Tag 286 – Grundlos gute Laune

Heute ist eigentlich voll der Kacktag. Echt. Wollen Sie mal hören?

– Zur Blutprobe beim Arzt gewesen. Warum schon wieder? Ich scheine in eine Unterfunktion zu rutschen. Außerdem ist der eine Antikörper (a-TPO) stark und der andere (TRAK) weiterhin leicht erhöht. Das wiederum würde eigentlich auf eine Überfunktion, wie ich sie ja auch hatte, hindeuten. Das verstehe nun wer will, ich jedenfalls nicht. Deshalb habe ich nächste Woche einen Termin, bei dem mir der Arzt das hoffentlich alles erklären wird. Gut im Sinne von Schilddrüsenscheiß abhaken ist es jedenfalls nicht. 

– Meine Zellkulturen, die ich jetzt geschlagene drei Wochen aufzupäppeln versucht habe, sind heute in den Müll gewandert, irgendwas stimmte damit ja offensichtlich nicht und die wissenschaftliche Aussagekraft von einem Experiment mit solchen Krepelzellen wäre gleich null. Tjanun. 

– Dann hundert Jahre gebraucht, um Puffer anzusetzen. Zu lange, um heute noch mit irgendwas anderem anzufangen. Wenigstens war ich ein Schlaupenis und habe mir Stocklösungen gemacht, das heißt, beim nächsten Mal geht’s schneller. 

– Herr Rabe hat Michels Mickey Mouse im Kindergarten vergessen und mein super empathisches Kind hat sich eine halbe Stunde lang in den Schlaf geweint. Nicht, weil es die Mickey Mouse so doll vermisst hätte, nein, weil die „Mickey Mouse alleine ist und traurig ist“. Dann sollte ich Geschichten erzählen, was die Maus jetzt macht (Party feiern mit dem Kindergartenspielzeug natürlich), da weinte er aber noch mehr. Trotzdem sollte ich noch mehr Geschichten erzählen. Das Weinen aushalten gehört wohl auch zum Elternsein dazu. 

– Danach eineinhalb Stunden gebraucht, um Pippi zum Schlafen zu kriegen. Die kleine Rübennase hat glaube ich wirklich nen Schub oder so, aber einen lustigen, der sie sehr wach, kommunikativ und aufgedreht macht. Jedenfalls laberte sie erst herum, dann hampelte sie (mit schon zufallenden Augen) im Bett, dann fing sie aus heiterem Himmel an zu Klatschen (zum ersten Mal), eventuell machte sie der Blitz dann auch wieder etwas wacher, sie hampelte weiter und laberte und klatschte und zappelte herum. 


– 10 Grad und Nieselregen. 

Trotzdem habe ich gute Laune heute, vielleicht, weil ich heute im Wartezimmer erst Diesen wunderbar ehrlichen (wir haben auch Handabdrücke am Auto, die nicht mehr abgehen) und dann den informativen UND lustigen Artikel über Sonnencreme von Frau Brüllen (kriegt auch einfach keine andere so hin. Isso.) gelesen habe, dann in der Mittagspause die Kommentare zum zweiten (rechtsdrehender Elbensaft!) und am Ende im Bus die facebookkommentare zum ersten Artikel, wo dann wieder so Sachen kommen wie „Ich mach Sonnencreme jetzt selbst.“ und „Dreck schützt ja auch.“ und da wars dann irgendwie vorbei mit mir, seitdem muss ich die ganze Zeit lachen über Himbeersamenöl. 

Vielleicht ist es der Wahnsinn, der mich doch noch holen kommt. 

(Übrigens haben wir zufällig grade eine neue Sonnencreme für Michel gekauft. Eine mit „bösen“ chemischen Filtern. Mein Auswahlkriterium war diesmal ein anderes als sonst, nämlich: muss super fix gehen. Sonst hat ja doch keiner Bock dazu, weder wir morgens, noch die Betreuer*Innen im Kindergarten und am wenigsten das Kind. Und eine Sonnencreme, die wegen Alpinaweißartiger Konsistenz nie benutzt oder wenn dann nur sehr grob aufgetragen wird, ist im Zweifel sehr viel schlechter in der Sonnenschutzwirkung (Norwegen. Dünne Ozonschicht. Viele Hautkrebstote. Sehr helle Haut.), als eine mit eventuell hormonähnlich wirksamen Bestandteilen, die dafür mehrmals täglich und somit gemäß der Empfehlungen verwendet wird. Also habe ich zum Probieren meine Handrücken damit eingeschmiert, die Alpinaweißige abgelehnt, ebenso eine, die einen glitschigen Ölfilm hinterließ, meine Hände zweimal mit sehr viel Seife gewaschen, und dann fiel die Wahl auf eine sand- und wasserfeste, die schnell einzieht und gut riecht. Zack, feddich. Ökotest: ausreichend. Tjanun. Das versaut mir meine Laune jetzt auch nicht mehr.)

