Tag 3168 – Nichts zu erzählen.

Es gibt nicht so mega viel zu erzählen, es war halt so ein Homeoffice-Tag mit erstaunlich vielen Meetings. Gut daran: ich habe mich kaum aufgeregt, obwohl es Grund genug gegeben hätte und auch immer noch gibt. Auch gut: ich habe angefangen, nein zu sagen. Mein Vorsatz ist, dass in den nächsten 12 Wochen nichts weiteres in meinen Kalender kommt, was da nicht jetzt schon steht oder direkt mit dem, was da schon steht, zusammen hängt. Weil es schlicht nicht möglich ist, da noch irgendwas anderes reinzuquetschen. Eins der Dinge, über das ich mich kaum aufgeregt habe, ist, dass eine Kollegin sich weigert, ihre Arbeit zu machen, mit der Begründung, dass ich die ja zum Teil schon gemacht habe (ja, weil sie nicht in die Pötte kam und alles bis zur völligen Unverständlichkeit verkompliziert hat, habe ich irgendwann das Ruder an mich gerissen). Und das mache ich dann jetzt eben weiter, in meinem Tempo, und ich werde auch kein Geheimnis draus machen, wer es gemacht hat. Es ist eine der Sachen, die in meinem Kalender stehen. Wenn die Kollegin versucht (vermutlich unbewusst), das so weit zu verschleppen, bis es zeitlich nicht mehr hinhaut, und leider, leider ausfallen muss, scheitert der Plan halt an mir. Wenn ich da in diesem Laden in zwei Jahren noch sein will, was ich eigentlich schon ganz gerne würde, dann muss ich langsam mal anfangen, weniger ja zu sagen und mehr dafür einzustehen, was ich erreichen will. Dazu gehört in dem Laden (leider) auch, dass ich sehr selbst dafür sorgen muss, dass ich kriege, was ich brauche, um das zu erreichen, was ich will. Und in dieser Sache brauche ich grad einen gewissen Fortgang, sonst rege ich mich nämlich auf und das will ja niemand.

Aber wie gesagt: ich habe mich erstaunlich wenig aufgeregt.

Lustige Anekdote: mein erster Kontakt mit der EU-Kommission* war heute. Es war eine höfliche (aber halt schon auch) Mecker-Mail, warum wir zu einem Kurs, der in nicht mal einem Monat stattfinden soll, eigentlich noch gar keine Info bekommen haben. Exakt 10 Minuten später hatte ich eine Kursbestätigung, Registrierungsunterlagen, und eine eigene (im Sinne von persönliche) Mail mit Travel Details. Nach Ende der eigentlichen Arbeitszeit, wohlgemerkt. Geht doch.

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*naja ok nicht mit der Kommission selbst, aber mit einem Unterorgan davon.

Tag 3167 – Kultur!

Erst mit der Arbeit nach der Arbeit eine Führung durch die Oper gemacht:

Dann Konzert:

Und bei beidem war Fotos machen nicht so sehr erwünscht bis verboten.

Aber es war wirklich schön. Die Oper (sie kennen das Gebäude sicher mindestens von Bildern, ein etwas klotziges Gebäude am Fjord, komplett weiß und man kann aufs Dach gehen, das ganze Dach ist wie eine Rampe) ist so ein architektonisch bestimmt ganz tolles Gebäude, nur verstehe ich von Architektur quasi nichts. Ich finde weiß schön anzusehen, ich finde auch Holz schön anzusehen, aber mir bringen diese ganzen hochgelobten Kontraste wenig außer auf die Dauer Kopfschmerzen. Also die Einzelteile gefallen mir, aber man muss jetzt halt auch irgendwie nicht alles mit Bedeutung überladen. Ja, schön, der „innere“ Teil, wo all die Angestellten ihre Arbeit hinter der Bühne tun, soll an eine Fabrik erinnern und die Platten mit den verschieden großen Beulen sollen Lochkarten sein (aber nicht etwa für IT-steinzeitliche Computer, sondern für Webstühle), ich find trotzdem, dass die aussehen wie Blindenschrift und finde Waschbeton trotzdem nicht schön.

