Tag 1718 – Corontäne Tag 45.

45 Tage mit mindestens einem Kind zu Hause. Normal ist gar nichts. Wir machen weiter Homeoffice. Es ist Herrn Rabes letzte Woche im jetzigen Job.

Morgen soll es endlich regnen. Trotzdem habe ich heute mit Pippi die frisch eingepflanzten Küchenkräuter gut angegossen. Ich bin gespannt, ob wir es dieses Jahr schaffen, die Petersilie im Zaum und den Rosmarin am Leben zu halten. An Kräutern aus dem letzten Jahr ist wiedergekommen: Schnittlauch, Thymian (arg zerrupft, weil irgendwann letzten Sommer vom Petersilienmonster halb überwuchert), Estragon und Oregano. Die Wurzeln der Monsterpetersilie habe ich heute faulig aus der Erde gezogen, da ich sowas aber schon vermutet hatte, habe ich gestern neue gekauft. Noch ganz klein, aber das heißt ja nichts, wie wir wissen.

Ansonsten sieht es im Garten aus als haben sich die Ringelblumen wie befürchtet vermutet letztes Jahr extrem selbst ausgesät. Da werde ich vermutlich ausdünnen müssen, sonst haben wir nur noch Ringelblumen im Beet. Das gleiche gilt möglicherweise für die Löwenmäulchen, aber die Pflänzchen sind noch so miniklein, dass ich noch nicht sicher sagen kann, was draus wird.

Heute im Schneckenterrarium Schnecken gefunden, die da gar nicht hingehören, nämlich sehr kleine Nacktschnecken. Igitt. Da hört der Spaß auf, vor allem sind ja manche davon auch Räuber. Wegen der schieren Masse an Erde konnte ich aber nicht alles einfrieren und deshalb steht jetzt die zweite Fuhre davon im Ofen. Bah bah bah. Meine Schnecken durften gründlich duschen – wer weiß wo überall Nacktschneckeneier kleben – und dann in frische Erde umziehen. Mich ekelt vor allem der Gedanke, dass die Schnecken seit Monaten kein Futter aus dem Garten hatten, sondern nur Küchenabfälle, von unserem Essen, igittigittigitt. Theoretisch könnten die Eier ja auch in der Erde oder im Topf des Terrariumfarnes gewesen sein, da beides aber seit sicher 2 Monaten im Terrarium war, halte ich das für unwahrscheinlich. Also Schneckeneier an der Zucchini oder so, ahhhhhhh.

Ansonsten war heute für mich ein kleiner Ausflug in die Notapotheke in Oslo, nichts schlimmes, keine Sorge, aber auch nichts, mit dem ich bis morgen hätte warten wollen. Das war einigermaßen aufregend – Zug fahren! Menschen! Hui. Aber alle hielten Abstand. Und ich weiß jetzt, dass es zwischen Trondheim und Oslo keine (!) Notapotheke gibt. Keine. Wenn man in Lillehammer wohnt, muss man im Zweifel eben 4 Stunden in die eine oder andere Richtung fahren.

Jetzt sehr müde, aber die Erde hat noch keine 100 Grad erreicht. Meh.

Tag 1715 – Corontäne Tag 42.

Wieder nur gearbeitet. Aber wenigstens einen Teil davon draußen auf der Terrasse gesessen. Mit Sonnenbrille. Ich feiere meine neue Sonnenbrille sehr und würde sie am liebsten gar nicht mehr absetzen, auch drinnen nicht. Es ist so viel angenehmer, wenn nicht alles so grell ist, ist Ihnen das schon mal aufgefallen?

Trotzdem bin ich jetzt schrecklich müde. Aber ich hab auch gut was weggeschafft.

Michel hatte heute Besuch von seinem Freund B. (dem Corontäne-Freund) und war deshalb immerhin mal draußen.

Pippi war den ganzen Tag draußen, im Kindergarten eben. Sie wird auch nächste Woche noch eine Draußenlegionärin (-legionelle?) sein. Das bleibt wohl jetzt erst mal so bleiben, wenn ich das richtig verstanden habe.

