Tag 3887 – 3889 – Zurück im Werk.

Da sind alle bekloppt, was niemanden mehr überraschen dürfte. Vielleicht sind es auch weiterhin meine Hormone, die Nerven, jedenfalls gehen mir ALLE kolossal auf den Geist. Heute hatte ich Homeoffice, das hat geholfen.

Ansonsten passiert aber auch irgendwie Nix. Michel hat heute einen Friseurtermin verpennt, zu dem er alleine hingehen wollte/sollte. Ich war joggen und hasse das immer noch. Außerdem hab ich Zeug rausgesucht, um morgen nach der Arbeit zum „Winterfest“ mit besagter Arbeit zu gehen. Aufgrund von Laune habe ich die Entscheidung, ob ich da hin gehe, ewig vor mir her geschoben, aber jetzt hab ich ein Kleid und Schminke rausgelegt und es wird schon irgendwie werden. Ich kann ja auch um acht nach Hause gehen.

Gestern Burlesque und vorgestern Ballett: mir tun furchtbar die Füße weh. Also nicht so zu viel gelaufen weh, sondern mehr so eigentlich sollte man zum Arzt damit weh. Links ist am schlimmsten. Letztes Jahr war’s rechts. Aber der Arzt sagt dann auch nur „ja dann machen Sie eben nicht so*!“ und das kommt gar nicht in die Tüte, yolo, und in zwei Wochen ist Show. Also vom Ballett.

Machen Sie das nicht nach, ne? Aber ich bin groß und kann selber entscheiden, wann ich zum Arzt gehe. Generell bin ich groß und kann Dinge selbst entscheiden, das musste ich aber auch bei der Arbeit erst mal wieder klarstellen. Was mit ein Grund ist, weshalb die mich alle so nerven.

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*alles, wo unter Belastung die Zehen angewinkelt werden, also jedes Relevé und generell das Tragen von und Herumlaufen in hochhackigen Schuhen. Gefühlt sind aber alle Schuhe irgendwie falsch. Und ohne Schuhe ist auch falsch. Tja. Den Kindern würde ich an dieser Stelle Amputation vorschlagen.

Tag 3881 – 3883 – Allein daheim Tag 4 und 5 und wieder zusammen.

Die Familie ist wieder da. Schon seit gestern sehr spät abends, ich habe sie um kurz nach Mitternacht am Bahnhof abgeholt. Hach ja. Es ist ja schon schön mit denen.

Mittwoch habe ich vormittags den Rhododendron beschnitten, wie ich finde, relativ brutal, aber man sieht kaum was davon. Wir haben zwei Rhododendren mit dem Haus gekauft, die sind beide sehr unterschiedlich, der eine ist mehr so ein klassischer Busch, der andere mehr wie ein Bodendecker. Der Busch wuchert aber etwas übergriffig den Weg zu, der am Haus lang ins Naherholungsgebiet führt. Und außerdem ist der alt und unten/innen stark verholzt und das Internet sagte, man kann das ruhig radikal beschneiden, wenn man will sogar alles ab. Das brachte ich aber nicht übers Herz, ich möchte den wenigstens erst einmal richtig blühen sehen. Also dünnte ich nur aus und schnitt außerdem alles weg, was sonst in diverse Wege hängt. Das plus den Gartenabfall von Dienstag stopfte ich ins Auto, das dann wirklich sehr voll war (und ein paar gerodete Minibäumchen (Birken und Weiden), die sich in „Wiese“ angesiedelt hatten, passten nicht mehr mit rein) und dann fuhr ich alles zum Entsorgungshof. Da war ich um 5 vor Schließzeit, aber da ich ja nur Gartenabfall hatte, war das ok. Ich weiß jetzt auch, dass auch Rhododendron auf den normalen Gartenabfall darf (obwohl er giftig ist).

