Ich bin immer noch konstant müde. So viel Vitamin D kann man echt gar nicht nehmen. Oder so viel schlafen, zumindest schaffe ich das nicht.
Wir bereiten die China-Reise vor. Ich bin wirklich langsam sehr aufgeregt. Wird das alles funktionieren? Wird mir der Lieblingskollege den Kopf abreißen, weil das Netz in China mit der eSIM, die ich nach langen Recherchen ausgesucht habe, genau da wo die Site ist, schlecht ist? Werde ich nach über einer Woche authentisch chinesischem Essen nie wieder dort hin wollen? Werde ich durchdrehen, weil die von der Site uns vermutlich nie in Frieden lassen werden? Mir ist das alles zu aufregend und dann kann ich nicht mal meine normalen Kontakte haben, weil ich alle privaten Geräte zu Hause lassen muss und nur das nahezu leere Telefon und den ebenso leeren PC mitnehmen darf.
Die erste Inspektion des Jahres ist nahezu überstanden. Es war eine „kleine“ Inspektion eines Auftragslabors und ohne großartiges Reisen. Wir sind etwas früher fertig geworden als geplant und machen deshalb morgen nur noch die Abschlussbesprechung, gemütlich vom Büro aus. Die neue Kollegin hält sich einigermaßen wacker. Ich bin vorsichtig optimistisch.
Ich bin einigermaßen platt. Es lief zwar wirklich glatt, aber ich muss wieder ein bisschen rein kommen und jemanden neues einarbeiten, „so nebenher“, während man ja auch ne ganz normale Aufgabe hat (nämlich inspizieren), ist nicht so ganz ohne. Morgen, am durch die vorzeitig fertige Inspektion gewonnenen Bonustag, kann ich mich hoffentlich ein bisschen erholen. Jetzt hoffe ich erst mal auf Schlaf.
Ich bin wieder zu Hause, auch schon seit gestern, und ich hab im Flugzeug auch geschlafen, aber ich falle abends einfach um, wie erschossen. Ansonsten ist aber alles gut. Muss mich nur sammeln und ein bisschen die Stille in diesem Land hier genießen.
Inspektion ging auch gut aus. Alles gut, nur furchtbar müde.
Hab zwei Bier getrunken, es ist ja immerhin Samstag und morgen dann doch auch mal frei. Der Lieblingskollege und ich haben dann noch sehr lange Kluster Duo gespielt, wobei wir uns langsam ein Publikum erarbeiten. Die Leute fragen sich halt schon, was wir da eigentlich machen. Aber jetzt bin ich ein bisschen beduselt.
Ich freue mich unbändig auf fast acht Stunden Schlaf. Der Lieblingskollege hatte heute Nacht schon über sieben, der hat nämlich, ganz ähnlich wie ich letztes Jahr, heute verpennt.
Es ist erstaunlich okay und wenig schlimm, dass ich dieses Mal hier das Sagen hab, also lead inspector bin. Läuft ganz ok soweit. Ich mag die Bestimmerinnenrolle durchaus auch.
Bin gestern und vorgestern einfach sang- und klanglos eingeschlafen. Viel zu spät natürlich. Aber hier ist auch echt viel los. Mittwoch haben wir ein wenig gearbeitet, ein wenig gesportelt und viel versucht, den Jetlag zu bekämpfen. Gestern war Inspektion, heute auch. Kurz dachte ich gestern, am Mittagessen sei irgendwas nicht gut gewesen. Aber bis zum Abendessen ging das dann wieder und zum Abendessen habe ich mir dann einfach kurzerhand alle Innereien weggebrannt mit wirklich, wirklich scharfem Essen. Aber lecker. Zwei Currys, ganz simpel, dazu Naan und nach den ersten Bissen dazu dann auch Curd Rice. Danach haben wir noch die Hochzeit fotografiert, die hier im Hotel stattfand. Komplett wilde Sache.
Ein klitzekleiner Ausschnitt: der Eingang zum Festivalplatz, wo zwei Bühnen aufgebaut waren, die Gäste auf Samt-Sofas platznehmen konnten und etwa 20 Blumenläden ihren gesamten Warenbestand ausgeleert zu haben schienen.
Dazu gab es Feuerwerk, unfassbar schicke Menschen, eine Trommelband und Tanz.
Heute dann wieder Inspektion. Morgen auch. So schön, dass die norwegischen Arbeitszeitgesetze außerhalb Norwegens nicht gelten.
Heute war ich fahrig, unkonzentriert und aufgeregt. Morgen geht es mal wieder nach Indien, nur muss ich dieses Mal die ganze Chose leiten. Ich fühle mich schlecht vorbereitet (bin ich nicht) und generell hab ich so vieles nicht gemacht, was ich hätte machen müssen, es ist furchtbar.
Herr Rabe und ich haben zu Hause auch fast nur abgeklatscht. Auch das ist blöd.
Egal. Es kommt wie es kommt. Und ich treffe den Lieblingskollegen um 5 Uhr in der Lobby, muss also jetzt echt schlafen. Gute Nacht!
