Ich bin wieder zu Hause, auch schon seit gestern, und ich hab im Flugzeug auch geschlafen, aber ich falle abends einfach um, wie erschossen. Ansonsten ist aber alles gut. Muss mich nur sammeln und ein bisschen die Stille in diesem Land hier genießen.
Inspektion ging auch gut aus. Alles gut, nur furchtbar müde.
Selbst wenn ich jetzt sofort einschlafe, klingelt in fünf Stunden der Wecker. Ich bin aber schrecklich aufgekratzt und kann gar nicht schlafen. Wir arbeiten zu viel und zu lange und zu Hause bei der Arbeit ist auch irgendwas im Gange. Ansonsten essen wir. Es ist sehr viel und zum überwiegenden Teil auch ausgesprochen gutes Essen, aber jetzt haben wir heute schon zum zweiten Mal das Abendessen einfach ausfallen lassen, weil einfach gar nichts mehr rein geht. Dagegen könnte man, selbst wenn man dafür Zeit hätte, gar nicht an-trainieren.
Also ja. Alles eigentlich gut, nur viel und so langsam auch so überreizt, dass ich zu Hause gern eine Woche ins Schweigekloster gehen würde. Wenn man da Geige spielen dürfte jedenfalls.
P.S.: kein Sonnenbrand! Nicht mal ein bisschen! Sonnencreme plus Sonnenkleidung hat es rausgerissen.
Hab zwei Bier getrunken, es ist ja immerhin Samstag und morgen dann doch auch mal frei. Der Lieblingskollege und ich haben dann noch sehr lange Kluster Duo gespielt, wobei wir uns langsam ein Publikum erarbeiten. Die Leute fragen sich halt schon, was wir da eigentlich machen. Aber jetzt bin ich ein bisschen beduselt.
Ich freue mich unbändig auf fast acht Stunden Schlaf. Der Lieblingskollege hatte heute Nacht schon über sieben, der hat nämlich, ganz ähnlich wie ich letztes Jahr, heute verpennt.
Es ist erstaunlich okay und wenig schlimm, dass ich dieses Mal hier das Sagen hab, also lead inspector bin. Läuft ganz ok soweit. Ich mag die Bestimmerinnenrolle durchaus auch.
Bin gestern und vorgestern einfach sang- und klanglos eingeschlafen. Viel zu spät natürlich. Aber hier ist auch echt viel los. Mittwoch haben wir ein wenig gearbeitet, ein wenig gesportelt und viel versucht, den Jetlag zu bekämpfen. Gestern war Inspektion, heute auch. Kurz dachte ich gestern, am Mittagessen sei irgendwas nicht gut gewesen. Aber bis zum Abendessen ging das dann wieder und zum Abendessen habe ich mir dann einfach kurzerhand alle Innereien weggebrannt mit wirklich, wirklich scharfem Essen. Aber lecker. Zwei Currys, ganz simpel, dazu Naan und nach den ersten Bissen dazu dann auch Curd Rice. Danach haben wir noch die Hochzeit fotografiert, die hier im Hotel stattfand. Komplett wilde Sache.
Ein klitzekleiner Ausschnitt: der Eingang zum Festivalplatz, wo zwei Bühnen aufgebaut waren, die Gäste auf Samt-Sofas platznehmen konnten und etwa 20 Blumenläden ihren gesamten Warenbestand ausgeleert zu haben schienen.
Dazu gab es Feuerwerk, unfassbar schicke Menschen, eine Trommelband und Tanz.
Heute dann wieder Inspektion. Morgen auch. So schön, dass die norwegischen Arbeitszeitgesetze außerhalb Norwegens nicht gelten.
Heute war ich fahrig, unkonzentriert und aufgeregt. Morgen geht es mal wieder nach Indien, nur muss ich dieses Mal die ganze Chose leiten. Ich fühle mich schlecht vorbereitet (bin ich nicht) und generell hab ich so vieles nicht gemacht, was ich hätte machen müssen, es ist furchtbar.
Herr Rabe und ich haben zu Hause auch fast nur abgeklatscht. Auch das ist blöd.
Egal. Es kommt wie es kommt. Und ich treffe den Lieblingskollegen um 5 Uhr in der Lobby, muss also jetzt echt schlafen. Gute Nacht!
Erst mal: super produktives Wochenende, eigentlich brauche ich jetzt Wochenende, um mich davon zu erholen. Gestern war ich mit Pippi beim Wertstoffhof, dann Handtücher aussuchen, dann einkaufen, zwischendurch einen Adventskranz fertigstellen, Eier holen, Kartoffeln holen, Zeug für die anstehende Reise ausdrucken, mein Passwort am Computer wechseln, den Ratten-Liefer-Mann treffen (wie immer an der Raststätte, wie immer werden da zu dunkler Stunde gefrorene Kleinnager am Kofferraum überreicht, das ist immer noch absurd) und spontan Schlangen füttern, weil ich versehentlich 20 90 g-Ratten bestellt hatte, statt 10. Jetzt müssen die Schlangen halt öfter kleinere Ratten fressen, weil der Gefrierschrank voll ist. Sie haben sich allerdings auch nicht beschwert. Greg ja eh nie, der frisst auch, wie ich jetzt weiß, recht kurz vor der Häutung noch, aber auch Montys Ratte war heute Morgen dann weg.
