Tag 3402 und 3403 – Piep.

Heute Abend plötzlich etwas Land unter. Meine Chefin möchte mit uns komische Dinge machen, die ich nicht machen möchte, ich versuchte Herrn Rabe zu erklären, warum ich das nicht machen möchte und Herr Rabe versuchte mir zu erklären, warum meine Chefin das machen möchte und wie Normale Leute(TM) an sowas überhaupt herangehen. Alles daran war mir sehr fremd, diese normalen Leute und wie sie denken. Alles mögliche wird in dieser Situation auch bei mir (ich hasse das Wort, aber hier passt es mal) getriggert, von Mobbing in der Mittelstufe bis zu Bewerbungssituationen wo man die richtige Antwort auf die Frage „Was sind deine Schwächen?“ geben muss. Kurz gefasst: ich möchte gern selbst entscheiden, wem ich was von mir preisgebe. Auf keinen Fall möchte ich Informationen, die für mich sehr intim sind (z.B. zu meinen tatsächlichen Schwächen), unter Kolleg*innen wie in einer Gruppentherapiesitzung (aber auf Wish bestellt) breittreten.

Heute sehr eingeschränkt in meiner Funktion. Manchmal überkommen mich Zweifel, was die Diagnose betrifft. Aber an solchen Tagen passt sie dann doch nahezu gruselig gut.

Ich bin sehr dankbar für Herrn Rabe, der mir unermüdlich die Menschen erklärt, ohne, dass ich mir belehrt vorkomme. Belehren darf man mich nämlich grundsätzlich nicht.

Tag 3400 – Seit einer Woche.

Samstag letzte Woche:

Arbeit. In die B und C Räume haben sie uns nicht rein gelassen. War nicht so schlimm, wir haben die Dinge auch durch die Fenster gesehen. Abends haben wir uns dann einen „freien“ Abend gegönnt, sind erst in den Fitnessraum gegangen und haben dann gegessen. Weil Samstag Abend war, wollte ich mich ein bisschen feiner machen und mir Lidstrich aufmalen, der hatte nur leider irgendwie den Druck im Flugzeug nicht gut überstanden (schätze ich), jedenfalls war da recht viel Tinte rausgelaufen. Ich dachte, das macht bestimmt nichts, habe das meiste weggetrocknet und aufgemalt und plötzlich lief mir die Tinte ins Auge. Ich sah nichts, aber extrem gruselig aus, die Tinte verteilte sich über den kompletten Augapfel. Gut, dass der Körper sowas schnell wieder rausspült. Den Rest saugte ich mit einem Kosmetiktuch weg und malte fertig. Ich war grad mit dem anderen Auge halb fertig, da lief ein weiterer Tropfen ins erste Auge. Diesmal brannte es so, dass ich das Auge zukniff und dann natürlich Tinte überall hatte. Einseitiger Panda. Ich fluchte sehr und schrieb dem Lieblingskollegen eine Nachricht, dass ich mich zum Essen verspäten würde. Es war dann noch ein schöner Abend, aber ich muss das nicht noch mal machen und empfehle auch niemandem, sich Eyeliner ins Auge zu füllen.

Sonntag:

Nach einem längeren Schläfchen als sonst so und einem ebenfalls längeren Frühstück als sonst so, machten wir einen Ausflug in die Stadt. Wir waren erst im selben Fort wie letztes Mal. Nur mit Sonnenschutz. Und nicht ganz hoch. Und mit Führung, wo wir über das ausgeklügelte Kommunikationssystem gelernt haben, das die da im 12./13. Jahrhundert schon installiert hatten. Und das Wasser- und Abwassersystem. Danach waren wir essen und dann noch auf dem Markt, was so eine absurde Menschenmenge war, dass ich komplett überfordert war, so laut, so viel, so bunt, Hilfe. Der Lieblingskollege fand das sehr amüsant.

Eingewachsene Sandalen.

Auch dieses Mal baten Leute um Fotos. Auch dieses Mal war das sehr seltsam. Irgendwie schaffte ich es, Souvenirs und sogar ein paar Perlenohrringe zu erwerben. Aber schlau war all das nicht, Montag war ich sehr… im Eimer. Autistisch. There, I Said it. Abends war ich das auch schon, der Lieblingskollege hat das dann auch zu spüren bekommen. Aber so ist es eben. Man kann von mir nicht alles haben, zum Beispiel, dass ich auf einem Markt bin und danach noch gerade Sätze raus bringe. Denn natürlich haben wir abends noch gearbeitet, wo kommen wir denn hin, wenn wir über 24 Stunden frei haben!

