Tag 3423 – Auf und ab.

Der Tag war so mittel gut. Im Durchschnitt ok. Arbeit war eher meh. Der Lieblingskollege hatte schlechte Laune und ließ die gnadenlos an mir aus. Das hat er manchmal, das geht vorbei, aber es ist trotzdem Kacke. Das Verhalten ist auch kindisch und eines Lieblingskollegen unwürdig. Aber was soll man machen, ich könnte mir das jetzt ganz doll zu Herzen nehmen, aber damit wäre ja auch keinem geholfen. Also warte ich ein bisschen, bis er sich beruhigt hat, und dann sage ich ihm, dass ich nicht mag, so behandelt zu werden.

Außer mit dem Lieblingskollegen beschäftigten mich bei der Arbeit meine chaotische Chefin, kranke Kolleginnen, ätzende Meetings und „ich muss um 15 Uhr schon wieder gehen, Pippi hat Tanz-Weihnachts-Abschluss“.

Tanzen war nämlich heute, am letzten Tag vor den Weihnachtsferien, mit Publikum, also vorwiegend Eltern. Da saß ich auf meinem Höckerchen und guckte der kleinen Maus zu, die inzwischen die größte in der Ballettklasse ist. Und die auch schon einiges ganz gut drauf hat. Sie hat das wirklich super gemacht, nicht nur für ihr Alter. Ich bin ganz stolz, so eine große Tochter zu haben, der man den Spaß am Tanzen ansieht, die das aber auch alles sehr gewissenhaft macht. Und, Achtung Ballettmutti, sie ist die einzige, die beim Drehen den Trick mit dem Kopf schon raus hat. Ich glaub den hab ich mal mit ihr in der Küche geübt. (Für nicht-Tanzende: bei schnellen oder vielen aufeinanderfolgenden Drehungen ist es wichtig, den Kopf zuletzt und am schnellsten zu bewegen. Also man dreht den Körper unter dem Kopf, guckt aber weiter geradeaus. Wenn es nicht mehr weiter geht, dreht man ganz schnell den Kopf und guckt wieder geradeaus, der Körper kommt dann nach.) Ich bin jedenfalls sehr stolz und Pippi auch.

Blogfreundliches Bild von Pippi.

Danach war Herr Rabe sogar mit bei meiner Vorführstunde – als einziger Gast bei unserer Muttitruppe. Herr Rabe ist jetzt ganz beeindruckt, so leicht sehe das aus, und dass wir uns diese ganzen französischen Wörter nicht nur merken, sondern dann auch tanzen können. Leider hat er verpasst, wie ich in der PERFEKTEN Attitude stand, auf super hohem Releve und ohne Stange anfassen. Da musste Herr Rabe nämlich grad in sein Handy gucken. Pfft.

Ich war nach dem Ballett jedenfalls wesentlich besser gelaunt. Wie immer war es das Wert, dann doch da hin zu gehen, trotz müde und schlechter Laune.

Vielleicht sollte ich dem Lieblingskollegen mal Ballett empfehlen.

Tag 3410 und 3411 – Spaß!

Hach, der Hobbykurs macht so viel Freude. Und ist auch nach wie vor sehr weit von Komfortzone entfernt, aber man gewöhnt sich da irgendwie tatsächlich dran. Jede Woche eine neue Komfortzonenchallenge. Heute ging tatsächlich bei mir was schief, und wir haben alle drüber gelacht und es war sehr wholesome. Es war sogar mir Ankündigung, ich sagte, wenn ich das so mache, dann passiert doch folgendes? Die Lehrerin so neeeeiiin, pass auf… und dann hab ich das ausprobiert und es kam, wie ich vorhergesagt hatte. In anderen Gruppen wäre ich vor Scham gestorben.

Morgen ist so ein ätzendes Ganztagsmeeting bei der Arbeit. Meine Chefin liebt die ja. Es werden verschiedenste Gründe gesucht, nicht teilzunehmen und die sind auch alle valide, nur ich hab keine. Der Lieblingskollege ist noch auf dem Rückweg aus Amsterdam. Da er Ruhezeiten einhalten muss, kann er leider, leider nicht vor 13 Uhr teilnehmen. Die Lieblingskollegin hat aus unerfindlichen Gründen (die eventuell Mykoplasma heißen, aber das ist nur eine Vermutung, weil andere Leute mit ähnlichen Symptomen zur Zeit irgendwie alle Mykoplasma haben) keine Stimme und wird vielleicht da sein und dann aber kräftig schweigen. Eine weitere Kollegin wird Montag operiert und vermeidet Mykoplasma-Menschenansammlungen, um nicht krank zu werden. Und so weiter. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Wir haben die Agenda letzte Woche bekommen und seither graut es mir davor. Seither frage ich mich im Übrigen auch, ob man mit 60 eigentlich noch Zeitmanagement lernen kann. Das wäre für gewisse Personen bei uns mal eine sinnvolle Weiterbildung. Aber wir werden ja morgen sehen, ob der hanebüchene Zeitplan so irrwitzig ist, wie ich vermute (und meiner Chefin auch gesagt habe, dass ich das für wenig sinnvoll halte, weil ich Probleme gerne löse, bevor sie entstehen).

