Tag 3392 – Hups, so spät schon.

Eine Stunde und fünfzehn Minuten hin, neuneinhalb Stunden Arbeit, eine Stunde und fünfundvierzig Minuten zurück (wegen Verkehr) und dann noch mal Arbeit. Essen, in dem Restaurant, in dem nicht laute live Musik ist, aber auch kein Buffet. Deshalb alles ein bisschen hassen, ich will pineapple tandoori und alles mit paneer vom Buffet. Aber nach so Tagen ertragen weder der Lieblingskollege noch ich noch live Musik beim Essen. Und dann ist auch schon elf.

Übrigens, womit man eine Inspektørin wesentlich pissiger macht, als wenn man sie drum bittet, sich zur Begehung der Produktionsräume abzuschminken: wenn man sie nicht drum bittet und sie dann voll geschminkt in sämtliche Räume (CNC und D, denn C und B ist morgen erst) spaziert.

Sehr seltsame Sache auch, der ich noch auf den Grund gehen werde: alle haben Schuhe in der gleichen Größe, die den allermeisten viel zu groß ist, an.

Tag 3390 und 3391 – Alles dreht sich um Schlafen.

Gestern: geschlafen bis mittags (Ortszeit), Frühstück in Form von Mittagessen, danach Arbeit. Wundern, warum ich so müde bin, des Rätsels Lösung: kein Kaffee. Löslicher Kaffe auf dem Zimmer ist grauenvoll, aber hilft trotzdem.

Abends müde wie Sau, direkt eingeschlafen.

Nach vier Stunden Schlaf plötzlich grundlos hellwach. Eine Stunde im Bett gewälzt und um halb vier aufgegeben. Gelesen und um fünf Uhr in den Fitnessraum gegangen. Um sieben beim Frühstück aufgelaufen, frisch, gestriegelt und gebügelt. Frühstück, dabei fast alles mögliche verschluckt, weil Nachrichten aus Deutschland gelesen. Eine Stunde Fahrt zum Hersteller. Inspektion, powered by Cola, Kaffe und nach dem Mittagessen auch jede Stunde einmal aufstehen und auf dem Flur herumlaufen, um nicht einzuschlafen. Eine Stunde zurück, wegen Verkehr konnte ich da auch nicht die Augen zu machen.

Arbeit.

Essen.

(So müde.)

Den Lieblingskollegen in die Kunst des Kluster-Spielens eingeweiht.

Jetzt Bett. Hoffentlich Schlaf. Länger als bis halb drei bitte.

Tag 3387 und 3388 – Viel los.

Ich grüße aus Zimmer 2248, was eine sehr sympathische Zahl ist. Es kann also nur gut werden, diese Reise. Morgen geht es so früh los, dass das Flughafenhotel mich (und den Lieblingskollegen) beherbergen muss. Nach meinen letzten Erlebnissen möchte ich nicht morgens um viertel vor fünf abhängig vom lokalen Taxidienst sein. Hinterher erzählen die mir wieder was von dem wahnsinnig dichten Verkehr in Eidsvoll zu der Uhrzeit oder so.

Reise hält mich nicht von Ballett ab, und das war heute echt heftig, sehr viele relevés und noch mehr Sprünge. Ich glaube, die Vertretung unserer eigentlichen Lehrerin will uns heimlich auf Spitze vorbereiten oder so. Meine armen Waden.

Gestern habe ich schon mal das meiste gepackt. Heute dann den Rest. Weil ich paranoid bin, habe ich alles für die ersten zwei Nächte (und den ersten Inspektionstag) im Handgepäck. Trotzdem habe ich alles in meinen „großen“ Samsonite-Rucksack bekommen. Ha. Dieses Mal habe ich auch verschiedene Sorten Sonnenschutz dabei, Hut, Creme und Kleidung, ich werde NICHT wieder komplett verbrennen.