Was mich allerdings sehr beeindruckt hat, war, wie GROẞ all diese Bereiche hinter der Bühne sind. Also nicht nur literally direkt hinter und rechts und links neben der (Haupt-)Bühne, wo nochmal je ein Raum in der Größe eben jener Hauptbühne (16×16 Meter) ist und wo man mit der Bühne wie mit diesen Schiebebildern aus meiner Kindheit Tetris spielen kann. Da kann man die ganze Bühne versenken, verschieben, von rechts eine andere Bühne rein schieben, von oben was runter lassen, you name it. Wir wurden zufällig Zeugen, wie die Bühne oben auf dem Bild nach hinten verschoben wurde: da senkt sich erst hinten der Boden ab, dann fährt die ganze Bühne (ohne dieses Dreieck, das ist nämlich aufgehängt) nach hinten, und zum Schluss fährt vorne der Boden wieder hoch. Aus irgendwelchen Gründen konnte ich mir den Prozess kaum angucken, weil ich irgendwie sowas wie Ekel dabei empfand, sehr seltsam. Aber auch der Rest „hinter der Bühne“ ist irre groß. Eine Etage für das Orchester, eine Etage für die Tänzer*innen und die Werkstätten, eine halbe Etage mit den Garderoben der Schauspieler*innen, eine Etage mit Ballettsälen und Probenräumen. Da arbeiten grob überschlagen 300 Leute. Das war wirklich faszinierend und irgendwie logisch, aber in dem Ausmaß doch wirklich beeindruckend.

[Danach gingen die anderen von der Arbeit Essen, aber es waren viele Leute dabei, die ich kaum kenne und deshalb kniff ich mir das. Rücksichtnahme auf eigene Socializing-Ressourcen. Ich ging stattdessen in die Bibliothek, arbeitete da ein wenig und ging dann alleine Sushi essen, sehr glücklich mit mir als alleiniger Gesellschaft.]

Danach war ich auf dem Konzert, das hat mir meine Mutter zum Geburtstag geschenkt (danke nochmal!) und es war wirklich sehr lustig und sehr, sehr gute Musik. In einem sich nicht so bierernst nehmenden Rahmen. Das Publikum war etwa 40 Jahre jünger als es sonst so in der Philharmonie ist, es gab lautes Gelächter und am Ende verdiente standing ovations. Beeindruckend: Sophie „Oui Oui“ eröffnete mit Mephisto Waltz von Liszt und schaffte es dabei, dass eine Klaviersaite riss, die dann jedes Mal fies schnarrte, als sie angeschlagen wurde. Sie fixierte die Saite danach, was die Nebengeräusche wenigstens minimierte, aber ich hätte jetzt nicht gedacht, dass so ne Saite an nem Flügel mal eben reißen kann. Wenn Twoset mal zu Ihnen in die Nähe kommt, gehen Sie da ruhig hin, und wenn es nur ist, weil Sie immer schon mal (spätestens jetzt) sehen wollten, wie jemand schmalzige Romantikstücke spielt und dabei eisern Hoola-Hoopt. Und wie gesagt: das ist auch viel Blödsinn, aber durchgehend Musik auf sehr hohem Niveau. Wenn man die Augen zumacht, denkt man nicht, dass da jemand nebenher einen blauen Glitzer-Ring um die Hüfte kreisen lässt. Es ist halt wirklich klassische Musik für ein jüngeres und diverseres Publikum, ich mag das sehr.

Tag 3166 – Sonntag.

Es war sehr sonnig heute, der ganze neue Schnee hübsch beleuchtet und glitzernd bei blauem Himmel. Das ist schon ganz nett, erfordert aber Sonnenbrillen (für alle, für mich erfordert nahezu jedes Lichtverhältnis eine, außer Nacht). Ich war auch ganz froh, dass ich heute Schlangenfutter abholen gefahren bin und nicht gestern. Die Stunde Gegurke über Land (etwa da hin, wo die Meerschweinchen mal Sommerurlaub auf dem Bauernhof gemacht haben) hätte in horizontalem Schneetreiben sicher noch weniger Spaß gemacht als heute. Heute war es wenigstens nur stellenweise glatt, stellenweise voller Schneematsch und stellenweise sehr nass. Aber jetzt liegen im Gefrierschrank ausreichend Futtertiere für ein paar Wochen. Ich finde das immer noch ein bisschen seltsam, muss ich sagen. Dabei liegen die im Gefrierschrank auch nur neben den (Teilen von) ebenso toten und ebenso eingefrorenen Futtertieren für Menschen, da müssen wir auch mal wieder was von essen, aber das ist ein anderes Thema (eins, das ich dauernd vergesse, weil wir ja nur alle Jubeljahre Fleisch essen und noch viel seltener welches kaufen).

