Tag 3255 – Garten und Küche.

Whoopsiedaisies, so spät schon. Potzblitz.

Heute aber ungefähr alles gemacht, was anstand. Vor allem im Garten. Und dann in der Küche. Denn was man erntet, das muss man auch verarbeiten.

Der Strauch nach dem Ernten. Es sind definitiv noch genug Blüten für die Hummeln und Bienen da.

Schon länger keinen Schmetterling mehr gesehen. Tjaja, wir schaffen es noch, alles Getier auszurotten.

Aus den Holunderblüten mache ich Sirup.

Rhabarber muss man vor Sankthans ernten und das ist morgen. Nach 5 Jahren hat der Rhabarber endlich richtige Rhabarbergröße.

Aus dem Rhabarber wurde ein Kuchen. Einiges an Rhabarber ist auch noch an der Pflanze, vielleicht ernte ich den doch noch später und mache mit Erdbeeren Marmelade draus.

Herr Rabe hat auch geerntet. Die haben wir aber einfach gleich gegessen.

Ansonsten habe ich Unkraut in diversen Beeten gejätet und Himbeeren aus dem Hochbeet gerupft, wo sie nicht hingehören. Das ist aber alles sehr schön und freut mich sehr, dass alles so grün ist und wächst und gedeiht, größtenteils ohne dass man irgendwas machen muss. Halt ab und an mal Unkraut jäten, weil sonst irgendwann nur noch Disteln und Huflattich und Hahnenkraut (?) überall wachsen. Und Himbeeren, Oregano und Estragon, aber das ist ja unsere eigene Schuld.

Herr Rabe hat Lupinen und anderes Unkraut an der Straßenseite der Hecke gerodet. Mülltrennung bei Unkraut: die Lupinen dürfen nicht in den Gartenabfall, die sind eine invasive Art und auf einer schwarzen Liste. Also hat Herr Rabe die fein säuberlich in Säcke verpackt und wir müssen die in den Verbrennungsabfall bringen. Lupinen sind ja hübsch, aber echt eine Pest, die alles andere verdrängt. Auch wenn ich auf einen epic battle zwischen Himbeeren und Lupinen gespannt wäre, entfernen wir beides einfach rigoros. Himbeeren eben überall AUSSER in der einen Ecke vom einem Beet, wo sie sein dürfen, Lupinen tatsächlich überall. In den 80ern hatte wohl Statens vegvesen die brillante Idee, Autobahnhänge mit (importierten) Lupinen zu bepflanzen, gegen Bodenerosion, und seither haben die sich hier überall ausgebreitet, sind für heimische Insekten unnütz und für andere Pflanzen ein ziemlich mächtiger Konkurrent. Weg damit. Da kann man auch nichts essbares draus machen, also doppelt weg damit.

Tag 3237 – Es regnet.

Es war jetzt drei Wochen lang Sommer, nahezu so Sommer wie es hier eben Sommer wird, und perfektes Wetter für so Leute wie mich, die es nicht zu warm mögen, aber auch nicht frieren wollen. Den Garten haben wir leider trotzdem ein bisschen vernachlässigt, weil einfach immer was war. Heute war aber Regen ab nachmittags angesagt und deshalb haben wir heute ein bisschen reingehauen. Herr Rabe hat die Hecke gepflegt (tote und halbtote Zweige rausgeschnitten und insgesamt ein bisschen ausgedünnt, weil die so dicht gesetzt ist, dass sie nicht vernünftig wächst) und ich habe eine sehr, sehr volle, große Ikea-Tüte voll unerwünschter Pflanzen aus dem Blumenbeet entfernt. Teilweise mit Pippis Hilfe, die sehr gründlich alle Pflanzen der Gattung Weiß-nicht-was-das-ist-aber-es-gehört-hier-nicht-hin rausgezogen hat. Jetzt haben die erwünschten Pflanzen wieder Licht, Nährstoffe und Platz zum Wachsen. Also, außer dass der Holunder so ein Monstrum von Busch geworden ist, dass man im Beet jetzt eher Schatten liebende Pflanzen haben sollte.

