Tag 3881 – 3883 – Allein daheim Tag 4 und 5 und wieder zusammen.

Die Familie ist wieder da. Schon seit gestern sehr spät abends, ich habe sie um kurz nach Mitternacht am Bahnhof abgeholt. Hach ja. Es ist ja schon schön mit denen.

Mittwoch habe ich vormittags den Rhododendron beschnitten, wie ich finde, relativ brutal, aber man sieht kaum was davon. Wir haben zwei Rhododendren mit dem Haus gekauft, die sind beide sehr unterschiedlich, der eine ist mehr so ein klassischer Busch, der andere mehr wie ein Bodendecker. Der Busch wuchert aber etwas übergriffig den Weg zu, der am Haus lang ins Naherholungsgebiet führt. Und außerdem ist der alt und unten/innen stark verholzt und das Internet sagte, man kann das ruhig radikal beschneiden, wenn man will sogar alles ab. Das brachte ich aber nicht übers Herz, ich möchte den wenigstens erst einmal richtig blühen sehen. Also dünnte ich nur aus und schnitt außerdem alles weg, was sonst in diverse Wege hängt. Das plus den Gartenabfall von Dienstag stopfte ich ins Auto, das dann wirklich sehr voll war (und ein paar gerodete Minibäumchen (Birken und Weiden), die sich in „Wiese“ angesiedelt hatten, passten nicht mehr mit rein) und dann fuhr ich alles zum Entsorgungshof. Da war ich um 5 vor Schließzeit, aber da ich ja nur Gartenabfall hatte, war das ok. Ich weiß jetzt auch, dass auch Rhododendron auf den normalen Gartenabfall darf (obwohl er giftig ist).

Wieder zu Hause machte ich Sport, das war nicht schlau, denn es war brutal. Ich habe stand jetzt noch Muskelkater davon, vornehmlich in der Brustmuskulatur. Dann Duschen und Einkaufen. Zu Hause in Netzstrumpfhose und co geschmissen und auf zum Burlesque.

Das war schön, wir haben „Slow Burns“ gemacht, was ich gerne mache, aber was mir schwer fällt, weil ich zu sehr nen Ballettstock im A… habe. Locker lassen, speziell im Kopf und Nacken für so Kopf-Rumwerferei, ist absolut nicht meins. Also sollte ich es üben.

Weil ich zwanghaft bin und alleine zu Hause war und alle Nachbarn mindestens 30 Meter von uns entfernt wohnen, habe ich dann spät noch Geige gespielt. Auch das war schön.

Donnerstag war dann Kackwetter. Drei Grad und Schneeregen. Definitiv kein Wetter für Gartenarbeit. Wetter für Sport, Geige und auf dem Sofa abhängen. Und feststellen, dass ich einen Koriandertopf voller Grabmücken gekauft hatte. Und dann die letzte Tüte Nematoden auf alle Blumentöpfe im Haus verteilen. Und neue Nematoden bestellen. Und dann eine pissige Beschwerde an den Supermarkt, wo ich den Koriander gekauft hatte, schreiben.

Heute haben wir ausgeschlafen und dann die kilometerlange To-Do-Liste, die mein Gehirn vollmüllt, niedergeschrieben. Herr Rabe hat dann auch gleich angefangen, die abzuarbeiten. Ich fühle mich nur für einen sehr kleinen Teil davon zuständig und habe deshalb gemacht, was gestern wegen Schneeregen nicht ging und Fenster geputzt. Unser Fenstersauger hat genug Batterie für das ganze Haus minus 2 Fenster*, aber nicht genug Tank und das Sprüh-Wisch-Teil muss man auch zwischendurch ein mal neu befüllen. Jetzt sind jedenfalls alle Fenster minus 2* sauberer als vorher und alle Hand-Nasen-Kinn-Stirn-Lippenpatscher sind weg.

So war das. Eigentlich nicht so sehr spannend.

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*eins, im Haushaltsraum, habe ich absichtlich nicht geputzt, weil ich versuche, meinen Perfektionismus ein bisschen herauszufordern. Eins, im Schlafzimmer, habe ich aus unerfindlichen Gründen ganz einfach vergessen. Zu meiner Entschuldigung haben wir 11 „normale“ Fenster, plus zwei bodentiefe neben der Haustür, plus 9 bodentiefe Terrassen-Schiebetür-Segmente, wie man die in den 70ern halt so hatte. Also viel zu putzen, da kann einer schon mal was durchrutschen.

