Tag 3317 – Warten auf Wäsche.

Ich war eine nahezu gute Korpsmama und habe den ganzen Tag beim Flohmarkt zugebracht. Nahezu weil ich das eigentlich morgen auch tun müsste, aber das schaffe ich nicht, vor allem nicht mental, habe ich heute wieder mal feststellen dürfen. Das war so anstrengend, mit all dem Chaos, den Menschen, den wirklich zum Teil sehr seltsamen Interaktionen, dass ich danach erst mal drei Stunden im Bett verbracht habe. Aber hey, Pflicht getan.

Weil sich das alles so hinzog, und das im Bett atmen und runterkommen dann natürlich auch weitere Verzögerungen im Tagesplan mit sich brachte, ist es jetzt schon sehr spät. Soeben ist aber eine Maschine Wäsche mit einzelnen Wäschestücken, die ich für meine morgen beginnende Reise (nur Norwegen, aber die ganze Woche und mit Hotel) brauche, fertig geworden. Die hänge ich jetzt noch auf und dann gehe ich endlich auch ins Bett (und lasse mich von Pippi anschnarchen, die Herrn Rabes Platz für ihn warm hält).

Tag 3306 – Bettzeit!

Heute morgen haben wir festgestellt, dass wir früher ins Bett gehen müssen. Das machen wir dann jetzt auch. Ich mache das auch tatschlich jetzt ohne Handy, das klappt ganz gut und ich habe auch schon ein Buch fertig gelesen und ein neues angefangen. Das fertig gelesene Buch ist „Barbarotti und der schwermütige Busfahrer“ von Håkan Nesser und ist ganz toll (trotz des leicht peinlichen deutschen Titels). Ein langsames Buch, in dem keine Sensationen passieren und nichts groß ausgeschlachtet wird. Es ist nicht gruselig, nicht grausam, nicht brutal, nicht absurd (looking at you, Jo Nesbø). Es ist wie ein warmer Kakao an einem Herbstabend, unter einer Wolldecke. Ob man die anderen Barbarotti-Bücher kennen sollte, um das Buch genießen zu können, weiß ich nicht so recht, aber wer die noch nicht kennt, verpasst was. Ich finde nicht, dass man das als Krimi bezeichnen kann, es sind eher Romane, die sich halt um einen Polizisten drehen. Lesen sie einfach mehr Håkan Nesser. Wenn nicht gleich eine ganze Reihe, ist „Kim Novak badete nie im See von Genezareth“ auch echt toll. Zum Beispiel.

Tag 3242 – Fertig.

Ich jetlagge immer noch ein bisschen herum und wollte heute genauso wenig aufstehen, wie die liebreizenden Kinder. Aber ich wollte/musste ja ins Büro, und nach dem Büro wollte ich in Oslo noch drülf Dinge tun. Dann war das Büro doof zu mir, da waren zu viele Meetings und zu hell und überhaupt und danach die drülf Dinge liefen auch nicht wie geplant und das war alles doof und ich danach total platt. Nun ist es so, dass ich tatsächlich seit Donnerstag einen Zettel habe, der bestätigt, dass ich mir nicht einbilde, dass manche Dinge, die für andere kein Problem sind, mich völlig auspumpen, aber da muss ich erst mal selbst irgendwie Worte für finden. Bald, sicher.

Nach dem Arbeitstag war ich jedenfalls erst mal zwei Stunden im Bett und ausgeknockt von allem, dann migränig und Kinder ins Bett steckend und müde und jetzt bin ich trotzdem wieder wach, ächz. Pippi hat übrigens, das ist mir beim ins Bett komplimentieren wieder aufgefallen, beeindruckend dreckige Füße in beeindruckend kurzer Zeit, auch diesen Sommer wieder. Riesengroße, dreckige Füße. Da Pippi ja auch schnell braun wird, weiß man an anderen Stellen ihres Körpers im Sommer oft nicht, ob das alles vielleicht nach einem Bad ganz anders aussieht, aber bei den Füßen kann man da ja schon recht sicher sein. Und irgendwie finde ich gut, dass sie so ein Dreckfußkind ist, vorm Fernseher bleiben die Füße nämlich gemeinhin sauber.

