Tag 277 – Gemisches

Voll viel Geschwisterplüsch heute. Echt soooo niedlich.

Michel: *schmeißt sich auf Pippi* 

Ich: „Ähhh, was machst du denn da?“

Michel: „Will mit Pippi kuscheln!“

Pippi: „Gähähähä! Gnihihihihi! Hähä! Hähä!“

So ging das den ganzen Tag. Es ist mir schon fast unheimlich. 

Pippi war wieder von halb fünf bis halb sechs wach. Wenigstens spielte sie im Bett und schlief danach wieder ein. Trotzdem doof. 

Essig ins Gesicht ist wirklich komplett kacke. Hab von einmaliger Anwendung eine große trockene Stelle bekommen, am Hals. Suuuuuper. 

Meine Schwiegereltern sind anstrengend. Wegen so vielem. „Ist heute keine Schule?“, „Nich so nah ans Fenster, nachher fällst du da raus!“, „Sie ist müde ne? KUCKUCK! KUCKUCK!“, „Wenn du das machst, komme ich nie wieder!“ aber dann ne halbe Stunde später, nachdem Herr Rabe gesagt hatte „Wenn das so Theater gibt wegen Ausmachen, kannst du wohl erstmal nicht mehr Elefant gucken.“ – „Oh, das ist schwer durchzuhalten.“ .

Plus Langsamkeit, plus dauerndes Geschenke machen, plus ständiges Alles-machen-wollen-aber-nix-gebacken-kriegen (heute im Fernsehturm wollten sie unbedingt den leere Kinderwagen aus dem Fahrstuhl schieben. Ich stieg aus, sie rödelten, Zack, ging die Fahrstuhltür zu und der Fahrstuhl fuhr mit ihnen wieder ganz nach unten). 

Es ist halt anstrengend. Aber die Kinder lieben sie. 

Ich mag ja den Eurovision Song Contest. 

Kirchen mag ich nicht so. Der Dom ist von innen sogar recht hübsch. Aber die Orgel ist extrem laut und Orgelmusik find ich auch eh nicht soooo und überhaupt finde ich es blöd, für eine Kirche außerhalb von so Quatsch wie Orgelandachten saftigen Eintritt bezahlen zu sollen. 

Die Babyfüße fetzen. Es ist sehr befriedigend auf eine sehr freakige Art. Aber ich schlafe weiterhin mit Socken. 

Nach reiflicher Überlegung werde ich wohl diese super teuren* Hautpflegeprodukte von Paula’s Choice kaufen. Erstmal ein chemisches Peeling und eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor. Jetzt überlege ich noch ob ich wohl eher das Zeug gegen handfeste Akne oder eher das gegen unreine Haut und aber auch Falten (jaja, über 30 sollte man sich da mal Gedanken machen! Nein, eigentlich habe ich hauptsächlich Angst, dass das Anti-Akne Zeug meine Haut allzu sehr austrocknen könnte…) brauche. Moan. Das könnte sich noch etwas hinziehen. 

Bisher hat glaube ich am besten geholfen, dass ich mir nicht mehr im Gesicht rumfummle. Das ist aber dafür eine ungeheure Willensanstrengung. Außerdem habe ich meinen *hust* Teddybär *hüstel* mit Hygienespüler gewaschen und er hat ein Loch am Hals und ich bin eigentlich sehr traurig, aber eigentlich geht es auch noch, jedenfalls ist er jetzt sauber. 
* ich weiß, dass die noch nicht so richtig super teuer sind. Aber billig ist definitiv auch anders. 

Tag 273 – Sooooo coooooool!

Guten Abend,

Ich dachte, ich erzähle Ihnen mal wieder was. Das letzte Mal ist ja ewig her. Seitdem ist viel passiert. Ich kann jetzt stehen, ich brauche nur was zum Festhalten oder Anlehnen. Ich kann auch echt voll gut krabbeln, da bin ich total schnell. Manchmal schaffe ich es sogar, Müll auszuräumen, bevor es wer merkt. 

