Heute haben wir auch Michel abgeholt, und obwohl ich mit ihm immer mal Nachrichten geschrieben habe, hauptsächlich, weil er Bildschirmzeit wollte, war ich sehr gespannt, wie es ihm gefallen hat. Pippi tut sich ja wesentlich leichter mit vielen neuen Leuten auf einmal und findet sofort Freunde, Michel… nicht so. Aber: es war alles super gut, alles, rundum, und nächstes Jahr will er dann zum roten Kurs. Der geht über eine komplette Woche. Der Nagellack ist ein bisschen mitgenommen (potzblitz, das Kind passt gar nicht so sehr auf seinen Nagellack auf wie ich?) und Michel kündigte bereits an, dass der erneuert werden muss, damit er wieder schön aussieht. Das Abschlusskonzert war auch wirklich gut, nur das erste Stück („Stück“, mit sehr großen Anführungszeichen) hat mir gar nicht gefallen, wenn das denn überhaupt ein Stück war, es war eher so Lärm mit plötzlichem Knallen und Tuten. Moderne Kunst oder improvisierende 11-Jährige, kommt aufs gleiche raus. Ja, mir ist klar, dass ich mich anhöre wie meine Omi, aber ich stehe dazu. Diese Art von Musik, diese Art von Kunst, mag ich nicht. Der Rest vom Konzert war aber eher normal und wirklich gut, selbst das Stück, bei dem der Dirigent meinte, das sei vielleicht doch zu ambitioniert gewesen (Dragonball), war super. Die Kinder hatten auch alle sichtlich Spaß. Ich finde immer schön, Michel, der ja doch eher reserviert ist, mitgrooven zu sehen. Hachz.
Jetzt sind alle wieder hier und das ist auch schön.
Heute haben wir Pippi abgeholt und Zack, sind wir Erwachsenen wieder erst nach zwölf im Bett. Michels Kurs geht noch bis morgen. Pippis Kurs, der „grüne Kurs“, ist heute zu Ende gegangen und sie hatte eine tolle Zeit. Sie haben auch ein schönes Abschlusskonzert von etwa einer halben Stunde gespielt, wo Pippi mal wieder ihre Rampensauigkeit raushängen lassen konnte. Gespielt hat sie aber auch sehr gut, Schlagwerk hört man ja im Allgemeinen ganz gut raus. Etwas peinlich: sie braucht längere Sticks und das ist halt jetzt erst aufgefallen, weil sie seit längerer Zeit keinen kompetenten Schlagzeuglehrer mehr hatte. Der, der das gemacht hat, war halt „ich kann auch ein bisschen Schlagzeug spielen“ Gitarrist. Das letzte Vierteljahr hatte Pippi auch stattdessen Ukuleleunterricht, weil Schlagzeug mit ihm wirklich eigentlich keinen Sinn hatte. Keine Ahnung, was die Musikschule sich dabei gedacht hat. Anyway, Pippi fand den Sommerkurs super, hat viele neue Freunde und Freundinnen gefunden (wie immer) und geschlafen hat sie glaube ich nicht so viel, jedenfalls schlief sie im Auto quasi sofort ein.