Tag 285 – Grinsebacke

Pippi ist heute genau 10 Monate alt. Hachja, Kinder, wie die Zeit vergeht. Wir waren auf einem Kindergeburtstag und sie war so unfassbar niedlich, dass glaub ich die Hälfte der anwesenden Damen Milcheinschuss bekam. So ein fröhliches, freundliches Baby, nein wie süß, und spielt so schön! Ja, ich weiß. Ich bin auch unheimlich froh, dass die Fremdelphase von vor ein paar Wochen vorbei ist. Überhaupt ist Pippi tatsächlich im Moment ein Sonnenschein sondergleichen*. Und das trotz zweitem Zahn, der (total untypisch) oben durchbricht, gegenüber dem ersten Zahn. Leider ist sie auch um sieben Uhr morgens ein Sonnenschein. Naja.


Ich wollte eigentlich einen ausführlicheren Eintrag über mein Superduperbaby schreiben, aber mir fällt nichts ein, ich komme auch nicht ins Gefühl rein, ich bin einfach zu kaputt.

Sorry, Pippi. Morgen vielleicht.

*morgen dann nicht mehr, Murphy war da bisher immer zuverlässig. Aber egal, ich lass das jetzt so.

Tag 283 – Käsetag. 

Heute gab es Frühstück. Mehr positives lässt sich über meinen Arbeitstag kaum sagen. Erst ne halbe Stunde Rumgerenne und tausend Meinungen einholen um dann doch zu beschließen, dass wirs genau so machen wie immer (nicht ich, ich bin 1. experimentierfreudig und 2. hab ich das noch nie gemacht, es gibt also bei mir noch kein „wie immer“). Aber egal, immerhin gab es am Ende einen Beschluss. Leider ging es danach noch weiter: Ich habe ein neues Kit und die Anleitung liest sich so „add dies und das, spin for 15 seconds, fertig“. Also, zumindest so ähnlich. Am Ende war es eine elendige Friemelei mit kleinen Säulchen, die in kleinen Röhrchen stecken und die man da dauernd rein- und rausbasteln muss, drölfzig Waschschritte, alles peinlich sauber natürlich, manche Schritte muss man zweimal machen, in die Zentrifuge passen für manche Schritte wegen der doofen Deckel nur 18 Proben, ich hab aber 21, und so weiter und so fort. Und schwuppdiwupp waren 4 Stunden vergangen, mein Magen schrie mich an, den Herrn Rabe musste ich anrufen, dass ich es nicht schaffe, Michel aus dem Kindergarten abzuholen und um meine Zellen musste ich mich ja auch noch kümmern. Das sind so Arbeitstage, die braucht kein Mensch. 

Danach so kaputt, dass ich eigentlich ins Bett hätte gehen wollen, aber da sind ja auch noch die Kinder, der Haushalt, das Abendessen. Wenigstens ein bisschen mit den Kindern getobt und gekuschelt hab ich. Und Duplohäuser mit runden Fenstern (naja, kreuzförmigen, weil aus Duplo irgendwas Rundes machen?Hmmnee.) habe ich gebaut. Und mit Pippi geduscht. Die hatte sich nämlich freudestrahlend bis zum Haaransatz und ins Ohr rein mit Tomatensuppe slash Soße eingeschmiert. 

Also: Alles Käse, außer der Kinder. Die sind höchstens kleine Babybels. 

Jetzt Bett. 

Tag 278 – Durchwachsen

Heute wieder kein Oberthema. 

Ich war arbeiten. Das bringt Arbeit mit Zellkulturen so mit sich, die kann man meist nicht vier Tage alleine lassen. Ist trotzdem kacke, vor allem wenn man dann gestressten Mann mit aufgekratzten Kindern zu Hause lassen muss. 