Herr Rabe hat ein Dings gebaut, für konstanteren Schatten auf der Terrasse.

Ich hab sehr hübsche Blümchen gekauft. Die waren vor 3 Wochen noch maximal 1/3 so groß, Blüten waren gar nicht zu sehen und da wusste ich auch noch nicht, dass die quasi als Erdfliegenfallen funktionieren, die bleiben in den Härchen auf den Blättern nämlich hängen und verrecken verenden dann da. Noch müssen die Pflanzen sich aber langsam an die Draußentemperaturen gewöhnen, die verwöhnten kleinen Drinnenpflänzchen.

Noch mehr Blümels, die leben aber schon draußen (ich hab den nordischen Pflanzenmann gefragt, der meinte, die können Frost ab und bisher können sie das auch).

Und ein Wiederkehrer aus dem letzten Jahr: die Kugelprimel(n).

Hach, hach. Da kann der „Reisen is‘ nich‘!“-Sommer kommen.

Tag 1702 – Corontäne Tag 29.

Osterzeit ist Gartenarbeitszeit. Wir haben heute endlich den Rindenmulch im Beet verteilt und Herr Rabe hat den ganzen Tag (gefühlt) den Rasen geharkt. Ich gucke die Babypflänzchen an und freue mich.

Michel hat heute gelernt, dass ein Ball, den man „aufblasen [will], BIS ER PLATZT, MAMA!“ tatsächlich irgendwann platzt. Das war sehr laut, tat weh und er hat sich furchtbar erschreckt und peinlich war’s ihm auch, weil ich eine Minute vorher noch gesagt hatte, dass er das lieber lassen soll. Armer Zwerg, jetzt sind da zwei Pflaster an seinen Fingern wo die Ballfetzen drangeschnalzt sind.

Herrliches Wetter, aber die Kinder musste ich trotzdem quasi nach draußen tragen und vorher die iPads operativ aus ihren Fingern entfernen. Die iPads habe ich dann für den Rest des Tages versteckt, ha.

Mir war heut nicht so nach fotografieren. Mir war heut eh nicht nach so super viel, der Zyklus nähert sich seinem Ende und das geht traditionell mit Kopfschmerzen einher. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Die österlichen Kresseanzuchten werden gehegt und übergossen gepflegt.

Es macht so viel für die Laune, wenn man die Terrassentür wieder auflassen kann, ohne gleich zu erfrieren. Und all die grünen Pflanzen im Haus tun ihr übriges. Bald ist Frühling!

Jetzt ist länger Corontäne als vor ein paar Jahren Korfu war. Das macht mich echt wehmütig. Neulich dachte ich noch an Michels „Blümel pflückchen“, wie begeistert er war, dass das auf Korfu ging und wie ich gleich am ersten Morgen deshalb Blümchen bekam. Hach. (Frühlingsreif und Rausgehreif hier.)

Blümel pflückchen.

Mein neues Hobby ist das Anschauen der (Werk-)täglichen Pressekonferenz der norwegischen Regierung. Vielleicht werde ich langsam etwas seltsam. I blame it on the virus.

Tag 1701 – Corontäne Tag 28.

4 Wochen.

Zum ersten Mal überhaupt eine komplette Staffel von irgendwas am Stück geguckt. „The end of the f***ing world“. Ich mag ja so etwas weird-darke Sachen. Insofern empfehlenswert! (Bevor Sie jetzt denken, wir hätten zehn Stunden fern gesehen: jede Folge ist nur 20 Minuten lang und die Staffel hat 8 Folgen.)

Nach vier Wochen Corontäne möchte ich all den „die Kinder können das super selbst regulieren ~wenn man sie nur lässt~“-Menschen ein herzliches Bwaaahahahahaha entgegnen. Wenn wir die Kinder ließen, würden die komplette Zeit nur Tablet gucken. Die würden absolut nie von selbst ausschalten und lieber mal ne Runde um den Block rennen oder Mandalas ausmalen. Mir ist schon klar, dass andere Kinder anders ticken, aber meine können vor allem Bildschirmzeit gar nicht selbst regulieren. GAR. NICHT.

