Tag 2347 – Spitzenideen, die 258.

Eigentlich hab ich jetzt Urlaub, uneigentlich haben die Kinder aber ab Montag Schule zu Hause, ich deshalb meinen Urlaub Montag und Dienstag zurückgegeben und wenn ich das eh schon hab, und aus Gründen auch eh erreichbar sein muss (ja, muss, aus Gründen) kann ich auch nachmittags ein bisschen arbeiten und fertig machen, was heute leider nicht mehr in einer sehr freien Interpretation von normaler Arbeitszeit erledigt werden konnte.

Weil ich aber ja eigentlich jetzt Urlaub hab und außerdem heute ein Mammutprojekt teil-abgeschlossen habe, habe ich mir abends ein Glas Rotwein gegönnt, während sich im Fernseher immer noch verschuldete Koreaner in Kinderspielen umbringen. Folgerichtig habe ich jetzt bereits Kopfschmerzen.

Körper einzutauschen gegen einen, der mich nicht für jede ruhige Minute postwendend mit Kopfschmerzen bestraft.

(Homeschooling ist ja auch so eine Sache. Ich bin sehr dafür, dass die letzten zwei Tage vor den Weihnachtsferien nicht mehr in Präsenz verbracht werden müssen. Auf dem Plan stand sowieso für beide Kinder nur noch singen und klatschen und Kekse essen. Aber es muss ja unbedingt digitaler Unterricht sein, also werden elterliche Kapazitäten gebunden und dafür verballere ich definitiv nicht meine Urlaubstage. Urlaub ist das nicht. Arbeit ist es aber auch nicht, fühlt sich jedenfalls nicht so an, wenn man pro Kind drei Lieder singen und fünf Kekse essen als „Aufgabe“ bekommt. Ich übertreibe hier, wir haben die Aufgaben noch nicht, aber die werden ja sicher nicht den Eltern auftragen, am Montag und Dienstag noch schnell Kurvendiskussion mit den Viertklässlern durchzugehen. Wir hatten den Plan für normale Schule bereits und da ist singen, klatschen und Kekse essen keine Übertreibung. Muss auch meiner Meinung nach nicht mehr sein an den letzten zwei Tagen vor den Weihnachtsferien! Aber kann man dann nicht einfach sagen, es gibt eben früher Ferien? Nein, man muss die Illusion der hart arbeitendenden, protestantischen Gesellschaft dringend aufrecht erhalten, auch schon in der Grundschule.)

Der Rotwein spricht aus mir. Gute Nacht.