Tag 3034 – Geschafft!

Heute war erst den ganzen Tag fachliche Diskussion in verschiedenen Gruppen (aber alles inspekteure*innen). Das ging bis vier und war exakt so wie gedacht. Ich hoffe jetzt einfach mal ganz stark, dass die vielen tollen Ideen von heute auch weiter getragen werden und nicht irgendwo auf dem Weg nach oben verhungern, weil sie unbequem sind.

Danach tat ich etwas sehr schlaues: ich ging, trotz Regen, zu Fuß zu dem Restaurant, in dem wir uns zu hyggelig Zusammensein noch treffen wollten. Das dauerte etwa 50 Minuten und danach hatte ich den Kopf wieder frei, die latenten Kopfschmerzen waren weg und meine Laune war ebenfalls viel besser. Was ein flotter Spaziergang mit Wedeln so bewirken kann! Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich da für mich eingestanden bin.

Im Restaurant, das eher eine Bar mit Snacks und Billiardtischen war, gab es erst enttäuschendes Essen (ich hatte extra das vegetarische vorbestellt) und dann eine Runde Shuffleboard. Das ist wie Tisch-Curling mit Sand. Für mich eher nichts. Aber mitgespielt habe ich und es war auch lustig, ich würde mir das nur nicht als meine Freizeitgestaltung aussuchen.

Apropos Freizeitgestaltung: meine ruft nach Bett. Ich war schon deutlich erschossener nach solchen Tagen, muss ich sagen, der Spaziergang war sehr sinnvoll. Aber vor Energie sprudelnd bin ich jetzt grad nicht.

Tag 3031 – Noch mehr Grusel.

Kurz ein paar Schnipsel von gruseligen (und nicht ganz so gruseligen) Dingen.

  • Ich hab den ganzen Arbeitstag IT-Projekt-Dinge gemacht. Das ist weiterhin zum Abgewöhnen.
  • Heute früh war ich zur Blutabnahme beim Arzt und ich weiß nicht, wie das passiert ist, aber ich sehe jetzt aus wie nach einem Vipernbiss. Neben dem (kleinen) blauen Fleck von der Nadel ist nämlich ein weiterer blauer Fleck, aber da war nichts, nur Pflaster.
  • Auto fahren auf dem ersten Schnee ist furchtbar gruselig. Also man hat das schnell wieder drauf, Jahr für Jahr, aber ich möchte den ganzen Nordlenninger echt ein lieb gemeintes Haltet die Fresse entgegen rufen. Die machen sich nämlich jedes Jahr rituell drüber lustig dass in und um Oslo beim ersten Schnee das völlige Chaos ausbricht und Busse aus Gräben gezogen werden müssen und dergleichen. Wir haben hier halt ca. 6 Monate im Jahr tatsächlich keinen Schnee und wenn man ohne Spikes fährt, ist das halt erst mal gewöhnungsbedürftig. Ich schätze, das ist nicht anders, wenn man einen Bus fährt. Außer dass da noch größere Massen in Bewegung sind. Ich bin heute, trotz Winterreifen (ohne Spikes) um ein paar Kurven ungewollt sportlich geschlittert, das war gar nicht mal so schön und bei ein paar km/h mehr hätte ich vermutlich die Leitplanke geknutscht und Nordlenninger würden sich über mich kaputt lachen.
  • Die Ballettlehrerin schlug heute vor, die letzten 15 Minuten mit der Turngruppe zu verbringen, die hatten nämlich ein Airtrack aufgebaut. Also ein, keine Ahnung, 15-20 Meter langes, dickes (sicher 50-60 cm) Luftkissen. Mein Beckenboden fand die Vorstellung sehr gruselig, mein knapp noch U40-Ich ansonsten auch, weil, ugghhh, ich hab seit bestimmt 20 Jahren kein Rad mehr geschlagen, geschweige denn so Faxen wie Flugrollen gemacht. Man wird ängstlicher mit dem Alter. Andererseits war ich im Turnen in der Schule immer sehr gut und fand zum Beispiel Springen immer super, ich war ja auch ziemlich stark als Jugendliche. Bin ich noch, zumindest im Verhältnis zu vielen anderen. Whatever. Mein Beckenboden hatte recht mit seinen Befürchtungen, aber beim Ballett bin ich ja eh darauf vorbereitet, Springen zu müssen. Das Hopsen auf der Luftmatte hat aber ungeahnt viel Spaß gemacht und ich kann noch Rad schlagen (beide Seiten), Luftrolle und Handstand mit Abrollen. Das sind alles drei aber Sachen, die ich lieber auf Bodenturnmatten machen würde, das starke Federn hat mich ein paar mal ziemlich rausgebracht.
  • Das süßeste Kostüm heute hatte ein noch ganz kleines Kind an, das vielleicht 1,5 Jahre alt war und in einem voluminösen Skianzug steckte, über (!) den ein Hexenkostüm mit Tüllrock geprömmelt war. Das war insgesamt alles sehr viel Stoff und das Kind glich eigentlich eher einem tapsig herumwackelnden schwarzen Tüllball. Dazu kam, dass es noch neu im Trick-or-Treat-Business war und erst drei mal zu Mama gucken musste, ob es jetzt echt ganz im Ernst in Ordnung ist, Süßigkeiten zu nehmen. Dann trug es aber das ausgesuchte Bonbon wie eine Trophäe (oder eine Sandale) vor sich her. Also, selbst will ich so kleine Kinder ja nicht mehr haben, aber die sind schon oft sehr sehr niedlich in dem Alter.