Ebenfalls gestern noch „schnell“ eine Geigenstunde gehabt. Das viele Geübe an Artikulation hat sich gelohnt, ich habe jetzt viel bessere Kontrolle über den Bogen. Eintönig war das Üben, aber Hilfreich. Jetzt kann ich erst mal anderthalb Wochen nicht spielen, was ich ziemlich schrecklich finde.

Herr Rabe kam gestern Nachmittag wieder, wir haben also knapp mehr als uns nur abgeklatscht. Pippi wäre am liebsten direkt wieder ins große Bett eingezogen.

So, jetzt fallen die Augen zu. Gute (kurze) Nacht!

Tag 3376 – Muss ins Bett.

Bin sehr aufgeräumt nach einem weiteren Tag Reinraum-Symposium und danach Hobby-Kurs. Wir hatten heute sehr viel Spaß, aber es war auch sehr anstrengend (das ist neu, dass das körperlich anstrengend ist). Abends mussten die Wechselwarmen mal wieder was zu futtern haben. Jetzt ist es schon wieder so spät, dass in nur marginal über 6 Stunden der Wecker klingelt. Ächz.

Tag 3372 und 3373 – Weitere volle Tage.

Nach einer viel zu kurzen Nacht bin ich hundemüde, aber ich werde trotzdem versuchen, einen kleinen Abriss von gestern und heute zu schreiben.

Gestern war erst Frühstück im Schlafanzug. Erstens hatten wir vom Club das Hotel für uns und zweitens hatte einer sich das gewünscht zum Gedenken an seine kürzlich verstorbene Frau. Danach war ich… zu wenig in der Lage und schleppte mich nur unter großen Mühen in den Trainingsraum, wo ich jemanden auf dem Boden quer liegend und den ganzen Raum blockierend vorfand. Also die Person hatte sich da schon so hingelegt, die war nicht einfach voll oder so, die hatte einen Kopfhörer auf und ein Handtuch unter dem Kopf und die Augen zu. Als ich fragte ob ich kurz eine Matte haben könnte…? wurde ein Auge geöffnet und genickt, das Auge dann wieder geschlossen. Sehr seltsames Verhalten, ich hatte gehofft, die Person würde dann einfach aufstehen und ihre Meditation oder was das war an einem geeigneteren Ort weiter führen, aber nein. Also machte ich mein Gehopse auf der eroberten Matte vor den Laufbändern, auf Fliesenboden. Sehr schön. Nicht.

Danach waren wir in einer kleinen Gruppe auf Pilztour. Das war lustig und schön, auch wenn ich in komplett ungeeigneter Kleidung unterwegs war, nämlich Schlaghosen (die ich in die Socken stopfte) und super flachen Lederschuhen ohne jegliches Profil. Ging trotzdem und meine Füße blieben auch trocken. Mit solchen Schuhen geht man dann ja etwas anders, vorsichtiger als wenn man sich nicht so viele Gedanken machen muss, ob man im Moos nun 3 cm einsinkt. Da wurden meine Füße auch sehr schön warm bei. Eine aus dem Club (hier aus Oslo, ich habe die auch anderweitig schon öfter getroffen) hat eine Zertifizierung als Pilzkontrolleurin und hat uns sehr viel über Pilze erzählen können. Ich liebe ja, wenn Leute mit Leidenschaft so Nischenthemen bearbeiten. Gesammelt haben wir auch ein bisschen was, unter anderem war die Pilzkennerin ganz in Ekstase, weil wir so Heilpilze gefunden haben, die wohl sehr begehrt sind (für die, die sich mit sowas beschäftigen).

Nach der Pilztour war direkt Chorprobe. Eine letzte, die war, wie so Generalproben oft eben sind, ähäm.

