Tag 3687 – Planleggingsdag.

Ich hatte heute bei der Arbeit nicht so viel zu tun, aber ich habe ausreichend Flexizeit. Gleichzeitig habe ich gestern nicht geschafft, zum Friseur (bei der Drop-In-Kette) zu gehen und das Gartencenter mit den auf norwegische Verhältnisse angepassten Pflanzen hat immer nur bis 17 Uhr, Samstags nur bis 15 Uhr auf. Wenn man hier was pflanzen will, sollte man das jetzt echt langsam machen, sonst geht es im Winter tot. Long Story Short – Ich fuhr heute mitten am Tag nach Jessheim, erst zum Gartencenter, dann zum Friseur. Im Gartencenter wohnte ich erst am Telefon Herrn Rabes Versuch, Karten für System of a Down zu bekommen, bei und leistete moralischen Support. Dann kaufte ich leicht impulsiv nicht nur einen (tiny!) Holunderstrauch, sondern auch einen Flieder und eine Clematis in lila. Was soll eine auch machen, wenn alles im Angebot ist? (Ja, ich weiß, nichts kaufen.)

Friseur ging dann auch ganz fix. Die heutige Friseurin war etwas grob, aber ansonsten gut. Jetzt ist alles wieder kurz. Weil aber fast alles von der vorherigen Färbung dabei abgeschnitten wurde, habe ich zu Hause noch blondiert. Erfolgreich. Morgen kommt dann pink drauf und dann bin ich wieder fresh und hip. Heute bin ich nur mittelhip und meine Kopfhaut juckt.

Tag 3674 – Axt.

Der Tag begann mit Streit. Ich bin der schlechteste Mensch der Welt, ist mein Schluss daraus. Gefühllos und herzlos und egozentrisch. Tja. Aber irgendwohin muss so Selbsthass ja, also wollte ich endlich den Rhabarber einpflanzen (Rhabarber überlebt echt erstaunlich gut nackt, ohne Erde, in einem Eimer). Aber dazu musste ich erst mal eine Ecke freiroden. Da passte es gut, dass ich gestern eine sehr große Astschere gekauft habe, weil wir den Wilden Wein die selbstkletternde Jungfernrebe für den Dachdecker vom Garagendach entfernen mussten. Das hat btw Michel gemacht. Schon praktisch, so große Kinder. Ich weiß jetzt auch, dass man im Normalfall in Europa keine Angst vor Mauerbegrünung haben muss und „Das sprengt das Gemäuer auf!“ ein Ammenmärchen ist, speziell bei Wein und Jungfernrebe und anderen Gewächsen, die Haftscheiben haben. Manche Schlingpflanzen können Regenrohre erwürgen und so, das ist dann schon ungünstig. Aber die Jungfernrebe tut gar nichts, außer hübsch aussehen und die Mauern kühl halten. Selbst vor Efeu muss man wohl weit weniger Angst haben, als man gemeinhin hat.

Anyway, ich habe heute sehr viel die Astschere benutzt. In meiner Wut und meinem Frust habe ich den halben Garten und den ganzen Wendeplatz vor der Garage freigerodet und mir sogar irgendwann eine Säge geholt um noch besser unerwünschtes Gestrüpp entfernen zu können – und weil ich die Axt nicht gefunden habe. Eine fette Kreuzspinne wurde dabei obdachlos, dass ich eine ausladende Bergfichte (?) komplett weggerodet habe. Ich habe noch ein bisschen die Jungfernrebe beschnitten, einen der hier überall wie die Pest wachsenden Bäume gefällt (der war schon deutlich über zwei Meter hoch) und zwei riesige Büsche unbekannter Art auf die Hälfte reduziert. Plus überall so invasive Arten und nervige Wucherpflanzen wie Himbeeren und Stachelbeeren rausreißen. Zum Glück haben wir ein großes Grundstück mit einem zu nichts sonst gutem, steilen Hang. Das ist jetzt mehr so ein Bio-Landfill. Aber viele Arten mögen ja totes Holz, sowohl als Essen als auch als Zuhause.

