Tag 2092 – Ausgefranst.

„Wie geht es euch?“ fragte die Nähmutter neulich (coronakonform per Messenger). „Naja“, schrieb ich, „Gut, aber die Ferien sind jetzt echt nötig, wir haben schon ne Woche Quarantäne hinter uns.“ „Oh“, schrieb sie zurück, „Quarantäne ist blöd. Ich fühl mich ja schon ohne Quarantäne ganz ausgefranst.“

Ausgefranst trifft es sehr gut. Die Kanten sind nicht mehr glatt, die Enden hängen lose rum und zum Vernähen, stopfen, umnähen, wasauchimmer fehlt inzwischen jede Kraft.

Man macht irgendwie weiter, immer weiter, tunnelblick und ab dafür, bloß nicht anhalten, bloß nicht zu viel nachdenken, es muss doch irgendwann mal vorbei sein, dieser März 2020.

Die einen lenken sich mit Belanglosigkeiten ab, die anderen haben nicht mal mehr dafür Energie.

Ich rede hier ausdrücklich nicht nur von mir. Ich sehe das um mich rum bei immer mehr Leuten. Selbst coronakonform per Messenger werden die Kontakte weniger. Die Fransen bei allen länger und verknoteter. Den fransigsten Eindruck machen auf mich (keine Statistik hier, rein Bauchgefühl) Mütter von Kindern unterhalb des Teenie-Alters. Ich hätte da Theorien, weshalb das so ist, stellen sie sich hier einfach einen fulminanten Rant auf das Patriarchat vor, aber selbst für den bin ich grad zu ausgefranst.

Passen Sie bitte alle auf sich auf. Das hier wird noch dauern* und danach werden keine Psychotherapieplätze vom Himmel regnen, um uns wieder zusammen zu flicken, im Gegenteil, dann können wir ja endlich alle wieder schön produktiv die Wirtschaft ankurbeln. (Hier Kapitalismus-Rant denken.)

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Etwas ganz anderes: ich wusste immer, dass es das geben muss, habe aber noch nie eins gesehen. Heute kitzelte es mich im Nacken:

Ein Haar, an der Spitze noch pigmentiert, an der Wurzel farblos.

Ich freu mich, als hätte ich grad eine wissenschaftliche Theorie bewiesen. Bester Moment des Tages, was sag ich, der Woche.

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*ich las da heute was, das war so desillusionierend (und auf Norwegisch), das zeige ich Ihnen nicht, um Ihre Fransen zu schonen.

Tag 2091 – Ostern rum.

Puh. Das waren die Osterferien 2021. Genauso Lockdown-öde wie 2020. Fast noch öder, letztes Jahr habe ich in der Karwoche ja Montag bis Mittwoch noch gearbeitet und mich schrecklich beliebt gemacht (lies: alles andere als das) mit einer Art Fern-Inspektion. Außerdem hatte Herr Rabe Kurzarbeitsstress. Dieses Jahr hatten wir einfach frei, was auch schön ist, und auch nötig war, und ich hab auch keine Lust, morgen wieder an meinen Homeofficearbeitsplatz zurückzukehren, aber keinen treffen dürfen ist halt schon langweilig.

Ich glaub auch langsam, wir sind eher die Ausnahme als die Regel, was das weitere Befolgen der Empfehlungen und Regeln und Vorschriften angeht. Nachdem selbst Erna (Solberg, norwegische Staatsministerin) ihren 60. mit 14 Personen (erlaubt wären zu dem Zeitpunkt und dort 10 gewesen) auf der Hütte gefeiert hat, nimmt das alles keiner mehr so richtig ernst, fürchte ich.

Noch ein paar Monate.

Ich fürchte, danach muss ich mal zum Zahnarzt und mir ne Knirscherschiene anpassen lassen. Ich beiße scheinbar nicht nur metaphorisch die Zähne zusammen, zumindest ist mein Kiefer immer öfter immer verspannter und ich merke, dass mir das locker lassen zunehmend schwer fällt.

Es ist zum Mäuse melken. Alles.

Tag 2090 – Geduld.

Aus verschiedenen Richtungen über das Impfen nachgedacht. Nicht generell, sondern das gegen Corona. In Drammen war es eine kurze Zeit möglich, die verschickten Log-In-Codes zur Anmeldung zum Impfen mehrmals zu nutzen, also zum Beispiel an jemanden weiterzuleiten, die*er eigentlich noch lange nicht an der Reihe ist. Ist es verwerflich, so eine technische Lücke auszunutzen? Ja. Würde ich es machen? Nein, aber nur aus der Panik raus, erwischt zu werden. Und schlecht fühlen würde ich mich auch, denn die Leute, die jetzt dran sind, sind das aus gutem Grund und ich bin aus genauso gutem Grund noch nicht dran.