Hier erst ein Bild vom blühenden Schnittlauch, dann ein Käfer mit sehr langen Fühlern.

Es kommt auch immer alles aus den Ritzen da.

Und am Nachmittag regnete es dann auch tatsächlich. Also eigentlich gewitterte es, mit Blitz, Donner, sehr viel sehr plötzlichem Wind, und sogar ein bisschen Hagel (aber harmlosem, nicht Pflanzen schreddernder). Das mag ich ja sehr, so ein Sommergewitter. Hach.

Es soll auch nicht wesentlich kühler werden in den nächsten Tagen. Nur mal etwas mehr (als… gar nicht) regnen. Das ist schon ganz ok so.

Tag 3117 – Von Ziegendung und sonst nicht viel.

Eigentlich war hier heute nichts los. Und weil das so langweilig ist, haben Herr Rabe und ich spontan ein Arrangement besucht, bei dem ein Bekannter von uns (der Grünen-Ø.) in dem kleinen Café am Bahnhof, das er und zwei weitere Bekannte von uns (der Mann der Nähmutter und der Vater von B.) übernommen haben, über seinen Gemüsegarten erzählt hat. Man konnte dabei auch Samen kaufen, aber das kann man da in dem Café eh immer, genau wie Schnittmuster und Schallplatten von der Band vom Vater von B. Das war eine lustige und ungezwungene Veranstaltung, bei dem man bei gutem Kaffe in der Hand einiges über die lokalen Böden und alle Fehler, die Ø. über die Jahre so gemacht hat, erfahren konnte. Wirklich interessant. Ich teile die Einschätzung, dass Kohl (und alles was Kohlartig ist) wegen der Kohlfliegen ein ziemlicher Aufriss ist, der sich eigentlich eher nicht lohnt, und ich teile auch die Erfahrung, dass man enthusiastisch 8 Zucchini-Planzen aussäht, die dann alle keimen, man es nicht übers Herz bringt, die meisten zu entsorgen und dann halt alle Nachbarn, Familie, Kolleg*innen und entfernte Bekannte mit Zucchini versorgen kann, bis es allen zum Hals raushängt. Ich glaube, den Fehler macht jede*r irgendwann mal. Ansonsten haben wir aus dem Vortrag mitgenommen, dass wir am besten jetzt erst mal ein paar Ziegen anschaffen, und ein Café, damit wir mit dem Ziegendung und dem Kaffeprütt unsere Erde pflegen können. Alternativ können wir bei Ø. Ziegendung und im Café Kaffeprütt abholen, Eimerweise, kein Problem, ganz großzügig. Aber zuallererst müssen Herr Rabe und ich überhaupt erst mal entscheiden, was wir überhaupt pflanzen wollen. Wir haben sogar ganz diszipliniert nicht direkt 20 Sorten Samen gekauft, sondern – keine. Unser Garten ist ja auch recht klein und liegt zu einer Seite komplett im Schatten und zur anderen komplett in der Sonne. Im einen Palettenbeet regieren die Erdbeeren und im anderen versuchen wir es jedes Jahr aufs Neue mit diversen Kräutern, von denen die Hälfte wuchert wie Unkraut und die andere Hälfte eingeht. Das geht sicher besser, wir müssen uns nur entscheiden und dann auch dran bleiben.

Tag 2893 – Dies und das.

War heute das vermutlich letzte mal vor meinem Urlaub im Büro. Seltsam. Habe die Lieblingskollegin gezwungen, mit mir Eis zu essen. Das war schön. (Drehe ansonsten weiter am Rad wegen Korea, aber was soll man machen, es wird ja so oder so passieren und dann irgendwie laufen.)