Was anderes: ich war heute beim Friseur.

Einmal den Nacken und die Ohren freischneiden, bitte.
Nach nicht mal einer Woche ist aus „Lavender“ Silbergrau geworden, was ja an sich eine schöne Farbe ist, aber mich doch irgendwie enttäuscht, so vong Farbhaltbarkeit her.

Außerdem haben wir im Garten gerödelt und ich hab alles mögliche umgetopft und eingetopft und irgendwann lerne ich noch, dass so Gewächshausbabies echt Mimöschen sind, die beim ersten frischen Windhäuchlein die Blätter hängen lassen. Sie haben sich aber alle schnell berappelt und dürfen dann demnächst immer stundenweise raus um sich an die harte Realität des windig-kühlen Frühsommers in Øvre Romerike zu gewöhnen. Bilder mache ich morgen noch mal schönere, wenn das restliche Chaos auf dem Esstisch beseitigt ist.

Meinem Hefeansatz geht es prima, morgen werden Brötchen damit gebacken.

Tag 1698 – Corontäne Tag 25.

R0~0,7!!! Beste Nachricht seit 25 Tagen. Heia Norge! Vielleicht, ganz vielleicht und wenn wir genug Tests kriegen, öffnen wirklich die Kindergärten und Schulen relativ zeitnah wieder. Ich kann sehr gerne noch ne Weile Homeoffice machen, aber bitte – irgendwer muss die Kinder betreuen, wenigstens halbtags oder drei Tage die Woche oder so.

Herr Rabe hat Urlaub (feiert Überstunden ab – das einzig Gute an der Kurzarbeit: ganzer Tag frei für 60% der Überstunden) und ich darf deshalb ganz normal arbeiten. Das ist ja auch ganz nett, nachmittags fertig zu sein und abends nicht noch mal ran zu müssen. Ein wenig muss ich veratmen, dass Herr Rabe nicht so zwanghaft ist wie ich und deshalb erst aufräumt, wenn fertig gespielt ist. Aber es sind ja auch nur zweieinhalb Arbeitstage für mich.

Heute Morgen habe ich das erste mal geschafft, tatsächlich um sieben zu einem sehr flotten Spaziergang aufzubrechen. Mit kleinem Abstecher in den Supermarkt – rein – Milch kaufen – wieder raus. Ich war die einzige Kundin und hier bezahlt man ja eh schon länger kontaktlos, da frage ich mich ja, ob diese Krise jetzt wenigstens dazu führt, dass das in Deutschland auch üblicher wird.

… „erst“ um sieben kam ich übrigens los, weil Michel um zwanzig nach sechs angetappst kam, sah, dass ich schon wach war und sich vergewisserte, dass schon fast Morgen ist – er darf nämlich nach 10 konsekutiven oder 20 totalen Nächten im eigenen Bett ein neues Switch-Spiel haben. Da er um zwanzig nach sechs „nur kuscheln“ wollte, zählt das wohl als Nacht in seinem Bett. Dass er quasi sofort in meinem Arm einschlief, war bestimmt nur Zufall. Ach, der große kleine Zwerg. Jedenfalls kuschelte ich dann noch eine Weile mit beiden Kindern, eins recht, eins links, und wenn das nicht fast jede Nacht die ganze Nacht so ginge, hätte ich da auch echt kein Problem mit.

Nach der Arbeit und weil das Haus innen aussah, als sei eine Osterbasteltüte explodiert wurschtelte ich ein wenig im Garten. Es waren nämlich 15 Grad, das muss man ja nutzen. Die Beete sind jetzt von allen Vorjahresresten befreit, soweit ich das sehen kann lebt das allerallermeiste (alle Sträucher, beide Bäume, der Rhabarber und der Holunder, das ist das wichtigste!) und es sprießt auch schon hier und da. Die Erdbeeren kommen wieder, die Stockrosen auch, die Primeln und Hyazinthen… hach.

Der Lavendel sieht auch tausendmal besser aus, als letztes Jahr.

