Boxer, weil der Kiefer noch so aussah, wie ein Mensch heute mit Mundschutz. Und die Augenbrauen waren auch dick! Ja stimmt, die waren auch ein bisschen so, wie wenn ein Boxer da drauf gehauen wurde. Menschen sind auch Säugetiere, Mama. Ja. Warum heißen Säugetiere (auf norwegisch: Pattedyr) eigentlich so? Weil sie ihre Babies säugen. Haben alle Säugetiere Fell? Nein, Wale zum Beispiel haben kein Fell, sind aber Säugetiere. Fische sind keine Säugetiere! Nein, Wale sind aber keine Fische, weil sie lebende Babies bekommen und keine Eier legen und die Babies dann auch Milch trinken. Kann man Wale essen? Ja, kann man, man kann fast alles essen. Ist das erlaubt, Wale zu essen? Ja, das ist erlaubt, aber fast überall ist verboten, Wale zu fangen und zu töten. Hier ist es erlaubt, aber ich finde das nicht gut und esse deshalb keine Wale. Warum findest du das nicht gut? Weil es nicht viele Wale gibt und die Menschen durch das Fangen von Walen schon viele Arten davon fast ausgerottet haben. Ich finde das auch nicht gut. Wenn man eine Walmama tot macht, wird das Baby bestimmt traurig. … Es dauert noch lange, bis ich sterbe. Ja, das stimmt. Und bis ihr sterbt? Dauert das auch noch lange. Warum sterben wir irgendwann? Weil unsere Gene alt werden. Was heißt das? Naja, wenn du ein Bild immer wieder kopierst, dann wird das ja auch immer schlechter, irgendwann erkennt man fast nichts mehr. Das passiert mit deinen Zellen auch. Irgendwann sind die Gene da drin so oft kopiert, dass das nicht mehr gut funktioniert mit dem Kopieren. Dann werden die Zellen alt und dann stirbt man irgendwann. Warum werden die Gene alt? Ja, weil sich halt da drin Fehler ansammeln. Wie beim Kopierer. Und die werden auch immer kürzer, das Bild wird sozusagen immer am Rand ein kleines bisschen abgeschnitten und irgendwann ist nichts mehr zum abschneiden da, dann ist die Zelle auch alt und stirbt. Und wenn viele Zellen sterben, stirbt irgendwann auch der ganze Mensch, das ist leider so.

Dieses Kind. Es wird mich irgendwann Löcher in alle erdenklichen Körperteile gefragt haben, mich totdiskutieren und dann meine Telomere nachmessen. Während die kleine Schwester perfekt geometrische Formen aus Bügelperlen und Lego baut, was ich für zweieinhalb auch schon beachtlich finde. Und sie kann, kein Witz, bis elf zählen.

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Auto-Lobhudelei: keine Furchen in den Boden gerannt. Die Bewerbung von gestern heute Abend endlich fast fertig gestellt.

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