Heute dann Haushalt, Wasserwechsel am Aquarium, Blumen gießen, Kinderchaos, Noten suchen, und dann los zum Baum anzünden. Jetzt ist es nur so, dass die erste Regel der Elstadlia lautet: fahr nicht, wenn Schnee in der Spur ist. Die Spur: da wo die Wärmekabel sind. Da war aber Schnee, nasser Schnee, aber ich hatte ja auch nicht so richtig ne Wahl, ich war ja schon halb unten, als ich sah, dass da Schnee war also machte ich irgendwie Augen zu (sprichwörtlich. Meine Augen waren SEHR WEIT AUF) und durch. Naja, das lief so:
Unten angekommen, musste ich erst mal anhalten und atmen, während Pippi mich sehr besorgt fragte, ob alles gut sei. Ja, aber echt grad so. Das war nicht lustig und ich möchte das auf keinen Fall wiederholen.
Naja dann war Tuten und Trommeln und mir wurde eine Fackel in die Hand gedrückt, irgendwie war auch Fackelzug, ich habe ein echt großes Problem mit Fackelzügen generell, und außerdem Angst vor Feuer und Funken und speziell vor Feuer in der Hand von polyesterbekleideten Kindern, die unkoordiniert damit rumwedeln. Wer denkt sich sowas denn aus? Aber die Kinder haben das super gemacht, trotz Scheiß Wetter (es Schnee-nieselte die ganze Zeit). Danach wollten wir aber alle drei einfach nur super schnell nach Hause und weil Pippi heulte weil ihr kalt war und es von unten so aussah, als wären die Wärmekabel angesprungen, unternahm ich den idiotischen Versuch, den Berg raufzufahren. Haha. Ich kam, mit Hängen und Würgen, halb hoch. Durchdrehende Reifen und spritzender Schneematsch und Adrenalin auf Anschlag. Nach dem dritten missglückten Anlauf, den Rest des Berges hochzufahren, gab ich auf. Ich schaffte es irgendwie tatsächlich, vor der Garage der Nachbarn zu parken, aber so, dass man sowohl deren Garage noch benutzen, und, wenn man lebensmüde ist oder Spikereifen hat, den Berg hoch- und runterzufahren. Ich war da eigentlich ganz zufrieden mit mir, aber Pippi heulte jetzt noch mehr, weil sie meinte, dass das alles ihre Schuld sei. Ich habe sie dann beruhigt, wir haben den Nachbarn Bescheid gesagt, dass unser Auto da steht, und dann haben wir diverse Instrumente den Berg hoch getragen. Das sind nur so 100 Meter, also kein Drama, aber zu steil für unser armes Auto.
Oben angekommen bekam Pippi den Auftrag, staubzusaugen und Michel und ich gingen Schnee schippen. Die komplette Straße runter. Das Auto ließ ich trotzdem stehen. Die Aktion dauerte 1,5 Stunden und ich beneidete Pippi hart um das Staubsaugen, um es mal so auszudrücken. Es war nicht viel Schnee, vielleicht 5-7 cm, aber nass und schwer und matschig und dabei nieselte es die ganze Zeit weiter. Und der Berg ist steil und da schippen macht auch echt gar keinen Spaß. Aber wäre schon schön, wenn sich niemand an den Blumentöpfen der Nachbarn an der Ecke (das sind so riesige Schalen aus Beton, wie sie auch gerne in Fußgängerzonen stehen) das Auto verbeulen oder am Feld im Graben landen müsste.
Und danach hatte sich ja gar nicht magisch das Haus selbst gereinigt (also über Pippis Staubsaugen hinaus) oder Essen gekocht. Also haben wir das auch noch alles gemacht. Es wurde alles furchtbar spät, aber es ist jetzt auch alles wirklich sauber. Die Kinder wurden dieses Mal zum Tauschen verdonnert, also Pippi putzte mit mir die Küche und Michel mit mir das Kinderbad, und es wurde nur wenig gemurrt. Michel entdeckte beim Wischen des Badezimmers, dass Wischen gar nicht so schlimm ist und wischte dann noch freiwillig die Küche und das Wohnzimmer, was wirklich super und auch wirklich nötig war. Pippi half beim Dampfnudeln machen mit und bekam die komplette Hefeteig-Einweisung inklusive Teig schleifen, aber dafür haben auch beide Kinder sehr gerne das Essen gegessen. Ich habe dafür die neue Edelstahlpfanne ausprobiert und erstaunlicherweise ging das sehr gut und nichts ist angebrannt. Es hat sich noch nicht mal festgesetzt. Ich werde eventuell noch Edelstahlpfannenfan, wer hätte das gedacht?
