Die Niederländerinnen haben schon wieder einen Anschlussflug verpasst. Zwar sind sie jetzt auf der richtigen Seite des großen Wassers, aber in einem überfüllten Flughafenhotell in JFK. Ich habe heute schon mal mit Desktop-Inspektion angefangen und gruselige Dinge gesehen, die sich hoffentlich nicht bewahrheiten. Morgen fahre ich dann mit einem Taxi um 9 zur Site und fange schon mal an und so um 12 kommen dann die Niederländerinnen. Vielleicht. Hoffentlich.
Um ehrlich zu sein, schlauchen mich diese ganzen Planänderungen ein bisschen.
Immerhin meine Erkältung ist seit ein paar Stunden auf dem Weg der Besserung. Ich merkte es ganz deutlich, den Punkt, an dem ich mich nicht mehr mit Gewalt zu irgendeiner Form von Bewegung zwingen musste. Der Weg zum 1 km entfernten Starbucks war plötzlich nicht mehr gruselig lang und potentiell erschöpfend, sondern ein netter Ausflug an der frischen Luft mit Sonnenschein. Hurra!
Dafür bin ich dann gleich mit dem Schienenbein gegen das Sofa in meinem Zimmer gerannt, jetzt habe ich einen fetten blauen Fleck und es tut immer noch weh. Schweinerei.
So, ich muss jetzt schlafen, morgen bin ich bestimmt wieder um vier wach.
Die Niederländerinnen riefen heute morgen an. Das konnte nichts gutes bedeuten und tat es auch nicht: sie haben ihren Anschlussflug in Paris verpasst und kommen jetzt erst morgen Abend an. Tja. Ich werde also morgen vom Hotelzimmer aus arbeiten, 5 PQRs lesen und Listen erstellen, was wir alles in den nun nur noch 4 Inspektionstagen ansehen wollen.
Heute habe ich nicht viel gemacht, es dauerte fast einen halben Tag, mich selbst aus dem Hotel zu zerren um endlich was einzukaufen. Aber jetzt habe ich mehr Wasser, als den halben Liter Wasser, den sie einer hier im Hotel am Tag gönnen. Und, viel wichtiger, ich habe Tee und kann jetzt heißes Wasser mit Geschmack trinken, in der einsamen Hoffnung, dass das meinen Husten beruhigt. Ich meine, man muss so fair sein und sagen, dass es das tatsächlich auch tut. Entweder wegen Tee oder wegen der Zufuhr großer Mengen Flüssigkeit. Ist ja egal, was, Hauptsache es wirkt. Der Spaziergang zum Supermarkt war ebenfalls nice. Ich passte eine Pause im Dauerregen ab, aber es war kühl und feucht draußen, ein Traum für meine leicht geschundenen Atemwege. Der Supermarkt überforderte mich, das haben Supermärkte ja eh schon so an sich, aber in fremden Ländern und speziell hier ist es mit 10 potenziert. Irgendwie bekam ich aber alles, was auf meiner Liste stand.
Am Nachmittag arbeitete ich ein bisschen und las dann, während ich auf Uber eats wartete, über North Carolina nach. Ich war recht zufrieden, als sich bestätigte, was ich so halb zu erinnern glaubte: das ist einer der Swing States. Was ich allerdings nicht wusste, ist, dass diesem Staat auch immer wieder „Gerrymandering“ vorgeworfen wurde. Das ist das gezielte Verschieben von Grenzen, um bestimmte Wählergruppen entweder in den Staat reinzuholen oder rauszuschieben. Gerrymandering als Begriff hat sich etabliert, weil das irgendwann damals(TM) mal so seltsame Auswüchse hatte, dass der Staat, den es betraf, aussah, wie eine bestimmte Art Salamander.
Nur wie die Waffengesetze hier sind, weiß ich noch nicht, aber ich hab ja morgen noch den ganzen Tag Zeit.
Hier ist es erst halb zehn, aber ich bin so froh, im Bett zu liegen. Alles hat geklappt, ich war dann jetzt auch mal anderthalb Stunden in Island, die Erkältung ist eine Erkältung aber mir tut wenigstens nicht mehr alles weh. Aber jetzt will ich echt einfach nur noch schlafen. Im Hotel habe ich zu diesem Zwecke die Klimaanlage, die auf Kühlschrank stand, erst mal komplett aus gemacht. Mal gucken, ob es morgen früh dann super kalt ist. Ich höre, typisch amerikanisches Hotel mit Papierwänden, allerdings die Klimaanlage irgendeines Nachbarn. Trotz Ohrstöpseln.