Ich werde jetzt auch schlafen, hoffentlich besser als gestern. Ich kann nicht auf der rechten Seite schlafen, weil ich mich (das habe ich gestern nicht erzählt) gestern Nachmittag im Wohnzimmer lang gelegt habe. Ich hatte die Winterbettdecke gewaschen und die kriegt die Waschmaschine nicht geschleudert, aber macht ja nichts, ich kann die ja draußen aufhängen, da kann sie rumtropfen, wie sie will. Weil die Bettdecke aber eben alles volltropfte, wollte ich besonders schnell durchs Wohnzimmer auf die Terrasse, und es kam, wie es kommen musste, ich rutschte mit meinen nackten, nassen (vollgetropften) Füßen aus und flog voll aus der Kurve, und weil ich ja eine schwere, nasse Bettdecke im Arm hatte, war auch nicht so viel mit abfangen und ich fiel hauptsächlich auf die rechte Hüfte, aber auch auf den rechten Oberarm und ein bisschen das rechte Knie. Dann fluchte ich erstmal ein bisschen herzhaft herum, aber da war diese klatschnasse Decke auf dem Parkett und ich hatte nicht so viel Wahl als mich zu berappeln und die Decke draußen aufzuhängen – und dann noch auf dem Wohnzimmerfußboden aufzuwischen. Jedenfalls sieht man von außen überraschend wenig, aber ich kann auf der rechten Seite wegen Hüfte und Arm aua nicht schlafen. Das ist blöd, ich bin eine ausgesprochene Seitenschläferin. Aber immer wenn ich mich im Schlaf letzte Nacht auf die rechte Seite gewälzt habe, war ich anschließend wach.
Wir waren heute alle etwas… langsam. Das ist auch mal ok. Ich habe nur so Sachen gemacht wie Blumen gießen, Terrarien nach verdauten Kleinnagern absuchen, Geige spielen. Michel hat seinen Koffer für den Korps-Sommerkurs gepackt und ich habe ihm dabei geholfen, Herr Rabe „durfte“ Pippi helfen. Ich hatte glaube ich die einfachere Aufgabe, ums mal so zu sagen. Abends habe ich Michel noch mal neu die Fingernägel lackiert, weil er das gerne noch mal „in ordentlich“ wollte. Also habe ich das komplette Arsenal aufgefahren, Unterlack, zwei Schichten Lack, Überlack. Jetzt dürfte er für eine Woche versorgt sein, auf jeden Fall bis Donnerstag, wenn er vom Korpskurs zurück kommt. Er ist so happy damit, ich schlucke alle Ängste, dass die fremden Kinder ihn deshalb mobben könnten, runter. Bestimmt sind das alles ganz nette Kinder, die alle so sein lassen, wie sie wollen, ganz bestimmt.
Wir waren heute alle etwas… langsam. Das ist auch mal ok. Ich habe nur so Sachen gemacht wie Blumen gießen, Terrarien nach verdauten Kleinnagern absuchen, Geige spielen. Michel hat seinen Koffer für den Korps-Sommerkurs gepackt und ich habe ihm dabei geholfen, Herr Rabe „durfte“ Pippi helfen. Ich hatte glaube ich die einfachere Aufgabe, ums mal so zu sagen. Abends habe ich Michel noch mal neu die Fingernägel lackiert, weil er das gerne noch mal „in ordentlich“ wollte. Also habe ich das komplette Arsenal aufgefahren, Unterlack, zwei Schichten Lack, Überlack. Jetzt dürfte er für eine Woche versorgt sein, auf jeden Fall bis Donnerstag, wenn er vom Korpskurs zurück kommt. Er ist so happy damit, ich schlucke alle Ängste, dass die fremden Kinder ihn deshalb mobben könnten, runter. Bestimmt sind das alles ganz nette Kinder, die alle so sein lassen, wie sie wollen, ganz bestimmt.
Gestern habe ich die Kinder vor die Wahl gestellt, entweder sie gehen heute zur Hochzeit der Dirigentin des Korps, um vor der Kirche Spalier zu stehen, oder sie gehen mit mir auf die Oslo Pride Parade. Pippi wollte lieber auf die Hochzeit, Michel sagte aber sofort, dass er auf die Pride Parade will. Also machten sich heute die geräuschempfindlichen Raben, die nicht so gern sozial sind, auf, um die Pride Parade anzuschauen. Allerdings in fein gemacht, Michel wollte gerne dafür seine Fingernägel lackiert bekommen und sagte auch zum angebotenen Glitzer ins Gesicht (davon hatte ich viel drauf, Make-Up-mäßig habe ich heute nach langer Zeit mal wieder geklotzt statt gekleckert) sofort ja.
