Tag 3216 – Muss sehr schnell schlafen.

Morgen ist Herr Rabes Geburtstag, und Inspektion. Sehr ungünstig in der Kombination, um ehrlich zu sein, und es tut mir auch schrecklich leid, und ich werde (das tut mir auch leid, aber weniger) morgen meiner Kollegin so auf den Zeiger gehen, dass wir früh(-ish, also hoffentlich so gegen sechs) fertig werden. Damit ich aber morgen früh wenigstens noch Kaffee machen und Kerzen auf den Kuchen machen kann, muss ich JETZT das Licht ausmachen.

Tag 3158 und 3159 – 39!

Ich fühle mich höchstens einen Tag älter als 38.

Das war ein schöner Geburtstag. Es gab Kuchen (den ich mir selber gebacken habe, nach diesem Rezept: https://rabensalat.blog/2016/03/11/tag-213-vergessenes-nachgereicht/, wie jedes Jahr, aber jetzt neu auch mit Holundergelee aus Holunderbeeren vom eigenen Strauch), Geschenke (unter anderem das Zweitparfüm, das ich mir wegen kein Alltagsduft, eigentlich echt teuer und niemand braucht zwei Parfüms im Sommer nicht gekauft habe), Geige, Sport, sehr leckeres Essen bei dem neuen und wirklich gut besuchten indischen Restaurant, das hier im Kaff aufgemacht hat und liebe Kinder. Ich hatte mir von Pippi liebe Kinder gewünscht, das meinte sie aber, kann man nicht verschenken. Also habe ich mir liebe Kinder mit Schleife drum gewünscht, aber das zweifelte sie an, dass es das gibt. Tja. Schleife drum hatten sie jedenfalls beide heute nicht.

Michel und ich haben außerdem einen Ausflug unternommen und jetzt wohnen hier Greg und Monty R Pudding. Für diejenigen, die keine Ohnbeiner sehen wollen: das Kuchenfoto kommt zuerst, aber auch nur eins. Danach zwei kleine Königspythons.

Hurra for meg!
Greg Diabolo – Michels
Monty R Pudding – meins

Nachdem ich letzte Woche ja noch angezweifelt hatte, dass die wirklich auf die Lampen klettern können, haben wir so Gitter besorgt. Das sieht nicht ganz so schön aus, erfüllt aber seinen Zweck. Und das allererste, was Greg macht, war, sich zwischen das Gitter und die Seitenwand zu klemmen und ausgiebig die Decke des Terrariums zu erkunden. Wir haben die Lampe und das Gitter daraufhin noch mal versetzt, damit hen das nicht macht. Hen? Tja, also vor drei Wochen meinte der Züchter noch, es seien beides Männchen. Heute meinte er, es sind doch beides Weibchen. Wahrscheinlich jedenfalls. Vielleicht auch nicht. Sieht von außen halt erst mal alles gleich aus. Aber ist ja eigentlich auch egal, wir wollen ja nicht züchten und zusammen wohnen sollen sie auch nicht.

Eins der ersten Dinge, die Monty machte, war, sich – statt in eins der liebevoll besorgten/gebastelten und aufgebauten Verstecke in den verschiedenen Temperaturzonen des Terrariums – unter hens Wasserschale zu legen. Haustiere sind auch irgendwie alle gleich.

Um ehrlich zu sein, freue ich mich wie ein kleines Kind, ich hab darauf quasi über 25 Jahre gewartet. Hihi. Ein gutes Geschenk von mir an mich.

Tag 3011 – Zum Umfallen müde.

Michel ist jetzt 11 und er hatte einen sehr schönen Geburtstag. Er ist sehr zufrieden mit sich, seinem Fest und seinen Geschenken und das ist ja die Hauptsache.

Mein Baby…

Genau wie vor elf Jahren bin ich jetzt aber so müde, dass mir die Augen zufallen, wenn auch aus anderen Gründen. Gute Nacht!

