Tag 2959 – Wochenende im Schnelldurchlauf.

So schnell ist ein ganzes Wochenende rum. Ich bin darüber nur mäßig glücklich, vor allem, weil ich Idiotin (sorry, aber anders kann man das nicht sagen) heute gearbeitet habe (bezahlt, mit Überstundenzuschlag, ABER TROTZDEM!) und mich dafür runter mache weil das so nicht sollte und so weiter und so fort und mein Arbeitgeber spürt ja so keine Konsequenzen yada yada. Aber ich sag Ihnen mal was: mein Arbeitgeber spürt so oder so keine Konsequenzen. Der kriegt nicht die Mails mit „wann kommt mein Report?“ „warum habe ich noch keine Antwort auf diese Frage?“ „ist meine Mail mit sechs Tonnen Dokumentation angekommen, hab gar nichts mehr gehört?“ und so weiter. Die kriege ich/wir und selbst wenn wir die nach oben weiterleiten, kommt von oben nur „ja, schlimm, machste nix“, wenn überhaupt. Vielleicht, wenn sie nen guten Tag haben, drei Sätze über die schlimmschlimme Ressourcensituation und dass „wir“ besser priorisieren müssen, wobei das wir sie selbst nur scheinbar mit einschließt. Und damit sind wir wieder mit der unmöglichen Aufgabe allein, 150% Arbeit in 100% Zeit zu erledigen.

Tschuldigung, ich bin darüber grad sehr frustriert, das dankt mir keine Sau, dass ich heute 4,5 Stunden meines kostbaren Wochenendes vorm Rechner gehockt habe. Und selbst schuld bin ich auch noch, ich könnte ja einfach was liegen lassen und damit leben lernen, dass Dinge liegen bleiben. Genau das fällt mir aber extra schwer, schwerer als vielen anderen, und eigentlich finde ich, dass das ebenfalls nicht meine Aufgabe sein kann, mich selbst zu fixen, damit ich diesen Stapel besser ignorieren kann.

Aber nun zu etwas erfreulicherem. Gestern habe ich nicht gearbeitet. Gestern haben wir unsere „Bod“ (Lagerräume, aber auch Schuppen, es gibt Innebod [drinnen, Abstellkammer], Utebod/Redskapsbod [draußen, oft (Werkzeug-)Schuppen] und Sportsbod [draußen, für Skier, Fahrräder und so weiter]) aufgeräumt. Das war sehr nötig, denn man kam weder in den Schuppen noch in den Utebod der nicht der Schuppen ist, hiernach „Bod“ noch rein, da stand und lag so viel… Zeug einfach im Weg, dass man sich und die Dinge darin nur noch wie so ein Schiebespiel, wo man nur ein freies Feld hat, bewegen konnte. Das hat alles Gründe, Teile der Gründe sind aber auch nur Ausreden und eigentlich ist das ja auch egal. Jedenfalls räumten wir erst mal alles auf den Hof und unter das Carport, sortierten dann nach „Müll“, „Flohmarkt“ und „behalten“ und räumten dann den „behalten“ Teil wieder rein, nur in ordentlich und, zumindest teilweise und zumindest hoffen wir das, besser durchdacht, weil man jetzt an Sachen, an die man schnell mal ranmuss, auch ran kommt, ohne erst den Rasenmäher ausparken zu müssen oder ähnliches. Der Flohmarkt-Teil wanderte bis Donnerstag erst mal wieder ins Bod, aber ordentlich in einer Kiste(+) gesammelt. Donnerstag sammelt der Korps das für den Flohmarkt am Wochenende zusammen. Der Müll steht erst mal unterm Carport, damit muss bei nächster Gelegenheit jemand zum Entsorgungshof fahren. Es ist viel Müll, von Pappe, Styropor, kaputten Koffern, Elektroschrott bis zu alten Bratpfannen mit sich lösender Beschichtung ist alles dabei. Plus ein bisschen Gartenabfall. Es lohnt sich also, mit der Tour zum Entsorgungshof. Bonus: ich weiß genau, wo im Schuppen die Plane fürs Auto ist, und man kommt da auch dran. Ich frage mich nur, ob wir exorbitant viel Müll produzieren, weil wir ca. 2-3 mal im Jahr regulär zum Entsorgungshof fahren, und da ist das Auto immer voll. Nicht mitgerechnet irgendwelche Extratouren, weil wir zum Beispiel mehrere große Ikeamöbel gekauft haben und die Pappe wegfahren müssen oder im Garten 264 Pflanzen beschnitten haben.