Abends habe ich ein bisschen die Danger Noodles hantiert, damit die daran halbwegs gewöhnt bleiben. Monty zieht sich eigentlich zuverlässig jetzt jede Woche eine Ratte rein, die Greg aber standhaft verschmäht. Deshalb ist Monty jetzt auch deutlich größer als Greg. Das wird sich schon irgendwann geben, der Hunger wird’s schon irgendwann auch bei Greg reintreiben. Vielleicht taue ich noch mal ne Maus im selben Wasser auf und versuche Greg eine mausduftende Ratte unterzujubeln, aber erst mal bleibe ich recht entspannt. Dünn ist Greg noch nicht, und Monty hat ja irgendwann den Hungerstreik auch beendet und seither läuft es eigentlich gut. Das Terrarium ist offenbar auch angenommen, beide liegen an den unterschiedlichsten Stellen immer mal wieder rum und so soll es ja auch sein, dafür gibt es ja verschiedene Zonen da. Etwas wärmer, etwas kühler, etwas feuchter, etwas trockener. Bester Platz tagsüber scheint hinterm Farn zu sein, alternativ liegt Monty auch gerne in der Höhle auf der warmen Seite. Greg hat heute noch mal versucht, sich unter die Kokosnuss zu quetschen, aber das passt inzwischen dann doch nicht mehr und es sieht eher aus, als würde Greg die Kokosnuss auf dem Rücken herumtragen, wie so ein Einsiedlerkrebs seine Muschel.

Tag 3235 – 3238 – Inspektionstunnel, Heimreise, MÜDE.

Von der Inspektion darf ich ja eh nichts erzählen, aber drum rum gäbe es einiges, theoretisch. Aber dann kam es so dass ich mich in den viel zu kurzen Stunden im Flugzeug nur rumwälzte und gar nicht schlief, praktisch also seit 32 Stunden wach bin, und ich gleich einfach ins Koma falle. Also eigentlich jetzt schon, ich muss nur auf jeden Fall noch dafür sorgen, in mein eigenes Bett zu komme – noch liege ich bei Pippi.

Tag 3240 – Bloß nicht hinsetzen.

Es ist 19 Uhr. Ich bin sehr gut hier angekommen, der Flug war problemlos, die Passkontrolle war problemlos. Gut, es gab einen Zwischenfall als wir alle am Gepäckband standen und darauf warteten, dass das Koffer ausspuckt, es gab nämlich einen Feueralarm und das war brutal laut und mit Lichtblitzen. Und natürlich überall, es gab keinen Ort, wo kein Feueralarm war. (Nimm das, Brandschutzschulung der Uni Bielefeld 2004 „Wenn’s brennt, geht erst mal irgendwo hin wo‘s nicht brennt.“) Selbst mit AirPods auf Noise Cancelling war es kaum zu ertragen, so laut war es. Gehen konnten wir aber auch nicht, wurde uns über die Lautsprecher gesagt. Es war am Ende falscher Alarm, aber da 10 Minuten im schrillen Alarm mit Lichtblitzen sitzen, war unschön. Danach ging es immerhin problemlos weiter, ich bekam sofort ein Taxi und war exakt 12 Stunden, nachdem ich zu Hause aufgebrochen war, im Hotel.

Ich habe wieder das gleiche Zimmer wie 2022, das ist etwas kurios. Also auch das Zimmer. Die Klimaanlage darf hier auch nur tagsüber rumlärmen, heute Nacht wird die eiskalt ausgestöpselt.