P.S. der glutenfreie Brownie war sehr lecker. Die Zitronencupcakes waren die Mühe nicht wert, die Glasur war auch heute morgen noch flüssig und Zitronig waren sie auch nicht. Das nächste mal gibt es wieder das 08/15-Standardrezept aus dem Doktor Oetker Grundbackbuch, nur abgewandelt für Muffins.

Tag 3010 – Müde Geburtstagsvorbereitungen.

Uff, schon wieder so spät. Aber so ist das, wenn man nach dem Ballett noch einkaufen muss und dann, nachdem Pippi schläft, noch glutenfreien* Brownie backt und die nicht glutenfreien Cupcakes frostet – was nicht so funktioniert hat wie geplant und zusammen mit PMDS und dem Arschloch, das mir fast in die Karre gefahren wäre, weil ein einspuriger Kreisverkehr natürlich der optimale Ort zum Überholen ist, und das mich danach dafür auch noch angeschrien hat, ist das echt ein bisschen viel für meine müden Nerven. Deshalb einfach Bett jetzt. Lieber morgen noch mal mit über Nacht gekühltem Frosting probieren. Sonst ist es halt eher so ne Glasur, auch nicht schlimm.

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*Michel hat 3 Freunde eingeladen und informierte mich heute Mittag darüber, dass einer davon kein Gluten verträgt und der andere allergisch auf Nüsse ist. Wie meine Chefin sagte „Klassiker – hast du deinen Kindern noch nicht beigebracht, dass man mit solchen Kindern nicht befreundet sein sollte?“. Sie ist selbst Gluten- und Laktoseintolerant und darf deshalb diese Sorte groben Witz reißen. Und nein, im Gegenteil, ich habe eben eine glutenfreie Backmischung und glutenfreie Hotdogbrötchen gekauft, ansonsten gibt es Chips und Eis (das Schokoladeneis kann Spuren von Nüssen enthalten, aber das Kind war schon ein paar mal hier und kann ganz gut selbst einschätzen, ob irgendwas zu riskant ist) und eben Hotdogs und für den Notfall eine große Tüte Haribo ohne irgendwelches Zeug gegen das irgendwer allergisch ist, dafür mit Gelatine. Aber die Würstchen sind auch aus mit Fleisch, Michel mag vegetarische Würstchen nicht, die Konsistenz** ist falsch.

**Heute habe ich in eine Birne gebissen, festgestellt, dass sie unerträglich weich ist und mich nicht gezwungen, sie trotzdem aufzuessen. Das fühlte sich sehr empowert an, Essensabfall hin oder her. Ehrlich gesagt ist meine Go-To-Lösung für vermutet weiche Birnen sonst auch einfach warten, bis sie von selbst auf den Komposthaufen klettert, also dort gelandet wäre sie über kurz oder lang eh. Dieses Mal halt ehrlicher, und mit dem festen Vorsatz, das nächste Mal eine gekaufte und sorgsam als steinhart ausgesuchte Birne einfach direkt aufzuessen.

Tag 2930 – Dänemark Tag 15.

Pippi ist jetzt 8, also ein ganzes Jahr älter als gestern (Mathematiker*Innen weinen leise). Zur Feier des Tages war sie mitnichten um sieben wach, sondern um halb sechs und weckte dann ALLE anderen Kinder. Das hatte zur Folge, dass beide Kinder bei uns bis sieben Uhr wühlend im Bett lagen, eines (Michel) schlafend, eines (Pippi) größtenteils wach. Die Erwachsenen waren durchaus in diesem Urlaub schon mal fitter.

Pippi hatte aber wohl einen guten Tag, und das ist ja an so einem Tag auch das wichtigste. Wir fuhren ins Schwimmbad, denn sie hat eine echte Meerjungfrauenflosse von uns bekommen und die musste natürlich eingeweiht werden. Ich bin von der Qualität dieser „Fin Fun“-Flosse sehr angetan und Pippi machte das auch recht schnell erstaunlich gut. Trotzdem kann ich mich nicht soooo gut entspannen, wenn ich Kinder, insbesondere meine Kamikazekinder, semi-sicher aber mit vollem Körpereinsatz (inklusive Stimmbändern) schwimmen sehe. Objektiv betrachtet können die bestimmt besser schwimmen als ich denke, aber ich bin nicht objektiv. Können die nicht einfach wie so ne Oma Bahnen ziehen, statt sich quietschend ins Wellenbad zu stürzen?

