Tag 3500 und 3501 – Arbeit, Arbeit.

Gestern war mal wieder so ein Kacktag bei der Arbeit. Ehrlich, wenn ich den eigentlichen Job nicht so mögen würde, ne? Für die Organisation oder die Chefinnen und Chefs bleibe ich jedenfalls nicht da. Die interessieren sich ja auch allesamt nicht für mich (oder irgendwelche anderen Angestellten), außer dass ich gefälligst meinen Job machen soll ohne zu meckern. Während alles, was irgendwie den Hauch von „Extra“ hat, zusammengestrichen wird. Hrmpf.

Heute Homeoffice, das ist schon viel besser, da muss ich wenigstens nicht auch noch für einen Salat mit sehr dürftigen Mengen satt machendem Zubehör 50 Kronen hinblättern. Und ich muss nicht in der lauten Kantine essen.

Und ich kann Michel zum Kieferorthopäden fahren, wo ich dann davon überrumpelt werde, dass die Praxis irgendwie verkauft wurde (?) und der Kieferorthopäde jetzt nicht mehr da ist, dafür aber zwei neue. Und auch irgendwie null Helferinnen? Es ist alles etwas seltsam. Aber die Behandlung soll so weiter laufen, wie gehabt. Neuer Termin nach Ostern. Der neue Kieferorthopäde ist auch wirklich nett, das ist es nicht, ich war nur sehr überrascht.

Abends Geige gespielt und mich darin gesonnt, dass mein Lehrer am Sonntag sehr viel Lob für mich hatte. Aufgrund von Erkältung hatte ich die Stunde kurzfristig auf online umgebucht, dann bin ich auch weniger nervös. Ich wollte aber wirklich in erster Linie nicht meinen Lehrer anstecken, der ist ja auch Gesangslehrer und professioneller Sänger. Muss ja nicht sein, meine Viren mehr als nötig zu verteilen. Gestern war ich dann abends auch nicht beim Ballett, aus dem selben Grund. Aber im Büro war ich, das sagt jetzt sicher ganz viel über meine Prioritäten aus. Fit genug für Sport bin ich nämlich durchaus, Herr Rabe und ich haben gestern und heute auch fleißig das Programm durchgezogen. (Gedenken Sie so ca. übermorgen ruhig Herrn Rabe, ich sehe schrecklichen Muskelkater am Horizont aufziehen.)

Apropos Geige: ich muss jetzt wirklich eigentlich immer mit Gehörschutz üben, weil irgendwas passiert ist, das macht, dass ich jetzt viel mehr Geräusch erzeuge als vor ein paar… ja tatsächlich Wochen noch. Es ist laut. Und danach klingeln meine Ohren, besonders das linke, was mir gar nicht gefällt.

Älter werden ist nichts für Feiglinge.

Tag 3493 – [Mir fällt kein Titel ein.]

Michel geht es viel besser und Pippi scheint auch fit wie ein Turnschuh zu sein. Gut.

Bei der Arbeit langweilige, doofe Sachen gemacht. Die sind jetzt aber erledigt. Morgen Homeoffice für minimal weniger langweilige, doofe Sachen.

Abends 70 Minuten Sport, es sind ja Ferien, da ist kein Ballett. Aber dieses Workout hatte es in sich, morgen kann ich wahrscheinlich nichts bewegen. Es ist aber, das weiß ich bei der zweiten Runde, das längste Workout des vier Wochen Programmes.

Wenn die Kinder nicht tausendundeine Nachmittagsveranstaltung haben und Herr Rabe und ich früh Feierabend machen, haben wir noch echt viel vom Nachmittag. Das ist auch mal echt schön.

Tag 3487 und 3488 – Es passiert mal wieder nichts.

Langweilig. Arbeit, Arbeit, Kochen, Essen, Geige, Bett. Gegebenenfalls Sport, dafür war es heute aber zu spät. Morgen nach der Arbeit bin ich aber fest entschlossen, zum Zirkeltraining zu gehen.

Arbeit grad sehr zäh. Habe mir eine Aufgabe selbst aufgehalst, die richtig, RICHTIG ätzend ist. Möchte jetzt die EU Kommission aus Gründen verhauen.

Immerhin habe ich heute, im Gegensatz zu Montag, nicht wieder Kopfschmerzen, nachdem ich im Büro war. Es sind die kleinen Dinge, ne?

Tag 3479 und 3480 – Büro und seine Nachwirkungen.