Jetzt aber husch ins Bettchen. Mal sehen, ob ich morgen wieder einen Spaziergang schaffe. Milch brauchen wir fast schon wieder. Was vier Leute die wirklich jede Mahlzeit zu Hause essen an Lebensmitteln brauchen. Und an (jaja) Klopapier! Und wie unfassbar viel Müll wir auch machen. Heute dann eben auch noch einen ganzen Sack Gartenabfälle. (Wir brauchen dringend einen Kompost.) Uff.

Tag 1680 – Corontäne Tag 7.

Hrgls ich muss eigentlich echt dringend ins Bett. Meine Augen sind schon ganz klein.

Ich freue mich ein bisschen darauf und darüber, meinen Kolleg*Innen all die schönen Arbeitstools nahezubringen, die wir ja eigentlich schon eine Weile bis zufällig vor kurzem bekommen haben, aber nicht in Betrieb genommen haben. Ich bin die ganze Zeit voll pädagogisch (finde ich) und schreibe immer z.B. wo man welche Daten findet. Das Screenshot-Tool ist mein bester Freund und ich schreibe das erste Wiki meines Lebens. Und dann schreibe ich eine Mail, wo steht, wo man in Teams das Wiki findet. Aber das wird schon alles werden, mir macht sowas ja Spaß und es ist DIE Gelegenheit, alles vom vollgemüllten Server zu retten, was wirklich gebraucht wird und den Rest in Gorleben umzubenennen.

Wir haben heute Blumenerde gekauft. Nicht so viel, wie ich wollte, aber schon viel. Dazu bin ich mit den Kindern zur Miljøstation gefahren und habe Komposterde in Säcken auf dem einsamen Parkplatz in den Kofferraum geworfen, danach habe ich kontaktlos mit Karte bezahlt. Menschlicher Kontakt: quasi 0. Der Frühling kann jetzt kommen.

Eigentlich ist der Frühling schon da. 12 Grad und warme Sonnenstrahlen!

Spaziergang ohne Menschen. Die drei, die wir trafen, machten einen sehr weiten Bogen um uns und wir um sie.

Tag 1451 – Kleines Ferienende.

Aufgrund grober Fehlplanung haben wir morgen doch gar keinen Termin mit Michel in der Botschaft, um seinen Pass zu erneuern. Pippi ist aber schon im Kindergarten angemeldet und da wird sie also morgen hingehen. Den letzten richtigen Ferientag und auch den letzten Tag des Besuches meiner Schwägerin haben wir heute gebührend begangen, mit Besuch aus der Hauptstadt, viel Kaffee, Quatschen, Waffeln und einem mehr oder weniger in Schutt und Asche gelegten Kinderzimmer. Das Wetter ist wieder top, es ist einfach alles… hach!

Wissen Sie noch, die Malvenrostende Stockrose? Von der ich bis auf so… eins oder so alle Blätter abgeschnitten habe, dann den Rest natürlich nicht mit verbotenem Spritzmittel behandelt habe *hust, hust*? Die blüht jetzt. Hach! (Die anderen leben auch alle noch, aber da es für die ja das erste Jahr ist, blühen die noch nicht.)

Hach!

Könnte noch ein bisschen so weitergehen, mit den Ferien.

Tag 1439 – Batterien laden.

Heute war Wizards Unite Community day und weil ich klug bin, habe ich da ohne Community dran teilgenommen. Das war schön. 20.000 Punkte in 1 Stunde. Und allein sein. Ein bisschen gehen, ein Kaffee allein, für Pippi noch ein extra Geburtstagsgeschenk gekauft. Allein. Ganz allein. Ich sag Ihnen, nach drei Wochen quasi konstant unter Leuten ist das wie ein Wellnessurlaub für meine absolut ausgelutschten Introvert-Batterien. Weil das so super war, hab ich direkt noch drei Stunden Unkraut jäten drangehängt. Ein Traum. Als Bonus sieht das Beet wieder ordentlich aus (ich muss mal wieder Fotos machen, auch die Sonnenblumen blühen schon, und die Kapuzinerkresse), ich habe drei kleine Spinnen erschreckt, aber leben lassen und mich sehr über den Lavendel gefreut, der da noch von der Vorbesitzerin steht und der von allerlei summendem Getier sehr viel frequentiert wird. Er blüht nämlich jetzt. Weiß. Er riecht aber wie Lavendel, also isses wohl Lavendel. Hach, Hach. So wunderbar, ein Tag unter Blumen und mit einem sinnlosen Handyspiel.

