Tag 2894 – Müde.

Endlich Ferien. Also für die Kinder.

Herr Rabe ist gut in Dänemark angekommen.

Ich fürchte, der Apfelbaum ist hinüber. Das finde ich sehr traurig.

Ich muss höchstwahrscheinlich im nächsten halben Jahr NICHT nach China, das finde ich beruhigend.

Nach zu viel Arbeit und zu viel anderem Kram muss ich jetzt aber erst mal schlafen. Ich bin vorhin schon bei Michel im Bett eingeschlafen, habe dann aber, nachdem ich wieder aufgewacht war, noch draußen gegossen (mit der Kanne dürfen wir!) und Wäsche aufgehängt und mich dabei von Mücken fressen lassen. Die sind hier dieses Jahr zum ersten Mal so richtig schlimm, keine Ahnung wieso, es ist ja total trocken. Ein Hoch auf den Mückenstichbritzler, das ist kurz schlimm aber dann meistens direkt weg.

So, Licht aus jetzt, gute Nacht.

Tag 2893 – Dies und das.

War heute das vermutlich letzte mal vor meinem Urlaub im Büro. Seltsam. Habe die Lieblingskollegin gezwungen, mit mir Eis zu essen. Das war schön. (Drehe ansonsten weiter am Rad wegen Korea, aber was soll man machen, es wird ja so oder so passieren und dann irgendwie laufen.)

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Michel ging es heute schon viel besser, er hatte sich ja gestern auch sehr gründlich entladen. Auch das sehr ähnlich wie bei mir.

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Pippi hat am Samstag noch einen Tanzauftritt. Heute war Generalprobe dafür und – die sind ja schon sehr niedlich, diese Kleinen. Der Trainerin gebührt allerdings aller Respekt der Welt, so eine Horde kleiner Mädchen im Blick haben, ist echt nicht ohne und wäre absolut nichts für mich. Pippi freut sich sehr auf die Aufführung und hat mir vor und nach der Probe diverse Knöpfe an die Backe gelabert und dazwischen gesungen.

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Herr Rabe fährt (naja, fliegt) morgen mit seiner Arbeit auf die Färöer-Inseln. Der freut sich darauf auch. Außerdem hat er gestern den zweiten Platz beim Mario Cart-Tournier gewonnen, während ich bei der Arbeit so Sachen bespreche wie „Anträge richtig ablehnen“ und „Was ist eine sinnvolle Bußgeldhöhe“. Mir scheint, einer von uns hat den lustigeren Job.

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Es ist so warm. Ich meckere nicht darüber, aber ich meckere darüber, dass es auch so furchtbar trocken ist und ein paar Pflanzen und der Rasen schon leichte Ermüdungserscheinungen zeigen. Klimawandel, so schön.

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Der Geigenlehrer hat mir ein neues Stück gegeben. Jetzt übe ich das Presto aus der 1. Violinsonate von Bach, das ist gleichzeitig überraschend leicht (man bricht sich dabei gar nicht die Finger, faszinierend) und erwartet schwer (2 Seiten in gleichmäßigen, schnellen Sechzehnteln rauf und runter dudeln und es wie Musik klingen lassen ist nichts für Feiglinge). Es geht einfach immer noch ein bisschen weiter, noch mal 8 Takte, nochmal 4, und nochmal acht und dann, etwas überraschend in dem ganzen Fluss, zwei Schlussakkorde. Ta-Taaaa!

Tag 2891 – Langsam…

… drehe ich am Rad. In einer Woche um diese Zeit bin in Korea und zwar noch nicht wichtig, aber dafür wahrscheinlich furchtbar gejetlagt. Dann ist auch morgens und ich müsste jetzt so ca. beim Frühstück sitzen. Ohgottogottogott.

Einziger Trost ist, dass alle glauben, dass ich das schon hinkriegen werde. Also irgendwie wird das schon laufen, da bin ich auch ganz sicher. Die Qualität und die erforderliche Souveränität wird sich zeigen, ob ich die aufbringen kann.

