Tag 3672 – Fertig!!!

Wir sind fertig. Komplett fertig mit dem alten Haus. Das ist wirklich sehr gut. Es ist jetzt alles leer, alles sauber, sogar der Rasen ist noch mal gemäht. Die Mappe mit den Unterlagen, Schlüssel, Ersatzteile und weiß nicht was sind da. Wir müssen am Sonntag wirklich nur noch hin, Übergabe und tschüss.

Gute Nachricht des Tages: der Steuerungscomputer und der Fahrradschlüssel sind wieder aufgetaucht und ich habe auch das Fahrrad selbst nach Hause gefahren. Es war genau wie ich gedacht habe. Ich hatte die Sachen mit als letztes frustriert in irgendeine Tüte mit anderen noch herumliegenden Sachen gestopft. Die Tüte fand ich heute nach einer spontanen Eingebung in einem unserer unzähligen Einbauschränke.

Man kommt mit dem Elektrofahrrad Baujahr 2015 etwa halb unseren Berg rauf. Dann muss man schieben. Keine Chance, da hoch zu fahren.

Morgen (also eigentlich heute) fahren wir zelebratorisch zum Möbelschweden. Nachdem wir uns ENDLICH auf eine Lösung für die Kleiderschränke geeinigt haben machen wir jetzt was ich die ganze Zeit schon wollte werden wir eine Art begehbaren Kleiderschrank machen, indem wir einige Pax-Schränke mit dem Rücken zum Raum stellen, die Rückwände verkleiden und eine Schiebetür zur „Öffnung“ einbauen. Lassen. Mal gucken ob wir uns das selbst zutrauen oder das mit Geld bewerfen. Zahnspange oder Schiebetür, Zahnspange oder Quooker, Zahnspange oder Badewanne… Ich mache nur Spaß. Wir kommen schon zurecht und werden auch gerade Zähne ermöglichen. Anyway. Morgen geht’s nach Hamar, aber davor geht’s nach Gardermoen, weil ich einen Transporter gemietet habe. Das fast kostet exakt genauso viel, wie entweder liefern lassen (aber dann erst Mittwoch) oder über den Möbelschweden einen Transporter für gerade mal vier Stunden mieten. Von den vier Stunden gehen alleine zwei fürs Fahren drauf, das ist echt ein bisschen viel Stress für meinen Geschmack. Gut, dass ich durch den Job ein bisschen im Mietwagengame bin und wir Norwegens größten Flughafen mit natürlich allen großen Mietwagenanbietern um die Ecke haben.

So, damit das alles aber auch zeitlich hinhaut, muss ich JETZT schlafen. Meines Wissens nach ist das sofort, unverzüglich.

Hier noch ein Bild vom Briefkasten, der so abgeranzt aussah, dass ich das Bedürfnis hatte ihn anzuzünden was daran zu tun. Pippi und ich haben uns mit Nagellack ans Werk gemacht, noch vor dem Urlaub, aber ich habe erst heute dran gedacht, ein Bild zu machen.

Tag 3671 – Putzeputz.

Sonntag (jetzt doch erst Sonntag, nicht morgen, auf Wunsch des Käufers) müssen wir das Haus übergeben und anders als in Deutschland reicht da nicht besenrein, sondern es muss so sauber sein, dass man aus jeder Ecke essen kann. Auch aus den Ecken hinterm Kühlschrank, aus den Ritzen vom Gummi der Spülmaschine und aus dem Kamin. Weil ich aber wirklich nicht mehr tagelang da rummachen will, haben wir heute 90% des noch zu tuenden Restes erledigt. Den Rest möchte ich gerne morgen Vormittag fertig machen. Alles, was danach noch kommt, ist Bonus, darunter fallen Aktivitäten wie noch mal Unkraut jäten und Rasen mähen. Ok, der Rasen müsste dringend gemäht werden, aber das darf der Käufer auch selbst machen. So.

Was ich gemacht habe heute, war den Rhabarber zu teilen. Im neuen Haus ist zwar ein Rhabarber hinter der Garage, aber ich habe da heute mal geguckt und der hat nur ein Blatt, vermutlich hält die Erde da nicht genug Wasser. Ich habe auch keine Johannisbeeren gesehen, vielleicht sind die auch gestorben. Ich werde also für den ausgebuddelten Teil „meines“ Rhabarbers ein schattiges, feuchtes Plätzchen suchen und dann Daumen drücken, dass er angeht, auch wenn es nicht die ideale Zeit ist, Rhabarber zu teilen.

