Tag 2930 – Dänemark Tag 15.

Pippi ist jetzt 8, also ein ganzes Jahr älter als gestern (Mathematiker*Innen weinen leise). Zur Feier des Tages war sie mitnichten um sieben wach, sondern um halb sechs und weckte dann ALLE anderen Kinder. Das hatte zur Folge, dass beide Kinder bei uns bis sieben Uhr wühlend im Bett lagen, eines (Michel) schlafend, eines (Pippi) größtenteils wach. Die Erwachsenen waren durchaus in diesem Urlaub schon mal fitter.

Pippi hatte aber wohl einen guten Tag, und das ist ja an so einem Tag auch das wichtigste. Wir fuhren ins Schwimmbad, denn sie hat eine echte Meerjungfrauenflosse von uns bekommen und die musste natürlich eingeweiht werden. Ich bin von der Qualität dieser „Fin Fun“-Flosse sehr angetan und Pippi machte das auch recht schnell erstaunlich gut. Trotzdem kann ich mich nicht soooo gut entspannen, wenn ich Kinder, insbesondere meine Kamikazekinder, semi-sicher aber mit vollem Körpereinsatz (inklusive Stimmbändern) schwimmen sehe. Objektiv betrachtet können die bestimmt besser schwimmen als ich denke, aber ich bin nicht objektiv. Können die nicht einfach wie so ne Oma Bahnen ziehen, statt sich quietschend ins Wellenbad zu stürzen?

Anyway, alle hatten Spaß. Alle aßen hinterher den gepimpten Ramen restlos (nicht ganz, es sind noch drei, vier Brokkoliröschen übrig) auf und dann gingen die Mädchen und nicht so lange danach auch Michel zum Umfallen müde ins Bett. Auch wir Erwachsenen waren etwas saftlos heute Abend und wir schnackten einfach nur, ohne Gesellschaftsspiel.

Pippi-Artikel folgt, wenn ich ausgeschlafener bin. Lieb hab ich sie auch heute, auch müde.

Tag 2929 – Dänemark Tag 14.

Wir sind in Geburtstagsvorbereitungen. Pippi wird morgen 8. Bis eben werkelten Herr Rabe und ich deshalb an einem Kuchen. Für den heute morgen geäußerten Wunsch „Bärchenkuchen“ und minimale Ausstattung im Ferienhaus finde ich, wir haben das echt gut hinbekommen.

Bärchenkuchen, improvisiert

Da uns kein besserer Ort einfiel, wohnt das Bärchen über Nacht im (kalten) Backofen. Da hier aber 1. noch andere Erwachsene eventuell morgen so Ideen kriegen könnten, wir Brötchen aufzubacken und 2. alle Erwachsenen, inklusive mir, morgens nicht unbedingt zurechnungsfähig sind, traf ich ein paar Sicherheitsvorkehrungen.

Einfach nein.

So, gute Nacht, ich schätze, morgen früh um sieben steht hier ein gewisses Geburtstagskind und will GeschenkeAuspackenKuchenEssenSchwimmenGehenSingenFeiern.

Tag 2927 – Dänemark Tag 12.

Wenn man die Kinder nicht quasi an den Ohren zu Aktivitäten schleifen müsste, die sie dann im Endeffekt doch meistens toll bis super und „will nicht mehr nach Hause“ finden, wäre es perfekt hier.

Abends machte ich heute einen Spaziergang mit Michel. Der durfte dabei Drei Fragezeichen hören (über Kopfhörer, weil ich das überhaupt nicht ausstehen kann), ich hörte Musik und zusammen gingen wir eine Runde zum Strand, am Strand lang und wieder zurück zum Haus. Das klingt jetzt furchtbar, wie wir so gar nicht miteinander redeten, aber wir waren beide damit sehr zufrieden. Da Michel kalte Hände hatte (oder vortäuschte), ging er außerdem die ganze Zeit an meiner Hand. Das fand ich sehr schön und er wohl auch, loslassen durfte ich jedenfalls nicht. Wer weiß, wie lange er das noch macht.

Tag 2925 und 2926 – Dänemark Tag 10 und 11.

Gestern waren wir zwar etwas vernünftiger, aber nicht viel. Kurz nach Mitternacht waren wir Erwachsenen im Bett nach einer Runde (Achtung!) SkipBo. Wir mussten Bildungslücken auffüllen, ALLEIN DESHALB!