Ansonsten war nix. Ich habe es nicht über mich gebracht, meine Steuererklärung zu machen, da muss ich das ganze Gedön, was noch in Deutschland ist (Berufsunfähigkeitsversicherung und ähnlich sexy Dinge), von Hand eintöckeln und kriege schon Hass, wenn ich daran denke. Können die Banken das nicht endlich international kommunizieren? Das wäre sehr schön. Das ist wirklich das einzige, was mich an der norwegischen Steuererklärung immens nervt. Ich habe aber auch noch bis Ende April dafür Zeit, Herr Rabe hat seine noch nicht mal bekommen, insofern ist alles gut und nichts dringend.

Tag 3165 – Tief atmen.

Es schneit schon wieder. Es war grad auf den Straßen alles weggetaut und weggeregnet, selbst auf dem Hof waren nur noch Schneereste und jetzt schneit es wieder, in der Version „super nass und klebt sofort zu einer Eisschicht zusammen“. Es ist zum heulen. Ok, nicht für alle, manche wollen ja Ostern Ski laufen und bezeichnen frischen Schnee Ende März bis Anfang April als „Osterstimmung“. Ich bezeichne das als FALSCH. Osterstimmung ist singende Vögel und blühende Narzissen, deshalb heißen die ja auch OSTERglocken. Osterstimmung ist nicht weiße Eier im Schnee suchen.

Ansonsten heute langsamer Tag mit Eskalation am Ende, Streit mit Michel, auch das ist… puh, alles, und er pubertiert ja noch nicht mal. Es kann also noch sehr viel spannender hier werden, als es eh schon ist. Hurra. (Muss das mit dem nicht-Trinken noch mal überdenken… Nein. Und eigentlich sollte man darüber auch nicht frotzeln.)

Gut:

  • in meiner Geige-üben-App stolperte ich zufällig in Ray Chens Übe-Session und das war sehr unterhaltsam und auch sehr lehrreich (und andere würden bestimmt „inspirierend“ sagen, aber ich mag das Wort so gar nicht).
  • Später, als ich selbst übte, besuchte mich eine in meiner Session, mit der ich da hin und wieder Kontakt habe, eine Tierärztin aus Australien, die ebenfalls als Erwachsene das Instrument wieder aufgenommen hat und etwa das gleiche Level hat. Da konnte ich mein Leid über die Doppelgriffetüden klagen und wurde verstanden und bekam Zuspruch, Hurra! Die Etüden sind aber auch tricky, aber das Gute daran ist: die sind nur bei den ersten 2-3 Malen schlimm, danach geht es recht schnell bergauf. Ich spiele die so vielleicht 10-ish mal, einzelne Passagen öfter, bis es sich passabel anhört und nicht mehr anfühlt, als würden sich meine Finger verknoten, und dann fange ich die nächste an. Gut genug ist dabei echt gut genug, ich will damit ja nicht auftreten, ich will nur die innere Hemmschwelle vor Doppelgriffen und Akkorden abbauen und auch schneller vom Blatt ablesen können.
  • Abends, als hen aktiv war, holte ich Monty für ein paar Minuten aus dem Terrarium. Die sollen sich ja schon daran gewöhnen, angefasst zu werden. So ein mal pro Woche, sagte der Züchter, kann man das ruhig machen, sollte man vor allem am Anfang auch, weil man sie ja einfach hin und wieder anfassen MUSS (sauber machen, Tierarzt, etc.) und dann ist es halt gut, wenn sie nicht total panisch werden, weil sie das nicht kennen. Monty ließ das über sich ergehen, ohne fauchen oder sich zusammen rollen, und schnupperte irgendwann auch neugierig meine Hand an, was ganz schön kitzelte. Hach. Zurück im warmen Terrarium machte hen sich aber ohne Umwege auf in das Lüftungsloch. Happy place.

Tag 3163 und 3164 – Kurzes Update.

Gestern ist nicht viel passiert. Morgens war ich mit Michel beim Kieferorthopäden, er soll seine Spange noch eine Weile tragen und wir sollen sie jetzt auch wieder weiter aufdrehen, damit der Rest vom Überbiss noch weggeht. Der ist aber auch schon fast halbiert, also es passiert schon was.

Der Rest vom Tag ging arbeitend drauf.

