Tag 3132 – Warm!

… im Bad. In beiden Badezimmern ist es warm. Nicht Sauna-warm, sondern halt so gemütliche Badezimmerwärme. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn die letzen ca. 3 Wochen war das obere Bad kalt. Das Thermostat der Fußbodenheizung hatte schon öfter mal rumgesponnen und war dabei erstaunlich vielseitig. Zum Beispiel hat es mal eine Phase gehabt, wo es im 10-Sekunden-Takt an und aus ging, jedes Mal mit einem lauten Klacken, direkt vor unserer Schlafzimmertür. In einer anderen Phase hat es immer volle Pulle gemacht, egal welche Temperatur am Thermostat eingestellt war (und dann hatten wir tatsächlich Saunawärme im Bad, zu Zeiten wo die Kilowattstunde Strom etwa eine halbe Niere kostete). Vor ca. drei Wochen eben hat es dann einfach ganz den Geist aufgegeben und dann wurde es gar nicht mehr warm im Bad. Das ist bei grad so um die null Grad draußen noch tolerierbar, bei -18 aber wirklich gar nicht mehr. Da sind dann nämlich auch ganz schnell die Wände kalt und die Kälte kriecht immer weiter ins Haus. Herr Rabe rief den Elektriker an, die Firma sagte, sie melden sich und dann passierte knappe zwei Wochen lang nichts. Als ich irgendwann einigermaßen Wutschnaubend und trotzdem frierend mit meinem Hautpflege-Kram ins untere Bad umzog, rief Herr Rabe die Elektrikerfirma noch mal an. Oh hupsi, Bad, ja, das hatten sie nicht richtig notiert und dann war es als nicht dringlich eingestuft worden. Sobald sie die Thermostate haben (Plural, weil die ja alle gleich alt sind und dann alle auf einen Schlag getauscht werden konnten), kommt jemand. Kaltes Bad ist inakzeptabel, keine Frage. Und dann ging es ganz fix und heute war direkt jemand da. Jetzt ist es im oberen Bad wieder warm und wir können die Fußbodenheizungen jetzt – genau wie die anderen Heizkörper, deren Thermostate/Steuerelemente Herr Rabe neulich gegen modernere ausgetauscht hat – per App steuern und so fancy Kram machen wie Nachtabsenkung. Jaha! Fühle mich direkt wie eine Technologie-Vorreiterin.

(Ja, das ist ein bisschen traurig, dass ich mich darüber begeistere, dass unsere Heizung im Schlafzimmer jetzt nachts nicht mehr 20 Grad macht, selbst wenn ich nicht manuell daran ein Rädchen drehe, bevor ich ins Bett gehe.)

Tag 3131 – Sonntag.

Muttertag! Jedenfalls in Norwegen. Ist mir größtenteils egal, ich gehöre nicht zu denen, die da jetzt nen Aufstand in der Schule machen, wenn die Kinder was gebastelt haben, weil schlimme Rollenbilder und blablabla, aber ich erwarte auch keine Pralinen und Blumen, bloß weil ein random Tag ist. Ich erwarte Diamanten! Mindestens. Spaß beiseite: ich freue mich deutlich mehr über alltägliche Zusammenarbeit als Blumen ein Mal im Jahr.

Aber immerhin habe ich eine extra lange Übe-Session machen können, nahezu ungestört. Herr Rabe hat Essen gemacht und sogar „Fastelavnsboller“, quasi Hefeboller mit Vanillekrem, was man halt zu Karneval isst. Herr Rabe ist die viel bessere Mutti als ich, jedenfalls was sowas angeht. Jetzt versuche ich, früh ins Bett zu kommen, damit die nächste Woche hoffentlich nicht schon unausgeruht und doof anfängt.

Tag 3130 – Chaosdining.

Heute war ich mal wieder mutig. Der eine Verein, in dem ich bin, macht alle paar Monate ein „Fine Dining“-Arrangement, wo die besseren Restaurants Oslos besucht werden. Meistens sind es so maximal 6 Plätze, die immer schon voll sind, wenn ich davon erfahre. Dieses Mal waren es aber mehr und der Preis auch erschwinglicher. Es ging zu einem Chinesischen Restaurant namens Dinner. Ich hatte keine Ahnung, wie schick man sich für sowas anziehen muss und war underdressed. Das war schon mal unangenehm. Allerdings war ich auch nur in Angesicht des Ambientes underdressed, denn das war schon sehr schick alles und irre viele Kellner*innen in Anzügen und adretten Kleidchen (alle gleich, also offenbar Uniformen). Man bekam am Eingang den Mantel und in meinem Fall den Rucksack abgenommen. So schick halt. Stoffservietten. (Ja, so banausig bin ich, man kann mich mit Stoffservietten beeindrucken.) W

