Tag 3840 und 3841 – Schockschwerenot.

Gestern wurde ich zum zweiten Mal wach (das erste Mal war ich, wie an allen letzten Tagen, gegen fünf Uhr wach) mit der schockierten Erkenntnis, dass am Dienstag Konzert ist und ich seit… zehn Tagen oder so nicht Geige geübt hatte. Also gar nicht, nicht mal ein bisschen. Hilfe! Also habe ich gestern geübt und heute auch und huff, ich hab nicht alles vergessen! Die Muskeln erinnern sich ja auch.

Apropos Muskeln: die größeren Muskeln meines Körpers habe ich seit fast drei Wochen nicht benutzt, das Hotel in China hatte keinen Fitnessraum. Und an den Abenden, wo ich ne halbe Stunde bis Stunde vom Schlaf abzwacken konnte, habe ich lieber Geige gespielt (die E-Geige war zu diesem Zweck eine gute Anschaffung und der Transport auch kein Problem, Businessclass hat ja glücklicherweise reichlich Platz für Handgepäck) als im Hotelzimmer auf dem Teppich rumzuhüpfen. Mir graut davor, wieder in die Gänge zu kommen mit Sport, es ist immer der Anfang, der am schwersten fällt.

Heute erster Tag an dem ich mich insgesamt normal und auch normal belastbar gefühlt habe.

Mit Michel allein zu Hause zu sein ist sehr angenehm. Da erzählt er auch mal was und ist allgemein überaus kooperativ und hilfsbereit. Ich fürchte, im Alltag kriegt er zu wenig 1:1-Kontakt mit einem von uns Erwachsenen. Da muss ich mal überlegen, wie wir uns da Inseln für schaffen können.