Gestern war ansonsten ein so lala-er Tag, jedenfalls für mich und sämtliche Kinder, denn Herr Igelbert und ich zwangen die Horde, mit uns an den Strand zu gehen. Klingt jetzt erstmal wie eine dieser „haha – gezwungen – zwinker“- Geschichten und das war ursprünglich auch unsere Intention. Leider war es aber dermaßen windig, dass es am Strand wirklich kaum aushaltbar war. Schon die Düne zu überqueren war gelinde gesagt schwierig, weil man wie aus einem Laubbläser mit tonnenweise Sand beschossen wurde. Wir waren echt nicht lange da, bevor wir aufgaben, und haben danach auch alle sehr gründlich geduscht, aber ich finde heute auch noch Sand in meinen Ohren und allen möglichen unaussprechbaren Körperstellen. Michel (dem es wieder besser geht, der aber noch ein bisschen hustet, wogegen Seelft ja bekanntlich helfen soll – SOFERN MAN DAMIT NICHT KILOWRISE SAND EINATMET) hatte halbwegs Spaß und sammelte einen Hut voller schwarzer Steine.

Heute war da schon viel besser, denn wir zwangen die Horde, zum Leuchtturm zu gehen. Der ist ein beliebter Ausflugsort in 20 Erwachsenenlaufminuten Entfernung und man kann auch ganz oben rauf, wenn die Oberschenkel mitmachen. Dieses Mal war es auch wirklich so, dass wir zwar 50% der Kinder sehr aktiv dort hin labern mussten, sie da aber dann kaum noch weg zu bekommen waren.

Blick gen Westen vom westlichsten Punkt Mainland-Dänemarks aus gesehen.

Auf dem Rückweg kamen wir an einem „Waffelhaus“ vorbei, von dem ich fälschlicherweise annahm, dass es da Waffeln (also diese 5-6-Herzchen-Gebäckdinger, die zwischen zwei heißen Eisen zubereitet werden) gäbe. Nein, Eiswaffeln waren gemeint. Hoppla. Wir aßen dann, weil bei allen der Magen in den Kniekehlen hing, total konsequent statt Waffeln Pommes, Burger und Hotdogs. War auch gut.

Auf dem Rückweg nahmen einige von uns die Strandroute (ich glaube, wir haben gestern einen Teil der Kinder mit Strand traumatisiert) und das war ganz wunderbar. Mit Herrn Rabe und Michel hingen wir versehentlich Frau Wunnibar und K2 ab, platschten barfuß in der Nachmittagssonne durch die ganz leichte und seichte Brandung, Michel warnte uns vor jeder einzelnen Miniqualle und rannte ansonsten immer mal wieder 50 Meter vor und wieder zurück und powerte sich aus und alle hatten es gut mit, im Gegensatz zu gestern, echt zahmem Wind. Hach! Meer at it’s best.

Nach einem späten Abendessen bekamen wir noch das Highlight des Tages – Show! Pippi tanzte, Wunnibars K1 spielte Geige, Pippi und K1 sangen (mit Unterstützung von Herrn Igelbert) und K2 machte einen improvisierten Ausdruckstanz. Das war so niedlich, alles daran, inklusive der gebastelten Eintrittskarten, Platzkarten, dem Schlange stehen und dem von K1 gewünschten leisen Applaus, dass es wirklich herzplatzmäßig war. Hachzi hachzi hachz! (Leider keine Fotos, da vor lauter Süßigkeit vergessen zu machen.)

Tag 2922 und 2923 – Dänemark Tag 7 und 8.

Huch, schon ne ganze Woche rum!

Wir haben es immer noch ferienmäßig gut, spielen viel (gestern bis so spät, dass bloggen einfach nicht mehr drin war), chillen, bauen Lego und kommen nach und nach im Ferienmodus an. Für mich heißt das, dass ich zum Beispiel mal spontan Lust auf Eis kriege und dann abends mit Herrn Rabe halt noch nen Spaziergang zum Supermarkt mache (weil um 17 Uhr die Eisdielen schließen).

Leider ist Michel seit gestern krank und liegt eigentlich nur im Bett. Fieber, Kopfschmerzen, laufende Nase. Das Bettzeug haben wir schon x mal gewaschen, wegen heftigem Nasenbluten. Er betreibt scheinbar Aderlass über die Nase. Heute geht es schon besser, aber noch nicht gut. Immerhin hat er aber wieder gegessen.

