Tag 2622 – Lieber nix.

Müde, Migräne, Maul-Laune (für die Alliteration). Aus irgendwelchen Gründen war ich heute im Büro, im Nachhinein lässt sich das nicht mehr so genau sagen und es fühlt sich auch sinnlos an. Um zehn nach drei habe ich das Werk fluchtartig verlassen, weil ich dafür zuständig war, Pippi vom Hort zu holen und Michel zum Kornettunterricht zu fahren und da es seit über einer Woche in Oslo einen immer wieder auftauchenden Erdungs-Fehler gibt, der dann die Züge lahmlegt, war die Heimfahrt heute risky business. Hat aber alles geklappt.

Jetzt Licht aus, morgen ist auch noch ein (Inspektions-)Tag.

Tag 2603 – Noch müder.

Ein anstrengender Termin am Vormittag, danach zwischendurch immer mal in die Mails gelinst und das IT-Projekt eskaliert weiter, abends doch nicht zum Ballett gegangen, weil Pippi eskalierte und das Michel (und mich) so stresste, dass ich mich bereits umgezogen und nachdem ich mir ein Bein ausgerissen hatte, um zeitlich Korps, Essen und Ballett zu koordinieren, dagegen entschieden habe.

Dann habe ich beide Kinder ins Bett verfrachtet und bin Podcast hörend bei Michel eingeschlafen. Jetzt hoffe ich auf einen besseren Tag morgen, bin da allerdings sehr skeptisch, wenn ich so in meinen Kalender gucke.

Ich hatte vor drei Wochen doch noch Urlaub.

Tag 2596 – Uff.

Alltag mit Kindern und Vollzeitjob ist echt anstrengend. Doof. Dabei ist noch nicht mal alles, Tanzen geht nämlich erst nächste Woche los.

Arbeit war anstrengend aber produktiv, Kinder waren alle pünktlich bei allen ihren Aktivitäten und es gab auch was vernünftiges zu Essen und ich bin um 10 sogar noch mal los, Brot kaufen. Tag zuende, müde, ächz.

Tag 2584 – Wie es aufgehört hat, geht es wieder los.

Erster Arbeitstag nach den Ferien, es wurde, das überrascht niemanden, mal wieder der Zeitplan für das IT-Projekt umgeschmissen, weil, auch das überrascht niemanden, das Projekt noch weiter verspätet ist. Was auch niemanden überrascht, ist, dass sie sich mitnichten im, ich weiß nicht, ich habe den Überblick verloren, 5. Versuch? einen realistischen Zeitplan geben, sondern stattdessen häppchenweise den Release verschieben. Inzwischen bin ich so resigniert, dass es mich schon gar nicht mehr juckt. Es macht keinen Sinn, jetzt alles wieder umzustellen, sich anzupassen und Dinge zu verschieben, weil auch der neue Zeitplan garantiert nicht gehalten wird. Wir haben schon vor den Ferien angekündigt, dass unsere Möglichkeiten, Inspektionen zu verschieben, ab jetzt gleich null sind, weil wir im Grunde seit einem Dreiviertel Jahr ständig alles mögliche verschieben, weil das IT-Projekt danach verlangt. Jetzt geht es nicht mehr. Firmen brauchen Zertifikate, da können wir nicht einfach sagen „sorry Leute, wegen dem IT-Projekt können wir leider erst nächstes Jahr kommen“, bzw. könnten wir natürlich schon, aber dann steigen uns sowohl die Firmen als auch die Staatengemeinschaft aufs Dach, und das völlig zurecht. Das ist nunmal was, zu dem wir uns verpflichtet haben, kein nice to have wie, seien wir ehrlich, IT-Projekte. Insofern lehne ich mich belustigt zurück und bin bereit, das komplette Projekt auflaufen zu lassen, was aber ja gar nicht nötig sein wird, weil es sich weiter verspäten wird.

Trotzdem bin ich nach dem einen Arbeitstag jetzt hundemüde und bereits im Bett. Auf dass morgen besser werde.

Tag 2561 – Steine und Plantschen.

Hitzewelle in Dänemark sind entspannte 25 Grad, zumindest da, wo wir sind. Hehe.