Aber, nachdem da im Schuppen jetzt wieder Platz ist, konnten wir ja erst mal was neues anschaffen. Scherz. Aber nur ein halber. Denn Michel brauchte ein neues Fahrrad, Pippi kann eigentlich dann Michels altes Fahrrad erben und Pippis Fahrrad können wir dann verkaufen, dann stehen netto die selbe Anzahl Fahrräder im Schuppen. Wir waren deshalb sehr spontan mit Michel im Dorf ein neues Fahrrad kaufen und die überholen jetzt auch das alte, damit Pippi es erben kann. Der Fahrradkauf ging recht fix, ein Vorteil (für so Menschen wie Michel und mich, die schnell Entscheidungsparalyse bekommen) an Dorfläden ist eine sehr begrenzte Auswahl, in seiner Größe gab es exakt 2 Mountainbikeähnliche Modelle. Es wurde das etwas günstigere, wobei Fahrräder generell ja nicht gerade billig sind. Außerdem brauchte Michel auch einen neuen Helm, der ebenfalls dort besorgt wurde (und den alten haben wir direkt danach auf den Müll-Haufen getan). Ich hoffe ein bisschen, dass Michel realisiert hat, was der Helm und das Rad gekostet haben, ich habe nämlich wenig Interesse daran, öfter solche Ausgaben zu tätigen. Michel ist jedenfalls happy mit seinem neuen Fahrrad und dem neuen Helm und dem neuen Fahrradschloss und das neue Rad hat auch wieder einen funktionierenden Ständer, Hurra. Keine Ausrede mehr, warum man das Rad einfach auf den Rasen schmeißen muss.

Offen gestanden war ich danach trotzdem gar, das war sehr spontan und viel Interaktion mit dem Fahrradverkäufer. Aber jetzt ist es erledigt.

Abends versetzten wir, nachdem die Schweinchen noch eine halbe Stunde Unterhaltungsprogramm für einen ganz bezaubernden Anderthalbjährigen waren, noch den Meerschweinchenkäfig, auf dass sie das andere Feld abfressen mögen. Die Speckels selbst waren davon nahezu unbeeindruckt, aber die sind, wenn sie draußen wohnen, eh recht entspannt. Ich werde natürlich trotzdem immer gierig angequiekt, wenn ich zum Käfig komme, aber ich habe dann ja auch meistens leckere Dinge dabei. Aber die Katze, die gerne vorm Käfig hockt, wird kaum noch beachtet, Schwein hat wichtigeres zu tun. Auch Anderthalbjährige sind ok, solange sie ne Handvoll Löwenzahn rein werfen (von mir in die Hand gedrückt). Und morgens kann man wunderbar mit der Nase in der Morgensonne im Eingang des Häuschens dösen, das sieht immer sehr entspannt aus. Hach ja.

Tag 2956 – Abklatsch.

Herr Rabe und ich haben uns heute zwar ein paar mal die Klinke in die Hand gegeben, mehr aber auch nicht und noch öfter nicht mal das. Seufz. Andererseits ist das meiste davon auch Erwachsenen-Freizeitstress geschuldet, insofern will ich mich mal nicht so sehr beschweren.