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Michel ging es heute schon viel besser, er hatte sich ja gestern auch sehr gründlich entladen. Auch das sehr ähnlich wie bei mir.

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Pippi hat am Samstag noch einen Tanzauftritt. Heute war Generalprobe dafür und – die sind ja schon sehr niedlich, diese Kleinen. Der Trainerin gebührt allerdings aller Respekt der Welt, so eine Horde kleiner Mädchen im Blick haben, ist echt nicht ohne und wäre absolut nichts für mich. Pippi freut sich sehr auf die Aufführung und hat mir vor und nach der Probe diverse Knöpfe an die Backe gelabert und dazwischen gesungen.

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Herr Rabe fährt (naja, fliegt) morgen mit seiner Arbeit auf die Färöer-Inseln. Der freut sich darauf auch. Außerdem hat er gestern den zweiten Platz beim Mario Cart-Tournier gewonnen, während ich bei der Arbeit so Sachen bespreche wie „Anträge richtig ablehnen“ und „Was ist eine sinnvolle Bußgeldhöhe“. Mir scheint, einer von uns hat den lustigeren Job.

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Es ist so warm. Ich meckere nicht darüber, aber ich meckere darüber, dass es auch so furchtbar trocken ist und ein paar Pflanzen und der Rasen schon leichte Ermüdungserscheinungen zeigen. Klimawandel, so schön.

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Der Geigenlehrer hat mir ein neues Stück gegeben. Jetzt übe ich das Presto aus der 1. Violinsonate von Bach, das ist gleichzeitig überraschend leicht (man bricht sich dabei gar nicht die Finger, faszinierend) und erwartet schwer (2 Seiten in gleichmäßigen, schnellen Sechzehnteln rauf und runter dudeln und es wie Musik klingen lassen ist nichts für Feiglinge). Es geht einfach immer noch ein bisschen weiter, noch mal 8 Takte, nochmal 4, und nochmal acht und dann, etwas überraschend in dem ganzen Fluss, zwei Schlussakkorde. Ta-Taaaa!

Tag 2890 – Beware of the pølse.

Die Kinder haben sich, genau wie der Rest des Korpses, eine klitzekleine Lebensmittelvergiftung vom Ausflug mitgebracht. Hoppala. Immerhin nicht ganz so schlimm wie manche andere, aber auch nicht gut. Man geht davon aus, dass was an der letzten Raststätte, an der sie auf dem Rückweg waren, nicht gut war. Ich hoffe, die Raststätte ist informiert.

Außer Kindern mit Magenverstimmung war nix los außer Arbeit. Süd-Norwegen bereitet sich auf eine kleine Hitzewelle mit über 30 Grad vor. Ich habe ungute Backflashes zu 2018, als wir das Haus mitsamt komplett totem Garten kauften, weil wegen Dürre verboten war, Trinkwasser zum Gießen zu benutzen (oder zum Füllen von Planschbecken und Pools, oder zum Auto waschen). Noch dürfen wir gießen, aber nicht mehr mit dem Schlauch, sondern nur noch mit Kannen – damit keiner stundenlang seinen Rasen sprengt. Wir machen über Nacht heimlich den Sickerschlauch an, weil das viel weniger Wasser verschwendet als einmal ne Kanne Wasser auf die Erde zu kippen, von der dann 90% sofort versickert. Würden wir auch nicht machen, wenn man wirklich gar nicht mehr wässern dürfte, aber noch darf man ja so halb. Anderenorts darf man nur noch 2 Tage die Woche gießen, an welchen richtet sich nach der Hausnummer. Norwegische Kommunen sind kreativ, was das Sparen von Wasser angeht.

Passend dazu sieht unser Apfelbaum gar nicht gut aus. Nur ein Ast hat ausgetrieben. Die restlichen Äste sind unter der Rinde zwar noch grün, aber treiben nicht aus. Es ist ein recht trauriger Anblick.

Meh.