Aber am besten überhaupt ist Duplo. In einer großen Kiste hat Michel sehr viel Duplo. Das macht schöne Geräusche, wenn man die Kiste umkippt und dann ist da dieses ganze tolle bunte Zeug! Leider kann ich noch nicht so gut sprechen, deshalb kommt aus meinem Mund immer nur „Ba!“ oder „Da!“ wenn ich ein Teil aus dem Haufen ziehe, aber in Wirklichkeit sage ich natürlich „Boot!“ und „Auto!“ und „Traktor mit Anhänger und dunkelhäutiger Fahrerin!“. Das Duplo kann man auch auseinander bauen. Da muss man nur fest genug dran reißen, dann gehen die Teile voneinander ab. Das kann ich schon lange. Im Notfall kann man das Zeug auch einfach rumschmeißen, dann gehen die Teile auch auseinander. Aber dann schimpfen Mama und Papa und sagen, das Laminat ginge davon kaputt. Aber ganz ehrlich: das ist mir total egal. Wenn das auseinander soll, dann wird das auseinander gemacht! 

Was ich aber bisher nicht hinbekommen habe, ist die Dinger auch wieder zusammenzubauen. Das ist echt schwierig. Heute habe ich echt alles ausprobiert. Der blaue und der grüne Klotz. Ich hab das bei Michel schon so oft gesehen, man muss die Dinger so zusammendrücken, dann bleiben sie zusammen. Aber der Teufel steckt ja im Detail, nicht wahr? Oder wussten Sie, was alles nicht geht? 

  • Nupsiseite gegen Nupsiseite geht nicht.
  • Flache Seite gegen Nupsiseite geht gar nicht. 
  • Flache Seite gegen Flache Seite geht auch überhaupt nicht. 
  • Überhaupt gehen die flachen Seiten alle nicht. 
  • Löcherseite gegen Löcherseite geht aber auch nicht. 
  • Schräg geht nicht (und glauben Sie mir, ich habs versucht). 
  • Gekippter Klotz geht nicht.
  • Klotz in den Mund nehmen hilft nicht.
  • Finger zwischen den Klötzen oder in den Löchern geht nicht. 
  • Gewalt hilft leider auch nicht (auch das habe ich ausführlichst versucht). 

Sie sehen, es ist kompliziert. Aber es wäre ja gelacht, wenn ich das nicht hinbekäme! Also habe ich heute extensive Testreihen zum Duploklotzproblem durchgeführt. Und es hat geklappt! Ich krieg jetzt die Klötze zusammen! Ein triumphierendes „Daaaaiiiii!!!“ konnte ich mir da nicht verkneifen! 

Es ist einfach so cool! Jetzt kann ich nämlich die Klötze zusammen- und direkt wieder auseinandermachen! Und wieder zusammen! Nie wieder Langeweile!!! 

Allerdings war das so anstrengend, ich glaube, ich schlafe erstmal. 

Mit begeistertem Quietschen grüßt Sie –

Ihre Pippi

Tag 271 – Schwiegereltern zu Besuch

Puh. Meine Schwiegereltern sind da. Das ist für uns alle sehr aufregend, vor allem wohl für meine (leider demente) Schwiegermutter. Ich versuche positiv an die ganze Sache heranzugehen, habe aber bei Sätzen wie „… und wenn du in der Schule auch immer gut aufpasst, dann kannst du auch mal Onkel Doktor werden.“ Schwierigkeiten, meine Hutschnur am Platzen zu hindern. Mein Mantra für die nächsten eineinhalb Wochen wird also sein: sie meinen es ja nur gut. 

Nun ja, die Kinder sind begeistert und den Berufswunsch Arzt kriegen wir dem armen Michel auch sicher schnell wieder ausgetrieben. Eigentlich reicht es ja, ihm alternativ „Pirat“ als Beruf vorzuschlagen, oder „Katze“. Noch. 

Pippi beißt mich gerne mit ihrem einen halben Minizähnchen und ich finde das nicht gut. Das tut nämlich scheiße weh, um genau zu sein. Leider lacht sie, wenn ich schimpfe. Es hilft nur, sofort alles einzupacken und sie runter zu setzen, und auch das hat sie beim nächsten Stillen dann vergessen. Hrmpf.

Meine Mutter hat so ne Paketsache total verkackt und das regt mich kolossal auf, denn 1. habe ich den vor über zwei Wochen bestellten Still-BH immer noch nicht in meinen Händen und 2. ist dadurch auch die Rückgabefrist schon vorbei und der muss jetzt passen und gefallen, sonst sind 50€ zum Teufel. Da hilft auch kein Meditieren mehr, das ist einfach sehr ärgerlich und arrrrg. 

