Tag 792 – Knapp daneben…

Da war er also, der Tag, an dem ich endlich, endlich die Mikroskopbilder für den Artikel, der wohl nie eingereicht werden wird, fixen sollte. Alles passte jetzt: „die guten“ Deckgläschen, das richtige Mounting Medium, die Färbung hatte funktioniert und die Farbstofffreien Medien hatten den Background im roten Kanal auf quasi nichts reduziert. So schön.

Und dann kolonialisieren die Drecksproteine nicht mehr. What the actual fuck?!?

Bleibt die winzige Hoffnung, dass es einfach ne blöde Idee war, die Zellen doch nicht so sehr zu stressen, damit sie nicht wie frittiert aussehen. Zellen, die auf Oberflächen wachsen, sollten nicht aussehen wie Hackbällchen, der Chef wünschte sich etwas gesündere Zellen. Vielleicht ist es ein Dosis-Effekt. Darum könnten wir herumargumentieren. Aber, Alter, hätte das nicht einfach mal klappen können? Ich wollte doch nicht meinen Kollegen drölfzig Zelllinien hinterlassen, jetzt muss ich die aber alle aufbewahren, falls ich nochmal neue aufsetzen muss. Für Bilder. Die ja einfach hätten klappen können, bittedanke.

Hrmpf.

(Bestellte Antikörper auch noch nicht da. Die Zeit rennt. Mir davon.)

Tag 791 – Wochenende schon wieder um.

Feststellungen:

  • Pippi will am Wochenende partout keinen Mittagsschlaf machen. Es hat auch keinen Zweck, sie hinzulegen, sich mit ihr hinzulegen, sie in den Kinderwagen oder die Kraxe zu packen oder oder oder. Bringt alles absolut gar nichts. Sie schläft nicht. Dafür kippt sie zwischen vier und fünf dann einfach wo sie grade geht und steht um und pennt ein. Was natürlich auch irgendwie blöd ist, weil sie dann nach nem Nickerchen genug Energie hat, um bis neun herumzuspringen oder aber – wenn wir sie einfach schlafen lassen – sie ist um drei Uhr nachts ausgeschlafen. Alles Murks. Aber nur ne Phase.
  • Manche Dinge erledigen sich quasi von selbst. Zum Beispiel waren beide „soll ich, soll ich nicht?“-Produkte von The Ordinary grade out of stock. Rest ist bestellt und ich bin sehr (!) gespannt. Und werde berichten. Vielleicht dürfen Sie dabei sein, wenn ich zum ersten Mal in meinem Leben Foundation* auftrage. Das dürfte lustig werden.
  • Ich brauche dringend eine andere Lösung für die Lagerung meines Schminkkrams. Jetzt fliegt alles mehr oder weniger lose in einer Schublade herum, die platzt bald und überhaupt ist das einfach unübersichtlich und blöd.
  • Fünf Stunden Schlaf sind zu wenig.
  • Am Wochenende arbeiten macht echt gar keinen Spaß, vor allem nicht, wenn man alleine im Labor ist und es aus unerfindlichen Gründen verbrannt riecht**.

* Hieß „Foundation“ früher™ „Make Up“? Dann habe ich gestern meine letzte „Foundation“ wegen riecht komisch und trug sich auch sehr seltsam weggeworfen. Und dann habe ich das natürlich früher™ sehr wohl benutzt. Manchmal und stümperhaft. Könnte also trotzdem lustig werden. Vor allem, weil ich meine Hautfarbe nicht so wirklich gut weiß, das Ergebnis könnte also vielleicht Schweinchen Babe sein oder aber Raucherhaushaltrauhfaser.

** bestimmt nur ein Kamin, der irgendwo an war und die Lüftung hat dann den Geruch reingepustet. Bestimmt!

Tag 790 – Lost in Beautydings.