Wieder zu Hause machte ich Sport, das war nicht schlau, denn es war brutal. Ich habe stand jetzt noch Muskelkater davon, vornehmlich in der Brustmuskulatur. Dann Duschen und Einkaufen. Zu Hause in Netzstrumpfhose und co geschmissen und auf zum Burlesque.

Das war schön, wir haben „Slow Burns“ gemacht, was ich gerne mache, aber was mir schwer fällt, weil ich zu sehr nen Ballettstock im A… habe. Locker lassen, speziell im Kopf und Nacken für so Kopf-Rumwerferei, ist absolut nicht meins. Also sollte ich es üben.

Weil ich zwanghaft bin und alleine zu Hause war und alle Nachbarn mindestens 30 Meter von uns entfernt wohnen, habe ich dann spät noch Geige gespielt. Auch das war schön.

Donnerstag war dann Kackwetter. Drei Grad und Schneeregen. Definitiv kein Wetter für Gartenarbeit. Wetter für Sport, Geige und auf dem Sofa abhängen. Und feststellen, dass ich einen Koriandertopf voller Grabmücken gekauft hatte. Und dann die letzte Tüte Nematoden auf alle Blumentöpfe im Haus verteilen. Und neue Nematoden bestellen. Und dann eine pissige Beschwerde an den Supermarkt, wo ich den Koriander gekauft hatte, schreiben.

Heute haben wir ausgeschlafen und dann die kilometerlange To-Do-Liste, die mein Gehirn vollmüllt, niedergeschrieben. Herr Rabe hat dann auch gleich angefangen, die abzuarbeiten. Ich fühle mich nur für einen sehr kleinen Teil davon zuständig und habe deshalb gemacht, was gestern wegen Schneeregen nicht ging und Fenster geputzt. Unser Fenstersauger hat genug Batterie für das ganze Haus minus 2 Fenster*, aber nicht genug Tank und das Sprüh-Wisch-Teil muss man auch zwischendurch ein mal neu befüllen. Jetzt sind jedenfalls alle Fenster minus 2* sauberer als vorher und alle Hand-Nasen-Kinn-Stirn-Lippenpatscher sind weg.

So war das. Eigentlich nicht so sehr spannend.

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*eins, im Haushaltsraum, habe ich absichtlich nicht geputzt, weil ich versuche, meinen Perfektionismus ein bisschen herauszufordern. Eins, im Schlafzimmer, habe ich aus unerfindlichen Gründen ganz einfach vergessen. Zu meiner Entschuldigung haben wir 11 „normale“ Fenster, plus zwei bodentiefe neben der Haustür, plus 9 bodentiefe Terrassen-Schiebetür-Segmente, wie man die in den 70ern halt so hatte. Also viel zu putzen, da kann einer schon mal was durchrutschen.

Tag 3873 und 3874 – Piep.

Nur kurze Meldung, weil mir die Augen zufallen. Bei der Arbeit sind weiterhin alle bekloppt. Ich arbeite mir den Hintern rund und versuche, nebenbei sowas wie ein Leben zu haben, heute z.B. dadurch, dass ich für Pippi und ihre Freundinnen Tanz-Taxi war. Außerdem war ich beim Optiker, der drülf Untersuchungen gemacht hat, wobei rausgekommen ist, dass meine Augen, außer dass ich halt schleckt sehe, völlig in Ordnung sind.

Ich bin echt urlaubsreif und heilfroh, dass ich nächste Woche frei habe.

Heute war beim Burlesque kein Impro (naja, nur ein bisschen Impro), aber dafür hat die Gürtelschnalle an meinem Puddingtown-Regenmantel die Stunde nicht überlebt. Seufz.

Tag 3819 und 3820 – Sport und dann kein Sport.