Danach war ich dreckig und schweißgebadet und hungrig und roch ein bisschen interessant. Nach Pizza von gestern und einer Dusche ging es viel besser. Mit dem Teilergebnis von heute bin ich auch zufrieden. Morgen geht es vielleicht weiter. Wütend im Garten Sachen wegschneiden ist wesentlich besser, als beim Anblick von Kisten in Tränen ausbrechen.

Der Rest des Tages ging für Einkaufen, mit Nachbarn reden, Pippi ins Bett verfrachten etc drauf. Ich bin echt platt jetzt.

Tag 3610 – Garten.

Wir haben heute noch mal das neue Haus besucht und dabei die Verkäufer kennengelernt. Sie sind sehr nett. Und was ich beim ersten, einzigen, kurzen Besuch übersehen hatte: es gibt

  • Schwarze Johannisbeeren
  • Rote Stachelbeeren
  • Jede Menge Walderdbeeren
  • Jede Menge Blaubeeren
  • Himbeeren
  • Rote Johannisbeeren
  • Rhabarber

Alles auf dem Grundstück. Und einen wunderschönen, riesigen Rhododendron. Ich wette, im Herbst gibt es auch Pilze, das Waldgebiet, in dem ich oft Pilze sammeln gehe, ist ja direkt hinterm Haus. Außerdem sind da noch ein paar Hochbeete, die man mal mit Erde füllen müsste und dann kann man da mit wenig Arbeit noch viel mehr pflanzen, zum Beispiel mehr Erdbeeren oder einen Teil von „meinem“ Rhabarber. Und einen Platz für einen Holunderstrauch finden wir sicher auch. Das wird fein.

Davon angespornt habe ich fertig Unkraut gejätet. Ich habe vieles, aber nicht alles, wegbekommen, aber es muss ja nur Mittwoch kurz gut aussehen. Ein paar Grashalme stehen halt noch und Baby-Disteln und Baby-Ringelblumen sehen halt auch sehr ähnlich aus, da habe ich bestimmt noch einiges übersehen. Aber jetzt sieht es wieder ordentlich(er) aus. Im Kräuterbeet habe ich auch den alles überwuchernden Estragon ordentlich ausgedünnt, jetzt sieht auch das wieder ganz ok aus. Halt mehr so Darwin als englischer Garten, weil im Kräuterbeet Schnittlauch, Oregano und eben Estragon einen erbitterten Kampf um die Ressourcen führen, aber ich mag es so. Im Beet nebenan passiert das gleiche mit Erdbeeren und Pfefferminze. Ansonsten müssen die Käufer Koriander mögen, der hat das Gewächshaus komplett eingenommen.

Hier ein Bild, weshalb ich den Holunder nicht ausgraben werde.

Kaum zu glauben, dass der vor 6 Jahren so ein kleines Stöckchen war.

Ich bin außerdem sehr zufrieden, dass der Garten alles gibt, um Mittwoch alles herzuzeigen, was er kann. Der Holunder blüht jetzt gerade fast, die Pfingstrosen blühen fast, der Schnittlauch blüht wie bekloppt (ähäm, ja, ich weiß, dass der das nicht soll. Aber die Blüten sind so hübsch und die Hummeln mögen die auch sehr gerne). Die Zierdistel blüht fast, die gelbe Blume und die blaue Blume an der Einfahrt blühen beide (auch wenn ich nicht weiß, was sie sind, aber sie sind hübsch). Die ersten Erdbeeren werden rot, der Johannisbeerstrauch und der Stachelbeerstrauch sind voller Beeren. Ich denke, am Mittwoch wird das alles super aussehen.

Hach.

Das war alles so schön heute, ich habe sogar alle Spinnen, die ich in meiner Jäterei aufgeschreckt habe, einfach ignoriert. Und da waren ein paar Oschis dabei.

Tag 3562 – Tanzshow und Rest vom Wochenende.

Heute hatte Pippi ihre Tanzaufführung und meine Güte, ist die groß geworden. Ich habe leider davon kein vernünftiges Foto machen können, weil die Zappelmaus ständig herumhampelt, aber mit so einem strengen Ballett-Dutt und einem Trägertopp mit Strickjäckchen drüber sieht sie einfach aus, wie ein richtiges Ballettmädchen. Da ich ihr außerdem meinen langen Hals vererbt habe und sie alterstypisch eigentlich nur aus Armen und Beinen besteht, nochmal extra doll. Natürlich hat sie auch am allerbesten von allen getanzt, da bin ich selbstverständlich ganz neutral und objektiv.