Habe mir jetzt auch Babyfüße bestellt. Ich bin sehr gespannt und auch etwas besorgt, denn Hornhaut an den Füßen hat ja durchaus einen Sinn. Also vielleicht nicht in der Masse, wie ich sie habe, und das trockene, rissige Zeug an der Ferse hat sicher keinen Sinn, aber ich habe schon etwas Angst, mir nachher an meinen Babyzarten Wie-Neu-Füßen Blasen zu laufen. Wir werden sehen. 

Tag 263 – Testosterooooooon

James Bond ist ja so was von behämmert. Ein einziges (entschuldigen Sie den vulgären Ausdruck) Schwanzgewedel. Früher fand ich das mal gut. Was ist bloß seitdem passiert? Bin ich etwa (ach du Schreck!) erwachsen geworden? 

Mit Michel zwei Stunden alleine einkaufen gewesen. War richtig schön. Ich möchte mehr Zeit mit Michel alleine. Einkaufen gehen können wir aber nicht jedes mal, das wird zu teuer. Hab ihm neue Schuhe und Gummistiefel gekauft. Geld für diesen Monat jetzt punktgenau alle. (Michel durfte das Design wählen. Die Gummistiefel sind rot, die Schuhe rosa-lila. Er ist so stolz und ich muss mir noch abgewöhnen, immer im Hinterkopf zu befürchten, er könnte im Kindergarten irgendwas von „Mädchenfarbe“ zu hören kriegen.)

Währenddessen haben Herr Rabe und Pippi Mittagsschlaf gemacht. Sie schlief ganz friedlich neben ihm im Bett ein und mir fallen sehr viele Steine vom Herzen ob dieser Entwicklung. Wir haben auch etwas geübt und sie kommt 6-7 Stunden ohne Stillen aus. Nur der Zeitraum muss noch etwas verschoben werden. Oder ich arbeite halt von 11:30 – 18:00 Uhr. 

Osloplanung steht, Woohooo. Donnerstag los, Samstag zurück. Und das beste ist: es gibt zwei Babys anzugucken, denn Bekannte von mir haben gestern eines bekommen. Hachz! (Memo an mich: Kondome einpacken.)

Pippis erster Zahn raubt uns allen den letzten Nerv. Wenn das jetzt bei jedem von 20 Milchzähnen so geht, dann, ähh, weiß ich auch nicht. Aber das wäre ziemlich schlimm. 

Tag 262 – Handysucht und ihre Folgen

Auch heute wieder kein länger Urlaubsbericht. Ich habe ihn sogar angefangen, aber dann hat Herr Rabe die Simpsons angemacht und Zack waren zwei Stunden rum. Das ist ein schönes Ende für einen Tag, der kolossal kacke anfing.

Die Nacht war schon mehr als bescheiden. Weinendes Baby um 11, um halb eins, halb drei, fünf und sechs Uhr. Zähne, Rotznase, zu warm, wasweißich. Hose voll. Keine Ahnung. Jedenfalls kann man sich meine (eigentlich unser aller) Laune heute morgen ausmalen. Michel zum Kindergarten gebracht, ging halbwegs. Zum Arzt gefahren. Nachdem ich beim letzten Mal wegen der Blutprobe ne viertel Stunde im Wartezimmer gehockt hatte und niemand kam, ich dann irgendwann zur Anmeldung ging und fragte und mir anhören durfte „Ach, Sie kommen nur fürs Labor, ja da müssen Sie durchgehen in den Flur!“ ging ich dieses Mal direkt in den Flur. Die Krankenpflegerin steckte auch gleich den Kopf aus der Labortür: „Wollen Sie zu mir?*“ – „Ja.“ – „Dann kommen Sie mal rein.“

Die Frau nahm mir Blut ab, es tat sehr weh, hörte danach ewig nicht auf zu bluten und ist jetzt sehr blau. Ich dachte noch so bei mir „höh? Drei Röhrchen? Eins für die Hormone (Blut), eins für Antikörper (Serum), und wofür das dritte?“ Da war sie auch schon fertig und ich draußen. Ich ging zum Automaten, gab mein Geburtsdatum ein und hörte, die Rechnung sei noch nicht fertig. Das gleiche nach 2 und auch nach 5 Minuten. Ich ging zur Anmeldung und schilderte mein Problem. 