Das wurde ein richtig schöner Ausflug. Den Erziehungsauftrag, nach Möglichkeit zuzusehen, dass die Kinder tolerante, weltoffene Menschen werden, die sowohl selbst so leben, wie sie halt sind, als auch alle anderen so leben lassen, wie die halt sind, nehme ich ja durchaus ernst. Man muss nicht mit allen Freund sein, aber alle verdienen Respekt als Mensch. Man selbst kann auch nur wenig für die Ausrüstung, die einem für’s Leben zugeteilt wird, und solange es niemand anderem schadet, kann man mit der Ausrüstung doch sehr gut sein bestes Leben leben. Ich finde es deshalb gut, wenn die Kinder mal mehr gelebte Vielfalt sehen als wir hier so im Dorf zu bieten haben. Familien, die nicht aus Mutter-Vater-Kind bestehen. Männer mit Glitzer im Bart, lesbische Pärchen, Menschen, die nach außen hin kein eindeutiges Geschlecht präsentieren.
Und all das und noch viel mehr gab es zu sehen, in der Parade und im Publikum. Michel konnte nicht gut still stehen, deshalb sind wir quasi neben der Parade her bis zu deren Ende gelaufen und haben uns dann da im Pride Park noch was zu trinken und Fähnchen gekauft (da hatte ich neulich was zu gelesen, was auch schlüssig ist, nämlich dass man nach Möglichkeit Pride-Flaggen etc. nicht im Discounter kaufen sollte, sondern bei einer queeren Organisation oder einer, wo das Geld dann auch queeren Zwecken zugute kommt und nicht einfach nur kommerzialisiertes Regenbogenwashing irgendeiner ohnehin gut verdienenden Kette ist). Michel ließ die ganze Zeit dann doch lieber die Kopfhörer auf, weil es zum Teil wirklich laut war. Voll war es auch, man musste sich teilweise ganz schön eng an Leuten vorbei quetschen. Nun ist Michel ja ein Hänfling und neurodivers noch dazu, er kam viel schneller voran als ich und wartete auch nicht, weshalb ich mehr so ein Stopptanzen aufführte, um ihn immer zwischen den Menschenpfropfen wieder einzuholen.
Ich habe auch Fotos gemacht, da sind aber natürlich überall Leute drauf, die ich nicht alle gefragt habe, ob sie ihre Teilnahme an der Pride auf einem random Blog im Internet haben wollen.
Michel hatte jedenfalls großen Spaß, wedelte begeistert sein Fähnchen und will nächstes Jahr wieder hin. Obwohl es laut und hell war, was, oh Wunder, für ihn auch schwierig ist.
Habe jetzt Urlaub. Für lange. Und 2/3 davon sind abspazierte Flexizeit.
Pippi hatte heute Vorstellung von ihrem Dance Camp, das war echt beeindruckend, wie viel die in einer Woche gelernt haben und was die so auf die Beine stellen. Ich bin auch sehr stolz auf meine kleine Tanzmaus, die macht das super und hat eine tolle Bühnenpräsenz.
Ich hab leider keine Fotos gemacht, das hat Herr Rabe alles gemacht, aber der sitzt noch zockend auf dem Sofa.
Aber ein Foto von Monty hab ich gemacht. Monty ist nach den regelmäßigen Rattenfütterungen sichtbar mehr chonky, und immer noch so hübsch gezeichnet. Ich denke, ich werde mal die nächste Rattengröße bestellen.
Habe jetzt Urlaub. Für lange. Und 2/3 davon sind abspazierte Flexizeit.
Pippi hatte heute Vorstellung von ihrem Dance Camp, das war echt beeindruckend, wie viel die in einer Woche gelernt haben und was die so auf die Beine stellen. Ich bin auch sehr stolz auf meine kleine Tanzmaus, die macht das super und hat eine tolle Bühnenpräsenz.
Ich hab leider keine Fotos gemacht, das hat Herr Rabe alles gemacht, aber der sitzt noch zockend auf dem Sofa.