Ich habe dann ausgepackt, einen Spaziergang zum Supermarkt gemacht, Wasser gekauft, geduscht und mich sogar geschminkt, um meinem Körper zu signalisieren: es ist noch nicht Bettzeit. Es ist TAG! Ich warte auf die deutschen Inspektoren, damit wir Essen gehen können, aber so langsam wird es hart, mich wach zu halten. Das Bett sieht verlockend aus und wäre ich nicht auch furchtbar hungrig, könnte das hier übel ausgehen. Ich will ja auch nicht morgen früh um 4 Uhr senkrecht im Bett stehen.

Die deutschen Inspektoren sind jetzt wohl gerade eingetrudelt, kriegen es gleich mit hungriger und müder Frau Rabe zu tun, naja naja, das werden sie wohl überleben.

Man kann hier Gerolsteiner kaufen. Voll günstig auch. Nur 4 Dollar der Liter, oder 6 Dollar für 2 Liter.

Tag 3230 und 3231 – Hmm.

Der Besuch fuhr gestern wieder nach Hause und behauptet, es war schön bei uns. Das Wetter hat sich aber auch wirklich alle Mühe gegeben, es ist jetzt schon seit über einer Woche durchgehend tagsüber über 20 Grad und herrlicher Sonnenschein. Die Natur explodiert total, so sehr, dass mir das sogar ein bisschen zu schnell geht. Tatsächlich explodieren auch die Pollenbeutel an diversen Pflanzen inklusive Nadelbäumen und ALLES ist IMMER sofort mit gelbem Pollen bedeckt. Frisch geputzte Fenster, Autos, der Terrassentisch, Brillengläser, Kleidung, das Zelt (in dem Pippi nach wie vor schläft). Pollen überall. Niemand hier hat eine Pollenallergie, aber ich wache trotzdem jeden Tag mit einer verstopften Nase auf und putze dann erst mal reichlich (sorry, TMI) grüngelben Gubbel raus. Danach geht es und ansonsten habe ich keinerlei Symptome von weder Allergie noch Erkältung, außerdem war es in der Schweiz schlagartig wie weggezaubert, insofern schiebe ich es tatsächlich auf entweder Pollen oder sonst irgendwas hier zu Hause im Bett.

Gestern war ich dann aber tatsächlich von allem so erledigt, dass ich eigentlich um acht hätte ins Bett gehen sollen. Los war mit mir eh nichts mehr. Ich habe dann auch nicht so recht Zugriff auf mein Gehirn und die Pipeline Gedanken —> Kommunikation hat einen gordischen Knoten* und deshalb habe ich auch das mit dem Bloggen lieber gelassen.

Heute war ausschlafen und dann diverses Zeug rödeln und ich habe ein paar Stunden gearbeitet. Ich muss Donnerstag einen Kurs (vier Zeitstunden) halten und die Präsentation war erst zu 60% fertig, weil immer irgendwas anderes wichtiger war. Jetzt ist sie aber zu 95% fertig und was noch fehlt, ist auch nicht so wichtig. Morgen muss ich dringend was anderes tun und Mittwoch muss ich dann die Präsentation für Freitag (eine Stunde, ähnliches Thema aber anderes Publikum) zusammenkloppen. Diverses Zeug: Herr Rabe hat an beiden Autos die Reifen gewechselt, ich habe am „alten“ Terrarium herumgepinselt. Gestern hatte ich da die Blumentöpfe drin aufgehängt und den Spalt von der Ex-Trennwand zugemacht. Mit Bauschaum, meinem guten Freund und treuen Begleiter. Die Schlangis wohnen so lange wie das „alte“ Terrarium renoviert wird zu zweit im „neuen“ Terrarium, wo sie sich bisher recht wohl zu fühlen scheinen, sie kriechen jedenfalls nicht rastlos herum. Greg ist hinter dem Farn im Lüftungsloch eingezogen, Lüftungslöcher sind anscheinend terrarienübergreifend der heiße Scheiß.

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*das hat auch alles Namen in Weirdo-Land, aber ich traue mich nicht, mir die anzumaßen, bevor ich nicht mehr als eine vage Aussage der Diagnostikerin habe.