Tag 1132 – Warum?

Wir haben heute wegen des kranken Michels ein bisschen jonglieren müssen. Natürlich hätte ich Michel auch mitnehmen können, um Pippi in den Kindergarten zu bringen und sie wieder abzuholen, aber ich hatte heute auch einen lang angesetzten Arzttermin und Elterngespräch in Michels Schule. Also blieb Herr Rabe zu Hause und machte Home Office* und sprang für meine außerhäusigen Termine mit der Kinderbetreuung ein.

Erstmal: so große Kinder sind ja schon ganz praktisch, wenn sie „nur“ verrotzt sind, „tote Brakterien im Mund“ haben, ein ganz bisschen fiebrig sind und gerne Hörspiele hören (und noch lieber Grizzy und die Lemminge schauen). Ab und zu mal neuen Tee gereicht, einen Apfel geschnitten, ein Brot geschmiert, ansonsten ist es sehr wartungsarm geworden, das Kind.

Dann: der Arzttermin. Bei einer Ärztin, die nicht meine Hausärztin ist, sondern eine Vertretung, weil meine Hausärztin in Elternzeit ist. Tjanun. Der Termin war ziemlich skurril, angefangen von der Zeit im Wartezimmer, in der plötzlich vier Polizistinnen und Polizisten hereinkamen, ganz kurz mit der Empfangsdame schnackten und dann recht zügig in den Behandlungsbereich gingen, bis zum Gespräch mit der Ärztin: „Warum sind Sie hier?“ – „Weil ich eine Schilddrüsenüberfunktion habe.“ – „Aha. Warum?“. Jaaaahahahaha, Moment ich frag grad mal kurz… Hallo Schilddrüse? WARUM, SCHILDDRÜSE? Warum diese Scheiße, echt mal, was hab ich dir denn getan? Oh, echt, meinst das war zu viel Stress? Mit Schwangerschaften hin und her und dann Umzug nach Norwegen, PhD-Scheiß, Mann-arbeitslos-Scheiß**, hab ich die Schwangerschaften erwähnt? Ok, sehe ich ein. … Die Schilddrüse sagt, sie sei anfällig für Stress.

Das hab ich natürlich nicht so gesagt. Und nach einem Blick in meine Patientenakte*** war ihr dann auch vieles klarer und sie schickte mich zum Blut abnehmen. Vorher fragte sie aber noch mal nach der aktuellen Krankschreibung und… stellte ganz unauffällig mit der Frage gleich eine Packung Kleenex auf den Tisch. Da hab ich wohl nen Heulsusen-Vermerk in der Akte seit letzter Woche. Hupsi.

Als ich ging lungerten die Polizistinnen und Polizisten noch in der Praxis herum, sahen aber sehr entspannt aus.

Ach ja: beste Blutabnahme. Kaum was gemerkt, nix zu sehen. Hab ich der Laborantin gleich gesagt, dass sie das sehr gut mache. Sie war sehr geschmeichelt und verwundert, dass wer das gleich beim Stechen bemerkt.

Das Elterngespräch war sehr viel weniger skurril. Höchstens, dass ich wohl Michel sehr ähnlich sehe (ich sehe das gar nicht, wirklich nicht, er sieht halt aus wie er…) und dass er sehr gut konzentriert und fokussiert arbeiten könne, das verwundert mich bei meinem Ich-springe-bei-10-Minuten-Hausaufgaben-drei-mal-auf-und-mache-irgendwas-Kind dann doch etwas. Aber in der Schule ist er wohl nicht so. Alles andere war wenig überraschend, Michel ist ein tolles Kind, das die anderen Kinder mit enthusiastischen Vorträgen über Dinosaurier unterhält, am liebsten mit seinem Kumpel J.-Michel spielt, aber alle mitspielen lässt, die ordentlichste Schrift hat er nicht, er erzählt lieber, was er alles basteln möchte, als das dann wirklich umzusetzen****, er redet gut und ein bisschen Trøndersk und manchmal sagt er auch, was Worte auf Deutsch heißen, wenn er das lustig findet. Seine Klassenlehrerin***** ist jedenfalls mit ihm zufrieden.