Erst habe ich mich beim Rasieren zum tausendsten Mal über meine vielen eingewachsenen Härchen geärgert und danach gegoogelt, was man da machen kann. Fazit: mache ich schon alles, bringt alles nix, das einzige was noch was bringen könnte, wäre halt gar nicht enthaaren oder dauerhaft enthaaren, was aber gar nicht geht, weil blond.

Dann über einen Schminktutorial-Kanal bei YouTube gestolpert und hängengeblieben.

Beim Waschen am Abend etwas zu genau in den Spiegel geschaut und, naja, meine Haut ist grade echt nicht gut. Eigentlich ist sie wieder wie damals, als ich auf reizfreie Hautpflege umgestellt habe: ich habe große Poren, Pickel und trockene, schuppige Stellen. Dabei benutze ich seit Ewigkeiten die gleichen Produkte und es war schon mal viel besser. Aber meine Haut möchte gerne was ändern, das BHA-Peeling akzeptiert sie immernoch eher schlecht als recht jeden zweiten Tag und das mit der fettigen, trockenen und pickligen Haut soll ja so auch nicht sein.

Dann passierte Google, es öffnete sich mit der The Ordinary-Webseite ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum und so wird das ja auch nix mit meinem eigentlich dringendsten* Beautyproblem: roten Augen voller geplatzter und sonstwie sichtbarer Äderchen.

*dringend ist das natürlich nicht, ich finde mich nach wie vor nicht irgendwie furchtbar hässlich, ich würde nur gerne noch besser aussehen! Und dazu gehört eben auch eine gesunde Haut und nicht-Mombie-Augen.

Tag 789 – Mal wieder eine Verteidigung.

Und zum ersten Mal hatte ich während des Fragereiteils nicht das Gefühl, dass ich ganz sicher bei meiner eigenen sterben muss. Dass das schon gehen wird. Dass ich nicht komplett ahnungslos bin. Schönschön.

Arme Verteidigende aber. Im 9. Monat schwanger und nächste Woche Umzug. Geschickt: sie hatte unter der blickdichten, schwarzen Strumpfhose hautfarbene (?) Stützstrümpfe an. Die sag man echt kaum und mit so ner Murmel stundenlang stehen ist ja auch für manche nicht so wirklich schön.

Die ganze Familie war dabei. Die ganze Bauernfamile. Ihr Opa hat 6 Jahre Schule gemacht. Danach war Essen auf den Tisch bringen wichtiger. Solche Welten kenne ich echt kaum, da überlappen die Lebensrealitäten wirklich nur minimal und zu genau solchen Gelegenheiten.

Die Mutter der Verteidigenden hat das Essen für die Feier gekocht. Für fast 60 Leute. Elch-, ähh, Gryte halt, aus vom Bruder und Vater der Verteidigendem selbstgejagtem Elch, mit selbst gesammelten Pilzen und Karotten und Kartoffeln vom eigenen Hof. Selbstgemachtes Flatbrød. Nur der Brokkoli war gekauft. Meine Güte, war das lecker.

Von der Schwester der Disputierenden handgeletterte Tischkärtchen.

Nicht im Bild: der Snickerskuchen, den es zum Nachtisch gab. Den habe ich zu schnell aufgegessen, so lecker war der.

Abgefahrener Abend.

Tag 788 – WmDedgT Oktober ’17.

Heute ist der 5. und wie immer will Frau Brüllen. da von uns Bloggenden wissen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Weil es schon halb zwölf ist und ich sehr müde und leicht Weinbeduselt, hier Stichpunkteversion.

