Tag 1621 – Tag in Bildern.

Bloß weil man sich fühlt als könne man Bäume ausreißen, sollte man das nicht unbedingt machen, schon gar nicht mit nur einem Smoothie und einer Tasse Kaffee intus. (Man beachte die Uhrzeit, zu der ich trainiert habe.)

Und überhaupt, die armen Bäume.

Jedenfalls, wenn man die Bäume dann ausgerissen hat, hat man Mittags so einen Hunger, dass man ein halbes Schwein essen könnte, zur Not lebendig, aber das schlechte Gewissen bestellt Blumenkohl.

Das war aber super lecker und vor allem in bester Gesellschaft und es ist so so so schön, ab und zu mal rauszukommen und mit normalen anderen Leuten unter 50 zu reden. Hach!

Nun ja, Arbeit, Arbeit und dann zack, zack, Kinder abholen. Wenigstens machte Norwegen wieder kitschige Himmelsachen:

Klares Wetter wurde auch Zeit, nach diesem bisher total verregneten und viel zu warmen Januar. Selbst wenn man wollte, könnte man nicht Ski fahren.

Aber, die Bäume, oh je, jedenfalls konnte ich mich kaum bewegen, als wir zu Hause waren und so habe ich weder noch fertig gearbeitet noch um sechs das Essen fertig gehabt. Und auch nach einer großen Portion Nudeln mit Lachssauce habe ich noch Hunger und deshalb widme ich mich jetzt einem heimlichen Gelüst, das ich nur ganz selten habe:

Nicht im Bild: der Liter Wasser, den ich heute noch zu trinken gedenke, auf das ich morgen wieder denke ich könnte Bäume ausreißen fitter bin.

Tag 1620 – Game changer.

Es ist der 28. Tag meines Zyklus und ich hatte kein PMS. Nichts. Nada. Und woran liegt das?

An der Pharmaindustrie. An den schlauen Menschen, die sich bestimmte Wirkstoffe ausgedacht zusammengekocht haben. An den anderen schlauen Menschen, die diese Wirkstoffe auch mal anders als man das sonst so tut ausprobiert haben, dazu sogar Studien gemacht haben und herausgefunden haben, dass das nicht nur eingebildete Placebo-Effekte sind.

Und deshalb nehme ich jetzt die letzten 7-10 Tage meines Zyklus ein Antidepressivum. Das ist sicher nicht für jede*n und die Nebenwirkungen sind nicht so ganz ohne aber mit langsamem Anfang und Tablette am Nachmittag nehmen, damit ich nicht mittags vorm Rechner einschlafe lässt sich das für mich sehr gut aushalten. Und es ist allemal hundert-, ach, tausendmal besser als das PMDS. Ich bin so froh darüber, dass ich dem Arzt rosenbeduftete Liebesbriefe Danksagungskarten schicken will, auf denen ich an Zyklustag 26 lachend mit meinen Kindern über eine Blumenwiese tanze, so ähnlich wie man das auf Entbindungsstationen oft hat.

Was für eine Erleichterung.

Tag 1618 – Alleine.

Herr Rabe hat heute gearbeitet (oder so) und ist um halb acht morgens aus dem Haus gegangen und noch nicht zurück. Ich war also alleine mit den Kindern und das hat zunächst erstaunlich gut geklappt. Gegen Mittag, als wir alle gegessen hatten, geduscht und Zähne geputzt hatten, eingecremt und geföhnt und bekleidet waren, dachte ich sogar, dass ich gern immer so entspannt mit den Kindern wäre. Dass ich total gerne die Kapazitäten hätte, auf so vieles einzugehen und eine (Ja, echt) Ja-Umgebung zu schaffen. Allerdings war mir auch da schon sehr klar, dass im Alltag diese Kapazitäten einfach nicht da sind.