Ansonsten heute Kinderzimmer und Loft aufgeräumt und gesaugt und mir bei irgendwas anderem, nichtigen, meine Schulter so arg verrenkt, dass ich seit Stunden mit Wärmekissen im Nacken auf verschiedenen Polstermöbeln liege um den Schmerz unter Kontrolle zu kriegen, der um den Kopf rum bis zur Nase zieht. Super.

Mal sehen, ob Michel morgen wieder zur Schule kann, Herr Rabe geht jedenfalls wieder arbeiten.

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*Herr Rabe arbeitet: mit vielen Leuten auf Englisch telefonieren, dazwischen Sachen in seinen Computer tippen. Endlich weiß ich das.

**Das war vor der Blog-Zeit, als wir nach Norwegen gezogen waren. Erst war Herr Rabe noch in Elternzeit und dann ein paar Monate arbeitslos. Und wir hatten nur mein Doktorandinnengehalt. Uffz. Das war nicht schön.

***Die habe ich extra komplett überführen lassen, nicht nur das sogenannte Kern-Journal. Ich hab aber nie eine Rechnung über das Überführen bekommen. Hmm.

****Hahaha, mein Kind. Die Lehrerin hat aber notiert, dass ich finde, dass er sehr kreativ im Erfinden von Sachen und Geschichten ist und dass er Erfinder****** werden will

*****Eine von zweien

******besser als Wissenschaftler! Erfinder finde ich eine gute Berufswahl.

Tag 1131 – Sonntag.

Heute ungeplant total gechillten Tag gehabt. Michel war nämlich eigentlich auf einen Geburtstag eingeladen, fühlte sich aber schon seit dem Morgen ziemlich mies und nachdem er eine Stunde vor der Party eine halbe Paracetamoltablette bekam, damit Fieber* und Kopfschmerzen besser werden, war auch der Geburtstag gestrichen. Herr Rabe fuhr mit ihm hin, sie lieferten das Geschenk ab und kamen dann direkt wieder zurück. Als Ersatz für die bestimmt vielen Kuchen, die es da gegeben hätte, und weil ich einfach Lust auf Kuchen hatte, habe ich dann einen Marmorkuchen gebacken**, wir haben zu Hause herumgetrödelt, haben alle ausgiebig gebadet*** und geduscht, Michel ist auf dem Sofa eingeschlafen, dann wieder aufgewacht und wollte kuscheln, also haben wir gekuschelt, Pippi hat auf den Autostellplatz gepullert**** und das spannendste war wohl, dass nachmittags jemand anrief, bei dem ich einen Kubikmeter Holz bestellt habe und meinte, er könne dann jetzt kommen. Wir haben jetzt also Holz und so kalt ist es noch gar nicht, aber einfach weil wir’s können haben wir unseren Kamin angemacht. Unseren eigenen Kamin. In unserem eigenen Haus. Das ist immernoch einigermaßen unglaublich. Auch dass wir einen Stellplatz haben, auf den Kinder pullern können. Und eine Gartenhütte, in die ein Kubikmeter Holz passt. Ok, Möbel am Kamin wären noch ganz nett. Aber erstmal kann man auch auf dem Boden***** sitzen und Wein trinken und den eigenen Kamin bewundern.

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*Die Kinder haben das einzige Fieberthermometer, das es noch in diesem Haus gab, verschlürt. Aber erstens sehr ich auch so, wenn mein Kind Fieber hat und zweitens würde er von mir auch gegen „nur“ Kopfschmerzen ohne Fieber was bekommen.

**Rezept hat mich nicht überzeugt, geschmacklich top, optisch und von der Konsistenz her aber nicht so, deshalb verlinke ich das mal nicht.

***Naja Pippi halt. Es gibt aber grad ne Badewanne mit Löwenfüßen für 6000 Kronen, hab ich im Prospekt gesehen. Das wär doch mal was. Im unteren Bad ist ja noch Platz******

****nach der Dusche und während ich in der Küche mit den Broten zugange war, marschierte sie einfach raus, nur mit Schuhen und ihrem Kapuzenhandtuch bekleidet, eigentlich um „draußen [zu] schlafen“, uneigentlich muss sie dann aber einfach auf den Parkplatz gepillert und ihr Handtuch als Tarnung draufgelegt haben. Ich erwischte sie grade noch rechtzeitig, bevor sie, weiterhin nur mit Schuhen bekleidet, ein Sofakissen und eine Decke auf den Parkplatz schleifen konnte. DIESES KIND, EY!