Heute machten wir trotzdem einen kleineren Ausflug, nämlich ins Vikingermuseum Lindholm. Bei strahlendem Sonnenschein packten wir mehr oder weniger begeisterte Kinder ein, bei noch strahlenderem Sonnenschein wieder aus und dann unterlief uns ein Fehler, nämlich der, einer Touristengruppe hinterherzugehen. Die gingen zuerst auf einen Hügel und auf der anderen Seite des Hügels waren… Steine. Viele. In Kreisen angeordnete und in Dreiecken angeordnete Steine. Wir waren auf einem Vikingerfriedhof. Da waren zwar auch ein paar Texttafeln aufgebaut, aber das interessierte die Kinder einfach mal gar nicht. Michel flippte auch direkt aus und proklamierte, das sei kein Museum, denn Museen haben Wände. Und einen Souvenirladen. Interessante Definition von Museum, aber er machte seinen Standpunkt, dass er nicht für „doofe Steine und Rumlaufen auf toten Leuten ohne schlechtes Gewissen“ gekommen sei, überaus deutlich.

Zum Glück fanden wir nach einer Weile doch noch den von Wänden umgebenen Teil des Museums. Wir drehten eine Runde durch die Ausstellung, die sich von der Jungsteinzeit bis zur Vikingerzeit erstreckt. Ich fand das sehr interessant, beim Rest war es durchwachsen, von sehr interessant (einzelne Erwachsene) bis unzumutbar (einzelne Kinder).

Nach einer Stärkung mit Eis und Kaffee im Museumscafé wollten wir wieder nach Hause, aber unsere Kinder mussten erst mal sauer sein, weil wir ihnen keine Met-Hörner im Shop kaufen wollten.

Irgendwann waren wir aber erfolgreich wieder unterwegs und dann auch wieder zu Hause und überlegten spontan, den geplanten Freibad-Ausflug durch Plantschbecken-Aufbau zu ersetzen. Davon muss ich aber morgen erzählen, weil mir grade beim Tippen die Augen zufallen und mir grad das Handy ins Gesicht klatschte.

Tag 2557 – Ungeplant.

Wir hatten nichts großes vor. Einziger Programmpunkt: vielleicht zum Waffelhaus gehen und Waffeln/Eis essen. Herr Rabe sagte, das Waffelhaus sei 2,5 km entfernt, das ist schon ein langer Spaziergang, aber als einziger Programmpunkt ja dann doch ok. Außerdem sagte Herr Rabe, man könne da am Strand lang hin laufen. Also belaberten wir sämtliche Kinder (mit der Mohrrübe „Waffel/Eis“ vor der Nase wedelnd), packten erstaunlich viel Proviant und Zeug ein, für einen Ausflug mit einem Café als Ziel, cremten alle ein und auf ging es.

Tja. Und dann war das irgendwie wesentlich länger als geplant. Die Gruppe zerfiel aufgrund unterschiedlichen Gehtempi, Motivationslagen und Pokémon Go relativ schnell. In kleineren Grüppchen bis allein gingen wir am Strand lang. Irgendwann, ganz kurz vorm Ziel, stellte ich fest, dass ich auf einer Landzunge war, und dass ich durch mindestens Knietiefes Wasser müsste, um da durch und zum Ziel zu kommen. Ich würde das ja noch machen, aber ich dachte an Wunnibars K2, dem das Wasser vermutlich bis zum Scheitel gegangen wäre, und ich dachte an Pippi, die seit dem Kontakt mit der Feuerqualle großen Respekt vor Meerwasser hat. Da rief auch Herr Igelbert ab, ich sei auf einer Landzunge. Ja, ach. Also ging ich zurück. Traf Herrn Rabe und Michel, die mir aber nicht glauben wollten, dass es da nicht weiter ging. Holte irgendwann Familie Wunnibar und Pippi ein. Fand nölige Kinder und entnervte Erwachsene vor und gesellte mich dazu. Insgesamt waren das 2 km Umweg, die mir „da kann man am Strand lang gehen“ eingebrockt haben.

Gesamte gelaufene Strecke: 5,5 km.

Im Waffelhaus selbst war es dann echt ok. Muss man ja auch mal sagen. Der Rest ging danach noch auf den Spielplatz, ich… nicht. Mein Akku war leer und das Aggressionslevel stieg, also ging ich wieder zurück, das Auto holen.

3,5 km, auf direktem Weg.

Insgesamt heute 11,8 km gelaufen, mit Wind um die Nase und viel am Strand laufend. Das war eigentlich ganz schön, so isoliert betrachtet, nur war ich da nicht drauf eingestellt. Dann geht das ja nicht und stresst mich.

Jetzt bin ich jedenfalls so alle, dass mir ständig beim Schreiben die Augen zufallen. Insofern sage ich einfach gute Nacht.

Tag 2556 – Mehr Meer (hinter Glas).