ir standen erst eine Weile an der Bar herum, während unser Tisch fertig gemacht wurde. Ich kannte keinen so richtig und stand deshalb etwas verloren rum und las die Weinflaschenetiketten durch. Manche bestellten sich einen Aperitiv. Es war so voll, dass wir ständig Kellner*innen aus dem Weg springen mussten, die sich durch die Wege an der Bar quetschen mussten. Das hinterließ jetzt schon mal keinen suuuuper herausragenden ersten Eindruck.

Dann war unser Tisch fertig, der in einem kleinen Separee war. Nur leider einem so kleinen, dass es, wenn man erst mal saß, praktisch unmöglich war, wieder aufzustehen, ohne sich mit wirklich viel Körperkontakt zu den anderen aus dem Raum wieder raus zu pressen. Gegen den Gesprächslärm aus dem Rest des Restaurants half es auch nicht wirklich, in dem Separee zu sitzen.

Nachdem eine Kellnerin unsere Getränkebestellungen aufgenommen hatte, kamen zwei junge Mädchen in der Garderobenuniform und versuchten, unsere eben abgegebenen Jacken wieder uns zuzuordnen. Das Separee hatte nämlich eine eigene Garderobe. Leider war einiges durcheinander gegangen und das mit den Jacken wurde langwierig und umständlich und ständig wurde „gehört diese Jacke irgendwem?“ gerufen. Ich war erst beruhigt, als sowohl mein Mantel als auch mein Rucksack sicher im Schrank verstaut waren, aber das Jackenchaos zog sich danach noch eine gefühlte Ewigkeit hin.

Dann kam der erste Gang, nämlich Dumplings.

Typisch zum Teilen für jeweils vier Personen. Ich saß ganz außen und war… irgendwie keiner dieser drei mal vier Teilgruppen zugeordnet worden. Etwas ratlos guckte ich meinen leeren Teller und das inzwischen leere Dumplingkörbchen an, der Kellner war ganz deutlich gewesen, dass die vier neben mir teilen sollten, ich bekäme „etwas eigenes“ (warum auch immer, ich hatte, ausnahmsweise, kein vegetarisches Sonderessen bestellt). Als ich irgendwann nachfragte, sagte eine andere Kellnerin, ich solle aus der Mitte nehmen, also der Mitte des Tisches. In einem Raum, in dem man sich wie gesagt kaum bewegen, geschweige denn aufstehen und von wo anders Essen holen konnte. Naja, per „kann mir wer was auffüllen bitte???“ ordnete sich auch das und ich bekam meine Vorspeise. Die war auch wirklich lecker, nur die grünen Dumplings waren nicht so meins, die hatten eine schwierige Konsistenz.

Als zweiten Gang gab es Crispy Duck, wie so eine Art Taco selbst in einem Reisteigfladen zusammengebastelt. Dieses Mal war die Vierergruppenaufteilung besser, sodass ich nicht ausgeschlossen war. Aus Gründen der Überforderung und übertriebenen Höflichkeit bekam ich aber wirklich nur ein Minimum an Essen. Das wiederum war sehr gut, eine sehr crispy duck war das, mit sehr guten Sößchen. Fauxpas, dass ich mir irgendwas (ich weiß nicht mehr was) mit den Stäbchen nahm, weil ich den Löffel nicht dem Nehmen von Essen zugeordnet hatte, sondern dem Essen selbst. Hoppla. Es macht auch irgendwie keinen Sinn, warum hat denn jede Person einen Löffel und nicht jedes Gericht? Am Ende ist der Löffel ja in x unterschiedlichen Gerichten und Beilagen gewesen. Aber egal.

Als dritten Gang gab es ein Meeresfrüchtestew mit Jakobsmuscheln, irgendwelche undefinierbaren Bällchen (die aber sehr, sehr lecker waren) und Hirsch. Und endlich Reis, ich hatte schon an meiner Auffassung von chinesischem Essen gezweifelt. Zwischendurch kamen immer wieder die Kellnerinnen, schenkten Wasser nach und schienen vom Wein, den meine Sitznachbarin trank, nicht viel Ahnung zu haben. Aber das Essen war gut. Nicht BOAHHH GESCHMACKSEXPLOSION MEGA GUT!!!, aber schon gut.