Montag:

Habe kaum Erinnerungen an den Tag. Dann ist wohl außer Arbeit nicht viel passiert.

Dienstag:

Weiter viel Arbeit. Habe den Lieblingskollegen belabert, nach der Rückkehr ins Hotel in den Fitnessraum zu gehen und danach erst weiter zu arbeiten. Dazu dann Essen aufs Zimmer zu bestellen, weil das Restaurant immer mindestens ne halbe Stunde braucht, um das Essen fertig zu bekommen. Für reines Warten haben wir keine Zeit. Wir haben trotzdem bis Mitternacht gearbeitet.

Mittwoch:

Grandios verschlafen. Um 07:37 davon wach geworden, dass das Zimmertelefon klingelte. Komplett verwirrt aufs Handy geguckt, wo x unbeantwortete Anrufe vom Lieblingskollegen waren. Zurückgerufen und mir 10 Minuten erbeten. Es wurden 19, aber dann stand ich bekleidet, mit geputzten Zähnen, gestylten Haaren und geschminkt in der Lobby. Kein Frühstück, kein Kaffee. Aus irgendeinem Grund hatte mein Handy keinen Piep von sich gegeben. Auch nicht, als ich Musik anmachen wollte. Der letzte Rotz. Nicht empfehlenswert. Den Tag völlig verstrahlt und mit schlechter Laune verbracht, der arme Hersteller. Aber die sollen halt einfach machen, was in den Richtlinien steht, dann haben sie auch keine pissige Inspektørin am Hals. Abends zum Ausgleich Arbeit bis ein Uhr Nachts. (Hass.)

Beschwichtigt worden (on site) mit Curd Apple. Curd Apple ist sehr lecker, auch wenn es nicht so aussieht.

Man löffelt das und lutscht das Fruchtfleisch von den Kernen ab. Die Kerne spuckt man aus.

Donnerstag:

Letzter Tag on site. Morgens noch mal in die Produktion gegangen und tatsächlich spannende Dinge gesehen. Es ist ja, ähm, schon auch, hüstel, spannend, wenn was, hust, ähm, schief geht. Danach viele lose Fäden aufgesammelt, nach dem Mittagessen einen Baum gepflanzt, Abschlussmeeting von 18 bis 20 Uhr. Cola, sehr viel Cola, machte es möglich. Die Firma hat jetzt etwas Arbeit vor sich, um es mal vorsichtig auszudrücken. Ein letztes Mal anderthalb Stunden zurück zum Hotel gefahren. Ein letztes Mal in den Fitnessraum. Den sehr großen Fehler gemacht, in Socken auf dem Laufband zu laufen. Sehr, SEHR schlimme Blasen bekommen. Egal, geduscht, Füße verpflastert, ein letztes Abendessen, dazu auch ein Bier gegönnt. Zurück ins Zimmer, gepackt, irgendwie wach gehalten, um halb eins ausgecheckt und zum Flughafen gefahren. Die 6482 Passkontrollen durchlaufen. Ins Flugzeug. Irgendwie wach gehalten, bis man sich hinlegen durfte. Geschlafen, leider nur oberflächlich, bis 11 (06:30). Weitere Heimreise. Auspacken. Müde müde müde. Wäsche waschen. Alles roch nach Parfüm vom Hotel, vom Hersteller, überall Parfüm.

Das klingt jetzt höchstwahrscheinlich ziemlich bekloppt, aber insgesamt war es eine gute Reise. Wir hatten, trotz allem, sehr viel Spaß. Das Essen war Mega. Der Hersteller interessant. Die Diskussionen (fachlich und privat) mit dem Lieblingskollegen sehr gut. Würde ich wieder so machen – aber dann nicht so lange on Site bleiben. Lieber nen Tag länger, aber bis Mitternacht oder länger arbeiten, wenn man um sechs schon wieder aufstehen muss, ist mehr als brutal.

Aber wenn man so wenig schläft, ist der Jetlag gar nicht so schlimm! (Entschuldigt nichts.)

Tag Dingens.

Piep. Muss nachzählen, welcher Tag ist.

Ich bin wieder zu Hause. Es ist auch alles gut, aber das war eine sehr anstrengende Jobreise. Sehr sehr anstrengend. Sehr wenig Schlaf. Jetzt ist, nach indischer Zeit, halb drei Uhr morgens und ich kann kaum noch die Augen offen halten.