Anyway, alle hatten Spaß. Alle aßen hinterher den gepimpten Ramen restlos (nicht ganz, es sind noch drei, vier Brokkoliröschen übrig) auf und dann gingen die Mädchen und nicht so lange danach auch Michel zum Umfallen müde ins Bett. Auch wir Erwachsenen waren etwas saftlos heute Abend und wir schnackten einfach nur, ohne Gesellschaftsspiel.

Pippi-Artikel folgt, wenn ich ausgeschlafener bin. Lieb hab ich sie auch heute, auch müde.

Tag 2929 – Dänemark Tag 14.

Wir sind in Geburtstagsvorbereitungen. Pippi wird morgen 8. Bis eben werkelten Herr Rabe und ich deshalb an einem Kuchen. Für den heute morgen geäußerten Wunsch „Bärchenkuchen“ und minimale Ausstattung im Ferienhaus finde ich, wir haben das echt gut hinbekommen.

Bärchenkuchen, improvisiert

Da uns kein besserer Ort einfiel, wohnt das Bärchen über Nacht im (kalten) Backofen. Da hier aber 1. noch andere Erwachsene eventuell morgen so Ideen kriegen könnten, wir Brötchen aufzubacken und 2. alle Erwachsenen, inklusive mir, morgens nicht unbedingt zurechnungsfähig sind, traf ich ein paar Sicherheitsvorkehrungen.

Einfach nein.

So, gute Nacht, ich schätze, morgen früh um sieben steht hier ein gewisses Geburtstagskind und will GeschenkeAuspackenKuchenEssenSchwimmenGehenSingenFeiern.

Tag 2853 – Vierzig.

Herr Rabe hat heute (hatte kalendarisch gestern, aber es ist ja erst ein neuer Tag, wenn man mindestens 4 Stunden geschlafen hat) Geburtstag. Ein runder Geburtstag um den herum sich Männer gerne Motorräder kaufen und Sekretärinnen… ja. Herr Rabe hat keine Sekretärin und ich kann bezeugen, dass er schon länger immer mal wieder darüber nachdenkt, sich wieder ein Motorrad zuzulegen, und das auch schon länger immer wieder verwirft. Auch ansonsten gefällt mir die 40er-Version von Herrn Rabe mindestens genauso gut, wie die Version, die ich vor vielen Jahren kennengelernt habe und die, die ich vor minimal weniger vielen Jahren geheiratet habe. Das ist ja schon viel wert, das so sagen zu können. Wir sind nach wie vor ein gutes Team, auch (oder weil?) wenn wir ziemlich unterschiedlich sind. Zum Beispiel werde ich ja eher gleichmäßig meliert weiß, während Herr Rabe sich eine Mr. Sheffield-Strähne wachsen lässt. Was ich im Übrigen sehr attraktiv finde, mein graue-Haare-Herz schlägt gleich höher.

Wir hatten alle einen recht schönen, wenn auch recht normalen, Tag. Keine große Party, sondern ein Ausflug nach Oslo mit gutem Essen und der eingeflogenen Schwägerin. Kinder, die sich zum Teil eifrig aufs an-der-Laterne-ausgesetzt-werden bewarben, Sonnenschein, Füße in den Fjord halten (die Kinder, zum Teil), ein Besuch in der Deichman-Bibliothek in Bjørvika, was wohl die krasseste öffentliche Bibliothek ist, die ich je gesehen hab. Sechs Etagen, alle offen, ein Spielplatz mitten drin, überall Lese- und Arbeitsecken, gut besucht von Menschen allen Alters und trotzdem unglaublich angenehm ruhig. Die müssen eine meisterhafte Schalldämpfung haben. Das ist wie eine Oase mitten in der Großstadt.

