Tag 3483 und 3484 – Nix zu erzählen.

Hier passiert wenig. Das spannendste, was passiert ist, war gestern, als ich die überaus gierigen Wechselwarmen fütterte. Das war aber auch ziemlich eklig, offen gestanden, und die Details bleiben lieber unbeschrieben. Monty kann nichts dafür, ich glaube, die Ratte war irgendwie nicht so stabil, wie sie sein sollte. Hat Monty jetzt auch nicht sonderlich beeindruckt, die hat wie immer erst mal ihre Beute durchs halbe Terrarium geschlürt und dann gefressen. Aber ne Sauerei gab es diesmal dabei und jetzt ist Monty dreckig und sieht halt aus wie das Raubtier, das sie ist. Ich überlege noch, ob ich sie bade oder einfach warte, es ist sicher nur für mich unangenehm, dass sie dreckig ist. Spätestens bei der nächsten Häutung geht das ja alles mit ab.

Am zweitspannendsten ist, dass Herr Rabe irgendwie gesundheitlich angeschlagen ist, ohne dass man jetzt irgendwie den Finger drauf legen könnte, was er eigentlich hat. Aber gut geht es ihm nicht.

Ansonsten war halt wirklich buchstäblich Nix.

Tag 3481 und 3482 – Abgehakt.

Einmal Inspektion und zurück. 180 km oder so von zu Hause, auf dem Weg den Lieblingskollegen eingesammelt, ein bisschen inspizieren für zwei Tage und zurück. Völlig ok tatsächlich und eine Inspektion abgehakt. Manchmal ist es echt schön, so Routinedinger zu fahren, die man auch im Halbschlaf machen könnte, die auch echt ordentlich sind, die aber halt ihr Zertifikat brauchen. Es muss echt nicht immer alles dramatisch sein.

Einziges Drama: gestern Abend kreisten mehrere Hubschrauber unbeleuchtet gefühlt (und laut Lokalzeitung wohl auch tatsächlich) direkt über dem Hotel herum. Es war, wie ebenfalls die Lokalzeitung wusste, wohl eine Militärübung. Wunderschön, da schläft es sich gleich doppelt so gut. Nicht. Ein Hoch auf die Ohrenstöpsel, trotzdem dauerte es ewig, bis ich einschlafen konnte.

Daran möglicherweise mit Schuld ein inneres Drama, das ich hier aber nicht auswalzen kann, wenn dann mit Passwort, hinterher liest der Feind mit und dann muss ich auswandern. Schon wieder. Das ist mir zu anstrengend.

Tag 3479 und 3480 – Büro und seine Nachwirkungen.

Gestern war eigentlich ein okayer Tag, nur etwas voll. Ich hatte 30 Minuten Mittagspause und ansonsten den ganzen Tag über Meetings „butt-to-butt“. Trotzdem dachte ich auf dem Weg zum Zug noch, dass es eigentlich ein recht produktiver Tag war.

Ich hetzte nach Hause, um Michel zum Kornettunterricht zu fahren. In der Tagesplanung war nicht vorgesehen, dass der Zug zehn Minuten extra im Tunnel rumsteht. Wieder zu Hause machte ich Essen. Dann fuhr ich zum Ballett (bevor ich selbst was gegessen hatte).

Beim Ballett sagte die Lehrerin, ich sei so schön anzusehen, und ich sagte danke. Immerhin. Jetzt würde ich das auch gerne so sehen, ich sehe irgendwie immer nur Beine, die nicht hoch genug gehen, Füße, die den wahrscheinlich flachesten Spann der Welt haben, ein Relevé, das höher sein könnte, Passés, die höher sein könnten, generell könnte alles stabiler sein, das nicht auf einem flachen Fuß stattfindet und Drehungen sind ja nun mal leider tagesformabhängig, gestern war kein Dreh-Tag. Ich arbeite an einer weniger kritischen Einstellung gegenüber mir selbst und sage deshalb jetzt was ich kann: 1) Arme, Kopf, Hals, Schultern 2) Musikalität 3) alles was Kraft braucht, also Pliés, Fondues, Springen, etc. und aus irgendeinem Grund 4) Flexibilität und Kraft im unteren Rücken, sprich, ich kann meine Beine nach hinten gut heben. Und bei all dem Gemecker oben: das ist Jammern auf hohem Niveau, gestern habe ich die Beine im Adagio eigentlich immer knapp über Hüfthöhe bekommen. Mit fast 40 und der Anatomie einer Preisboxerin.