Die Kinder hatten gute erste Schultage. Pippi ist wie immer überall gleichzeitig unterwegs und Michel motzt zwar (wie immer) über alles, inklusive dem „Leseprotokoll“, das wir Eltern täglich unterschreiben sollen, wenn mindestens 15 Minuten gelesen wurden (wtf, hab ich irgendwie wieder einen Zweitklässler?), aber wenn er dann erst mal liest, dann gleich zwei Stunden lang. Weshalb ich, sollte die neue Lehrerin es wagen, etwas negatives über die Buchauswahl anzumerken, Naruto, OnePiece und Co. glühend verteidigen werde.

Ansonsten hat Pippi gleich ab nächster Woche wieder schwimmen, was sie super findet, und auch Korps geht nächste Woche los. Von den verschiedenen Instrumentenlehrern haben wir noch nichts gehört, aber das ist auch nichts Neues, die melden sich immer auf den letzten Drücker und dann heißt es „Pippi morgen 14:20 Uhr“ ohne Spielraum und wir sollen das dann bitte ermöglichen. So langsam kennen wir den Drill (eher den Driss) auch schon.

Tag 2955 – Ferienende.

Heute war der letzte Tag der Sommerferien der Kinder. Das heißt, ab morgen geht Michel in die 6. Klasse und Pippi in die 3. Wann sind die denn eigentlich so groß geworden?

Wir sind verhältnismäßig gut vorbereitet, zumindest sachlich, geistig kann ich nur für mich sprechen, ich glaube aber, die Kinder sind schon ein bisschen aufgeregt. Wir haben sie aber sowohl zum Packen als auch zum Baden/Duschen bewegen können. Auch daran merkt man, dass Michel langsam auf die Pubertät zugeht: er muss öfter duschen. Nicht, weil er irgendwie riecht, aber seine Haare werden viel schneller sichtbar fettig als sie das sonst taten. Er ist auch ein bisschen angepisst davon, dass er schon seit Wochen* eine strikte Hautpflegeroutine** durchzieht und trotzdem auf seiner Nase noch Pickelchen*** sind. Dabei hatte ich doch gesagt, dass das hilft****!Mein Baby…

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*3

**Waschen mit Reinigungsöl und danach eincremen mit Feuchtigkeitscreme

***wirklich harmlos, definitiv keine Akne, lediglich eben verstopfte Poren

****Wundertaten habe ich sicher nicht versprochen und es hilft ja auch, nur sind die Tage der Babyhaut***** eben leider gezählt, was Michel stark missfällt

*****Haha, Babyhaut, meine Kinder hatten beide Neugeborenenakne, Milchschorf und trockene Haut. Vielleicht wäre Einjahres-Haut ein treffenderer Begriff.

Tag 2952 – Geschafft.

Das Dorf meldet keinen weiter steigenden Wasserspiegel, es ist also wohl, wenn das Wasser weg ist, tatsächlich glimpflich abgelaufen. Ein paar volle Keller. Anderenorts sieht es natürlich ganz anders aus, aber auch da handelt es sich wohl nur um Sachschaden, jedenfalls haben die Medien (die die ganze Sache natürlich maximal ausgeschlachtet haben) nicht von irgendwelchen Personenschäden berichtet. Nicht mal von Tieren. Da es ein mega Drama ist, wenn irgendwo ein Rentier nicht bis ganz an die neu errichtete Windkraftanlage gehen möchte*, nehme ich an, dass es ein ähnliches Drama wäre, wenn irgendwo ein Rentier/Schaf/Katze durch Extremwetter stirbt.

Auch ansonsten war hier heute nicht so viel los. Herr Rabe und ich haben mit Michel/für Michel dessen Zimmer umgeplant, der möchte Dinge (verständlicherweise) anders haben. Leider ist das Zimmer halt auch mit so Notwendigkeiten wie einem Fenster und einer Tür versehen, irgendwo muss das Kind ja auch schlafen und es gibt da noch den klitzekleinen Sachzwang der Zimmergröße. Ich glaube aber, wir haben jetzt eine gute Lösung gefunden. Michel ist mit dem Vorschlag jedenfalls zufrieden.

Morgen muss ich wieder arbeiten. Meine Gefühle dazu sind gemischt.