Naja, dann ging der Tag rum und am Ende war mir klar, dass auch ohne Erwerbsarbeit keine Kapazitäten da wären um das komplett durchzuziehen. Nicht hier. Nicht mit Kindern, die irgendwann voll am Rad drehen und nie zufrieden sind und immer noch mehr und noch mehr und noch mehr wollen. In jedem Laden was, direkt vorm Essen das zweite Eis des Tages, Nudeln und Würstchen und Ketchup aber NICHT SOOOOO! (hatte irgendwas beim Servieren falsch gemacht) und wenn man nach einem kompletten Film den Fernseher ausmacht gibt’s Geschrei. Uff, ey.

Dafür, dass ich trotzdem noch halbwegs ruhig und zugewandt blieb und nur ein Kind wegen einem Anranzer von mir ein Mal heulte (Wäscheständer nach mehrmaliger Bitte, daran nicht herumzurupfen, umreißen finde ich nicht so cool), mache ich mir gleich eine Dose Bier auf.

Tag 1616 und Tag 1617 – Vergessen und verpeilt.

Mal gucken, ob ich dieses Mal dran denke, nen Titel reinzuschreiben, bevor ich abschicke.

Jedenfalls: gestern habe ich das Bloggen vergessen. Es war bis dahin ein langer Tag gewesen und dann hatte ich das Bloggen spät abends fehlerhaft als bereits abgehakt abgespeichert.

Gestern:

Kurs für neue Angestellte. Habe außer seltsamer Seltsamkeiten zu Kündigungsfristen nichts (!) neues erfahren.

Ich war sehr mutig und hab am Ende des Kurses gefragt, ob wer sein Halstuch nicht braucht, damit sich zu Hause die Kinder nicht über dem einen Halstuch zerfleischen. Hätte dann etwa sechs Halstücher haben können.

Danach gab es Pizza, das war ganz nett, danach arbeitete ich noch ein bisschen (das ist halt auch blöd, wenn man schon so lange da ist: die andere Arbeit bleibt so lange liegen) und dann machte ich Sport. Bisher bin ich recht diszipliniert mit dem Sport dieses Jahr.

Weil Herr Rabe Zugchaos meldete, war es nicht schlimm, dass ich in der Apotheke recht lange auf eine Impfung warten musste. Ich bin jetzt endlich gegen Grippe geimpft. Das war denkbar einfach, übers Internet bestellt und in der Apotheke gesetzt, fertig. Die Apothekerin war sehr vorsichtig und nett und danach kam dann auch ein Zug, der halt 35 Minuten Verspätung oder so hatte. Quasi alles super.

Trotzdem wachte ich heute mit derben Kopfschmerzen und dickem Arm auf und wenn ich nicht meinen Computer bei der Arbeit vergessen hätte, wäre ich wohl einfach im Bett geblieben. So schleppte ich mich eher schlecht als recht durch den Tag, verschickte einen Haufen Dokumente und Zeug und abends socializte ich tapfer beim Hausfest mit dem Zoll. Das klingt jetzt alles schlimm und wäre sicher schöner gewesen, wäre ich nicht so schrecklich müde und kopfschmerzig gewesen, aber eigentlich war es ganz nett.

Und ich nehme jetzt wirklich immer meinen Computer mit nach Hause. Sicher ist sicher.

Tag 1615 – „Neu“.

Heute war Tag 1 von 2 Tagen Kurs für neu angestellte Personen im Werk. Das war, äh, ja, war. Ich habe folgende Dinge gelernt:

– wie die Logos der 4 Helseforetak* „aufgebaut“ sind (das war gar nicht Inhalt, ist mir nur zufällig aufgefallen)

– dass das Vinmonopolet auch dem Helse- og Omsorgsdepartementet unterstellt ist, wie wir

– im Werk arbeiten ungefähr 75% Frauen

Alles andere war nicht neu, was nach einem Jahr da auch nicht wirklich überrascht.

