Licht ausmachen. Augen fallen zu.
Urlaub! Ächz.
Licht ausmachen. Augen fallen zu.
Urlaub! Ächz.
Alles muss fertig werden, eigentlich arbeite ich nur und falle abends irgendwann um. Zwischendurch irgendwann werden Bestellungen bei der Apotheke (hüben wie drüben) aufgegeben, Bücher bestellt, andere Bücher mit Click & Collect bestellt, weil Michel jetzt liest. Oder besser – ein Buch gelesen hat und man das ein bisschen pushen muss, solange er begeistert ist.
Irgendwie noch Sport (naja, ein wenig Bewegung) und Geige in den Tag gequetscht und heute Abend mit Herrn Rabe ein bisschen Fernsehen geguckt, auf unserem flecklosen Fernseher. Jetzt ist wirklich Zeit für erst Bett und dann Wochenende. Und generell ist langsam mal Zeit für Urlaub (zwei Arbeitstage noch).
Das Semester ist zu Ende getanzt. Weiter geht’s im Januar. Meine rechte Wade fühlt sich an, als hätte ich auf den letzten Drücker noch was übertrieben. Das ist leider realistisch.
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Nach ordentlich viel Schnee am Wochenende kommt jetzt noch mal zwei Tage ordentlich kalt (grad noch mal geschaut: es sind jetzt nicht mehr -19 Grad angekündigt, sondern nur noch -15, Hurra!) und am Wochenende dann +5. Ich habe heute gelernt, dass das auf Norwegisch „kakelinna“ heißt, also, äh, „Kuchentauwetter“. Diese durchaus übliche Tauwetterperiode im Dezember hat man nämlich früher im Volksglauben auf das Backen von Plätzchen und co. zu Weihnachten zurückgeführt. Das muss gewesen sein, bevor Thermodynamik erfunden wurde.
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„Alle“ haben Covid. Ich möchte bitte weiterhin nicht Covid haben. Bisher bin ich ja recht glimpflich davon gekommen, das darf gerne weiter so bleiben.
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So. Augen zu.
Es ist mir nicht mehr möglich, wach zu bleiben. Montage schlauchen total, nach der Arbeit im Büro habe ich eigentlich immer Kopfschmerzen. Außerdem muss ALLES(TM) noch vor Weihnachten, genau genommen nächstem Mittwoch, fertig sein.
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Heute war bei Pippis Tanzen Vorführstunde und da sind wir alle brav aufgelaufen. Es war sehr süß. Wenn Pippi nervös ist, wird sie zum Clown. Aber einem süßen und sehr gelenkigen Clown.
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Nachdem einer Bekannten der Facebook-Account gesperrt wurde, weil jemand ein gegen Metas Communityregeln verstoßendes Instagram-Konto damit verknüpft hatte, habe ich meinen Instagram Account anfallsartig gelöscht. Ich war da eh schon nicht mehr und vielleicht kann man in so einem Fall dann damit argumentieren, dass man gar keinen Instagram-Account hat. Und weil ich das schon lange vor mir her schiebe und dann grad so drin war, habe ich Twitter auch gleich dicht gemacht. Auch da hab ich seit langem nicht mehr rein geguckt und diese Kapitalismusorgie, die Moskus da feiert, ist mir zutiefst zuwider. Irgendwie komisch, das war mal so wichtig für mich und jetzt ist es antiklimaktisch einfach, Puff, vorbei.
(P.S. ich brauche keine Tipps für Substitute, ich bin da ausreichend informiert. Aber ich möchte zur Zeit auch gar keine [Tipps und Substitute] haben.)
Das Wochenende plätscherte so dahin, zu meinem Glück und Frohlocken war ich gestern sogar gute vier Stunden alleine zu Hause und hab auch nur in der Hälfte davon Geige gespielt. Ähäm.
Heute bekamen wir leider einen übermüdeten Michel zurück, der keine Medikamente genommen hatte und wegen Müdigkeit extra Kotzbrockig drauf war. Diesen motzenden, unzufriedenen, überreizten, zappeligen Haufen Kind und seine kleine Schwester zerrten wir dann in ein klassisches Konzert, weil was könnte schon schief gehen.
