Ächz. Aber jetzt ist es hier immerhin schon neun und ich darf langsam ins Bett gehen.
Alles hat gut geklappt, Sie hören von mir morgen wieder, wenn ich ausgeschlafen(er) bin.
Ächz. Aber jetzt ist es hier immerhin schon neun und ich darf langsam ins Bett gehen.
Alles hat gut geklappt, Sie hören von mir morgen wieder, wenn ich ausgeschlafen(er) bin.
Ich würde gerne behaupten können, dass ich diese Reise routiniert und tiefenentspannt angehe, weil ich ja dauernd reise, aber dieses Mal ist halt alleine (ohne meine Kollegin und meinen Kollegen, mit einem Inspektor aus einem anderen Land, den ich bisher nur auf Bildschirmen gesehen habe) und über mehrere Zeitzonen hinweg. Ein Drittland. Irgendwann musste das ja passieren, aber jetzt ist es sehr real und uff. Wahhh.
Einzig beruhigend, dass ich erfahrungsgemäß souverän rüber komme, egal wie sehr ich mir vorkomme wie ein verkleidetes Kind.
Falls Sie mal eine sehr müde Frau im Zug von oder nach Oslo sehen, die Nähte auftrennt, bin das wahrscheinlich ich. Bis zum Flughafen hatte ich die Ärmel ab, der Rest der beiden Fahrten ging dafür drauf, das vermaledeite Schrägband wieder abzumachen. Die Anleitung beschrieb die Montage des Schrägbandes nämlich schludrig (einfach drüber legen und festnähen) und genau so sah es dann auch aus. Also alles ab und neu, mit auseinanderfalten, Rundungen einknipsen, feststecken, festnähen, rumfalten, Rundungen einknipsen, wieder feststecken, wieder festnähen. Das dauert, aber nicht so lange wie alles zwei mal machen und zwischendurch auftrennen.
Ohne Ärmel und weiterhin in hellblau sieht es jetzt ein bisschen aus wie das, was hier die Intensivkrankenpflegepersonen tragen, nur dass das dunkelgrün ist.
Jetzt ist es in der Waschmaschine, als Vorbereitung auf eine Runde baden in Jeansblau. Ich glaube mit den hellblauen Nähten könnte das sogar ganz nett aussehen. Wir werden sehen.
Übermorgen geht es los, wär halt schon irgendwie gut, wenn ich mich bekleiden könnte.
(I’m peeing my pants, aber sagen Sie es niemandem, ja?)
Jumpsuit in hellblauem Leinen mit weiten Armen und weiten Beinen? Blöde Idee. Sieht aus wie ein Judoanzug. Jetzt überlege ich fieberhaft, wie ich das fixen kann. Werde wohl die Ärmel abmachen und ihn dunkelblau einfärben und aufs Beste* hoffen. Hat dann halt Ziernähte in hellblau.
So ein Sch…
Nein, keine Fotos.
*einen höheren Grad an ausgestrahlter Seriösität
Heute hatten wir Besuch aus Oslo, nach langer Zeit haben uns A. und A. und M. besucht, und zum ersten Mal überhaupt J. Wir haben nichts großartiges gemacht, sondern nur auf der Terrasse rumgehangen, was auch mal schön war. Die Mädels haben gespielt, gemalt, gebastelt, mal zusammen und mal jede für sich. Michel hat sich heimlich die kleine Switch gemopst und kriegt deshalb morgen Ärger, sobald er sie wieder rausgerückt hat. A. und ich haben uns geupdated (wie schnell ist denn so ein Studium rum bitte?) und J. und ich sind jetzt glaube ich Freunde. Wir haben uns angeregt unterhalten, er mit Gurgellauten und Gröööglöglögl und Bfff und ich nur marginal eloquenter (es ist ja immerhin Wochenende). Am Ende aßen wir gemeinsam Wassermelone, es war ein Speichelfest sondergleichen. Außerdem spielten wir das beliebte Spiel „ich düse mal in eine besonders interessante Ecke ab und gucke mal, ob die Erwachsenen wirklich jedes Mal hinterherkommen“ [ja]. Deute all das als Freundschaft. Wir sind jetzt so!