Eben Michel von seinem besten Freund abgeholt, steht da die Feuerwehr mit Blaulicht vorm Haus und Feuerwehrleute mit Rauchmasken kommen aus dem Haus. Wäre fast in Panik verfallen, wenn nicht die Mutter des Freundes in Seelenruhe vorm Haus gestanden hätte. Es hatte im Schornstein gebrannt, wahrscheinlich ein Vogelnest in Verbindung mit Ruß, unschöne Sache, aber es ist alles gut gegangen, bis auf abgeplatzte Farbe am Kamin sind keine Schäden entstanden. Dadurch hat sie es überhaupt bemerkt: die Farbe fing an Blasen zu werfen und zu stinken. Sie hat dann die Quelle des Gestanks gesucht. Aber bei sowas kann sehr schnell sehr viel Schlimmeres passieren, weil eben das Kaminrohr von innen brennt und sehr sehr heiß wird. Gruselig.

Tag 3392 – Hups, so spät schon.

Eine Stunde und fünfzehn Minuten hin, neuneinhalb Stunden Arbeit, eine Stunde und fünfundvierzig Minuten zurück (wegen Verkehr) und dann noch mal Arbeit. Essen, in dem Restaurant, in dem nicht laute live Musik ist, aber auch kein Buffet. Deshalb alles ein bisschen hassen, ich will pineapple tandoori und alles mit paneer vom Buffet. Aber nach so Tagen ertragen weder der Lieblingskollege noch ich noch live Musik beim Essen. Und dann ist auch schon elf.

Übrigens, womit man eine Inspektørin wesentlich pissiger macht, als wenn man sie drum bittet, sich zur Begehung der Produktionsräume abzuschminken: wenn man sie nicht drum bittet und sie dann voll geschminkt in sämtliche Räume (CNC und D, denn C und B ist morgen erst) spaziert.

Sehr seltsame Sache auch, der ich noch auf den Grund gehen werde: alle haben Schuhe in der gleichen Größe, die den allermeisten viel zu groß ist, an.

Tag 3390 und 3391 – Alles dreht sich um Schlafen.

Gestern: geschlafen bis mittags (Ortszeit), Frühstück in Form von Mittagessen, danach Arbeit. Wundern, warum ich so müde bin, des Rätsels Lösung: kein Kaffee. Löslicher Kaffe auf dem Zimmer ist grauenvoll, aber hilft trotzdem.

Abends müde wie Sau, direkt eingeschlafen.

Nach vier Stunden Schlaf plötzlich grundlos hellwach. Eine Stunde im Bett gewälzt und um halb vier aufgegeben. Gelesen und um fünf Uhr in den Fitnessraum gegangen. Um sieben beim Frühstück aufgelaufen, frisch, gestriegelt und gebügelt. Frühstück, dabei fast alles mögliche verschluckt, weil Nachrichten aus Deutschland gelesen. Eine Stunde Fahrt zum Hersteller. Inspektion, powered by Cola, Kaffe und nach dem Mittagessen auch jede Stunde einmal aufstehen und auf dem Flur herumlaufen, um nicht einzuschlafen. Eine Stunde zurück, wegen Verkehr konnte ich da auch nicht die Augen zu machen.

Arbeit.

Essen.

(So müde.)

Den Lieblingskollegen in die Kunst des Kluster-Spielens eingeweiht.

Jetzt Bett. Hoffentlich Schlaf. Länger als bis halb drei bitte.

Tag 3389 – Muss schlafen.

Im Gegensatz zum Lieblingskollegen habe ich im Flugzeug nur sehr kurz genickert. Jetzt ist es hier schon nach 4 Uhr, die Klimaanlage ist super laut, ich hab letzte Nacht vielleicht so vier Stunden geschlafen, und ich bin echt platt. Um zwei Erfahrungen reicher bin ich auch: in Frankfurt am Flughafen in der Lounge sah ich eine Maus, konnte meinen Augen (und meinem müden Gehirn) nicht ganz trauen, aber dann sah der Lieblingskollege sie auch. Und hier am Zielort kam unser Pickup nicht. Letzteres ist nachts um halb drei gar nicht mal so lustig und erquicklich. Am Ende ging es dann ja gut, aber gut für die Nerven ist das nicht gewesen.

So, und damit: gute Nachr!

Tag 3387 und 3388 – Viel los.

Ich grüße aus Zimmer 2248, was eine sehr sympathische Zahl ist. Es kann also nur gut werden, diese Reise. Morgen geht es so früh los, dass das Flughafenhotel mich (und den Lieblingskollegen) beherbergen muss. Nach meinen letzten Erlebnissen möchte ich nicht morgens um viertel vor fünf abhängig vom lokalen Taxidienst sein. Hinterher erzählen die mir wieder was von dem wahnsinnig dichten Verkehr in Eidsvoll zu der Uhrzeit oder so.