Das Konzert war aber tatsächlich super. Ein Klassiker unter den Klassikern und leicht zugänglich auch für Kinder – Die 4 Jahreszeiten von Vivaldi. Die kompletten*. Der Solist und, hmm, das heißt sicher nicht Dirigent, Orchesterleiter? war Christian Li, ein „Wunderkind“ aus Australien, über den ich schon viel gutes gehört hatte. Und es war auch wirklich toll. Wenn ich überlege, was ich mit 16 so gemacht habe, und wie reif, vielseitig, präsent, bescheiden und geschmackvoll diese Aufführung heute war… ähm ja. Prodigy gonna prodigy. Aber wirklich faszinierend, wie sich dieser auch körperlich nicht große Typ mit 16 Jahren da hinstellt und ein komplettes Streichorchester (alle mindestens doppelt so alt wie er) anleitet, dabei selber spielt und das ganze so hinkriegt, dass man nicht das Gefühl hat, 300 Jahre alte Musik zu hören, die man (also zumindest ich) auch schon in 142 verschiedenen Aufnahmen gehört hat. Wirklich toll.
Michel verschlief einen großen Teil des Konzerts und so löste sich auch diese Herausforderung. Pippi fand das Konzert super gut und lief auch danach noch durch den Bahnhof und machte „DÄNN-döddeldöddeldöddel-DÄNN-döddeldöddeldöddel-DÄNN-döddeldöddeldöddel-DÄNN!“
Jetzt schlafen alle. Inklusive mir, jedenfalls fast. Gute Nacht!
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*Naaaa, wie viele Sätze haben die 4 Jahreszeiten? Wenn Sie mal angeben wollen: 12, denn jede Jahreszeit ist ein eigenes Konzert mit 3 Sätzen, jedes klassisch mit einem schnellen, einem langsamen und dann wieder einem schnellen Satz. „Man“ kennt halt aus jeder Jahreszeit nur einen, höchstens zwei Sätze, nämlich die schnellen.
Wir haben jetzt einen neuen Fernseher, der keinen grünen Fleck in der Mitte hat. Das ist sehr schön. Eine Folge Simpsons verifizierte die Fleckfreiheit. Ansonsten war die Inspektion heute sehr seltsam, sehr schnell vorbei und wir trotzdem nicht eher zu Hause. Abends habe ich eine Dreiviertel Stunde schlecht Geige gespielt, also tatsächlich schlecht, mein Hirn war nicht ganz da und dann machen die Finger auch was sie wollen.
Ja hmm, halt wenig geschlafen von gestern auf heute. Muss das nachholen.
Ansonsten ganz ok auf der Inspektion bisher. Trauriges Mittagessen. Meetingraum ohne Fenster. Und wie konnte mir in den letzten 5 Jahren entgehen, dass die Pharmakopoeia eine Grenze von 10^2 CFU*/g als „maximal 200“ definiert? Saufen die Lack da in Strasbourg? Ich glaube, mein Gehirn WOLLTE das einfach nicht wahrnehmen.
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*Colony forming units, aka Bakterien und Pilze, mit der Einschränkung, dass sie eben auch unter den ihnen angebotenen Bedingungen Kolonien bilden, das ist manchmal gar nicht so ohne.
Sie sind alle sehr lieb. Wirklich. Ich antworte auch, sobald meine rasenden Kopfschmerzen besser sind. Versprochen. Aber nach einem Tag im Büro mit der Schulsituation im Hinterkopf und auf dem Rückweg meine Gedanken und Wünsche zu dem Thema auf Norwegisch semi-geordnet aufschreibend bin ich furchtbar platt. Ich ging mich sogar zu Hause direkt hinlegen, was aber nicht half, im Gegenteil, die Kopfschmerzen wurden immer schlimmer. Michel ist auch alle und hat sich vorhin mit Herrn Rabe angeschrien, obwohl Herr Rabe eine Engelsgeduld hat und nur bei schlimmer Provokation laut wird. Vielleicht ist auch Herr Rabe alle, auf jeden Fall ist der erkältet. Bzw. hat seine Erkältung von neulich die Etage gewechselt und sitzt jetzt nicht mehr so sehr tief und schleimig in den Bronchien sondern in den Nebenhöhlen. Wir sind alle ein müder, geschaffter Haufen. Gut dass morgen keine Schule ist, es ist ein beweglicher Ferientag.
Gestern war Nix. Ich habe Hogwarts fertig gebaut (gut, aber auch ein bisschen doof, weil was baue ich denn jetzt? Puzzeln geht nicht, der Tisch ist voller Lego). Der Lieblingskollege hat Covid (doof) redet aber wieder mit mir (gut). Michel hat nicht die Lehrerin angeschrien (gut). Ich habe abends eine Master Class zu Vivaldi angeschaut und bemerkt, dass ich leider eine komische Version runtergeladen hatte. Habe jetzt eine, die richtig(er) ist. Zumindest entspricht sie dem, was in der Master Class besprochen wurde. Vivaldi selbst kann man ja schlecht fragen.