  • Aufstehen, zu spät, dadurch Stress mit Mann (weil gestresst) und Kindern (weil wuselig/fordernd/dauernölend), alles blöd. Mann und Kinder sind um kurz nach acht weg und ich habe endlich Zeit, mir einen Kaffee zu machen und mich zu schminken. Email lesen mit Absage für eine der Bewerbungen, die ich letzte Woche abgeschickt habe. Tjanun. Tut beim zweiten Mal und mit nem Gespräch in Planung gar nicht mehr so weh.
  • Einige Zeit geht bei dem Versuch drauf, mein Augenmakeup zu fotografieren. Ich fand das heute früh nämlich sehr gelungen. Aber meine Augen sind furchtbar rot und das Glitzer kommt auch nicht rüber und überhaupt. 
  • Kurze Überlegung, welche Jacke ich anziehen soll. Ich entscheide mich für den Regenmantel, weil der etwas wärmer ist, als meine normale Jacke, aber nicht so warm wie die Jacke mit eingezingeltem Fleece. Noch sind 8-10 Grad, da muss man ja noch nicht alles Pulver verschießen.
  • Fahrrad zur Arbeit im ganz leichten Nieselregen. So schön. Memo to self: morgen Handschuhe mitnehmen.
  • Bei der Arbeit: Bezug vom Fahrradsitz mit reinnehmen, weil Regen, der saugt sich sonst voll. 
  • Noch im Mantel Medium ins Wasserbad, PBS aus dem Autoklaven holen und ins Wasserbad stellen, Trypsin auftauen.
  • Mantel aus, Nachricht an Kollegin, ob Kaffe? Dann auf dem Klo die Haare richten (macht nicht so viel Sinn, erst Wachs in die Haare zu schmieren und dann nen Helm draufzusetzen. Deshalb nehme ich das Wachs eben mit. Ich hatte auch welches bei der Arbeit, aber das ist eingetrocknet (?). Tipps zum Wieder weich machen sind willkommen, sonst schmeiße ich es weg.
  • Die Kollegin kommt mir entgegen, war grad Kaffee trinken.
  • Zum Chef, fragen, ob wir heute ein Meeting mit C. Haben können. Können wir, um zwei.
  • Zu C., ob sie um zwei kann. Ja, kann sie.
  • Ins Labor, die gefärbten Zellen waschen. Ein Glasdingsi rutscht blöde weg und ich verbringe sicher drei Minuten damit, herauszufinden, auf welcher Seite die Zellen sind. Zwischendurch Mr. I-trust-You gefragt, ob er auch um zwei dazu kommen möchte. Zellen wieder in den Kühlschrank und Kaffee holen.
  • Auf dem Weg zum Kaffee nochmal alle Nummern der Ex-Arbeit anrufen. Es geht niemand ran. 
  • Mit Kaffee Telefonbuch überprüft: da fehlen tatsächlich ALLE Nummern von der Ex-Arbeit, auch und besonders ärgerlich die Handynummern. 
  • Mit Kaffee eine Facebook-messenger Nachricht an den Ex-Chef geschrieben, wann wir mal telefonieren können.
  • Nachricht zurückbekommen: gerne, aber erst ab Dienstag. Labor ist umgezogen, Ex-Chef krank, Sekretärin und Oberchef im Urlaub. Erklärt, weshalb ich keinen erreicht habe.
  • Zurück ins Labor, die gewaschenen Zellen „mounten“. Also nochmal kurz mit Wasser abspülen, Wasser ablaufen lassen und dann mit einer speziellen Flüssigkeit mit ganz vielen Antioxidatien und Öl und Zeug dazwischen auf einen Objektträger montieren. Bei 16 Slides dauert das ne ganze Weile, vor allem wenn man sich doof anstellt und Luftblasen dazwischen bekommt.
  • Zellen, jetzt auf Objektträgern wieder in den Kühlschrank.
  • Essen holen. Es gibt Burger, mit Aioli, aber mein Gehirn schafft die Verknüpfung Knoblauch-Meeting-Ungünstig nicht.
  • Essen, alleine. Auch mal schön.
  • Computer: Versuche planen, Dinge aufschrieben, alte Ergebnisse nochmal ausdrucken. Hups, schon viertel vor zwei.
  • Kaffee holen.