Ich habe eine Erkältung oder sowas, es ist nervig, aber nicht wirklich schlimm. Es ist kein Covid. Fieber habe ich auch nicht. Gestern Abend schmeckte alles fad, aber heute war der Ingwertee schon wieder ordentlich scharf. Am schlimmsten finde ich die Gliederschmerzen (wie gesagt, mein Körper findet seit ein paar Jahren, dass die zwingend dazu gehören, wenn man schon mal irgendwas hat) und dass ich deshalb keinen Sport machen kann. Aber seit Mittwoch nachmittag hänge ich deshalb muffelnd in den Seilen und hasse alles. Packen habe ich heute aber geschafft und dabei festgestellt, dass mir eine Hose inklusive Gürtel abhanden gekommen ist. Wtf. Natürlich ein Gürtel, den ich sehr mag. Die Hose auch, das ist eine von drei identischen Inspektionshosen. Wer zur Hölle verschlürt eine Hose?
Morgen geht es in die USA. Wenn sich mein Körper dann immer noch in sämtlichen Knochen und Gelenken anfühlt, als wäre ich 80, werde ich wohl die ganze Zeit FFP2-Maske tragen und mich und meine Mitmenschen beglückwünschen, dass ich einen Platz mit mehr Platz gebucht habe, sodass ich wenigstens ein bisschen Abstand zu Leuten habe.
Alles wieder normal, nur mit viel Schnee draußen. Homeoffice, Putzhilfe kommt dienstags, Weihnachtsbaum ist weg, Kinder haben abends Korps. Ich mache Sport und Spiele Geige, Herr Rabe schippt Schnee (ein bisschen wie Sisyphos, weil es ja immer weiter schneit).
… direkt wieder müde. Muss früher ins Bett gehen. So ca. Jetzt.
Draußen ist wie angekündigt Schneechaos. Viel Schnee bei viel Wind. Heute blieb ich deshalb zu Hause, niemand mag gerne in Oslo festsitzen, weil die Züge nicht fahren. Trotzdem drülf Meetings gehabt und das ist auch anstrengend, selbst Remote.
Schreibtisch „leer“ (4 auf den 6.1. morgens terminierte mails verfasst und verschickt), endlich Urlaub, da lese ich in den norwegischen Nachrichten über Magdeburg. Meine Gedanken sind bei allen davon direkt und indirekt Betroffenen.
Letzter Arbeitstag im Büro für dieses Jahr. Mit herrlicher Routine, nämlich nachmittags Sport. Das Zirkeltraining macht echt Spaß, auch wenn ich immer kurz vor tot da rauskrieche. Und ein paar der anwesenden Herren müssen ein klitzekleines bisschen mehr Rücksicht beim Bestücken diverser Hanteln nehmen, sonst kriege zumindest ich die nur 4-5 mal überhaupt hoch, aber niemals 45 Sekunden.
Der Rest des Arbeitstages ging dafür drauf, dass alle anderen ihre Schreibtische leer kriegen wollen. Plötzlich fällt den Leuten ein, dass ihre Zertifikate auslaufen, dass sie ja eigentlich auch mal wieder ne Inspektion bräuchten, dass sie ja nie ne Rückmeldung auf xyz bekommen haben und dass da ja vor Wochen diese Sache passiert ist, die wir wohl wissen sollten. Und weil ich die letzte GMP-Inspektorin bin, die noch arbeitet, landet das alles bei mir. Ich hatte heute alleine 8 oder 9 solche Mails. Liebe Lesende: machen Sie das nicht. Schreiben Sie ne Mail und stellen Sie ein, dass die erst am 6. Januar zugestellt wird. Dann ist Ihr Schreibtisch leer, aber nicht auf Kosten von meinem.
Achtung, Wechselwarmenbilder nach dem nächsten Absatz.
Ich habe versucht, Monty zu fotografieren, denn Monty (wirklich höchstwahrscheinlich ein Weibchen, da sehr gut gewachsen und jetzt schon länger, als manche Männchen werden) lag sehr dekorativ auf ihrem Lieblingsstein herum. Monty ist aber auch neugierig und findet das Handy spannend und so kam folgendes:
Hier ein Bild, wie ich es haben wollte:
Beide fressen inzwischen problemlos, häuten sich problemlos und liegen gerne mal ihre Pflanzen platt. Dabei wiegt Greg jetzt ca. 600 g, Monty gut 150 g mehr. Für Monty muss ich beizeiten die nächste Größe Ratten bestellen. Monty guckt mir oft beim Sport zu, das ist so ihre Zeit. Was die Terrarien angeht, sind keine weiteren Ausbrüche passiert, aber ein paar Erfahrungen sind schon mal da: Bodenheizung ist wesentlich besser zu handhaben als Keramikstrahler, weil die Keramikstrahler die Luft sehr austrocknen. Und Efeutute ist das beste Terrariengewächs, das wächst da wie hulle und kann auch ab, wenn sich ab und an ne Schlange auf es legt. Echte Pflanzen waren eine gute Idee, damit ist es viel einfacher, die Luft feucht genug zu halten. Und unsere Schlangen lieben ihre Höhlen, aber mögen keine Feuchtboxen, da gehen sie nicht rein. Das ist also für unsere Schlangen Perlen vor die… naja Schlangen.
