Tag 3409 – Erkenntnisse.

Ich schlafe schlecht. Dann habe ich den ganzen Tag sehr schlechte Laune. Dann gehe ich wie so eine erwachsene Person natürlich früh ins Bett.

HAHA, NEIN.

Ich dödele noch ewig rum und dann ist es schon wieder super spät und morgen wird dann wieder fies.

Ich hoffe, eine wirklich anstrengende Stunde Ballett hat wenigstens gegen das nicht einschlafen können geholfen.

Manchmal bin ich echt so schlau wie eine 14-Jährige.

Tag 3407 und 3408 – Wochenende.

Gestern der Schrecklichkeit von Einkaufszentren ins Gesicht geblickt. Aber was soll man auch machen, wenn das, was man bestellt, dann eben doch nicht passt oder gefällt oder oder oder. Und wir alle brauchen Dinge. Unterwäsche, festliche Anzüge, Hosen. Alle wachsen, manche in die Höhe, andere nicht so sehr in die Höhe. Am Ende des Tages hatte einer von uns Unterwäsche und alle hatten schlechte Laune, wegen Einkaufszentrum und wegen Dinge nicht bekommen.

Heute war zumindest bei mir nicht viel Aktivität. Ich habe endlich die Sommerklamotten weg- und die Winterklamotten in den Schrank geräumt. Seufzend. Aber heute wurde es auch den ganzen Tag nicht richtig hell. Dazu Schneeregen, damit man auch bloß nicht weiter raus als bis zur Mülltonne geht. Ich hasse November.

Bastelkram bestellt fürs Hobby, Videos angeguckt (auch fürs Hobby), Blogsrtikel gelesen (Hobby…). Mich beschleicht der Verdacht, dass ich da ein neues Spezialinteresse entwickele, hoppala.

Abends noch ein bisschen Bewegung im Wohnzimmer, dann in der Badewanne ein Lied sehr genau studiert. Wer‘s errät, hat’s erraten.

Ist doch total klar.

Tag 3405 und 3406 – Zu zweit ist schöner als allein.

Gestern… war. Ich war bei der Arbeit, ich sah immer noch aus wie ein Zombie-Kaninchen, ich tat da Dinge, manche davon waren sinnvoll. Jemand saß an meinem Platz, der ja nun offiziell meiner ist, mit Schild. Da kriege ich ganz leicht Aggressionen, aber die schlucke ich runter, und sage nur „Ja, heute brauche ich diesen Platz aber.“

Herr Rabe und ich machen jetzt zusammen Sport. Herr Rabe hat sich das ja jetzt seit ein paar Monaten angeguckt, gesehen, dass es wirkt und da er auch selber gerne wieder fitter werden möchte, machen wir das eben ein paar mal die Woche zusammen (Herr Rabe geht nicht mit zum Ballett. Noch nicht. Hähä).

Ebenfalls heute zusammen gemacht: wir waren bei einer weiteren Burlesque-Show in Oslo, und das war auch wieder super. Herr Rabe fand es auch sehr gut, der ist ja für solcherlei Quatsch immer gerne zu haben. Dieses Mal war eine Performerin aus den USA dabei und DU MEINE GÜTE, wie gut die war. Einfach toll.

Ich denke seither drüber nach, wie die das machen, dass die Strings mitunter nicht zwischen den Pobacken verschwinden sondern magisch „oben drauf“ liegen bleiben. Ich tippe auf sehr feine Feinstrumpfhosen unten drunter, genau abschließend mit der Unterwäsche. Weil… wenn ich nen String anziehe (was ich seit vielen, vielen Jahren nicht getan habe), sieht das nicht so aus. Und bei denen auch nicht immer, sondern eben nur bei bestimmten Outfits. Faszinierend.

Mit Herrn Rabe zusammen ist das jedenfalls auch sehr schön, sowas anzugucken. Und wie schön ist das erst, dass wir inzwischen so große Kinder haben, dass das auch mal wieder zusammen geht.

Tag 3402 und 3403 – Piep.

Heute Abend plötzlich etwas Land unter. Meine Chefin möchte mit uns komische Dinge machen, die ich nicht machen möchte, ich versuchte Herrn Rabe zu erklären, warum ich das nicht machen möchte und Herr Rabe versuchte mir zu erklären, warum meine Chefin das machen möchte und wie Normale Leute(TM) an sowas überhaupt herangehen. Alles daran war mir sehr fremd, diese normalen Leute und wie sie denken. Alles mögliche wird in dieser Situation auch bei mir (ich hasse das Wort, aber hier passt es mal) getriggert, von Mobbing in der Mittelstufe bis zu Bewerbungssituationen wo man die richtige Antwort auf die Frage „Was sind deine Schwächen?“ geben muss. Kurz gefasst: ich möchte gern selbst entscheiden, wem ich was von mir preisgebe. Auf keinen Fall möchte ich Informationen, die für mich sehr intim sind (z.B. zu meinen tatsächlichen Schwächen), unter Kolleg*innen wie in einer Gruppentherapiesitzung (aber auf Wish bestellt) breittreten.