Tag 3879 und 3880 – Allein daheim Tag 2 und 3.

Wie man sieht, klappt die Umstellubg auf Sommerzeit bei mir wie gewohnt einfach gar nicht. Tjanun.

Gestern war ich in Oslo bei meiner Geigenstunde. Wie immer hatte ich mir vorher eine Stunde ein Zimmer im Übungshotel gebucht, um mich warm zu spielen, dann ging ich runter, bezahlte, und wartete auf meinen Lehrer. Der kam aber nicht, also schrieb ich irgendwann eine SMS. Da rief er mich an und meinte, es täte ihm total leid, er hätte sich das falsch gemerkt, er dachte, ich sei NACH seinem 13-Uhr-Schüler dran, nicht DAVOR. Ob ich auch um 14 Uhr könnte?

Jaja, klar kann ich das, ich hab ja Urlaub. Aber jetzt musste ich fast zwei Stunden totschlagen. Im Übungshotel fragte ich, ob die ein gutes Café empfehlen könnten, und klar, die Hipster da kennen sich aus und schickten mich zu einem kleinen Hipster-Café um die Ecke. Da gab es tatsächlich ausnehmend guten Kaffee. Aber ansonsten nicht so viel, also ging ich noch beim Geigenbauer vorbei und probierte fancy Schulterstützen aus, mein Geigenlehrer sagt, ich solle die Geige nach Möglichkeit noch höher halten, aber dann kriege ich auf die Dauer Schmerzen im Nacken, weil ich dann irgendwas komisches mit meinem Kopf mache, um zu vermeiden, dass die Geige wegrutscht. Jetzt habe ich eine Bonmusica-Schulterstütze, die wirklich sehr bequem ist und mit der ich recht problemlos die Geige höher halten kann.

Die Geigenstunde selbst war dann auch sehr gut. Der Geigenlehrer war beeindruckt, wie weit ich doch mit der Etüde gekommen war und wir feilten nur ein bisschen an Feinheiten rum. Das mache ich jetzt noch ein bisschen so weiter und dann ist es auch gut gewesen mit dieser Etüde. Viel gelernt habe ich, unter anderem, dass die vierte Position auf Dauer echt unbequem wird, weil der Daumen da gegen den Knopf (keine Ahnung wie das heißt) oben am Korpus, wo der Hals ansetzt, gedrückt wird. Aber mit ein bisschen Übung „klingt“ die vierte Position fast genauso gut wie tiefere Positionen. Überraschend. Also eigentlich nicht, andere können das ja auch, aber ich konnte das vorher nicht. Die Fingergymnastik in der Etüde ist trotzdem fies. Weshalb ich es üben sollte. Genau wie eben spielen in der vierten Position, was sonst leicht zu vernachlässigen ist (genau wie 2. Position).

Hoppla, Nerding. Sorry.

Nach der Stunde fuhr ich nach Hause, kaufte noch ein paar Sachen ein und dann war es auch irgendwie schon 18 Uhr. Also machte ich mir was zu Essen und dann guckte ich ganz schnöde ein bisschen fern. Und machte den großen Fehler, ein kleines Bier dabei zu trinken.

Heute wachte ich mit Migräne auf. Siehe Bier. Manchmal ist das bei mir so. Die Menge spielt da gar keine Rolle. So bis zum Mittag brauchte ich um die Schmerzen in den Griff zu kriegen. Dann ging ich in den Garten, denn es war bestes Wetter.

Der Zustand unseres Gartens ist etwas betrüblich, muss ich sagen. Die Vorbesitzer waren irgendwie Fans davon, alles verwildern zu lassen und das „natürlich“ zu nennen (ja, super wie alles natürlich von Him-, Stachel- und Blaubeeren zugewuchert wird). Was die Vor-Vorbesitzer gemacht haben, weiß ich nicht. Aber ich bin relativ sicher, dass auch die sich zumindest nicht liebevoll um die Beete gekümmert haben, denn in einem zwei Sommern wuchert das nicht so dermaßen zu. Also habe ich heute sehr viel totes Gestrüpp vom letzten Jahr entfernt und dann die Beete (bis auf eines, wo ich nicht weiß, was da gepflanzt ist) umgegraben. Gut, den Kasten mit der großen Stachelbeere habe ich weitgehend in Frieden gelassen, weil die Stachelbeere sehr wehrhaft ist. Da habe ich nur Erde aufgefüllt, aus einem anderen Beet. Dieses Beet wiederum will ich leer machen, die halb vermoderte Unkrautmatte erneuern und dann mit frischer Erde wieder auffüllen.

