Tag 1554 – Keine Bilder.

Ganz ehrlich, mein Tag war so langweilig, ich weiß nicht, wovon ich 12 Bilder hätte machen sollen. Ich bin früh aufgestanden (nachdem ich die letzte Stunde in Pippis Bett geschlafen hatte, weil sich in unserem Bett die Kinder auf mir zu stapeln versuchten), habe Frühstück für die Kinder und Kaffee für die Erwachsenen gemacht, habe mich angezogen, gewaschen und geschminkt, habe Kinder halb aus dem Bad mit Frühstück versorgt und nahezu ohne Motzen mit nur 7 Minuten Verspätung samt Herrn Rabe aus dem Haus bekommen (ok, Herr Rabe hat da auch zu beigetragen) und dann die Meute mitsamt all ihren Schlitten an/in ihren Betreuungseinrichtungen abgeliefert. Herrn Rabe habe ich am Zug rausgelassen. Weil die Züge zu vollen Stunde immer (!) auf den entgegenkommenden Zug warten, der ebenfalls zur vollen Stunde ankommt, habe ich den Zug um 8 noch bekommen, obwohl ich erst um 07:59 einen Parkplatz gefunden hatte. Juhu!

Dann Arbeit, da habe ich zwei Dinge getan, eine war mir wichtig und hat unerfreuliches zutage gefördert, eine war meiner Teamchefin wichtig und hat ebenfalls unerfreuliches zutage gefördert. Über beides kann ich leider nicht genauer schreiben.

Abends im Dunkeln und im Schnee und in der Kälte nach Hause gekommen, ich bin wirklich noch nicht so weit wieder für ein paar Monate draußen nur weißbraungrau zu sehen. Sowohl morgens als auch nachmittags daran gedacht, dass wir vielleicht bald alle ewige Sommerzeit kriegen, wenn die skandinavischen Länder nicht an einem Strang ziehen und das verhindern. Um acht Uhr morgens dämmerte es gerade so, um halb vier, als ich mir ein(ein?) Scone(s?) holte, schon wieder – wo doch immer das Argument ist, man könne noch so lange raus wenn die Uhrzeit zu der die Sonne untergeht, später heißt. Ewige Sommerzeit hieße für uns zur schlimmsten Zeit um 10:20 Sonnenaufgang und Untergang trotzdem um 16:10. Trondheim: 11-15:30. Sonnenaufgang nach 10 Uhr kann niemand ernsthaft wollen. Umgekehrt fände ich gar nicht so schlecht, wenn die Kinder im Juni nicht um 21:30 aus dem Fenster gucken würden und behaupten, Schlafenszeit könne ja noch gar nicht sein, es sei ja noch hell – selbiges gilt für meinen eigenen Biorhythmus, der unsinnig findet, im Hellen ins Bett zu gehen. Aber ich harre da der Dinge, die da kommen, mehr als hoffen, dass auf die Wissenschaft* gehört wird, zumindest hier oben im Norden, kann man ja nicht.

Abends die Kinder ins Bett gebracht. Peppa Pig vorgelesen. Herr Rabe war bei der Sitzung des Räumvereins und stellte fest, dass effektive Meetings in anderen Leben eine eher untergeordnete Rolle spielen. Sowas halt. Alltag halt.

Insgesamt aber kein Tag für 12 Bilder.

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*ja, Tagesspiegel ist nicht Pubmed. Aber darin finden sich Links für die interessierte Weiterleserin und ansprechend und verständlich aufbereitet ist es auch.

Tag 1553 – Besserer Alltag.

Zurück im Büro. Am Schreibtisch, mit der Maus in der linken Hand (nach wie vor trotz eher bescheidener Wirkung). Aber: ohne Kolleg*Innen, die sind nämlich alle auf verschiedenen internationalen Dingen und das heißt: keine Meetings. Was für ein unglaublicher Luxus das ist! Ich schaffe mal richtig was! Heute habe ich fast einen ganzen Report geschrieben, an einem einzigen Arbeitstag! Es ist fast wie Homeoffice, nur ohne Jogginghose mit Kaffeevollautomat und ohne rufende Waschmaschine und mit einem Fitnessraum im Keller. Den habe ich heute mal wegen dollem Aua in der Schulter für mein übliches Training benutzt (mit Hanteln) und das war sehr gut für die Schulter aber auch nicht so schlau, denn irgendwas war heute komisch. Ob ich zu wenig gegessen hatte (eigentlich ganz normal halt) oder ob das Spirale ziehen am Donnerstag noch so nachwirkt, wer weiß das schon, jedenfalls war es alles irgendwie anstrengender als sonst und mein Kreislauf nicht auf der Höhe. Als ich zwischendurch mal kurz dachte, irgendwer hätte am Radio rumgespielt und es leiser gemacht, dauerte es ein paar Sekunden, bis mein träges Hirn schnallte, dass das Radio völlig ok ist, meine Ohren aber nicht, bzw. die wohl auch, aber dass mein Körper im Begriff war, die nicht-kritischen Systeme runterzufahren, ich also gleich aus den Latschen kippen würde. Aber auch mit der Info „Kreislaufproblem!“ machte mein Hirn in dem Moment nicht viel, sondern veranlasste nur, ruhig stehen zu bleiben, die Hanteln festhaltend, bis das Gehör wieder da war. Dann endlich kam ein Signal an, dass ich die Hanteln weglegen und mich hinsetzen sollte und vielleicht was trinken. Das machte ich auch brav alles und der nette Mann den ich vom Radiopharmakateam kenne, fragte ob alles ok sei und da ging es auch schon wieder. Das ganze Erlebnis war jedenfalls eher unangenehm (auch wenn es sich jetzt lustig anhört) und ich werde in Zukunft zu schätzen wissen, da unten beim Training nicht allein zu sein. „Frau fällt in Ohnmacht und bricht sich mit Hantel den Fuß, wird drei Tage später von Ratten angenagt gefunden“ muss ja nicht unbedingt in der Zeitung stehen.