Heute waren wir mit den Kindern Wintersachen kaufen. Das war eigentlich ok, aber anstrengend wie Sau, weil Shoppingcenter halt Shoppingcenter sind und ich wahrscheinlich nie einsehe, dass ich da kaum eine Hilfe bin, sondern eher so ein überforderter Klotz an Herrn Rabes Bein. Am besten geht es noch, wenn ich einen konkreten Auftrag habe, wie „diese Hose in 146 finden“. Aber „wir brauchen eine Jacke“, uff. Heute war viel „Wir brauchen Jacken, Wollsocken und Handschuhe“. Irgendwann musste Pippi aufs Klo, Herr Rabe machte einen zielstrebigen Eindruck, wir rannten alle hinter ihm her, Michel mir einen Knopf an die Backe labernd, ein Kleinkind bekam irgendwo nicht was es wollte und eskalierte lautstark, und Herr Rabe sehr plötzlich sichtlich gestresst so „RENANA hast du ein Klo gesehen?“. Da ging mein Gehirn einfach aus und aus meinem Mund kam nur Näää. Zu viel Input, kein Output möglich. Die Antwort wäre „Nein“ gewesen, möglicherweise mit dem Nachsatz „Ich dachte, du weißt, wo du hinläufst“. Pfft, Klo, ich hab nach dem Einkaufen nicht mal unser eigenes Auto gefunden! Orientierungssinn, eh schon nicht toll, geht auch immer als erstes kaputt. Tja. (Vielleicht ist das wie wenn einem Zehen abfrieren. Unwichtige kognitive Prozesse werden bei Stress als erstes abgeschaltet.)
Wir fanden dann doch recht schnell ein Klo, aßen ungesunden, aber nicht überraschenden Kram beim Restaurant Zur Goldenen Möwe und fuhren zurück. Philip Glass‘ ewige Arpeggios holten mich im Auto so weit wieder runter, dass ich kurz eindöste, während Herr Rabe durch das klebrig-nasse Schneetreiben fahren musste. Das Auto hat nämlich auch sofort keinen Orientierungssinn mehr, sobald es schneit, denn dann sind die Sensoren vereist. Den Rest der Anspannung erledigte Vivaldi (die neu runtergeladene Version) und ein Spaziergang.
Das nächste mal nehme ich Herrn Rabes Angebot, zu Hause zu bleiben, lieber an.
Morgens, viertel nach sieben in Norwegen, ein dunkles Zimmer, ein Wecker klingelt und wird ausgestellt. Kinderstimme: „Warum liegst du da, Mama?“ „Weil Papa so hustet, da kann ich nicht schlafen. Und hier war Platz und dein Gästebett bezogen*.“ „Das ist schon ok, du darfst da liegen.“ „Danke.“ „… Ist Papa traurig, dass du bei mir geschlafen hast?“ „Das weiß ich nicht, das musst du Papa fragen.“ „Ich finde schön, dass du hier liegst. Du kannst das öfter machen. Ich bin ja schon ein bisschen zu groß, um in euer Bett zu kommen, wenn ich schlecht träume. Aber so bin ich nicht alleine!“
Gut, ich habe also eventuell meinem mindestens todkranken Ehemann das Herz gebrochen, aber dafür meine Tochter sehr glücklich gemacht. Man kann nicht alles haben, ne? (Ich wollte echt nur schlafen, das war in der Nacht davor viel zu kurz gekommen.)
Ansonsten tut mir alles weh. Der Rücken weil ich alt bin oder so, ich hab’s seit Tagen im Kreuz. Es ist aber die Sorte Schmerz, die durch Bewegung besser wird, deshalb tun mir auch noch die Arme weh, weil ich die Arme, Schultern (die rechte Schulter tat letzte Woche wieder mal weh) und den oberen Rücken gestern trainiert habe. Der linke Arm tut extra weh, der ist nämlich obendrein ein Impfarm (seit gestern). Dieses Mal war ich schlauer und habe davor trainiert und nicht danach. Heute das Ballett half gegen die Rückenschmerzen enorm gut, bis die großen Sprünge kamen und alles mit dem Arsch wieder runter rissen. Tja, dann schlafe ich halt auch mit meinem wollenen Rückenwärmer an. Der verwächst wahrscheinlich bald einfach mit mir.
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*mit Peppa Pig-Bettwäsche, aber trotzdem besser als das Sofa. Mit Rückenschmerzen. Hurz.