(Ohgottogott.)

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Was anderes: hier ist es echt warm. Wär voll gut, wenn man das auch genießen könnte und nicht viel zu viel Zeit vorm Rechner zu kleben, damit alles(TM) noch fertig(TM) wird. Haha.

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Noch was anderes: den Kindern geht es schon wieder so gut, dass sie den ganzen Tag ausdauernd streiten können. Morgen gehen sie wieder in die Schule.

Tag 2890 – Beware of the pølse.

Die Kinder haben sich, genau wie der Rest des Korpses, eine klitzekleine Lebensmittelvergiftung vom Ausflug mitgebracht. Hoppala. Immerhin nicht ganz so schlimm wie manche andere, aber auch nicht gut. Man geht davon aus, dass was an der letzten Raststätte, an der sie auf dem Rückweg waren, nicht gut war. Ich hoffe, die Raststätte ist informiert.

Außer Kindern mit Magenverstimmung war nix los außer Arbeit. Süd-Norwegen bereitet sich auf eine kleine Hitzewelle mit über 30 Grad vor. Ich habe ungute Backflashes zu 2018, als wir das Haus mitsamt komplett totem Garten kauften, weil wegen Dürre verboten war, Trinkwasser zum Gießen zu benutzen (oder zum Füllen von Planschbecken und Pools, oder zum Auto waschen). Noch dürfen wir gießen, aber nicht mehr mit dem Schlauch, sondern nur noch mit Kannen – damit keiner stundenlang seinen Rasen sprengt. Wir machen über Nacht heimlich den Sickerschlauch an, weil das viel weniger Wasser verschwendet als einmal ne Kanne Wasser auf die Erde zu kippen, von der dann 90% sofort versickert. Würden wir auch nicht machen, wenn man wirklich gar nicht mehr wässern dürfte, aber noch darf man ja so halb. Anderenorts darf man nur noch 2 Tage die Woche gießen, an welchen richtet sich nach der Hausnummer. Norwegische Kommunen sind kreativ, was das Sparen von Wasser angeht.

Passend dazu sieht unser Apfelbaum gar nicht gut aus. Nur ein Ast hat ausgetrieben. Die restlichen Äste sind unter der Rinde zwar noch grün, aber treiben nicht aus. Es ist ein recht trauriger Anblick.

Meh.

Tag 2889 – Alle wieder beisammen.

Die Kinder hatten eine gute Zeit. Heute kamen sie um acht Uhr abends mit dem Bus wieder an der Schule an. Es war aufregend und gut und sie waren sehr aufgekratzt und schliefen dann wie die Steine ein. Mit dreckigen Füßen, eigentlich müssen sie morgen früh beide erst mal duschen. Aber irgendwie muss das ja auch alles so, wenn man das erste mal mit einer Gruppe und ohne die Eltern wegfährt.

Herr Rabe und ich traten heute morgen den Heimweg an. Herr Rabe ging noch morgens eine Runde schwimmen, ich war zu faul. Ausgiebiges Frühstück und dann los. Eigentlich ein Wunder, dass wir schon wieder essen konnten, gestern haben wir nämlich ein dekadentes 7-Gänge-Menü gehabt, mit persönlichem Kellner, der einen Namen hatte und allem TamTam. Ich war so tiefenentspannt, ich habe sogar Alkohol getrunken und genossen und mir ging es heute deshalb auch nicht schlecht. Hurra! Wir fragten unseren Kellner nach einer Weinempfehlung, die zu allen 7 Gängen halbwegs geht und bekamen einen Riesling, der, laut Kellner und unseren Geschmacksknospen, an sich kein Feuerwerk war, aber ausgesprochen gut zu den meisten Gängen passte.