Wenn ich jetzt ne Chance hätte, sagen wir mal über meinen Arbeitgeber (habe ich nicht, nur dass das klar ist, an Berufsgruppen sind hier nur Mitarbeitende im Gesundheitssystem priorisiert), doch schon jetzt oder wenigstens bald eine Impfung zu bekommen, wäre das verwerflich? Njaeee. Hmm. Käme drauf an? Eine Person, die Patientenkontakt hat, klar, die sollte geimpft werden. Andererseits – bei den Zahlen wie sie in Oslo sind, sind doch alle Menschen, die beruflich viel Kontakt zu anderen Menschen haben, ob nun die Verkäuferin im Supermarkt oder die Krankenschwester in, sagen wir mal, der orthopädischen Chirurgie (um was zu nennen, das kein erhöhtes Covid-19-Risiko mit sich bringt) etwa dem gleichen Risiko ausgesetzt. Von Lehrpersonen in vollen Klassen (hier: ohne Masken und ohne Tests) mal ganz zu schweigen. Würde ich also als Krankenschwester in der orthopädischen Chirurgie versuchen, eine Impfung zu ergattern, oder würde ich aus Solidarität mit meinen Verkäuferinnensistas und Lehrerbros drauf verzichten, bis ich altersmäßig dran bin? Weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Und wie sieht es mit der Krankenhausverwaltung im Homeoffice aus? Den Mitarbeitenden in Forschungslaboren? Würde ich, wäre ich noch Doktorandin, mich so schnell wie möglich impfen lassen, bloß weil ich formell gesehen im Krankenhaus arbeitete (zur Erinnerung: ich habe nie eine*n Patient*In auch nur von Weitem gesehen, selbst die RNA aus Mäuseorganen kam schon fertig extrahiert)? Ich weiß auch das nicht.

Ich allein mache doch keinen Unterschied, würde ich vermutlich denken. Auch 10 Leute in Drammen mit weitergeschickten Codes machen keinen wesentlichen Unterschied, für die Menschen aus der Gruppe, die zur Zeit dran ist, bedeutet das allerhöchstens einen Tag später geimpft zu werden. Für mich wären es drei Monate. Drei Monate sind viel wert, nach 13 Monaten Zwangshomealles.

Vielleicht wäre ich zu feige, wenn es um echtes Vordrängeln ginge. Aber wenn mein Arbeitgeber nun käme und sagte: wir haben einen Weg gefunden, euch alle als Mitarbeitende im Gesundheitssystem zu definieren, nächste Woche gibt’s Impfung für alle, Alter egal… würde ich dann aufstehen und sagen, Leute, ich bin 36 und gesund und dingens und ich bleibe liebend gerne noch drei Monate zu Hause, während meine Kinder täglich das Haus verlassen (müssen) und Urlaub in Deutschland machen wir dann eben 2022 wieder, gebt meine Impfung lieber jemandem, dem es aller Wahrscheinlichkeit mit Covid19 schlimmer erginge als mir…? Ich bin nicht sicher. Vermutlich nicht. Was sind 330 Menschen schon gegen 3,8 Millionen zu Impfende.

Nun wird das aber ja wahrscheinlich nicht passieren, dass mein Arbeitgeber mit sowas kommt (im Gegensatz zu den Spuckschützen im Büro wären Impfungen ja immerhin tatsächlich zum Infektionsschutz geeignet). Dafür sieht es so aus, als sei meine ganz persönliche Chance, die wirklich letze geimpfte Person in Norwegen zu werden (abgesehen von Menschen, die aus irgendwelchen Gründen zur Zeit nicht, aber irgendwann später, geimpft werden können) gar nicht mal so klein. Denn nun denkt man offen darüber nach, was ich schon länger vermute: wenn alle über 45 geimpft sind, mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterzumachen, statt weiter wie bisher sich altersmäßig von oben nach unten durchzuackern. Mein Tipp ist, dass sie an beiden Enden gleichzeitig anfangen, mit Übergewicht bei den jüngeren. Denn da findet viel Ansteckung statt. Was ja richtig ist. Bei uns homeofficenden, Teil-homeschoolenden, quarantänebingospielenden Mittdreißiger-Eltern findet nicht so viel Ansteckung statt, wie denn auch, dafür müssten wir ja in signifikantem Maß andere Menschen treffen. Manche von uns werden über die Kinder angesteckt, Tjanun, aber da stoppt es dann ja, weil wir ja brav seit einem Jahr unser komplettes Leben auf Pause gestellt haben. Bis auf den Teil mit den Kindern, da herrscht Bandsalat. Aus epidemiologischer Sicht ist es deshalb ganz logisch, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor uns zu impfen.