Wer pflanzt jede Menge Topinambur an? Seltsame Leute.

Da ging der Nachmittag für drauf und seither bin ich überraschend platt. Das war mehr frische Luft, als ich die letzten 3 Monate insgesamt hatte, gefühlt.

Tag 3878 – Allein, allein.

Heute Morgen habe ich die Familie brutal früh zum Flughafen gefahren. So früh nämlich, dass noch kein Zug fuhr. Und dank Umstellung der Uhr (hier Rant denken, wie sinnlos und schädlich das ist, und außerdem ist die Abschaffung doch beschlossen, was soll denn das noch???) war es ja noch früher als eh schon. Aber es hat alles trotz müder Menschen gut geklappt und um viertel nach sechs lag ich dann auch wieder im Bett und habe noch mal zwei Stunden geschlafen.

Danach habe ich mit meiner Göteborger Freundin, die gestern sehr spät vom Flughafen (aus dem Urlaub) gekommen war und bei uns übernachtet hat, sehr gemütlich sehr lange gefrühstückt und gequatscht. Das war wirklich schön. Wir sehen uns viel zu selten. Aber wenn wir uns sehen, ist es, als wäre das letzte Mal höchstens ne Woche her.

Um drei fuhr sie dann nach Hause und seither bin ich alleine. Da ich gestern die Familie noch zum Putzen gezwungen habe, habe ich heute dem Drang, alles grundzureinigen, recht gut widerstehen können. Aquarienwasser wechseln, Blumen gießen und Wäsche waschen habe ich aber trotzdem gemacht. Außerdem Geige, sehr ausgiebig, weil ich morgen ne Stunde habe und die Etüde (IMMER NOCH Rode 9, aber jetzt der 2., schnelle Teil) noch nicht sitzt. Und Sport. Sport war gut, aber ich habe einen leisen Verdacht, dass ich morgen über Muskelkater meckern werde.

Die Familie weilt bis Donnerstag in Brighton bei der Schwägerin. Ich werde mich am Riemen reißen, nicht das Haus komplett zu renovieren oder Ähnliches, sondern es ruhig angehen zu lassen. Bisschen Gartenarbeit, vielleicht zum Entsorgungshof fahren und Müll gegen Gartenerde eintauschen. Solche Dinge eben.

Vielleicht bestelle ich auch nen Kubikmeter Kaminholz, der Bauer unseres Vertrauens hat das neue Holz schon fertig, es ist natürlich noch viel zu feucht, aber trocknen kann es ja auch bei uns zu Hause und dann ist es ein bisschen billiger. Und dann ist es da und Herr Rabe kann zum nächsten Winter entspannt bleiben.

Ich mag Urlaub haben.

Tag 3549 und 3550 – Ganz allein.

Gestern hatte ich große Mühe, in Gang zu kommen, Tjanun. Dafür hat man ja auch Ferien, nicht wahr. Bestimmt.