Was sie tatsächlich ist, ist die größte in ihrer Gruppe. Aber es steht ja auch an, dass sie die Gruppe wechselt, weil sie nach dem Sommer ja schon in die 5. Klasse geht. Meine Güte, wo ist die Zeit geblieben, die war doch neulich noch so (hier Andeutung von irgendwas in Oberschenkelhöhe vorstellen).

Ich sehe schon kommen, dass wir zum nächsten Semester schon wieder neue Ballettsachen kaufen müssen, weil sie da einfach rauswächst.

Auch der Rest der Show war sehr gut. Die haben da schon wirklich gute Tänzerinnen in der Ballettschule. Und eine nicht mal volle Hand Jungs, alle im HipHop und alle noch unter 12. Eine Schande.

Danach machten wir, also Herr Rabe und ich, Wochenenddinge, wie Sport, Bandprobe und Wechseln des Aquarienwassers. Wie immer halt.

Eine weitere wirklich gute Nachricht: der Frühling ist da. Besorgniserregend früh und viel zu trocken, Klimakrise sei dank, aber dass man ohne Winterjacke raus kann und alles wieder grün wird und die Vögel singen kann mich ja trotzdem freuen. Die dicken Hummeln sind auch wieder unterwegs (und sterben unter Linden, das macht mich traurig, warum sind Hummeln so dumm?). Ehrlich gesagt freue ich mich zu dieser Zeit über jedes Zeichen von Leben, selbst über die dicken Spinnen, die sich jetzt wieder auf den Terrassenplanken sonnen. (Solange die draußen bleiben, können die auch unter der Terrasse wohnen, da bin ich ja großzügig. Ich hätte nur gerne so nen Spinnen-Bannkreis etwa auf der Schwelle der Terrassentür.) Gartentechnisch bin ich gespannt, ob ich dieses Jahr die Weide zu starb beschnitten habe, auch wenn Herr Rabe sagt, das sei quasi nicht möglich.

Tag 3256 und 3257 – Bsssbssss.

Oh toll, in 7 Stunden muss ich im Zug sitzen. Naja, Kaffee wird’s schon richten, ne?

Dafür hab ich Geige gespielt, statt es sein zu lassen, und das ist auch gut. Schlafen wäre sicher besser, aber mir macht das Spielen grad sehr viel Freude. Also noch mehr als sonst irgendwie. Ich weiß auch nicht, woran das liegt, außer dass ich merke, wie viel besser ich geworden bin. Gestern habe ich geschafft, dass ich selber Gänsehaut beim Spielen bekommen habe. Nun ist das Accolay Violin Concerto in a Moll da auch dankbar, aber da habe ich mir vor zwei Jahren einigermaßen einen dran abgebrochen und jetzt habe ich so viel mehr Kontrolle und kann dann auch viel mehr loslassen und Spaß haben. Ich habe auch eine Etüde von vor zwei Jahren wieder ausgegraben und auch da – viel besser und dann auch mehr Spaß.

Ansonsten war auch nur eine Sache: wir haben gestern ein Wespennest unter der Terrasse gefunden. Das ist nicht akzeptabel. Bei aller Liebe zu Insekten und Natur und all dem. Jetzt geht es sogar noch, es sind wenige und sie sind friedlich, aber bis zum Ende des Sommers sind sie dann viele und Wespen haben nun mal die Tendenz, ziemlich aggro zu werden, wenn die Pflaumenkuchensaison losgeht. Früher hatte ich panische Angst vor Wespen, das haben aber zwei Jahre Arbeit im Biergarten kuriert. Gestern dachte ich tatsächlich an die armen Tiere und ob es wohl möglich wäre, sich mit einem Haufen Wespen unter der Terrasse (genau unterm Esstisch) zu arrangieren. Aber nein. Kammerjäger ist bereits kontaktiert, die Wespen sind angezählt. Keine Ahnung, wie die die da weg kriegen wollen, ich habe geschrieben, dass das Nest unter den Terrassenplanken ist und wir das nicht weg kriegen (selbst, aber ganz ehrlich: als ob ich freiwillig da selbst Hand anlegen würde!) ohne Planken zu entfernen. Der aufgerufene Preis ist aber dafür echt ok und es ist auch kein Kostenvoranschlag, sondern ein „das kostet soundosviel“-Preis.

