Kompletten Scheißtag gehabt und wenn keine Wunder geschehen, werde ich auch noch zwei bis drei weitere solche haben. Ich hasse das Büro und ich hasse Leute, die geil finden, sich mit möglichst vielen Leuten möglichst lange in die schlecht belüfteten Räume da zu quetschen. Bonus-Hass für Schulungen, bei denen die Zeit überzogen wird, sodass die Kantine dann schon zu hat, weil es, extra-Bonus-Hass, jetzt Mittagessen in der Kantine nur noch zwischen 10:30 und 12:30 gibt. Was zur Hölle stimmt mit den Leuten denn nicht?
P.S.: Es ist gar nicht „diese“ Zyklusphase. Im Gegenteil. Es ist also ganz realer Hass.
Inzwischen sind sowohl Herr Rabe also auch die Kinder norwegische Staatsbürger. Hat doch nicht 22 Monate gedauert, sondern eher so einen. Jetzt haben sie die doppelte Staatbürgerschaft und können damit jetzt auch norwegische Pässe beantragen, wenn sie wollen. Etwas lustig finde ich, dass im Bescheid steht, dass sie jetzt keine Aufenthaltserlaubnis mehr hier haben. Erst danach steht dann, dass sie die auch nicht mehr brauchen.
Ich habe heute hauptsächlich gearbeitet. Danach habe ich für Pippi sehr schnell ein Leggings- und Shirt-Set in käsegelbem Jersey genäht. Ich hasse ja den Ausdruck „von der Maschine gehüpft“, aber es geht ja doch recht schnell, so simple Dinge aus einfarbigem Jersey zusammenzubasteln. Jetzt kann Pippi morgen als Käse auf ihre Halloweenparty gehen. Fragen Sie einfach nicht, warum Käse. Ich hinterfrage das auch nicht. Ich führe nur aus.
So, jetzt ab ins Bett, Michel muss morgen um halb zehn am anderen Ende von Eidsvoll bei so nem Korpsdings sein. Damit ich mich nicht langweile oder so, muss Pippi da auch hin, aber erst um viertel vor elf. Kann quasi nur hin und her fahren. Toll.
Bin sehr aufgeräumt nach einem weiteren Tag Reinraum-Symposium und danach Hobby-Kurs. Wir hatten heute sehr viel Spaß, aber es war auch sehr anstrengend (das ist neu, dass das körperlich anstrengend ist). Abends mussten die Wechselwarmen mal wieder was zu futtern haben. Jetzt ist es schon wieder so spät, dass in nur marginal über 6 Stunden der Wecker klingelt. Ächz.
Naja. Geht so normal, wir haben Geburtstag gefeiert bei der Arbeit, das machen wir ja nicht so oft. Es gibt bei uns Regeln, was wie groß gefeiert wird. Jaja. Wir sind ja beim Staat, da sind solche Dinge durchreguliert.
Apropos Regeln und beim Staat: ich habe heute die Bestätigung bekommen, das ich Recht(TM) habe. Wenn im Tarifvertrag 180 Stunden stehen, sind damit 180 Stunden gemeint und nicht 24 Tage. Auch wenn 180 Stunden 24 Durchschnittsarbeitstagen entsprechen. Unsere Buchhaltung war da nicht mit mir einig und war irgendwann dann auch, vorsichtig ausgedrückt, unverschämt mir gegenüber. Aber wenn man mir doof mit „Du hast dich vertan und deshalb werde ich da jetzt auch keine Zeit mehr rein stecken“ kommt, setze ich stumpf Chefinnen in CC und kontaktiere Rechtsberatung und so weiter und jetzt habe ich eine Aussage von einem Departement (das die übergeordnete Arbeitgeberverantwortung für alle Staatsangestellten hat), dass ich Recht(TM) habe und 180 Stunden 180 Stunden sind. Damit weiß ich dann jetzt auch: ein selbigem Departement unterstellter Etat, der unsere SAP-Arbeitszeiterfassung verwaltet, hat halt Mist gemacht und den Tarifvertrag nicht richtig implementiert. Und wer hat’s entdeckt?* Ha. Ja. Yours truly. Ich fände ja, die Buchhaltung könnte sich bei mir entschuldigen, aber ich fürchte eher, jetzt kriege ich erst recht jede einzelne Reisekostenabrechnung in Retour wegen irgendwelcher Formfehler. Aber das sagt dann eben auch sehr viel über sie und nicht über mich.
Wegen der Geschichte bin ich letzten Mittwoch übrigens vor Wut schäumend nach nur einer Dreiviertelstunde wieder aus dem Büro abgehauen. Das wäre nicht gut gewesen, mit der Buchhaltung im selben Gebäude zu sein.