Gestern war eigentlich ein okayer Tag, nur etwas voll. Ich hatte 30 Minuten Mittagspause und ansonsten den ganzen Tag über Meetings „butt-to-butt“. Trotzdem dachte ich auf dem Weg zum Zug noch, dass es eigentlich ein recht produktiver Tag war.

Ich hetzte nach Hause, um Michel zum Kornettunterricht zu fahren. In der Tagesplanung war nicht vorgesehen, dass der Zug zehn Minuten extra im Tunnel rumsteht. Wieder zu Hause machte ich Essen. Dann fuhr ich zum Ballett (bevor ich selbst was gegessen hatte).

Beim Ballett sagte die Lehrerin, ich sei so schön anzusehen, und ich sagte danke. Immerhin. Jetzt würde ich das auch gerne so sehen, ich sehe irgendwie immer nur Beine, die nicht hoch genug gehen, Füße, die den wahrscheinlich flachesten Spann der Welt haben, ein Relevé, das höher sein könnte, Passés, die höher sein könnten, generell könnte alles stabiler sein, das nicht auf einem flachen Fuß stattfindet und Drehungen sind ja nun mal leider tagesformabhängig, gestern war kein Dreh-Tag. Ich arbeite an einer weniger kritischen Einstellung gegenüber mir selbst und sage deshalb jetzt was ich kann: 1) Arme, Kopf, Hals, Schultern 2) Musikalität 3) alles was Kraft braucht, also Pliés, Fondues, Springen, etc. und aus irgendeinem Grund 4) Flexibilität und Kraft im unteren Rücken, sprich, ich kann meine Beine nach hinten gut heben. Und bei all dem Gemecker oben: das ist Jammern auf hohem Niveau, gestern habe ich die Beine im Adagio eigentlich immer knapp über Hüfthöhe bekommen. Mit fast 40 und der Anatomie einer Preisboxerin.

Anyway. Ich hatte schon seit Nachmittags latente Kopfschmerzen, dachte aber, das ließe sich bestimmt wegschlafen. Ich lerne das in diesem Leben auch nicht mehr: das klappt NIE. Einfach nie. Das klappte auch von gestern auf heute nicht, eher im Gegenteil. Ich wachte mit Migräne auf. Ich nahm dann eine Tablette (gestern Abend hätte es wahrscheinlich eine Ibuprofen getan) und manchmal macht mein Körper dann echt lustige Sachen mit seinem Kreislauf, so auch heute. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten und war nur froh, als ich die Kinder in der Schule hatte und mich wieder hinlegen konnte. Jetzt nicht mehr mit Kopfschmerzen, dafür aber mit gefühlt keinem Blutdruck, leichter Übelkeit und Klingeln in den Ohren. Brav, weil wir das jetzt müssen, schrieb ich meiner Chefin eine SMS, dass ich krank sei und dann schlief ich noch mal drei Stunden. Es ist selten (zum Glück) dass ich so starke Nebenwirkungen von den Migränemedikamenten kriege, aber wenn es auftritt, geht echt gar nichts mehr.

Mich lässt der Gedanke nicht los, dass ich einen Tag im Büro mit einem halben Tag im Bett bezahlt habe und das gefällt mir nicht.

Tag 3473 – Der zweite Tag…

Jetlag ist wie Muskelkater. Der zweite Tag ist am schlimmsten. Heute ist gewissermaßen ja der zweite Abend und ich bin knallwach. Kein Wunder, es ist ja auch erst halb sieben. Tjanun. Ich habe jetzt Melatonin genommen und warte auf die Wirkung.

Der Tag war langsam. Vor allem am Anfang. Ich hörte einem Webinar über Risikomanagement zu und ganz vielleicht bin ich irgendwann gegen 11 darüber auch eingedöst, weil es so langweilig und ich so müde war. Der Lieblingskollege hat mich geweckt, indem er mich angerufen hat.

Heute habe ich mich endlich getraut, die Fotos und das Video von der Burlesque-Show anzugucken. Aus Gründen überraschend großer Feigheit (ich habe große Probleme damit, Bilder und vor allem Videos von mir selbst anzusehen. Auf Bildern sehe ich zu 90% seltsam aus, auf Videos fallen mir Dinge auf, die mir lieber weiterhin nicht bewusst wären) habe ich das jetzt gut zwei Wochen vor mir her geschoben. Das Video muss ich noch hochladen, aber hier sind zwei Bilder, vom Anfang und vom Ende:

Beide Bilder von Joakim S. Enger (@engerj). Er ist sehr gut, denn ich sehe nicht seltsam aus.