Abends noch lange mit der Schwägerin auf dem Sofa gesessen, auch das sehr schön. Morgen gibt es Geburtstagskuchen – das ist die logische Konsequenz aus zu spät mitgeteilten Kuchenwünschen.

Tag 2796 – 38.

So, Geburtstag. Geburtstag und eigentlich nichts darüber zu erzählen… Es war alles wie es normalerweise an meinem Geburtstag ist, und das ist gut, weil Vorhersehbarkeit gut ist. Es gab Schichtkuchen, wie immer. Den hat Herr Rabe mit meiner Unterstützung Mittwoch Abend gebacken und gestern Abend mit Schokolade überzogen. Heute Morgen wurde ich von Michel mit Kaffee geweckt (eigentlich war ich schon halbwegs wach, kam aber nicht aus dem Quark, auch wie immer), exakt eine Stunde nach der Levaxintablette, perfekt. Pippi war sehr aufgeregt und zwang mich zu baldigem Runtergehen, wo Kuchen, Kerzen und Geschenke warteten. Und die Geburtstagsgirlande, die wir ebenfalls immer aufhängen. Ich bekam Blumen von den Kindern (in Töpfen, weil meine Kinder oder zumindest ihr Vater wissen, dass ich lieber lebende als Schnittblumen habe), selbstgebastelten Karten und von Herrn Rabe einen Thermobecher, dessen Deckel, im Gegensatz zu dem von der Danke-Tasse, in die Spülmaschine kann, sowie einen Notenständer und Magnete, was bestimmt gar keinen Hintergedanken hatte, wie zum Beispiel dass ich seit Monaten seinen Notenständer leihe und ständig lose Notenblätter davon heruntersegeln und dann irgendwo auf dem Boden liegen. Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut.

Dann fuhr ich arbeiten, wo bis auf meine Kollegin niemand wusste, dass ich Geburtstag habe, aber es war ein guter letzter Inspektionstag, die Liste ist abgeliefert und die Firma dankt, wenn ich nicht danach ne Stunde im Stau gestanden hätte, wäre es echt ein rundum guter Arbeitstag gewesen. Ich mache meinen Job ja sehr gerne, da kann ich jede Menge Fragen stellen und rumprökeln, bis ich alles verstanden habe – oder die andere Seite verstanden hat, dass sie da irgendwie Quark machen. Ich mag das, wenn die andere Seite beim Abschlussmeeting nickt und einverstanden mit dem ist, was man an Schlechtigkeiten ausgegraben hat. In letzter Zeit hatte ich irgendwie viele „Diskutierer“ (m/w/d), das ist anstrengend.

Dann eben nach Hause, mit Stau, enervierend langsam ladenden Auto (ID.3, bin milde gesagt underwhelmed. Da gibt es für weniger Geld bessere E-Autos in der Klasse. Konacar zum Beispiel, aber die ist ja schon vergeben) und Auto-Rückgabe am Flughafen.

Zu Hause ein spätes Stück Nachmittagskuchen, Badewanne und dann Sushi, das Herr Rabe besorgt hat, weil er der beste Mann ist. Dazu trank ich ein halbes Glas Weißwein und weil das der erste Alkohol seit Silvester war, hat der auch sehr schnell viel Wirkung gezeigt. Hoppla.

So lässt es sich 38 werden.

(38. was für ein uninteressanter Geburtstag. Sexy wie ne Scheibe ungeröstetes Toast. Im Gegensatz zu mir, natürlich, ich bin mindestens geröstetes Toast, wenn nicht gar mit leichten Verbrennungsspuren hier und da…)

Tag 2665 – Das große Kind.

