Tag 1341 – Blank.

  • Herr Rabe hat die letzten zwei Tage die Terrasse und den Balkon abgeschliffen. Der Balkon sah schon schlimm aus, als ich das Haus im Sommer ansah, die Terrasse sah eigentlich ok aus, aber jetzt nach dem Winter… puh. Viel verzogenes Holz. Sehr trocken und splitterig und huiui, es sah so aus, als müsste man dringend mal mehr tun als nur bisschen Öl draufklatschen, wenn man nicht in zwei Jahren die komplette Terrasse erneuern will. Also lieh ich gestern im Baumarkt in 40 Fahrminuten Entfernung einen Rondellschleifer, einen Kantschleifer und einen Handschleifer für das Balkongeländer. Letzterer funktionierte nicht richtig, mal sehen, ob ich das morgen reklamieren kann. Mal sehen, ob ich dann auch das Fünferpack Schleifpapier, das ich für das Ding kaufen musste, zurückgeben kann, obwohl es angebrochen ist. Es bleibt alles spannend. Jedenfalls, der Rondellschleifer: diese Dinger machen ja bis man den Dreh (haha) raus hat, gar keinen Spaß. Und die Latten waren auch echt nicht mal eben geschliffen, weil eben an den Kanten sozusagen hochgebogen. Herr Rabe schliff sich zwei Tage lang die Schultern und die Hände zu Muskelkaterklumpen, stellte am Ende fest, dass man den Staubsauger am Schleifgerät gesondert anschalten muss (vielleicht kann ich den Beutel auch zurückgeben?), aber das Ergebnis (nicht die zugestaubte Landschaft) kann sich sehen lassen. Ich werd dann wohl morgen die Gerätschaften zurückbringen, mit Leuten diskutieren und dann die unfassbar teure Lasur (? Hier heißt das alles Beize.) auf Balkon und Terrasse auftragen. Ich hoffe, ich schaffe zwei Schichten mit den zwei Eimern, auf das es „bis zu 5 Jahre“ halten möge.
  • Morgen früh ordere ich außerdem 8 Kubikmeter Erde. Und ich werd betteln, dass sie es noch vor Ostern liefern. (Haha. Ostern läuft ja quasi schon. Aber ich kann jederzeit, also wenn sie auch nur einen Termin noch frei haben, nehme ich den.) Noch ist zwar die Erde zum Teil gefroren und deshalb können wir Bäume, Sträucher und ähnliches setzen noch mindestens einen Monat lang vergessen, aber wenigstens die Beete könnten wir schon mal füllen, das wäre schön, ich befürchte große Langeweile über Ostern.
  • Ich habe jetzt auch einen Pflanzplan, das wird alles sehr hübsch. Nächstes Jahr, wenn die Stockrosen dann blühen und ich hoffentlich im Spätsommer auch Gladiolenknollen bekommen habe. Aber es wird auch schon im Frühjahr schön, nächstes Jahr, denn ich werde im Herbst hier herumzwiebeln.
  • Falls ich dran denke, jedenfalls.
  • Tag 1327 – Frühling (fast ganz bald).