„Geburtsdatum?“ – „Blabla.“ – „Ahhh, Frau Rabe, Ihr Handy liegt im Kindergarten!“ – „???“

Zweite Arzhelferin (die mir das Blut abgenommen hat): „Waren Sie denn auch beim Arzt?“ – „Nö, nur Blutabnahme.“ – „Ahhhh, Sie sind nicht Guri! Ich habe doch Guri aufgerufen!“ – „???“

Erste Arthelferin: „Ihr Handy liegt im Kindergarten. Ihr Mann hat angerufen.“ 

Zweite Arzthelferin: „Naja, Blut haben wir ja genug, ich drucke nur schnell ein neues Schema aus.“ Sprachs und verschwand. 

Erste Arzthelferin: „Wenn Sie nur zum Labor wollen, müssen Sie trotzdem im Wartezimmer warten. Ihr Rechnung ist jetzt fertig.“

Ich: „????????“

Sie: „Ihre Rechnung ist jetzt fertig. Und ihr Handy liegt im Kindergarten.“

Nach diesem etwas aufreibenden Gespräch fuhr ich also wieder zum Kindergarten, mein Habdy abholen. Es gab nur noch den einen doofen Parplatz vor der Schule, der eigentlich keiner ist, sondern Gehweg. Aber da standen den ganzen Winter über Autos drauf, ist ja nur für kurz. Dachte ich so.  Im Kindergarten sah mich leider (Danke, M. für das „Michel sitzt DAAAAHAAAAA!!!“) Michel und fing an zu weinen. Ich sollte da bleiben. Er war untröstlich. Es dauerte gute zwanzig Minuten und ein angegucktes Buch, bis er mich gehen ließ.  Unter Protest, aber wenigstens ohne Weinen. 

Am Auto: ein Parkzettel über 50 (!!!) €

Meine Laune: bei minus zweihundert. 

Jetzt nicht mehr, Simosons sei dank. Und die neue Babysitterin ist auch nett. Das wird hoffentlich in Zukunft vieles wieder erleichtern. 

*natürlich spricht die nicht deutsch, die Dame sondern nahezu unverständlichen Dialekt. 

Tag 260 – Puuuuuhhhhhh

Ich fühl mich ein bisschen wie Michels Lighning McQueen-Ballon, aus dem wir für die Reise das Gas ablassen mussten. Zu schlapp um mich ernsthaft über Ärgerlichkeiten aufzuregen („Nee, also den nächsten Termin kann ich Ihnen am 10. Mai anbieten.“  – „Ich brauche ja nur die Bescheinigung!“ – „Dann müssen Sie morgen ganz früh anrufen, wegen eines Notfalltermins, aber versprechen kann ich nichts.“) oder einen doofen Artikel, den ich heute las, zu verreißen (Tenor: „mach dies und das, dann wird dein Kind ein rundum guter Mensch“, da kann ich ja total gut drauf. Zumal es von einem Elter geschrieben ist, das ein(!) Kind hat, das bald schon ein(!) ganzes Jahr alt wird.) aber leider auch um einen guten Artikel aufzuarbeiten (Überraschung! Die sogenannten „Naturvölker“ machen auch nicht alles total natürlich, und das meiste auch nicht aus irgendwelchen irgendwie richtigeren Mutterinstinkten heraus, sondern weils praktisch ist und in den Alltag passt.). 

Der Wäscheberg ist auch hoch nach dem Urlaub, die Wohnung hatten wir ja nicht vorher zu putzen geschafft, der Kühlschrank fast komplett leer*, ich bin noch nicht so ganz angekommen hier… 

Michel schon, der hat sein komplettes (kein Witz) Spielzeug ausgebreitet und auf Vollständigkeit überprüft. Hurra, mehr Chaos. Morgen geht er kurz in den Kindergarten, damit wir putzen können. 

*jetzt nicht mehr, ich war Einkaufen. Wir testen jetzt mal den in Norwegen erhältlichen griechischen Joghurt. Morgen gibt’s Tzatziki. 