Gestern war wieder Zirkeltraining bei der Arbeit und ich bin ganz motiviert hin. Ich habe dort mehrere Dinge feststellen können:

  • Die Ballettlehrerin hat recht, Spagat ist zu einem ganz wesentlichen Teil eine Frage des Winkels und der Öffnung der hinteren Hüfte. Nach jahrzehntelangem Rumgekrebse bei 80% bin ich jetzt auf der einen Seite plötzlich fast ganz unten. Nach wenigen Wochen und ohne ewig lang zu dehnen. Es ist ein Wunder.
  • Meine Bauchmuskeln sind aus Stahl, aber gut unter einem Pölsterchen versteckt, um den Feind zu verwirren. Aber auch da: Tanzen hilft. Bauchmuskelburnout ziehe ich lächelnd durch, während neben mir die werten Herren keuchend kollabieren.
  • Die Vermutung hatte ich schon Dienstag beim Ballett, aber jetzt kann ich es bestätigen: ich hab mir in meiner rechten Pobacke ganz tief drin was gezerrt. Es könnte schlimmer sein, aber in manchen Positionen zwickt und zieht es doch ganz ordentlich. Ich finde das ärgerlich. Zerrungen sind so unnötig.

Heute habe ich dann ganz entspannt keinen Sport gemacht. Ich bin immer noch platt von gestern. Und die Zeit kann man auch sehr gut mit Geige spielen verbringen. So.

Tag 3809 – 3811 – Überlebt.

Es tut mir leid, dass ich grad so schreibfaul bin. Es ist eine Kombination aus vielem, von Weltpolitik bis allgemeine Januar-Winterschlaf-Stimmung. Anyway, ich habe am Montag das Personalgespräch überlebt (meine Chefin wollte mal „was neues“ machen und wir haben meine „Werte“ aufgestellt, das ist wohl so ein Leitungsding, von mir aus, soll sie haben). Danach hatte ich quasi Instant Migräne. Naja, die Pharmaindustrie richtet das. Abends Orchester war auch ganz gut, auch wenn ich wirklich nicht verstehe, warum ich die ganzen Verzierungen von Mozart zu Hause ganz gut hinbekomme, aber im Orchester dann einfach mal… gar nicht.

Gestern war Homeoffice, semi -produktiv, und abends Ballett, das war gut. Ich musste mich zwar quasi selbst an den Haaren hinschleifen, aber so ist das eben bei mir, 2 Wochen vom Monat sind eher… langsam. Wenn ich erst mal da bin geht’s, aber vorher suche ich nach jeder denkbaren Ausrede.

Heute war Office-Office, danach Geige im Übungshotel, danach Burlesque. Routinen, so wichtig. Burlesque ist zur Zeit nur Drop-In, kein fester Kurs, aber da ich ja eh nie kann, passte mir das ganz gut. Ich hatte nur verdrängt, dass heute gar nicht normal Burlesque war, sondern „Club Style Lapdance“. Ähähähäh. Darauf war ich geistig nicht richtig vorbereitet. Aber es war sehr lustig und sehr lehrreich und ich sagte es ja bereits ein paar mal: Ich sollte durchaus öfter meine Comfortzone verlassen. Heute habe ich sie nicht nur verlassen, sondern bin eher auf einem anderen Kontinent gewesen. Beim Burlesque wird ja nicht angefasst (es sei denn, man will das unbedingt) und man hat Interaktion mit dem Publikum, aber das steckt einem definitiv keine Scheine in den String. Beim Lapdance, das ist schon mehr Hands on. Und scheiße anstrengend. Ich vermute, ich hab vom ganzen Grinden morgen zwischen Knien und Brustkorb überall Muskelkater. Meine Partnerin habe ich vorher noch nie getroffen und dann muss man da irgendwie auf deren Schoß klettern… oder die setzt sich auf deinen Schoß… eieieiei. Aber nach den ersten sehr seltsamen Momenten war es recht entspannt und sie hat mich auch nur einmal auf den Boden fallen lassen. Yeah, I Guess. Was ich wirklich gut und interessant fand (weil ich da noch nie drüber nachgedacht hatte): wie man consent abfragt, wenn man zum Beispiel als Überraschung auf nem Junggesellenabschied auftritt und keine Gelegenheit hat, vorher ein komplettes Gespräch mit dem Partner (also dem, auf dessen Schoß man dann sitzt) zu führen. Also, Fazit: ich kann mich jetzt an Leuten reiben. Und das war sehr lustig. Ich bevorzuge aber dann doch die „nur gucken!“-Version von Striptease.