  • Telefon klingelt: Ex-Oberchef hat weiterhin eine Weiterleitung vom Büro aufs Handy. Wir schnacken ein bisschen und es läuft insofern wie geplant, dass ich mir einen Referenzbrief (auf Englisch, deshalb schreibe ich den auch, ist besser so *hust*) schreiben werde, den er dann unterschreibt. Er bietet mir auch Hilfe an, falls ich in Deutschland nen Job suchen würde. Als FH-Prof ist er nämlich in der Industrie ganz gut vernetzt. Ich danke artig und falls ich mich doch nach Deutschland orientieren sollte, werde ich das Angebot auch annehmen.
  • Huch, schon drei nach zwei.
  • Im Trab beim Chef ins Büro. 
  • Mr. I-trust-You und C. Haben um viertel nach ein anderes Meeting, das kam spontan rein, ist aber wichtiger als meins.
  • Ich komme grade so dazu, meine letzten Versuche grob zu schildern, da müssen die zwei los.
  • Der Chef und ich versuchen, wie ich glaube, mein letztes Manuskript zu planen. Er glaubt aber, wir reden über den „fast fertig“-Artikel. Es dauert fast ne Stunde, bis wir alle Misverständnisse beigelegt haben.
  • Huch, schon viertel nach drei.
  • Ins Labor, noch mal zwei Zelllinien auftauen. Anderen PhD-Studenten darüber informieren, dass das Arbeiten am offenen Stickstofftank alleine und bei geschlossener Tür sau gefährlich ist und deshalb mit Recht auch laut Laborregeln verboten. Er reagiert mit sehr wenig Verständnis. Muss an meinen Kritik-Skills arbeiten.
  • Hups, schon viertel vor vier. Zackig los, zum Kindergarten.
  • M. Schickt Nachrichten, ob Michel heute zu H. Kommen möchte.
  • Im Kindergarten frage ich Michel: natürlich will er.
  • Vier Jacken, eine Hose, zwei Rucksäcke, zwei Bilder und Pippi balancierend aus dem Kindergarten – direkt in den Regen.
  • Mit Michel auf dem Weg zu H. Klitschnass werden.
  • Michel abliefern. Pippi ist not amused, dass sie nicht auch dableiben darf.
  • Zu Hause drei Kinderjacken, eine Hose, zwei Rucksäcke und Pippi die Treppe hochschleppen.
  • Pippi Peppa Wutz anmachen.
  • Nudelwasser aufsetzen.
  • Aus Gründen: Lidschatten fotografieren und dann ein hardcore glitzerndes Auge und die erste cut crease meines Lebens schminken, aber nur an einem Auge, weil faul. Wieder einen abbrechen beim Versuch, das Meisterwerk zu fotografieren. 
  • Abschminken.
  • Nudeln ins Wasser werfen.
  • Umziehen.
  • Schminken. Ich gehe ja heute noch essen.
  • Zwischendurch: Nudeln abgießen.
  • Pippi mit ein paar Nudeln versorgen, Herr Rabe kommt heim und übernimmt den Kochpart. Ich schminke mich in purpur/gold, das ist ja eine sehr schöne Kombi für blaue blutunterlaufene Augen. Haare fixieren (in der Hoffnung, dass sie den Helm überleben).
  • Michel abholen. Unten feststellen, dass ich den AUtoschlüssel in der andern Jacke habe. Wieder rauf laufen. 
  • Michel trödelt bei H. Rum. 
  • Ich kriege das Fahrrad mal wieder nicht ins Auto.
  • Fahren.
  • Ich kriege das Fahrrad mal wieder nicht aus dem Auto heraus.
  • Michel nach oben geleiten und uiuiui, schon zwanzig nach sieben.
  • Keine Chance auf zu Fuß gehen, also: Fahrrad.
  • Im Restaurant: Lecker, lecker und saulecker. Drei-Gänge Menü, aber mit Dorade statt Huhn im Hauptgang. Nach dem Dessert (Schokokuchen und Himbeersorbet. Platze ich fast. Nebenbei nett mit den Kollegen und dem recht fix recht vollen Chef geschnackt. Zwei unterschiediche Gläser zu sauren Weißwein und einen furchtbar schlechten Espresso getrunken. Und viel Wasser.
  • Nachhauseweg: es regnet in Strömen, es sind ca. 8 Grad und das beides zusammen ist ganz toll, in Feinstrumpfhose und mit Wildlederstiefeletten. 
  • Zu Hause noch ein paar Socken aus dem AUto gefischt (beim Michel abholen da vergessen), dann hoch, Waschen, Nachtcreme, Zähneputzen, Schlafi anziehen, Fertig, aus. 
  • Ach nee, Bloggen noch 😉