Tag 2854 – Wochenendende.

Ein Sonntag Anfang Mai. Herr Rabe hat das Trampolin aufgebaut, Pippi ist achthundert mal ums Haus Fahrrad gefahren, ich war in der Sonne spazieren und habe ein paar neue Sommersprossen bekommen, Michel hat mit dem Korps auf der Konfirmation eines anderen Korpsmitgliedes gespielt und zum Ende des Tages hat sich Michel den Fuß noch blöd umgeknickt und wenn das morgen nicht besser ist, fährt Herr Rabe mit ihm zum Arzt. Er ist ja manchmal eine kleine Dramaqueen, was Aua aller Art angeht, allerdings war der Fuß schon ein bisschen geschwollen. Ich nehme trotzdem an, es ist nur umgeknickt ohne schwerere Folgen.

Zwischendrin haben wir noch die Schwägerin verabschiedet und verspäteten Kuchen gegessen.

An Anfang-Mai-Dingen stehen jetzt noch Weide beschneiden und Sommerreifen aufziehen an. Und diverse Gartenarbeiten, aber die kann man ja bis auf im Winter immer machen, die Weide ist jetzt verblüht und muss dann jetzt geschnitten werden. Die der Nachbarn auch, das wissen die aber bestimmt nicht, die haben das Haus mit Weide gekauft und die Weide war das einzige, was der Vorbesitzer nicht vorm Auszug noch mit RoundUp tot gemacht hat (seltsame Leute gibt es). Die neuen Nachbarn wurden noch nicht im/um den Garten gesichtet. Vielleicht schneide ich deren Weide einfach mit und erkläre den neuen Nachbarn dann, dass man das halt machen muss, wenn man möchte, dass sie blüht.

Tag 2550 – What a day.

Liege völlig fertig auf einem Hotelbett in Schweden und möchte eigentlich noch noch schlafen, muss mich aber noch mal aufraffen und Zähne putzen. Wir haben, nachdem ja gestern alles (vor allem abends) scheiße war, heute früh erst so richtig mit dem Packen angefangen. Klappte trotzdem, weil wir das ja nicht zum ersten Mal machen. Außerdem haben wir eine geteilte To-Do-Liste. Trotzdem dauert es natürlich, für 4 Leute alles mögliche zu packen, nebenher das Haus aufzuräumen, Blumen zu gießen und den Müll rauszubringen. Es dauerte 2,5 Stunden länger, als ich vorhatte. Dank 2 x Stau auf dem Weg und „Ich muss Pipi“ und „Ich hab sooooo Hunger!“ waren wir dann erst um viertel vor elf im Hotel. Im Auto habe ich noch schnell einen Report verschickt und jetzt ist aber wirklich Urlaub! Wirklich ehrlich und so richtig. Und ja, natürlich habe ich die Zeit aufgeschrieben, das sind alles Überstunden.

Morgen habe ich uns optimistisch zu acht Uhr zum Frühstück angemeldet. Dann mache ich jetzt wohl mal besser die Augen zu.

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Urlaub sieht bei uns so aus: die Schweinchen machen Urlaub auf dem Bauernhof, unter Kaninchen, Hühnern, Pferden und Puten (nicht alle zusammen! Die Schweinchen haben ihre eigene Pferdebox und können jeden Tag raus in ein Außengehege). Die Schnecken legen hoffentlich keine Eier. Die Zimmerpflanzen stehen im Duschbad, weil es da am kühlsten ist. Draußen ist harter Darwinismus, das Grün muss allein zurecht kommen (ok, wenn es jetzt 3 Wochen lang 30 Grad sind und gar nicht regnet, würde ich einen der Nachbarn bitten, mal zu wässern. Ist ja einfach, Tropfschlauch anmachen und am nächsten Morgen wieder aus.)

Tag 2374 – Aufgeholt.