(Also, ich habe auch sehr viel anderes gemacht, geschleppt und geputzt, aber das mit dem Rhabarber war nur für mich, weil ich das so wollte.)

Zwischendurch war ich noch mit Michel beim Kieferorthopäden, der… irgendwie aufgegeben hat? Also, der Überbiss von Michel ist jetzt auf ein okayes Maß reduziert, aber mit der losen Spange kommt man da jetzt nicht mehr weiter und… dann halt nicht, oder so. Sehr seltsam. Der Kieferorthopäde sagt, der Rest wäre auch eher kosmetisch (klingt teuer) und ob es überhaupt geht, ohne Zähne zu ziehen um mehr Platz zu machen, ist fraglich (klingt unschön). Der Kieferorthopäde sagt auch, mit dem Rest-Überbiss kann Michel leben und mit schiefen Zähnen auch, es sei halt die Frage, ob wir noch mehr machen *wollen* (klingt noch teurer). Michel möchte aber gerne gerade Zähne haben. Verständlicher Weise. Und er möchte das auch lieber jetzt, wo alle diverse Apparate im Mund haben, als irgendwann Mitte Zwanzig, wenn er Geld dafür zusammengespart hat. Auch das sehr verständlich. Aber seine Mutter möchte lieber gar nicht erst wissen, was eine zu hundert Prozent selbst bezahlte Zahnregulierung wohl kostet, wo schon die medizinisch notwendige echt viel Geld an Zuzahlungen gekostet hat. (Plus alle vier bis sechs Wochen ne halbe Stunde pro Weg das Kind durch die Gegend fahren.)

Seufz.

Jetzt lieber schnell schlafen, morgen muss noch mal gesaugt und gewischt werden.

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P.S. Die Batterie von meinem Fahrrad ist aufgetaucht, aber der Computer und der Schlüssel leider nicht.

Tag 3655 – Hurra, I guess.

Also das alte Haus ist verkauft. Der Käufer ist… vielleicht nicht die sympathischste Person der Welt. Oder ich mag Handeln halt einfach nicht. Oder beides. Jedenfalls ist das Haus jetzt verkauft und Übergabe ist bereits am 15., was wirklich gut ist so rein für unsere monatlichen Ausgaben. Außerdem klopfe ich mir WIRKLICH auf die Schultern, dass wir in der Hauruck-Aktion direkt geputzt haben, als käme morgen jemand und kaufte das Haus, weil wir das sonst ganz einfach nicht schaffen würden zwischen Urlaub und Übergabe. Und nee, Besenrein reicht nicht in Norwegen. Da ist eher so wie-geleckt-rein das was gilt.

Wir feierten das mit einer riesigen Portion moules/frites in einem der vielen Restaurants in diesem winzigen Kaff. Frankreich ist schon sehr anders, was die Restaurantdichte angeht, als Norwegen. Oder Dänemark. Bisher toppt Frankreich generell Dänemark in vielen Bereichen, moules et frites sind nur einer davon. Sagen Sie das Dänemark nicht, ja? Man will es sich ja nicht mit Nachbarn verscherzen.

Auch heute waren wir wieder am Strand, allerdings bei bewölktem Himmel und das war dann doch recht frisch im Wasser. Die Kinder buddelten ein sehr tiefes Loch und hatten, obwohl 3/4 Kindern zu Beginn gar nicht an den Strand wollten, dann doch sehr viel Spaß.

Baut einen zweiten Tunnel unter dem Ärmelkanal durch.

Tag 3650 – Grüße vom Boot!

Mal wieder Fähre. Es hat alles gut, wenn auch nicht stressfrei, geklappt. Alle Schlangen sind pappsatt, die Fische* haben einen Fütterungsautomaten bekommen, unser ehemaliger Nachbar kommt hin und wieder zum nach allen Tieren schauen und Blumen gießen. Wir haben jetzt Urlaub und das ist auch echt nötig, wenn auch komplett bescheuert und unnötiger Luxus und alles. Tjanun, ne?