Unter der Terrasse wohnt sicher noch anderes Gruselzeug, unter anderem die dicken Hausspinnen wohnen da ganz sicher, die sieht man nämlich oft, wenn sie sich auf den Terrassenplanken sonnen. Aber draußen können die von mir aus sein, da gilt für mich eigentlich leben und leben lassen. Mit der Einschränkung: keine aggressiven Stechinsekten dort, wo ich und Pippi gerne und häufig barfuß laufen. Und wo wir gerne essen würden, wenn das Wetter es zulässt.

Tag 3255 – Garten und Küche.

Whoopsiedaisies, so spät schon. Potzblitz.

Heute aber ungefähr alles gemacht, was anstand. Vor allem im Garten. Und dann in der Küche. Denn was man erntet, das muss man auch verarbeiten.

Der Strauch nach dem Ernten. Es sind definitiv noch genug Blüten für die Hummeln und Bienen da.

Schon länger keinen Schmetterling mehr gesehen. Tjaja, wir schaffen es noch, alles Getier auszurotten.

Aus den Holunderblüten mache ich Sirup.

Rhabarber muss man vor Sankthans ernten und das ist morgen. Nach 5 Jahren hat der Rhabarber endlich richtige Rhabarbergröße.

Aus dem Rhabarber wurde ein Kuchen. Einiges an Rhabarber ist auch noch an der Pflanze, vielleicht ernte ich den doch noch später und mache mit Erdbeeren Marmelade draus.

Herr Rabe hat auch geerntet. Die haben wir aber einfach gleich gegessen.

Ansonsten habe ich Unkraut in diversen Beeten gejätet und Himbeeren aus dem Hochbeet gerupft, wo sie nicht hingehören. Das ist aber alles sehr schön und freut mich sehr, dass alles so grün ist und wächst und gedeiht, größtenteils ohne dass man irgendwas machen muss. Halt ab und an mal Unkraut jäten, weil sonst irgendwann nur noch Disteln und Huflattich und Hahnenkraut (?) überall wachsen. Und Himbeeren, Oregano und Estragon, aber das ist ja unsere eigene Schuld.

Herr Rabe hat Lupinen und anderes Unkraut an der Straßenseite der Hecke gerodet. Mülltrennung bei Unkraut: die Lupinen dürfen nicht in den Gartenabfall, die sind eine invasive Art und auf einer schwarzen Liste. Also hat Herr Rabe die fein säuberlich in Säcke verpackt und wir müssen die in den Verbrennungsabfall bringen. Lupinen sind ja hübsch, aber echt eine Pest, die alles andere verdrängt. Auch wenn ich auf einen epic battle zwischen Himbeeren und Lupinen gespannt wäre, entfernen wir beides einfach rigoros. Himbeeren eben überall AUSSER in der einen Ecke vom einem Beet, wo sie sein dürfen, Lupinen tatsächlich überall. In den 80ern hatte wohl Statens vegvesen die brillante Idee, Autobahnhänge mit (importierten) Lupinen zu bepflanzen, gegen Bodenerosion, und seither haben die sich hier überall ausgebreitet, sind für heimische Insekten unnütz und für andere Pflanzen ein ziemlich mächtiger Konkurrent. Weg damit. Da kann man auch nichts essbares draus machen, also doppelt weg damit.

Tag 3237 – Es regnet.