Aber herrje, wie scheiße ich das ganz persönlich finde. Wir irrational lang mir die vier Wochen, die das laut aktuellem Plan ausmachen könnte, grade vorkommen. Wie unfair ich es finde, dass höchstwahrscheinlich Menschen, die diesen ganzen Beinausriss, der es ist, mit kleinen Kindern im Boot durch die Pandemie zu schippern, gar nicht nachvollziehen können, wieder in Cafés sitzen, während es für uns wochen-, vielleicht monatelang weiter nur To-go gibt, dass Jugendliche Partys feiern dürfen, dass wirklich jede*r wieder ins Ausland reisen darf AUSSER UNS, das kann ich gar nicht richtig ausdrücken. Sehr unfair. (Man könnte jetzt sagen, ach, dann muss die Oma und der Opa halt in den Sommerferien hier her kommen, aber das wird wohl aus Gründen nicht passieren, und zum Beispiel Freunde in Deutschland besuchen wird ja auch nix, die sind ja, wie wir, jung und gesund und bis dahin ungeimpft.)

Geduld ist nicht meine starke Seite und bis Mitte Juli geduldig bleiben ohne jemandem aus Impfneid im Restaurant das Gesicht in den Pastateller zu drücken oder die erstbeste Gelegenheit zum Vordrängeln in der Impfreihenfolge schamlos auszunutzen, wird hart. Richtig knüppelhart.

Die nächste Pandemie bitte erst, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Danke.

Tag 2089 – Streichen und Kultur.

Das Schlafzimmer ist fertig gestrichen. Der Schrank kann dann jetzt bitte langsam mal kommen.

Vor dem Streichen, zwischen den Arbeitsschritten und zum Teil auch während des Streichens war hier heute Kultur-Tag, mit zwei mal Impro-Theater (selbst gekaufte Karten) und gestreamtem modernen Ballett. Eines der Kinder fand die Kinder-Vorstellung Impro-Theater gut, nicht das, das ich erwartet hätte. (Schön war allerdings die Reaktion auf „Was denkt ihr, was euer Spielzeug macht, wenn ihr nicht da seid?“ – „Ich benutze kein Spielzeug.“ – „Lego?“ – „Das ist kein Spielzeug.“ – „Was macht denn Bunti, wenn du in der Schule bist?“ – „Schlafen.“ und dann schrieb er „slafen“ in den Chat. [s-l bildet im Norwegischen einen sch-Diphtong, Anm. d. Red.] Er schrieb auch „Measvainsn“, auf die Frage, was für Haustiere Leute denn so haben. Es ist so niedlich!) Ich fand alles gut. Boléro besser als Faun. Modernes Ballett muss man mögen, hautfarbene Unterwäsche (und sonst nix an) ftw und so, immerhin schreit niemand, das ist ja mein zeitgenössischer-Tanz-Bullshit-Bingo-Joker schlechthin. Impro muss man halt auch mögen, ich erwähnte es bereits.

Ich würde für so Streams aus der Oper ja auch bezahlen, immerhin war ich ja auch im Kino und hab da einen Ballett-Stream geguckt. Für so Leute wie uns, die ein bisschen weiter außerhalb wohnen und nach einer Theatervorstellung noch eine Stunde nach Hause gondeln müssen und/oder nicht unbedingt Babysitter haben, wäre das auch Post-Pandemie eine gute Sache, die uns mehr Kulturteilhabe ermöglichen würde. Für Leute, die gerne Theatervorstellungen (oder Oper oder Ballett oder ein klassisches Konzert oder… sowas eben) sehen würden, aber ungern unter Leuten sind oder sich vielleicht auch einfach dort aus verschiedenen Gründen fehl am Platz und unwohl fühlen, wäre es sowieso gut. Mehr Kultur-Streaming zu okayen Preisen, bitte.

Jetzt werde ich bestimmt geschlachtet, weil es natürlich GANZ WAS ANDERES ist, im Opernhaus selbst ne Oper zu hören. Es ist aber halt auch ziemlich elitär wenig inklusiv, das so zu sagen und noch viel elitärer 50€ Aufwärts für das total besondere Erlebnis zu verlangen. (Plus Anfahrt, plus Babysitter, wenn wir zu zweit gehen, können Sie sich ausrechnen, was so ein Abend uns kosten würde. Plus sich schräg angeguckt fühlen, weil was zieht man überhaupt an in so ner Oper? ~Unbezahlbar!~)

Tag 2088 – 3/4 Moorleiche.