Zuguterletzt gab es Nachtisch, Yasmintee (bei dem ich erst, als ich schon eine Tasse in der Hand hatte, schnallte, dass die anderen den, im Gegensatz zu mir, bestellt hatten und ich grad jemandem den Tee wegtrank) und eine Mandarinencreme mit Mangosorbet und Kiwi-jus. Das war mein Highlight des Essens.

Das Finale Chaos kam natürlich beim Bezahlen, wo auch klar wurde, dass ein Glas (!) Wasser da mehr als das Äquivalent von 1/6 des Menüs kostete. Rechnen Sie das gerne mal aus. Das Essen war jetzt nicht Mega teuer, aber auch wirklich nicht billig. Wie gesagt – die Kellnerinnen haben ungefragt Wasser nachgeschenkt. Normalerweise kostet in Norwegen zumindest Kranwasser exakt gar nichts, und beim „Bestellen“ des Wassers waren wir nur gefragt worden, ob wir mit oder ohne Blubber wollen. Ich glaube, man muss, wenn man etwas so hochpreisiges wie Wasser verkauft, sicherstellen, dass di*er Kunde*in weiß, dass sie*er ein hochpreisiges Produkt käuflich erwirbt. Aber es hatte auch keine*r den Nerv, im allgemeinen Bezahlchaos nachzufragen. Ich denke, der Preis sollte pro Flasche sein, das wäre immer noch viel Geld, aber wenigstens nicht in der selben Preisklasse wie der Mocktail, den ich als Aperitiv getrunken habe.

Also insgesamt, abschließend und so weiter: es war ein netter Abend, ich war sehr mutig, aber genau da muss ich jetzt nicht noch mal hin. Das war mir zu gewollt Schickimicki und dabei aber viel zu chaotisch und schlecht organisiert. Das könnte ich alles gut akzeptieren – für weniger Geld und in einem „normalen“ Ambiente, wo ich mich für ein Shirt mit einer (besseren) Sweatjacke drüber (beides sauber und ordentlich, selbstverständlich, und auch der Rest von mir normal zurecht gemacht) fühle, als wäre ich grad völlig unvorbereitet von der Straße reingestolpert. Und der Sache mit dem Wasser muss ich noch mal nachgehen.

Tag 3128 und 3129 – Musik.

Gestern waren Herr Rabe und ich in der Philharmonie, weil ich Herr Rabe da hingeschleppt habe. Die Kinder haben sich alleine ins Bett gebracht und das hat zu 50% geklappt, die anderen 50% haben wenig überzeugend bei voller Beleuchtung so getan als schliefen sie, als wir zurück kamen. Was, das muss man dazu sagen, um kurz nach zehn war und da schlafen diese 50% normalerweise auch nur manchmal schon.

Jedenfalls wollte ich gerne in die Philharmonie, um Sheku Kanneh-Mason zu sehen, einen Cellisten, den ich auf Aufnahmen sehr mag. Jetzt mag ich ihn auch live, das war sehr gefühlvoll und schön (Elgar Cellokonzert). Das beste war allerdings die Zugabe, ein Solostück mit gepfiffener Melodie. Ich finde das nicht auf YouTube, Sie müssen wohl selbst hingehen.

Nach dem Cellokonzert wurde noch die 3. Symphonie von Brahms gespielt, die auch einfach toll ist. Wir gingen ganz beschwingt und gut gelaunt nach Hause.

Gestern war dann spät und müde und überhaupt. Heute habe ich aber sehr viel Geige gespielt, aus mir wird zwar kein Wunderkind mehr, aber vielleicht eine passable Hobbyspielerin. Ich möchte Vivaldi jetzt langsam mal abschließen, mit was neuem habe ich schon angefangen, nämlich dem 2. und 3. Teil hiervon: https://youtu.be/BTghQEzMEqw?si=FfoFKxLqU59ivC9f (wo man von Brahms sprach, ne, juicy Geschichten da im 19. Jahrhundert). Der Kontrast zu Vivaldi ist hart.

Tag 3127 – Nachwirkungen.