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*andere Rentiere gehen im selben Windpark aber besonders gerne bis ganz an die Anlagen heran, wenn man ihnen Zeit gibt, sich daran zu gewöhnen, las ich. Vielleicht sind Rentiere genau wie Menschen dazu verschiedener Meinung? Oder Menschen interpretieren in ein in einem Moment beobachtetes Verhalten (kein Rentier am Kraftwerk) das rein, was ihnen in den Kram passt (die haben bestimmt Angst davor!) und schreiben es in die Zeitung, schneller als das Rentier sich umdrehen kann? Vielleicht.

Tag 2950 – Piep.

Alles gut. Wasser noch nicht voll da. Wird wohl auch noch etwas dauern, Sonntag/Montag sind die Prognosen jetzt.

Was mich beruhigt: die Besitzerinnen des Restaurants zu dem die Terrasse im zweiten Bild gehört, saßen total entspannt auf selbiger und schnackten. So reagieren hier Leute, die das ein paar mal mitgemacht haben. Man sieht auch an der hinteren Ecke der Terrasse Wasser aus einem blauen Schlauch spritzen: das ist aus deren Keller. Scheinbar auch kein Grund zu größerer Verzweiflung*. Nur wir Zugezogenen sind aufgeregt.

Pippi hat heute Übernachtungsparty mit den Nachbarsmädchen – allen dreien. 50% schlafen. 50% halten sich gegenseitig vom Schlafen ab, keins davon meins, sonst hätte ich schon längst ein Machtwort gesprochen. Ich, schon bei Michel im Bett eingeschlafen, werde langsam irre, weil ich echt gerne schlafen würde – aufgeregt sein ist anscheinend anstrengend – aber mich nicht traue, wenn ich verantwortlich für fremde Kinder bin. Herr Rabe ist jetzt noch mal rüber gegangen und hofft auf die einschläfernde Wirkung seiner Präsenz. Oder besser der Uhrzeit.

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* Naja, anders gedacht: was soll man auch machen? Man kann eh nicht rein, bevor es vorbei ist, Zeit genug, Zeug in die höheren Etagen zu verfrachten, hatten sie und solange man nicht in den Keller kann hat man eh Schrödingers Keller – nicht so schlimm und total zerstört gleichzeitig. Da würde ich vielleicht auch keine Energie darauf verschwenden wollen, mich verrückt zu machen.

Tag 2933 und 2934 – Dänemark Tag 18 und 19.

Hier ist gestern und heute nicht so viel passiert. Wir haben alle diverse Bo Bendixen-Devotionalien gekauft, weil das so schön ist. Wie Michel sagte: die Farben sind gut und das sind dicke Linien, das ist auch gut. Klare Bildsprache sagt uns allen sehr zu.

Heute waren wir dann noch ein letztes Mal im Schwimmbad. Wir hätten ja echt gerne das im Ort mal ausprobiert, aber da hieß es plötzlich „nur für Campinggäste“, also fuhren wir wieder nach Varde. Da kennen wir uns immerhin bereits aus. Follow-Up von Montag: ja, ich habe Muskelkater. Aber heute ging es sowohl schneller als auch besser und ich machte den Kilometer immerhin voll statt kurz vorher aufzugeben.

Außerdem habe ich wohl endgültig keine Nichtschwimmerkinder mehr. Hurra! Was für ein unterschätzter Meilenstein! Nachdem ich Michel gesagt hatte, dass ich 40 Bahnen geschwommen sei, schwamm er 41. Ich bin schwer geknickt überaus stolz auf ihn. Und auch Pippi kann mit und ohne Flosse gut genug schwimmen, dass man auch mal kurz den Turmspringern beim Bauchplatschern zugucken kann, ohne sofort das schlimmste befürchten zu müssen. Was nicht heißt, dass ich nicht trotzdem immer das schlimmste befürchten *kann*. (Gehirn zu verschenken, leichte Gebrauchsspuren, zu erstaunlicher Leistung fähig, neigt aber zu Prokrastination und Katastrophendenken.)