Babys sind ja schon süß, vor allem so entspannte und fröhliche Babys und wenn man sie nur für ein paar entspannte und fröhliche Stunden sieht. Also fremde Babys – Daumen hoch! Aber ich mach das nicht noch mal und das ist super gut so. Anderer Leute Babys dürfen mir dann gerne bei Gelegenheit auf die Hose sabbern, das finde ich bei denen dann ganz entzückend und gar nicht schlimm, weil es eine von vielen Hosen ist und nicht jede, jeden Tag.
Jetzt Bett, wird Zeit.
Ich sagte, ich wolle mal wieder was anderes machen als testen. Und heute kam ich einfach nicht mehr ins System. Fehlermeldung mit kryptischen Zahlenreihen und wenn ich die wegklickte ging einfach der ganze Browser zu. So hatte ich mir das allerdings nicht vorgestellt. Nachdem auch Neustart und Fluchen nichts brachte, gab ich auf, sagte dem Testteam Bescheid und verbrachte den Vormittag damit, den Screenshot der Fehlermeldung diversen Menschen zu schicken, die alle „hmm.“ dazu sagten. Ab der Sekunde, in der ich eigentlich Essen gehen wollte, ging es wieder, nach dem Essen musste ich meiner Chefin erklären, warum die Inspektionstypen in der Testumgebung so Namen haben wie „AT Inspektion Auftrag EMA“ und nicht „GMP-Inspektion“ (weil ich so auf einen Blick weiß, was das für ein Inspektionstyp ist, welche Parameter der hat [hier: Auftrag EMA] und dass ich den eigens fürs Testen eingerichtet habe). Dann hab ich erklärt, wie man komplexe Suchanfragen an das System stellt und warum uns das bei $Problem nicht weiter hilft. Das hatte ich auch schon versucht, diversen Entwicklern zu erklären, erfolglos leider. Chefin explodierte daraufhin aber ein bisschen und ich konnte nur immer wieder sagen „ich WEISS das das scheiße ist, das sage ich seit Januar, aber mir hört niemand so richtig zu!“. Spitze gelaufen der Tag.
Erfolg: am Ende des Tages hörte mir jemand zu und aus „out of scope, schade Schokolade“ wurde „ja, die Ansicht, dass das kritisch ist, teile ich voll und ganz und das muss auf jeden Fall in den Scope!“. Erst nachdem ich gesagt hatte, dass wir dafür sogar schon ein Szenario haben, mit Akzeptanzkriterien und so weiter, aber immerhin.
Die Arbeit, das zu implementieren, ist übrigens auf 6 Stunden geschätzt. Da haben wir bereits wesentlich mehr Zeit damit verbracht, zu diskutieren, ob das jetzt out of scope oder total kritisch ist.
Egal. Ebenfalls Erfolg: abends zum Sport gegangen und jetzt kann ich mich wahrscheinlich wieder drei Tage lang nur eingeschränkt bewegen und muss beim Lachen vor Schmerzen stöhnen, aber gut war das. Jetzt ist leider bis Ende August nichts mehr.
Den ganzen Tag über positiv, kommunikativ, seriös gewesen, abends wollte ich eigentlich nur noch in irgendein Loch kriechen, stattdessen waren wir auf dem Sommerfest von Michels Stufe und mussten da auch noch Michels Klassenlehrerin verabschieden, die nächstes Schuljahr wieder mit einer 1. Klasse anfängt. Ich bin traurig, sie ist eine sehr gute Lehrerin, aus rein menschlichen Gesichtspunkten.
Danach bei Michel im Bett eingeschlafen, ich bin halt auch seit viertel nach fünf wach. Jetzt geht nichts mehr außer Bett.
Familie ist wieder da, alles gut, aber ich muss morgen um halb sieben im Zug sitzen und deshalb jetzt schlafen.
Die Familie ist auf Korpsausflug. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich es hörte, nachdem endlich der Dauer-Geräuschpegel weg war: es gibt hier tatsächlich Vögel. Welche, die singen!*
Herrlich.
Gemacht habe ich auch Dinge, hauptsächlich an der Nähmaschine und im Haushalt, Geige gespielt habe ich auch und insgesamt bin ich sehr zufrieden mit mir und der Stille. Hach.
___
*wenn es immer ein bisschen hell ist, singen die armen Vögel auch 24/7