Gestern war so anstrengend, dass ich heute wirklich große Probleme hatte, überhaupt irgendwas sinnvolles zu tun. Ich glaube, das hatte mehrere Gründe, die aber alle miteinander zusammenhingen. Bei der Arbeit hatte ich ein anstrengendes Meeting. Das hatte ich selbst so organisiert, was nicht schlau von mir war, aber im Nachhinein auch nicht zu ändern. Montag Abend hatte ich bereits festgestellt, dass wir in dem Meeting vielleicht eine ungeahnt beschissene Nachricht überbringen müssen. Ich fand das nicht fair und fachlich falsch und überhaupt. Das stresste mich. Gestern Morgen musste ich dann mich und die Kinder pünktlich fertig bekommen, was grad so geklappt hat, aber unter Stress. Ich holte mir am Bahnhof einen Kaffee und setzte mich in den Zug, 7 Minuten vor Abfahrt, ein Hoch aufs Wohnen an der Endhaltestelle. Meine Kollegin hatte mir einen Chat geschrieben, den ich öffnete – wir müssten über das Meeting reden. Sie könne noch eine Stunde. Im Zug arbeiten am Computer geht, aber telefonieren geht eher so mittel. In solchen Momenten macht mein Kopf blitzartig drei bis sieben Paralleluniversen auf und spielt alle Möglichkeiten durch. Das ist sehr praktisch. Der Kopf vergisst dabei aber, dass bestimmte Optionen viel Energie von mir fressen, vor allem wenn sie eine spontane Planänderung beinhalten. Aber egal, es war am wenigsten scheiße, wieder aus dem Zug zu springen und mich in das Café am Bahnhof zu setzen. Da telefonierte ich dann mit der Kollegin und danach noch mit einer Juristin. Hurra. Dann fuhr ich eine Stunde später doch mit dem Zug ins Büro und schrieb im Zug in einem rasenden Tempo das Problem und eine fachliche und juristische Bewertung dessen runter. 2 Seiten in 30 Minuten. Kann ich, aber auch nicht mühelos. Also noch mehr das Energiekonto belastet. Das Meeting war dann eben auch an sich schon anstrengend und überzog auch noch. Damit fiel das Kartenhaus zusammen, das mein Plan für den Nachmittag gewesen war, Pippi pünktlich zur Schlagzeugstunde zu bekommen, löste sich in Rauch (oder eher Paragrafen) auf. Ich kann echt nicht gut mit Planänderungen. Mein Energiekonto begab sich ins Minus. Pippi war ganz happy und malte ihr ganzes Gesicht mit Tattoostiften an. Ich kam gestresst und fahrig um halb vier nach Hause, arbeitete noch ein bisschen weiter, machte Essen für Pippi und fuhr sie zum Korps. Zog mich um fürs Ballett. Machte Essen für Michel und fuhr den auch zum Korps, holte Pippi ab und setzte sie zu Hause ab. Fuhr weiter zum Ballett. Routinen sind wichtig. Routinen sind Schall und Rauch: ich ging 15 Minuten vor Ende der Stunde, um Michel pünktlich vom Korps wieder abholen zu können. Mir war bis gestern auch noch nie aufgefallen, wie grell das Licht da ist.

Dann brachte ich beide Kinder ins Bett, bereitete den heutigen Tag vor, und bekam viel zu spät die Augen zu, weil ich weiterhin diffus unter Strom stand.

Heute dann eben die Nachwirkungen. Furchtbar müde (trotz knapp sieben Stunden Schlaf), Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und keine nutzbaren Exekutivfunktionen. Einfach wäh, wie Kater. Und das alles wegen zwei Tagesablauf durcheinander bringenden Planänderungen, einer schwierigen sozialen Situation und einer Änderung von Routine, am selben Tag.

Das ist alles irgendwie meh. Ich bin froh, dass Herr Rabe schon fast wieder da ist. Keine Ahnung, wie er das immer alles schafft, wenn ich nicht da bin.

Tag 3125 – Woozaaa.

Ich habe heute im Homeoffice eine Reihe Meetings nur dadurch überlebt, dass ich nebenher Wäsche zusammengelegt und verräumt, den Fernseher geputzt (da hatte jemand mit dem Finger fettige Herzchen und Smileys draufgemalt, jetzt in der immer noch tief stehenden aber immerhin ins Wohnzimmer scheinenden Wintersonne sieht man das sehr gut) und meine Schminkpinsel gewaschen habe. Die im Direktorat saufen alle Lack und versuchen auch noch, den allen anderen als Champagner zu verkaufen.

Ansonsten viel Kinder rum fahren und Alltag organisieren. Morgen noch mehr davon, aber übermorgen hat wenigstens niemand „Draußentag“ oder Sport oder „Ernährung und Gesundheit“ oder sonst irgendwas, das besonderer Maßnahmen bedarf.