Aber ein Foto von Monty hab ich gemacht. Monty ist nach den regelmäßigen Rattenfütterungen sichtbar mehr chonky, und immer noch so hübsch gezeichnet. Ich denke, ich werde mal die nächste Rattengröße bestellen.
Heute ist Pippi beim Sport-Hort sozusagen ausgezogen. Morgen geht sie zwar noch mal hin, aber da machen sie direkt nach der Schule (es ist letzter Schultag) einen Ausflug. Heute hat sie deshalb schon mal alles mitgenommen, nur war da gar nichts mehr. Und nach den Ferien geht sie nicht mehr hin. Dann haben wir gar kein Kind mehr in irgendeiner Betreuung, wie konnte das denn so schnell passieren? Die waren neulich doch noch so klein.
Unter dem nächsten Bild ist ein Bild von Monty. Ich habe heute in den Terrarien Blumen gegossen und dabei auch allerlei Reste gefunden, verdaute Reste von Wasser, verdaute Reste von Ratte und eine Haut. Kein Wunder, dass sich Monty tagelang nicht aus der Höhle rausbewegt hat. Ich finde auch, Monty ist ganz schön groß geworden. Muss die zwei mal wieder wiegen.
Diese (im Bild folgende) Etüde macht, dass meine Hand verkrampft. Meine Güte, ich dachte, 17 sei schlimm, aber das hier nimmt den Kuchen, wie man auf Englisch so schön sagt. Da hilft auch das langsame Tempo nicht. (Das ist aus „Melodious Double Stops“ von Josephine Trott. Ich mag das Buch an sich sehr, das ist sehr pädagogisch aufgebaut und ich kann das Üben von Doppelgriffen echt nur empfehlen, das verbessert links die Technik auch in anderen Bereichen erheblich. Wahrscheinlich weil man für Doppelgriffe Koordination üben muss, die kommt einem dann anderswo auch zugute.) Aber auch bei diesem Stück gilt: üben hilft. Inzwischen, nach einer Woche dran rum üben und viel fluchen und Hand ausschütteln ist es nur noch schlimm, nicht mehr unmöglich. Ich schaffe sogar mitunter, mich in jedem zweiten Takt ein klein bisschen zu erholen und die Hand wieder zu entspannen. So bis zur Hälfte. Da muss ich wieder fluchen.
Wie gesagt, wer kein Bild von Wechselwarmen sehen will, scrollt nach den Noten nicht weiter.
Zu viel gearbeitet, ansonsten nichts zu erzählen. Von Michel gedrückt worden, als ich endlich nach Hause kam, einfach so, ohne dass er was wollte. Das war schön, er ist ja immer noch ein bisschen mein Baby.
Ich habe den Beweis, dass Greg eigentlich eine Schildkröte ist. (Monty liegt in einem Versteck auf der warmen Seite und verdaut, ich glaube hen hat sich seit Samstag höchstens mal auf die andere Seite gedreht. Wenn man ganz leise ist, hört man es aus dem Terrarium vielleicht ab und an mal rülpsen oder schnarchen.)
Hab den Titel gestern nicht erklärt, es war ja auch schon spät. Ich habe das Gefühl, ich habe nicht nur kein sonderlich dickes Fell, sondern ich habe einfach gar kein Fell, wie so ein Nacktmull, was bestimmte Dinge angeht. Zum Beispiel die Kommunikation mit anderen Menschen und, speziell, missverstanden zu werden. Da gehen alle Rollos runter. An schlechteren Tagen hab ich nicht mal Haut (also wie so eine gepellte Weißwurst, oder ein Nacktmull ohne Mütze, äh…) und Mittwoch und Donnerstag waren echt schlechte Tage.