Es war jetzt drei Wochen lang Sommer, nahezu so Sommer wie es hier eben Sommer wird, und perfektes Wetter für so Leute wie mich, die es nicht zu warm mögen, aber auch nicht frieren wollen. Den Garten haben wir leider trotzdem ein bisschen vernachlässigt, weil einfach immer was war. Heute war aber Regen ab nachmittags angesagt und deshalb haben wir heute ein bisschen reingehauen. Herr Rabe hat die Hecke gepflegt (tote und halbtote Zweige rausgeschnitten und insgesamt ein bisschen ausgedünnt, weil die so dicht gesetzt ist, dass sie nicht vernünftig wächst) und ich habe eine sehr, sehr volle, große Ikea-Tüte voll unerwünschter Pflanzen aus dem Blumenbeet entfernt. Teilweise mit Pippis Hilfe, die sehr gründlich alle Pflanzen der Gattung Weiß-nicht-was-das-ist-aber-es-gehört-hier-nicht-hin rausgezogen hat. Jetzt haben die erwünschten Pflanzen wieder Licht, Nährstoffe und Platz zum Wachsen. Also, außer dass der Holunder so ein Monstrum von Busch geworden ist, dass man im Beet jetzt eher Schatten liebende Pflanzen haben sollte.

Hier erst ein Bild vom blühenden Schnittlauch, dann ein Käfer mit sehr langen Fühlern.

Es kommt auch immer alles aus den Ritzen da.

Und am Nachmittag regnete es dann auch tatsächlich. Also eigentlich gewitterte es, mit Blitz, Donner, sehr viel sehr plötzlichem Wind, und sogar ein bisschen Hagel (aber harmlosem, nicht Pflanzen schreddernder). Das mag ich ja sehr, so ein Sommergewitter. Hach.

Es soll auch nicht wesentlich kühler werden in den nächsten Tagen. Nur mal etwas mehr (als… gar nicht) regnen. Das ist schon ganz ok so.

Tag 3117 – Von Ziegendung und sonst nicht viel.

Eigentlich war hier heute nichts los. Und weil das so langweilig ist, haben Herr Rabe und ich spontan ein Arrangement besucht, bei dem ein Bekannter von uns (der Grünen-Ø.) in dem kleinen Café am Bahnhof, das er und zwei weitere Bekannte von uns (der Mann der Nähmutter und der Vater von B.) übernommen haben, über seinen Gemüsegarten erzählt hat. Man konnte dabei auch Samen kaufen, aber das kann man da in dem Café eh immer, genau wie Schnittmuster und Schallplatten von der Band vom Vater von B. Das war eine lustige und ungezwungene Veranstaltung, bei dem man bei gutem Kaffe in der Hand einiges über die lokalen Böden und alle Fehler, die Ø. über die Jahre so gemacht hat, erfahren konnte. Wirklich interessant. Ich teile die Einschätzung, dass Kohl (und alles was Kohlartig ist) wegen der Kohlfliegen ein ziemlicher Aufriss ist, der sich eigentlich eher nicht lohnt, und ich teile auch die Erfahrung, dass man enthusiastisch 8 Zucchini-Planzen aussäht, die dann alle keimen, man es nicht übers Herz bringt, die meisten zu entsorgen und dann halt alle Nachbarn, Familie, Kolleg*innen und entfernte Bekannte mit Zucchini versorgen kann, bis es allen zum Hals raushängt. Ich glaube, den Fehler macht jede*r irgendwann mal. Ansonsten haben wir aus dem Vortrag mitgenommen, dass wir am besten jetzt erst mal ein paar Ziegen anschaffen, und ein Café, damit wir mit dem Ziegendung und dem Kaffeprütt unsere Erde pflegen können. Alternativ können wir bei Ø. Ziegendung und im Café Kaffeprütt abholen, Eimerweise, kein Problem, ganz großzügig. Aber zuallererst müssen Herr Rabe und ich überhaupt erst mal entscheiden, was wir überhaupt pflanzen wollen. Wir haben sogar ganz diszipliniert nicht direkt 20 Sorten Samen gekauft, sondern – keine. Unser Garten ist ja auch recht klein und liegt zu einer Seite komplett im Schatten und zur anderen komplett in der Sonne. Im einen Palettenbeet regieren die Erdbeeren und im anderen versuchen wir es jedes Jahr aufs Neue mit diversen Kräutern, von denen die Hälfte wuchert wie Unkraut und die andere Hälfte eingeht. Das geht sicher besser, wir müssen uns nur entscheiden und dann auch dran bleiben.

Tag 2893 – Dies und das.