Das war’s. Mehr war nicht. Jetzt Bett, weil sehr platt von Turnen.

Tag 3026 und 3027 – Fertig!

Also, Mittwoch war schlimm. Donnerstag und Freitag war wesentlich besser, aber Mittwoch war einfach furchtbar. Es hängt mir noch ein bisschen nach, weil ich noch nie bei einer Inspektion so… überladen war, dass keine Konzentration mehr möglich war. Dabei war ich in genau dieser Fabrik sogar schon mal. Und da roch es genauso und war sicher auch genauso laut. Hell sicherlich auch. Ich schiebe einen Teil der Empfindlichkeit tatsächlich auf meinen Geruchssinn, der ist manchmal halt so on Fire, dass ich beim Hereintragen des Obsttellers denke, jemand hat Schnaps mitgebracht, dabei ist es nur die Ananas. Oder heute, dass jemand Zitronenbonbons lutscht, dabei war es Mandarine auf dem Teller. Jedenfalls war es kein so gutes Erlebnis dieses Mal. Es riecht nicht schlecht in der Fabrik, im Gegenteil, es riecht halt nach beliebten Aromen für Medikamente, aber es ist sehr intensiv. Keine Ahnung, wie ich das vor vier Jahren ausgehalten hab, dieses Mal war irgendwann mein Gehirn nur noch gefüllt mit einer Mischung aus Zitronen- und Pfefferminzgeruch und dem rhythmischen Lärm der Verpackungslinie. Ich bekam Gesprächsfetzen mit, aber mehr auch nicht. So kann eine nicht so gut inspizieren, um ehrlich zu sein.

Danach platzte mir nahezu der Schädel, der gestern auch noch irgendwie wattig war. Im Labor war ich einigermaßen froh, dass die unter anderem einen Raum haben, in dem lichtempfindliche Stoffe hantiert werden. Da hätte ich mich gut länger aufhalten können. Der Rest seither war Durchgang von Dokumenten und ich habe wieder total viel gelernt und würde jetzt gerne spontan noch viel mehr über galenische Pharmazie lernen, aber haha, wann.

Apropos wann: gute Nacht!

Tag 3010 – Müde Geburtstagsvorbereitungen.

Uff, schon wieder so spät. Aber so ist das, wenn man nach dem Ballett noch einkaufen muss und dann, nachdem Pippi schläft, noch glutenfreien* Brownie backt und die nicht glutenfreien Cupcakes frostet – was nicht so funktioniert hat wie geplant und zusammen mit PMDS und dem Arschloch, das mir fast in die Karre gefahren wäre, weil ein einspuriger Kreisverkehr natürlich der optimale Ort zum Überholen ist, und das mich danach dafür auch noch angeschrien hat, ist das echt ein bisschen viel für meine müden Nerven. Deshalb einfach Bett jetzt. Lieber morgen noch mal mit über Nacht gekühltem Frosting probieren. Sonst ist es halt eher so ne Glasur, auch nicht schlimm.

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*Michel hat 3 Freunde eingeladen und informierte mich heute Mittag darüber, dass einer davon kein Gluten verträgt und der andere allergisch auf Nüsse ist. Wie meine Chefin sagte „Klassiker – hast du deinen Kindern noch nicht beigebracht, dass man mit solchen Kindern nicht befreundet sein sollte?“. Sie ist selbst Gluten- und Laktoseintolerant und darf deshalb diese Sorte groben Witz reißen. Und nein, im Gegenteil, ich habe eben eine glutenfreie Backmischung und glutenfreie Hotdogbrötchen gekauft, ansonsten gibt es Chips und Eis (das Schokoladeneis kann Spuren von Nüssen enthalten, aber das Kind war schon ein paar mal hier und kann ganz gut selbst einschätzen, ob irgendwas zu riskant ist) und eben Hotdogs und für den Notfall eine große Tüte Haribo ohne irgendwelches Zeug gegen das irgendwer allergisch ist, dafür mit Gelatine. Aber die Würstchen sind auch aus mit Fleisch, Michel mag vegetarische Würstchen nicht, die Konsistenz** ist falsch.

**Heute habe ich in eine Birne gebissen, festgestellt, dass sie unerträglich weich ist und mich nicht gezwungen, sie trotzdem aufzuessen. Das fühlte sich sehr empowert an, Essensabfall hin oder her. Ehrlich gesagt ist meine Go-To-Lösung für vermutet weiche Birnen sonst auch einfach warten, bis sie von selbst auf den Komposthaufen klettert, also dort gelandet wäre sie über kurz oder lang eh. Dieses Mal halt ehrlicher, und mit dem festen Vorsatz, das nächste Mal eine gekaufte und sorgsam als steinhart ausgesuchte Birne einfach direkt aufzuessen.