Tag 1397 – Samstag mit Irrwegen.

Alles in allem ein schöner Tag, trotz seltsamen Abstecher mittendrin. Ich lasse mir das nicht kaputt machen. So.

Chronologisch gesehen hab ich erst gründlich geduscht und dann Kraut aus dem Blumenbeet entfernt, das ich da nicht unbedingt haben will. An anderen Stellen im Garten darf das gern wachsen, aber meinen Blümchen müssen auch ein paar Nährstoffe bleiben. Dabei viele Walderdbeeren freigelegt und mich sehr gefreut. Die dürfen da ruhig wachsen, auch im Blumenbeet. Vor allem weil die Hummeln da voll drauf (haha) fliegen.

Herr Rabe hatte heute eine gute Idee: in das Hofladen-Restaurant gehen, das immer nur von Juni bis August auf hat. Das war einfach unheimlich lecker. Die Kinder benahmen sich so lala, ich glaube, wir müssen mit denen mehr in Restaurants gehen, um das zu üben.

Mit Blumen.

Die Kinder hatten Kindermenü – der Hühnchenburger wurde nach der Bestellung zu Pai (Quiche) geändert und ich war zugegebenermaßen skeptisch, aber die Kinder hungrig und auch nix anderes auf der Karte, was vielleicht besser gepasst hätte, also Augen zu und den Kindern Pai vorgesetzt, mit reichlich Salat und lila (Johannisbeer?-)Soße. Und dann geschah ein Wunder: Michel aß alles ratzeputz auf. Nur die Kirschtomaten aus dem Salat, die gab er Herr Rabe aber er hat ernsthaft gefragt, warum wir nicht nach dem Rezept für die Pai und die Soße fragen, denn das sei ja sooooo lecker. Ich traute meinen Augen und Ohren kaum.

Wir nahmen dann von da noch Kuchen mit, wie gesagt, die Kinder waren so mittel vorzeigbar, aber halleloo, was für Kuchen.

Passionsfrucht mit Glitzer.

Alter, was war das lecker. !!!

Das war zwar teuer, aber ich bin sicher, da waren wir nicht zum letzten Mal.

Tjoa, und dann hatte ich die brilliante Idee, nach Oslo zum Stoffladen zu fahren, um Bündchenstoff oder festen Jersey zu kaufen für ein Projekt, das ich morgen angehen möchte. Michel wollte gern mit und weil der sonst nur mault, dass ihm langweilig ist, fand ich das eine durchaus gute Idee. Also fuhr Herr Rabe uns zum Zug und wir dann weiter nach Oslo. Um dann vor einem verschlossenen Stoffladen zu stehen, weil Pfingsten, da kann man ja schon mal am Tag vorher in der Hauptstadt nachmittags um vier die Bürgersteige hochklappen. (Meine Fresse.)

Es war ohne Witz sogar nicht möglich, ein Eis woanders als bei 7Eleven zu bekommen. In OSLO. (Meine Fresse.)

Nunja, mit Eis in der Hand fuhren wir also einfach wieder zurück. Nur das nichts daran einfach war, weil wieder an den Gleisen gewerkelt wird und wir beim Flughafen aussteigen und mit dem Bus weiter fahren mussten. Michel machte das noch nervöser als mich, der Bus fuhr dann auch erst nach zwanzig Minuten warten überhaupt mal los und das war alles sehr chaotisch, das Kind hibbelig wie 10 Sack Flöhe und generell alles überaus nervig. Der ganze Heimweg dauerte dann auch einfach mal statt 36 Minuten Zugfahrt 25 Minuten Zugfahrt, 20 Minuten Warten und 25 Minuten Busfahrt. (Meine Fresse.)