Anyway. Ich hatte schon seit Nachmittags latente Kopfschmerzen, dachte aber, das ließe sich bestimmt wegschlafen. Ich lerne das in diesem Leben auch nicht mehr: das klappt NIE. Einfach nie. Das klappte auch von gestern auf heute nicht, eher im Gegenteil. Ich wachte mit Migräne auf. Ich nahm dann eine Tablette (gestern Abend hätte es wahrscheinlich eine Ibuprofen getan) und manchmal macht mein Körper dann echt lustige Sachen mit seinem Kreislauf, so auch heute. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten und war nur froh, als ich die Kinder in der Schule hatte und mich wieder hinlegen konnte. Jetzt nicht mehr mit Kopfschmerzen, dafür aber mit gefühlt keinem Blutdruck, leichter Übelkeit und Klingeln in den Ohren. Brav, weil wir das jetzt müssen, schrieb ich meiner Chefin eine SMS, dass ich krank sei und dann schlief ich noch mal drei Stunden. Es ist selten (zum Glück) dass ich so starke Nebenwirkungen von den Migränemedikamenten kriege, aber wenn es auftritt, geht echt gar nichts mehr.

Mich lässt der Gedanke nicht los, dass ich einen Tag im Büro mit einem halben Tag im Bett bezahlt habe und das gefällt mir nicht.

Tag 3478 – Weiter nichts zu erzählen.

Hier passiert, was immer am Wochenende passiert. Blumen gießen, Aquarienwasser tauschen, Stundenpläne ausdrucken, die Woche durchsprechen. Wäsche waschen, aufräumen. Sport, Geige. Pippi hatte etwas Besuch von einer Klassenkameradin. Michel hat hauptsächlich gedaddelt und war zwischendurch mal baden, unter anderem, um diese Lockenpracht zu pflegen:

Ich habe meine Haare nachgefärbt und jetzt sind sie wieder leuchtend Flamingo Pink und nicht mehr total ausgewaschen hellrosa-pfirsich.

Außerdem haben wir das Wochenende genutzt, um den Sofabezug zu waschen. Da haben wir ja vor ein paar Jahren in einen neuen Bezug investiert, statt in ein neues Sofa und sind immer noch sehr zufrieden mit dieser Lösung.

Routine-Wochenenden ohne Aufregung sind eigentlich wirklich sehr schön.

Jetzt muss ich versuchen, die Augen versuchen. Es ist jetzt nicht mehr der Jet Lag. Jetzt ist es nur noch das normale Dasein als Eule.

Tag 3476 und 3477 – Nichts zu erzählen.

Hier passiert nichts spannendes. Nicht mal politisch. In den USA passieren hingegen so viele „spannende“ (also gruselige) Dinge, dass mir persönlich das Popcorn inzwischen quer im Hals stecken geblieben ist. Vielleicht sollten wir bald Flüchtlingslager für Leute, die der Orange zum Beispiel durch bloße Existenz unangenehm aufgefallen sind, einrichten. Also zum Beispiel alle LGBTQI-Personen, PoC, politische Gegner*innen und ehemalige Staatsbedienstete. Wir können dann auch schon mal anfangen, nen Rüstungsfonds für Kanada einzurichten.

Es sind noch nicht mal zwei Wochen rum, kaum zu glauben.

Tag 3474 und 3475 – Drunter und drüber.

Mein Jetlag ist immer noch da, erkennbar an der Uhrzeit. Naja. Wird schon wieder. Morgens möchte ich allerdings definitiv nicht aufstehen und hasse den Wecker inbrünstig für das Klingeln.

Was gäbe es da schöneres, als drei Tage in einem Webinar über Risikomanagement rumzuhängen? Spoiler: sehr vieles. Aber immerhin im Homeoffice. Im Nachhinein bin ich auch gar nicht mehr so traurig, dass ich Montag wegen der Flugverspätung nicht im Büro beim 60. Geburtstag einer Kollegin war, denn mein Lieblingskollege hat da wohl versehentlich ein bisschen gesuperspreadert. Er selbst wurde in der Nacht auf Dienstag krank und seit heute ist das halbe Inspektorat krank. Ausgerechnet der Lieblingskollege, der ist nämlich ein bisschen germophob (Berufsschaden). Aber er wusste ja nicht, dass er sich was eingefangen hatte. Es ist irgendeine Halsschmerzen-Husten-hohes-Fieber-Krankheit, die kein Covid ist. Dem Lieblingskollegen ging es aber heute schon viel besser, ich gehe davon aus, dass der Rest der Inspekteur*innen das auch überleben wird. Leid tun sie mir trotzdem. Ich bin gespannt, ob ich morgen dann alleine im wöchentlichen Kaffee-Meeting sitze, weil alle darnieder liegen.