Tja, nach dem verschenkten Tag gestern (ein Teil von mir möchte „delightful!“ dazwischenrufen) wurde heute bis auf das Umtopfen einiger Zimmerpflanzen und Schnecken wecken alles gemacht, was am Wochenende so anstand. Ok, Herr Rabe war gestern einkaufen, das wäre heute ja sehr schlecht gegangen. Gestern habe ich also immerhin umgetopft, bis ich kein Granulat mehr hatte. Nachdem ich testweise erst die Orchideen und dann die Schneckenmango in so Mineralgranulat gepflanzt habe (merke: gar kein Substrat bei den Orchideen war eher kein Tor. Die überleben das, mehr aber auch nicht. Ist vielleicht anders, wenn man wirklich jeden Tag an den Pflanzen rummacht und sprüht, aber da habe ich nun echt keine Kapazitäten für) und denen das scheinbar sehr gut gefällt, waren nun eine Avocado, eine Grünlilie und die Blume von M. (blühte im ersten Jahr sehr hübsch, im zweiten kam nur eine Blüte, aber vielleicht, ganz vielleicht lag das auch dran, dass der Topf mit Wurzeln komplett gefüllt war) dran. Die Bonsaicado habe ich auch wieder in einen tiefen Topf getopft, aber komplett in das Bonsaigranulat. Echte Bonsaicado war auch ein gescheitertes Experiment, die überlebt das, aber wesentlich mehr auch nicht. Zwischenzeitlich dachte ich, sie hätte es hinter sich, aber dann kam doch wieder ein Blatt. Aber wer will schon drei kümmerliche Blättchen an einem dürren, langen Stöckchen? Den anderen zwei Avocados geht es aber super, die eine muss ich bald mal beschneiden, damit sie uns nicht davon wächst. Die waren immer in normalen, tiefen Töpfen und naja, aufgrund der Wurzelform würde ich jetzt auch mal vermuten, dass Avocado kein optimaler Ausgangspunkt zum Bonsai ist. Die Riesenavocado war als erstes dran mit Umzug in Granulat und nach den drei Pötten war dann erst mal das Granulat alle. Neues ist bestellt.

Warum Granulat? Ich hoffe, so der Erdmückenplage Herrin zu werden. Mein Plan ist, keine Blumenerde mehr im Haus zu haben, außer im Terrarium. Da wird sie alle zwei Wochen konsequent getauscht. Ha. In your face, Erdmücken. Und wo ich ja diesen Plan schon haben habe ich dann gestern auch alle Schnecken mal ausgebuddelt, die sich noch nicht hatten blicken lassen, seit es wieder heller ist und ich auch durch Feuchtigkeit Frühling signalisiert habe. Ergebnis ist wie letztes Jahr: minus 1 Schnecke. Die kam nicht raus, auch nicht, nachdem ich sie unter lauwarmes Wasser gehalten habe, und etwas später bemerkte ich auch den fischigen Geruch. Tja. Man muss dazu sagen, dass das eine der ältesten Schnecken und die bisher größte war. Irgendwas zwischen 4,75 und 5 Jahren ist sie also geworden. Den anderen Schnecken geht es gut, etwas desorientiert wirken sie allerdings nach der langen Trockenruhe. Andererseits sind es Schnecken, die bewegen sich ja eh oft eher erratisch und Langsamkeit gehört ja nun mal dazu.