Jetzt werde ich mal ein bisschen schlafen. Gepackt ist noch nichts. Aber ich will und werde mich nicht dafür runter machen, was alles nicht getan wurde.
Morgen wird auch der Elektriker angerufen, denn die Wärmekabel müssen dringend wieder einsatzbereit gemacht werden. Nicht am Sonntag mit drülftausend Geld Wochenendzuschlag, aber halt schon, bevorzugt sehr bald. Es springt wohl immer wieder die Sicherung raus. Drücken Sie uns die Daumen, dass es erstens weiter reget und Plusgrade bleibt, und zweitens die Kabel bald wieder funktionieren.
Ich habe soeben einige Weißwaren bestellt. Wir können dann jetzt unsere Küche technisch bedeutend upgraden. Das war teuer, aber eine Ausgabe, die wir eingeplant haben und tatsächlich haben wir durch das Warten auf Black Friday immerhin etwas gespart. Ich habe auch gestern schon einen Quooker im Black Friday-Angebot bestellt, weil der Installateur eh nicht zu Potte kommt.
Uffz. Das war überraschend nervtötend. Jetzt lieber schnell schlafen, morgen muss ich bügeln, Sonntag haben die Kinder „Baum anzünden“* mit dem Korps.
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*nicht tatsächlich einen Baum anzünden, das heißt nur so hier, wenn man „die Licher am Weihnachtsbaum anzündet“.
Es ist einfach der schlimmste Monat. Es ist kalt, aber noch nicht richtig kalt. Es ist dunkel, richtig dunkel. Es ist Eis auf der Straße. Es ist auch manchmal Schneematsch auf der Straße. Es ist noch nicht Weihnachten. Alles ist tot. Alle arbeiten rund um die Uhr, was soll man auch sonst machen. Alle haben schlechte Laune, aus allen den oben genannten Gründen.
So viel Vitamin D kann man echt gar nicht nehmen, damit das erträglich wird. Wenn ich Winterschlaf halten könnte, wäre ich sofort dabei. Im Herbst eine Speckschicht anfuttern und dann bis Mitte April in irgendeiner Höhle schlafen. Ich finde, das könnte man mal entwickeln.
Aber stattdessen schlafe ich, wenn’s hoch kommt, sechs Stunden und recherchiere spät abends noch Backöfen im Black Friday Angebot. Unser Backofen ist zwar so ganz ok, aber da er ein Kombigerät mit einer wirklich grottigen Induktionsplatte oben drauf ist, muss er trotzdem gehen. Und dann ist halt die Frage, ob man viel oder richtig viel Geld ausgeben will. Da kann eine schon mal nachts drüber nachdenken, ob es wirklich eine Dampf- und eine Airfryer- und eine Pyrolysefunktion und drölfundsechzig Programme für alles und Tralala sein muss. Andererseits kauft man vielleicht alle 20 Jahre mal nen Backofen.
Nen Backofen, der nen Essensplan macht, mit ausgewogenen Mahlzeiten, die nicht zu viel bearbeitetes Zeug beinhalten, die sich in maximal 30 Minuten zubereiten lassen, und die beide Kinder essen, den würde ich nehmen. Die Zutaten entsprechend direkt nach Hause ordern auch bitte. Und von Ende Oktober bis Mitte April bitte auch selbsttätig zubereiten, da kann ich ja nicht, da halte ich Winterschlaf.
Bin heute ganz beflügelt aus meiner Geigenstunde rausgegangen, weil ich mit etwas über einer Woche Üben aus „Wahhhh, Hilfe!“ ein okayes Stück hinbekommen habe, mit sauberen Oktaven, sauberen Akkorden, und einer wesentlich entspannteren linken Hand. Sogar Lob vom Lehrer habe ich bekommen! Hurra! Vielleicht bin ich doch kein hoffnungsloser Fall. Wenn ich jetzt noch eine kleine Nachmusik in einem spielerischen, leichten, schnellen Tempo hinbekomme, bin ich zufrieden.
Danach war noch Ballett und da habe ich auch gekämpft (wie immer) aber auch das ging heute einigermaßen, sogar Balancieren. Wenn ich einigermaßen sage, meine ich: so dass ich zufrieden mit mir bin. Das ist alles jetzt nicht unbedingt auf Opernhaus-Niveau (weder Geige noch Ballett) aber ich merke selbst, wo ich besser werde. Und darauf kommt es an. Nur bin ich ja Westfälin, da ist „joa“ Lob genug.
Jetzt schnell Bubu machen. Morgen ist schon wieder ein (langer Arbeits-)Tag.