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*Ernsthaft! Das hatte einfach noch niemand entdeckt, seit fast zwei Jahren und bei ich weiß nicht wie vielen tausend Staatsangestellten die das potentiell betrifft. Meine Gewerkschaft hat beim Departement nachgefragt.
Gestern Büro, abends Ballett. Büro war den ganzen Tag Meetings und ein etwas seltsames Personalgespräch. Aber das möchte ich hier nicht ausführen. Dass es seltsam war muss reichen. Vielleicht darf ich auf nen Kurs in den USA, da würde ich vermutlich nicht nein zu sagen. Ballett war gut. Habe mich ein bisschen geärgert, dass meine Uhr mir kein Training anrechnet, wenn ich nicht konstant mit dem Arm wedele. An der Stange wedelt man nicht, aber das ist dadurch nicht weniger anstrengend. Blöde Uhr.
Heute Homeoffice, komplett lächerlich unproduktiv. Deshalb fahre ich morgen ins Büro um den externen Druck zu maximieren und dann bin ich ja erst abends nach zehn zu Hause (der Kurs geht bis 21 Uhr, Routine) und deshalb habe ich heute dann auch schon fürs Wochenende gepackt. Ich fahre zum Landestreffen des 2%-Clubs, das wird sehr aufregend. Aber deshalb muss ich auch morgen WIRKLICH meine Präsentation fertig bekommen, die ich Dienstag halte, weil ich Donnerstag und Freitag dann frei habe und Montag wieder nur Meetings sind. Und Ballett natürlich. Routine.
Aus Gründen, die ich hier nicht kundtun kann, weil dann Personen, die einen kack Job machen, identifiziert werden könnten, war mein Arbeitstag in weiten Strecken scheiße. Mein Lieblingskollege weiß jetzt dann auch, dass ich nicht aus Stein bin, sondern ein Mensch mit Gefühlen, die hin und wieder mal raus kommen. Er ist dann lieb, auch wenn er nicht so ganz damit umgehen kann. Ich hatte heute, ebenfalls aus Gründen, echt viele Gefühle.
Beim Kurs waren auch Gefühle. Nicht bei mir, sondern bei der Kursleiterin. Zwei Freundinnen von ihr sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen und das hat sie (total verständlicher Weise) sehr mitgenommen. Weil sie aber unbedingt den Kurs machen wollte, haben wir das gemacht (auch wenn wirklich alle gesagt haben, es sei kein Problem, heute ausfallen zu lassen). Und dann war es sehr lustig und ein bisschen emotional, alles durcheinander.
Yeah, Herr Rabe und ich haben den Rest der Woche frei. Für mich war das heute mit einem Endspurt verbunden, der vor allem daraus bestand, noch schnell 194 Änderungswünsche ins IT-Projekt einzutöckeln. Das muss ja alles immer nach Schema F ausgiebigst aufgeschrieben werden, für besonders dumme Dummies, deshalb dauert das selbst für die simpelsten Dinge („mach mit Dings exakt das gleiche wie du schon mit Bumms machst“) ewig.
Ansonsten war hier nur ein bisschen Mädchendrama. Neunjährige sind so lala groß und da kann es sich erst mal ganz toll anhören, bei der Freundin zu übernachten, aber ist dann doch ein bisschen viel, wenn es erst mal spät und die Gefühle groß sind.
Dass endlich neue und weitere Fische im Aquarium eingezogen sind, ist da ein kleiner Trost, aber echt nur ein kleiner. Viele kleine Tröste, eigentlich. Babyfisch geht es auch gut, und das Wasser ist endlich, endlich optimal. Das Nitrat und Nitrit ist endlich unten, Wasserhärte ist gut, alles gut. Hoffentlich überleben die neuen Fische länger. Erste Feststellung: Guppys sind, gemessen an Platys, total hektisch. (Vor allem Babyfisch. Der ist mega hektisch und flitzt nur rum. Aber der hat auch echt Mühe, gegen den Pumpenstrom anzukommen, der ist ja noch Miniklein.)
Hatte ich von Babyfisch eigentlich erzählt? Ich glaube nicht. Babyfisch ist neulich einfach im Aquarium entstanden, dabei war ich sicher, dass wir keine Männchen mehr haben. Das kam etwas überraschend, in dem Aquarium mit immer noch schlechten Wasserwerten und in dem dauernd Guppys starben, erwartete ich alles, nur keinen Nachwuchs.