Danach hing ich wieder ein bisschen durch, aber war rechtzeitig zum Auftakt-Quiz zum Galadinner ausgehfertig (mit aufwändigerem Make-up, weil ich’s kann). Das Quiz hat meine Gruppe nicht gewonnen, mal wieder, aber es war ein lustiges Erlebnis. Es gab auch den einzigen unangenehmen Augenblick des gesamten Wochenendes, als ein Typ, der nirgendwo Anschluss fand (weil die Gruppen nur 5 Teilnehmer haben durften und alle schon voll besetzt waren) einfach kommentarlos aufstand, sein volles Bierglas mit Absicht auf den Boden schmiss, sodass es zerbrach, und langsam, den Quizmaster anstarrend, aus dem Raum ging. Vor dem Dinner gab es eine Ansage, dass verbotene Rauschmittel in der Organisation komplett überhaupt gar nicht geduldet werden und dass jede*r, di*er mit irgendwas erwischt wird, sofort ausgeschlossen wird, ohne Diskussion. Vielleicht gab es einen Zusammenhang zwischen diesem, äh, Anschiss, und der komischen Bierglassache, aber das werden wir wohl nie erfahren.

Dann war Galadinner. Als Pseudo-Vegetarierin, die nicht als Alternative zum Fleisch gedünsteten Dorsch essen wollte, bekam ich komplett veganes Essen, das war so naja. Also nicht, weil es vegan war, aber das hätte man besser machen können.

Nach der Vorspeise war der Chor mit seinem Auftritt dran. Dafür, dass wir das nur vier mal geübt hatten, in immer anderen Besetzungen und nie mit allen zusammen, lief das echt gut. Ich hab alle b-s getroffen, bin nicht bei langen Noten erstickt und hab auch die Oktave von d nach d geschafft, die für meine wirklich ausgesprochen altige Alt-Tonlage und ungeübt das Maximum des Machbaren darstellte. Sehr zufrieden. Und Spaß hat es gemacht. Wenn der Tag doch nur 48 Stunden hätte.

Es wurden dann noch während des Dinners alle möglichen Preise verliehen und dann war es theoretisch Zeit für Party. Ich verbrachte die „Party“ wieder mit Brettspielen und bereue nichts. Das war super. Wir spielten, bis wir um zwei Uhr aus dem Raum geworfen wurden.

Heute dann leicht verpeiltes Frühstück, bei dem ich viel Kaffee trank. Überraschung, 5 Stunden Schlaf reichen nicht so ganz.

Nach dem Frühstück checkte ich aus und dann hörten wir uns noch die M-Talks an, das sind 10 Minuten-Vorträge zu allen möglichen Themen von Mitgliedern. Da war alles mögliche bei, von „Die Zukunft der Luftfahrt“ über „Dieses Jahr habe ich ganz viel Zeug bei Finn verkauft, weil ich mir einen absurd teuren Designstuhl kaufen wollte“, „Hier mein gescheitertes Stadtplanungsprojekt, das ich aber trotzdem sehr mag“ bis zu „Ich mag Manchester United“ und hat total viel Spaß gemacht, zuzuhören. Eben weil es Themen sind, für die die Leute brennen.

Es dünnte sich dann langsam aus. Das war schon ok so, aber auch komisch. Ich aß (wie viele) noch Mittag und musste mich dann auch verabschieden. Sehr komisch. Ein paar habe ich gedrückt, vor allem die aus der F84-Subgruppe. Und noch ein paar andere.

Insgesamt war das ein Wochenende, das sich sehr gelohnt hat. Auch wenn ich jetzt total überfüllt von allem (außer Schlaf) bin. Aber so viele nette, interessante, vielfältige und offene Menschen (mit deutlichem Überhang an nerdigen Entwicklertypen) mit so breiten Interessen, Hach. Hach.

Jetzt bin ich wieder zu Hause und muss echt sehr dringend schlafen. Sehr sehr dringend. „Alle“ hatten gesagt, dass es passieren könnte, dass man sehr wenig bis gar nicht schläft, aber ich bin ja schlau und nehme Rücksicht auf mich, ne? Haha. Aber immerhin hab ich 7, 6 und 5 Stunden geschafft.