Den Rabenmutter des Jahres-Award habe ich jedenfalls schon alleine dadurch verdient, dass ich vergessen hatte, die Schulgeräte der Kinder aufzuladen. Das fiel mir um 07:45 ein. Beide Kinder hatten dann leere Geräte und Ladegeräte dabei. Nächste Woche steht dann wieder auf dem Erinnerungszettel, dass diese Dinger geladen in die Schule gebracht werden sollen (mindestens 80%!) weil man in der Schule leider, leider gar nicht laden kann. (Ich verstehe schon, dass nicht 20 Kinder dort zeitgleich laden können. Aber warum gibt man jedem Kind ein Gerät, wenn die Infrastruktur in der Schule das eigentlich gar nicht hergibt und man darauf angewiesen ist, dass Kinder und Eltern auch daran noch denken? Wenn’s nach mir ginge müssten die Geräte auch in der Schule bleiben können, wenn sie nicht zwingend für Hausaufgaben benötigt werden, was pro Kind so ca. 1 mal im Monat der Fall ist. Aber nein. Wir kriegen ein Dings mit nach Hause, auf dem keinerlei parental control eingerichtet ist und sollen das dann ausgleichen, indem wir dem Kind *Medienkompetenz* vermitteln. Und warum? Weil die Schule keine ausreichende physische Sicherheit hat, um solche Werte da rumliegen zu haben. Kein Scheiß.)

Tag 3123 und 3124 – Wochenende KW5.

Nicht viel los gewesen, an diesem Wochenende. Das speziellste das passiert ist, ist dass Herr Rabe heute super früh aufgebrochen ist, um in Stockholm eine Konferenz zu besuchen. Dass er aufgebrochen ist, habe ich nicht mitbekommen, mit dem Resultat, dass mein Unterbewusstsein mir Zug-Verpassen-Albträume vom Feinsten bescherte. Obwohl ich ja hier geblieben bin. Mittwoch Nacht kommt er wieder, bis dahin muss ich das hier mit den Kindern allein schaukeln. Wird schon irgendwie werden.

Ich habe das Wochenende ansonsten genutzt, um mich zu erholen, zu diesem Zweck habe ich über drei Stunden Geige gespielt und jetzt tut mein Mittelfinger links an der Fingerspitze weh, vielleicht presse ich ein bisschen zu doll. Heute habe ich außerdem sehr mutig den Ablauf des Waschbeckens im Bad auseinandergenommen, denn da lief das Wasser nur noch tröpfelnd ab und das nervte mich. Nach Entfernung von Haar-Schleim-Ekel-Schlonz läuft es jetzt wieder und ich bin sehr zufrieden mit meiner Klempnerinnenleistung. Es ist auch alles wieder dicht, sieht aus wie vorher (habe Fotos gemacht, sicher ist sicher) und es ist auch nichts übrig geblieben, alle Dichtungsringe sind wieder verbaut. Mir war vorher so halb klar gewesen, dass es vermutlich nicht schwer ist, das auseinanderzubauen, aber dass man nur einen Schlitz-Schraubendreher braucht und sonst alles mit den Händen losdrehen kann, weil es literally komplett aus Plastik ist, hat mich dann doch überrascht. Anmerkung für nächstes mal: man braucht auch die Türen vom Schrank nicht ausbauen. Wenn man auf einer Seite die Regalbrett-Haltenippel rausnimmt, kann man das Brett kippen und rausziehen, dann hat man auch genug Platz zum Arbeiten. Das bewahrt eine zwar nicht davor, den ganzen Schrank auszuräumen (was aber gar nicht so übel ist, weil man dann auch mal wieder überflüssigen/abgelaufenen Kram wegwerfen kann), aber wenigstens muss eine (in diesem Fall tatsächlich einE) sich nicht beim Versuch, die Türen wieder einzubauen, zum Horst machen. Ich kann ja vieles, aber Schranktüren sind mein Endgegner, mit und ohne diese Schnell-Klips-Scharniere. Da fehlen mir sowohl ein paar räumliche Vorstellungs-Synapsen für, als auch ein dritter und möglicherweise auch ein vierter Arm.

Tag 3120 und 3121 – Lebe noch!

Piep und so.

Ich bin immer noch auf Inspektion, das Wetter und die Straßenverhältnisse sind grauenvoll, ich werde wohl knapp eine fette Erkältung überleben (die nicht COVID ist, und mit der ich auch nicht alleine bin, und was soll man machen, wenn man mitten drin in einer Inspektion und am Arsch der Welt ist, von dem man auch nicht weg kommt, und ja, ich schäme mich doll, aber ich war krank arbeiten) aber immerhin fliegen hier und auch zu Hause nicht die Dächer weg und die Krankenversorgung ist auch sicher gestellt. Das ist im Norden von Norwegen grad anders.