Tag 3754 – Godt jobba!

Bin heute ganz beflügelt aus meiner Geigenstunde rausgegangen, weil ich mit etwas über einer Woche Üben aus „Wahhhh, Hilfe!“ ein okayes Stück hinbekommen habe, mit sauberen Oktaven, sauberen Akkorden, und einer wesentlich entspannteren linken Hand. Sogar Lob vom Lehrer habe ich bekommen! Hurra! Vielleicht bin ich doch kein hoffnungsloser Fall. Wenn ich jetzt noch eine kleine Nachmusik in einem spielerischen, leichten, schnellen Tempo hinbekomme, bin ich zufrieden.

Danach war noch Ballett und da habe ich auch gekämpft (wie immer) aber auch das ging heute einigermaßen, sogar Balancieren. Wenn ich einigermaßen sage, meine ich: so dass ich zufrieden mit mir bin. Das ist alles jetzt nicht unbedingt auf Opernhaus-Niveau (weder Geige noch Ballett) aber ich merke selbst, wo ich besser werde. Und darauf kommt es an. Nur bin ich ja Westfälin, da ist „joa“ Lob genug.

Jetzt schnell Bubu machen. Morgen ist schon wieder ein (langer Arbeits-)Tag.

Tag 3746 und 3747 – Erste und letzte Male.

Gestern war Nix. Nur Büro. Naja, und unsere Chefin wird nicht weg befördert. Das kam auch gestern offiziell raus (ich wusste das schon länger, weil ich Hobbydetektivin bin). Die Chefin ist darüber, das wurde heute sehr deutlich absolut nicht amused. Der Direktor hat sich aber auch denkbar ungeschickt ausgedrückt. Anyway, sie bleibt uns erhalten.

Heute hatte ich quasi den ganzen Tag Meetings mit dem Lieblingskollegen, um die Indien-Inspektion vorzubereiten. Dazu hatte ich (unter anderem, man kriegt ja bei uns nicht für nen ganzen Tag nen Raum, wenn man den nicht ein Jahr im Voraus bucht) den größten Meetingraum, den wir haben, gebucht, damit wir auch die größte Leinwand haben, denn manche Dinge muss man in WIRKLICH, WIRKLICH groß sehen, um sie… naja auch dann nicht so richtig zu verstehen. Diese Firma hat irgendwie eine ganz eigene Logik, die sich uns nicht erschließt. Aber das ist nur eine Nebengeschichte, denn wir haben heute auch Abschied von eben diesem Meetingraum genommen. Ab morgen ist das ein „Nationaler Bereitschaftsraum“, abhörsicher, diesdastralala und dann eben auch Zugangskontrolliert. Normalsterbliche wie wir kommen dann da einfach nicht mehr rein. Warum man, in einem Haus, in dem ständiger Meetingraummangel herrscht, einen von zwei großen Meetingräumen für den weit überwiegenden Teil der Belegschaft sperrt, weiß der Geier. Ich habe mich beschwert, mehr kann ich auch nicht machen.

Abends beim Ballett war „Freunde-Woche“, man konnte eine*n Freund*in mitbringen und die konnten dann mitmachen. Ich habe keine Freund*innen… äh… mitgebracht, ähäm, aber andere hatten das und da waren heute vier sehr tapfere Damen, die durch eine komplette Ballettstunde mit nur minimalen Modifikationen geschleift wurden. Teilweise taten sie mir ein bisschen leid, wer muss schon in der ersten Ballettstunde seines Lebens direkt Pirouetten drehen (aus der fünften!!!), aber sie haben sich wacker geschlagen, hatten Humor dabei und keuchten nur gelegentlich. Applaus an die Truppe, Respekt, echt.