Tag 3387 und 3388 – Viel los.

Ich grüße aus Zimmer 2248, was eine sehr sympathische Zahl ist. Es kann also nur gut werden, diese Reise. Morgen geht es so früh los, dass das Flughafenhotel mich (und den Lieblingskollegen) beherbergen muss. Nach meinen letzten Erlebnissen möchte ich nicht morgens um viertel vor fünf abhängig vom lokalen Taxidienst sein. Hinterher erzählen die mir wieder was von dem wahnsinnig dichten Verkehr in Eidsvoll zu der Uhrzeit oder so.

Reise hält mich nicht von Ballett ab, und das war heute echt heftig, sehr viele relevés und noch mehr Sprünge. Ich glaube, die Vertretung unserer eigentlichen Lehrerin will uns heimlich auf Spitze vorbereiten oder so. Meine armen Waden.

Gestern habe ich schon mal das meiste gepackt. Heute dann den Rest. Weil ich paranoid bin, habe ich alles für die ersten zwei Nächte (und den ersten Inspektionstag) im Handgepäck. Trotzdem habe ich alles in meinen „großen“ Samsonite-Rucksack bekommen. Ha. Dieses Mal habe ich auch verschiedene Sorten Sonnenschutz dabei, Hut, Creme und Kleidung, ich werde NICHT wieder komplett verbrennen.

Ebenfalls gestern noch „schnell“ eine Geigenstunde gehabt. Das viele Geübe an Artikulation hat sich gelohnt, ich habe jetzt viel bessere Kontrolle über den Bogen. Eintönig war das Üben, aber Hilfreich. Jetzt kann ich erst mal anderthalb Wochen nicht spielen, was ich ziemlich schrecklich finde.

Herr Rabe kam gestern Nachmittag wieder, wir haben also knapp mehr als uns nur abgeklatscht. Pippi wäre am liebsten direkt wieder ins große Bett eingezogen.

So, jetzt fallen die Augen zu. Gute (kurze) Nacht!

Tag 3383 und 3384 – Überstanden.

KI-Seminar überlebt. Ich schwöre, wenn ich noch ein Mal das Schaubild aus GAMP 5 sehen muss, zum Verfahren wie man KI trainiert, validiert und testet, schreie ich. Und ehrlich gesagt spricht es nicht für einen professionellen Anbieter solcher Schulungen, wenn sie die Vorträge nicht wenigstens minimal auf Redundanz (und bitte auch, und das nicht nur minimal, auf Relevanz!) prüfen.

Ansonsten war hier sehr viel Leben in den letzten Tagen. Gestern Hobby-Kurs, da bahnen sich dinge an, huiuiui. Es waren aber echt viele krank, scheinbar haben alle grad diverse Atemwegserkrankungen, so schön. Ich lasse Samstag noch schnell DiphteriePolioTetanusKeuchhusten auffrischen, primär wegen letzterem. Aber auch Polio sollte man alle 10 Jahre auffrischen lassen. Hin und wieder, und sogar ganz bald, bin ich ja in Gegenden, wo es noch Polio gibt.

Heute Halloween. Michel wollte gerne als Mädchen verkleidet in die Schule gehen, das ist zwar nicht gruselig, aber eine bessere Ausrede, um das mal auszuprobieren, kriegt er nicht so schnell. Er hat von mir ein Kleid geliehen (das natürlich viel zu groß war, aber es war eines, wo das nicht viel macht) und anderes Zubehör wie eine Strumpfhose. Ich habe CurlyGirl-Haarzeug gekauft und ihn damit die letzten Tage die Haare ein paar mal waschen lassen, um seine Locken richtig rauszuholen. Heute morgen habe ich ihn geschminkt. Und dann hatte ich eine sehr süße Micheline, mit ungerecht dichter Lockenpracht und riesigen braunen Augen. Michel findet die Locken toll und will das jetzt so beibehalten mit dem Curly Girl. Außerdem mag er Strumpfhose tragen und würde sich gerne hin und wieder schminken. Soll er von mir aus gerne alles machen, wenn es ihm Freude macht. So happy wie heute morgen hab ich ihn jedenfalls schon länger nicht gesehen.