Die Mädels kriegt man nur selten zu Gesicht, die spielen die ganze Zeit irgendwas mystisches und versuchen, uns Erwachsenen Zutrittsverbot zur oberen Etage zu geben. Herr Igelbert hat sie trotzdem heute mal zum Aufräumen gezwungen, denn sie hatten sehr fleißig gebastelt – aber ohne die übrig gebliebenen Mount Everests aus Papierschnipseln zu entsorgen. Sehr süß ist, dass Pippi den anderen beiden ihre norwegischen Bücher vorliest. Das übersetzen muss sie noch ein bisschen üben, aber es ist trotzdem SO NIEDLICH!

Hachz.

Tag 2920 und 2921 – Dänemark Tag 5 und 6.

Gestern passierte nicht so sonderlich viel, die anderen ließen sich alle am Strand sandstrahlen (und ließen Drachen fliegen), ich pröddelte ein bisschen allein herum, übte Geige und fuhr dann Spannbettlaken kaufen, weil zumindest ich vor den glatten Laken kapituliert habe. Ich wache da morgens in einem zerknüllten Haufen aus Laken auf, übrigens selbst wenn ich in Hotels schlafe, wo ja Profis die Betten machen. Familie Wunnibar-Igelbert schloss sich an, also kaufte ich gleich zwei Spannbettlaken. Jetzt kann ich nachts wühlen wie ich will, das Laken bleibt, wo es sein soll.

Heute war allerdings viel spannender, denn wir waren im Legoland! Yeahhhh! Es gab dieses Mal keine Zwischenfälle auf der Hinfahrt, außer verschwundener Gutscheine gestern. War doof, weil wir die Karten lange im Voraus gekauft hatten und da überall bei stand, dass man den Gutschein aber AUF JEDEN FALL PHYSISCH VORZEIGEN MUSS. Natürlich konnten wir auch nicht mal schnell neue (physische!) Gutscheine auftreiben. Aus Gründen probierte ich dann mit Michel einfach flugs aus, ob da wirklich doll kontrolliert wird wenn man mit einem elektronischen Ticket rein geht und… Nein. Es fiel nicht mal irgendwem auf, dass ich versehentlich zwei Kindertickets benutzte. Hoppla.

Im Legoland selbst war es dann aber wieder ganz wunderbar, nur auch laut und voll und allgemein anstrengend. Für Michel hatten wir deshalb auch ein Nimm Rücksicht-Armband besorgt, damit er wenigstens nicht auch noch in langen Schlangen zwischen Leuten eingequetscht stehen muss. Da er selbst bei den Hintereingängen ständig unruhig herumtigerte und alles anfasste, bis wir dran waren, bin ich heilfroh darum. Der Rest von uns hatte wieder Reserve and Ride-Pässe, sodass wir auch Dinge machen konnten, auf die Michel keine Lust hate.

Es war wirklich ein toller Tag. Jetzt tun zwar meine Füße und mein Rücken weh, aber das war es allemal wert.

Tag 2918 – Dänemark Tag 3.

Wieder ein ganz wunderbarer Tag mit Minigolf, Eis, Abendspaziergang mit Frau Wunnibar und abendlichem Gesellschaftsspiel für Erwachsene. Pippi wünscht sich jetzt gepimpte* Ramen als Geburtstagsessen – wir ziehen wohl kleine Trashpandas heran.

Weiter sehr hachz.

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*man koche Ramen nach Anleitung und werfe an Gemüse dazu, was man mag, z.B. kurz gekochten Brokkoli, Möhrenstreifen, Pilze, Frühlingszwiebeln oder oder oder. Sehr lecker auch mit Chiliflocken. Das ist ein sehr schnell gemachtes Essen, in dem so viel Glutamat (im Ramen) steckt, dass selbst die Kinder ungewohnte Mengen verdrücken. Wir mussten heute noch mal zwei Packungen Ramen nachkochen, um die Meute satt zu bekommen, was aber ja nur zwei Minuten dauert und kein Problem darstellte. Und ich muss auch echt sagen: dafür, dass Michel drei Teller Abendessen isst und hinterher sagt, er sei jetzt sehr vollgestopft, würde ich jederzeit Ramen machen. Das macht es aus einer, schlecht essende Kinder zu haben.