Was hatte ich erwartet? Naja, ich hatte zumindest NICHT erwartet, dass Leute in eine simple Bitte ganz offenbar lauter Zeug reininterpretieren, was da nicht steht und ich auch nicht denke. Aber vielleicht ist das halt auch so ein Ding, was eventuell damit zusammenhängt, dass mich missverstanden zu werden so ungemein frustriert. Ich kommuniziere direkt und brauche und erwarte auch dass mit mir direkt kommuniziert wird. Untertöne nehme ich (sogar sehr gut) wahr, die verwirren mich aber meistens und es braucht lange (meistens auch Rückversicherung bei anderen), bis ich die entwirrt habe und eine ungefähre Idee habe, was man mir nonverbal zu vermitteln versuchte. Ich schreibe deshalb selbst auch nichts zwischen die Linien. Viele andere Leute schreiben aber ganz viel zwischen Linien und nehmen daher auch an, dass alle anderen das tun. Und dann passiert halt sowas.
Auch in diesem Fall brauchte es übrigens einen Übersetzer für die Untertöne. Herr Rabe sagte nach einem Blick auf die Replys: Die fühlen sich ertappt, weil die wissen, dass das eigentlich nicht so geil ist, aber sie es trotzdem erlauben, und jetzt hast du ausgesprochen, dass das nicht so geil ist und sie haben ein schlechtes Gewissen.
Das war nicht meine Absicht gewesen, aber ändern kann ich’s jetzt auch nicht mehr. Nächstes mal (hahahahaha als würde ich noch mal irgendwas substantielleres als „Schönes Wetter heute“ da äußern) kommt dann halt noch der Disclaimer dazu, dass ich keinem irgendwas vorwerfe und niemanden shamen möchte.
Auf Twitter hätte ich so eine Reaktion im Übrigen erwartet, auch deshalb bin ich da auch nicht mehr. Und generell habe ich gestern festgestellt, dass ich einfach lieber mit Leuten rede, die im Zweifel nachfragen, wie etwas gemeint ist, bevor sie verbal zuschlagen.
Besonders enttäuschend, dass ich sogar gemacht habe, was ich im Kommunikationsseminar gelernt habe, also das Rezept peinlich genau befolgt, und der Kuchen ist trotzdem leider im Ofen explodiert. Fast so als wären Rezepte nicht auf Menschen anwendbar. Meh. Aber jetzt ist das Krönchen wieder drauf. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert, nicht wahr.
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Gestern Abend, ja, das war wirklich feuchtfröhlich. Mit dem kompletten pädagogisch-psychologischen Dienst des Dorfes. Die sind jetzt alle inhabil (ich glaube es heißt auf deutsch befangen?) uns gegenüber. Die Dame, die Michels Vordiagnostik gemacht hat, war auch da. Auch der Kommunenpsychologe war da. Wir hatten echt viel Spaß, die Babysittermama ist eine totale Partyqueen und reißt auch ruhigere Gemüter gnadenlos mit. Bis ich merkte, dass der Fruchtpunsch Alkohol enthielt (man schmeckte das wirklich überhaupt nicht), war es auch schon zu spät und ich hatte zu viel davon intus, als dass ich noch hätte Auto fahren können. Also nicht hackenstramm, andere waren hackenstramm, dagegen war ich richtig zahm angetütert, aber halt jenseits von Fahrtüchtigkeit. Herr Rabe auch, aber dem hatte ich auch nicht ansonsten nur alkoholfreies Radler gekauft. Naja und dann konnte ich auch noch ein drittes Glas davon trinken und weigerte mich auch nicht gegen Mojito. Einen. (Ich mag Mojito echt gerne.) Und irgendwie waren wir dann plötzlich in der einzigen Kneipe des Dorfes (so plötzlich nicht, der Sohn der Chefin der Babysittermama hat uns gefahren, die Chefin ließ sich aber lieber nach Hause statt in die Kneipe bringen, kluge Frau). Da liefen aber nur die selben 5 Lieder in Dauerschleife und der Abstand der Alkoholpegel zwischen mir, Herrn Rabe und dem Kommunenpsychologen nebst Freundin und… dem ganzen Rest war auch auffallend hoch, weshalb wir uns nach einem alkoholfreien Bier verabschiedeten und nach Hause gingen.