Tag 3376 – Muss ins Bett.

Bin sehr aufgeräumt nach einem weiteren Tag Reinraum-Symposium und danach Hobby-Kurs. Wir hatten heute sehr viel Spaß, aber es war auch sehr anstrengend (das ist neu, dass das körperlich anstrengend ist). Abends mussten die Wechselwarmen mal wieder was zu futtern haben. Jetzt ist es schon wieder so spät, dass in nur marginal über 6 Stunden der Wecker klingelt. Ächz.

Tag 3340 und 3341 – Weiter machen.

Heute ging eigentlich der Hobbykurs zu Ende, aber ich buche die weiterführenden Kurse bis Ende des Jahres noch. Heute war unglaublich lustig, obwohl/weil es noch mal ein paar Kilometer weiter außerhalb meiner Komfortzone lag. Aber, letztlich, genau was ich mir davon erhofft hatte, nämlich mal was neues machen, das mich so richtig herausfordert in meinem ganzen „das geht nicht, das kann ich nicht, da bin ich nicht der Typ für, da bin ich zu alt für, da bin ich zu verklemmt für, zu verkopft für“ etc pp. Alles Bullshit, alles Ausreden. Und was ich nicht alles kann! Das habe ich in den letzten sechs Wochen festgestellt. Vielleicht erzähle ich irgendwann was ich da mache, vielleicht im Dezember.

Gestern habe ich hauptsächlich gearbeitet und mich durch den Elternabend der 4. Klassen meditiert. Da gab es eigentlich nichts erzählenswertes, Elternabend halt, in Klassen ohne größere Probleme mit irgendwas. Abends habe ich dann aber doch lieber noch 30 Minuten Cardio gemacht, um den Kopf leer zu pumpen.

Tag 3339 – In geheimer Mission.

Heute war ich mal wieder für das neue Hobby shoppen. Man kann die Dinge, die ich da gekauft habe, auch noch anderweitig verwenden, und ich habe auch da Qualität gekauft. Aber was es ist kann ich leider nicht sagen, sonst wissen Sie ja alle sofort, was ich da betreibe. Es war jedenfalls ein gutes Einkaufserlebnis, mit guter Beratung und überraschenden Ergebnissen. Das muss reichen. Und selbst wenn der Kurs/das Hobby mir nicht so viel Freude und lehrreiche Erlebnisse bringen würde, wäre ich jetzt schon um zwei äußerst angenehme Einkaufserlebnisse reicher. Das ist ja auch ein netter Effekt.

Abends haben Michel und ich die Wechselwarmen gefüttert und beide hatten wohl Kohldampf bis unter die nicht vorhandenen Achseln, jedenfalls hatten beide innerhalb von Millisekunden ihre Beute geschnappt. So lobe ich mir das, feini, Schlangis.

Tag 3332 und 3333 – Schnaps!

Es passiert irgendwie hauptsächlich Arbeit, was soll man da Bloggen. Heute echt nur Arbeit, gestern abends immerhin noch Ballett. Das war, obwohl ich wirklich keinerlei Lust hatte und den ganzen Tag schon Kopfschmerzen mit mir rumgeschleppt hatte, wieder super. Ich mag die Vertretungslehrerin, die ist sehr unnorwegisch und macht auch auf Fehler und Unsauberkeiten aufmerksam, die lässt kein Schummeln durchgehen. Und sein wir mal ehrlich – man sieht die eigenen Fehler dann eben doch nicht genauso gut und korrigiert auch nicht so konsequent.

Spät abends habe ich, gestern und auch heute, Geige gespielt. Selbes Thema, der Geigenlehrer hat mir Etüden (arschlangweilige) zum Üben von Artikulation gegeben. Weil mein Bogen gerne mal macht was er will. Vorwiegend will er wischiwaschi rumschrubben oder (seltener) unkontrolliert hopsen. Dass sich alles irgendwie gleich anhört und ich wenig Kontrolle über Akzente habe nervt und bremst mich schon länger. Also muss ich es üben, konsequent, und der Lehrer lässt mir da auch nichts durchgehen. Aber von mindestens der einen Etüde werde ich sicher träumen, das macht nur minimalen Spaß, immer wieder die selbe halbe Seite mit Sechzehnteln zu spielen, nur mit verschiedenen Rhythmen, Stricharten und Akzenten. Als Nebeneffekt einer anderen Etüde voller Akzente lerne ich auch noch Aufstrich-Stakkato, davor habe ich mich bisher auch erfolgreich gedrückt. Von nichts kommt halt nichts.