Tag 2917 – Dänemark Tag 2.

Strandtag!

Es ist ganz herrlich, ich habe eigentlich keine großen Worte dafür. Wind, Wasser, Sandstrand, KEINE QUALLEN! und heute dazu sogar Sonne. Die Schultern senken sich spürbar um einige Meter.

Die Kinder haben auch Urlaub, die eigenen und die der Familie Wunnibar-Igelbert. Pippi und K1 sind direkt wieder zusammen gewachsen. Michel war heute eigentlich erst zu cool für alles, aber dann war es doch extrem verlockend, den Strand umzugraben und quiekend im Wasser herumzurennen. Zum Abendessen gab es Crêpes mit allem möglichen, für die Kinder also Nutella, Nutella, Nutella und Zimtzucker. Ich glaube, das passt schon so.

Das Wasser ist flach und recht warm (für uns Hilfsvikinger jedenfalls) und wir waren heute alle unterschiedlich weit im Meer, die Kinder allesamt komplett, Herr Rabe auch, ich bis zum Bauch. Es ist einfach alles ganz doll hachz grad.

Tag 2916 – Angekommen im Ferienhaus!

Die Fahrt verlief unspektakulär. Wie so eine Bilderbuchfamilie spielten wir UNO und Vier Gewinnt, da wir ja auf der Überfahrt gezwungenermaßen Digital Detox machen. Ich konnte die Herzchen in den Augen der anderen (älteren) Reisenden beim Essen förmlich sehen, was für wohlerzogene Kinder wir doch haben, die beim Essen gegenmiteinander Vier Gewinnt spielen, mit einem offenkundig aus den 90ern stammenden Set. So geht es doch auch, so gute Eltern!

Stimmt natürlich total. Beste Kinder, die streiten auch nie, gucken keinen Quatsch, üben auf ihren Instrumenten, räumen freiwillig auf, lieben Hausaufgaben und essen alles.

Zum Beispiel essen sie, wenn man sie lässt, und wir ließen sie, erst einen Anstandshappen Pommes und (aus Neugierde) Meeresfrüchte und danach drei Softeis.

Das diesjährige Ferienhaus, wieder mit Familie Wunnibar, ist an der anderen Küste, wo hoffentlich weniger Quallen sind, es hat ein Reetdach und ist etwas moderner eingerichtet. Wir haben dieses Jahr auch Bettwäsche dazu gebucht und das schon ein wenig bereut. So ganz angekommen bin zumindest ich aber noch nicht, ich bin auch echt müde und mache jetzt glaube ich einfach die Augen zu.

Tag 2911 – Normal.

Ich glaube, ich bin wieder in dieser Zeitzone angekommen. Denn ich bin noch wach und das auch recht problemlos. Hurra!

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Heute Morgen lieferte ich Michel beim Korps-Sommerkurs ab. Ich glaube, das wird gut. Ich hab ihm noch mal gesagt, dass ich stolz auf ihn bin, dass er das durchzieht. Er meinte daraufhin, ob er ne andere Möglichkeit gehabt hätte, worauf ich sagte, naja, heulen und schreien wie letztes Jahr? Da musste er ein bisschen grinsen.

Die Wartezeit bei der Anmeldung überbrückte Michel, indem er mir Löcher zu Energiegewinnung in den Bauch fragte. Warum man nicht einfach mit Strom Strom erzeugen könne und dann immer mehr Strom hätte. Ich war kurz davor, die Hauptsätze der Thermodynamik zu erläutern, beschränkte mich dann aber darauf, die Unmöglichkeit von Perpetuum Mobiles zu nennen, aber die Möglichkeit von Energiespeichern zum Beispiel durch Befüllen von Wasserreservoirs in Zeiten von Energieüberschuss zu erklären. Und Zack, waren wir auch schon dran.

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Nachdem ich wieder zu Hause war, habe ich einen Arzttermin gehabt und meine Abhandlung über meine Seltsamkeiten abgeliefert. Ich bin wohl definitiv nicht so ganz normal, allein dass ich diese Erklärung verfasst habe, spricht, wenn nicht Bände, dann doch mindestens sechs Seiten. Immerhin sind seit nach dem Termin meine nervigen Kopfschmerzen wie weggeblasen. So ein Zufall!