Kinder ins Bett bekommen war recht schwierig, gelang dann aber doch irgendwann und dann guckten Herr Rabe und ich noch das Finale der 11. Staffel RuPauls Drag Race. Nun ist eine neue Queen gekrönt und yeeeesssssss das war Hammer! Hach!

Tag 1391 – Bereit?

Eine Woche zur Probe 5 Tage arbeiten steht uns bevor, dann ist Pfingsten und dann keine Feiertage mehr bis Weihnachten. Das schockt mich jedes Jahr aufs Neue.

Ich bin nicht bereit für diese nächste Woche, zu viel hat mich dieses Wochenende beschäftigt und lässt mich nicht los.

Über Dead to me jedoch am Ende nach einiger Aufregung herzlich gelacht.

Die Stockrosen und der Malvenrost werden eine längere Geschichte, ich habe erstmal alle kranken Blätter abgeschnitten, aber der Pilz ist sogar im Stamm. Die Chemiekeule ist in Norwegen, wie mir im Gartencenter mitgeteilt wurde, verboten, ich habe noch ein bisschen Chemiekeule aus Prä-Norwegen-Beständen, aber das würde ich natürlich nie tun, verbotene Dinge, niemals. Ich sprühe also die Stockrosen nun täglich mit einer milchigen Flüssigkeit, die nichts außer Hoffnung und Sud aus Ackerschachtelhalm (was ist das überhaupt?) enthält, ein und hoffe auf das beste. Und bei Gelegenheit werde ich das Geld für die Stockrosen im Gartencenter, wo ich sie gekauft habe, zurückfordern.

Michel ist, wenn er nachts verschlafen angetapst kommt, sein IT-Konferenz-Goodie-Chamäleon fest im Griff, so niedlich, dass ich ihn fressen könnte. Das macht den Winkezahn (zweiter oberer Schneidezahn, der so locker ist, dass er eigentlich bei scharfem Einatmen durch den Mund schon ausfallen müsste) allemal wett. Was nicht ganz so niedlich ist, sind Michels Füße, die inzwischen, wenn er am Fußende liegt, ungefähr auf meiner Brusthöhe liegen. Ich kuschle also nachts mit Füßen, das ist nicht das, was mir die Familienbett-Kuschel-Werbemafia damals vorgegaukelt hat. Überhaupt finde ich, Kinder, die lesen, schreiben und selbständig MarioCart spielen können, könnten dann langsam mal in ihren Betten durchschlafen. (Aber das bin nur ich. Jedem Tierchen sein Plaisierchen, nicht wahr, wenn wer gern noch mit seinen pubertierenden Kindern das Bett teilt, bitte. Ich finde es langsam zu eng und hätte das Ehebett auch gern mal wieder nur für das Ehepaar des Hauses.)

Spät schlafen hilft nicht beim ausgeruhten Aufstehen morgen. Irgendwann lerne ich das.

Nun kam auch noch Pippi an, während ich tippte. In der Hand ihre halb gegessene Zuckerperlenkette, die sie nur durch unsere geballte pädagogische Kraft* zum Schlafen auf das Regal neben dem Bett zu legen bereit war. Es wird also eng heute Nacht.

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*nach viel Argumentation (gefährlich wegen Schnur, Zucker könnte alles vollschmieren, eh schon Zähne geputzt, könnte verloren gehen…) war die Ansage „Das kommt nicht mit ins Bett, fertig, ich zähle jetzt bis drei, wenn du die Kette bis dahin nicht Papa gegeben hast, nehme ich sie! Eins…“ und weiter muss man nie zählen. Ich möchte das eigentlich nicht, aber es funktioniert, im Gegensatz zum Argumentieren „auf Augenhöhe“**, sehr gut. Sie murrt dann auch nicht mehr. Ein Schelm wer „manche Kinder brauchen klare Ansagen“ dabei denkt.

**Augenhöhe wäre für mich aber auch, wenn mehr zurückkäme als „Nein!“ und „ICH WILL ABER!“, da kann ich genauso gut versuchen mit der nächstbesten Betonmauer auf Augenhöhe zu kommunizieren.