Tag 3643 und 3644 – Piep 3.

Es ist warm! Richtig warm. Morgen werden 31 Grad, das sind, nach einigen Jahren Norwegen, keine Temperaturen, bei denen ich mich noch bewege.

Allerdings habe ich ja auch keine Wahl, ne? Heute habe ich deshalb Badezimmerkram ausgepackt und verräumt. Gestern war es die Küche, plus meine Kleidung (in Teilen). In der Küche sind so viele Schränke, dass die Hälfte immer noch sehr luftig eingeräumt ist (vor allem, weil wir jetzt ja auch einen Vorratsraum UND einen Waschraum haben, also vieles muss gar nicht mehr in der Küche stehen). In den Kinderschlafzimmern sind große Einbauschränke. Aber unser Schrank ist viel zu klein. In unserem Bad ist auch zu wenig Platz. Das müssen wir alles noch ein bisschen hinpuzzeln. Aber das wird schon, ich habe schon verschiedene Ideen.

An der Erkältungsfront geht es gleichzeitig auf- und abwärts. Der Peak der eigentlichen Erkältung war wohl am Mittwoch und nachdem ich jetzt wieder schlafen kann, geht es mir eigentlich auch viel besser. Allerdings sind alle Nebenhöhlen zu. Ich bin immer mal wieder halb taub, bis es wieder knackt, dann geht es für kurz. Die rechte Kieferhöhle ist so verschleimt, dass es sich anfühlt, als würde mir der Phantomzahn (dessen Wurzel sehr nah an dieser Kieferhöhle verläuft) einfach bald mit einem lauten „PLOPP“ ausfallen. Zusammen mit dem Wetter macht diese Nebenhöhleninfektion das Arbeiten nicht einfacher. Alles mit Kopf runter geht nicht, alles im Hocken geht auch nicht. Ganz toll, spitzen Timing,

Genug gemeckert. Ab ins Bett. Gute Nacht!

Tag 3640 – 3642 – Piep 2.

Wir sind angekommen.

Das war sehr anstrengend. Zudem bin ich inzwischen sehr erkältet, da will man alles, aber nicht bei 30 Grad umziehen. Deshalb auch nur piep, ich muss so so dringend schlafen. Seit Tagen habe ich so vier, viereinhalb Stunden am Tag geschlafen, das reicht hinten und vorne nicht und dazu diese Erkältung… Aber jetzt ist das schlimmste geschafft. Wir sind da, die Betten stehen, der grüne Schrank steht, Fische und Schlangen haben alles gut überstanden, soweit wir bisher wissen, ist nichts zu Bruch gegangen. Natürlich war es viel mehr als gedacht (hoppla) und dafür zahlt man dann halt Lehrgeld beim Umzugsunternehmen. Für‘s nächste Mal: so 70 Kubikmeter kommen schon zusammen, wenn man dem Glauben schenkt, dass ein so ein Wagen 20 Kubikmeter fasst.

Dafür, dass ich mich fühle, als wäre ich vom Umzugslaster gleich mehrmals überrollt worden, finde ich das ganz beachtlich. Die eine inaktive Stunde war da, wo ich auf dem Sofa eingeschlafen bin, weil ich mich kurz mal hingesetzt habe.

Tag 3638 und 3639 – Piep.

Michel ist wieder da, schon seit gestern, und die Kinder haben ein wirklich beeindruckendes Konzert zum Abholen gespielt. Michel hatte die beste Zeit und ist total zufrieden, ein wesentlich ausgeglicheneres Kind.

Abends waren wir bei den Nachbarn eingeladen und da haben wir (alle Erwachsenen, fürchte ich) viel zu viel Weißwein getrunken und hatten aber wirklich einen schönen Abend. Heute war ich dann etwas langsamer als erwünscht.

Ansonsten Panik, wir ziehen ja quasi sofort schon um, Hilfe.

Eieieieiei Hilfe.

Tag 3637 – Zurück zum Kisten packen.

Langsam wird das mit dem Umzug konkreter. Es werden Verträge und Versicherungen gekündigt und neue abgeschlossen, ich habe mir den Termin vom Umzugsunternehmen noch mal bestätigen lassen und die Verkäuferin hat ein paar mal angerufen, ob wir diverse Möbel und Dinge behalten wollen oder sie die wegschmeißen sollen. Ich schwanke ehrlich gesagt zwischen „geht schon alles“ und totaler Überforderung hin und her. Leider werde ich immer sehr langsam, wenn ich überfordert bin, bis zu dem Punkt, an dem ich dann panisch einfach irgendwo anfange und mehr oder eher weniger strukturiert alles gleichzeitig erledige. Und dann bin ich am Ende zu Tode erschöpft, weil ich in diesem Panik-Modus viel mehr Energie lasse, als sein müsste (und Wege drei mal so oft gehe, wie ich eigentlich müsste, weil ich dann fahrig und unkonzentriert werde und dauernd irgendwas irgendwo vergesse oder liegen lasse). So ist das leider in meinem Gehirn, ich wünschte, ich könnte das abstellen und Dinge einfach machen ohne dieses Rumgeeier vorher, aber nein. Und Herr Rabe ist krank.