Tag 2930 – Dänemark Tag 15.

Pippi ist jetzt 8, also ein ganzes Jahr älter als gestern (Mathematiker*Innen weinen leise). Zur Feier des Tages war sie mitnichten um sieben wach, sondern um halb sechs und weckte dann ALLE anderen Kinder. Das hatte zur Folge, dass beide Kinder bei uns bis sieben Uhr wühlend im Bett lagen, eines (Michel) schlafend, eines (Pippi) größtenteils wach. Die Erwachsenen waren durchaus in diesem Urlaub schon mal fitter.

Pippi hatte aber wohl einen guten Tag, und das ist ja an so einem Tag auch das wichtigste. Wir fuhren ins Schwimmbad, denn sie hat eine echte Meerjungfrauenflosse von uns bekommen und die musste natürlich eingeweiht werden. Ich bin von der Qualität dieser „Fin Fun“-Flosse sehr angetan und Pippi machte das auch recht schnell erstaunlich gut. Trotzdem kann ich mich nicht soooo gut entspannen, wenn ich Kinder, insbesondere meine Kamikazekinder, semi-sicher aber mit vollem Körpereinsatz (inklusive Stimmbändern) schwimmen sehe. Objektiv betrachtet können die bestimmt besser schwimmen als ich denke, aber ich bin nicht objektiv. Können die nicht einfach wie so ne Oma Bahnen ziehen, statt sich quietschend ins Wellenbad zu stürzen?

Anyway, alle hatten Spaß. Alle aßen hinterher den gepimpten Ramen restlos (nicht ganz, es sind noch drei, vier Brokkoliröschen übrig) auf und dann gingen die Mädchen und nicht so lange danach auch Michel zum Umfallen müde ins Bett. Auch wir Erwachsenen waren etwas saftlos heute Abend und wir schnackten einfach nur, ohne Gesellschaftsspiel.

Pippi-Artikel folgt, wenn ich ausgeschlafener bin. Lieb hab ich sie auch heute, auch müde.

Tag 2929 – Dänemark Tag 14.

Wir sind in Geburtstagsvorbereitungen. Pippi wird morgen 8. Bis eben werkelten Herr Rabe und ich deshalb an einem Kuchen. Für den heute morgen geäußerten Wunsch „Bärchenkuchen“ und minimale Ausstattung im Ferienhaus finde ich, wir haben das echt gut hinbekommen.

Bärchenkuchen, improvisiert

Da uns kein besserer Ort einfiel, wohnt das Bärchen über Nacht im (kalten) Backofen. Da hier aber 1. noch andere Erwachsene eventuell morgen so Ideen kriegen könnten, wir Brötchen aufzubacken und 2. alle Erwachsenen, inklusive mir, morgens nicht unbedingt zurechnungsfähig sind, traf ich ein paar Sicherheitsvorkehrungen.

Einfach nein.

So, gute Nacht, ich schätze, morgen früh um sieben steht hier ein gewisses Geburtstagskind und will GeschenkeAuspackenKuchenEssenSchwimmenGehenSingenFeiern.

Tag 2927 – Dänemark Tag 12.

Wenn man die Kinder nicht quasi an den Ohren zu Aktivitäten schleifen müsste, die sie dann im Endeffekt doch meistens toll bis super und „will nicht mehr nach Hause“ finden, wäre es perfekt hier.

Abends machte ich heute einen Spaziergang mit Michel. Der durfte dabei Drei Fragezeichen hören (über Kopfhörer, weil ich das überhaupt nicht ausstehen kann), ich hörte Musik und zusammen gingen wir eine Runde zum Strand, am Strand lang und wieder zurück zum Haus. Das klingt jetzt furchtbar, wie wir so gar nicht miteinander redeten, aber wir waren beide damit sehr zufrieden. Da Michel kalte Hände hatte (oder vortäuschte), ging er außerdem die ganze Zeit an meiner Hand. Das fand ich sehr schön und er wohl auch, loslassen durfte ich jedenfalls nicht. Wer weiß, wie lange er das noch macht.

