Tag 3295 – Meet Fischi.

Pippi bekam gestern direkt ihren ersten Fisch. Die Wasserprobe nach dem Urlaub war gut genug und die Wasserpflanzen sind auch ordentlich gewachsen. Ein Scheibenknutscher durfte deshalb einziehen. Bei der Aquariengröße soll man nur einen haben. Pippi suchte sich einen roten aus:

Fischifischifischi!

Der darf da jetzt eine Weile alleine wohnen, bis die Guppys, die Pippi eigentlich haben will, einziehen können.

Ansonsten habe ich gestern versucht, die hungrigen Schlangen zu füttern. Insbesondere Greg schob mega Kohldampf und „jagte“ schon am frühen Abend im Terrarium. Monty hatte sich während des Urlaubs gehäutet und war nicht soooo schlimm hungrig, nahm aber eine dicke (also… 60 g) Ratte trotzdem gerne. Als ich Greg füttern wollte (Schlangi klebte schon erwartungsvoll an der Scheibe), hackte hen sofort zu – aber biss dabei voll in die Pinzette, mit der ich die Ratte hielt. Wenn Schlangen indigniert gucken könnten, so sähe es aus. Sichtlich irritiert renkte Greg mühsam den Kiefer wieder ein und wollte dann fortan von der Ratte auch nichts mehr wissen. Die hatte ja quasi zurückgebissen, das (tote) Scheißvieh. Heute streunerte Greg aber weiter rastlos durchs Terrarium und ich wollte da jetzt echt nicht ne Woche warten, also taute ich abends eine neue Ratte auf. Michel wollte gerne das Füttern übernehmen und hatte zwar ein bisschen Angst vor der wieder an der Scheibe klebenden Schlange, aber letztlich brauchte er auch nur kurz das Futtertier mit der Pinzette grob in die Richtung von Greg halten, da hatte Greg auch schon zugeschnappt, dieses Mal ohne Pinzette dazwischen.

Heute hatte ich eine Geigenstunde, seit vor Weihnachten die erste physische. Das war wirklich gut. Wirklich. Bis auf, dass mir auf dem Hinweg ein, pardon my French, Vollidiot auf so einem kack Elektroroller volle Möhre in die linke Hacke gefahren ist. Aber da kann der Geigenlehrer ja nichts für und ich glaube, es ist glimpflich ausgegangen. Es sind ein paar Hautschichten weg, was ordentlich brennt, und es ist inzwischen ein bisschen blau, aber es tut nicht mehr weh, es sei denn, ich drücke drauf rum. Ich kann auch alles komplett normal bewegen. Das hätte sehr schnell sehr viel schlimmer ausgehen können und der Typ bekam auch einiges von mir zu hören, das weder freundlich noch leise war. Dafür auf Norwegisch und dann nochmal auf Englisch, nachdem er sagte, er verstehe kein Norwegisch. Ich kann mehrsprachig schimpfen, kein Problem, da bin ich ganz flexibel. Idiot ist auch auf allen Sprachen gleich.

Etwas fasziniert bin ich davon, dass ich erst den „Impact“ merkte, also dass irgendwas meinen Gehrythmus störte. Etwa zeitgleich hörte ich die Bremse von dem Roller quietschen. Der Schmerz kam deutlich verzögert. Und erst ein paar Schimpfworte später die Erkenntnis, dass mir das ganze nicht nur sprichwörtlich den Schuh ausgezogen hatte, und ich da mit einem nackten Fuß auf dem Bürgersteig stand.

Anyway. Wir setzten mal darauf, dass das nur eine oberflächliche Schürfwunde ist und bald weg.

Tag 3293 – Wir winken (wieder) vom Boot!

Wir sind ein ausgesprochen müder Haufen hier, und gehen jetzt alle einfach ins Bett. Heute startete der Tag um sechs. Um acht hatte ich bereits 4200 Schritte getan und war 26 Treppen gestiegen. Herr Rabe sicher noch mehr, ich hab nicht so viel geschleppt wie er. Die Fahrt zur Fähre war dann, naja, etwas ungeplant nervenaufreibend, weil wir erst im Stau standen (Baustelle vor Hamburg) und dann in Kiel auch überall gebaut wird und Navi und Beschilderung unterschiedliche Dinge von uns wollten, woraufhin wir uns auf den letzten drei Kilometern zwischen Autobahnabfahrt und Fährhafen übel verfahren haben. Wir waren dann mal wieder unter den allerletzten Autos auf dem Boot. Und das nächste mal vertrauen wir dem Navi einfach blind, denn den Schildern war definitiv nicht zu trauen („Umleitung 70 nehmen“ und dann ist Umleitung 70 aber nirgends ausgewiesen. Meinten sie vielleicht doch 62? Wir werden es nie erfahren). Aber dementsprechend gar sind wir jetzt, vor allem wir Erwachsenen.