Heute war auch eigentlich nur Arbeit. Im Büro, mit morgens Sport, weil meine Schulter echt wieder… nicht so sehr angenehm drauf ist. Dann hatten wir ein Training in „Validierung von Computersystemen“. 20 Minuten Mittagspause. Gespräch mit Entwickler zum Thema „wie kriege ich $Daten aus dem IT-Projekt-System in die Dokumentenvorlage“, wo wir uns beide einen abbrachen mit „conditional fields“ und weiß nicht was, und am Ende das Projekt pausierten, weil wir in diesem Sprint was entwickelt bekommen, dass das ganze Ding viel einfacher machen wird, also warum jetzt Zeit damit verschwenden. Gespräch mit zwei Masterstudentinnen zum Thema „wie agile war die Entwicklung des IT-Projektes?“ (Spoiler: nicht sonderlich, teilweise eher im Gegenteil). Eine ganze halbe Stunde Schreibtischarbeit. Nach Hause fahren.

Erfreuliche Nachricht des Tages: meine Heißkleber-Brandblase ist verheilt! Nach nicht mal zwei Wochen, ich finde das wirklich schnell. Und es ist quasi nichts mehr zu sehen, außer, dass die Haut da noch dünner ist als rundrum. Ich habe dieses Mal konsequent „feuchte Heilung“ probiert, sobald die Blase sich geöffnet hatte, und schiebe es jetzt darauf, dass das so problemlos ging. Es hat nicht mal gejuckt oder so. Zur Info (die niemand braucht) habe ich am Schienenbein einen heftigen Kratzer seit genauso langer Zeit, und der ist noch nicht verheilt, da ist immer noch Schorf drauf, weil es auch immer mal juckt und ich dann nicht dran denke und kratze und… tja. Die Brandblase (mit der Haut noch drauf) habe ich mit einem zurechtgeschnittenen Blasenpflaster abgedeckt und das wiederum mit einem Fingerpflaster, später einfach nur dem Narbentape, was ich noch von der Schilddrüsen-OP habe, abgeklebt. Das Fingerpflaster/Tape habe ich täglich gewechselt, das Blasenpflaster soweit möglich nur zurückgeschnitten. Das Blasenpflaster habe ich insgesamt vielleicht so 2 mal ganz gewechselt, und schlau war das nicht, weil ich natürlich die Haut von der Blase mit abgezogen habe. Aber irgendwann lösen sich diese Blasenpflaster ja in Wohlgefallen auf. Ich wasche mir ja auch ständig die Hände, und diese Pflaster können Wasser nicht so gut ab. Naja, irgendwann im Prozess hatte ich den Eindruck, das Pflaster sei einfach mit meinem Finger verwachsen. Heute Morgen stellte ich dann aber beim Abzuppeln des Tapes fest, dass ich den letzten Rest Blasenpflaster mit abgezogen hatte und der Finger wieder mit (dünner und rosaner, aber immerhin!) Haut bedeckt war. Hurra!

Jetzt bloß keine neuen Unfälle mit Heißkleber.

Tag 3162 – Müde.

Ich bin echt geschafft, gestern war schlimm anstrengend (emotional und zwischenmenschlich) und ich dann auch echt viel zu spät im Bett. Es hat sich gelohnt, und vielleicht schreibe ich irgendwann mal drüber, aber das muss erst noch weiter sacken.

Die Wechselwarmen haben Terrarienseiten getauscht. Was ok ist, denn eins klettert ja gerne, während sich Nummer 2 lieber am Boden aufhält. Trennwand verbessern muss bis zum Wochenende warten wegen viel zu müde für alles.

Tag 3161 – Wir reden nicht drüber.

Aus Gründen hatte ich heute über weite Strecken einen ordentlichen Scheißtag. Ich möchte bitte verpflichtende Kommunikationskurse für alle, Lektion 1: andere Menschen haben Gefühle, drauf rumtrampeln ist nicht ok.

Die Wechselwarmen machen weiter ihr Ding, Monty ist mal hier mal da, Greg sitzt unter der Kokosnuss und – ich schätze mal – verdaut. Greg hatte zwei Tage bevor wir die beiden geholt haben eine fette Maus und man sah Sonntag die Beule noch. Börps.

