Tag 610 – #12von12 im April ’17

Hurra, es ist der 12. und das heißt, wir machen alle fleißig 12 Bilder von unserem Tag und verlinken uns beim Kännchen-Blog!

#1von12 von #12von12 Ich frage mich ja, wie man Milch nicht traditionell herstellen kann. Nicht in Kühen? Wird die Milch aus dem Euter rausgebeamt?


Als erstes eine Frühstücksimpression. Es wird mir dann noch erklärt, dass ‚traditionell hergestellt‘ mit der Pasteurisierungsart zusammenhängt, diese Milch ist dementsprechend nicht „extra lange haltbar“ vor lauter Tradition. Mir egal, mir schmeckt diese Milch nämlich einfach gut. Trotz dämlichem Traditionsbeweihräuchere. 

#2von12 von #12von12 K2 hat sich zum Lesen ins Bett gelegt und irgendwann fresse ich die wirklich auf.


Irgendwann musste ich das Lesen beenden, denn wir hatten ja einen Familien-Friseurtermin. Bei der allerbesten Friseurin der Welt, von der ich sogar Nagellackentferner schnorren konnte. Bei der ganzen Familie kam ganz schön was runter, sogar bei mir, obwohl ich einen Teil meines Haares spontan etwas wachsen lassen möchte. 

#3von12 von #12von12 Familie Rabe ist geschoren.


Am Nachmittag wollten wir uns dann mit sehr guten Freunden treffen. Leider fühlte sich Herr Rabe nicht so recht wohl und blieb lieber daheim, also brach ich mit den zwei Rübennasen alleine auf. Mehr Kuchen für uns!

#4von12 von #12von12 Drei Personen essen Kuchen für 6.

#5von12 von #12von12 Kurzer Moment des Friedens.

Michel und die Tochter unserer Freunde spielen mit den Magnetlabyrinthen. Das war schon sehr putzig. Man sieht auch ein bisschen, dass auch Michel nicht komplett kurz geschnitten wurde, sondern oben etwas länger belassen wurde. Unser Kompromiss zwischen „meine Güte, das ist doch keine Frisur!“ und „aber die Löckchen 😍“.

Nach Kaffee und Kuchen wollten die Kinder trotz Bielefelder Mistwetters unbedingt noch draußen auf dem Spielplatz spielen. 

#6von12 von #12von12 Awwwww. Geschwisterplüsch. (Ton dazu: „Mamaaaaaa, die macht meinen Tunnel kapuuuuutt!!!1!elf1!“.)

Naja, nach dem Sandkasten kommt das Ausziehen, in diesem Fall am/im Kofferraum des gestern gewaschenen Autos. Seufz. 

#7von12 von #12von12 Gestern gewaschen. #mimimi


Danach waren wir noch schnell was einkaufen und führen dann wieder zum Opa, wo es quasi direkt Abendbrot gab. Uffz. 

Ich fühl mich, als hätte ich nen Marathon hinter mir, dabei ist erst #8von12 von #12von12


Und nach dem Abendessen war eigentlich auch direkt Bettzeit. Gut, dass Pippi das auch gut selbst erkennt und dann schon mal losläuft. Schlecht, dass sie dann im Bad aber erstmal rumalbert und sich nicht umziehen lassen will. 

#9von12 von #12von12 „Mama, Gocka aus. Gocka!!! Mama Gocka!“ Jo. Größe 37-39 passt fast.


Irgendwann obsiege ich aber unter in Aussichtstellung der Flourtablette doch. Nach Eule und ein bisschen rumwühlen (Pippi) und Lachen (Pippi) und Singen (ich) schläft Pippi aber doch recht fix ein. 

Hoch die Hände, Ferien. #10von12 von #12von12

Das Bier schmeckt… interessant. Das Babyphone hat nen Hau (kein Wunder vermutlich, nach drei Jahren Nichtbenutzung) und geht dauernd aus. Naja. Bettzeit wird recht bald auch für die Großen eingeläutet. Wir handeln aus, wer bei welchem Kind schläft. 

Hmmm, welches Kind nehme ich als Schlafpartner? #11von12 von #12von12


Na gut, dieses. #12von12 von #12von12

Ich bekomme, weil Herr Rabe den Schlaf nötiger hat, Pippi. Mit der ich seither auch schon eine Banane gegessen und einen Becher Wasser getrunken habe. Und gekuschelt natürlich. 

Tag 437 – Die Hochzeit. (Die in Bielefeld.)

Heute auf dem Programm: der Grund unserer Reise nach Bielefeld. Die Hochzeit meines Schwagers. Also Herrn Rabes jüngsten älteren Halbgeschwisters, mit seiner Frau, die sind nämlich schon neun Jahre standesamtlich verheiratet, heute folgte der kirchliche Teil und zwar ökumenisch in der Neuapostolischen Kirche. Soviel vorweg (Achtung, Spoiler!): es war das komplette Kontrastprogramm zur Hochzeit letzte Woche.