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*haben auch grad sehr, sehr viel Nachwuchs. Ich hätte mir um den Nachwuchs beim Umzug gar nicht so Sorgen machen müssen, da wurde einfach mal noch so das Fünffache nachgelegt. (Aber auch davon abgesehen haben tatsächlich viele der da schon vorhandenen Babyfische den Umzug erstaunlich gut überstanden. Rausfangen war unmöglich, also mussten sie etwa eine Stunde lang in einer Pfütze aus brackigem Wasser klarkommen. Nur die Babies, die größeren Fische haben wir alle rausgeholt, aber die kleinen sind einfach zu klein. Aber im Gegensatz zu Guppys sind Platys quasi Ironman. Ironfish. Die machen all sowas klaglos mit.)

Tag 3646 – Bergauf.

Möglicherweise werde ich überleben. Es tut schon weniger weh als gestern und auch als heute Morgen und ich fühle mich auch nicht mehr ganz so Kacke.

Außerdem habe ich die ganze obere Etage im alten Haus jetzt fertig geputzt. Man sollte meinen, das ginge bei einem leeren Haus schnell, aber wenn man jeden Schrank von innen putzt und Decken und Wände erst staubsaugt und dann gegebenenfalls noch mal feucht reinigt, dauert das eben alles.

Aber dafür ist es oben jetzt verkaufsfertig. Da muss man, wenn noch mal Leute zum Gucken kommen, hinterher noch mal durchwischen, aber ansonsten ist alles zum Verkaufsstandard klinisch rein.

Tag 3643 und 3644 – Piep 3.

Es ist warm! Richtig warm. Morgen werden 31 Grad, das sind, nach einigen Jahren Norwegen, keine Temperaturen, bei denen ich mich noch bewege.

Allerdings habe ich ja auch keine Wahl, ne? Heute habe ich deshalb Badezimmerkram ausgepackt und verräumt. Gestern war es die Küche, plus meine Kleidung (in Teilen). In der Küche sind so viele Schränke, dass die Hälfte immer noch sehr luftig eingeräumt ist (vor allem, weil wir jetzt ja auch einen Vorratsraum UND einen Waschraum haben, also vieles muss gar nicht mehr in der Küche stehen). In den Kinderschlafzimmern sind große Einbauschränke. Aber unser Schrank ist viel zu klein. In unserem Bad ist auch zu wenig Platz. Das müssen wir alles noch ein bisschen hinpuzzeln. Aber das wird schon, ich habe schon verschiedene Ideen.

An der Erkältungsfront geht es gleichzeitig auf- und abwärts. Der Peak der eigentlichen Erkältung war wohl am Mittwoch und nachdem ich jetzt wieder schlafen kann, geht es mir eigentlich auch viel besser. Allerdings sind alle Nebenhöhlen zu. Ich bin immer mal wieder halb taub, bis es wieder knackt, dann geht es für kurz. Die rechte Kieferhöhle ist so verschleimt, dass es sich anfühlt, als würde mir der Phantomzahn (dessen Wurzel sehr nah an dieser Kieferhöhle verläuft) einfach bald mit einem lauten „PLOPP“ ausfallen. Zusammen mit dem Wetter macht diese Nebenhöhleninfektion das Arbeiten nicht einfacher. Alles mit Kopf runter geht nicht, alles im Hocken geht auch nicht. Ganz toll, spitzen Timing,

Genug gemeckert. Ab ins Bett. Gute Nacht!

Tag 3640 – 3642 – Piep 2.

Wir sind angekommen.

Das war sehr anstrengend. Zudem bin ich inzwischen sehr erkältet, da will man alles, aber nicht bei 30 Grad umziehen. Deshalb auch nur piep, ich muss so so dringend schlafen. Seit Tagen habe ich so vier, viereinhalb Stunden am Tag geschlafen, das reicht hinten und vorne nicht und dazu diese Erkältung… Aber jetzt ist das schlimmste geschafft. Wir sind da, die Betten stehen, der grüne Schrank steht, Fische und Schlangen haben alles gut überstanden, soweit wir bisher wissen, ist nichts zu Bruch gegangen. Natürlich war es viel mehr als gedacht (hoppla) und dafür zahlt man dann halt Lehrgeld beim Umzugsunternehmen. Für‘s nächste Mal: so 70 Kubikmeter kommen schon zusammen, wenn man dem Glauben schenkt, dass ein so ein Wagen 20 Kubikmeter fasst.

Dafür, dass ich mich fühle, als wäre ich vom Umzugslaster gleich mehrmals überrollt worden, finde ich das ganz beachtlich. Die eine inaktive Stunde war da, wo ich auf dem Sofa eingeschlafen bin, weil ich mich kurz mal hingesetzt habe.

Tag 3638 und 3639 – Piep.