Heute habe ich immerhin drei Kisten gepackt und mich von meiner Sammlung von 2 Jahren Nature-Heften getrennt. Als ich das Taj Mahal eingepackt habe, ist mir leider die Kuppel runtergefallen und zerschellt, ich hoffe, ich habe alle Teile gefunden und nichts ist zwischen die Terrassenplanken gefallen, weil die Terrassentür offen stand. Wir werden es sehen. Und wir werden einiges an Lego aus größeren Stücken wieder zusammen setzen können im neuen Haus. Wir haben ECHT viel Lego. Das heute war ja auch nur ein Teil, einiges ist bereits im Lager.

Heute wurde außerdem das Geld für das neue Haus an die Maklerin überwiesen. Das ist also auch unterwegs jetzt. Jetzt haben wir erst mal ganz viele Schulden, bis das alte Haus verkauft ist. Dann haben wir wieder nur noch normal viele Schulden.

Michel meldet sich gar nicht, vielleicht ist sein Telefon kaputt? Oder er hat die beste Zeit seines Lebens. Oder beides. Ich hoffe zumindest, dass er einfach zu beschäftigt mit anderen Dingen ist, um seiner Mama zu schreiben.

Tag 3619 – Blöd alles.

Blöden Kacktag bei der Arbeit gehabt. Haus nicht verkauft. (Allerdings hatte der potentielle Käufer wohl davon gefaselt, um den Garten rum ganz viel Thuja zu pflanzen, damit bloß keine Nachbarn reingucken können und das fände ich dann doch ziemlich herzbrechend, da grabe ich den Holunder doch noch aus vorher.)

Abends einen ziemlichen Haufen Geld für Kinderunterwäsche ausgegeben und dann noch neue Brillen geordert. Hilft ja alles nichts.

Michel will seine Haare schneiden, wegen Gruppendruck von seinen Kumpels, in etwas, das ich pottenhässlich finde (einen Wolf Cut, ich finde das sieht aus wie nicht oder schlecht geschnitten). Ich würde das gerne verhindern, aber das wäre vermutlich schlechte Elternschaft. Außerdem geht man echt lange in den Knast für prophylaktische Serienmorde an sämtlichen norwegischen Friseur*innen.

Schön war, mit Herrn Rabe eine Folge The Residence zu gucken, das ist eine ganz schöne Serie auf Netflix. Man lernt dort viel über Vögel.

Gucken Sie mal, wie schön der Holunder blüht!

Leider gibt es keine Geruchsfotos, aber der Busch duftet meterweit.

Tag 3615 – Nope.

Haus nicht verkauft. Tjanun. Ganz ehrlich gibt mir ein einziger potentieller Käufer, der sich den ganzen Tag nicht durchringen kann, ein Gebot abzugeben, aber statt Nein zu sagen ständig die Maklerin vertröstet, und der im Vorfeld auch schon gesagt hat, dass es eigentlich ein bisschen zu teuer ist, auch kein gutes Gefühl. Ich will nicht hinterher wegen irgendwas Ärger haben. Ich will auch keinen zähneknirschenden Käufer, der eigentlich was anderes will oder der wegen jeder Krone im Nachhinein das Diskutieren anfängt. All das befürchte ich, obwohl ich gar nicht involviert war.

Also, schön wäre es schon gewesen, den Stress los zu sein, aber dann halt nicht. Der Champagner muss dann halt warten.

Tag 3610 – Garten.

Wir haben heute noch mal das neue Haus besucht und dabei die Verkäufer kennengelernt. Sie sind sehr nett. Und was ich beim ersten, einzigen, kurzen Besuch übersehen hatte: es gibt

  • Schwarze Johannisbeeren
  • Rote Stachelbeeren
  • Jede Menge Walderdbeeren
  • Jede Menge Blaubeeren
  • Himbeeren
  • Rote Johannisbeeren
  • Rhabarber

Alles auf dem Grundstück. Und einen wunderschönen, riesigen Rhododendron. Ich wette, im Herbst gibt es auch Pilze, das Waldgebiet, in dem ich oft Pilze sammeln gehe, ist ja direkt hinterm Haus. Außerdem sind da noch ein paar Hochbeete, die man mal mit Erde füllen müsste und dann kann man da mit wenig Arbeit noch viel mehr pflanzen, zum Beispiel mehr Erdbeeren oder einen Teil von „meinem“ Rhabarber. Und einen Platz für einen Holunderstrauch finden wir sicher auch. Das wird fein.