Weil Fragen kamen: man darf nicht mehr mit Lebendfutter füttern. Das ist im Tierschutzgesetzt (hüben wie drüben, kann auch eine EU-Regelung sein?) verboten. Das ist auch für die Schlangen so wesentlich sicherer, denn ein totes Futtertier wehrt sich nicht. Da diese hier aus Aufzucht kommen, kennen die auch nichts anderes, vor denen ist noch nie ne Maus weggelaufen. Aus Aufzucht vor allem deshalb, weil wir so die entsprechenden Papiere bekommen haben, dass die nicht illegal importiert sind. Man kauft dann, entsprechend der Größe, tiefgefrorene Futtertiere, die man zur Fütterung auftaut und ein bisschen warm macht, halt so Mäusewarm. Die Schlange „erlegt“ das dann, wenn man es ihr vor die Nase hält, „würgt“ es auch und frisst es dann hoffentlich ohne Tamtam auf. Königspythons können wohl schwierig mit Futter sein. Dafür macht das aber auch nicht viel, wenn die mal eine oder auch vier Mahlzeiten überspringen.

Zum Namen: Monty und R sind Wortspiele die mit „Python“ zusammenhängen. (R ist eine mathematische Programmiersprache, Python ist eine andere mathematische Programmiersprache.) Pudding, weil Vanillepudding und es generell gut ist, wenn man Tiere wie Essen nennt. Es hat auch einen Heimat-Klang, für uns aus Puddingtown.

Tag 3160 – Schlau und nicht ganz so schlau.

Bei der Arbeit haben wir heute einen Ausflug gemacht, der Lieblingskollege, die Lieblingskollegin und ich. Wir waren bei einer Fabrik, die ihre Produktionslokale erweitern wollen, und die unsere Meinung dazu hören wollten, bevor sie was dummes tun und dann nicht mehr zurück können. Wir mögen das und kommen dann auch, wenn es sich irgendwie einrichten lässt. Und dann gucken wir uns bunte PowerPoint-Präsentationen an, und heute, und das war mal was Neues: auf den Boden geklebte Linien und diverse Pappkartons, die Maschinen und dergleichen repräsentieren sollten. So konnten wir von den Räumlichkeiten einen etwas räumlicheren Eindruck bekommen. Es war an alles gedacht, sogar an Stühle.

Achtung, unter dem „Stuhl“bild gibt es ein Bild von einem langen, wechselwarmen Tier ohne Beine.

Heute morgen hatten wir einen Vorfall von „neues Haustier mit kleinem Gehirn erkundet sein neues Zuhause“. Genau genommen haben wir das seither durchgehend, dazu später.

Schön auf die nicht mehr benötigte, aber fest verbaute Wandhalterung geklettert.

Es ist Blödsinn, das Tieren so zuzuschreiben, das weiß ich aber hen sah ein bisschen schuldbewusst aus, als ich hen heute Morgen so vorfand. Ich war auch erst nicht sicher, ob hen da ohne Hilfe wieder runter kommt, aber irgendwann war hen wieder auf dem Boden, ob der Vorgang elegant und/oder kontrolliert war, kann ich nicht beurteilen, da war ich nicht bei.

Danach wollte Monty direkt zu Greg rüber, da ist ein kleiner Raum um die Leuchtstoffröhre rum in der Trennwand ausgespart, eben wegen der Leuchtstoffröhre. Der Plan schien aber recht fix wieder verworfen worden zu sein, und ich fuhr halbwegs beruhigt und kopfschüttelnd zur Arbeit.

Tja. Nachmittags schickte mir Herr Rabe ein Video, wie Monty sich, auf Greg’s Seite, in (!) das Lüftungsloch gequetscht hat. Ganz oben in der Ecke des Terrariums, auf beiden Seiten, ist eine ovale Aussparung in der Wand und von außen ist da ein Lüftungsgitter. Der Terrariumsvorbesitzer hat dazu auch noch Treibholzstücke in diese Ecke geklebt, sodass man da auch garantiert keine Hand reinbekommt, und eine da chillende Schlange einfach chillen lassen muss. Da oben scheint es sehr gemütlich zu sein, Monty kam zwar immer mal wieder runter, aber klettert auch immer wieder da hoch. Greg hat das ein Mal versucht und hing dann etwas ratlos vom Baumstamm herunter, kam scheinbar nicht wieder runter und verzog sich, nachdem hen ein Holzstück als Leiter dargeboten worden war, lieber wieder in die Kokosnusshöhle.