Besser wirds auch nicht, wenn dann die Zellen immernoch genauso kümmerlich aussehen wie am Donnerstag. Gnaaahhhh, die müssen bis Dienstag aber sehr viel mehr werden, sonst wird das nix mit dem Experiment nächste Woche. 

Dafür sind zwei von meinen inzwischen 12 Flaschen nach zwei Wochen in Kultur ziemlich krass dabei. Nach zwei Tagen komplett die Flasche vollgewuchert. Schön. Leider die falsche Kultur. Unschön. 

Die Babyfüße gehen auch ab. Ich hab gefühlt ein halbes Kilo Haut verloren bisher und es geht immer weiter. Befriedigung durch Fußhautpulen. 

Brötchen und Brot gebacken. Fände schön, auch mal etwas Dankbarkeit zu bekommen. Statt dessen: „Mamaaaa, wieso keine Brötchen gibt heute, ich will nur Brötchen!“ – „Ja mein Kind, die haben wir gestern aufgegessen. In zweieinhalb Stunden gibt’s neue. Solange haben wir Brot, oder Joghurt, oder Apfel…“ – „WÄÄÄÄHÄÄÄÄÄHÄÄÄÄÄÄ ICH WILL JETZT BRÖÖÖÖÖÖTCHEN!“. 

Da hat man schon vor dem Frühstück den Kaffee auf. 

Pippi hat Verstopfung. Heute ne halbe Stunde Gezeter (beim Frühstück, die Laune heute früh war bei allen trotz lange schlafen und so irgendwie mies) für ein ungelogen erbsengroßes Häuflein. Ich würd ihr so gern helfen, aber außer viel Stillen und ihr das Bäuchlein massieren kann ich auch nicht viel machen. Heute gabs erstmal Bohnen mit ordentlich Öl und Käse zum Abendbrot, vielleicht hilft das was. Hoffen wirs. 

Herr Rabe hat Michel ein gebrauchtes Fahrrad gekauft. Mit Pedalen. Ohne Stützräder. Michel weiß noch nichts davon, wir werden morgen mal sehen, ob wir ihm das geben oder lieber was anderes machen. Ich würds ja echt gerne ausprobieren.

Morgen gehen wir außerdem mit allemann Essen. Ich bin (an-)gespannt. 

Telefonat mit meiner Mutter. Paket ist noch nicht losgeschickt. Ich. Raste. Aus. 

Was gut war: kuschelige Kinder. Zwei Stück. Hachz. 

Tag 277 – Gemisches

Voll viel Geschwisterplüsch heute. Echt soooo niedlich.

Michel: *schmeißt sich auf Pippi* 

Ich: „Ähhh, was machst du denn da?“

Michel: „Will mit Pippi kuscheln!“

Pippi: „Gähähähä! Gnihihihihi! Hähä! Hähä!“

So ging das den ganzen Tag. Es ist mir schon fast unheimlich. 

Pippi war wieder von halb fünf bis halb sechs wach. Wenigstens spielte sie im Bett und schlief danach wieder ein. Trotzdem doof. 

Essig ins Gesicht ist wirklich komplett kacke. Hab von einmaliger Anwendung eine große trockene Stelle bekommen, am Hals. Suuuuuper. 

Meine Schwiegereltern sind anstrengend. Wegen so vielem. „Ist heute keine Schule?“, „Nich so nah ans Fenster, nachher fällst du da raus!“, „Sie ist müde ne? KUCKUCK! KUCKUCK!“, „Wenn du das machst, komme ich nie wieder!“ aber dann ne halbe Stunde später, nachdem Herr Rabe gesagt hatte „Wenn das so Theater gibt wegen Ausmachen, kannst du wohl erstmal nicht mehr Elefant gucken.“ – „Oh, das ist schwer durchzuhalten.“ .

Plus Langsamkeit, plus dauerndes Geschenke machen, plus ständiges Alles-machen-wollen-aber-nix-gebacken-kriegen (heute im Fernsehturm wollten sie unbedingt den leere Kinderwagen aus dem Fahrstuhl schieben. Ich stieg aus, sie rödelten, Zack, ging die Fahrstuhltür zu und der Fahrstuhl fuhr mit ihnen wieder ganz nach unten). 

Es ist halt anstrengend. Aber die Kinder lieben sie. 

Ich mag ja den Eurovision Song Contest. 