Also so ganz ohne was vorm Fenster schläft es sich nicht so gut. Die Sonne geht um ca. sechs Uhr auf und dann ist es halt hell. Wenn man das nicht gewohnt ist, ist man dann wach – oder döst noch eine Weile unter der Decke, mit der latenten Angst zu ersticken.

Jetzt ist allerdings an drei Wänden schon gestrichen, zwei mal, und getrocknet und die Rollos können wieder dran. Die Farbe gefällt mir schon mal sehr gut, auch an der Wand und auch im „ganzen“ Raum.

Morgen wird hinter dem Bett gestrichen und der Rest wieder dahin geräumt, wo es hin gehört. Wie es aussieht, werden wir dann wieder einen ganzen Eimer Farbe übrig haben. Ich weiß echt nicht, wie wir das immer schaffen.

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Zwei Schnecken sind aus der Trockenruhe erwacht. Der Rest hat sich noch nicht blicken lassen. Interessant finde ich, dass die größte (älteste) Schnecke als erstes wieder aus der Erde kam.

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Die Schweinchen streiten weiter und Muffin trägt sichtbare Spuren. Das arme Schwein, kann es sich nicht einfach geschlagen geben und der Terrorqueen die Herrschaft überlassen, um nicht gebissen zu werden? Tagsüber ist alles gut, aber abends geht das Gerenne und Gequieke los.

Können Meerschweinchen einschätzen, wie sehr sie zu Abszessen neigen? (Rhetorische Frage.)

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Pippi redet mit ihren Puppen, Bärchen und Einhörnern und denkt sich für die Geschichten aus. Was Herrn Rabe dazu veranlasste, zu fragen, ob das wohl normal sei. „Ich glaub das ist total normal. Dass Michel das nie gemacht hat, hingegen…“

Sie sind halt wirklich sehr unterschiedlich.

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Nach einem Bier bin ich beduselt und zum Umfallen müde. Ok, das liegt vielleicht auch am Streichen, das ist ja schon anstrengend. Noch eine Wand und dann sind wir vorerst fertig, dann KÖNNTE noch im Wohnzimmer und in der Küche gestrichen werden, aber letztere wird vermutlich eh in nicht allzu ferner Zukunft renoviert (lies: innerhalb weniger Jahre), ersteres streichen hab ich persönlich gar keine Lust zu, zur Zeit. Irgendwann muss ja auch mal gut sein.

Tag 2086 – Nix zu erzählen.

Das spannendste, das ich heute gemacht habe, war, etwas mehr als eine Stunde Geige zu spielen. Mit meinem reparierten Bogen geht das gleich wieder ein wenig besser, ich bin sehr zufrieden. Meine Fingerspitzen weinen ein wenig, die müssen halt erst wieder ein bisschen Polster wachsen lassen.

Kontaktlos Eier und Kartoffeln geholt habe ich auch. Hui, Action.

Gestrichen haben wir immer noch nicht. Langsam nervt es mich, dieses Schneckentempo.

Eine sehr vorhersehbare, kitschige, trashige Ballettserie angefangen. Genau richtig für mein Coronamüdes Hirn.

Tag 2085 – Der kleine Bruder.

Carona ist kein Einzelkind mehr. Ich habe mich lange dagegen gesperrt, ich finde auch blöd, dass wir nun nachgegeben haben, aber darf ich vorstellen: Cardos.

Ein sehr kleiner Bruder. Wir haben jetzt im Schnitt zwei normale Autos und zahlen zwei mal normale KFZ-Versicherung. Nein, Cardos passt nicht in den Kofferraum von Carona, aber Cardos‘ Sommerreifen passen rein ohne dass man die Sitzbank umklappen muss – drei liegend nebeneinander.

Die Entscheidung für einen Zweitwagen fiel vor ein paar Wochen schleichend. Corona und die Angst vorm ÖPNV, die insbesondere meinen Arbeitgeber stark befallen hat, sowie unser Landleben und meine häufigen Arzttermine in Oslo haben da mit reingespielt. Es ist einfach jedes Mal ein Gehampel sondergleichen, wenn ich zur Blutabnahme nach Oslo fahren muss, denn dann kann Herr Rabe die Kinder nicht abholen. Cardos wird unser hoffentlich treuer Kumpan für solche Gelegenheiten und nicht sonderlich viel mehr. Deshalb macht es auch gar nichts, dass Cardos‘ Reichweite nicht der Brüller ist und Cardos selbst am Schnelllader langsam lädt. Cardos soll in Eidsvoll rumfahren können und dafür reicht es.