Heute hat es auch das erste Mal in diesem Winter geschneit. Nur ein bisschen, aber Auto fahren war trotzdem etwas langwieriger als sonst so. Man muss sich jedes Jahr aufs Neue dran gewöhnen, auf Schnee und glatten Straßen zu fahren. Alle anderen auch. Die ersten Tage sollte man da wirklich etwas Nachsicht zeigen und etwas mehr Zeit einplanen, dann geht das auch bald alles wieder. Was aber spannend war: das erste Mal unsere beheizte Straße hoch.

Es ging tatsächlich ganz ok. Augen zu, „Gas“ geben, und durch. Vorher, das haben wir als Tipp bekommen, ein paar mal Lichthupen, FALLS von oben wer kommt, denn man möchte sich wirklich nicht plötzlich gegenüberstehen, sonst muss man rückwärts wieder runter (was wohl öfter mal schief geht). Dann sollte man lieber waren, bis das Auto von oben unten angekommen ist.

Tag 3713 und 3714 – Vorbereitungen.

Nächsten Dienstag geht es für mich mal wieder in die USA. Nur haben sich die USA ja ein wenig verändert und es ist nicht mehr so „jaja, wird schon gehen“ sondern eher so „ach du sch… ich lasse lieber mein privates Telefon zu Hause“. Also habe ich jetzt ein Reisetelefon, auf dem ich nur so überlebenswichtige Apps installiert habe wie Duolingo. Nein, Spaß, ich hab auch ein paar Arbeitsapps, so 2-Faktor-Authentifizierungskrams, Spotify und sogar WhatsApp – aber letzteres nur mit meiner Job-Telefonnummer, damit ich mit den anderen Inspekteuren kommunizieren kann. Heute habe ich außerdem eine e-SIM für Daten gekauft und mich mal wieder sehr gewundert, dass das bei uns nicht Vorgabe ist. Ich könnte nämlich auch so Auslandspakete von unserem Job-Telefonanbieter kaufen. Das kostet schwindelerregende 70€ für 5 GB und gilt auch nur eine Woche, ich brauche aber eine Woche *und einen halben Tag*. Für die e-SIM habe ich jetzt für 10 GB 10 USD bezahlt und habe 30 Tage Zeit, das zu verbrauchen.

Ansonsten versuche ich alles mögliche auszudrucken, aber zu Hause macht das keinen Spaß, der Drucker kriegt nämlich seine Aufträge immer nicht richtig abgeschlossen und hängt dann am Ende des vorhergehenden Auftrags fest. Es hilft da nur, den Computer runter- und wieder hochzufahren. Sehr nervig. Und das, nachdem der Drucker noch nicht mal 14 Jahre alt ist! Schweinerei.

Weitere Vorbereitungen: ich habe noch mal meine Haare nachgefärbt und überlege, wann ich wohl am besten zum Friseur gehe. Ordentlich aussehen ist mir ja durchaus sehr wichtig. Ich hab nur ne andere Vorstellung von „ordentlich aussehen“ als gewisse andere Personen.

Beim Burlesque war ich gestern unvorbereitet und in ungeeigneter Kleidung. Ich hatte extra morgens noch in der Facebookgruppe nach Infos, was wir mitbringen sollen, geguckt, aber nichts gefunden und dann halt so das übliche eingepackt – Handschuhe, Strümpfe und Pasties – und bin zur Arbeit gefahren. Beim Burlesque dann ungläubige Augen und „Ist DAS dein Kleid?“ beim Anblick meines engen Jersey-Schlauchkleides ohne jeglichen Verschluss und mit langen, engen Ärmeln, was ich halt im Büro so anhatte, weil ich da morgens Lust drauf hatte. Aber aus dem Teil rauskommen geht nur über den Kopf und nur sehr unelegant, niemals würde ich das bewusst zum Burlesque mitnehmen. Aber da musste ich dann eben durch und ich glaube, am Ende habe ich mich im Angesicht meines schlecht geeigneten Materials recht wacker geschlagen. Man kann ja auch eine Show draus machen, dass es schlecht auszuziehen ist. Geht alles.