Kirchen mag ich nicht so. Der Dom ist von innen sogar recht hübsch. Aber die Orgel ist extrem laut und Orgelmusik find ich auch eh nicht soooo und überhaupt finde ich es blöd, für eine Kirche außerhalb von so Quatsch wie Orgelandachten saftigen Eintritt bezahlen zu sollen. 

Die Babyfüße fetzen. Es ist sehr befriedigend auf eine sehr freakige Art. Aber ich schlafe weiterhin mit Socken. 

Nach reiflicher Überlegung werde ich wohl diese super teuren* Hautpflegeprodukte von Paula’s Choice kaufen. Erstmal ein chemisches Peeling und eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor. Jetzt überlege ich noch ob ich wohl eher das Zeug gegen handfeste Akne oder eher das gegen unreine Haut und aber auch Falten (jaja, über 30 sollte man sich da mal Gedanken machen! Nein, eigentlich habe ich hauptsächlich Angst, dass das Anti-Akne Zeug meine Haut allzu sehr austrocknen könnte…) brauche. Moan. Das könnte sich noch etwas hinziehen. 

Bisher hat glaube ich am besten geholfen, dass ich mir nicht mehr im Gesicht rumfummle. Das ist aber dafür eine ungeheure Willensanstrengung. Außerdem habe ich meinen *hust* Teddybär *hüstel* mit Hygienespüler gewaschen und er hat ein Loch am Hals und ich bin eigentlich sehr traurig, aber eigentlich geht es auch noch, jedenfalls ist er jetzt sauber. 
* ich weiß, dass die noch nicht so richtig super teuer sind. Aber billig ist definitiv auch anders. 

Tag 273 – Sooooo coooooool!

Guten Abend,

Ich dachte, ich erzähle Ihnen mal wieder was. Das letzte Mal ist ja ewig her. Seitdem ist viel passiert. Ich kann jetzt stehen, ich brauche nur was zum Festhalten oder Anlehnen. Ich kann auch echt voll gut krabbeln, da bin ich total schnell. Manchmal schaffe ich es sogar, Müll auszuräumen, bevor es wer merkt. 

Aber am besten überhaupt ist Duplo. In einer großen Kiste hat Michel sehr viel Duplo. Das macht schöne Geräusche, wenn man die Kiste umkippt und dann ist da dieses ganze tolle bunte Zeug! Leider kann ich noch nicht so gut sprechen, deshalb kommt aus meinem Mund immer nur „Ba!“ oder „Da!“ wenn ich ein Teil aus dem Haufen ziehe, aber in Wirklichkeit sage ich natürlich „Boot!“ und „Auto!“ und „Traktor mit Anhänger und dunkelhäutiger Fahrerin!“. Das Duplo kann man auch auseinander bauen. Da muss man nur fest genug dran reißen, dann gehen die Teile voneinander ab. Das kann ich schon lange. Im Notfall kann man das Zeug auch einfach rumschmeißen, dann gehen die Teile auch auseinander. Aber dann schimpfen Mama und Papa und sagen, das Laminat ginge davon kaputt. Aber ganz ehrlich: das ist mir total egal. Wenn das auseinander soll, dann wird das auseinander gemacht! 

Was ich aber bisher nicht hinbekommen habe, ist die Dinger auch wieder zusammenzubauen. Das ist echt schwierig. Heute habe ich echt alles ausprobiert. Der blaue und der grüne Klotz. Ich hab das bei Michel schon so oft gesehen, man muss die Dinger so zusammendrücken, dann bleiben sie zusammen. Aber der Teufel steckt ja im Detail, nicht wahr? Oder wussten Sie, was alles nicht geht? 

  • Nupsiseite gegen Nupsiseite geht nicht.
  • Flache Seite gegen Nupsiseite geht gar nicht. 
  • Flache Seite gegen Flache Seite geht auch überhaupt nicht. 
  • Überhaupt gehen die flachen Seiten alle nicht. 
  • Löcherseite gegen Löcherseite geht aber auch nicht. 
  • Schräg geht nicht (und glauben Sie mir, ich habs versucht). 
  • Gekippter Klotz geht nicht.
  • Klotz in den Mund nehmen hilft nicht.
  • Finger zwischen den Klötzen oder in den Löchern geht nicht. 
  • Gewalt hilft leider auch nicht (auch das habe ich ausführlichst versucht). 