Ansonsten geht es politisch allerorten rund. Die Orange drüben schmeißt den halben Staatsapparat raus, wir (im Inspektorat) sehen den Vertrag zwischen der EU und den USA zur gegenseitigen Anerkennung von Inspektionen schon am seidenen Faden hängen. Das wäre blöd, der Vertrag macht nämlich, dass wir für die allermeisten Medikamente eben NICHT in die USA reisen müssen, um uns selbst zu überzeugen, dass die gut hergestellt werden, sondern dass wir uns da auf das Urteil der FDA verlassen. Und umgekehrt. Niemand will für die Inspektion irgendeines Paracetamolherstellers extra in die USA reisen. Anyway. Die Orange ist also wie immer komplett Gaga. Der Merz Fritzl aber ja wohl auch, der hat ja wohl den A… auf und den Schuss nicht gehört und überhaupt. Und auch hier ist politisches Chaos, nachdem sich die zwei Koalitionsparteien über Energiepolitik in die Haare bekommen haben. Jetzt geht man getrennte Wege, es müssen ein knappes Duzend Minister*innenposten neu besetzt werden und am Ende haben wir bis zum Herbst voraussichtlich eine Ein-Parteien-Minderheitsregierung, die nichts alleine entscheiden kann. Dann sind eh Wahlen.

Überall also Chaos. Würde dazu gerne mal die Risikoanalysen sehen. Ach, gibt’s nicht??? Hmm!

Tag 3473 – Der zweite Tag…

Jetlag ist wie Muskelkater. Der zweite Tag ist am schlimmsten. Heute ist gewissermaßen ja der zweite Abend und ich bin knallwach. Kein Wunder, es ist ja auch erst halb sieben. Tjanun. Ich habe jetzt Melatonin genommen und warte auf die Wirkung.

Der Tag war langsam. Vor allem am Anfang. Ich hörte einem Webinar über Risikomanagement zu und ganz vielleicht bin ich irgendwann gegen 11 darüber auch eingedöst, weil es so langweilig und ich so müde war. Der Lieblingskollege hat mich geweckt, indem er mich angerufen hat.

Heute habe ich mich endlich getraut, die Fotos und das Video von der Burlesque-Show anzugucken. Aus Gründen überraschend großer Feigheit (ich habe große Probleme damit, Bilder und vor allem Videos von mir selbst anzusehen. Auf Bildern sehe ich zu 90% seltsam aus, auf Videos fallen mir Dinge auf, die mir lieber weiterhin nicht bewusst wären) habe ich das jetzt gut zwei Wochen vor mir her geschoben. Das Video muss ich noch hochladen, aber hier sind zwei Bilder, vom Anfang und vom Ende:

Beide Bilder von Joakim S. Enger (@engerj). Er ist sehr gut, denn ich sehe nicht seltsam aus.

Hach, ich freu mich drauf, wieder die Netzstrumpfhose anzuziehen.

Tag 3472 – Ausatmen.

Ich bin zu Hause. Es hat dann, dank eines kleinen Sprints durch den Flughafen von Reykjavik, doch geklappt mit dem Anschluss. Aber was für ein Gerödel. Im Flugzeug schlafen konnte ich auch kaum, es war einfach zu unbequem ohne einen Sitz, den man flach machen kann (ja, da bin ich verwöhnt).

Jetzt muss ich dringend ausnutzen, dass ich tatsächlich jetzt gerade müde bin. Gute Nacht!

Tag 3471 – Überraschung!!!

Ich bin gar nicht zu Hause.

Ich bin immer noch in den USA. Nachdem wir gestern ewig aufs Boarding gewartet haben und mein Anschlussflug eh unerreichbar war, durften wir irgendwann tatsächlich boarden. Und dann standen wir ewig (wirklich lange. Lange genug, um einzuschlafen und dann Schmerzen in der Schulter zu kriegen, weil im Sitzen schlafen echt unbequem ist) auf dem Rollfeld rum. Und dann… fuhren wir zurück zum Gate, stiegen alle aus und der Flug wurde wegen technischer Probleme abgesagt. Bitte suchen Sie sich selbst Hotels und behalten sie die Quittung, danke und gute Nacht, tschö mit ö, Gepäck kommt gleich.