*****Parkett! Ich gehöre jetzt zu Leuten, die Parkett haben. Wie so Erwachsene!

******Wobei da die Wäscheständer stehen und da stehen sie sehr gut, aber eine Badewanne will ich trotzdem haben.

Tag 1130 – Betreutes Sammeln.

Im August wollte ich ja eigentlich einen Pilzkurs angefangen haben. Der fiel dann aber aus, weil es zu wenige Interessenten gegeben hatte und vor allem waren Ende August noch gar keine Pilze zu finden. Der Sommer hier war einfach zu trocken für Pilze. Als Ausgleich für den ausgefallenen Kurs boten die Veranstalter aber einen gemeinsamen Pilzsammelausflug an, und zwar heute. Ich hatte den Kindern extra eingeschärft, sie sollen nichts anfassen, das wir nicht freigegeben haben, und dass da vermutlich nur Erwachsene sind und sie sich benehmen sollen. Dann waren da aber insgesamt 26 Leute und viele Kinder, unter anderem ein grade 2-Jähriges, dessen Eltern – nicht so wie wir Supereltern *hust* – auch keine Trage dabei hatten. Die Tour ging ca. 3 km in den Wald, da machten wir Pause* und Zeige-Runde mit all unseren gesammelten Pilzen. Die Devise war: sammelt alles, bei dem ihr wissen wollt, was es ist, nicht nur das, bei dem ihr eh schon wisst, ob man es essen kann oder nicht.

Wir haben wirklich einiges gelernt heute, obwohl die Ausbeute wirklich mager war. Es reichte grade mal für zwei Portionen Pilzragout. Aber wir haben was neues ausprobiert, nämlich Apfeltäublinge und die sind echt super lecker. Die Kinder hatten auch Spaß und haben ein „Waldmuseum“ aufgebaut. Inklusive Elchkacke (oben links).

So haben wir es auch geschafft, Pippi nur kurz Mittagsschlaf machen zu lassen, und sie schläft hoffentlich heute dann mal wieder durch. Das wäre schön.

Ich hab auch zum ersten Mal selbst richtige Rösti gemacht. Ist gar nicht schwer.

Doch, war ein schöner Ausflug. Und sobald es mal wieder ein bisschen geregnet hat, bin ich im Wald und suche Pilze. Jetzt wo ich wieder weiß, wie das geht.

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*Norweger*Innen schleppen auch komplette Mittagessen in den Wald, mit Brot, Butter, Marmelade, Käse und dem obligatorischen, möglicherweise in Norwegen erfundenen, Käsehobel. Wir hatten ne Rolle Mariekjeks und Wasser.

Tag 1129 – Eines schläft…

Das andre wacht.

Michel sagte um halb zehn (ja, spät, aber immerhin sagte er es dann selbst), er wolle ins Bett.

Pippi leider nicht.

Pippi schlief nämlich auf dem Sofa von der Kindergartenheimkehr bis mir der Milchreis auf den letzten Metern doch noch angebrannt war. Das war ziemlich lang. So lang, dass sie dann vom Harndrang auch nicht wach wurde. Aber genau deshalb haben wir ja ein IKEA-Sofa gekauft, bei dem man alle Bezüge problemlos abnehmen und waschen kann. Heute habe ich mir für diese Entscheidung nachträglich noch mal sehr fest auf die Schulter geklopft. Nachdem ich die Waschmaschine mit drei Bezügen (dem vom Sitzkissen, dem vom Rückenkissen und dem vom Armlehnenkissen) gefüllt hatte.

Naja, jedenfalls ist Pippi seither halt wach. Wir haben zusammen eine Folge „The Marvellous Mrs Maisel“ geschaut, aber sie war immernoch wach. Ich habe ihre Lightning McQueen-Easy-to-build-Legofigur drülfzig mal zusammen- und wieder auseinandergebaut. Hab gekuschelt und gespielt und dann hab ich mich irgendwann durchgesetzt, dass sie wenigstens einen Schlafanzug anzieht. Jetzt ist sie weiterhin sehr wach und ich bin zum Umfallen müde. Wie macht sie das denn bloß? Vielleicht sollte ich auch mal nachmittags noch ne Stunde schlafen.