Erstmal: sich fertig machen und so, das klappt ja ohne Kinder auch irgendwie besser als mit. Letzte Woche war ich 40 Minuten zu früh fertig. Heute verkrümelte Pippi noch 15 Minuten nach der angepeilten Abfahrtszeit Maiswaffeln während ich hektisch Dinge in Rucksäcke stopfte (Lätzchen, Snacks, Windeln, Schlafanzüge, Draußensachen, Mützen, Puschen…), dann vergaß Herr Rabe noch sein Jackett, sodass wir noch mal umdrehen mussten. Am Ende waren wir zwei Minuten vor Beginn der Trauung in der Kirche. Puh. Aber unentspannt.

Minipferd mit Hut und Schleife. Und Nagellack.


Die Kirche. Also ich kann ja eh mit Kirche nichts anfangen, dann wurde auch noch versucht, mich mitsamt der potentiellen Krawallstifterin Pippi in den Mutter-Kind-Raum abzuschieben (eine Art schallisolierte Kammer mit Glasscheibe zum Kirchenraum, mit Lautsprechern, damit man die Predigt hören kann, die Gemeinde aber die furchtbar nervigen Kindergeräusche nicht), kurz: meine linke Augenbraue war schon wieder kurz vorm Haaransatz, als es losging. Wir trällerten dann fröhlich (manche) bis resigniert (ich) ein Lied in dem es viel um Vergebung und den Herrn und Gnade und so ging, währenddessen glotzte mir Pippi dauernd auf den Mund, das muss sehr komisch ausgesehen haben. Oder geklungen, obwohl ich nicht schlecht singe, piepsig vielleicht, aber ich treffe die Töne oder lasse es mit dem Singen ganz sein. Naja, danach hatte Pippi keine Lust mehr auf Stillsitzen, wir probierten es daraufhin doch kurz mit der Isolationshaft Mutter-Kind-Abteilung, aber da wollte Pippi auch nicht bleiben also wanderten wir durch die Kirche. Irgendwann war Ringtausch (die Ringe wurden von einem der Shetlandponys der Braut hereingetragen, das war schon sehr niedlich), Kuss, fertig, Anstehen zum Gratulieren. Gratulation, danach: eeeewiges Herumstehen. Es waren aber noch einige etwas zu spät zur Trauung gekommen, die begrüßten wir noch, zum Beispile Herr Rabes Cousinen plus Babys. Dabei ein Moment der Irritation, daran kann ich mich immer noch nicht gewöhnen:

Cousine S.: „Ich bin ja Fan.“
Ich: „???“
Cousine S.: „Ich les jeden Tag deinen Blog. Das ist wie so ne Sucht.“
Ich: „Oh! …“

Cousine S. hat übrigens das niedlichste Baby der Welt. Man vergisst ja so schnell, wie klein so kleine Babys anfangs sind.

Beim Herumstehen gab es außerdem noch einen kleinen Eklat: Herr Rabes Onkel hatte Michel vollmundig bei der Begrüßung ein Geschenk versprochen und hatte es dann aber zu Hause vergessen, das nahm Michel nicht ganz so positiv auf. Da hockte ich also 10 Minuten mit heulendem Kleinkind auf dem Boden, bis er sich ausgeheult hatte und es weiterging zur Party. Natürlich musste Michel dann doch nochmal aufs Klo („Nein, Michel, wir gehen ganz bestimmt nicht hier aufs Baumklo, das ist eine Kirche, hier gehen wir rein!“ – „Ooorrrr, das ist gar keine Kirche, die hat gar keinen Turm!“) und hatte dann plötzlich so riesigen Hunger, dass der Hungertod nah schien, also verfütterten wir während der zwanzigminütugen Fahrt fast eine ganze Tüte Knabberigel an die meuternde Brut auf dem Rücksitz.

Dann: die Feier. Im Kreuzkruuuch in Großdoaanbeaach, wie man in Bielefeld sagt. Das ist alles ziemlich, ähh, urig da. Urig as in Holzvertäfelung. Und urig as in „Wie, es gibt Leute, die kein Fleisch essen???“. Aber was will man machen, Herr Rabes Familie feiert da seit Anbeginn der Zeiten alle Familienfeste. Familien-Reunions, runde Geburtstage und jetzt eben auch Hochzeiten. Holzvertäfelung hin oder her. Aber irgendwie passt es zu Herrn Rabes Familie, da tragen ja auch Menschen gerne mal Bärchen- oder Snoopy-Krawatten zu solchen Anlässen, und irgendwie schaffen Herr Rabe und ich es grundsätzlich overdressed (und over-make-upped, ich zumindest) zu sein, wenn seine Familie feiert. Bei meiner Familie passiert mir das fast nie, da brezeln sich die meisten sehr gerne auf. So sagte ich auch zu Herrn Rabe, der im Vorfeld wegen des an der Schulter nicht ganz perfekten Sitzes seines schmal geschnittenen Dreiteilers besorgt war: Das ist deine Familie, das sieht keiner. Meiner Oma oder meinem Cousin würde das auffallen, bei deinen Leuten… Naja. Wir haben trotzdem noch eine neue Krawatte für ihn gekauft, weil halt (und wenn ich weiß, das sich da was farblich beißt, kanns so dunkel gar nicht sein, und der Alkohol gar nicht so viel dass ich das vergesse). Apropos Alkohol: Herr Rabe und ich beschlossen, dass wir nach dem Glas zum Anstoßen aushandeln würden, wer uns alle nach Hause fährt. Nach dem Glas lieblichen (!!!) Sektes, eigentlich schon nach dem ersten Schluck, verzichtete ich dann dankend auf weitere solche Experimente und hielt mich für den Rest des Abends an Kaffee, Wasser und Cola fest. Und an meinen Kindern. 