Heute war also alles andere dran. Garten, Garten, Garten, Meerschweinchen sauber machen. Im Garten wurde Komposterde verteilt (hauptsächlich in den Hochbeeten/Gewächshäuschen) und der Kompost danach auf Gehwegplatten gestellt, damit er gerade(r) steht. Gewürm kommt ja eh nicht von unten rein, weil der unten geschlossen ist. Gewürm müssen wir also zusetzen, aber das ist kein großes Problem, wir haben reichlich überall und ich siedle fleißig um, was ich versehentlich ausbuddele. Leider trampelte Herr Rabe beim Platten verlegen brutal auf den Rhabarberspross, der mutig sein Köpfchen ca. 1 cm aus der Erde gestreckt hatte. Naja, es wird ihn schon nicht gleich komplett ungebraucht haben. Außerdem habe ich die Beete außer mit Kompost auch mit anderer Erde aufgefüllt, Petersilie Nummer 275 und Thymian Nummer 4 eingepflanzt, die Carportampeln bepflanzt und aufgehängt, totes Zeug vom um den Stein(TM) rum weggesammelt und dabei die zwei Krokusse von letztem Jahr wieder gefunden:

Zwei Krokusse und sich unkrautartig ausbreitende Walderdbeeren (die dürfen das da gerne tun)

… und im Hochbeet diverse Himbeersprosse auf Irrwegen ausgerupft (mit so viel Wurzelwerk wie möglich, voll gut, dass ansonsten noch nichts wächst). Herr Rabe hat totes Gras aus dem Rasen gekämmt, Mulch unter dem Trampolin verteilt, die Stachelbeere beschnitten (auch die muss man dran hindern, das Hochbeet zu übernehmen, aber die ist wesentlich wehrhafter als die Himbeere) und die Wüstenei, wo die Schweinchen letztes Jahr wohnten, umgegraben und neuen Rasen ausgesät. Wir versuchen es jetzt mal mit zwei Schweinestandorten, die regelmäßig gewechselt werden. Mal gucken, was das so bringt.

Einen Lavendel habe ich noch eingepflanzt und eine Stocksammlung (zum Schnitzen?) aus dem Weg geräumt.

Während ich die Schweinchen sauber machte, durften sie zum ersten Mal in diesem Jahr frische Luft schnuppern. Ich schaffte sogar, eine Handvoll sehr jungen Giersch und sehr jungen Löwenzahn zusammenzusammeln, was nach kurzer Skepsis auch begeistert weggeschlüpft wurde.

Danach war ich aber platt auf allen Ebenen und wollte beim Essen aufgrund Salatgurke schnurpsender Familienmitglieder gerne entweder spontan (und reversibel) taub sein oder den Raum verlassen. Machte ich nicht und wurde ich nicht, aber, puh. Meistens kann ich Essgeräusche halbwegs tolerieren, aber wenn der Akku leer ist, fällt es echt schwer, nicht laut schimpfend von dannen zu stapfen.

Aber hey. Endlich Frühling. Hurra.

Tag 2174 – Leben fast überall.

Lavendel und Stockrosen haben den Winter nicht überlebt. Beide Lavendel und alle drei Stockrosen. Ich weiß auch nicht, was da passiert ist, es war eigentlich nicht ungewöhnlich kalt und auch nicht ungewöhnlich lange kalt. Aber da kommt nix mehr, das habe ich inzwischen eingesehen. Ein paar neue Stockrosen (haben sich selbst ausgesät, das war ja eh der Plan, eine neue invasive Art einzuschleppen) kommen, aber die sind ja dieses Jahr noch sehr klein und blühen frühestens im nächsten Jahr. Sonnenblumen sprießen im Hochbeet wieder sehr viele, dieses Jahr habe ich gar nicht erst welche drinnen angezogen, die draußen gekeimten sind wesentlich robuster.

Der Rhabarber wurde von zwei übereifrigen kleinen Mädchen niedergemetzelt. Wäre halb so schlimm, wenn sie ihn wenigstens auch gegessen hätten, aber nein, sie haben ihn nur bis auf einen Stängel abgerissen und dann erst das erste Stück probiert, und dann den Rest der Stängel und Blätter im Garten verteilt.

Der Holunder blüht wie verrückt und wächst hauptsächlich in die Breite.