Sie sehen, es ist kompliziert. Aber es wäre ja gelacht, wenn ich das nicht hinbekäme! Also habe ich heute extensive Testreihen zum Duploklotzproblem durchgeführt. Und es hat geklappt! Ich krieg jetzt die Klötze zusammen! Ein triumphierendes „Daaaaiiiii!!!“ konnte ich mir da nicht verkneifen! 

Es ist einfach so cool! Jetzt kann ich nämlich die Klötze zusammen- und direkt wieder auseinandermachen! Und wieder zusammen! Nie wieder Langeweile!!! 

Allerdings war das so anstrengend, ich glaube, ich schlafe erstmal. 

Mit begeistertem Quietschen grüßt Sie –

Ihre Pippi

Tag 271 – Schwiegereltern zu Besuch

Puh. Meine Schwiegereltern sind da. Das ist für uns alle sehr aufregend, vor allem wohl für meine (leider demente) Schwiegermutter. Ich versuche positiv an die ganze Sache heranzugehen, habe aber bei Sätzen wie „… und wenn du in der Schule auch immer gut aufpasst, dann kannst du auch mal Onkel Doktor werden.“ Schwierigkeiten, meine Hutschnur am Platzen zu hindern. Mein Mantra für die nächsten eineinhalb Wochen wird also sein: sie meinen es ja nur gut. 

Nun ja, die Kinder sind begeistert und den Berufswunsch Arzt kriegen wir dem armen Michel auch sicher schnell wieder ausgetrieben. Eigentlich reicht es ja, ihm alternativ „Pirat“ als Beruf vorzuschlagen, oder „Katze“. Noch. 

Pippi beißt mich gerne mit ihrem einen halben Minizähnchen und ich finde das nicht gut. Das tut nämlich scheiße weh, um genau zu sein. Leider lacht sie, wenn ich schimpfe. Es hilft nur, sofort alles einzupacken und sie runter zu setzen, und auch das hat sie beim nächsten Stillen dann vergessen. Hrmpf.

Meine Mutter hat so ne Paketsache total verkackt und das regt mich kolossal auf, denn 1. habe ich den vor über zwei Wochen bestellten Still-BH immer noch nicht in meinen Händen und 2. ist dadurch auch die Rückgabefrist schon vorbei und der muss jetzt passen und gefallen, sonst sind 50€ zum Teufel. Da hilft auch kein Meditieren mehr, das ist einfach sehr ärgerlich und arrrrg. 

Habe mir jetzt auch Babyfüße bestellt. Ich bin sehr gespannt und auch etwas besorgt, denn Hornhaut an den Füßen hat ja durchaus einen Sinn. Also vielleicht nicht in der Masse, wie ich sie habe, und das trockene, rissige Zeug an der Ferse hat sicher keinen Sinn, aber ich habe schon etwas Angst, mir nachher an meinen Babyzarten Wie-Neu-Füßen Blasen zu laufen. Wir werden sehen. 

Tag 263 – Testosterooooooon

James Bond ist ja so was von behämmert. Ein einziges (entschuldigen Sie den vulgären Ausdruck) Schwanzgewedel. Früher fand ich das mal gut. Was ist bloß seitdem passiert? Bin ich etwa (ach du Schreck!) erwachsen geworden? 

Mit Michel zwei Stunden alleine einkaufen gewesen. War richtig schön. Ich möchte mehr Zeit mit Michel alleine. Einkaufen gehen können wir aber nicht jedes mal, das wird zu teuer. Hab ihm neue Schuhe und Gummistiefel gekauft. Geld für diesen Monat jetzt punktgenau alle. (Michel durfte das Design wählen. Die Gummistiefel sind rot, die Schuhe rosa-lila. Er ist so stolz und ich muss mir noch abgewöhnen, immer im Hinterkopf zu befürchten, er könnte im Kindergarten irgendwas von „Mädchenfarbe“ zu hören kriegen.)

Währenddessen haben Herr Rabe und Pippi Mittagsschlaf gemacht. Sie schlief ganz friedlich neben ihm im Bett ein und mir fallen sehr viele Steine vom Herzen ob dieser Entwicklung. Wir haben auch etwas geübt und sie kommt 6-7 Stunden ohne Stillen aus. Nur der Zeitraum muss noch etwas verschoben werden. Oder ich arbeite halt von 11:30 – 18:00 Uhr. 

Osloplanung steht, Woohooo. Donnerstag los, Samstag zurück. Und das beste ist: es gibt zwei Babys anzugucken, denn Bekannte von mir haben gestern eines bekommen. Hachz! (Memo an mich: Kondome einpacken.)