Tag 256 – Es geht dem Ende zu. Korfu Tag 26

Am Dienstag fahren wir nach Hause. Das bedarf einiger Vorbereitung. Vor allem mentaler. Seit heute sagen wir, also Herr Rabe und ich, deshalb Sachen auf, auf die wir uns zu Hause freuen. Zum Beispiel haben wir da

  • Die Espressomaschine
  • Die Spülmaschine
  • Ähhh
  • Hups, wars das schon?
  • Nee, ähh, Sparschäler
  • Die Knoblauchpresse
  • Wäsche nach Farben getrennt waschen
  • Waschlappen zur Babyreinigung nach dem Essen
  • Vernünftige Kindersitze im Auto
  • Ja, das wars dann aber auch
  • Ach nee, das wichtigste: VERLÄSSLICH FUNKTIONIERENDES INTERNET

Weiterhin planen wir Dinge, damit wir nicht in ein schwarzes Loch des Nichtstuns fallen. Nämlich: eine Wartepflanze für Michel einpflanzen (Danke, Sendung mit der Maus!), zum Arzt gehen (ich), Schneckenplanung (ich), Oslo-Kurztrip-Planung (Herr Rabe). Und dann muss ich ja auch schon arbeiten. Das bedarf auch einiger Vorbereitung. Vor allem auf Pippis Seite. Da steht zum Beispiel „Sieben Stunden ohne Brust auskommen“ und „Bei Papa einschlafen“ auf der ToDo-Liste. Muhahaha. 

(Ein bisschen gehört auch zum Frisör gehen zu meiner Arbeitsvorbereitung. Das mache ich Montag. Weil ich nämlich nicht zu dem Frisör mit den Wachtürmen wollte, war ich heute im hippen Männer-Friseursalon und habe gefragt, ob sie mir was empfehlen können. Und bekam einen Termin für Montag im Partnersalon, der auch Frauen frisiert. Es wird mit Farbe (ja!) 37€ kosten, also nicht mal die Hälfte von dem was ich in Norwegen nur für den Schnitt ausgeben würde. Jiiiiehaaaaa.)

Tag 255 – Medaillentag. Korfu Tag 25

Es gibt ja immer zwei Seiten einer Medaille, zu allem und grundsätzlich, aber manchmal fällt es mir mehr auf als sonst. Heute war so ein Tag. Sehen Sie selbst: 

Ich habe sehr tief geschlafen. So tief, dass ich sogar geträumt habe. So tief, dass ich total desorientiert war, als Pippi aus dem Bett fiel und natürlich brüllte. Danach war sie ne Weile wach. Als sie endlich wieder schlief, schlief sie bis viertel vor zehn. 

Dann waren wir einkaufen und hatten erst noch Kaffeedurst und keine Milch mehr im Haus. Wir steuerten in Acharavi eins der vielen Cafés an. Drinnen: drei junge Männer (vielleicht 25, wenn überhaupt), nämlich der Wirt und zwei seiner Kumpels. Ich bestellte zwei geeiste Cappuccini. Der eine Kumpel beäugte mich und checkte mich eindeutig auf fuckability ab. Görgs. (Dabei war der sehr niedlich und auch echt gutaussehend. Also, für Anfang zwanzig eben. Aber so angegafft werden finde ich furchtbar, egal von wem.) Ich bekam meine zwei Cappuccini: warm. Auf Hinweis, dass ich doch kalte haben wollte, entschuldigte sich der Wirt drölfzig Mal und machte mir sofort zwei neue (geeiste). Die Kumpels giggelten sich einen ab und der eine guckte ähhhhh willig. Als der Wirt mir die Kaffees hinstellte, war ich saufroh, bald aus dem Laden rauszukommen. Da sagte der Wirt, die Kaffees gingen aufs Haus, denn es sei sein Geburtstag. Ich gratulierte und wünschte „Many happy returns!“ und verließ verwirrt den Laden. 

Ich habe mich fast für eine Frisur entschieden. Sie ahnen ja gar nicht, wieviele verschiedene blonde Kurzhaarfrisuren es gibt. Jetzt finde ich keinen Friseur. 