Tag 1552 – Tag des Ekelgubbels.

Es gibt so Ecken in Haushalten, da sollte man wohl öfter hingucken, tut es aber aus Gründen nicht. Also wir jedenfalls. Obwohl wir vermutlich schon viel öfter gucken als viele andere, aber trotzdem ist es jedes Mal echt richtig schlimm eklig. Die Ecken sind (meiner Meinung nach und bestimmt keine vollständige Auflistung):

  • Das Spülmaschinensieb
  • Das Dichtungsgummi der Spülmaschine
  • Das Flusensieb der Waschmaschine
  • Das Dichtungsgummi der Waschmaschine
  • Der Duschabfluss (und zwar nicht der „oben“, sondern der danach, wo all die durchgeflutschten Haare sich drin sammeln)
  • Generell Abflüsse

In der alten Wohnung hatte ich auch immer ein Grauen davor, die Filter der Dunstabzugshaube zu reinigen, weil das beim Einzug so eine widerliche Geschichte war, aber siehe da, wenn man das alle halbe Jahr mal macht, ist das gar nicht schlimm, das hat es also von der Liste runter geschafft.

Heute hat mich aber der Rappel gepackt und die Dusche und die Waschmaschine sind nun erledigt. Die Dusche… herrje. Ich weiß ja, dass das ganz menschliche Dinge sind, die sich da ablagern. Hauptsächlich vermutlich Hautschuppen, Haare und Seifenreste. Aber dass das so ein ekliger Schlonz werden muss, der sich auch kaum entfernen lässt (weil FETT), ist schon etwas abstoßend. Hier hilft (zum Merken fürs nächste mal) alles in einen Eimer mit Wasser und Kloreiniger stellen und einweichen lassen. Und dann halt schrubben, schrubben, schrubben. Blärgs. Spülbürste hinterher wegwerfen.

Dagegen war das Flusensieb der Waschmaschine ein Spaziergang. Ich hab sogar 10 Kronen drin gefunden, die jetzt aber Michel gehören. Allerdings war die Türdichtung da voller Schmier, der sich gefühlt durch Wischen nur verteilte, aber nicht entfernen ließ. Ich wischte alles Grobe weg, googelte kurz und warf dann 2 Spülmaschinentabs in die Trommel und ließ das 95 Grad-Programm laufen. Das benutzen wir sonst nie (wozu auch). Das half tatsächlich, die Dichtung ist wieder gubbelfrei.

Zusammen mit einem größeren Einsatz im Kinderkleiderschrank und in allen unseren „andere Saison/noch zu groß“-Kisten war das ein haushaltsmäßig produktives Wochenende. Morgen wird eine weitere Tüte Kinderkleidung an die befreundete Familie übergeben, die haben nämlich eine Tochter in Michels Alter, die zwar eher klein ist aber keine Kleider mehr anziehen will (von da kommen also viele Sachen für Pippi) und einen Sohn der ein Jahr jünger ist als Pippi und auch recht klein, alles was Pippi nicht mehr passt (außer Kleider) geht also an die. So haben wir einen lustigen Kleidungskreislauf und sind auch alle cool damit, dass das was nicht passt oder gewollt ist halt anderweitig weitergegeben wird. Wie Kleiderkreisel nur ohne Geld.

Und dann war da noch der Picasso-T-Rex, den Pippi immer wieder neu zusammengebaut hat: und der winzige Rosenkohl, den Pippi eifrig aus seinen Hüllen freigelegt hat:

Und jetzt Augen zu, damit es wenigstens noch sechs Stunden Schlaf werden.

Tag 1551 – Schlaf.

