Tag 2359 – Kultur.

Menschen sind verschieden. Ich schicke das mal vorweg. Wenn ich was nicht mag, was Sie gerne mögen, ist das nicht als Abwertung ihres Geschmacks zu verstehen. Sie dürfen im Gegenzug gerne nicht mögen, was ich mag.

Ich mag zum Beispiel keinen Senf, nicht mal auf Rauchenden zum Grünkohl, Bratwurst oder Kasseler. Weiterhin mag ich kein Wasabi und keinen Meerrettich, das geht zu sehr in diese Senf-Richtung. Ich mag keine Rübchen und keine Oliven, keine beige Kleidung an mir selbst, keine langen Haare mehr haben, kein parfümiertes Waschmittel.

Und ich mag kein Kindertheater. Lieber gucke ich mir 5 mal Paw Patrol im Kino an, als im Weihnachtsmärchen zu sitzen und das irgendwie als höherwertigere Unterhaltung ansehen zu müssen, als den Paw Patrol Film, wenn sich der Seppel fünf mal hintereinander mit dem Hammer auf den Daumen haut. Es war nicht alles schlecht, ich mochte das Bühnenbild zum Beispiel sehr, aber das Gesamterlebnis ist bei mir Perlen* vor die Sau.

Was ich mag: unterhaltsames, kurzweiliges, oft lehrreiches und oft auch einfach albernes Bubble Tea– Geigen-YouTube von TwoSet Violin**. Zwei junge Männer, die sehr gut Geige spielen können, und die noch viel schöner authentisch über zehnjährige Wunderkinder staunen und verzweifelt ihr Leben überdenken können, Geigenspiel im Fernsehen auseinandernehmen und sich über Talentshows lustig machen. Ich fangirle die, kann ich ja zugeben, die sollen reich und berühmt werden mit dem was sie machen und deshalb habe ich auch einen Hoodie von denen (da steht „Sacrilegious“ und es ist eine Hummel darauf, was eine Anspielung ist auf Weltrekorde im Hummelflug-spielen, 15 Töne pro Sekunde aber leider mit furchtbarer Intonation und Glissando wo keines sein soll – sacrilegious eben). Vor ein paar Monaten gaben sie bekannt, dass sie eine virtuelle Welttournee machen, mit drei Konzerten, die ausschließlich gestreamt werden und die für das Streaming konzipiert sind. Da kaufte ich mir ein Ticket für die Europa-Zeit, und das war heute.

Kostümwechsel mit Bubble-Tea.

Das war sehr schön, lustig und lehrreich und mit schönem Geigenspiel aus allen Epochen. Solo, Duett, mit Pianobegleitung, und mit „two boys, one violin“. Und eben nicht einfach eine gestreamte live-Show, sondern mit vorher aufgenommenen Einspielern, die mit der Show eine Geschichte erzählen.

Was ich auch mag: modernen Zirkus. Meine Mutter lud uns heute in den Zirkus Flic Flac ein und das war wie immer sehr gut. Unterhaltungsanteile (nennt man all sowas Clownerie, wenn etwas lustiges in einem Zirkus gemacht wird, auch wenn es nichts mit dem Klischee von Clowns zu tun hat?), über die große und kleine Leute lachen können, erstaunliche körperliche Leistungen, erstaunliche Konzepte – zum Beispiel eine Lasershow-Choreografie mit sich gegenseitig bekämpfenden Magiern (oder so).

Mich würde ja mal interessieren, wie solche Zirkusunternehmen eine Showtruppe zusammenstellen. Gibt es da Auditions? Oder Artisten-Scouts, die wissen, was grad hip ist? Die Motorcross-Typen haben die sicher eh auf der Schnellwahl-Taste, aber der Rest…? Aber ich schweife ab. Kann ich jeder*m empfehlen, wenn man es auch mal lauter haben kann und Clowns mit roten Nasen gruselig findet.

Was ich gar nicht mag, sind Restaurants mit einer pommesfreien Kinderkarte, die dann auch noch auf die Kompromiss-Bratkartoffeln (von der Kinderkarte!) jede Menge Petersilie streuen. Die möchten offenbar nicht, dass ich da noch mal hingehe, weder mit, noch ohne Kinder***.

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*zweifelhaft

**etwas ironisch ist vielleicht, dass eins der erfolgreichsten Videos von denen „Pachelbels chicken“ ist, in dem Eddy „Canon in D“ auf Gummihühnern spielt.

***ich habe jedes Verständnis für kinderfreie Bereiche. Aber wenn sich ein Restaurant schon so kinderfreundlich gibt, indem es eine Kinderkarte zum anmalen hat, erwarte ich nicht unbedingt, dass bei allen Nudelgerichten dick „Vollkorn“**** dabei steht.

****bei uns gibt’s auch fast nur Vollkorn-Nudeln, aber das wissen die Kinder nicht. Manches muss man halt nicht so rausposaunen.

8 Gedanken zu “Tag 2359 – Kultur.

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