Tag 1612 – Unzufrieden.

Heute den ganzen Tag im Großen und Ganzen vergammelt und das war zwar nötig, andererseits bin ich auch jetzt unzufrieden mit meiner doch sehr überschaubaren Gesamt-Tagesleistung. Dazu kommt, dass die Kinder dann auch nicht ausgelastet sind und eigentlich den ganzen Tag nur nerven, aka meine Aufmerksamkeit, aber, nee, ich bin mit Gammeln beschäftigt.

Gammeln brachte auch eine sehr ausgedehnte Social-Media-Runde mit sich und das tut mir auch grad (haha, grad, as if) alles nicht gut und da ist eine Pause fällig. Bald. Demnächst.

Es ist nicht wie eine Sucht, es ist eine.

Tag 1611 – Schnipsel.

Bus verpasst, nachdem der Busfahrer mich sicher 150 Meter hat rennen sehen. Danach den halben Tag gehustet und alle Busfahrer und Busfahrerinnen gehasst.

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Jetzt rauche ich schon fast 12 Jahre nicht mehr und huste immer noch extrem lange nach Sprints. Dann war’s wohl zu Schulzeiten gar nicht das Rauchen, hmm?

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Arbeit, Arbeit. Ich bin, es mag überraschen, immer noch keine Pharmazeutin und muss nun selbst aufschreiben, wieso das für den Job aber halt auch wurst ist. Während überall um mich rum Pharmazeuten und Pharmazeutinnen sitzen, die das allein aus Prinzip schon anders sehen. Voll supi.

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Ich wünsche mir ein bisschen niedrigere Tellerränder allerorten.

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Glaube Pharmazeuten erhalten sich ihren Berufsstand, indem sie in möglichst viele Vorschriften reinschreiben, xyz könne AUSSCHLIESSLICH ein Pharmazeut. Anders kann ich mir das nicht erklären.

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Nach der Schule hat eine Oma hier einfach ihr Enkelkind, das ein Schulfreund von Michel ist, abgeladen. Sehr seltsam das alles. Aber das Kind weiß jetzt, dass es, auch wenn wir Chips im Schrank haben, hier keine Chips zum Abendbrot gibt. Sondern, wir schlimmen, kinderfolternden Unmenschen, Fertigpizza.

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Herr Rabe, der sonst noch bis mitten in der Nacht liest, schnarcht auf dem Sofa.

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Alle bekloppt.

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Tag 1610 – Ist halt ab.

Als wir in Deutschland waren und über die Autobahn fuhren, machte es plötzlich ein sehr fieses Geräusch hinten am Auto. So als wäre was derbe kaputt. Ein teures Geräusch. Und natürlich kam dann kein Parkplatz und wir mussten 5 km langsam und beide sehr stark schwitzend fahren bis wir endlich anhalten konnten.

Unterm Auto hing dann das:

Herr Rabe vermutete, dass es ein Hitzereflektor ist, wir waren uns jedenfalls beide einig, dass es weder Auspuff noch sonst was kritisches ist, und so fuhren wir weiter, ohne schlimmes Geräusch, dafür mit einem Stück Blech im Fußraum.

Heute war das Auto beim norwegischen TÜV, weil’s dran war und da hat der Mechaniker gleich mal nach dem Blech geguckt. Und siehe da:

„Macht nichts, dass es fehlt“

Haben wir ein Schwein.

Tag 1609 – Lustitsch*.

Nun. Comedy-Veranstaltung mit dem gesamten Werk. Vorher Pizza und überraschend große Mengen Sekt für alle. Letzteres war ganz lustig, ersteres… naja, es war schon lustig** aber für mich war auch echt viel Fremdscham dabei. Und das, leider, für alle. Da erzählen zwei mittelalte, weiße, heterosexuelle Cis-Männer Witze und machen sich über alle lustig, die irgendwie den mittelalten, weißen Mann(TM) bedrohen. Es war ein bisschen Selbstironie dabei aber spätestens bei Witzen darüber, dass es ja voll ok ist, homosexuell zu sein, weil man ja tolerant ist und so und dann aber „außer das eine mal wo ich mit dem Kumpel geknutscht hab“ und dann wird SCHOCKIERT GEGUCKT und alle lachen, weil haha, nein, unvorstellbar dass der mittelalte weiße Mann mit einem anderen mittelalten weißen Mann HIHIHI Zwinkizwonki. Ja, nee, da bin ich raus. Ich überlege dann mal, wie man das anspricht. Ist es an der Zeit mich als unbequeme Feministin zu outen?

Ich höre jetzt jedenfalls auf dem Rückweg etwas Guilty Feminist Podcast. Als Antidot.

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*Witze über andere sexuelle Orientierungen zu machen ist halt genauso lustig, wie Witze über Akzente zu machen. Nämlich gar nicht.

**Auch mein Humor ist von (mittel-)alten, weißen Männern maßgeblich geprägt. Machste nix, kannste aber halt drüber nachdenken und vermeiden, das unkritisch zu bejubeln.

Tag 1608 – Nicht getraut.