Reise hält mich nicht von Ballett ab, und das war heute echt heftig, sehr viele relevés und noch mehr Sprünge. Ich glaube, die Vertretung unserer eigentlichen Lehrerin will uns heimlich auf Spitze vorbereiten oder so. Meine armen Waden.

Gestern habe ich schon mal das meiste gepackt. Heute dann den Rest. Weil ich paranoid bin, habe ich alles für die ersten zwei Nächte (und den ersten Inspektionstag) im Handgepäck. Trotzdem habe ich alles in meinen „großen“ Samsonite-Rucksack bekommen. Ha. Dieses Mal habe ich auch verschiedene Sorten Sonnenschutz dabei, Hut, Creme und Kleidung, ich werde NICHT wieder komplett verbrennen.

Ebenfalls gestern noch „schnell“ eine Geigenstunde gehabt. Das viele Geübe an Artikulation hat sich gelohnt, ich habe jetzt viel bessere Kontrolle über den Bogen. Eintönig war das Üben, aber Hilfreich. Jetzt kann ich erst mal anderthalb Wochen nicht spielen, was ich ziemlich schrecklich finde.

Herr Rabe kam gestern Nachmittag wieder, wir haben also knapp mehr als uns nur abgeklatscht. Pippi wäre am liebsten direkt wieder ins große Bett eingezogen.

So, jetzt fallen die Augen zu. Gute (kurze) Nacht!

Tag 3385 und 3386 – Kaum ist Herr Rabe aus dem Haus…

Herr Rabe kommt ja erst morgen zurück, bis dahin muss ich hier also Dinge allein regeln. Irgendwie geht das halbwegs, aber gut ist anders. Donnerstag früh war gehetzt, weil Halloween. Gestern früh war noch mehr gehetzt, weil ich um neun im Büro ein Beratungsgespräch hatte, also echt absolut pünktlich sein musste. Das bedeutet, den Zug um acht zu erwischen. Das bedeutet, um 07:45 mit den Kindern aus dem Haus zu sein. Das bedeutet, bis dahin müssen alle alles gepackt haben, Sportzeug hier, Brotdose da, Brille geputzt, Gesicht aufgemalt, „Mama, wo sind meine Socken?“ etc. Ich sag es mal so: der Ton war eher Drillseargeant als Säuselmutti hier, aber ich war pünktlich im Büro. Und war seriös und so weiter, as usual, die Beratenen waren zufrieden. Den Rest des Tages verschanzte ich mich in einem Mini-Meetingraum, weil ich mit dem Lieblingskollegen die anstehende Inspektion vorbereiten musste, den ganzen Rest des Tages. Über Teams, normale Leute sind ja freitags nicht im Büro. Abends kam ich dann mit der Freitagspizza unterm Arm nach Hause, versorgte alle mit Pizza und danach ging auch total überraschend quasi nichts mehr, ich schlief dabei ein, Pippi ins Bett zu bringen. Ich wachte auch wieder auf, so ist es nicht, aber aus „erst Sport, dann Geige“ wurde „ich tanze ein paar mal eine Choreografie durch“ und von da direkt ins Bett. Dass ich das Tanzen, also ein kleines bisschen Bewegung, überhaupt gemacht hab, verdanke ich Herrn Rabe, mit dem ich eine halbe Stunde telefonierte, nachdem ich mich bei Pippi wieder aus dem Bett geschält hatte.

Heute war auch viel los, ich habe mal wieder eine Impfung bekommen* (Auffrischung TDPP), dann direkt Sport (bevor mich die Impfung aus den Latschen haut), Duschen, Kinder einsacken, mit Michel Schuhe kaufen**, meine Brille fixen lassen (die hing irgendwie schief), einkaufen, einen neuen Satz Guppys*** kaufen. Nach Hause, Pippi zu ihrer Freundin jagen****, Guppys im Aquarium auswildern, umziehen, aufbrezeln und auf zu einem Date. Mit mir. Ich ging zu einer Burlesque-Show in Oslo, und es war super. Ganz allein, aber schick aussehend und mich wohl fühlend habe ich mich dafür beglückwünscht und belohnt, dass ich ein sehr okayer Mensch bin, eine gestresste, aber akzeptable und soweit irgendwie möglich zugewandte Mutter, eine echt gute Angestellte und außerdem sehe ich in einem engen, schwarzen Kleid und High Heels auch echt hot aus. So. Nicht erst seit extensivem Sportprogramm, das hat nur aus Gold Platin gemacht. Die Show war super, ich kann es nicht anders sagen, mir fehlen ein bisschen die Worte, weil es einfach so toll war. Wer verpasst hat, wie sich eine nahezu nackte Künstlerin auf/in/an einer Badewanne mit Löwenfüßen mit goldenem Glitzer aus einer Sektflasche übergießt, hat das halt verpasst. Kunstvoll, ästhetisch und sexy mit Glitzer übergießt, muss man dazu sagen. In anderen Zusammenhängen (moderner Tanz, modernes Theater etc.) finde ich Nacktheit ja sehr stark überbewertet und den Kunstaspekt sehr überfrachtet. Aber das hier war Entertainment ohne 57 Metamessages, und einfach sehr schön anzuschauen. Die Moderatorin des Abends war auch toll, witzig, charmant, schön und eine super Sängerin. Es war einfach echt ein toller Abend mit mir und Burlesque, und ich kann das nur empfehlen, also beides: mal sich für sich selbst fein machen und was schönes alleine machen, und auf eine professionelle Burlesque-Show gehen. Man kann das verbinden, muss man aber nicht.