Kurz vor knapp war ich endlich mal im zur Ferienwohnung gehörenden Pool. Und hatte da erst viel Spaß mit Michel und dann sogar noch mit Pippi. Nach ca. 20 Minuten Spaß und Geplansche merkte ich, dass die Haut an den Hüften nicht nur stark juckt, sondern auch picklig-rot war. Ich stieg sofort aus dem Wasser. Bis exakt dahin, wo ich im Wasser gewesen war, war mein Körper krebsrot und mit juckenden Quaddeln übersäht. Ein Träumchen. Fluchend duschte ich sehr lange, warm und mit Ultra-Sensitiv-Duschgel für Babies das Allergieverursachende Poolwasser weg. Herr Rabe teilte ich mit, dass ich in die Apotheke müsse, Allergietabletten kaufen. Aber als wir loskamen, wars schon wieder weg. 

Wir waren in Acharavi im Lemon Garden, das ist ein sehr hübsches Restaurant mit laut Reiseführer gutem Essen. Und eben einem Zitronengarten. Man kann da Zitronensaft trinken, frisch gepresst, mit etwas Zucker dran, lecker ist das! Herr Rabe wollte auch probieren und kippte mir beim Zurückgeben das komplette Glas über den Schoß. Ich fuhr nach Hause um mich umzuziehen. Das Essen war supersupersuperlecker. Und das teuerste, was wir hier in Griechenland bisher hatten. (Aber noch weit entfernt von norwegischen Preisen.) Zum Schluss gabs nen Ouzo aufs Haus, mit irgendwas drin (Kumquat?). War auch lecker. Jetzt hab ich Kopfschmerzen. 

Nach dem Essen war ich eigentlich bereit für Fresskoma. Pippi wollte aber lieber spielen. Und lachte so bezaubernd über jede noch so kleine Grimasse von mir, es war wunderbar. Also, außer dass ich Kopfschmerzen hatte und zum Umfallen müde war. Wenigstens brachte Herr Rabe Michel ins Bett. Und schlief dabei offenbar ein. 

Jetzt schläft Pippi. Auf mir drauf. 

Es ist zum verrückt werden. 

Tag 254 – Im Rausch. Korfu Tag 24

Die Bilder von gestern. Also, ein paar davon. 

    

   

 Und dann noch eins von heute:

 Das ist vom Kaizer’s Throne in Pelekas, sehr schön auch da. Schöne Aussicht hat man von da, davon hab ich nur keine Fotos. 

Danach fuhren wir nach Kerkyra und verfielen dem Kaufrausch. Jetzt hab ich neue Sandalen und Herr Rabe hat Gürtel und Pippi ein Kleid und Michel einen Lightning McQueen-Ballon und eine Maus aus Olivenholz. Und so weiter. Noch ein bisschen Sightseeing, gutes Essen und einen Anruf später (der Vermieter hat sich Sorgen gemacht. Ist das nicht süß?) sind wir jetzt alle komplett im Eimer aber sehr glücklich wieder im Ferienhaus. 
(Und nach dem Essen hab ich ganz genau gesehen, dass sich Pippi wohl doch endlich einen Zahn wachsen lässt. Unten rechts der Schneidezahn schimmert bläulich durch und fühlt sich hart an. Mein Baby! Schon so groß… Eben noch so Mini! Jetzt bald ein Einzahnmäuschen! Schnüff.)
 

 

Tag 253 – Pelekas. Korfu Tag 23

Jeahhhh! Auf Veröffentlichen geklickt, bevor irgendwas geschrieben ward. Tolli.

Das verdirbt mir meine Laune jetzt aber auch nicht mehr. Wir waren nämlich heute an einem absolut traumhaften Strand. Mirtiotissa Beach. Falls Sie mal nach Korfu kommen: Mirtiotissa Beach. Es ist so toll da. Die Fotos liefere ich morgen nach, wir übernachten nämlich in Pelekas und die absolut auch total tolle Pension Martini hat kein WLAN. 