Jo. Und in diesem Sinne: gute Nacht!

Tag 787 – Schnipsel.

Die Unterstützung von Ihnen allen überwältigt mich. Aber in gut. Danke. Wirklich, ich kann nicht ausdrücken, wie dankbar ich dafür bin!

Tiefenentspannt zwei weitere Bewerbungen geschrieben. Eine, auf die ich viel Gedanken verwendet habe, und dann noch eine, die ans selbe Unternehmen geht, für eine zu 80% identische Stelle, weil ich grad so drin war. Habe konsequenterweise auch nur die 20 nicht identischen % im Text geändert und freimütig reingeschrieben, dass ich das so gemacht habe. Sie wollen Effizienz, sie kriegen Effizienz. Mal sehen, vielleicht hätte ich auch beide Bewerbungen genauso gut anzünden können, vielleicht auch nicht, trallala.

Die Fischleute wollen jemanden, der ein HMS-Zertifikat hat. Das habe ich nicht, das zu erwerben setzt auch 40 Stunden „Unterricht“

voraus. Da habe ich grade leider keine Zeit für, ich baue einfach mal drauf, dass das herausgefunden zu haben, schon meine Motivation zeigt, diesen Zertifikatlosen Zustand ändern zu wollen und dass ich das dann mache, wenn die mich angestellt haben.

Related: ich kriege nur ein polizeiliches Führungszeugnis (brauche ich auch, weil Pharma), wenn die Firma mir bestätigt, dass ich das wegen denen brauche. Kompliziert. Würde aber eh auch zwei Wochen dauern, ist also zu spät, tjanun.

Auch related: mein Chef hat mir einen sehr schönen Empfehlungsbrief verfasst – und sich voll einen abgebrochen auf Norwegisch. Ich bin nämlich seit 13 (!!!) Jahren die erste, die mal wieder einen auf Norwegisch haben wollte.

Versucht, meine Ex-Chefs zu erreichen, meine einzigen potentiellen außeruniversitären Referenzen, Juchhe. Keinen erreicht, aber es ist ja auch ein Tag nach dem Feiertag, fiel mir dann ein. (Ich hab sogar im Labor angerufen, die Telefonnummer kommt bei mir auch nach wie vor direkt aus dem Rückenmark, aber auch da ging keiner ran. Arbeitet da keiner? Tztztz. Morgen dann neuer Versuch, und dann rufe ich auch die Sekretärin und im Technikum und zur Not auch noch im Reinraum an, kann ja nicht sein, dass da NIEMAND arbeitet!)

Morgen gehen wir mit der Arbeitsgruppe essen, und ich weiß nicht wieso. Eventuell wurde ich auch nur eingeladen, weil ich zufällig dabei stand, als der Chef die Core Facility (Chef leitet die und die meisten meiner direkten Kollegen arbeiten da) einlud.

Übermorgen dann eine Disputation, über, tadaaa, das bitch-Protein. Die Kandidatin ist im 9. Monat schwanger und wird nach der Defense auf ihr Nord-Trønderskes Dorf zurück ziehen und da mit ihrem Mann den Bauernhof versorgen und nach der Babyzeit dann Lehrerin werden. Ist halt auch ein Lebensentwurf von unzähligen möglichen.