Tja, also heute habe ich nicht geschrieben, während die Kinder einschliefen. Ich habe nachgedacht und prokrastiniert, indem ich mit meiner Kollegin geschrieben habe, ob wir morgen zusammen noch was essen vor unserem, äh, Werksausflug. Wir gehen nämlich in eine Stand-Up-Comedy-Show und wäre das nicht mit Atle Antonsen würd ich mir das wohl schenken aber na gut. Socializing. Aber eigentlich ist das auch eine ganz andere Geschichte, die ich dann morgen erzählen kann.

Jedenfalls konnte ich heute keine Mutterschaftszweifeltexte schreiben, weil mein Fuß festgehalten wurde.

Wir probieren zum x-ten Male körperkontaktloses Einschlafen.

Ach ja. Der Zwerg. Die Maus. So tolle Kinder.

(Nein, auch Fuß festhalten macht nicht alles gut. Das Vertragen nach einem gepflegten Anranzer meinerseits heute Nacht macht auch nicht alles gut. Das ist es ja nicht. Es ist… ach. Vielleicht bald.)

Tag 1607 – Alltag und so.

Ich denke an einem Beitrag über Mutterschaft rum, aber ich weiß nicht ob ich mich traue, das wär schon alles nicht sonderlich rosig und ich erinnere mich noch an Häschtäck RegrettingMotherhood und wie da auf die Frauen eingeprügelt wurde. Von anderen Frauen. Weil ~ein Lächeln doch alles aufwiegt~. Weiß nicht. Ich warte da noch drauf und meine Kinder lächeln und lachen viel. Und ich lieb sie doll und das ist Teil des Problems.

Vielleicht morgen, vielleicht hinter einem Schloss, vielleicht nie.

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Heute war wieder Alltag, aufstehen um halb sechs, endlose, sinnlose Meetings und Probleme mit dem Computer. Herrschaftszeiten, dieses Kackteil hab ich ja mal gar nicht vermisst in den letzten knapp 3 Wochen! Wobei es nicht der Rechner ist, sondern das System, das inzwischen 2 mal im Monat irgendwelche Schluckäufe hat, sodass keiner arbeiten kann. Das ist total super, vor allem wenn man grad in einem Meeting ist und was ausprobieren soll, am Computer. Grrrr.

Leider ist mein Stoffwechsel jetzt auf dauerndes Essen eingestellt. Heute um elf hätte ich beinahe wen angefallen und um halb drei schon wieder. Da muss ich jetzt erst mal wieder von runter kommen, aber heute war es hart und als wir zu Hause waren und zum Unterzucker noch Stress wegen der Einkaufslieferung, die unerwartet früh kam, dazu kam, hatte ich erst mal schön Kopfschmerzen. Nix Sport und Laune im Eimer.

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Hundemüde, aber fertig mit der Pflicht.

Tag 1606 – Gute Vorsätze.

So richtige gute Vorsätze habe ich nicht, ich rauche ja schon lange nicht mehr (bald 12 Jahre), trinke selten Alkohol und will auf die seltenen Gelegenheiten aber auch nicht verzichten, möchte nicht abnehmen und ganz generell brauche ich echt nicht noch mehr Pläne, die ich dann zwanghaft einhalten muss will, in meinem Leben.

Ich wünsche mir fürs neue Jahr mehr Routine, weniger Chaos und mehr Zeit. Mehr Zeit könnte gelingen durch eine neue Routine beim Bloggen: ich möchte eine Weile versuchen, die Zeit, die die Kinder zum Einschlafen brauchen, konsequent zum Bloggen zu nutzen. Ich könnte auch versuchen, das mit dem Bloggen nicht so eng zu sehen, aber da sei die Zwanghaftigkeit vor. Jedenfalls sollte Bloggen während der Einschlafbegleitung oder während Herr Rabe einschlafbegleitet mehrere Probleme Knackpunkte auf einmal lösen: Ich schlafe dabei nicht ein, danach habe ich wirklich frei und ich hänge nicht auf Twitter rum.

Mehr Zeit durch mehr Routine, weiterer Aspekt: ich möchte mit Herrn Rabe zusammen unseren Alltag besser organisieren, sodass wir abends frei haben und auch Zeiten für jeden von uns allein frei werden, in denen man kein schlechtes Gewissen haben muss, weil ja noch hunderttausend Dinge getan werden müssten. In meiner Idealvorstellung haben wir frei, wenn die Kinder schlafen. Klappt schon heute nicht, weil wir noch Essensplan und Einkaufsbestellung sowie Brotdosen machen müssen, aber das ist, denke ich, auch ein Prozess.

Mehr Zeit durch weniger Chaos: ich möchte weiter Kram reduzieren, vor allem auch bei den Kindern, damit aufräumen schneller geht, damit abends die untere Etage schnell wieder einigermaßen leer von Kindersachen geräumt werden kann und damit man die morgendliche Begehrlichkeit im Zweifel schnell findet. Das wird ganz sicher ein Prozess, vielleicht dauert das ein paar Monate Jahre, aber so what. Marie Kondo räumt auch nicht an einem Tag Rom auf.

Alles hehre Ziele, aber ich will es zumindest versuchen.