    Gestern habe ich aus dem Fenster gesehen und festgestellt, dass die ersten Bäume bei uns vor der Tür fast schon blühen. Also fast halt. Demnächst. Und weil demnächst ja auch Ostern ist und wir vier Tage am Stück frei haben, die wir gern verschiedenes im Garten und am Haus machen würden, war heute spontaner Garten-Tag zur Bestandsaufnahme und Planung angesagt. Herr Rabe hat das kleine Gewächshaus fertig zusammengebaut. Ich habe zum dritten Mal ausgemessen, ob ein 1,32 m breites, 1,98 m hohes und 69 cm tiefes „großes“ Gewächshaus an die Rückwand unseres Schuppens passt und die Antwort ist weiterhin „vielleicht“. Wenn es nicht passt, dann um einen Zentimeter oder so nicht, ich traue meinem Augenmaß bei sowas halt null, weil ich echt ganz schlecht Größen- und Längenverhältnisse abschätzen kann. Wär natürlich echt kacke, ein 3000 Kronen Gewächshaus zu kaufen, zusammenzubauen und dann festzustellen: möööp, passt nicht. Vielleicht sollte Herr Rabe ein viertes mal messen. Weiterhin haben Herr Rabe und ich besprochen, was wir als „Abgrenzung“ zum Schotterparadies der Nachbarn aus 4A haben wollen. Genau genommen war ich gegen ganz viel. Buchsbäume, Lattenzaun, Efeuberanktes irgendwas: nein. Ich möchte was, was nicht alle Sonne nimmt, aber ein bisschen eine Grenze zieht. Momentan stehen da kniehohe Büschlein, die sind hässlich und *keine* Grenze. Der Konsens lautet nun Beerensträucher und dazwischen Wiesenblumen. Ich denke, das wird schön. Wir werden weiterhin zwei weitere Pflanzkisten für Kleingemüsequatsch* anschaffen und ein Blumenbeet anlegen, ich möchte gern sowas wie Schmetterlingsflieder haben, hätte gern den halben Garten mit Kapuzinerkresse und bunten Blumen vollgewuchert (rettet die Insekten!) und Herr Rabe möchte Obstbäume und einen Kompost. Ich möchte eine Regentonne (oder zwei), falls es wieder so einen trockenen Sommer gibt, können wir wenigstens ein bisschen länger noch wässern. Mal sehen, welche Zähne davon uns von Gärtnern gezogen werden, weil Boden oder Standort ungeeignet oder wasweißich. Jedenfalls wird Ostern nicht langweilig. Den Balkon und die Terrasse müssen wir auch ölen und das Balkongeländer muss gestrichen werden. Ich hätte also gern sonnige Ostern.

    ___

    Heute sehr über Twitter gewundert. Ein Gespräch, in dem man sich bisher eigentlich nur harmlos-lustig angefrotzelt hatte, eskalierte plötzlich zu einer Grundsatzdiskussion. Ich muss das sicher nicht verstehen. Aber hier kann ich ja mal sagen: ich mag mich nicht über Belanglosigkeiten ernsthaft streiten. Über die großen Dinge gern, solange es bei einer respektvollen Diskussion bleibt, aber auch das nicht auf Twitter. Niemals auf Twitter über wirklich wichtige Dinge diskutieren, das hab ich in den letzten 1327 Tagen gelernt. Aber über Tanzen auf Konzerten? Über Menstruationstassen? Über Rosenkohl? Ernsthaft streiten? Nee. Da beschneide ich lieber meinen Lavendel**. Und zu Tanzen auf Konzerten hat Christian auch alles gesagt, was es zu sagen gibt:

    Die Geschmäcker sind also wohl verschieden. Ich kenne beide Seiten – ich hab früher gerne meine Haare vorne mittendrin fliegen lassen und ich hab halt auch schon nur da gestanden. Auch vorne.
    Und ich habe natürlich jedesmal die anderen gehasst, Is’ klar.
    Am besten also alles nicht so ernst nehmen.

    ___

    Apropos nicht diskutieren: ich hasse die Sommerzeit. Ich möchte nicht darüber reden. Sie soll einfach weggehen und nie wiederkommen.

    ___

    *Sein wir mal ehrlich: ein Kistchen Möhren und eins mit Erdbeeren ist so weit von Selbstversorger entfernt, wie man nur als waschechter Ex-Stadt-Hipster sein kann. Aber ich mag einfach in Erde wühlen und möchte den Kindern näher bringen, woher all die „magichnicht“s kommen, bevor sie im Supermarkt landen.

    **Der sah traurig aus nach dem Winter, also googelte ich heute hektisch. Fazit: nach dem Winter darf der ruhig etwas traurig aussehen, man sollte ihn aber im Sommer nach der Blüte eigentlich um 1/3 zurückschneiden, das hab ich natürlich letzten Sommer nicht gewusst und nicht gemacht. Im frühen Frühjahr (auf der deutschen Seite stand Februar, naja, euer Februar ist unser März, hab ich erwähnt, dass ich heute auf der Terrasse Schnee geschippt habe?) dann um 2/3 beschneiden, also 2/3 der beblätterten Stängel ab, nicht bis ins verholzte unten rein. Da die Stängel an meinem traurig aussehenden Lavendel innen alle normal grün waren, gehe ich davon aus, dass er wiederkommt. Und weil bleibt, wer schreibt, schreibe ich das mit den 1/3 2/3 hier auf. Und nächsten Winter doch besser gut einpacken, noch, Frau Rabe?