Überhaupt die Kinder. Erstaunliches Durchhaltevermögen. Zwischen Ankunft im Kreuzkruuuch und Essen spielten sie schon recht fröhlich, es waren ja auch noch andere Kinder da, es gab also genug Partner für „Tanzen“ (=Rennen) und sonstigen Quatsch. Dabei blieben sie aber immer niedlich und unauffällig, quasi Vorzeigekinder, allesamt. Zum Essen (urig…) schaufelten dann zumindest meine Kinder einen Haufen aus der Rinderbrühe gefischte Nudeln und ein paar Pommes in sich rein, turnten dann wieder kurz und aßen dann jeder einen kompletten Nachtisch. 

Wir Erwachsenen schnackten über dies und das, das war alles sehr nett, doch, auch wenn man natürlich keine Zeit dafür hatte, mit allen zu sprechen. Dann aber wurde nach dem Essen das Tanzen eingeleitet, da war es dann schon aufgrund der Lautstärke vorbei mit dem Unterhalten. Und leider driftete der DJ nach den ersten drei Liedern „Pop Aktuell“, die ich mit Pippi auf dem Arm tanzte (mit Pippi, die sich jauchzend, giggelnd und hüpfend an meinem Kleid festhält, macht Tanzen fast so viel Spaß, wie ohne) ziemlich schnell erst Richtung 80er-Jahre-Pop und dann zu Schlager ab. Ich hasse Schlager. Echt. Herr Rabes Cousinen machten sich auch vom Acker, verständlicherweise, wegen langer Heimfahrten, ebenso der lustige Onkel, es blieben nur der nicht ganz so lustige aber dafür sehr verrückte Onkel und der Patenonkel mit der Bärchenkrawatte. Aus Verlegenheit schaukelte ich erstmal die inzwischen (es war neun) total fertige Pippi in den Schlaf. Dann legte ich sie in den Kinderwagen, wo sie, zerschossen wie sie nach einem 13-Stunden-Tag mit nur 10 Minuten Mittagsschlaf war, trotz der Lautstärke erstmal weiterschlief. Ich trank mit Herrn Rabe einen Kaffee und wir stellten fest, dass es unser 9. Jahrestag war, zumindest der offizielle, nachträglich festgelegte (ja, das war alles etwas chaotisch damals, als wir „einfach nur total gute Freunde“ waren), dann war Herr Rabe plötzlich weg und ich würde von einer meiner Schwägerinnen über die Demenz meiner Schwiegermutter (es geht rasant bergab, ziemlich schlimm mit anzusehen) vollgeschwafelt, und wie sie mit Demenzkranken mal gearbeitet hat und die eine, die war erst vierzig, die vergaß wie man isst und ist dann verhungert… Da war ich dann kurz fast froh, dass sich Michel mit den anderen Kindern und wegen totaler Erschöpfung über irgendwas in die Haare gekriegt hatte und ich ihn trösten musste. Ich schleppte also den 17 kg schweren Michel auf dem Arm herum, der wurde dann auch immer schwerer und schlief nach ca. 2 Minuten sang- und klanglos ein. Mein Glück, denn so bekam ich den von Herrn Rabe und seinen Schwestern aufgeführten Sketch (!!!) nur am Rande mit und entging überdies der direkt danach durchgeführten Polonaise (!!!). Passend zum Syrtaki (!!!) wurde Pippi wach, also holte ich sie mit auf meinen Arm. Da saß ich also, begraben unter Kindern und war damit nicht allzu unzufrieden. 

Pippi schaut entgeistert dem Syrtaki zu.


Danach mussten wir leider, leider gehen. So schade. (Tatsächlich wurden wir noch belabert, zu so ner kitschigen Knicklicht-Ballon-steigen-lassen-Aktion zu bleiben. Nur ganz kurz. Es war sehr kalt, die Kinder meckerten im Halbschlaf, alles dauerte ewig und was Anzünden wäre vielleicht wenigstens insofern sinnvoll gewesen, als dass es warm gewesen wäre…)

Alles in allem: skurril wie es nur meine Schwiegerfamile schafft, aber irgendwie schön auch.