Tag 2925 und 2926 – Dänemark Tag 10 und 11.

Gestern waren wir zwar etwas vernünftiger, aber nicht viel. Kurz nach Mitternacht waren wir Erwachsenen im Bett nach einer Runde (Achtung!) SkipBo. Wir mussten Bildungslücken auffüllen, ALLEIN DESHALB!

Gestern war ansonsten ein so lala-er Tag, jedenfalls für mich und sämtliche Kinder, denn Herr Igelbert und ich zwangen die Horde, mit uns an den Strand zu gehen. Klingt jetzt erstmal wie eine dieser „haha – gezwungen – zwinker“- Geschichten und das war ursprünglich auch unsere Intention. Leider war es aber dermaßen windig, dass es am Strand wirklich kaum aushaltbar war. Schon die Düne zu überqueren war gelinde gesagt schwierig, weil man wie aus einem Laubbläser mit tonnenweise Sand beschossen wurde. Wir waren echt nicht lange da, bevor wir aufgaben, und haben danach auch alle sehr gründlich geduscht, aber ich finde heute auch noch Sand in meinen Ohren und allen möglichen unaussprechbaren Körperstellen. Michel (dem es wieder besser geht, der aber noch ein bisschen hustet, wogegen Seelft ja bekanntlich helfen soll – SOFERN MAN DAMIT NICHT KILOWRISE SAND EINATMET) hatte halbwegs Spaß und sammelte einen Hut voller schwarzer Steine.

Heute war da schon viel besser, denn wir zwangen die Horde, zum Leuchtturm zu gehen. Der ist ein beliebter Ausflugsort in 20 Erwachsenenlaufminuten Entfernung und man kann auch ganz oben rauf, wenn die Oberschenkel mitmachen. Dieses Mal war es auch wirklich so, dass wir zwar 50% der Kinder sehr aktiv dort hin labern mussten, sie da aber dann kaum noch weg zu bekommen waren.

Blick gen Westen vom westlichsten Punkt Mainland-Dänemarks aus gesehen.

Auf dem Rückweg kamen wir an einem „Waffelhaus“ vorbei, von dem ich fälschlicherweise annahm, dass es da Waffeln (also diese 5-6-Herzchen-Gebäckdinger, die zwischen zwei heißen Eisen zubereitet werden) gäbe. Nein, Eiswaffeln waren gemeint. Hoppla. Wir aßen dann, weil bei allen der Magen in den Kniekehlen hing, total konsequent statt Waffeln Pommes, Burger und Hotdogs. War auch gut.

Auf dem Rückweg nahmen einige von uns die Strandroute (ich glaube, wir haben gestern einen Teil der Kinder mit Strand traumatisiert) und das war ganz wunderbar. Mit Herrn Rabe und Michel hingen wir versehentlich Frau Wunnibar und K2 ab, platschten barfuß in der Nachmittagssonne durch die ganz leichte und seichte Brandung, Michel warnte uns vor jeder einzelnen Miniqualle und rannte ansonsten immer mal wieder 50 Meter vor und wieder zurück und powerte sich aus und alle hatten es gut mit, im Gegensatz zu gestern, echt zahmem Wind. Hach! Meer at it’s best.

Nach einem späten Abendessen bekamen wir noch das Highlight des Tages – Show! Pippi tanzte, Wunnibars K1 spielte Geige, Pippi und K1 sangen (mit Unterstützung von Herrn Igelbert) und K2 machte einen improvisierten Ausdruckstanz. Das war so niedlich, alles daran, inklusive der gebastelten Eintrittskarten, Platzkarten, dem Schlange stehen und dem von K1 gewünschten leisen Applaus, dass es wirklich herzplatzmäßig war. Hachzi hachzi hachz! (Leider keine Fotos, da vor lauter Süßigkeit vergessen zu machen.)