Tag 3371 – Ein sehr voller Tag.

Es ist so schön, hier unter anderen Neurospicy Leuten zu sein. Ich bin überwältigt davon, wie viel Spaß ich hier habe.

Es ging los mit Frühstück, wo sich zwei Entwickler aus Hamar zu mir setzten, die interessante Einblicke in einen anderen staatlichen Etat boten. Werde das mal unserer Direktion vorschlagen (falls ich mal kündige, weil danach definitiv die Hütte brennt).

Danach war Speed Friending, das war auf viele Arten sehr anstrengend, aber am Ende bin ich noch fast ne Stunde mit einer der anderen Teilnehmerinnen da sitzen geblieben und habe mich unterhalten, also ich würde sagen, geklappt hat es mit dem friending.

Dann war Chor, dann Mittagessen, dann Bouldern. Chor und Bouldern war beides sehr gut. Überraschend, was ich so kann, bei beidem. Beim Bouldern musste ich trotzdem nach einer Stunde aufgeben, weil meine Arme nur noch Pudding waren. Da hatte ich dann aber auch echt was geschafft.

Dann zwei Vorträge, einer über den weiblichen Zyklus und einer über ADHS. Möchte die Gynäkologin, die mir vor nem Jahr die Pille verschrieben hat, zu der Zyklus-Vortragenden schicken, ich glaube, die kann da noch was lernen. Auch der ADHS-Vortrag war sehr interessant.

Dann Chor. (Wir müssen ja was schaffen, morgen sollen wir beim Galadinner „auftreten“, nach nur 4 Proben bei der nie alle gleichzeitig anwesend waren.)

Dann Abendessen, mit der F.84-Gruppe aus dem 2 %-Club hier. Das ist eine sehr angenehme Subgruppe Leute, die ich zum allergrößten Teil sehr gern habe.

Dann fertig machen für die Mottoparty „Film und Fernsehen“, was ich zunächst sehr gruselig fand. Aber dann war’s gar nicht schlimm und sehr lustig.

Dann Stand-Up (einer aus dem Club ist Comedian) und danach eigentlich Party, aber das habe ich nicht lange ausgehalten. Stattdessen habe ich mit zwei anderen (F.84-) Frauen Magic Maze gespielt und muss sagen, so viel Spaß zu haben hatte ich echt nicht mit gerechnet. Wir zogen auch die ganze Aufmerksamkeit des Brettspiel-Raumes auf uns, weil wir uns so einen abgeierten, immer wieder unterbrochen von sehr stillen Pausen. Das ist einfach ein super Spiel.

Und dann war es plötzlich halb zwei.

Tag 3370 – Wieder außerhalb der Komfortzone.

Aber anders. Denn ich bin jetzt wo, wo ich drei Tage lang nichts anderes mache, als neue Leute kennen zu lernen.

Bisher läuft das ganz ok. Aber ich gehe jetzt dann auch lieber ins Bett, obwohl noch Brettspiel, Poker, Gaming und generell geselliges Beisammensein läuft. Das läuft aber auch ohne mich. Meine Batterie im Hinblick auf meine Einschränkungen ist eh schon ziemlich leer, gestern merkte ich das sehr deutlich, und es liegen noch zwei volle Tage vor mir. Lieber Kräfte schonen. Aber ich war schon beim Pop Up Chor und habe gesungen, das war zwar musikalisch jetzt eher so njaaa aber ansonsten sehr schön.

Aus gegebenem Anlass habe ich gestern meine Haare getönt. Und auf komplett weiß knallt die Farbe auch richtig.

Aber holla, färbt die Farbe ab. Also, dass Directions in den ersten Tagen ausbluten, bin ich gewohnt, aber das ist ein neues Level. Lustiger Weise geht es von den Händen (an die es nur abgefärbt hat) dann aber nie mehr runter. So soll die Farbe aber auch nur kurz sein, genau genommen nur dieses Wochenende, da kann ich das verschmerzen.