Das große Kind ist schon sehr groß. Wenn er steht, geht er mir bis da und wenn er in unserem Bett liegt (mit dem Kopf am Fußende, weil man so mehr Menschen pro Bettmeter untergebracht bekommt), sind seine Füße hier. Füße, die sich beängstigend schnell meiner Schuhgröße annähern, und die ich immer noch gar nicht schlimm finde, so wie Füße sonst. Muss daran liegen, dass ich immer noch die kleinen Knubbel-Speckfüße erahnen kann, die da mal waren, als das große Kind noch sehr klein war und gar nicht stehen konnte und mir deshalb bis gar nirgendwo ging. Stattdessen ließ sich das große Kind damals lieber tragen und es war insgesamt ja ein wohlgenährtes Wonneproppenbaby, weshalb das mit dem Tragen gar nicht mal immer nur schön war, aber eigentlich haben die Hormone das alles durch kuschligen Flausch überschrieben (danke, Hormone, aber ich will trotzdem keine weiteren Babys). Vom Wonneproppen sieht man jetzt nichts mehr, das große Kind besteht eigentlich nur aus Beinen und Armen, hauptsächlich Beinen. So muss das vermutlich sein, mit 10, jedenfalls sehen die Klassenkameraden alle langsam riesig aus und als würden einzelne Körperteile schneller wachsen als andere. Ich finde auch immer noch das große Kind optisch überaus wohlgeraten, aber da bin ich parteiisch, schon klar. Aber diese Sommersprossen und der Wuschelkopf, also, ganz objektiv…! Ist ja schon gut, ich höre schon auf.

Das große Kind ist auf mehrere Arten wohlgeraten, es ist beispielsweise immer noch sehr warmherzig und möchte, dass es allen, die es mag, gut geht. Ich rede mir ein, dass das selbst für die kleine Schwester gilt, und dass es nur ihr Bestes will und das nur seltsam zeigt oder zu erreichen versucht. Oder gar nicht seltsam, sondern einfach wie Geschwister. Am Ende näht das große Kind dann doch wieder dem kleinen Kind ein Kissen in Herzform, weil es weiß, dass das kleine Kind sowas mag. Und mein Mutterherz so awwwww bis sie sich 10 Sekunden später wieder anschreien. Aber zurück zum Thema, das große Kind kümmert sich rührend um alle, denen es schlecht geht. Es hat ein großes Herz und ein großes Bedürfnis nach Gerechtigkeit. Das sind keine schlechten Eigenschaften, würde ich mal behaupten.

Außerdem ist das große Kind nach wie vor sehr kreativ und wenn es das kanalisiert bekommt, kommen da tolle Sachen bei raus, wie zum Beispiel ein Halloween-Kostüm, mit dem man Wettbewerbe gewinnt (ein Ra‘zac, aus Eragon, ja, jetzt wissen Sie alle Bescheid, nicht wahr?). Oder coole Lego-Dinge, die wirklich frei gebaut sind. Oder Bilder, die dazu aufrufen, weniger Bäume zu fällen. Weniger kluge Umsetzung der Kreativität ist es, sich den kompletten Körper mit schwarzem Filzstift anzumalen, inklusive Stirn, oder aus Neugierde Nutelladeckel in den Toaster zu stecken, aber das dürfte das große Kind jetzt gelernt haben. Hach ja. Als das große Kind noch sehr klein war, hatte es sehr schnell raus, dass man die Klötze gar nicht durch den Deckel der Steckbox prömmeln muss, wenn man stattdessen einfach den Deckel hochnimmt. Als es etwas größer war, malte es elektrische Wale und noch etwas später erfand es fliegende Roboter. Auf Kommando geht sowas natürlich nicht, und dann wird die Hausaufgabe, die ist, eine Geschichte mit mindestens 250 Wörtern weiterzuschreiben eben so ergänzt: „Auf ihrer Hand landete ein kleiner Vogel, und dann noch einer, und dann noch einer, und dann noch einer, und dann noch einer, und dann noch einer, und dann noch einer […], bis ihr Arm voller Vögel war.“ Pragmatisch ist das große Kind nämlich ebenfalls und es erkennt und befolgt Regeln ebenso zuverlässig wie es Schlupflöcher in Regeln findet und ausnutzt.