Mit den letzten 5 Prozent Akku meines Handys (auf dem Rollfeld funktioniert das Laden ja auch nicht) rief ich ein Uber zum nächstbesten Hotel. Inzwischen war es auch 11 Uhr nachts und ich wirklich gar.

Tja.

Heute war dann warten angesagt, denn die Airline hat mich auf den identischen Flug 24 Stunden später umgebucht. Was ja ok ist, aber ich musste trotzdem um 13 Uhr aus dem Hotel raus, und dann Däumchen drehen. Ich drehte statt dessen Arbeit bei Starbucks. Was für ein Rotz. Natürlich kann man auch zu Starbucks nicht laufen, hier ist einfach alles weit und es gibt keinerlei Fußwege. Ey.

Ich will einfach nach Hause, entschuldigen Sie den angepissten Unterton.

Wenigstens das Wetter war schön, wirklich toll, warm und sonnig. Siehe Foto oben.

Zwischendurch bekam ich noch eine Mail der Airline, es gibt kein Essen auf dem Flug. Wegen Dingens, keine Ahnung. (Ich nehme an, es ist abgelaufen, weil es seit gestern früh in diesem Flugzeug war.) Aber wir haben Gutscheine auf unseren Boardingpass gebucht bekommen, damit wir vorher was essen können. Nur akzeptiert kein Restaurant hier diese Gutscheine. Tadaaa! Ich hatte es ja sehr gut, ich ging einfach zurück in die Lounge und aß da. Ich trank auch ein Bier, wenn ich gleich einfach umfalle und einschlafe, ist das ja nur gut. Solange ich dann schon im Flugzeug bin. Aber richtig blöd für die anderen Leute, die nicht einfach zurück in die Lounge mit Buffet und Bar und einer ruhigen, geräumigen Toilette spazieren.

Jetzt warte ich wieder mal aufs Boarding. Und wollen Sie mal raten? Der Flug ist schon wieder verspätet.

Ich hab übrigens auch kein Levaxin mehr dabei. Die Tabletten waren abgezählt, was noch in der Dose war, reichte genau für die Reise. Dachte ich.

Fml was für ein Scheiß.

Tag 3468 bis 3470 – Huff, huff.

Es war ein bisschen viel alles, die letzten Tage. Jedenfalls zu viel um abends noch zu bloggen. Ich bin immer so gegen 5 Uhr aufgewacht, mit oder ohne Wecker. Dann hab ich aber meistens auch noch lange im Bett rumgelümmelt (was soll man auch sonst um 5 Uhr machen?). Irgendwann bin ich in den Trainingsraum gegangen und habe da irgendwas gemacht, wofür die Energie reichte. Seit gestern geht da auch wieder mehr, schon allein, weil gestern auch ein neuer Zyklus angefangen hat. Heute war sogar richtig gut, ich hab ein ganzes Training ohne große Probleme durchgezogen.

Meine Stimme ist immer noch ziemlich daneben. Und wegen gestern neuer Zyklus (abends) hatte ich natürlich Donnerstag und Freitag früh Migräne. Was toll ist, auf ner Inspektion, wo man ja irgendwie 1. anwesend, 2. wach und 3. konzentriert sein muss. Ging irgendwie, war aber nicht optimal und schön auch nicht. Gestern und vorgestern habe ich auch eigene Teebeutel mit Ingwer-Zitrone-Tee mit zur Site genommen und da Unmengen Tee getrunken, weil ich mir einbilde, dass das immerhin ein bisschen hilft, meine Stimmbänder zu schmieren.

Die Inspektion war wegen der Verspätung ungeplant stressig, dann kam noch das Wetter dazu und wir mussten unsere ganzen Begehungspläne mehrmals umschmeißen, zuletzt, weil wegen des Frosts bei der Site ein Leck entstanden war und im einen Gebäude keine Produktion stattfinden konnte. Bekanntlich bin ich überaus flexibel was Planänderungen angeht und fand das deshalb total gut.