Schlaf doch liebes Kind. Und bitte morgen nicht wieder um halb sieben auf der Matte stehen, ja?

Tag 1128 – Kleines Update.

Vorgestern habe ich die Schnecke aus ihrem Haus gepult. Im Internet hatte ich mir diverse Seiten angesehen auf der Suche nach Tipps und war dabei über einen Satz gestolpert: „Dass eine Schnecke tot ist, erkennen Sie sofort am durchdringend fischigen Aas-Geruch.“ Ich sag mal so: ja. Börgs. Igitt. Bah. Pfui.

Also die Schnecke war tatsächlich sehr tot. Ich habe sie schlussendlich einfach (draußen) wieder aufgetaut und dann sehr viel Salz ins Haus auf den Körper geschüttet. So hab ich sie dann (Draußen!) liegen lassen und zweimal (Draußen!!!) das Salz gewechselt, danach hatte sich der Teil, den ich sehen konnte, weit genug vom Haus gelöst, dass ich mit meiner Pinzette mehr anrichten konnte als sie kaputt zu bohren. Es war dann doch noch überraschend schwer, aber ich habe es geschafft, den Körper feste zu packen (DRAUSSEN!!!) und dann herauszudrehen. Mein Magen wollte zwar teilweise davonrennen aber ich war stärker. Und auch das letzte Stück… Gedärm oder so hab ich komplett rausbekommen. Dann habe ich (OHNE DURCHS HAUS ZU GEHEN) den Körper in den Biomüll geworden, ganz schnell zugeknotet und alles in der entsprechenden Tonne entsorgt. Einen Topf mit Wasser hatte ich schon bereitgestellt, da warf ich Haus und Pinzette rein. Ich kochte alles zwei mal 5 Minuten bei volle Möhre saugender Dunstabzugshaube (halt leider drinnen) ab. Danach roch alles ganz leicht nach gekochtem Eiweiß, aber kein Vergleich mehr zu vorher. Das Haus habe ich dann draußen getrocknet und heute mit Öl eingerieben und jetzt liegt es erstmal auf dem Kamin und wartet drauf, dass mir Deko-Inspiration kommt.

Herrje, das war echt eklig.

Den anderen Schnecken geht es aber gut. Bis jetzt auch kein neuer Erdmückenbefall. Vielleicht hilft ja das Küchentuch, das ich um die Box gelegt hab, doch.

Auch ein Update: die Orchidee blüht wieder! Es waren am Abfallen der Blüten Wollläuse schuld, weshalb ich die kompletten Blütenstiele einfach abgeschnitten habe. Dann habe ich die Orchidee inzwischen vier oder fünf mal mit einem Gießmittel gegen saugende Schädlinge behandelt. Orchideen nehmen ja immer nur so Minimengen Flüssigkeit über die Wurzeln auf, da erschien mir „häufig hilft viel“ am sichersten. Die Orchidee hat das erstaunlich gut mitgemacht, während eine Calanchoe leider an dem Gießmittel eingegangen ist.

Tag 1127 – #12von12 im September ‘18.

Heute ist der 12. und da sammelt Caro von draußen nur Kännchen in Bloggerhausen 12 Bilder von jeder*m ein.

Mein Tag begann nach dem gestrigen unerwarteten Knock-Out mit Kaffee am Bett.

Der Mann hat mir Kaffee ans Bett gebracht <3 #1von12 von #12von12

Da Herr Rabe auf einer Konferenz in Oslo den Stand seiner Firma betreibt, bin ich für die Kinder allein zuständig. Ich mache also Brote und fahre dann beide Kinder zu Schule und Kindergarten.

Brotdosen nach Vorliebe. #2von12 von #12von12

(Michel mag übrigens keine Blaubeeren.)

Schule. #3von12 von #12von12

Kindergarten. #4von12 von #12von12

Dann parke ich das Auto, weil ich mit dem Bus nach Eidsvoll zurückfahren will. Dann kommt aber der Bus nicht und die Ticket-App geht auch nicht und nach 15 Minuten Warten gebe ich auf.

Parkplatz. Schon auch hübsch hier. #5von12 von #12von12

Zu Hause gibt’s erstmal Frühstück.