Erster richtiger Ausflug des Urlaubs! Wir waren im Oceanarium in Hirtshals, so wie gefühlt zwölftausend andere Touristen inklusive zehntausend Kindern. Das schlechte zuerst: das ist sehr unübersichtlich, verwinkelt und dunkel da, dazu war es eben auch noch voll. Das ist nichts für Leute wie mich, so ganz grundsätzlich, da stresst mich schon die Architektur und die Tatsache, dass zwei Kinder sofort in unterschiedliche Richtungen in die labyrinthmäßige Ausstellung verschwinden. Davon abgesehen war es aber wirklich gut (mit etwas weirden Auswüchsen hier und da, aber dazu später).

Weil die Kinder in verschiedene Richtungen rannten, behielt jeder eins und ich ging mit Michel mit. Der war Feuer und Flamme, Tiere! Fische! Natur! Yeah!!! aber dann halt auch sehr unruhig und ungeduldig. Während ich mir gerne noch die kleinen Schollen weiter angeguckt hätte, die je nach Untergrund die Farbe wechseln, war er schon mit der kompletten Etage fertig. Aber bei manchen Becken konnten wir doch noch etwas länger stehen bleiben.

Einäugige Schnecke (Ich fühle das).
Versteckter Octopus (Ich fühle auch das).
Baby-Steinbeißer, sehr sehr viele.
Ähm, interessante Übersetzungen. Einen Mondfisch gibt es auch, den haben wir auch gesehen, aber nur Michel hat Fotos gemacht. Der Mondfisch, den sie mal hatten, ist wohl gestorben, jetzt haben sie ein Baby, so groß wie ein Basketball.

Dass der große Mondfisch gestorben ist, entnehme ich dem Film kurz vorm Restaurant, in dem sie den zerlegen. Schön Stück für Stück das Fleisch runter schneiden, was man in dem Film auch alles detailliert sieht. Gut, dass keines der Kinder da so genau hingeschaut hat.

Baby-Quallen! (naja, Quallen-Embryos. Polypen halt.)
Quallen.
Mehr Quallen.
Kleine Quallen.
Bewegte Quallen.

Quallen sind ja wirklich hübsch und faszinierend. Quallen-TV ist auch sehr meditativ. Ich liebäugele ernsthaft mit der Anschaffung eines Quallen-Aquariums. Anderseits haben wir ja schon Schnecken.

Zweifelhafter Streichelzoo.
Scholle mit Kind.
Scholle ohne Kind.
Meerschwein? Also unsere sehen anders aus…

Rechts sieht man einen Teil der „was wir alles mit angespülten Walen machen“-Bilder, die ich ziemlich… unappetitlich fand. Aber die wollen offenbar ehrlich und offen sein, da gehört das dazu, wie die Ausstellung zu kommerziellem Fischfang. Ich hätte aber auf beides verzichten können.

Alles in allem aber ein wirklich gelungener Ausflug, und ich würde das Oceanarium auch empfehlen. Allerdings vielleicht eher nicht in den Sommerferien, wenn nicht halb Dänemark und DeutschLand da ebenfalls sind. Jedenfalls, wenn Sie das genauso gut bzw. schlecht abkönnen, wie ich.

Danach vegetierten wir allerdings alle nur noch vor uns hin.

Tag 2555 – Hoppala.

Akku leer. Weiß gar nicht so recht, was passiert ist, wir waren eigentlich nur einkaufen im großen Supermarkt, aber danach hätte ich schon einfach schlafen gehen können. Habe mich dann beim Spielplatzbesuch ausgeklinkt und stattdessen Geige gespielt, das war erst schön und endete… unvorbereitet. Michel kam wieder nach Hause, ich fragte ihn, ob der Rest auch käme, und er verneinte. Ich spielte also weiter, aber der Rest kam ganze zwei Minuten später und dann explodierte in meinem Kopf eine Mischung aus Anxiety (es hören mich sehr direkt Leute spielen, Leute, die nicht mit mir verheiratet sind oder die von mir abstammen) und schlechtem Gewissen (zwei Stunden Alleinzeit einfach herausgenommen) und Zwanghaftigkeit (weil ich ja nicht mitten im dritten Satz aufhören kann). Naja. Hab das Ende diesen Satzes auch schon besser gespielt, war dafür umso schneller, um bloß schnell fertig zu werden („Erste!“).

Danach ging nicht viel mehr als vorher. Wenn mich die Dunstabzugshaube aggressiv macht, weil ich mir ständig den Kopf daran stoße, ist der Akku wohl echt leer.

(Alles besser als vorm Urlaub, und soll auch kein Nörgeln sein.)

Es ist kein Wettbewerb, wer der beste Urlauber ist. Muss ich mich ab und zu dran erinnern. https://youtu.be/BDUsDrBiYbI