War heute das vermutlich letzte mal vor meinem Urlaub im Büro. Seltsam. Habe die Lieblingskollegin gezwungen, mit mir Eis zu essen. Das war schön. (Drehe ansonsten weiter am Rad wegen Korea, aber was soll man machen, es wird ja so oder so passieren und dann irgendwie laufen.)

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Michel ging es heute schon viel besser, er hatte sich ja gestern auch sehr gründlich entladen. Auch das sehr ähnlich wie bei mir.

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Pippi hat am Samstag noch einen Tanzauftritt. Heute war Generalprobe dafür und – die sind ja schon sehr niedlich, diese Kleinen. Der Trainerin gebührt allerdings aller Respekt der Welt, so eine Horde kleiner Mädchen im Blick haben, ist echt nicht ohne und wäre absolut nichts für mich. Pippi freut sich sehr auf die Aufführung und hat mir vor und nach der Probe diverse Knöpfe an die Backe gelabert und dazwischen gesungen.

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Herr Rabe fährt (naja, fliegt) morgen mit seiner Arbeit auf die Färöer-Inseln. Der freut sich darauf auch. Außerdem hat er gestern den zweiten Platz beim Mario Cart-Tournier gewonnen, während ich bei der Arbeit so Sachen bespreche wie „Anträge richtig ablehnen“ und „Was ist eine sinnvolle Bußgeldhöhe“. Mir scheint, einer von uns hat den lustigeren Job.

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Es ist so warm. Ich meckere nicht darüber, aber ich meckere darüber, dass es auch so furchtbar trocken ist und ein paar Pflanzen und der Rasen schon leichte Ermüdungserscheinungen zeigen. Klimawandel, so schön.

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Der Geigenlehrer hat mir ein neues Stück gegeben. Jetzt übe ich das Presto aus der 1. Violinsonate von Bach, das ist gleichzeitig überraschend leicht (man bricht sich dabei gar nicht die Finger, faszinierend) und erwartet schwer (2 Seiten in gleichmäßigen, schnellen Sechzehnteln rauf und runter dudeln und es wie Musik klingen lassen ist nichts für Feiglinge). Es geht einfach immer noch ein bisschen weiter, noch mal 8 Takte, nochmal 4, und nochmal acht und dann, etwas überraschend in dem ganzen Fluss, zwei Schlussakkorde. Ta-Taaaa!

Tag 2890 – Beware of the pølse.

Die Kinder haben sich, genau wie der Rest des Korpses, eine klitzekleine Lebensmittelvergiftung vom Ausflug mitgebracht. Hoppala. Immerhin nicht ganz so schlimm wie manche andere, aber auch nicht gut. Man geht davon aus, dass was an der letzten Raststätte, an der sie auf dem Rückweg waren, nicht gut war. Ich hoffe, die Raststätte ist informiert.

Außer Kindern mit Magenverstimmung war nix los außer Arbeit. Süd-Norwegen bereitet sich auf eine kleine Hitzewelle mit über 30 Grad vor. Ich habe ungute Backflashes zu 2018, als wir das Haus mitsamt komplett totem Garten kauften, weil wegen Dürre verboten war, Trinkwasser zum Gießen zu benutzen (oder zum Füllen von Planschbecken und Pools, oder zum Auto waschen). Noch dürfen wir gießen, aber nicht mehr mit dem Schlauch, sondern nur noch mit Kannen – damit keiner stundenlang seinen Rasen sprengt. Wir machen über Nacht heimlich den Sickerschlauch an, weil das viel weniger Wasser verschwendet als einmal ne Kanne Wasser auf die Erde zu kippen, von der dann 90% sofort versickert. Würden wir auch nicht machen, wenn man wirklich gar nicht mehr wässern dürfte, aber noch darf man ja so halb. Anderenorts darf man nur noch 2 Tage die Woche gießen, an welchen richtet sich nach der Hausnummer. Norwegische Kommunen sind kreativ, was das Sparen von Wasser angeht.

Passend dazu sieht unser Apfelbaum gar nicht gut aus. Nur ein Ast hat ausgetrieben. Die restlichen Äste sind unter der Rinde zwar noch grün, aber treiben nicht aus. Es ist ein recht trauriger Anblick.

Meh.