Wir haben also eine Trennwand, die zumindest eine Schlange an nichts hindert (Monty wurde dabei beobachtet: hen geht oben drüber. Da sind so 15 mm Platz gelassen, bewusst, wegen der Luftzirkulation) und mindestens eine kletterwütige Schlange, die auf das Lüftungsloch steht. Das werden wir wohl noch verbessern müssen, Monty kann auch gerne einen Kletterbaum haben, solange hen auf hens Seite bleibt. Ich mache mir nicht viel Sorgen um Rivalität und auch nicht um Fortpflanzung, sie sind ja noch recht klein und da sollte beides noch kein Thema sein (vor allem, wenn es tatsächlich beides Weibchen sind) aber aus Prinzip hätte ich schon gern gewusst, dass es möglich ist, eine Schlange davon abzuhalten, irgendwo hinzugehen, wo sie nicht hin soll. Wenn sie Futter kriegen, müssen sie eh getrennt werden, das ist zwar noch nicht akut aber das Problem kommt ja sehr bald auf uns zu.

Das nächste Haustier wird ein Delphin, Rabe, Tintenfisch oder Schwein, irgendwas, das nicht so doof ist jedenfalls.

Tag 3158 und 3159 – 39!

Ich fühle mich höchstens einen Tag älter als 38.

Das war ein schöner Geburtstag. Es gab Kuchen (den ich mir selber gebacken habe, nach diesem Rezept: https://rabensalat.blog/2016/03/11/tag-213-vergessenes-nachgereicht/, wie jedes Jahr, aber jetzt neu auch mit Holundergelee aus Holunderbeeren vom eigenen Strauch), Geschenke (unter anderem das Zweitparfüm, das ich mir wegen kein Alltagsduft, eigentlich echt teuer und niemand braucht zwei Parfüms im Sommer nicht gekauft habe), Geige, Sport, sehr leckeres Essen bei dem neuen und wirklich gut besuchten indischen Restaurant, das hier im Kaff aufgemacht hat und liebe Kinder. Ich hatte mir von Pippi liebe Kinder gewünscht, das meinte sie aber, kann man nicht verschenken. Also habe ich mir liebe Kinder mit Schleife drum gewünscht, aber das zweifelte sie an, dass es das gibt. Tja. Schleife drum hatten sie jedenfalls beide heute nicht.

Michel und ich haben außerdem einen Ausflug unternommen und jetzt wohnen hier Greg und Monty R Pudding. Für diejenigen, die keine Ohnbeiner sehen wollen: das Kuchenfoto kommt zuerst, aber auch nur eins. Danach zwei kleine Königspythons.

Hurra for meg!
Greg Diabolo – Michels
Monty R Pudding – meins

Nachdem ich letzte Woche ja noch angezweifelt hatte, dass die wirklich auf die Lampen klettern können, haben wir so Gitter besorgt. Das sieht nicht ganz so schön aus, erfüllt aber seinen Zweck. Und das allererste, was Greg macht, war, sich zwischen das Gitter und die Seitenwand zu klemmen und ausgiebig die Decke des Terrariums zu erkunden. Wir haben die Lampe und das Gitter daraufhin noch mal versetzt, damit hen das nicht macht. Hen? Tja, also vor drei Wochen meinte der Züchter noch, es seien beides Männchen. Heute meinte er, es sind doch beides Weibchen. Wahrscheinlich jedenfalls. Vielleicht auch nicht. Sieht von außen halt erst mal alles gleich aus. Aber ist ja eigentlich auch egal, wir wollen ja nicht züchten und zusammen wohnen sollen sie auch nicht.

Eins der ersten Dinge, die Monty machte, war, sich – statt in eins der liebevoll besorgten/gebastelten und aufgebauten Verstecke in den verschiedenen Temperaturzonen des Terrariums – unter hens Wasserschale zu legen. Haustiere sind auch irgendwie alle gleich.

Um ehrlich zu sein, freue ich mich wie ein kleines Kind, ich hab darauf quasi über 25 Jahre gewartet. Hihi. Ein gutes Geschenk von mir an mich.

Tag 3157 – Es gibt hier nichts zu lesen…

Ich hoffe, Sie hatten alle einen gelungenen Frauenkampftag!

Hier so: wenig kämpferisches Homeoffice, und auch ansonsten ist nicht wirklich was spannendes passiert. Halt so ein Tag.

Das Interessanteste ist vielleicht noch, dass ich beim Bauern Eier geholt habe und sehr deutlich ist, dass manche von den Hühnern langsam recht alt sind. Da sind Eier dabei, die einer kompletten Malzeit entsprechen, rein von der Größe her. Aber wenn ich mich richtig erinnere, sind die neuen Legehennen meist kurz nach Ostern soweit – und dann gibt es erstmal wieder sehr kleine Eier. Und beim Bauern Hühnersuppe auf dem Teller.