Selbstliebe ist echt wichtig. Klingt abgedroschen, ist aber so.

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*Ich bin sehr froh, dass das hier in der Apotheke super einfach geht. Ich brauche nur ein Rezept für den Impfstoff von meinem Hausarzt, dann buche ich den Termin in der Apotheke und der Apotheker setzt mir die direkt. Da brauche ich dann nicht mehr, wie früher, die Impfung in der Apotheke kaufen und zur Arztpraxis schleppen, um sie dort von einer Arzthelferin setzen zu lassen.

**Hoher Verschleiß aufgrund ADHS ist bei Michels Schuhen echt ein Problem. Das Paar, das ich vorgestern ohne Zucken in die Mülltonne geschmissen habe, war Anfang August gekauft und jetzt wirklich komplett aufgelöst. Ich weiß nicht, was er damit macht, das weiß er selbst nicht mal, wahrscheinlich irgendein unbewusstes Gehampel.

***Letzter Versuch. Wenn die nun auch wieder über die Wupper gehen, lassen wir es mit Guppys. Die Platys haben ja offenbar das beste Leben im Aquarium, wir haben inzwischen wirklich viele Babyplatys. Da muss man beim Wasser wechseln echt aufpassen, dass man keinen Winzfisch mit wegsaugt.

****Ich hatte Übernachtung für sie organisiert, damit ich nicht beide Kinder alleine zu Hause lassen muss, um zu der Show zu gehen. Win win für alle, Michel hat nämlich ganz gerne mal das Haus für sich.

Tag 3383 und 3384 – Überstanden.

KI-Seminar überlebt. Ich schwöre, wenn ich noch ein Mal das Schaubild aus GAMP 5 sehen muss, zum Verfahren wie man KI trainiert, validiert und testet, schreie ich. Und ehrlich gesagt spricht es nicht für einen professionellen Anbieter solcher Schulungen, wenn sie die Vorträge nicht wenigstens minimal auf Redundanz (und bitte auch, und das nicht nur minimal, auf Relevanz!) prüfen.

Ansonsten war hier sehr viel Leben in den letzten Tagen. Gestern Hobby-Kurs, da bahnen sich dinge an, huiuiui. Es waren aber echt viele krank, scheinbar haben alle grad diverse Atemwegserkrankungen, so schön. Ich lasse Samstag noch schnell DiphteriePolioTetanusKeuchhusten auffrischen, primär wegen letzterem. Aber auch Polio sollte man alle 10 Jahre auffrischen lassen. Hin und wieder, und sogar ganz bald, bin ich ja in Gegenden, wo es noch Polio gibt.

Heute Halloween. Michel wollte gerne als Mädchen verkleidet in die Schule gehen, das ist zwar nicht gruselig, aber eine bessere Ausrede, um das mal auszuprobieren, kriegt er nicht so schnell. Er hat von mir ein Kleid geliehen (das natürlich viel zu groß war, aber es war eines, wo das nicht viel macht) und anderes Zubehör wie eine Strumpfhose. Ich habe CurlyGirl-Haarzeug gekauft und ihn damit die letzten Tage die Haare ein paar mal waschen lassen, um seine Locken richtig rauszuholen. Heute morgen habe ich ihn geschminkt. Und dann hatte ich eine sehr süße Micheline, mit ungerecht dichter Lockenpracht und riesigen braunen Augen. Michel findet die Locken toll und will das jetzt so beibehalten mit dem Curly Girl. Außerdem mag er Strumpfhose tragen und würde sich gerne hin und wieder schminken. Soll er von mir aus gerne alles machen, wenn es ihm Freude macht. So happy wie heute morgen hab ich ihn jedenfalls schon länger nicht gesehen.