Tag 3310 und 3311 – Jetzt aber so richtig…

… Ferienende für alle. Michel und Pippi müssen morgen wieder zur Schule. Die Sommerferien sind so richtig komplett vorbei. Heute haben wir das einigermaßen eingeläutet mit Stundenpläne ausdrucken und Rucksäcke packen, was keins der Kinder sonderlich begeisterte. Pippi war außerdem sehr müde, nachdem sie gestern bei ihrer Freundin übernachtet hat, die immer sehr früh wach ist. Pippi, wie wir alle, ist ja eher eine Eule. Noch nicht so ausgeprägt wie Michel und ich, aber das kann ja noch werden, sie ist ja erst neun.

Gestern haben Herr Rabe und ich genossen, dass die Kinder schon so groß sind, dass sie ein paar Stunden alleine zu Hause bleiben können und sind zum Shoppen nach Oslo gefahren. Ich brauchte was für mein neues Hobby und das gibt es in einem Spezialgeschäft, das nichts mit dem Hobby zu tun hat. Alternativ hätte es das in billig und entsprechender Qualität gegeben, so in der Größenordnung, dass Leute begeisterte Rezensionen ins Netz schreiben „Hat den ganzen Abend über gehalten!“. Ja, nee, danke, dann gebe ich lieber etwas mehr Geld aus und hab was, das hält und auch passt.

Der Laden sah im Internet aus, wie einer, in den ich nicht zwingend optimal reinpasse, so vom Grad der Fancyness her. Alles sehr sehr qualitativ hochwertige Waren, zu Preisen, wo einer wie mir kurz ein „Puh!“ entfleucht, wenn sie auf das Preisschild guckt. (For the record: das was ich gekauft habe, war nicht so teuer!) In echt war der Laden sehr sehr klein, mit offenbar speziell angefertigtem Mobiliar (Schaukästen-ähnlich) bis unter die Altbau-Decke. Und voll mit Waren, ebenfalls bis unter die Decke. Dabei nicht unübersichtlich. Die Verkäuferin sah auch nicht aus, wie ich mir eine Verkäuferin dort vorgestellt hätte (Mitte bis Ende 50, gekleidet in der Art, die meine Oma als „adrett“ bezeichnet hätte, mit seidenem Halstuch und ordentlich gelegter und geföhnter Frisur), sondern war ein relativ typisches Osloer Hipstermädchen Mitte 20, mit Piercing, Tätowierungen und Pride-Bändchen. Die Verkäuferin war aber ausgesprochen gut in dem Job, wusste exakt über das Sortiment Bescheid, war höflich und zuvorkommend aber vollständig unaufdringlich und am Ende hatte der Laden an Herrn Rabe und mich deshalb auch sehr viel mehr Dinge verkauft, als wir eigentlich zu kaufen vorhatten. Unter anderem besitzen wir jetzt jeder einen eigenen Knirps, ich sogar einen mit UV-Schutz (mein koreanischer Sonnenschirm ist leider kaputt), und in dem Fall steht Knirps auch nicht für zusammenklappbare Regenschirme generell, sondern wir haben tatsächlich Markenware gekauft. Wir werden das jetzt mal ausprobieren, ob Qualität sich tatsächlich so sehr lohnt, aber da wir billige Regenschirme sonst leider sehr schnell verschleißen, nehme ich ganz stark an, dass sich die fünf Jahre Garantie doch irgendwann rechnen.

Ich betrachte das im Übrigen immer noch als sehr großen Luxus, einfach in so einen fancy Laden spazieren zu können, und spontan mehrere Regenschirme für (für Regenschirme) echt viel Geld mitzunehmen, weil wir billige Regenschirme satt haben. Ich bin mir sehr bewusst, wie privilegiert das ist, bei uns, speziell auch bei mir als ich Kind war, war das lange anders, da musste der 3€-Regenschirm es halt einfach tun. Ok, ich habe als Kind sämtliche Regenschirme einfach verklüngelt. Da hätte ich mir auch keinen teuren Regenschirm gegeben… anyway, es ist ein großer Luxus*, sich so Eskapaden leisten zu können.

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*ebenfalls großer Luxus: sich seiner eigenen Kompensationsstrategien so sicher sein, dass man darauf vertrauen kann, dass man diese Schirme nicht verklüngeln wird. Ein Hoch aufs Erwachsensein.

Ein Gedanke zu “Tag 3310 und 3311 – Jetzt aber so richtig…

Ich freue mich über jeden Kommentar, außer er ist blöd, dann nicht. Außerdem ist jetzt wohl der richtige Zeitpunkt, um Ihnen mitzuteilen, dass WordPress bei jedem Kommentar eine mail an mich schickt, in der die Mailadresse, die Sie angegeben haben und auch ihre IP-Adresse stehen. Müssen Sie halt selbst wissen, ob Sie mir vertrauen, dass ich diese mails von meinen Devices alle sofort lösche, und ob Sie damit leben können, dass WordPress diese Daten auch speichert (damit Sie nämlich beim nächsten Mal hier einfacher kommentieren können).