Trøtt og lei (müde und es leid) galore. Mag nicht mehr Labor machen. Horde Zellkulturen (zur Zeit: 17, in 4 verschiedenen Medien) und werde vermutlich am Wochenende und Anfang nächster Woche wie bekloppt meine letzten (Zell-)Versuche durchkloppen. Die Westerns habe ich wegdelegiert (höhö, hallo Führungserfahrung), fehlen noch Lokalisierungen, also Mikroskopzeug, das kann ich ja jetzt. Plus halt das Nukleinsäure-Gedöns aus den ca. 50 Pellets isolieren, die ich nach den Zellversuchen haben werde. Dabei auch noch ne Studentin (Führung!) anleiten, damit die dann die 108 (!!!) Pellets für einen Kollaborator (Teamarbeit! Interdisziplinäres Trallafitti!) bearbeiten kann, weil, hahaha, wann soll ich das denn machen?

Wie immer alle gucken, wenn ich sage: ich schreibe dann das dritte Manuskript über irgendwas, was eben bei den Versuchen rauskommt, ich habe dafür ca. 3 Wochen. Als wäre das ein komplett hirnrissiger Plan. Äh. Ich stelle mir das eher so vor, wie einen (sehr viel besser belegten und anders geschriebenen und überhaupt ganz anderen) Praktikumsbericht.

Weil ich ja einfach das da rein klatschen werde, was da ist an Ergebnissen. Das wird schon irgendwas sein, und selbst wenn ich bei 4 Proteinen in 3 Nukleinsäurespezies gar keine Unterschiede sehe (Spoiler: hahaha. Mindestens bei 3 Proteinen sehe ich sehr große Unterschiede, das weiß ich schon, weil ich das schon drölfzig mal gemacht habe) ist das immernoch ein Ergebnis: die Einzelkomponenten des Komplexes haben halt keinen Einfluss auf die Prozessierung von chemisch eingebrachten Nukleinsäuremodifikationen. Zackbumm. Nicht schön, muss es aber ja auch nicht sein.

Am Ende des Tunnels ist mindestens ne Kerze.

Tag 786 – Sitzt ne Frau und trinkt Kaffee…

und beschwert sich über das Bewerbungen schreiben, auf die man nie irgendeine Rückmeldung erhält, da klingelt das Telefon.

„Ja, R. Rabe?“

„Ja, hier K. von den Fischleuten*, hast du 10 Minuten Zeit?“

„Ja, kein Problem.“

„Ich hab deine Bewerbung angesehen und wir möchten dich gerne zu einem Interview einladen.“

„Oh!“

„Ja, würde es nächsten Freitag passen?“

„Ja klar, äh, diesen [norwegisch: førstkommende] Freitag oder nächste Woche [norwegisch: neste] Freitag?“

„Haha, nein, nächste Woche. Am 13. Haha, ich hoffe du bist nicht abergläubisch!“

„Haha, nein, Freitag der 13. passt gut**.“

„Gut, möchtest du hier her kommen, oder lieber per Video?“

„Ich kann auch gerne nach Oslo kommen, das ist kein Problem.“

„Gut, dann sagen wir 14:30 Uhr? Dann machen wir eine Laborführung und du lernst die Abteilungsleiter der Forschungsbereiche kennen und dann machen wir das Interview?“

„Ja, das klingt super! Da freue ich mich drauf!“

„Ja, wir uns auch! Dann bis nächsten Freitag!“

(Natürlich ging mir hinterher auf, dass um Reisekostenerstattung bitten vermutlich schlau gewesen wäre, aber tjanun. EGAL! Stößchen!)

*die machen Medikamente und Impfstoffe für die Fischzuchtindustrie

**der Kindergarten hat eh zu und ich Urlaub, Michel hat vorher Geburtstag und sich gewünscht, dass wir wegfahren (eigentlich auf Zelttour) und Herr Rabe wollte sich eh freinehmen… so besuchen wir unsere Osloer Freunde und das ist doch auch sehr sehr schön!