Hach, ich freu mich drauf, wieder die Netzstrumpfhose anzuziehen.

Tag 3464 – Planänderung.

Die Niederländerinnen riefen heute morgen an. Das konnte nichts gutes bedeuten und tat es auch nicht: sie haben ihren Anschlussflug in Paris verpasst und kommen jetzt erst morgen Abend an. Tja. Ich werde also morgen vom Hotelzimmer aus arbeiten, 5 PQRs lesen und Listen erstellen, was wir alles in den nun nur noch 4 Inspektionstagen ansehen wollen.

Heute habe ich nicht viel gemacht, es dauerte fast einen halben Tag, mich selbst aus dem Hotel zu zerren um endlich was einzukaufen. Aber jetzt habe ich mehr Wasser, als den halben Liter Wasser, den sie einer hier im Hotel am Tag gönnen. Und, viel wichtiger, ich habe Tee und kann jetzt heißes Wasser mit Geschmack trinken, in der einsamen Hoffnung, dass das meinen Husten beruhigt. Ich meine, man muss so fair sein und sagen, dass es das tatsächlich auch tut. Entweder wegen Tee oder wegen der Zufuhr großer Mengen Flüssigkeit. Ist ja egal, was, Hauptsache es wirkt. Der Spaziergang zum Supermarkt war ebenfalls nice. Ich passte eine Pause im Dauerregen ab, aber es war kühl und feucht draußen, ein Traum für meine leicht geschundenen Atemwege. Der Supermarkt überforderte mich, das haben Supermärkte ja eh schon so an sich, aber in fremden Ländern und speziell hier ist es mit 10 potenziert. Irgendwie bekam ich aber alles, was auf meiner Liste stand.

Am Nachmittag arbeitete ich ein bisschen und las dann, während ich auf Uber eats wartete, über North Carolina nach. Ich war recht zufrieden, als sich bestätigte, was ich so halb zu erinnern glaubte: das ist einer der Swing States. Was ich allerdings nicht wusste, ist, dass diesem Staat auch immer wieder „Gerrymandering“ vorgeworfen wurde. Das ist das gezielte Verschieben von Grenzen, um bestimmte Wählergruppen entweder in den Staat reinzuholen oder rauszuschieben. Gerrymandering als Begriff hat sich etabliert, weil das irgendwann damals(TM) mal so seltsame Auswüchse hatte, dass der Staat, den es betraf, aussah, wie eine bestimmte Art Salamander.

Nur wie die Waffengesetze hier sind, weiß ich noch nicht, aber ich hab ja morgen noch den ganzen Tag Zeit.

Tag 3460-3462 – Leicht angeschlagen.

Ich habe eine Erkältung oder sowas, es ist nervig, aber nicht wirklich schlimm. Es ist kein Covid. Fieber habe ich auch nicht. Gestern Abend schmeckte alles fad, aber heute war der Ingwertee schon wieder ordentlich scharf. Am schlimmsten finde ich die Gliederschmerzen (wie gesagt, mein Körper findet seit ein paar Jahren, dass die zwingend dazu gehören, wenn man schon mal irgendwas hat) und dass ich deshalb keinen Sport machen kann. Aber seit Mittwoch nachmittag hänge ich deshalb muffelnd in den Seilen und hasse alles. Packen habe ich heute aber geschafft und dabei festgestellt, dass mir eine Hose inklusive Gürtel abhanden gekommen ist. Wtf. Natürlich ein Gürtel, den ich sehr mag. Die Hose auch, das ist eine von drei identischen Inspektionshosen. Wer zur Hölle verschlürt eine Hose?

Morgen geht es in die USA. Wenn sich mein Körper dann immer noch in sämtlichen Knochen und Gelenken anfühlt, als wäre ich 80, werde ich wohl die ganze Zeit FFP2-Maske tragen und mich und meine Mitmenschen beglückwünschen, dass ich einen Platz mit mehr Platz gebucht habe, sodass ich wenigstens ein bisschen Abstand zu Leuten habe.

Tag 3433 – Schreibtisch leer.

Letzter Arbeitstag im Büro für dieses Jahr. Mit herrlicher Routine, nämlich nachmittags Sport. Das Zirkeltraining macht echt Spaß, auch wenn ich immer kurz vor tot da rauskrieche. Und ein paar der anwesenden Herren müssen ein klitzekleines bisschen mehr Rücksicht beim Bestücken diverser Hanteln nehmen, sonst kriege zumindest ich die nur 4-5 mal überhaupt hoch, aber niemals 45 Sekunden.

