Tag 3162 – Müde.

Ich bin echt geschafft, gestern war schlimm anstrengend (emotional und zwischenmenschlich) und ich dann auch echt viel zu spät im Bett. Es hat sich gelohnt, und vielleicht schreibe ich irgendwann mal drüber, aber das muss erst noch weiter sacken.

Die Wechselwarmen haben Terrarienseiten getauscht. Was ok ist, denn eins klettert ja gerne, während sich Nummer 2 lieber am Boden aufhält. Trennwand verbessern muss bis zum Wochenende warten wegen viel zu müde für alles.

Tag 3144 und 3145 – Zu früh gefreut.

Vielleicht ist es normaler hier, ja, aber es geht mir trotzdem nicht gut. Die drei Tage England, in der Intensität und mit den Menschen, mit denen das stattfand, waren viel zu viel für mich. Ich bin komplett im Eimer und habe 90% des Tages im Bett verbracht, wegen meiner Unzulänglichkeit in allen Aspekten* ständig in Tränen ausbrechend. Letzte Nacht habe ich beschissenst geschlafen und morgen werde ich ein müdes, verquollenes Wrack bei der Arbeit sein. Nach vier Tagen Urlaub, wegen vier Tagen Urlaub. Awesome. Ich hoffe, es wird wenigstens wertgeschätzt**, glaube aber nicht dran.

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*Ich bin nicht mal in der Lage, ein Terrarium, das eigentlich nur eine Plastikkiste*** ist, so aufzubauen, dass die Temperaturen darin stimmen.

**absichtlich offen gelassen was und von wem

***Das wurde uns so empfohlen. Das wird für diese Art, hier in Norwegen, für Jungtiere, so empfohlen. Bitte lieber ent-abonnieren als empören. Ich hab mir die volle Dröhnung Internet-Foren-Diskussion bereits gegeben, aber auch da ist irgendwie keiner, der mal mit ner Schlange gesprochen hat, und gefragt hat, ob jetzt eng oder nicht eng besser für sie ist. Ich weiß jetzt aber: gestresste Tiere fressen nicht, das ist ein echtes Problem, aber Schlaumeier im Internet kann trotzdem behaupten, wenn der Hunger erst groß genug ist (jede Woche ausgehungert oder wie???) DANN fressen auch schlimm schlimm misshandelte Schlangen. Außer in Terrarien. Da nicht. Das machen die nur in Kisten, das mit dem Fressen aus Hunger. Ich war nach Internet-Foren-Diskussion jedenfalls kurz davor alles abzublasen, weil ich mit sich widersprechenden Empfehlungen und Ratschlägen und Erwartungen überhaupt nicht umgehen kann. Das war schon bei Covid schlimm (ist es noch!) und das jetzt triggert das wieder. Ich weiß auch nicht, was ich da machen soll, außer allem aus dem Weg gehen – und das geht kaum, irgendwo muss ich ja Informationen her kriegen. Die Anleitung vom Thermostat zum Beispiel ist ein totaler Witz, damit kann man kaum was anfangen. Fell, weder dickes noch dünnes, hab ich jedenfalls keines. Und erst mal müssen wir eh das Temperaturproblem beheben. Auch wenn ich keine Tiere verdiene, laut Forum. Und da auch ich nicht mit Schlangen reden kann, kann ich’s halt auch nicht sicher wissen, vielleicht hat das Forum recht.

Tag 3143 – Normaler.

Wir sind wieder zu Hause. Auch die Rückreise war recht friedlich und entspannt. Nur bin ich sehr überreizt, von den letzten Tagen und auch von der Reise (Gatwick ist ein furchtbarer Flughafen für Menschen mit sensorischen Issues und keinen Löffeln mehr), mein Körper reagiert schon mit Ohrenklingeln und 50 Shades of Kopfschmerzen und ich gehe jetzt besser schlafen.

Gute Nachrichten:

  • Michel ist auch gleich viel ausgeglichener. Dessen Sozialverträglichkeit verhält sich umgekehrt proportional zur Anzahl Menschen, mit denen er gleichzeitig sozialisieren soll. Komisch, kenne ich gaaar nicht…
  • Alle unsere Heizungen (sofern eingestöpselt) sind jetzt echt fernsteuerbar, also auch von England aus. Dann kann man schon mal das Haus warm machen bevor man nach Hause kommt, Hurra!
  • Alles für die Schlangen ist da und morgen können wir basteln. Vielleicht, ganz vielleicht, schreibe ich dann einen Artikel für Dummies, wie so Terrarien-Thermostate und -Heizquellen funktionieren. Das steht nämlich irgendwie nirgends und deshalb war ich sehr gespannt, ob, und wie, das nun alles zusammenpassen würde. Es ist total simpel, wenn man die Teile erst mal in der Hand hat, aber es wär echt Mega, wenn man das vorher schon wüsste, dass das gehen wird und wie. Das könnten auch die Anbieter von Terrarien-Thermostaten voll gut als „Werbung“ benutzen, es wirkt nämlich jetzt ein bisschen so, als wollten sie nicht unbedingt was verkaufen.
  • Ich hab meine Geige wieder <3

Tag 3134 – Bett.

Heute ist es es etwas besser, die Medikamente wirken, danke Pharmaindustrie. Jeden Monat halt, und wenn ich nicht rechtzeitig dran denke… tja.