Die letzten zwei Tage in den USA waren relativ unspektakulär, aber da war dann auch die Luft irgendwie ein bisschen raus und alle wollten gerne einfach nach Hause. Montag früh machte ich mein letztes Training in den USA, dafür zum ersten Mal mit Publikum. Zwei sehr sporty Gymbro-Amerikaner beäugten mich, wie ich Übungen machte, die vermutlich von außen sehr seltsam aussahen. Von innen waren sie sehr anstrengend, obwohl es nichts war gegen den einen Tag, als mich hinterher der Hotelchef fragte, ob alles ok sei, er hätte „Aktivität“ gehört und sich etwas Sorgen gemacht. Ja, nee, äh, alles gut, war halt anstrengend. Hust. Das Programm hat Tage mit „Gewichtheben“ und Tage mit Balance und Core und das auch wieder mit und ohne Gewichte. Heute war zum Beispiel ohne Gewichte. Was gut war, weil mir von den letzten zwei Gewichte-Tagen immer noch die Hände weh tun. Trotzdem werde ich morgen über Muskelkater jammern, wenn ich das brutale einstündige Total Body Workout (mit Gewichten) absolviere. Letzte Woche machte ich das am Samstag, bevor ich nach New York fuhr. Wach war ich ja eh und Frühstück gab es auch erst ab halb acht. Und letzten Montag mit Publikum war eben Balance mit Gewichten, also so Zeug wie in der Schulterbrücke stehend mit einem Bein ausgestreckt einen Bogen von links nach rechts und zurück machen, während man auf der gleichen Seite mit dem Arm eine Hantel über dem Kopf balanciert. Versuchen Sie ruhig einfach mal diese Stellung zu machen, ohne Hantel, und ohne den Halbkreis mit dem Bein, dann wissen Sie, warum sich den Gymbros ein unterhaltsamer Anblick bot. Da war ich auch schon recht fertig, also knallrot im Gesicht und an wenig attraktiven Stellen nassgeschwitzt. Ok, sind Schweißflecken irgendwo bei irgendwem attraktiv?
Anyway. Montag Abend gingen wir noch mal zu dem super Burgerrestaurant und danach noch in eine Sportsbar, wo ich in den zweifelhaften Genuss kam, mein erstes Dreiviertel American Football-Match zu sehen. Der Verlobte von Taylor Swift gegen irgendwen, man möge mir vergeben, das ist wirklich einfach so gar nicht mein Sport und deshalb habe ich auch nicht aufgepasst. Generell finde ich ja Sport gucken total lahm. In der Sportsbar liefen außerdem auf mindestens 10 Bildschirmen mindestens 5 verschiedene Sportarten (Golf, Baseball, Football, Basketball und Soccer, meine ich) und es hatte so eine Schwimmbadakustik, die ich so gar nicht gut abkann. Zwei Bier halfen, aber gut ist das ja auch nicht. Aber mei, letzter Abend.
Dienstag wurden wir etwas früher als erwartet fertig, es war quasi kein Verkehr und Mietwagen abgeben war auch problemlos, sodass ich schon fast Angst hatte, dass ich meinen Koffer noch gar nicht würde abgeben können. Ging dann aber doch (grade so). Newark hat an Terminal B jetzt auch diese Hightech-Scanner fürs Handgepäck, wo man einfach alles im Rucksack lassen kann und auch Flüssigkeiten nicht mehr in einen 1L-Beutel quetschen muss. Man muss nicht mal mehr die Schuhe ausziehen! Ich war sehr angetan.
Nicht von der Lounge, die SAS-Lounge in Newark ist total abgeranzt und eigentlich einer Lounge nicht würdig. Also, besser als am Gate rumsitzen (Newark ist jetzt generell ein bisschen in die Jahre gekommen und nicht sehr schön), aber nur knapp. Drei Stunden saß ich da und arbeitete ein bisschen halbherzig herum. Internet ging auch nicht und ich wollte einfach nach Hause. Mich nervten alle Leute immer mehr, die Leute, die viel zu viel Parfüm auftragen, die Leute, die viel zu laut reden, die Leute, die in ner übervollen Lounge ihrem Rucksack einen Sitzplatz gönnen… meine Batterien waren komplett leer und die seit einer Woche unterdrückte Laune brach quasi wie ein Vulkan aus. Ich hatte Lust auf Gewalt, beschränkte mich aber auf eisige Blicke an Rucksack-Mann und Parfüm-Frau und Laber-Paar.
Im Flugzeug angekommen ging es dann, der Computer war dann auch fast leer und ich las in meinem Buch bis zum Essen. Danach legte ich mich hin. Nach drei Stunden (ungelogen) wurden wir alle geweckt, weil sie sich mit der Frühstückszeit vertan hatten. Immerhin konnte ich nach dem Frühstück noch etwas dösen. Trotzdem war ich den Rest des Tages komplett erschossen, das war eine viel zu kurze Nacht.
Nach dem Zwischenstopp in Arlanda ging es mit einer Salamischeibe weiter.