Heute war besser, erstens war die Putzhilfe da und deshalb mussten wir zumindest schon mal aufstehen und uns anziehen und das zu einer normalen Uhrzeit. Danach war das Haus auch sauber. Außerdem wollte Michel dann bittedanke gerne zu seinem Kumpel gebracht werden, um da zu übernachten. Und seitdem bin ich hier ganz allein in einem sauberen Haus. Das ist sehr ungewohnt. Ich habe dann, um nicht nur rumzugammeln, wie ungefähr ganz Øvre Romerike den Gartenabfall zur Entsorgungsstation gefahren (da war es gerammelt voll, und alle kippten massenweise Gartenabfälle auf den Mount Kompost, der da schon auf wirklich imposante Größe angewachsen ist) und dann war ich ausgiebig im Second-Hand-Laden bummeln. Ich habe brutal hohe Stöckelschuhe gefunden (in denen ich mit ein bisschen Übung aber erstaunlich gut laufen kann. Halt so für 5 Minuten, dann schlafen meine Zeigezehen ein, da wird wohl was eingeklemmt. Aber mehr braucht es ja auch nicht für eine Burlesque-Nummer) und ein paar alberne Kleider, sowie eine „Biker“-Jacke aus Paillettenstoff, ein Traum der gender-nonkonformität. Der Second-Hand-Laden ist neu und wirklich sehr schön gemacht. Das Konzept ist eher Flohmarkt-ähnlich, man kann da „Stände“, eher so Regalmeter, mieten und dann sein Zeug da anbieten. Nur Kleidung, Schuhe und Assessoires. Für die Kund*innen ist es wie ein leicht unaufgeräumter Klamottenladen, wobei die Stände beschriftet sind mit wenigstens Größen und einige Kleidungsstücke hängen auch thematisch zusammen in Ecken, zum Beispiel Abendkleider oder Winterjacken. Es gibt ein großes Schuhregal und vernünftige Umkleidekabinen. Wie in nem Laden hängt man nach dem Anprobieren alles was man nicht haben will auf einen Ständer und die Angestellten räumen das anhand der Strichkodes wieder zurück an die richtigen Stände. Ich bin wirklich angetan von dem Konzept. Woran sie arbeiten könnten, ist, dass es offenbar Leute gibt, die sowas als Geschäftsmodell haben. Da hängt dann drei mal das gleiche Stück, mit dem Händler-Etikett noch dran, also komplett neu. Aber vielleicht bin ich da auch nur empfindlich, weil das meiner Vorstellung von Second Hand nicht entspricht. Anyway, ein schöner Ausflug.

Dann habe ich die Küche leergeräumt, die Rollläden runtergelassen und dann zunehmend verzweifelt versucht, mir eine Choreografie auszudenken, von der ich bis dahin überzeugt war, dass sie eigentlich schon fertig in meinem Kopf ist. Stellt sich raus: nein. Einfach nein, einfach gar nicht. Ich bin jetzt so halb fertig, ich musste nämlich auch noch einkaufen und das wurde alles knapp plötzlich. Hmmhmmhmm, mal gucken, was ich mit diesen Plänen so mache. Vielleicht muss ich auch ein paar Darlings killen, wie man so schön sagt, aber das fällt mir immer sehr schwer, egal bei was.

Jetzt liege ich im Bett und habe mir, da unsere Bettdecke in der Waschmaschine ist, Michels Gewichtsdecke ausgeliehen. Wenn ich jetzt nicht schlafe wie ein Stein weiß ich auch nicht.

Tag 3497 – Eltern gehen aus.

Die Kinder haben es gut, wir haben es auch gut. Deshalb waren wir est eine sehr leckere Pizza essen und dann beim „Burlesque-Karaoke“, was eine herrlich chaotische Mischung aus Burlesque, Karaoke und Impro war. Ich bin schon allein damit zufrieden, dass ich eine Dreiviertel Stunde in ein aufwändigeres Make-Up gesteckt habe, das mache ich auch viel zu selten.

Jetzt habe ich allerdings zwei große Bier intus und da ich quasi nichts mehr vertrage, muss ich jetzt ins Bett. Hier nur ein Bild:

Nicht so super gut getroffen. Naja.

Tag 3496 – Erstmal Sofa.

Den heutigen Tag kann man von meiner Seite getrost vergessen, aufgrund von einer unglücklichen Mischung aus Zyklusende, Wetterumschwung und plötzlicher Entspannung habe ich quasi den ganzen Tag wie verkatert auf dem Sofa rumgehangen. Kopfschmerzen, Kreislauf und allgemeine Schlappheit. Tjanun. Passiert.