Frühstück. Zu gierig für Instagram. #6von12 von #12von12

Dann hatte ich Zeit und weil ich mich um meine Lesezeit im Bus betrogen fühlte, legte ich mich zum Lesen ins Bett. Zwischendurch rief ich noch den Buchhalter der Firma an. Da ist nämlich was schief gelaufen und ich muss das jetzt aufräumen, damit es nicht aussieht, als hätte ich den Sozialstaat um eine Woche Arbeitslosengeld betrogen. Der Buchhalter sagte, das ließe sich im Nachhinein nicht korrigieren und überhaupt nehme er nur Order vom Chipsmann an. Yeah.

Deshalb ging ich dann danach zum NAV.

Spazieren gehen, Unspaß-Version. #7von12 von #12von12

Und das ganze auch noch umsonst, weil man dafür bei einem anderen Etat anrufen muss. Oder so. Hab ich dann jedenfalls gemacht und den Scheiß aufgeräumt, den der Chipsmann da gemacht hat.

Aber ein gutes hatte der Ausflug: ich bin danach ein bisschen durch ein kleines Waldstück gestapft.

Nicht so ganz die Sorte Pilz, die ich zu finden gehofft hatte, aber wo solche sind, sind auch andere. #Pilzsammelspaßiscoming #8von12 von #12von12

Was man in norwegischen Wäldern halt so findet. #keinpilz #9von12 von #12von12

Zu Hause noch etwas gegessen, etwas versucht, fernzusehen (klappte wegen Technik nicht) und dann war es auch schon wieder Zeit, die Kinder abzuholen. Die beide einschliefen.

Sleeping cuties <345 #10von12 von #12von12

Es folgte ein nicht so erfolgreiches Hausaufgabenmachen und ein schlimmer Wutanfall von Michel, in dessen Anschluss er mir verzweifelt erzählte, dass er ja leider nichts machen kann, weil sein Hirn halt seinen Körper steuert und das Hirn, das ist ja dann müde und der Körper aber nicht und dann würde er halt ganz sauer. Wir arbeiten jetzt also gegen das Gehirn. Super.

Irgendwie hab ich die Kinder dann aber doch ins Bett bekommen.

Vorlesen. #11von12 von #12von12

Und nach gaaaaaanz langem Rumgehampel von erst Pippi und dann Michel hatte ich dann auch mal Feierabend. Musste aber noch ein Telefonat mit dem CEO der Firma führen, der heute kündigte, ohne mich vorher zu entlassen. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff, nehmen aber die Mäuse nicht mit. Hrmpf.

Kveldsmat. #12von12 von #12von12

Und jetzt Bett. Michel hat mich auf dem Sofa erwischt und ich muss den jetzt wieder in sein eigenes Bett komplimentieren. Hachja. Die lieben Kleinen.

Tag 1126 – Evakuierung.

Heute morgen habe ich die Reißleine gezogen und das einzige Vernünftige gemacht, was mir grad blieb. Auf dem Weg zur Arbeit schon anfangen zu weinen, ist nicht gut, inzwischen allen misstrauen ist nicht gut, was für Blüten dieses Misstrauen getrieben hat, ist mir zu peinlich um es aufzuschreiben. Nicht mehr schlafen können ist nicht gut, bei jedem Gespräch über die Arbeit die Contenance verlieren und wie ein Kindergartenkind zu weinen anfangen ist mit Mitte 30 gar nicht gut. Alles nicht gut und deshalb habe ich mich heute aus der Firma evakuiert. Die nächsten zwei Wochen* ist also wieder spazieren gehen angesagt.

Außerdem habe ich heute die Babyschnecken aus der Box mit den Großen Schnecken evakuiert. Jedenfalls die vier, die ich lebend wiedergefunden habe. Eine habe ich beim Hochnehmen der Box versehentlich am Deckel zermanscht, der Rest war verschwunden, nachdem zwei der drei ruhenden Schnecken aufgewacht sind und in der kleinen Box herumgegraben haben. Diese dünnen Babyhäuser sind ja noch so empfindlich, wenn da eine Babyschnecke zwischen große Schnecke und Boxwand gerät, war’s das. Seufz. Die vier Babys sind jetzt jedenfalls in einer eigenen Box.

Hui, die Schlaftablette wirkt. Huiuiui. Äh. Gute Nacht!

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*erstmal. Dann sehen wir (also der Arzt und ich) weiter.