So, also jetzt habe ich auch mal ein Abschlussmeeting einer Inspektion von der anderen Seite erlebt. Also von der Seite, der mitgeteilt wird, was sie alles falsch macht. Gestern habe ich ja erst eines gehalten, die Seite kenne ich ja. Das habe ich, naja, vielleicht nicht hundertmal, aber sicher so 60-70 mal gemacht bisher. Die Firma hat das auch gut über die Bühne gebracht, die waren eigentlich ganz gut, die paar Sachen, die wir da haben, sind zum allergrößten Teil Pillepalle. Ein bisschen taten die mir leid, weil wir wegen des französischen Inspekteurs mega ultra super gründlich waren und wirklich kein Fitzelchen haben durchgehen lassen. Der französische Inspekteur hatte auch an uns kaum was zu meckern, und die paar Dinge, die er uns vorgeschlagen hat, waren ebenfalls auf einem (rein fachlichen) Fitzelniveau. Sowohl gestern als auch heute im Abschlussmeeting hat er ausdrücklich meine und der Kollegin technische, fachliche und Softskills gelobt. So entspannt sei ich, sagte er, und würde eine gute Atmosphäre schaffen. Ich danke an dieser Stelle dem professionellen Inspekteur-Renana-Kostüm, das das alles stets locker flockig wuppt. Besonders freut mich, dass der französische Inspekteur das heute halt alles noch mal vor allen meinen Kolleg*innen, Chefinnen und dem Direktor selbst wiederholt hat. Zusammen mit: kein Finding für die observierte Inspektion, alles top, nicht mal Verbesserungsvorschläge. Mit Glanz bestanden, würde ich sagen. Sowohl ich als auch das Kostüm.
Nach dem Abschlussmeeting heute habe ich endlich mal wieder richtig Sport gemacht. Das war sehr anstrengend und aber auch sehr gut. Nach der Woche war ich aber bei der anschließenden „Hurra, es ist vorbei!“-Feier so platt, dass ich hätte einschlafen können. Zusätzlich waren sowohl Pizza als auch Kuchen falsch geschnitten und mein Kostüm war irgendwie schon ins Wochenende gestartet. Meine Kollegin hat mir dann ein Stück Kuchen abgeschnitten, weil ich nicht darüber hinweg kam, wie die anderen ihn angeschnitten hatten. Ich habe dann auch brav meine Ohrenstöpsel geholt. Und mir auch nichts vorgeworfen, ja mei, dann muss ich halt wen haben, der mir nach so ner Woche den Kuchen schneidet. So what.
Wegen nächster Woche rennen alle so dermaßen schreiend im Kreis, dass ich inmitten dieses Hühnerhaufens total tiefenentspannt wirke. Jetzt hat eine Kollegin sich auch noch im Urlaub COVID geholt, was natürlich echt ungünstig ist, aber das ist zufällig eine von zweien, die nächste Woche nicht direkt involviert sind in den Wahnsinn (sonst hätte sie diese Woche auch keinen Urlaub bekommen). Ich sehe das pragmatisch und denke, besser diese als nächste Woche und gehe mich morgen impfen lassen, zur Sicherheit und zur Gewissensberuhigung, ich fahre das Wochenende über ja weg.
Was bin ich froh, wenn die nächste Woche rum ist. Ehrlich.
Es passiert irgendwie hauptsächlich Arbeit, was soll man da Bloggen. Heute echt nur Arbeit, gestern abends immerhin noch Ballett. Das war, obwohl ich wirklich keinerlei Lust hatte und den ganzen Tag schon Kopfschmerzen mit mir rumgeschleppt hatte, wieder super. Ich mag die Vertretungslehrerin, die ist sehr unnorwegisch und macht auch auf Fehler und Unsauberkeiten aufmerksam, die lässt kein Schummeln durchgehen. Und sein wir mal ehrlich – man sieht die eigenen Fehler dann eben doch nicht genauso gut und korrigiert auch nicht so konsequent.
Spät abends habe ich, gestern und auch heute, Geige gespielt. Selbes Thema, der Geigenlehrer hat mir Etüden (arschlangweilige) zum Üben von Artikulation gegeben. Weil mein Bogen gerne mal macht was er will. Vorwiegend will er wischiwaschi rumschrubben oder (seltener) unkontrolliert hopsen. Dass sich alles irgendwie gleich anhört und ich wenig Kontrolle über Akzente habe nervt und bremst mich schon länger. Also muss ich es üben, konsequent, und der Lehrer lässt mir da auch nichts durchgehen. Aber von mindestens der einen Etüde werde ich sicher träumen, das macht nur minimalen Spaß, immer wieder die selbe halbe Seite mit Sechzehnteln zu spielen, nur mit verschiedenen Rhythmen, Stricharten und Akzenten. Als Nebeneffekt einer anderen Etüde voller Akzente lerne ich auch noch Aufstrich-Stakkato, davor habe ich mich bisher auch erfolgreich gedrückt. Von nichts kommt halt nichts.