Die Kinder haben es sehr gut. Wir haben viele Bilder bekommen, heute waren sie in einem Zoo und haben alle möglichen Reptilien anfassen dürfen. Michel hat mich auch heute Morgen angerufen, weil das Paket mit den Schlafmasken, die ich zu meiner Schwägerin bestellt hatte, endlich angekommen ist, und er wissen wollte, was da drin ist. Eine der Schlafmasken hatte ich für ihn bestellt, nachdem er mir neulich meine geklaut hat, weil er die so toll findet. Dann hat er, als er krank war, gefühlt fünf Liter da rein geschwitzt, das fand ich wiederum nicht so toll (obwohl man die Masken in der Maschine waschen kann, was ich dann auch direkt gemacht habe). Generell finde ich das ja eine der ätzenderen Nebenwirkungen am Kinder haben, dass die so gar keinen Respekt davor haben, was MIR gehört. Schlafmasken, Lippenpflegestifte, Nasenspray, Zahnpasta, Pinzetten, selbst das Dings zum Mitesser entfernen. Alles wird mir gemopst. Dann sage ich, ich hätte es gerne wieder, zu beiden Kindern, und dann taucht es irgendwann ganz zufällig wieder auf. Jedenfalls habe ich Michel eine eigene Schlafmaske bestellt und mir ein Upgrade für meine, und extra Augenkissen für geschwollene Augen (Post Meltdown. Passiert ja auch mal.). Letztere kann man kühlen, weshalb die eventuell auch bei Migräne ganz angenehm sind. Michel hat beim Paket aufmachen dann natürlich gleich die Werbung für die weiteren Produkte studiert und möchte jetzt am liebsten ebenfalls direkt upgraden – auf eine Schlafbrille mit extra Gewicht. Das wiederum stelle ich mir ja ganz furchtbar vor. Aber ich denke eh, wir gucken erst mal, ob er die Basisversion denn tatsächlich dauerhaft nutzt.

Wenn Sie sich jetzt fragen, was das für spezielle Schlafbrillen sind: die Marke heißt Manta, ich habe jetzt seit eineinhalb Jahren das Basismodell und bin sehr zufrieden. Es ist genau genommen die einzige Schlafbrille, die ich bei meiner Augenform tragen kann. Alle anderen, die ich probiert habe, drücken auf den Augapfel und dann kann ich morgens nicht richtig sehen, weil der Augapfel minimal platt gedrückt ist. Die von Manta haben aber einen gepolsterten Ring ums Auge rum, der einengen bis zwei Zentimeter Abstand zwischen Auge und Maske schafft. Ich kann die Augen unten drunter sogar aufmachen, wenn ich will. Auf der Seite schlafen geht auch gut, weil die Ringe außen, also an der Schläfe, abgeflacht sind. Ich bin davon sehr überzeugt und schlafe damit besser als ohne, auch im Winter, wenn es nicht um vier Uhr morgens schon hell wird. Von der Werbung hier habe ich nichts, das ist wirklich reine Überzeugung. Der Kundenservice ist im Übrigen auch sehr nett und hilfsbereit, zumindest der in UK (mit anderen hatte ich noch keinen Kontakt).

Morgen wird hoffentlich produktiver. Abends gehen wir aus, wie so Erwachsene an einem Freitag Abend. Spannend.

Tag 3494 und 3495 – Kinder erfolgreich verschickt.

Huff, was für ein Akt. Zwei aufgeregte Kinder zum Packen überreden, dann dazu überreden, einen Teil der Sachen wieder auszupacken, weil sie ja gar nicht auf eine vierwöchige Reise gehen, dann dazu überreden eine der Dauer des Aufenthaltes angemessene Anzahl Unterhosen mitzunehmen. Mehrmals selbst dabei kurz vorm Meltdown sein, weil die Kinder wild durch die Gegend springen und random IRGENDWELCHE Dinge tun, die nur marginal mit Packen zu tun haben. Außerdem ist Zyklusende sehr sehr bald und es ist Laune und Migräne (gestern) und überhaupt alles.

Heute ging dann alles verhältnismäßig glatt, jedenfalls für mich, denn ich ging nur bis zur Sicherheitskontrolle mit. Wir hatten Pippi fürs unbegleitete Fliegen angemeldet, Michel konnte da ein bisschen von nutznießen, aber hatte keine „eigene“ Betreuung. Herr Rabe konnte die zwei durch die Sicherheitskontrolle und bis zur Passkontrolle begleiten, mit einem „Begleiterpass“. Da standen sie dann ewig rum, weil der Flug verspätet war, allein reisende Kinder aber erst kurz vor knapp an der Passkontrolle abgeholt werden. Aber irgendwann kam dann doch jemand und dann musste Herr Rabe „nur noch“ warten, bis das Flugzeug tatsächlich in der Luft war.