Außerdem heute einen harten Fall von „Medizinisch geschulte Personen machen per Definition nie etwas falsch“ gehabt, hart mit den Augen gerollt und den Vertrag mit der Privatklinik gekündigt. So oft gehe ich da eh nicht hin, dass es sich lohnen würde, und maßlose Arroganz kann ich auch billiger haben.

Jetzt müde. Eigentlich schon den ganzen Tag, weil schlecht geschlafen.

Tag 3127 – Nachwirkungen.

Gestern war so anstrengend, dass ich heute wirklich große Probleme hatte, überhaupt irgendwas sinnvolles zu tun. Ich glaube, das hatte mehrere Gründe, die aber alle miteinander zusammenhingen. Bei der Arbeit hatte ich ein anstrengendes Meeting. Das hatte ich selbst so organisiert, was nicht schlau von mir war, aber im Nachhinein auch nicht zu ändern. Montag Abend hatte ich bereits festgestellt, dass wir in dem Meeting vielleicht eine ungeahnt beschissene Nachricht überbringen müssen. Ich fand das nicht fair und fachlich falsch und überhaupt. Das stresste mich. Gestern Morgen musste ich dann mich und die Kinder pünktlich fertig bekommen, was grad so geklappt hat, aber unter Stress. Ich holte mir am Bahnhof einen Kaffee und setzte mich in den Zug, 7 Minuten vor Abfahrt, ein Hoch aufs Wohnen an der Endhaltestelle. Meine Kollegin hatte mir einen Chat geschrieben, den ich öffnete – wir müssten über das Meeting reden. Sie könne noch eine Stunde. Im Zug arbeiten am Computer geht, aber telefonieren geht eher so mittel. In solchen Momenten macht mein Kopf blitzartig drei bis sieben Paralleluniversen auf und spielt alle Möglichkeiten durch. Das ist sehr praktisch. Der Kopf vergisst dabei aber, dass bestimmte Optionen viel Energie von mir fressen, vor allem wenn sie eine spontane Planänderung beinhalten. Aber egal, es war am wenigsten scheiße, wieder aus dem Zug zu springen und mich in das Café am Bahnhof zu setzen. Da telefonierte ich dann mit der Kollegin und danach noch mit einer Juristin. Hurra. Dann fuhr ich eine Stunde später doch mit dem Zug ins Büro und schrieb im Zug in einem rasenden Tempo das Problem und eine fachliche und juristische Bewertung dessen runter. 2 Seiten in 30 Minuten. Kann ich, aber auch nicht mühelos. Also noch mehr das Energiekonto belastet. Das Meeting war dann eben auch an sich schon anstrengend und überzog auch noch. Damit fiel das Kartenhaus zusammen, das mein Plan für den Nachmittag gewesen war, Pippi pünktlich zur Schlagzeugstunde zu bekommen, löste sich in Rauch (oder eher Paragrafen) auf. Ich kann echt nicht gut mit Planänderungen. Mein Energiekonto begab sich ins Minus. Pippi war ganz happy und malte ihr ganzes Gesicht mit Tattoostiften an. Ich kam gestresst und fahrig um halb vier nach Hause, arbeitete noch ein bisschen weiter, machte Essen für Pippi und fuhr sie zum Korps. Zog mich um fürs Ballett. Machte Essen für Michel und fuhr den auch zum Korps, holte Pippi ab und setzte sie zu Hause ab. Fuhr weiter zum Ballett. Routinen sind wichtig. Routinen sind Schall und Rauch: ich ging 15 Minuten vor Ende der Stunde, um Michel pünktlich vom Korps wieder abholen zu können. Mir war bis gestern auch noch nie aufgefallen, wie grell das Licht da ist.

Dann brachte ich beide Kinder ins Bett, bereitete den heutigen Tag vor, und bekam viel zu spät die Augen zu, weil ich weiterhin diffus unter Strom stand.

Heute dann eben die Nachwirkungen. Furchtbar müde (trotz knapp sieben Stunden Schlaf), Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und keine nutzbaren Exekutivfunktionen. Einfach wäh, wie Kater. Und das alles wegen zwei Tagesablauf durcheinander bringenden Planänderungen, einer schwierigen sozialen Situation und einer Änderung von Routine, am selben Tag.

Das ist alles irgendwie meh. Ich bin froh, dass Herr Rabe schon fast wieder da ist. Keine Ahnung, wie er das immer alles schafft, wenn ich nicht da bin.

Tag 3086 – Piep!

Ich komme zu spät ins Bett zum bloggen. Das ist Käse, und auch nicht sehr urlaubig.

Kurzabriss: gestern war Zirkus, heute war Spaßbad. beides war sehr gut. Morgen hat die Familie (ohne mich) hehre Pläne, total früh schon diverse Dinge zu tun. Ich halte das Popcorn schon mal bereit.

Das ist ein schönerer Ausdruck und signalisiert größere Distanz zum Scheitern meiner Nächsten, als was tatsächlich passiert: ich werde total gestresst sein, wenn ich das Scheitern erst antizipiere und es irgendwann ein Fakt ist. Niemand anderes wird gestresst sein, nur ich. Wenn ich das äußere, kommt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit von der empathischeren Seite „warum stresst dich das so?“ und von der weniger empathischen Seite „Stress dich damit doch nicht!“.

Ich werde jetzt total stressfrei einfach schlafen.