Essensmäßig müssen wir mit unserem Portemonnaie ein bisschen aufpassen, dass wir jetzt nicht zu Foodies werden. Meine Güte, war das gut. Von den 7 Gängen waren 5 einfach unglaublich gut, 1 (das Dessert) war abgefahren aber auf eine sehr leckere Art, und nur die klare Tomatensuppe enttäuschte etwas – aber echt auch nur im Verhältnis zu den anderen Gängen. Ich kann gar nicht sagen, was mein Lieblingsgang war, da konkurrieren das Heilbutt-Cevice, Wagyu-Miniburger (Zitat: „Wie, das ist kein Hack??? Stimmt! Krass.“), Risotto und Mini-Tenderloin-Steak sehr hart miteinander. Es war einfach alles in allem super gut.

Auch ansonsten war unser Erwachsenenwochenende einfach spitze. Es wäre echt super, wenn man sich das öfter mal gönnen könnte, sowohl finanziell als auch von der Kinderbetreuung her. So haben wir jetzt alles ein bisschen extra genossen. Und vielleicht gönne ich mir tatsächlich ab und an mal eine professionelle (Wellness-)Massage. Mir tun zwar heute ein paar meiner Muskeln überraschend doll weh, aber der Effekt der Massage auf meinen müden Körper war größer als ein ganzes Semester Yoga. Ich hatte am Ende das Gefühl, als sei ich komplett in die Liege eingearbeitet worden, und als wöge das Laken, das mich bedeckte, 30 kg. Beides sind Empfindungen, die ich sehr angenehm und entspannend finde. Eigentlich wollte ich keinen meiner Muskeln je wieder bewegen, um dieses Gefühl völliger (muskulärer) Entspannung nicht kaputt zu machen. Da ich ja nun nicht mehr da liege, habe ich das offenbar nicht durchgezogen, aber schön wär‘s gewesen.

Anyway, ich glaube, von diesem Wochenende werde ich noch länger zu zehren versuchen. (Erfahrungsgemäß klappt das nur so mittel, aber der Versuch allein ist es wert.)

Tag 2888 – Sauber.

Wir sind (mehrfach) sauniert, Rhassoult, massiert, gewässert und überaus gut gefüttert. Grad ist das zu viel, um das alles aufzuschreiben, das würde nichts von dem gerecht.

Bester Satz des Tages [bitte polnischen Akzent und Tonfall dazudenken]: „Welcome to Refreshing Aufguss. Refreshing means, we are going to take a swim.“

Tag 2887 – Miniurlaub.

Nachdem die Kinder das Wochenende über weg sind, haben wir in ein Wellness-Hotel eingecheckt. Hier lassen wir es uns jetzt gut gehen und tun einfach souverän und so, als könnten wir uns das öfter als alle Jubeljahre leisten.

Falls Sie „Weihnachten zu Hause“ gesehen haben: es ist ein nackt-Spa [hier schockierte norwegische Gesichter vorstellen]. A.k.a. Sauna [hier verwirrte deutsche Gesichter vorstellen, weil wie sonst soll man denn in eine Sauna gehen].

Tag 2884 – Der übliche Wahnsinn.

Warum sind diese letzten Wochen vorm Sommerurlaub nur immer so ein Marathon? Alles muss irgendwie noch fertig werden, am besten bis gestern, und jemand(TM) reist ja auch noch nach Korea (so langsam fange ich deshalb an zu hyperventilieren, was habe ich da getan, ahhhhh!), Urlaub will geplant werden, Sommerfeste überall und ich möchte eigentlich nur schlafen bis Juli, dann habe ich nämlich Urlaub und da kann ich weiter schlafen.

Stattdessen schlafe ich zu wenig und arbeite viel zu viel, um alles fertig zu kriegen. Tjanun. Noch anderthalb Wochen Schule, noch dreieinhalb Wochen Arbeit. Ächz.

Einziger Bonus heute: die Ausschusssitzung der Kommune ging nur halb so lang wie veranschlagt. Und da ich mit dem Auto da war (weil ich bis 15 Minuten vor der Sitzung noch gearbeitet habe), war ich um kurz nach halb acht deshalb schon wieder zu Hause. Hurra!