Der Rest des Arbeitstages ging dafür drauf, dass alle anderen ihre Schreibtische leer kriegen wollen. Plötzlich fällt den Leuten ein, dass ihre Zertifikate auslaufen, dass sie ja eigentlich auch mal wieder ne Inspektion bräuchten, dass sie ja nie ne Rückmeldung auf xyz bekommen haben und dass da ja vor Wochen diese Sache passiert ist, die wir wohl wissen sollten. Und weil ich die letzte GMP-Inspektorin bin, die noch arbeitet, landet das alles bei mir. Ich hatte heute alleine 8 oder 9 solche Mails. Liebe Lesende: machen Sie das nicht. Schreiben Sie ne Mail und stellen Sie ein, dass die erst am 6. Januar zugestellt wird. Dann ist Ihr Schreibtisch leer, aber nicht auf Kosten von meinem.

Achtung, Wechselwarmenbilder nach dem nächsten Absatz.

Ich habe versucht, Monty zu fotografieren, denn Monty (wirklich höchstwahrscheinlich ein Weibchen, da sehr gut gewachsen und jetzt schon länger, als manche Männchen werden) lag sehr dekorativ auf ihrem Lieblingsstein herum. Monty ist aber auch neugierig und findet das Handy spannend und so kam folgendes:

Hier ein Bild, wie ich es haben wollte:

Beide fressen inzwischen problemlos, häuten sich problemlos und liegen gerne mal ihre Pflanzen platt. Dabei wiegt Greg jetzt ca. 600 g, Monty gut 150 g mehr. Für Monty muss ich beizeiten die nächste Größe Ratten bestellen. Monty guckt mir oft beim Sport zu, das ist so ihre Zeit. Was die Terrarien angeht, sind keine weiteren Ausbrüche passiert, aber ein paar Erfahrungen sind schon mal da: Bodenheizung ist wesentlich besser zu handhaben als Keramikstrahler, weil die Keramikstrahler die Luft sehr austrocknen. Und Efeutute ist das beste Terrariengewächs, das wächst da wie hulle und kann auch ab, wenn sich ab und an ne Schlange auf es legt. Echte Pflanzen waren eine gute Idee, damit ist es viel einfacher, die Luft feucht genug zu halten. Und unsere Schlangen lieben ihre Höhlen, aber mögen keine Feuchtboxen, da gehen sie nicht rein. Das ist also für unsere Schlangen Perlen vor die… naja Schlangen.

Tag 3430 – Schubidu.

Zu allererst mal Danke für alle Ihre lieben Worte! Ich freue mich da wirklich sehr drüber! Weiß gar nicht, was ich sagen soll, ohne dass es cheesy wird. Sie sind alle sehr lieb!

Von der Arbeit gibt es heute nicht so richtig was zu erzählen. Viele sind schon im Urlaub. Ich schiebe eine ruhige Kugel und reiße mir zur Abwechslung mal nicht ein Bein aus, um irgendwas „fertig“ zu kriegen, als gäbe es kein nächstes Jahr. Was es gibt, ist ein sehr gut gefülltes Überstundenkonto, und das wird dann jetzt mal ein klitzekleines bisschen reduziert, so 30-45 Minuten an 2-3 Tagen der Woche. Wow, nicht wahr.

Heute habe ich zum Beispiel die Zeit genutzt, um früh nach Hause zu fahren weil ich schon um 17 Uhr Ballett hatte. Das war eine Sonderstunde, eigentlich ist das Semester vorbei, aber wir Erwachsenen wollten gerne ne Extra-Stunde machen und durften die Räumlichkeiten netterweise nutzen. Unsere Vertretungslehrerin hat uns ganz schön gequält und ich sehe schlimmen Wadenmuskelkater in meiner näheren Zukunft. Aber schön war’s. Danach haben wir alle noch einen Kaffee zusammen getrunken, das war auch sehr schön. Ich mag die Ballettladies sehr gern. Hach.

Abends Geige geübt, das war auch sehr schön. Und jetzt Bett, das ist noch viel schöner.

So langsam freue ich mich auch auf Weihnachten. Im selben Takt wie sich meine Schultern senken, steigt bei mir die Weihnachtsstimmung.

(Mich dünkt, man sagt auf deutsch gar nicht „im selben Takt“, kann das sein? Schade eigentlich, denn es ist ein schöner Ausdruck. Hiermit ist er im Zweifel eingeführt. So.)