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Heute morgen war trotzdem hart, ich hatte versprochen, um 11 bei der Pride Parade im Dorf aufzulaufen, deshalb klingelte um neun der Wecker. Mein Kopf erinnerte mich daran, dass ich Alkohol oft echt nicht so gut vertrage, auch in moderaten Mengen nicht. Bis ich meinen (muskelkaterigen) Hintern aus dem Bett gehievt hatte, war es aber auch irgendwie schon nach zehn. Ich warf Brötchen in den Ofen, Herr Rabe machte mir Kaffee, ich wusch meine Haare und schminkte meine Augen ratzfatz in Blau-Lila-Pink mit ordentlich Glitzer (und schminkte den Rest von meinem Gesicht einfach gar nicht, weil keine Zeit) und dann war ich auch nur ein ganz bisschen nach elf bei der Pride. Die war sehr niedlich, wir gingen mit etwa 100 Leuten ein Mal um den Block. Es ist trotzdem wichtig, finde ich, zu zeigen, dass jede*r willkommen ist, solange es nette, weltoffene und tolerante Menschen sind. Von der Party-Truppe von gestern war übrigens nur eine da, mit dickem Kopf aber ansonsten fit. Der Rest wollte kommen, war aber durch verschiedene Umstände verhindert.
Wieder zu Hause aß ich endlich mein Brötchen. Wir schnackten ein bisschen, Herr Rabe und ich, und dann trennten sich unsere Wege, Herr Rabe zum Aufbau mit seiner Band, ich die Kinder von der Korpstour wieder abholen. Die Kinder wollten, zu meiner großen Überraschung, beide nicht mit nach Hause. Michel sagte, es sei SEHR gut gewesen, die Tour. Hach. Das freut mich immer sehr, die haben da einen tollen Zusammenhalt, wo auch Kinder wie Michel, der sonst sozial eher etwas zurückhaltend ist, voll aufgenommen werden. Hach, Hach.
Abends schnappte ich mir dann die Kinder, Papas Auftritt angucken. Und was soll ich sagen, die Band ist einfach richtig gut. Der Sound war gut (ich habe zwei Lautstärkewarnungen von meiner Uhr bekommen), und die drei produzieren ein fettes Brett aus Rock, Punk, (Mainstream) Metal und Indie. Sehr tight, 10 von 10 Punkten von einer sehr kritischen Zuhörerin. Bisher spielen sie nur Coversongs, aber ab dem Sommer möchten sie selbst Lieder schreiben. Das wichtigste aber ist, dass man denen anmerkt, dass sie da echt Spaß dran haben. Eine Stunde lang haben die drei abgeliefert, im Regen und vor einem kleinen Publikum, aber, ich habe das mitverfolgt: das Publikum sind alle bis zum Schluss da geblieben und es kam echt viel Applaus und Jubel. Dafür dass das nicht so viele Leute und Norweger waren, war das Publikum ziemlich laut in seiner positiven Rückmeldung. Pippi fand es auch super, Michel hielt sich am Rand und wollte, glaube ich, hauptsächlich nicht mit den Stufenkameraden sprechen. Die haben inzwischen sehr unterschiedliche Interessen. Tja.
Mit albernen Hüten. Von den coolen Kids geliehen und daher auch zu klein für drei erwachsene Schädel.
Das war schön. Herr Rabe sieht auch einfach sehr gut aus, muss ich sagen, ich stehe inzwischen auf Ü-40-Jährige Bassisten mit grauen Strähnen in langen Haaren. So gesehen sollte ich der Band vielleicht keinen weiteren Erfolg wünschen (hinterher kommt Herr Rabe noch rum und wird von Groupies belagert), aber ich glaube, da habe ich ganz schlechte Karten, das war sehr solide abgeliefert heute.