Tag 3637 – Zurück zum Kisten packen.

Langsam wird das mit dem Umzug konkreter. Es werden Verträge und Versicherungen gekündigt und neue abgeschlossen, ich habe mir den Termin vom Umzugsunternehmen noch mal bestätigen lassen und die Verkäuferin hat ein paar mal angerufen, ob wir diverse Möbel und Dinge behalten wollen oder sie die wegschmeißen sollen. Ich schwanke ehrlich gesagt zwischen „geht schon alles“ und totaler Überforderung hin und her. Leider werde ich immer sehr langsam, wenn ich überfordert bin, bis zu dem Punkt, an dem ich dann panisch einfach irgendwo anfange und mehr oder eher weniger strukturiert alles gleichzeitig erledige. Und dann bin ich am Ende zu Tode erschöpft, weil ich in diesem Panik-Modus viel mehr Energie lasse, als sein müsste (und Wege drei mal so oft gehe, wie ich eigentlich müsste, weil ich dann fahrig und unkonzentriert werde und dauernd irgendwas irgendwo vergesse oder liegen lasse). So ist das leider in meinem Gehirn, ich wünschte, ich könnte das abstellen und Dinge einfach machen ohne dieses Rumgeeier vorher, aber nein. Und Herr Rabe ist krank.

Heute habe ich immerhin drei Kisten gepackt und mich von meiner Sammlung von 2 Jahren Nature-Heften getrennt. Als ich das Taj Mahal eingepackt habe, ist mir leider die Kuppel runtergefallen und zerschellt, ich hoffe, ich habe alle Teile gefunden und nichts ist zwischen die Terrassenplanken gefallen, weil die Terrassentür offen stand. Wir werden es sehen. Und wir werden einiges an Lego aus größeren Stücken wieder zusammen setzen können im neuen Haus. Wir haben ECHT viel Lego. Das heute war ja auch nur ein Teil, einiges ist bereits im Lager.

Heute wurde außerdem das Geld für das neue Haus an die Maklerin überwiesen. Das ist also auch unterwegs jetzt. Jetzt haben wir erst mal ganz viele Schulden, bis das alte Haus verkauft ist. Dann haben wir wieder nur noch normal viele Schulden.

Michel meldet sich gar nicht, vielleicht ist sein Telefon kaputt? Oder er hat die beste Zeit seines Lebens. Oder beides. Ich hoffe zumindest, dass er einfach zu beschäftigt mit anderen Dingen ist, um seiner Mama zu schreiben.

Tag 3619 – Blöd alles.

Blöden Kacktag bei der Arbeit gehabt. Haus nicht verkauft. (Allerdings hatte der potentielle Käufer wohl davon gefaselt, um den Garten rum ganz viel Thuja zu pflanzen, damit bloß keine Nachbarn reingucken können und das fände ich dann doch ziemlich herzbrechend, da grabe ich den Holunder doch noch aus vorher.)

Abends einen ziemlichen Haufen Geld für Kinderunterwäsche ausgegeben und dann noch neue Brillen geordert. Hilft ja alles nichts.

Michel will seine Haare schneiden, wegen Gruppendruck von seinen Kumpels, in etwas, das ich pottenhässlich finde (einen Wolf Cut, ich finde das sieht aus wie nicht oder schlecht geschnitten). Ich würde das gerne verhindern, aber das wäre vermutlich schlechte Elternschaft. Außerdem geht man echt lange in den Knast für prophylaktische Serienmorde an sämtlichen norwegischen Friseur*innen.

Schön war, mit Herrn Rabe eine Folge The Residence zu gucken, das ist eine ganz schöne Serie auf Netflix. Man lernt dort viel über Vögel.

Gucken Sie mal, wie schön der Holunder blüht!

Leider gibt es keine Geruchsfotos, aber der Busch duftet meterweit.

Tag 3615 – Nope.

Haus nicht verkauft. Tjanun. Ganz ehrlich gibt mir ein einziger potentieller Käufer, der sich den ganzen Tag nicht durchringen kann, ein Gebot abzugeben, aber statt Nein zu sagen ständig die Maklerin vertröstet, und der im Vorfeld auch schon gesagt hat, dass es eigentlich ein bisschen zu teuer ist, auch kein gutes Gefühl. Ich will nicht hinterher wegen irgendwas Ärger haben. Ich will auch keinen zähneknirschenden Käufer, der eigentlich was anderes will oder der wegen jeder Krone im Nachhinein das Diskutieren anfängt. All das befürchte ich, obwohl ich gar nicht involviert war.

Also, schön wäre es schon gewesen, den Stress los zu sein, aber dann halt nicht. Der Champagner muss dann halt warten.

Tag 3610 – Garten.