Ich schlafe unter der Woche zu wenig, das ist nichts Neues, und am Wochenende tendenziell zu viel, das ist auch nichts Neues. Ich bin immer müde, immer immer immer. Wenn ich zu lange irgendwo sitze und nichts zu tun habe, bei dem man mindestens die Augen aufhalten muss (und manchmal sogar dann), schlafe ich ein. Abends die Kinder ins Bett bringen birgt immer das Risiko, dabei einzuschlafen, was weniger ein Problem wäre, wenn ich da dann einfach schlafen könnte. Aber ich bin ja vollständig bekleidet, meistens voll geschminkt und diese Betten sind auch nicht soooo breit, sodass es schnell unbequem wird und ich aufwache. Dann bin ich super grummelig, weil ich doch nur schlafen will. Spätestens nachdem ich mich abgeschminkt habe, bin ich aber knallwach und habe große Probleme, wieder einzuschlafen, deshalb halte ich mich bei dem verfluchten Einschlafbegleiten (noch mal: warum haben wir das überhaupt angefangen???) krampfhaft wach. Oft dauert das aber und die Augen sind so furchtbar schwer und ich will doch nur schlafen, nur 5 Minuten, ehrlich, dann stehe ich sofort auf.

Heute dauert es zum Beispiel. Michel kann nicht schlafen. Die Typos häufen sich. Ich sollte aufstehen. Dringend. Aber Michel schläft nicht.

Nur 5 Minuten.

Ehrlich.

Tag 1550 – Hals, Nase, Ohr.

Heute war ich ENDLICH mit meiner Schulter bei der Physiotherapie. Das hat ja auch bloß 2 Monate gedauert, keine 4 wie der Termin bei der Gynäkologin. Wow. Wenig überraschend möchte die Physiotherapeutin aber gerne ein Bild von den festen und nicht ganz so festen Teilen meiner Halswirbelsäule haben, es können also Wetten abgegeben werden, wie lange das nun wieder dauert. Wir fangen trotzdem schon mal an mit der Behandlung, die im Wesentlichen aus Training und dem Versuch, das was da eingeklemmt ist zu befreien, bestehen wird. Das Bild ändert höchstens die Prognose.

Mein rechter Arm ist bei manchen Bewegungen der reinste Pudding und ich wusste es nicht.

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Herr Rabe und ich haben weiter die seltsame norwegische Serie über die Finanztypen geschaut. Es ist ein bisschen wie ein Autounfall. Wir fragen uns, wer da seine Sex- und Drogenexessphantasien filmisch festgehalten hat. Ich tippe auf ne Horde 16-Jähriger. Noch drei Folgen, dann ist es vorbei. Drei Folgen, also etwa 30 Nasen Koks und 6 Bumsszenen, davon 5 mit Prostituierten und 1 mit abgeschnittenem Ohr (fragen Sie nicht). Falls Sie mal in Versuchung geraten „Exit“ zu gucken, sind Sie hiermit gewarnt.

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Auf Twitter bedankt sich Frau grad bei 10 Frauen. Ich bin ge- und peinlich be-rührt. Ich hab nicht so mega viele Frauen die mich so berühren (man könnte auch sagen: ich lasse ja keine an mich ran), manche kenne ich gar nicht persönlich, eine ist schon lange tot. Ich lecke noch eine Wunde, die wer gerissen hat und bin wie üblich Misanthrop for life.

Vielleicht kriege ich 10 zusammen, vielleicht auch nicht, eine würde ich jedenfalls über Twitter nicht erreichen und das ist Sunni, die weiß wofür. Und noch wer ist dort nicht mehr, nämlich „Dorothea Regina“. Danke euch beiden.

Tag 1549 – Raus!

Ich war heute zum ersten Mal in 6 Jahren Norwegen bei einer niedergelassenen Gynäkologin. Und zum 3. mal überhaupt bei einer GynäkologIN und (wie soll ich das jetzt formulieren ohne dass es sexistisch wirkt) ich möchte bitte wieder zu einem GynäkologEN. Aus Gründen, die viel mit unpassenden und ungebetenen Kommentaren zu meinem Körper zu tun haben, sowie mit Einfühlungsvermögen. Vielleicht sind Männer einfach vorsichtiger, sowohl beim Handwerklichen als auch beim Beratungsgespräch, weil sie es halt nicht nachfühlen können, wie das ist, so als Frau. Jedenfalls Männer, die sich für den Gynäkologenberuf entschieden haben. Jedenfalls die, die ich bisher traf, vs. die Gynäkologinnen, die ich bisher traf, da ist das ein eindeutiger Trend. Aber wie dem auch sei, es war so halb zufriedenstellend, ich bin die Hormonspirale nun los aber was wir mit dem PMS machen, das weiß ich noch nicht. Der Vorschlag der Gynäkologin war, tadaaa, andere hormonelle Verhütung und das kommt für mich wirklich nicht mehr in Frage, ich hätte fast geheult weil sie das nicht zu verstehen schien. Jetzt probieren wir es erst mal ohne alles und wenn ich dann wieder wegen PMS ein Wochenende im Bett liege und weine oder alternativ Blumenverkäuferinnen meine Kinder anbrülle, sehen wir weiter.

Jetzt ganz schnell schlafen. Schon wieder viel zu spät.