Heute sehr eingeschränkt in meiner Funktion. Manchmal überkommen mich Zweifel, was die Diagnose betrifft. Aber an solchen Tagen passt sie dann doch nahezu gruselig gut.

Ich bin sehr dankbar für Herrn Rabe, der mir unermüdlich die Menschen erklärt, ohne, dass ich mir belehrt vorkomme. Belehren darf man mich nämlich grundsätzlich nicht.

Tag 3401 – Sonntag eben.

Hier ist heute nicht viel passiert. Herr Rabe und ich waren zusammen laufen, das hat für mich nur so mittel geklappt, weil ich viel zu schnell losgerannt bin und nach 15 Minuten kurz gehen musste. Aber Herr Rabe soll ja nicht denken, ich sei eine lahme Ente.

Ansonsten Sonntag eben. Wir versuchen, winterfertig zu werden, Herr Rabe hat gestern schon im Garten aufgeräumt, ich habe heute den Ofen gereinigt und Holz geholt. Wir hoffen mal, dass bei uns nicht auch der Schornstein brennt.

Ich übe ein Weihnachtslied. Das war letztes Jahr noch nicht machbar (aufgrund des Arrangements mit lauter Doppelgriffen), dieses Jahr habe ich erstens noch 4 Wochen Zeit und habe zweitens seit fast einem Jahr gezielt Doppelgriffe geübt, da geht das schon viel besser. Außerdem habe ich bessere Übungstechniken gelernt. Ha. Wär doch gelacht, wenn ich das nicht hinbekäme.

Michel übt auch ein Weihnachtslied. Er hasst uns dafür, dass wir ihn zum Üben zwingen, aber ich lasse da meine innere Musiklehrerin raushängen und lasse nicht locker, bis es klappt. Und dann lobe ich ganz doll, natürlich. Michel hat noch knappe drei Wochen, bis er das spielen muss, sollte sich also nach Möglichkeit am Riemen reißen mit dem Üben. Michels Weihnachtslied ist schön, aber ein Kirchenlied, mit all dem, was das an seltsamen Rhythmen und Harmonien so mit sich bringt. Es ist auch nichts, was man halt so kennt, er muss also wirklich auf die Noten gucken. Dir Motivation dazu ist eher marginal.

Tag Dingens.

Piep. Muss nachzählen, welcher Tag ist.

Ich bin wieder zu Hause. Es ist auch alles gut, aber das war eine sehr anstrengende Jobreise. Sehr sehr anstrengend. Sehr wenig Schlaf. Jetzt ist, nach indischer Zeit, halb drei Uhr morgens und ich kann kaum noch die Augen offen halten.

Eben Michel von seinem besten Freund abgeholt, steht da die Feuerwehr mit Blaulicht vorm Haus und Feuerwehrleute mit Rauchmasken kommen aus dem Haus. Wäre fast in Panik verfallen, wenn nicht die Mutter des Freundes in Seelenruhe vorm Haus gestanden hätte. Es hatte im Schornstein gebrannt, wahrscheinlich ein Vogelnest in Verbindung mit Ruß, unschöne Sache, aber es ist alles gut gegangen, bis auf abgeplatzte Farbe am Kamin sind keine Schäden entstanden. Dadurch hat sie es überhaupt bemerkt: die Farbe fing an Blasen zu werfen und zu stinken. Sie hat dann die Quelle des Gestanks gesucht. Aber bei sowas kann sehr schnell sehr viel Schlimmeres passieren, weil eben das Kaminrohr von innen brennt und sehr sehr heiß wird. Gruselig.

Tag 3390 und 3391 – Alles dreht sich um Schlafen.

Gestern: geschlafen bis mittags (Ortszeit), Frühstück in Form von Mittagessen, danach Arbeit. Wundern, warum ich so müde bin, des Rätsels Lösung: kein Kaffee. Löslicher Kaffe auf dem Zimmer ist grauenvoll, aber hilft trotzdem.

Abends müde wie Sau, direkt eingeschlafen.

Nach vier Stunden Schlaf plötzlich grundlos hellwach. Eine Stunde im Bett gewälzt und um halb vier aufgegeben. Gelesen und um fünf Uhr in den Fitnessraum gegangen. Um sieben beim Frühstück aufgelaufen, frisch, gestriegelt und gebügelt. Frühstück, dabei fast alles mögliche verschluckt, weil Nachrichten aus Deutschland gelesen. Eine Stunde Fahrt zum Hersteller. Inspektion, powered by Cola, Kaffe und nach dem Mittagessen auch jede Stunde einmal aufstehen und auf dem Flur herumlaufen, um nicht einzuschlafen. Eine Stunde zurück, wegen Verkehr konnte ich da auch nicht die Augen zu machen.

Arbeit.

Essen.

(So müde.)

Den Lieblingskollegen in die Kunst des Kluster-Spielens eingeweiht.

Jetzt Bett. Hoffentlich Schlaf. Länger als bis halb drei bitte.