Michel ist wieder da, schon seit gestern, und die Kinder haben ein wirklich beeindruckendes Konzert zum Abholen gespielt. Michel hatte die beste Zeit und ist total zufrieden, ein wesentlich ausgeglicheneres Kind.

Abends waren wir bei den Nachbarn eingeladen und da haben wir (alle Erwachsenen, fürchte ich) viel zu viel Weißwein getrunken und hatten aber wirklich einen schönen Abend. Heute war ich dann etwas langsamer als erwünscht.

Ansonsten Panik, wir ziehen ja quasi sofort schon um, Hilfe.

Eieieieiei Hilfe.

Tag 3637 – Zurück zum Kisten packen.

Langsam wird das mit dem Umzug konkreter. Es werden Verträge und Versicherungen gekündigt und neue abgeschlossen, ich habe mir den Termin vom Umzugsunternehmen noch mal bestätigen lassen und die Verkäuferin hat ein paar mal angerufen, ob wir diverse Möbel und Dinge behalten wollen oder sie die wegschmeißen sollen. Ich schwanke ehrlich gesagt zwischen „geht schon alles“ und totaler Überforderung hin und her. Leider werde ich immer sehr langsam, wenn ich überfordert bin, bis zu dem Punkt, an dem ich dann panisch einfach irgendwo anfange und mehr oder eher weniger strukturiert alles gleichzeitig erledige. Und dann bin ich am Ende zu Tode erschöpft, weil ich in diesem Panik-Modus viel mehr Energie lasse, als sein müsste (und Wege drei mal so oft gehe, wie ich eigentlich müsste, weil ich dann fahrig und unkonzentriert werde und dauernd irgendwas irgendwo vergesse oder liegen lasse). So ist das leider in meinem Gehirn, ich wünschte, ich könnte das abstellen und Dinge einfach machen ohne dieses Rumgeeier vorher, aber nein. Und Herr Rabe ist krank.

Heute habe ich immerhin drei Kisten gepackt und mich von meiner Sammlung von 2 Jahren Nature-Heften getrennt. Als ich das Taj Mahal eingepackt habe, ist mir leider die Kuppel runtergefallen und zerschellt, ich hoffe, ich habe alle Teile gefunden und nichts ist zwischen die Terrassenplanken gefallen, weil die Terrassentür offen stand. Wir werden es sehen. Und wir werden einiges an Lego aus größeren Stücken wieder zusammen setzen können im neuen Haus. Wir haben ECHT viel Lego. Das heute war ja auch nur ein Teil, einiges ist bereits im Lager.

Heute wurde außerdem das Geld für das neue Haus an die Maklerin überwiesen. Das ist also auch unterwegs jetzt. Jetzt haben wir erst mal ganz viele Schulden, bis das alte Haus verkauft ist. Dann haben wir wieder nur noch normal viele Schulden.

Michel meldet sich gar nicht, vielleicht ist sein Telefon kaputt? Oder er hat die beste Zeit seines Lebens. Oder beides. Ich hoffe zumindest, dass er einfach zu beschäftigt mit anderen Dingen ist, um seiner Mama zu schreiben.

Tag 3619 – Blöd alles.

Blöden Kacktag bei der Arbeit gehabt. Haus nicht verkauft. (Allerdings hatte der potentielle Käufer wohl davon gefaselt, um den Garten rum ganz viel Thuja zu pflanzen, damit bloß keine Nachbarn reingucken können und das fände ich dann doch ziemlich herzbrechend, da grabe ich den Holunder doch noch aus vorher.)

Abends einen ziemlichen Haufen Geld für Kinderunterwäsche ausgegeben und dann noch neue Brillen geordert. Hilft ja alles nichts.

Michel will seine Haare schneiden, wegen Gruppendruck von seinen Kumpels, in etwas, das ich pottenhässlich finde (einen Wolf Cut, ich finde das sieht aus wie nicht oder schlecht geschnitten). Ich würde das gerne verhindern, aber das wäre vermutlich schlechte Elternschaft. Außerdem geht man echt lange in den Knast für prophylaktische Serienmorde an sämtlichen norwegischen Friseur*innen.

Schön war, mit Herrn Rabe eine Folge The Residence zu gucken, das ist eine ganz schöne Serie auf Netflix. Man lernt dort viel über Vögel.

Gucken Sie mal, wie schön der Holunder blüht!

Leider gibt es keine Geruchsfotos, aber der Busch duftet meterweit.