Zu allererst mal Danke für alle Ihre lieben Worte! Ich freue mich da wirklich sehr drüber! Weiß gar nicht, was ich sagen soll, ohne dass es cheesy wird. Sie sind alle sehr lieb!
Von der Arbeit gibt es heute nicht so richtig was zu erzählen. Viele sind schon im Urlaub. Ich schiebe eine ruhige Kugel und reiße mir zur Abwechslung mal nicht ein Bein aus, um irgendwas „fertig“ zu kriegen, als gäbe es kein nächstes Jahr. Was es gibt, ist ein sehr gut gefülltes Überstundenkonto, und das wird dann jetzt mal ein klitzekleines bisschen reduziert, so 30-45 Minuten an 2-3 Tagen der Woche. Wow, nicht wahr.
Heute habe ich zum Beispiel die Zeit genutzt, um früh nach Hause zu fahren weil ich schon um 17 Uhr Ballett hatte. Das war eine Sonderstunde, eigentlich ist das Semester vorbei, aber wir Erwachsenen wollten gerne ne Extra-Stunde machen und durften die Räumlichkeiten netterweise nutzen. Unsere Vertretungslehrerin hat uns ganz schön gequält und ich sehe schlimmen Wadenmuskelkater in meiner näheren Zukunft. Aber schön war’s. Danach haben wir alle noch einen Kaffee zusammen getrunken, das war auch sehr schön. Ich mag die Ballettladies sehr gern. Hach.
Abends Geige geübt, das war auch sehr schön. Und jetzt Bett, das ist noch viel schöner.
So langsam freue ich mich auch auf Weihnachten. Im selben Takt wie sich meine Schultern senken, steigt bei mir die Weihnachtsstimmung.
(Mich dünkt, man sagt auf deutsch gar nicht „im selben Takt“, kann das sein? Schade eigentlich, denn es ist ein schöner Ausdruck. Hiermit ist er im Zweifel eingeführt. So.)
Den Lieblingskollegen habe ich dieses Mal nicht sonderlich lange muffeln lassen. Ich weiß doch auch nicht. Am besten geht es, wenn man ihm irgendwann quasi anbietet, sein Arschverhalten unter den Teppich zu kehren und zu Business as usual zurückzukehren und einfach nie mehr drüber zu sprechen. Dann ist der Konflikt schnell weg. Aber das widerstrebt mir eigentlich, ich will offene Feldschlacht Konflikte bitte austragen. (Ja, der ist fast 20 Jahre älter als ich.)
Die Kinder hatten gestern Weihnachtskonzert mit dem Korps. Das haben sie super gemacht. Pippi hat das große Schlagzeugset ganz alleine bedient (und bei anderen Stücken hauptsächlich verschiedene Arten von Plüngelüng gemacht) und war da sehr souverän. Michel hat auch sehr gut gespielt und Spaß gehabt. Insgesamt bin ich allerdings schon auch froh, dass die Kinder nicht mehr ganz so blutige Anfänger sind, nachdem ich wieder mal die blutigen Anfänger hören durfte. Die punkten halt hauptsächlich durch süß sein, nicht durch musikalischen Hochgenuss.
Heute war der Morgen sehr holperig. Zu Hause habe ich zeitlich nicht geschafft, Kaffe zu trinken. Am Bahnhof war „der langsame Kaffeemann“ im Dienst. Die haben da in dem Café ein paar Baristas, die noch nicht so ganz verstanden haben, dass ein To-Go-basiertes Verkaufskonzept nicht so mega gut mit achtsamem Slow-Food-entspanntem Eingießen und noch ein bisschen Latte-Art übereinander passt. Als er sich neben die Brühkaffeemaschine stellte, um die letzte Minute bis der Kaffee durchgelaufen ist, einfach abzuwarten, während die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt des Zuges kritisch schrumpfte, ging ich ohne Kaffee einfach wieder. Schnaubend und alles hassend allerdings, ich hatte ja noch keinen Kaffee getrunken. Ich brauche dann aber AUF JEDEN FALL noch einen aus dem Café unten im Haus wo das Büro ist, dachte ich so, als ich in die T-Bane einstieg. Und dann war ich plötzlich am Carl Berners Platz. Denn ich kann von 5 Linien alle bis auf eine nehmen, um zur Arbeit zu kommen. So ein mal im Jahr steige ich in die 5. Linie ein und merke es am Carl Berners Platz. Aber nur ein Mal in 6 Jahren habe ich obendrein dann noch keinen Kaffee getrunken. Ich war kurz vorm Mord und etwas zu spät für eine Abschiedsfeier bei der Arbeit. Aus Verzweiflung sprang ich über alle möglichen Schatten und bat die Lieblingskollegin, mir einen Kaffee bei dem Café unten im Haus zu holen. Dass ich bei der Abschiedsfeier niemandem den Kopf abgebissen habe, verdanken wir heute also dem heldinnenhaften Einsatz der Lieblingskollegin.
Aber auch: was für einen Unterschied so ein Kaffee für meine Laute macht. Es ist ein Wundermittel!