Warum nun Cardos? Naja, wir haben beide das Jahres-ÖPNV-Ticket nicht gekauft, aber dafür gespart. Wir hatten also nun etwas, aber nicht berauschend viel, Geld übrig. Cardos lag im Budget und war ein gutes Angebot. Jemand wollte Cardos loswerden, möglichst schnell, denn es war das Auto seiner kürzlich verstorbenen Partnerin*. Deshalb war Cardos günstig für wenig gelaufene Kilometer und relativ junges Alter (gute 5 Jahre). Freitag habe ich Cardos zufällig und inspiriert durch einen Freund mit Fragen zu kleineren Elektroautos entdeckt, Samstag angeschaut und den Kaufvertrag unterschrieben, gestern bezahlt und heute abgeholt. Zack, fertig.

Cardos fährt sich wie ein Go-Cart, vor allem im Vergleich zu Carona, dem Schiff. Nach 10 Monaten Schaltung per Lenkradhebel möchte ich immer gerne den Rückwärtsgang einlegen, indem ich den Scheibenwischer betätige und das Radio redet noch nicht mit meinem Handy, aber das schaffen wir schon noch. Ich bin positiv überrascht davon, dass Cardos überhaupt mit Handys reden kann.

Ich mag den. Miep miep!

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*“Würd ich auch sagen.“ sagen Sie jetzt, aber wir waren in der Wohnung zur Vertragsunterzeichnung und da standen so Sachen wie „Vormundschaft Kinder“ auf dem Wochenplaner und uff. Großer Kloß im Hals.

Tag 2084 – Kein Knast.

Kein Bankirrtum zu meinen Gunsten, aber fast, der Fehler, den ich bei den Steuererklärungen gemacht habe, würde nämlich eher Freibeträge als Strafzahlungen geben. Schau an, schau an. Demnach kann ich mir jetzt auch überlegen, ob es mir das wert ist, Dokumente zusammenzusuchen, von denen ich keine Ahnung habe, wo sie sein könnten (vermutlich zum Teil nicht mal in Norwegen, denn viele deutsche Gesellschaften schicken keine Briefe ins Ausland, wo kämen wir denn da hin!).

Das war ein gutes Telefonat, und ein weiteres klärte zumindest etwas auf, das ein fettes Missverständnis hätte werden können (und dann hätte ich was angezündet, es ist immer besser, wenn ich nichts anzünde). Nächstes mal wenn was größeres, gesundheitliches ist, möchte ich bitte, bitte nach Kongsvinger. Das ist zwar ab vom Schuss, aber desorganisierter als Ahus Nordbyhagen kann es nicht sein. Das ist schlichtweg nicht möglich.

Heute war so ganz generell Finanz-Tag. Wussten Sie, dass Elektroautos in Norwegen seit diesem Monat auch KFZ-Steuer zahlen müssen? Ich nicht. Hat mir keiner mitgeteilt, das habe ich zufällig herausgefunden. Da ich seit einem Jahr auch exzessiv norwegische Nachrichten lese, war es wohl auch da nicht.

Mein Bogen ist fertig und morgen hole ich ihn ab. Morgen hole ich oder holen wir auch noch was anderes ab, dazu aber morgen mehr. (Kein Kind/Ultraschallbild. Niemand ist schwanger und einer von uns ist nun auch ganz offiziell steril. Mit bis auf einen Faden, der sich nicht auflösen wollte und deshalb kurzerhand selbst gezogen wurde, keinerlei Problemen.)

Sonst: müde. Unproduktiv (bis auf die Finanzsachen, aber ich mag echt nicht auch noch im Urlaub den ganzen Tag auf den Bildschirm gucken!) und müde, letzteres nach wie vor von allem. Corona stinkt und soll jetzt endlich weggehen.

Tag 2083 – Corontäne v3 letzter Tag.

So, Pippi ist dann jetzt auch offiziell aus der Quarantäne raus. Wir haben das mit einem Schlafanzugtag gefeiert. Abends hab ich diese Steuerunterlagen zusammengesucht, und hoffe jetzt einfach ganz stark, dass die da keine weiteren Unterlagen zu haben wollen. Dann wird es nämlich potentiell sehr haarig.

Sonst war nur Uhrzeitumstellungsschwachsinn, wie immer hasse ich den letzen Sonntag im März ganz besonders, aber das will ja beim drölfzigsten Mal auch keine mehr hören. Insofern gehe ich jetzt einfach ins Bett.