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Und jetzt gucke ich Fernsehen. Ha! Es gibt für mich wenig entspannenderes, als Leuten beim Dessert machen zuzugucken und dabei Schokolade zu essen.

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*Helse Nord, Helse Midt-Norge, Helse Vest und Helse Sør-Øst halt**

**Etwas related dazu: ich bemerke in letzter Zeit verstärkt, dass ich mir für ungefähr immer Sachen merken kann, die Leute gesagt haben. Im Wortlaut. Das war bestimmt schon immer so, aber jetzt fällt es mir auf. Seltsam.

Tag 1614 – Unschönes und Schönes.

Schön ist, dass die Kinder eigentlich schon schlafen. Pippi ganz sicher, Michel… doch, ich denke auch. Dabei wollte keiner unter 8 hier ins Bett, natürlich nicht, gar nicht müde.

Unschön ist, dass mir mein Nacken noch weh tut, nachdem ich mich heute Morgen volle Möhre lang gelegt hab, auf Eis, das aussah wie das nasse Pflaster unseres Parkplatzes. Das ist nur 2 Meter gepflastert, insofern war ich noch nicht mal weit gekommen.

Schön ist, dass es nur noch ein bisschen wehtut und ich so günstig auf Muskeln und Fett (aka halb Hintern, halb Hüfte plus etwas Schulter, daher das Nackenaua) gefallen bin, dass es nicht mal so blau geworden ist, wie ich dachte, dass es würde.

Unschön ist, dass ich im Zuge dessen herausgefunden zu haben glaube, dass mein Arbeitgeber (wir erinnern uns: der Staat) keine Unfallversicherung für mich abgeschlossen hat, in der normale Arbeitswege gedeckt sind. Außer man ist Verkehrsteilnehmer. Dann wohl schon (?). Aber so einfach aufs Maul legen weil es glatt ist wie auf der Schlittschuhbahn… naja, mal schauen was HR dazu sagt.

Schön ist, dass alle „meine“ technischen Geräte, die mir ja allesamt nicht gehören, sondern vom Arbeitgeber ausgeliehen sind, also PC, Handy und Telefon, heile geblieben sind. Nur meine Handtasche hat Kratzer.

Unschön ist, dass ich ein paar Sachen nicht loslassen kann, die tun immer noch weh, wie eine schlecht heilende Verstauchung, mit der man ewig lang rumlaboriert und immer wenn man sie grad vergessen hat wird’s wieder dick. Unschön ist dann auch, wenn man irgendwann nicht mehr weiter weiß und es doch operiert werden muss, was man doch die ganze Zeit vermeiden wollte.

Schön ist, dass ich Leute hab, die mich da auffangen.

Und schön ist, dass es jetzt hoffentlich besser heilt, nach der Operation.

(Als nächstes kümmern wir uns dann mal um erhöhte Kalziumzufuhr, für stabile Knochen.)

Tag 1614 – An der Zeit.

Halb zehn, es ist wohl Zeit, mir einzugestehen, dass keine Inspiration für’s Bloggen mehr kommt.

Das spannendste, das heute passiert ist, war, dass wir für einen halben Tag bei der Arbeit das Wasser abkochen mussten, bis Entwarnung vom Wasserwerk kam. Ich habe also einen halben Tag lang heißes bis pipiwarmes Wasser getrunken und das soll ja gesund sein, ich fand’s aber gewöhnungsbedürftig.

Die Kinder haben Salto auf dem Sofa geübt und das war sehr lustig anzusehen und im Hinblick auf solche Aktionen haben wir uns ja gegen ein teures, schickes Sofa und für eins mit komplett abnehmbaren und waschbaren Bezügen entschieden, da kann man auch mal drauf hopsen.

Tag 1613 – #12von12 im Januar ’20.

Endlich mal wieder 12von12 mitgemacht (was das ist und viele andere solche finden Sie bei Caro von Draußen nur Kännchen). Kurzzusammenfassung: unspektakuläres Wochenende. War tatsächlich auch mal schön.