Leider war das dann jetzt für mich das letzte Mal Kurs für dieses Jahr, ich bin so viel unterwegs bis Weihnachten, dass ich das nicht priorisiert habe.

Tag 3699 – Besuch und das normale sonst so.

Mittwoch. Büro, dann Geige im Übungshotel, dann Burlesquekurs. Wir mussten wieder was improvisieren und das hasse ich ja wie die Pest, auch wenn es ja wirklich sehr gut und sinnvoll ist, aber, ugh. Ahhh. Ich möchte das nicht. Was aber lustig war: wir haben im Stil von Fossy getanzt, also mit Fäustchen und viel Quatsch mit den Handgelenken, wie bei Pulp Fiction. Das hat echt Spaß gemacht.

Während ich weg war, kam unser erster Besuch im neuen Haus, die Schwägerin ist jetzt für ein paar Tage hier. Das ist schon, jetzt wird auch das Gästezimmer mal eingeweiht.

Tag 3684 – Mehr Getier.

Beim Burlesque (weiterhin der Fächer-Kurs) haben wir heute den Schmetterling, die Auster und die Muschel gelernt. Ich stelle mich weiterhin mit den Fächern sensationell doof an, was zu einem großen Teil glaube ich daran liegt, dass ich das mit dem Spiegel nicht hinbekomme. Das ist wie Haare föhnen im Spiegel, nur hat man zwei Föhne mit jeweils nem halben Quadratmeter Fläche, die ständig von selbst zusammenklappen und die nicht gegeneinander klatschen sollen. Das ganze bitte elegant und zu (ungelogen) Dropkick Murphys. Meine Handgelenke tun jetzt sehr weh. Arme Armis.

Auf dem Weg nach Hause, der Mann holte mich vom Bahnhof ab, begegneten uns wieder Amphibien. Ich stieg zwei mal aus und beförderte erst eine kleine Kröte über die Straße und scheuchte dann einen großen Frosch ins Gebüsch. Die Kröte war kalt und langsam, die müssen langsam daran denken, sich was zum Überwintern zu suchen. Der Frosch hatte irgendwas großes, orangenes im Maul, wahrscheinlich ein spätes Abendessen, bei dem ich ihn störte.

Leider sind Hausspinnen nicht orange. Ich habe gerade einen Artikel über die große Hausspinne gelesen und grusele mich immer noch. Gestern habe ich kurz vorm ins Bett gehen noch auf Facebook Bilder einer Bekannten, die grad auf Belize Urlaub gemacht hat, angeguckt. Alles mögliche an wirklich gruseligem Getier auch da, überall. „Riesige Spinne an meiner Wasserflasche“, „Die Tarantel hier ging auf dem Hof spazieren“, „Hier der Skorpion, der an einem Abend in meiner Dusche saß“. Als ich dann grade am Einschlafen war, hatte ich ein so realistisches Bild einer riesigen Spinne an der Wand neben meinem Bett vor Augen, dass ich panisch Herrn Rabe geweckt habe, er müsse das Licht anmachen. Bis mir einfiel, dass ich ja meine Schlafbrille aufhatte, also definitiv keine riesige Spinne gesehen haben kann. Da habe ich mich entschuldigt und bin auch sofort wieder eingeschlafen, ich hoffe, Herr Rabe auch. Long Story Short: Belize ist trotz toller Bilder auf der Liste möglicher Urlaubsziele sehr weit unten gelandet und wenn hier große Hausspinnen einziehen, muss ich leider ausziehen. Mir reichen echt die normal großen Hausspinnen schon.