Wir haben heute noch mal das neue Haus besucht und dabei die Verkäufer kennengelernt. Sie sind sehr nett. Und was ich beim ersten, einzigen, kurzen Besuch übersehen hatte: es gibt

  • Schwarze Johannisbeeren
  • Rote Stachelbeeren
  • Jede Menge Walderdbeeren
  • Jede Menge Blaubeeren
  • Himbeeren
  • Rote Johannisbeeren
  • Rhabarber

Alles auf dem Grundstück. Und einen wunderschönen, riesigen Rhododendron. Ich wette, im Herbst gibt es auch Pilze, das Waldgebiet, in dem ich oft Pilze sammeln gehe, ist ja direkt hinterm Haus. Außerdem sind da noch ein paar Hochbeete, die man mal mit Erde füllen müsste und dann kann man da mit wenig Arbeit noch viel mehr pflanzen, zum Beispiel mehr Erdbeeren oder einen Teil von „meinem“ Rhabarber. Und einen Platz für einen Holunderstrauch finden wir sicher auch. Das wird fein.

Davon angespornt habe ich fertig Unkraut gejätet. Ich habe vieles, aber nicht alles, wegbekommen, aber es muss ja nur Mittwoch kurz gut aussehen. Ein paar Grashalme stehen halt noch und Baby-Disteln und Baby-Ringelblumen sehen halt auch sehr ähnlich aus, da habe ich bestimmt noch einiges übersehen. Aber jetzt sieht es wieder ordentlich(er) aus. Im Kräuterbeet habe ich auch den alles überwuchernden Estragon ordentlich ausgedünnt, jetzt sieht auch das wieder ganz ok aus. Halt mehr so Darwin als englischer Garten, weil im Kräuterbeet Schnittlauch, Oregano und eben Estragon einen erbitterten Kampf um die Ressourcen führen, aber ich mag es so. Im Beet nebenan passiert das gleiche mit Erdbeeren und Pfefferminze. Ansonsten müssen die Käufer Koriander mögen, der hat das Gewächshaus komplett eingenommen.

Hier ein Bild, weshalb ich den Holunder nicht ausgraben werde.

Kaum zu glauben, dass der vor 6 Jahren so ein kleines Stöckchen war.

Ich bin außerdem sehr zufrieden, dass der Garten alles gibt, um Mittwoch alles herzuzeigen, was er kann. Der Holunder blüht jetzt gerade fast, die Pfingstrosen blühen fast, der Schnittlauch blüht wie bekloppt (ähäm, ja, ich weiß, dass der das nicht soll. Aber die Blüten sind so hübsch und die Hummeln mögen die auch sehr gerne). Die Zierdistel blüht fast, die gelbe Blume und die blaue Blume an der Einfahrt blühen beide (auch wenn ich nicht weiß, was sie sind, aber sie sind hübsch). Die ersten Erdbeeren werden rot, der Johannisbeerstrauch und der Stachelbeerstrauch sind voller Beeren. Ich denke, am Mittwoch wird das alles super aussehen.

Hach.

Das war alles so schön heute, ich habe sogar alle Spinnen, die ich in meiner Jäterei aufgeschreckt habe, einfach ignoriert. Und da waren ein paar Oschis dabei.

Tag 3605 und 3606 – Piep.

Es geht eigentlich gut voran, aber mich haben gleichzeitig Laune, müde und Migräne eingeholt. Außerdem habe ich mir vorgestern beim Rhabarber abschneiden (Pippi und ihre Freundin wollten welchen essen, ich wollte nicht, dass sie einfach random irgendwelche Stangen abschneiden) fies in den Daumen gesäbelt und mit dem Pflaster kann ich nicht tippen. Jetzt dauert alles viel zu lange und nervt mich sehr.

Tag 3604 – Nichts neues.

Wir rödeln halt so rum, ne? Heute eins der Lager. Das, von dem wir dachten, dass es schon halb ausgeräumt sei, weil da ja jetzt Monty und Greg wohnen, bis das Haus verkauft ist (gegebenenfalls bis wir umziehen, weil diese Terrarien wirklich enorm schwer sind und nichts, was man mal eben von A nach B schleppt). Das hat quasi den ganzen Tag gedauert (und ein paar Sachen stehen da auch noch, irgendwo muss man ja so Sachen wie Pinselreiniger oder das Zeug zum Auto sauber machen aufbewahren, ne?). Jetzt haben wir noch einen Lagerraum (drinnen) und den Schuppen vor uns. Plus, dass überall halb gepackte Kisten rumstehen und mich irre machen. Den Schuppen priorisiere ich sehr weit hinten, davor würde ich eher so Sachen machen wie rigoroses Unkraut jäten. Das ging heute leider nicht so richtig gut, weil es den halben Tag sehr viel geregnet hat. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag und da kommt ja auch noch ein Wochenende vor dem Besichtigungstermin.

Abends haben wir dann tatsächlich mal ein bisschen auf dem Sofa rumgehangen. Das war sehr schön.

Tag 3603 – Wie wir mal dachten, wir hätten kinderfrei.