Also, zurück zum Strand. Der liegt sehr versteckt in einer Bucht mit Steilhängen, von der Straße aus kaum zu sehen. Unten: feiner Sand, nicht weiß, sondern bronzefarben, dadurch sehr warm. Drei sehr große Felsen im Wasser, an denen sich die Wellen sehr dekorativ brechen. Naturdusche: vom Hang tröpfelt an einer Ecke etwas Süßwasser, kann man auch trinken. Da die Strömung am Strand einen kleinen Hügel geschaffen hat, über den nur die Ausläufer jeder vielleicht zehnten Welle drüberschwappen, ist dahinter ein kleines Babybecken, vielleicht 5-25 cm tief, je nach Stelle, und recht warm. Die Großen baden im Meer, es geht so mittelflach rein, aber ohne Steine und sonstiges störendes Gedön. Dafür aber teilweise mit Wellen, die schon recht kräftig und hoch werden können und Strömung und so, also schwimmen sollte man können, auch wenn man nicht weit reingeht. Und noch was sollte einen nicht stören, wenn man dahin geht (und ehrlich, gehen Sie da hin, es ist wirklich ein Traum!), nämlich Nacktheit. Es ist nämlich auch ein inoffizieller FKK-Strand (dazu gleich mehr). 

Jedenfalls, es war so toll. Die Kinder in ihren UV-Schutz-Klamotten* sehen ja eh schon so niedlich aus. Dann hat Michel auch mega Spaß an Wellen und rannte mit mir zusammen erstmal fünfzig mal rein und raus, ließ sich manchmal umschubsen, hüpfte und johlte und qietschte und fand alles ganz toll. Gestern war er mit Herrn Rabe beim Frisör** und jetzt sind seine ausgeblichenen Haare ganz kurz, ein richtiger Sommerschnitt, und er sieht einfach zum Knutschen aus mit seinen großen braunen Augen, den hellblonden Haaren, dem braunen Nacken und den gaaaaanz kleinen Sommersprossen auf der Nase***. Und Pippi, die kleine Maus, plantschte überglücklich in dem Babybecken herum****, aß Sand, probierte vom Meerwasser, aß Sesamstange, tunkte sie angelüllert in den Sand und aß sie danach noch weiter, hatte also den Spaß ihres Lebens. Kurz: mein Herz war kurz vorm Platzen. 

FKK. Öhm ja, von mir aus, ich bin ja auch gerne nackt, aber doch lieber zu Hause und meine empfindlichsten Körperteile möchte ich als sehr sonnenempfindlicher Mensch eher nicht der Sonne aussetzen. Sonnenbrand auf Still-Brustwarzen? Ahhhhh, nee, danke. Aber wenn andere gerne nackt in der Sonne liegen, bitte, mich störts nicht. Aber ein paar Fragen wirft es doch schon auf (in meinem Kopf jedenfalls).

– Ist so ein Hodensack nicht auch sehr sonnenempfindlich? Oder ein Penis? Ich stelle mir das Aua vor. 

– Warum um alles in der Welt bräunt man(n) sein Poloch? Oder geht es um die Unterseite des Hodensacks? Oder war es doch eine Yoga-Übung, die ihn dazu veranlasste, seinen Hintern der Sonne entgegenzurecken?

– Wie lange muss man schon FKK-Bräunen bis die Haut aussieht als könne man nach dem Tod der Person ohne jegliche Nachbehandlung daraus exklusive Handtaschen machen?

– Wird Schamhaar nicht grau? Warum nicht? 

Vielleicht können Sie mir ja mit der ein oder anderen Frage weiterhelfen, ich bin ehrlich interessiert.

Zum Abenessen in einem Imbiss gewesen. Zum Nachtisch bekamen wir drei kleine Eis aufs Haus (ist hier so üblich, dass der Nachtisch einfach so kommt), sonst hätte ich mir noch ne Portion Gurkenjoghurt mit Knoblauch (aka Tzatziki) bestellt. So lecker. Und die nächsten drei Tage werden wir wohl etwas riechen. 

*Ja, ich weiß, möglicherweise ist das übertrieben. Aber es geht viel schneller, als die blöde Eincremerei. Und Sonnencreme ist teuer und nicht wiederbenutzbar. 

**Ich war nicht beim Frisör. Erstens weiß ich grad Frisurtechnisch nicht so ganz was ich will (Tipps, anyone? Kurz und blond und viele aber dünne sind se…) und außerdem lagen da Wachtürme rum. 

***Hat tatsächlich meine Haut geerbt, das arme Kind. 

****Ja, genau, das Baby, das vor ein paar Monaten beim Kontakt mit Badewasser noch jedes Mal Zeter und Mordio geschrien hat.