Erstmal sind wir sehr gemütlich in den Tag gestartet. Die Kinder stehen zwar spätestens um halb neun auf, können sich dann aber gut alleine beschäftigen und machen nur selten echt großen Scheiß.

Frühstück! #1von12 von #12von12

Sonntägliche Vitamin-D-Dosis und viel Wasser, immer. #2von12 von #12von12

Mauszeit. #3von12 von #12von12

Nach der Maus machten Herr Rabe und die Kinder einen Spaziergang (und legten sich, wegen Eis, jeder mindestens ein Mal hin). Ich puzzelte ein bisschen herum,

Man sollte keine 400 Kronen für Kinderhandschuhe ausgeben. #4von12 von #12von12

… ärgerte mich über teure Kinderdraußenkleidung, die nach 2 Monaten Benutzung ihren Geist aufgibt, reinigte einen Schminkpinsel nochmal,

2. Versuch, den Pinsel sauber zu kriegen. #5von12 von #12von12

… den ich gestern schon mit den anderen Pinseln zusammen gewaschen hatte, aber in dem immer noch Schminkklümpchen hingen (merke: 1 Woche Reinigungsintervall ist vielleicht übertrieben, aber ein paar Monate sind VIEL ZU LANG!), setzte einen Zitronenkuchen an

Wie ich Sachen für Instagram arrangieren würde vs. wie es tatsächlich aussieht. #6von12 von #12von12 #fürmehrrealitätaufinstagram

und machte dann Sport.

Das war, äh, echt Zeit. #7von12 von #12von12

Ich bin leider grad nicht so furchtbar fit.

Nach einer Dusche dann der Kuchen, der wirklich lecker ist, aber leider total in sich zusammengesackt ist, nachdem der Guss drauf war.

Hab schon hübschere Kuchen gebacken, aber lecker ist er. #8von12 von #12von12

Danach war es schon wieder Zeit, Abendessen zu machen (irgendwie nur gegessen heute), was aber ein wenig dauerte und da die Kinder Videospiele spielen wollten, wir aber nicht wollten, dass sie nur rumsitzen, spielten sie Just Dance.

Zeit bis zum Abendessen überbrücken. #9von12 von #12von12

Es gab Lachs aus dem Ofen und Kartoffelgratin, beides sehr lecker aber die Kinder aßen wie immer eigentlich nur den Fisch.

Was davon essen wohl die Kinder? Richtig. Den Fisch. #10von12 von #12von12

Nach dem Essen ging es für die Kinder ins Bett, das verlief nahezu ohne Gemecker und relativ geschmeidig. Danach war es Zeit für unser…

Wöchentliches Stand-up-Meeting zur Wochen- und Einkaufsplanung. #11von12 von #12von12

Es stellte sich heraus, dass wir nicht so viel einkaufen müssen, dass sich das Bestellen lohnt, also machen wir nur den Einkaufszettel fertig, aber keine Bestellung.

Küche aufräumen und Brotdosen machen:

Vorbereitung ist alles. #12von12 von #12von12

Und dann ist das Wochenende auch schon wieder rum.

Tag 1612 – Unzufrieden.

Heute den ganzen Tag im Großen und Ganzen vergammelt und das war zwar nötig, andererseits bin ich auch jetzt unzufrieden mit meiner doch sehr überschaubaren Gesamt-Tagesleistung. Dazu kommt, dass die Kinder dann auch nicht ausgelastet sind und eigentlich den ganzen Tag nur nerven, aka meine Aufmerksamkeit, aber, nee, ich bin mit Gammeln beschäftigt.

Gammeln brachte auch eine sehr ausgedehnte Social-Media-Runde mit sich und das tut mir auch grad (haha, grad, as if) alles nicht gut und da ist eine Pause fällig. Bald. Demnächst.

Es ist nicht wie eine Sucht, es ist eine.