Die gehörte vermutlich ebenfalls zu einem Frühstück. Ich habe keine Ahnung, was theoretisch auf dem Flug serviert wurde, ich habe ans Fenster gelehnt geschlafen. Kalt war es auf dem Flug und die Sitze sehr durchgesessen, und die Laune, und die Überreizung… Ich war wirklich nicht die beste Version meiner selbst.
Aber, worauf ich an dieser Stelle mal Lobeshymnen singen muss: formgegossene Ohrenstöpsel zum Schlafen. Oder auch nur zum im Flugzeug sitzen. Beste Anschaffung. Damit kann ich ÜBERALL schlafen. Die Klimaanlage im Hotel in New York hörte sich an, wie ein startendes Flugzeug. Der Kühlschrank im New Jersey-Kaff ebenso. Flugzeuge sind laut, Menschen sind laut. Mit den Dingern drin ist das alles egal. Die waren wirklich jeden Cent wert. Also sie haben auch wirklich einige Cents gekostet, das will ich gar nicht klein reden, aber wenn man das Geld hat und wegen Geräuschen Probleme mit dem Schlafen hat, ist das eine gute Anschaffung. Meine sind auch ganz weich und stören überhaupt nicht. Auf der Reise wollte ich sie irgendwann gar nicht mehr raus nehmen, aber man hört dann halt auch die Umgebung nicht. Das ist eher ungünstig, zum Beispiel an Flughäfen.
Tja, und dann war ich ja wieder hier. Langsam und mit fiesem Jetlag (immer noch, die Uhrzeit verrät es). Ich habe sowohl Donnerstag als auch Freitag ein Nickerchen nach dem Mittagessen gemacht, weil einfach nichts mehr ging. Mein Sportprogramm habe ich Donnerstag fortgesetzt, vor der Arbeit, wenn auch nicht so früh. Aber um morgens in die Gänge zu kommen, ist Sport echt ganz gut. Donnerstag habe ich auch meine Geige wieder ausgepackt und das war schön. Mit dem getapten Ringfinger geht das sogar ganz ok, ist ja die rechte Hand, das ist vielleicht der eine Finger, den man zum Geige spielen am wenigsten braucht. Glück im Unglück. Heute ist, wenn ich richtig gerechnet habe, Tag 3730. so schnell sind fast zwei Wochen rum.
Alles hat gut geklappt, war aber wie ich gedacht hatte: ich kam in den Blog nicht rein. Morgen werde ich mich dann mal hinsetzen und alles aufschreiben. Ereignisreich war es jedenfalls. Jetzt freue ich mich aber erst mal aufs eigene Bett mit nur einem Kissen pro Person drin. Ich habe auch schon sehr genossen, normales Klopapier mit mehr als 0,7 Lagen zur Verfügung zu haben, dass ich Wasser aus der Leitung einfach trinken kann ohne an Schwimmbad denken zu müssen und eine selbst gekochte Mahlzeit. Mac and Cheese, damit der Übergang nicht allzu hart wird.
Letzte Nacht im Flugzeug habe ich, wenn es hoch kommt, drei Stunden geschlafen. Entsprechend zerschossen war ich heute den Tag über. Ausserdem overpeopled bis über beide Ohren. Eigentlich habe ich nur rumgehangen und gedöst. Ich hoffe, dass mich die importierte Melatonindosis dann gleich mal schlafen lässt, obwohl es ja grad mal 19 Uhr ist.
Tja. Der Koffer ist gepackt, es ist alles getan, was getan werden muss. Auf der Liste stehen nur noch drei Dinge, die ich morgen erst einpacken kann.
„Ladegeräte“ ist nur eines. Kabel ist eingepackt. Zwei Adapter sind auch eingepackt.
Das Reisehandy funktioniert. Aber es ist halt nichts drauf. Ich habe die WordPress-App nicht runtergeladen, befürchte aber, selbst wenn ich das tue, weiß ich mein Passwort nicht. Ähäm. Digital native und so, ohne meinen Passwort-Manager bin ich komplett hilflos. Immerhin ist mir noch eingefallen, dass ich einen TAN-Generator mitnehmen sollte, denn ungefähr ALLES geht in Norwegen mit BankID und ich hab die BankID-App ja nicht. Die kann man eh nur auf einem Telefon haben.
Auf ne Art und Weise ist das eine gute Vorbereitung auf Februar, denn da werde ich das erste Mal nach China reisen und da ist alles noch viel strenger. Dass wir da überhaupt nen Computer mitnehmen dürfen und nicht alles per Hand schreiben müssen, grenzt an ein Wunder. Aber ich vermisse diverse Gruppenchats, meine Smartwatch und den Blog hier jetzt schon.
Wahrscheinlich sollte ich jetzt schlafen, aber ich bin auch ein bisschen aufgeregt. Oder auch sehr aufgeregt.
Also entweder melde ich mich aus den USA… oder nicht. Wenn Sie gar nichts hören, ist wahrscheinlich alles gut und nur das Passwort vergessen. Nächste Woche Mittwoch bin ich nach Plan wieder da und habe mein Handy zurück, da geht dann eh alles wieder und ich kann wahrscheinlich einen halben Roman schreiben.