Ich bin sehr sehr stolz auf das große Kind. Es wird seinen Weg schon gehen, und ich freue mich drauf, dabei zu sein, ich glaube der Weg könnte spannend werden.

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P.S. Ich hab dich sehr lieb, großer kleiner Murch. Hör nie auf, all die Fragen zu stellen, die dir ständig einfallen. Du siehst die Welt vielleicht mit etwas anderen Augen. Ich hoffe, die Welt sieht und schätzt dich weiterhin so wie du bist.

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P.P.S sehr stark verspäteter Geburtstagspost.

Tag 2642 – Platt und so weiter.

Während Herr Rabe heute mit Carona voller aufgekratzter Jungs in den Trampolinpark fuhr, um Michels Geburtstag (vor-) zu feiern, fuhr ich mit Pippi ins Schwimmbad. Man muss das nutzen, dass 1.-3.-Klässler*Innen, die in der Kommune zur Schule gehen, da freien Eintritt bekommen. Außerdem fand Pippi natürlich extrem ungerecht, dass sie nicht mit in den Trampolinpark konnte.

Herr Rabe klingelten nachher die Ohren, aber es war wohl gut.

Mir klingelte nachher auch alles Mögliche, aber auch Pippi hatte Spaß.

Nachmittags versuchte ich erfolglos, einige Menschen zwecks Listenerstellung für die Kommunalwahl nächstes Jahr zu erreichen. Der einzige, den ich erreichte, meinte, ich sei eigentlich doch auch ne tolle Kandidatin. Ja, äh, danke für‘s Kompliment, aber nein danke und darum geht’s ja auch gar nicht, sondern um dich! (Sagte ich nicht, oder besser: ich hörte nach danke fürs Kompliment auf.)

Danach räumte ich sehr lange die seit Wochen angestaute Wäsche in die Kinderschränke. Haben die viel Klamotten, ey. Vor allem wenn sich alles so im Elternschlafzimmer stapelt, in unterschiedlichen Stadien des Zusammengelegtseins (vorher, während und nachher – wenn nämlich schon mal wer im Korb gewühlt und alles wieder auseinandergerupft hat).

Weil ich morgen Carona zum Service fahre, bei dem auch die Reifen gewechselt werden, wuppte ich „mal grad“ die Winterreifen ins Auto. Die sind scheiße schwer. Macht keinen Spaß, die durch die Gegend zu tragen.

Dann war irgendwie schon 18 Uhr, die Erwachsenen hatten Hunger, aber keine Lust zu kochen, also taute ich Mac‘n‘Cheese auf.

Essen, Kinder ins Bett, Geige gespielt und Geige eingepackt, weil auch die morgen zum Service geht (wenn ich eh auf langer Jobreise bin, darf der Geigenbauer die ganzen „nackten“ Ecken mit Lack bedecken, damit ich nicht mehr mit dem Staubtuch am Holz hängen bleibe). Brotdosen gemacht, aufgeräumt, Wäsche angestellt, und jetzt freue ich mich auf das Zähne putzen. Wir haben für uns Erwachsene absolute Luxus-Zahnbürsten (elektrisch und im Angebot, sonst wären mir die auch echt zu teuer gewesen) gekauft, da fühlen sich die Zähne nach dem Putzen echt an, wie nach ner Zahnreinigung beim Zahnarzt. So glatt und sauber bis an den Zahnfleischrand und, es ist ein Wunder, aber ich kriege nicht mal Zahnfleischbluten davon. Ich kann da gerne in zwei Wochen noch mal ein Update zu geben, weil ich am Zyklusende immer gern so ziemlich überall blute (Zahnfleisch, Nase…). Aber bisher bin ich sehr begeistert.

Außerdem bin ich gespannt, ob ich recht damit habe, dass die Zahnbürste auf irgendwas zwischen A und C summt.

Update: C it is, aber ein bisschen flat, 258,9 Hertz.