Die Niederländerinnen sind wahnsinnig nett und auch ein bisschen seltsam, wie ich, wir waren ein gutes Team. Sie waren beide einigermaßen erstaunt, dass ich mich traue, mit meinen pinken Haaren und meinen Klamotten so beim Hersteller aufzulaufen, aber im positiven Sinne erstaunt. Also so ein bisschen, dass ich die Eier habe. Ich finde meine Kleidung, die ich bei Inspektionen trage, ja überaus seriös und weiß gar nicht, was die meinen. Also ja, am ersten Tag hatte ich einen karierten Minirock und rote Strumpfhosen an, aber ein dunkelblaues, sehr seriöses Hemd. Am zweiten Tag war das Hemd pink, aber ein dunkelblauer Blazer und dunkelblaue Hosen dazu (und die in diesem Fall obligatorischen bunten Socken). Am dritten Tag ein knielanges, hoch geschlossenes Kleid, bei dem der Brustbereich grau mit schwarzen Polka-Dots ist (der Rest ist schwarz). Am letzten Tag ungewöhnlich für mich ganz in schwarz, mit einer Seidenbluse mit etwas flatterigen Ärmeln und einer schwarzen Hose. Also total seriös alles und gar nicht irgendwie abgefahren! Sie meinten trotzdem, ihre Chefin würde nen Herzinfarkt kriegen, wenn sie so rumlaufen würden. Ich habe dann gesagt, dass ich sehr sicher bin, dass meine Chefin davon auch nicht begeistert ist, insbesondere von den Haaren, aber dass mir das herzlich egal ist. Ich muss mich ja auch wohl fühlen und das ist für mich das richtige Maß an Verkleidung. Und es muss ja auch Vorteile haben, mit und für konfliktscheue Norweger*innen zu arbeiten, die niemals aussprechen würden, dass ihnen was missfällt.

Wir sind mit der Inspektion fertig geworden, aber es waren lange Tage. Es waren auch deshalb lange Tage, weil die Norwegerinnen so nett waren und wir sehr viel gequatscht haben. Ich freue mich jetzt noch viel weniger auf die „heiße Phase“ der Perimenopause, um’s mal vorsichtig auszudrücken. Die Site war sehr interessant und seeeeehhhhr amerikanisch, das heißt, alle Standard Operating Procedures waren furchtbar lang, wordy, detailliert und meistens gab es so 2-3 für jede pisselige Aufgabe. Das ist ungewohnt, in Europa ist es meist nicht so. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass irgendwer das ganze Zeug tatsächlich liest.

Die Location der Site, also der Ort in dem wir waren, war auch sehr amerikanisch, aber ich möchte da echt nicht tot überm Zaun hängen. Dabei gab es nicht mal Zäune. Eigentlich gab es irgendwie nur Straßen. Alles platt, alles weit, alles groß. Man kann nirgends zu Fuß hingehen, weil der Ort, der auch keinen richtigen Kern hat, wie ausgewalzt ist. Es bekommt dieser Art Orte scheinbar nicht, dass da so viel Platz ist, die wachsen dann nur in die Breite, wie eine Ölpfütze, die sich ganz dünn immer weiter ausbreitet. Warum eine 90.000-Einwohner-Kleinstadt dringend überall 6-spurige Straßen braucht, erschließt sich mir auch nicht. Aber egal. Ich muss da ja nicht wohnen.

Um die überstandene Inspektion zu feiern, waren wir gestern in einem mexikanischen Restaurant, was total trashig war, inklusive Sombrero-Band, die für Leute Happy Birthday gesungen hat, aber das Essen war super lecker. Natürlich viel zu viel. Wie immer. Dabei haben wir schon eine Platte für 2 zu dritt geteilt. Aber es war super Essen. Und ich habe kein Foto davon gemacht. Tja. Wir haben dann noch im Hotel ein Bier zusammen getrunken und es war wirklich schön mit den beiden Damen. Und dann waren wir alle um neun im Bett und zumindest ich total platt.

Oh, noch so was: in diesem Bundesstaat ist es wirklich, wirklich schwer, vegetarisches Essen zu bekommen. Ich musste Ausnahmen machen, sonst hätte ich tatsächlich manchmal hungern müssen. Das ist für mich inzwischen auch ungewohnt, man kann ja inzwischen doch fast überall IRGENDWAS fleischfreies bekommen. Donnerstag waren wir bei einem Italiener, da gab es wenigstens viel Fisch beziehungsweise, für mich, Meeresfrüchte.

Indisch geht auch immer für vegetarisches Essen.

Heute war eigentlich nur Rückreise. Ich hänge seit inzwischen wirklich geraumer Zeit am Flughafen rum und so langsam habe ich keine Lust mehr und würde echt gerne in das Flugzeug, aber das ist, haha, verspätet.