Pippis erster Zahn raubt uns allen den letzten Nerv. Wenn das jetzt bei jedem von 20 Milchzähnen so geht, dann, ähh, weiß ich auch nicht. Aber das wäre ziemlich schlimm. 

Tag 262 – Handysucht und ihre Folgen

Auch heute wieder kein länger Urlaubsbericht. Ich habe ihn sogar angefangen, aber dann hat Herr Rabe die Simpsons angemacht und Zack waren zwei Stunden rum. Das ist ein schönes Ende für einen Tag, der kolossal kacke anfing.

Die Nacht war schon mehr als bescheiden. Weinendes Baby um 11, um halb eins, halb drei, fünf und sechs Uhr. Zähne, Rotznase, zu warm, wasweißich. Hose voll. Keine Ahnung. Jedenfalls kann man sich meine (eigentlich unser aller) Laune heute morgen ausmalen. Michel zum Kindergarten gebracht, ging halbwegs. Zum Arzt gefahren. Nachdem ich beim letzten Mal wegen der Blutprobe ne viertel Stunde im Wartezimmer gehockt hatte und niemand kam, ich dann irgendwann zur Anmeldung ging und fragte und mir anhören durfte „Ach, Sie kommen nur fürs Labor, ja da müssen Sie durchgehen in den Flur!“ ging ich dieses Mal direkt in den Flur. Die Krankenpflegerin steckte auch gleich den Kopf aus der Labortür: „Wollen Sie zu mir?*“ – „Ja.“ – „Dann kommen Sie mal rein.“

Die Frau nahm mir Blut ab, es tat sehr weh, hörte danach ewig nicht auf zu bluten und ist jetzt sehr blau. Ich dachte noch so bei mir „höh? Drei Röhrchen? Eins für die Hormone (Blut), eins für Antikörper (Serum), und wofür das dritte?“ Da war sie auch schon fertig und ich draußen. Ich ging zum Automaten, gab mein Geburtsdatum ein und hörte, die Rechnung sei noch nicht fertig. Das gleiche nach 2 und auch nach 5 Minuten. Ich ging zur Anmeldung und schilderte mein Problem. 

„Geburtsdatum?“ – „Blabla.“ – „Ahhh, Frau Rabe, Ihr Handy liegt im Kindergarten!“ – „???“

Zweite Arzhelferin (die mir das Blut abgenommen hat): „Waren Sie denn auch beim Arzt?“ – „Nö, nur Blutabnahme.“ – „Ahhhh, Sie sind nicht Guri! Ich habe doch Guri aufgerufen!“ – „???“

Erste Arthelferin: „Ihr Handy liegt im Kindergarten. Ihr Mann hat angerufen.“ 

Zweite Arzthelferin: „Naja, Blut haben wir ja genug, ich drucke nur schnell ein neues Schema aus.“ Sprachs und verschwand. 

Erste Arzthelferin: „Wenn Sie nur zum Labor wollen, müssen Sie trotzdem im Wartezimmer warten. Ihr Rechnung ist jetzt fertig.“

Ich: „????????“

Sie: „Ihre Rechnung ist jetzt fertig. Und ihr Handy liegt im Kindergarten.“

Nach diesem etwas aufreibenden Gespräch fuhr ich also wieder zum Kindergarten, mein Habdy abholen. Es gab nur noch den einen doofen Parplatz vor der Schule, der eigentlich keiner ist, sondern Gehweg. Aber da standen den ganzen Winter über Autos drauf, ist ja nur für kurz. Dachte ich so.  Im Kindergarten sah mich leider (Danke, M. für das „Michel sitzt DAAAAHAAAAA!!!“) Michel und fing an zu weinen. Ich sollte da bleiben. Er war untröstlich. Es dauerte gute zwanzig Minuten und ein angegucktes Buch, bis er mich gehen ließ.  Unter Protest, aber wenigstens ohne Weinen. 

Am Auto: ein Parkzettel über 50 (!!!) €

Meine Laune: bei minus zweihundert. 

Jetzt nicht mehr, Simosons sei dank. Und die neue Babysitterin ist auch nett. Das wird hoffentlich in Zukunft vieles wieder erleichtern. 

*natürlich spricht die nicht deutsch, die Dame sondern nahezu unverständlichen Dialekt.