Was ich das erste mal gemacht habe: den Fitnessraum/Spa der Fähre genutzt. Das kann man sich fürs nächste mal merken, das ist echt ganz schön, es gibt da zum Beispiel eine (geschlechtergetrennte und man kann da nackt sein) Sauna mit Meerblick und Whirlpools mit Platz. Es gibt auch jede Menge Fitnessgeräte, davon habe ich nur eine Matte benutzt, aber es hätte auch alles andere, was das Herz begehrt, gegeben. Das war schön, eine kleine Auszeit für mich und eben Sauna mit großem Fenster mit Meerblick. Im Schwimmbad ist zwar auch eine kleine Sauna, aber die ist voll, dauernd hampeln Kinder rein und raus, und rausgucken kann man auch nicht.

Tag 3291 – Vorletzter Tag Bielefeld.

Heute Vormittag lief sehr sehr langsam an, deshalb habe ich auch erst eben Sport gemacht, also literally eben grad.

Am Nachmittag haben Pippi und ich Oma S. geholfen, eine neue Brille auszusuchen. Eine notwendige Augen-OP hat als Nebeneffekt die Fehlsichtigkeit verbessert, was ja schön ist, aber dann muss man hinterher halt neue Brillen kaufen. Ich finde, wir haben ein sehr schönes Modell ausgesucht, das obendrein aus Rhizinussbohnen hergestellt ist und gar kein Metall enthält, nicht mal Scharniere (nicht dass mir das irgendwas bedeuten würde, aber ich kenne Leute, die wollen kein Metall „am Kopf“ haben).

Abends haben wir uns mit unserem guten Freund M. auf dem Siggi getroffen. Die Kinder haben auch kurz Hallo gesagt, sind dann aber schnell wieder abgedampft. Das war auch nicht so schlimm, so hatten wir drei Erwachsenen mal einfach Zeit um uns zu unterhalten, ungestört, wie früher. Das war sehr schön. Hach Hach.

Tag 3290 – Sightseeing.

Heute waren wir mit den Kindern und Oma S. im Bauernhausmuseum. Da war ich auch ewig nicht mehr. Aber es war richtig schön da:

Blick von der Mühle runter.

Es ist ein kleines, aber liebevoll gemachtes, Museum zum Bauerntum in Westfalen über die letzten 300-400 Jahre. Inklusive gepflegtem Bauerngärtchen, einer ehemals windbetriebenen Getreidemühle und einer Flachs“mühle“, in der der Flachs gebrochen wurde. Wir sind ja hier in der ehemaligen Hauptstadt der Leinenweberei, hier heißen Orte Hechelei, Windelsbleiche, Spinnerei, etc. Ich musste in der Grundschule noch einiges über Leinenproduktion lernen, habe vieles vergessen, aber konnte noch ein bisschen was an den Grundzügen an die gänzlich uninteressierten Kinder weitergeben. Es war trotzdem schön. Zum Abschluss stellten wir uns in die lange Schlange am Café und kauften Kuchen und Limo*, was, in Anbetracht der Attraktivität dieser Lebensmittel für Wespen, vielleicht nicht so schlau war. Naja.

Das war ein schöner Ausflug. Leider ist nächste Woche dort geschlossen.

Abends besuchten uns meine Tante (B.) und mein Onkel (T.), das war auch wirklich schön, ganz entspannt und locker und lustig. Mit bestellter Pizza zum Abendessen waren auch die Kinder zufrieden. Wie sagte Herr Rabe so schön: die bringen einfach immer so eine Ruhe mit.

Ein wirklich schöner, sommerlicher Urlaubstag.

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* und für mich ein halber Liter Leitungswasser. Mein Tag hatte mit einem brutalen HIIT-Workout angefangen, noch vor dem Frühstück. Das empfehle ich nicht weiter, ich hatte bis zum späten Nachmittag konstant Durst.

Tag 3289 – Badeland und Freunde treffen.

Heute war eigentlich schlechtes Wetter angekündigt, das war dann eigentlich gar nicht so schlecht bis abends, aber wir hatten Pippi bereits versprochen, dass wir in ein Spaßbad gehen. Michel mussten wir erst ein bisschen mitzerren, aber als er dann im Wasser war, war das Murren schlagartig abgestellt und Michel sehr zufrieden. Ich habe wieder mal Sportprogramm gegen Schwimmen getauscht und meine Zeit für einen Kilometer (Brustschwimmen) um volle 2 Minuten verbessert. Ich hab mich da aber schon auch angestrengt.