Davon angespornt habe ich fertig Unkraut gejätet. Ich habe vieles, aber nicht alles, wegbekommen, aber es muss ja nur Mittwoch kurz gut aussehen. Ein paar Grashalme stehen halt noch und Baby-Disteln und Baby-Ringelblumen sehen halt auch sehr ähnlich aus, da habe ich bestimmt noch einiges übersehen. Aber jetzt sieht es wieder ordentlich(er) aus. Im Kräuterbeet habe ich auch den alles überwuchernden Estragon ordentlich ausgedünnt, jetzt sieht auch das wieder ganz ok aus. Halt mehr so Darwin als englischer Garten, weil im Kräuterbeet Schnittlauch, Oregano und eben Estragon einen erbitterten Kampf um die Ressourcen führen, aber ich mag es so. Im Beet nebenan passiert das gleiche mit Erdbeeren und Pfefferminze. Ansonsten müssen die Käufer Koriander mögen, der hat das Gewächshaus komplett eingenommen.

Hier ein Bild, weshalb ich den Holunder nicht ausgraben werde.

Kaum zu glauben, dass der vor 6 Jahren so ein kleines Stöckchen war.

Ich bin außerdem sehr zufrieden, dass der Garten alles gibt, um Mittwoch alles herzuzeigen, was er kann. Der Holunder blüht jetzt gerade fast, die Pfingstrosen blühen fast, der Schnittlauch blüht wie bekloppt (ähäm, ja, ich weiß, dass der das nicht soll. Aber die Blüten sind so hübsch und die Hummeln mögen die auch sehr gerne). Die Zierdistel blüht fast, die gelbe Blume und die blaue Blume an der Einfahrt blühen beide (auch wenn ich nicht weiß, was sie sind, aber sie sind hübsch). Die ersten Erdbeeren werden rot, der Johannisbeerstrauch und der Stachelbeerstrauch sind voller Beeren. Ich denke, am Mittwoch wird das alles super aussehen.

Hach.

Das war alles so schön heute, ich habe sogar alle Spinnen, die ich in meiner Jäterei aufgeschreckt habe, einfach ignoriert. Und da waren ein paar Oschis dabei.

Tag 3605 und 3606 – Piep.

Es geht eigentlich gut voran, aber mich haben gleichzeitig Laune, müde und Migräne eingeholt. Außerdem habe ich mir vorgestern beim Rhabarber abschneiden (Pippi und ihre Freundin wollten welchen essen, ich wollte nicht, dass sie einfach random irgendwelche Stangen abschneiden) fies in den Daumen gesäbelt und mit dem Pflaster kann ich nicht tippen. Jetzt dauert alles viel zu lange und nervt mich sehr.

Tag 3604 – Nichts neues.

Wir rödeln halt so rum, ne? Heute eins der Lager. Das, von dem wir dachten, dass es schon halb ausgeräumt sei, weil da ja jetzt Monty und Greg wohnen, bis das Haus verkauft ist (gegebenenfalls bis wir umziehen, weil diese Terrarien wirklich enorm schwer sind und nichts, was man mal eben von A nach B schleppt). Das hat quasi den ganzen Tag gedauert (und ein paar Sachen stehen da auch noch, irgendwo muss man ja so Sachen wie Pinselreiniger oder das Zeug zum Auto sauber machen aufbewahren, ne?). Jetzt haben wir noch einen Lagerraum (drinnen) und den Schuppen vor uns. Plus, dass überall halb gepackte Kisten rumstehen und mich irre machen. Den Schuppen priorisiere ich sehr weit hinten, davor würde ich eher so Sachen machen wie rigoroses Unkraut jäten. Das ging heute leider nicht so richtig gut, weil es den halben Tag sehr viel geregnet hat. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag und da kommt ja auch noch ein Wochenende vor dem Besichtigungstermin.

Abends haben wir dann tatsächlich mal ein bisschen auf dem Sofa rumgehangen. Das war sehr schön.

Tag 3603 – Wie wir mal dachten, wir hätten kinderfrei.

Michel wollte eigentlich noch mindestens bis morgen bei seinem Schulfreund bleiben. Pippi ist über Nacht bei ihrer Schulfreundin. Wir wollten einfach nur auf dem Sofa hängen und Chips essen, weil wir uns das echt verdient haben. Aber dann bekam ich eine Nachricht von der Mutter von Michels Schulfreund, Michel habe Fieber. Also fuhr Herr Rabe ihn abholen. Michel behauptet, er stürbe. Ich glaube das nicht so ganz, es ist halt ne Erkältung mit Fieber. Aber trotzdem doof für das für ihn ins Wasser gefallene Wochenende.

Wir haben ansonsten heute ein bisschen Zeug vakuummiert und sind eine Tour ins Lager gefahren, haben Terrassenöl gekauft und haben dann noch bei einem netten älteren Herrn im betreuten Wohnen Umzugskartons abgeholt. Das reicht dann auch für heute.