Tag 3007 – Fertig und platt.

Wir sind ein müder Haufen hier. Aber macht nichts, ist ja Wochenende.

Dinge die heute fertig wurden:

  • Meine Schulung, heute war es wesentlich mehr Information und dadurch für mich wesentlich einfacher, den Fokus zu halten und nicht gedanklich abzudriften
  • Eragon vorlesen. Alle Teile. Das hat lange gedauert und ich bin eigentlich echt froh, dass es vorbei ist. Ist so ganz nett, als Einstieg in Fantasy, würde ich sagen, aber nach dem ersten Buch ist es so sehr Tolkien mit Drachen*, dass es zumindest mich nervt.

Ansonsten übernachtet Pippi heute bis Sonntag mit ihrer Kindergartenfreundin „auf der Hütte“, die Familie der Freundin hat offenbar eine Familienhütte am Sjusjøen. Damit ist Pippi die erste in der Familie, die auf eine Hüttentour eingeladen ist. Applaus, Applaus! Außer Pippi und der Freundin da: die Mama der Freundin und ihr Freund, sowie „Moffar“ (Opa mütterlicherseits) und „Dama hans“ (seine Freundin). Ich hoffe, sie haben alle eine gute Zeit und die Erwachsenen können sich auch ein bisschen erholen, Pippi und ihre Freundin sind zusammen eine echte Handvoll.

So, gute Nacht. Es ist spät, Herr Rabe schnarcht atmet schon schwer.

Tag 3006 – Müde.

Ich habe die besten Leserinnen! Vielen Dank! Jetzt muss ich nur noch vier Monate rückwirkend korrigieren…

Habe den ganzen Arbeitstag in einer Schulung gesessen und bin ziemlich durch jetzt. Morgen noch mal, dann ist Wochenende.

Zyklus meldet sich auch schon wieder mit der Nerv-Phase. Erst mal alle und alles hassen. Bald kommt dann die Heule-Phase. Ich bin noch nicht fertig mit überlegen, ob der kleine Effekt der Antidepressiva das Schwitzen wie Sau wert ist.

Immerhin: der Muskelkater ist auf dem Weg der Besserung. Es geht seit mittags ca. stündlich besser. Werde also vermutlich auch dieses Mal überleben.

Nun ja. Ich gehe jetzt ins Bett. Dann gibt es immerhin fast 8 Stunden Schlaf, weil ich wegen der Schulung (fängt spät an und geht lang, weil sie international ist) nicht ganz so früh aufstehen muss.

Tag 3003 – Verschnauft weiter.

In den letzten Tagen habe ich dringend benötigten Schlaf nachgeholt und war dann auch tatsächlich um halb zehn heute morgen schon ausgeschlafen. Nicht die „uffz, Hrmpf, kind of wach, Augen verklebt, könnte mich noch mal rumdrehen, wie spät ist es OH MEIN GOTT SCHON ELF???“ sondern die „wach, könnte aufstehen und den Tag beginnen, wie spät ist es, ach ja, halb zehn, geht ja noch“ Art von ausgeschlafen. Mir ist klar, dass das für viele der totale Luxus/die totale Zeitverschwendung ist, so lange zu schlafen, und ich möchte bitte nicht für mein Schlafbedürfnis gejudged werden, ich brauche eigentlich mindestens acht Stunden Schlaf und hatte letzte Woche vielleicht so fünf pro Nacht. Wenn Sie mit weniger Schlaf klar kommen oder generell singend um 5 aus dem Bett springen, freue ich mich ehrlich für Sie, nur ich tu‘s nicht.

Jedenfalls war ich dann wach, habe es gemütlich angehen lassen, bin irgendwann nach Oslo gefahren um Flicken für Outdoor-Kleidung zu kaufen, war irgendwann auch wieder zu Hause, habe besagte Flicken an eine Hose angebracht, eine lange Geigensession gemacht und dann war auch schon Abend.

Anekdote: ich trage ja immer Sonnenbrille und war im Laden zu faul, die abzunehmen (im Stoffladen ist es aber auch brutal hell und fieses Neonröhrenlicht). Ich griff 4 schwarz aussehende Flicken aus dem Regal und stellte mich an der Kasse an. Die Kassiererin sagte, einer der Flicken sei schwarz, die anderen aber blau. Ups, sagte ich, ich geh die kurz tauschen, ich brauche schwarze Flicken. Verließ also den Laden mit vier schwarzen Flicken um zu Hause festzustellen: die Hose ist blau. Tiefdunkelblau, nahezu schwarz, genau wie die Flicken, die ich fast versehentlich gekauft hätte. War mir dann aber auch egal und jetzt sind halt schwarz-schwarze Flicken auf einer blau-schwarzen Hose.

Jetzt Licht aus. Morgen kommt die Putzhilfe, da ist nichts mit schlafen bis länger als sieben. (Guck, schon wieder keine acht Stunden Schlaf.)