Abends haben wir uns in einem Restaurant in Schildesche mit Freunden getroffen. Die Kinder waren durch und guckten bis auf während des Essens in ihre Bildschirme, dadurch konnten wir Erwachsenen uns auch in Frieden unterhalten. Das ist auch mal ganz schön. Es war auch wirklich schön, J. und A. (aus Bielefeld) mal wieder zu sehen und sich gegenseitig Updates aus dem Leben zu geben. Hach.

Jetzt Bett. Die Kinder schliefen auch wesentlich früher als sonst so in den Ferien. Vielleicht müssen wir einfach jeden Tag schwimmen gehen (nein. Ächz).

Tag 3287 – Autschn und Hatschi.

Kurzmeldung: Herr Rabe hat einen Bass gekauft. Er ist rot und wirklich schön und Herr Rabe ist sehr glücklich.

Ich habe Rückenschmerzen, es fühlt sich an, als habe sich ein Brustwirbel verschoben und dann reagiert alles Gewebe drumrum etwas zornig, inklusive Magen. Das hatte ich früher echt häufig, aber schon wirklich lange nicht mehr. Früher kam das, wenn ich von sehr viel Training und Wettbewerbe auf Sommerferienmodus geschaltet habe und die Muskeln plötzlich alle Ferien hatten. Nun haben meine Muskeln ja das Gegenteil von Ferien, mich wundert das deshalb doch ein wenig. Morgen ist der obere Rücken mit Krafttraining dran, da freue ich mich schon wirklich drauf. Wenn es so ist wie früher, ist der Wirbel längst wieder an seinem Platz, aber die Muskeln noch verkrampft und die Nerven gereizt. Da hilft Bewegung und Durchblutung ankurbeln. Generell bin ich bei den meisten Dingen, mit denen man zum Orthopäden geht, Team „vorsichtig weiter bewegen, solange es dadurch nicht schlimmer wird“. Das hat mir auch ein Orthopäde mal so geraten.

Und weil ich das so handhabe, habe ich meinen Tag zum Großteil durchgezogen wie geplant. Mit Gejammer, zugegebener Maßen. Aber bei meiner Mutter steht auf der Terrasse jetzt ein Pavillon MIT Stoff drauf und ich habe mich auch mit 50% der neuen Katzen sehr dicke angefreundet. Michel auch, der kam dann eben jammernd an, weil ihm die Augen furchtbar juckten. Janun, das kommt, wenn man als Allergiker Katzen krault und sich dann nicht die Hände wäscht. Nach einer Dusche schläft er jetzt aber wieder. Ich werde hoffentlich nach einer Massage besser schlafen als letzte Nacht.

Tag 3285 und 3286 – Sportlich.

Gestern und heute ist hier nicht soooo viel passiert, das war bei auch mal ganz schön so. Herr Rabe fuhr gestern nach Ibbenbüren und kam wider Erwarten ohne einen Bass zurück. Dazu nahm er Pippi mit, die neue Sticks bekam. Michel und ich hingen in der Ferienwohnung herum, beziehungsweise hing ich gar nicht viel herum, sondern machte ein mörderisches Sportprogramm und spielte danach noch gründlich Geige. Nebenher wusch ich Wäsche.

Abends trafen wir uns mit unseren Ex-Nachbarn auf dem Siggi, das war sehr nett, obwohl es irgendwann einen krassen Wolkenbruch gab. Vorher hatte es sich schon so angehört, als würde irgendwer unaufhörlich große, leere Mülltonnen herumrollen, es donnerte pausenlos. Wir hielten es aber draußen aus, der Allwetterschirm hielt dem Wetter ebenfalls stand und irgendwann konnte man sich auch wieder unterhalten, ohne gegen den Regen anbrüllen zu müssen.

Aber wir hatten sehr freundlichen Besuch, der unseren Versuch, auf dem Tisch keinen Sturzbach zu kriegen, sehr gut fand:

Heute waren wir shoppen, unter anderem bekam Pippi Inline Skates. Plus Helm und Schoner. Das zog sie an und fuhr quasi sofort los, als hätte sie nie was anderes gemacht.

Der Rest der Einkaufstour war einigermaßen ätzend und ich berichte lieber nicht darüber. Die Bielefelder Innenstadt ist jetzt nicht so der Place to be mit nöligen, überreizten Kindern, wenn man selbst auch nölig und überreizt ist. Und, ey, sorry, aber immer mehr Menschen stinken. Immer mehr Menschen benutzen grauenvoll schwere, Moschusreiche Parfüms in Mengen, die für eine komplette Woche reichen müssten. Es wird immer schlimmer. Dabei bin ich urlaubig entspannt und gar nicht so empfindlich wie sonst schon gerne mal. Aber immer wieder laufe ich quasi gegen eine Wand aus Parfüm und will nur noch weglaufen. Wer möchte denn bitte Leute mit Parfüm vergraulen?