Von der Schwägerin bekamen wir Updates vom Abholen und vom Abendessen, von den Kindern selbst kam bisher gar nichts. Dann geht es ihnen wohl gut.

Herr Rabe und ich versuchen uns derweil an die Stille zu gewöhnen. Ich hab obendrein ja auch noch den Rest der Woche frei, so viel freie Zeit ohne Verantwortung, es ist der Wahnsinn!

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Heute ging ein neuer Burlesque-Kurs los, hach. Jetzt muss ich ein Korsett kaufen, ohjemine. Und ich muss auch echt mal mit meinem Fuß zum Arzt, komme mir aber etwas albern dabei vor. „Hallo, mein Zeh tut weh, zu viel gestrippt…“ Deshalb habe ich das auch seit zwei Monaten rausgeschoben, aber es wird halt einfach nicht besser. (Der sagt dann bestimmt, dass ich halt weder Ballett noch Burlesque machen sollte, bis das(TM) weg ist, aber das kommt leider gar nicht in die Tüte, schon mal gar nicht ohne zu wissen, was genau das(TM) ist. Ja, eher schwierige, starrsinnige, besserwisserige Patientin hier.)

Tag 2798 – Kurz durchatmen.

Die Kinder hatten heute Korps-Wettbewerb und dieses Mal ist Herr Rabe mit ihnen da hin gefahren. Ich war gewissermaßen befreit von dieser familiären Verpflichtung, wahrscheinlich hätte ich auch irgendwem dort den Kopf abgebissen, bei meiner Laune und allgemeinen Empfindlichkeit heute. Jedenfalls war ich ein paar Stunden alleine zu Hause und das war sowohl dringend nötig als auch sehr erholsam. Ich habe gekocht, gebacken, einen Spaziergang gemacht, lange telefoniert und ein bisschen Geige gespielt. Leider war die Familie ziemlich… gereizt als sie zurück kam (Streitthema Bildschirme) und da war meine Erholung schnell dahin, aber ich konnte schon fast wieder meine eigenen Gedanken hören und nahezu fertig denken.

Morgen ist es aller Erfahrung nach schon viel besser. Außerdem habe ich aufgrund einer relativ spontanen Bastelidee den Kauf von Murmeln über Kleinanzeigen ausgemacht und kann dann morgen Abend vielleicht was basteln. Mit Murmeln.

P.S. zwei Wochen an zwei Etüden in der 1. Lage rumüben ist recht, ähm, langweilig. Es sind noch nicht mal technisch schwierige Etüden. Die eine hat ein paar Tücken, mehr aber auch nicht (vielleicht ist da auch ein bisschen mein „Problem“, dass ich die durchschaue, also schnell schnalle, was man damit üben soll, und dann finde ich sie langweilig. Es sei denn, sie sind trotzdem schwierig genug). Muss dem Lehrer nächstes Wochenende sagen, dass ich ein bisschen mehr Challenge brauche.

Tag 2689 – Fenster auf.

Ich liege im Bett und das Fenster ist offen. Im November kann man daraus ableiten, dass Herr Rabe nicht da ist, denn der friert sonst. Und das ist auch ganz richtig, Herr Rabe ist nicht da und die Kinder auch nicht, die sind zu Herrn Rabes Vaters Geburtstag in Deutschland. Ich bin allein zu Hause, bis Sonntag. Es ist seltsam, immerhin muss ich morgen ganz normal arbeiten. Ich hab auch schon aufgeräumt, weil morgen die Putzhilfe kommt, beide Autos vom Bahnhof nach Hause gefahren (nacheinander), die Schweinchen gefüttert und sogar gebügelt um die Zeit zu füllen, aber irgendwie… es ist komisch, wenn keiner da ist, der mosert, weil das Fenster offen ist.

Tag 2522 – Die Vögel singen.

Die Familie ist auf Korpsausflug. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich es hörte, nachdem endlich der Dauer-Geräuschpegel weg war: es gibt hier tatsächlich Vögel. Welche, die singen!*

Herrlich.

Gemacht habe ich auch Dinge, hauptsächlich an der Nähmaschine und im Haushalt, Geige gespielt habe ich auch und insgesamt bin ich sehr zufrieden mit mir und der Stille. Hach.

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*wenn es immer ein bisschen hell ist, singen die armen Vögel auch 24/7