Diese Zierdistel oder was das da rechts im Bild ist, ist extrem ausbreitungsfreudig. Hübsch, aber wird vermutlich irgendwann die Weltherrschaft übernehmen. Ich rupfe ständig überall Ausläufer davon raus, die aber wirklich überall aufploppen. Die Pflanze kam mit dem Haus, genau wie die sehr hübschen Pfingstrosen und allerlei anderes Zeug, das komplett tot war, als wir einzogen.

Leider leben am Holunder auch sehr viele eklige schwarze Blattläuse (?), bäh. Die leben auch an vielen der Disteln, die überall wachsen und die wiederum die Meerschweinchen sehr gerne fressen, aber beim Pflücken muss man echt aufpassen, dass die nicht zuhauf bewohnt sind. Die Viecher will ich definitiv nicht im Haus haben, und ich bezweifle, dass die Meerschweinchen von so viel extra Protein sonderlich angetan wären.

Apropos bewohnt, an den Erdbeeren wohnen leider irgendwelche kleinen Käferchen. Die Pflanzen sehen gar nicht gut aus (sind zerfressen, ich dachte erst an Schnecken, aber da sind keine, können auch kaum da hin kommen und die Kräuter direkt daneben sind auch alle völlig unbehelligt. Außerdem habe ich eine Horde winziger Käferchen/Spinnentiere? [viele Beine] gesehen), und die Früchte werden nicht rot, bevor sie aufgefressen sind. meh.

Aber egal. Morgen werden ein paar Holunderblüten geerntet, wenn ich welche finde, die halbwegs Blattlausfrei sind. Danach kümmere ich mich um das unerwünschte Getier und kaufe neuen Lavendel.

Tag 2139 – Buddeln.

Wir haben die Sickerschläuche in den verschiedenen Beeten eingegraben. Noch ist es zwar nass ohne Ende und die Regentonne komplett voll, aber das kann sich ja schnell ändern. Diverse schockierte Regenwürmer wurden behutsam wieder eingegraben, ein Riesenregenwurm (das ist so ne komische invasive Art, oder? Vorne platt, bestimmt 10 cm lang und dick wie ein Bleistift) im Kompost ausgesetzt (wir geben dem Kompost doch noch ein bisschen, oben sieht es zwar schon sehr erdig aus, unten aber nicht) und neue Petersilie und Thymian gepflanzt. Rosmarin gab‘s nur in der Zier-Version. Der Thymian hat immerhin zwei Jahre gehalten, aber Rosmarin und Petersilie überleben bei uns irgendwie den Winter nie. Der Zitronenthymian hingegen lebt schon das dritte Jahr in Folge.

Ansonsten geht es fast allen Pflanzen gut. Holunder, Stachelbeere, Johannisbeere und Himbeere wuchern herum. Rhabarber kommt, Obstbäume, Sträucher und Weide werden grün. Lavendel… weiß nicht, weiß nicht. Mal sehen. Der im Beet, der da immer schon war, ist auch noch nicht wieder ausgetrieben, deshalb gebe ich dem im Topf noch ne Weile.

Die aus Verzweiflung über das gelbe, tote „Frühlings-“Gras neulich gekauften Stiefmütterchen in den Hängeampeln freuen sich über das feuchte Wetter auch sehr. Generell explodiert die Natur ja hier immer, wenn der Frühling dann endlich im Gange ist, das ist schon schön und irgendwie gruselig faszinierend anzusehen. Gestern habe ich zum Beispiel lauter verirrte Himbeer-Schößlinge aus dem Beet gerupft und heute waren schon wieder drei neue da. Im Hochbeet haben sich auch wieder Sonnenblumen wild ausgesät, und seit letztem Jahr weiß ich ja, dass das, was draußen von selbst wächst, um Längen robuster ist, als was man drinnen vorzieht und dann auspflanzt, insofern verlasse ich mich darauf, dass sich Klatschmohn, Kapuzinerkresse, Ringel- und Sonnenblumen selbst gesät haben.

Hach, schon schön, so ein Garten.