Michel wollte eigentlich noch mindestens bis morgen bei seinem Schulfreund bleiben. Pippi ist über Nacht bei ihrer Schulfreundin. Wir wollten einfach nur auf dem Sofa hängen und Chips essen, weil wir uns das echt verdient haben. Aber dann bekam ich eine Nachricht von der Mutter von Michels Schulfreund, Michel habe Fieber. Also fuhr Herr Rabe ihn abholen. Michel behauptet, er stürbe. Ich glaube das nicht so ganz, es ist halt ne Erkältung mit Fieber. Aber trotzdem doof für das für ihn ins Wasser gefallene Wochenende.

Wir haben ansonsten heute ein bisschen Zeug vakuummiert und sind eine Tour ins Lager gefahren, haben Terrassenöl gekauft und haben dann noch bei einem netten älteren Herrn im betreuten Wohnen Umzugskartons abgeholt. Das reicht dann auch für heute.

Tag 3601 und 3602 – Tatsächlich wahr.

Das Haus ist jetzt zu verkaufen. Ab jetzt kann man das kaufen. Ich würde die Anzeige hier auch posten, aber dann denkt die Maklerin, dass uns die Leute die Bude einrennen werden, wenn es so viele Klicks auf die Anzeige gibt.

Das war gestern und auch heute noch mal aufregend. Gestern war ein Gutachter da und hat alles mögliche vermessen und nachgeschaut und überprüft. Wir wissen jetzt exakt, wie viele Millimeter die Böden schief sind und dass wir keine Feuchtigkeit an Stellen haben, wo sie nicht sein soll. Wir haben auch gelernt, dass wir ein Mäuseband haben, nur auf dem Balkon nicht, und dass man die Ventilationsanlage, also die Rohre und so, ab und zu sauber machen lassen sollte (hupsi). All sowas haben wir gestern von dem sehr netten Gutachter gelernt. Aber unser Haus ist in okayem Zustand und kann so verkauft werden.

Heute ging dann die Anzeige raus. Davor war noch einiges Korrekturlesen angesagt, die Maklerin hat das gestern noch in Windeseile zusammengekloppt, und das merkte man auch. Gut, dass ich beruflich Fehler in Dokumenten finde.

Jetzt schauen wir mal was passiert. Aber es wird wohl, so oder so, irgendwas passieren.

Tag 3600 – Schön, schön.

Die Fotos von unserem Haus sind da und sie sind richtig schön geworden. Also wirklich, ich würde unser Haus sofort kaufen.

Das war übrigens so: ich hatte Meetings bis 14:30. Da habe ich meinen Computer zugeklappt und umgehend das Rödeln angefangen. Der Fotograf war für 18 Uhr angemeldet und naja. Das war ambitioniert. Sehr. Während der Meetings habe ich schon für meine Reise gepackt, sonst hätte das alles im Leben nicht geklappt.

Die beste Mutter war ich Montag auch nicht, im Gegenteil, ich war so unter Strom, dass ich Pippi am liebsten draußen am Trampolin festgebunden hätte. Sie ignorierte unter anderem unser NEIN!!! zu „kann ich eine Klassenkameradin mit nach Hause bringen?“ und als besagte Klassenkameradin abgeholt wurde, war ich auch sehr kurz angebunden der Mutter gegenüber. Die denkt jetzt sicher, ich hab sie nicht alle und bin voll unhöflich. Tjanun.

Michel wurde ein bisschen eingespannt, unter anderem schickte ich ihn mit dem Rad und einer Einkaufliste zum Supermarkt. Dann hatte ich ihn auch von den Füßen, win-win.

Während ich noch im Wohnzimmer am Dekorieren war, klingelte es. Der Fotograf kam einfach mal 15 Minuten zu früh. Das waren dringend benötigte 15 Minuten. Und so kam es, dass ich, während der Fotograf mit einer Drohne ums Haus herum flog, drinnen noch hektisch dekorierte und im Wohnzimmer Teile des Fußbodens (wo nicht, nach wie vor, Kram stand) wischte. Als der Fotograf und Herr Rabe dann nach drinnen kamen und erst mal oben Fotos machten, weil da alles fertig war, schleppte ich alles mögliche (unter anderem drei Stühle, mehrere Kisten, alle möglichen Schuhe, Putzmittel, …) vom Wohnzimmer und Flur nach draußen und stapelte es unter dem Carport. Dann wischte ich den Rest vom Wohnzimmer und den Flur, wobei ich mich ins untere Bad wischte, wo ich dann auch das erste Mal seit Stunden ausatmete aufs Klo ging. Das war so schön.

Aber, huiuiui, keine Zeit. Ich fragte kurz, ob die Herren im Schlafzimmer schon fertig waren und als das mit Ja beantwortet wurde, wechselte ich mein total verschwitztes T-Shirt. Und dann fuhr ich ziemlich unzeremoniell zum Bahnhof. Als das Foto oben entstand, war ich schon am Bahnhof und zehn Minuten später am Flughafen. Oh the joys.

Der Fotograf und Herr Rabe machten noch eine halbe Stunde weiter, aber dann war alles vorbei. Und wir, Herr Rabe und ich, komplett durch.